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Derlag: Kaaggasse 37
N- 125
Geldmarkt.
grankfurtrr Couete vom 1. Juni.
-m- «oursbericht der frankfurter Korse vom 1. Ium, Nachmittags 3 Uhr. Credit-Actien 258'/., Disconto-Commandit-Slncheü« 177''., Staatsbahn-Actien 237'/., Galizier 187'/-, Lombarden M /«, EgYPter 87'/« Italiener 91'/«, Ungarn 90"/«, Gotthardbahn-Actien 147 /«, Nordost 143 Union 110.90, Dresdener Bachs 139'/-, Laurahütte-Actten 122'/-, Gelsenkirchener Bcrgwerks-Actien 156'/«, Russische Noten 243. —■ ®te heutige Börse verkehrte bei sehr stillem Geschäft tn abgeichwachter Haltung.
Geschäftliches.
Wie erhält man seinen Körper gesund und seine Verdauung in Ordnung? Indem man bei Störungen sofort die ächten Apotheker Richard Brandt'« Schweizerpillen, welche in jeder Apotheke a Schachtel 1 Mk. erhältlich sind, gebraucht und hierdurch überflüssige, schädliche Stoffe aus dem Körper entfernt. Die auf jeder Schachtel auch quantitativ angegebenen Bestandtheile sind: Silge, /Moschusgarbe, Aloe, Absynth, Bitterklee, Gentian. (Man.-No. 4000) 119
Kxvort-Ac. fiir Deutschen Cognac, Köln a. Rh.
^Niederlage: Hoflieferant A. Seiiir», Wiesbaden. (H 41578) 70
verlassene Braut erhielt rechtzeitta Kenntniß und beschloß, furchtbare Rache -u nehmen. Sie erwirkte einen Vollstreckungsbefehl über die rückständigen Alimente, und als sich das neuvermahlte Ehepaar tut tzochzeitshause ein» sand, da erschien auch der Gerichtsvollzieher, der zum Erstaunen der zahlreichen Hochzeitsgäste sämmtliche Hochzeitsgeschenke und die werthvollstcn Stücke der neuen Einrichtung unter Siegel legte.
* Kleifreffende Inserier,. Eine interessante Beobachtung über das Anfressen eines Bleirohres durch die Larve einer Holzwespe, welche,zunächst etwas an den berühmten Scherz von dem schienensreffenden Eiffn- wurm erinnert, theilt die .Hygienische Rundschau mit. Benn Aussuchen der Leckstclle eines Bleirohres wurde in der Wandung des letzteren ein lebender Holzwurm mit dem Kopfe steckend entdeckt. Der betreffende Theil des Bleirohres war in einem Holzstiel gelagert und von dort aus das Rohr angefressen worden, indem sich der Wurm von außen nach innen einen etwa 7 Millimeter langen und 4 Millimeter breiten Canal gebildet hatte. Derartiges Durchbohren von Bleiröhrep und Ble,platten kommt bei gewissen Holzwespen (Sirex gigas, Sirex spectrum) und den sogenannten Bleiwürmern (Familie der Hartflüglcr) vor. Da sich der Wurm vom Splint des Holzes nach der Rinde hin durchbohrt und dann das Blei ansrißt, ist es zweckmäßig, die Rindeuseite des mittengespaltenen Holzes nach außen zu verlegen und also vom Blei abzuwendeii. Bei Verwendung alten, trockenen Holzes finden sich die Thiere überhaupt nicht ein. Die ganze Geschichte klingt sehr unglaubwürdig.
* Eine Flasche wurde bei Memel vor einigen Tagen aufgefischt, welche einen mit Bleistift geschriebenen Brief verunglückter Seeleute vom Schiffe „Belagie" enthielt. Der traurige Inhalt dieses Briefes lautet buchstäblich: „Ertrunken. Bitte diesen Brief weiter zu schicken den das Schiff Belagie Ertrinkt es hat 15 Tage Wasser eingenommen und wir können es nicht mehr auspumpen so treiben wir noch einen Tag wo es finkt den die Wellen werden nicht kleiner das Boot ist schon runter geschlagen drum mußten wir einen Mast schon abnebmen weil der Sturm immer großer wird und schiken den letzten Abschied nach Land. Wir sind 11 Matrosen an Bord und unsere Namen heißen: Johann MoSler, Richert Lenz aus Kiel, Johann Jonischeit, Karl Keft und die letzten sind aber! aus Hamburg wir müssen Ertrinken, wir haben nicht mehr so lange Zeit, unser Leben ist zu Ende. Gott fei mit uns, Amen."
* Dir Entdeckung eines fabelhaften Schatzes ist in Rio de Janeiro gemacht worden und hält, wie dem „Han. C." geschrieben wird, die Gemuther in gewaltiger Aufregung. Der Ingenieur, unter dessen Leitung das Fort San Antonio in Rio de Janeiro geschleift wird, stieß in einem der unterirdischen Gänge des Castells auf eine Menge von Behältnissen, Säcken und Packeten, die schon durch ihr Aeußeres Berrietben, daß in ihnen Werthvolles verborgen sein müsse. Da die Regierung in dem mit dem Ingenieur abgeschlossenen Vertrage sich ausbedungen hatte, daß von Kostbarkeiten, welche bei dem Abbruche gefunden würden, die Halste ihr zufallen sollte, so erstattete er sofort von seiner Entdeckung Anzeige. Alsbald erschien eine Commission an Ort und Stelle. Nach der von dieser der Regierung unterbreiteten Denkschrift hatte sich in dem unterirdischen Gange Folgendes vorgefunden: 112 Solzkasten, jeder eisenbeschlagen und mit drei Schlössern versehen und jeder 856 Kilo schwer.. Ferner 4 ,e 615 Kilo schwere Kasten aus getriebenem Eisen, 16 zngenähte Ledersäcke, jeder Sack 59 Kilo wiegend, 806 Packete ans Pergamentpapier mit einem Gesammtgewicht von 1457 Kilo, endlich 3 Kasten mit Dokumenten und 26 etwas beschädigte andere Vackete. Bei der Oeffnuna fanden sich nun in den 112 Holzkasten 70 Millionen Francs Gold (? ? D. R.) in alten portugiesischen Cruzados! lieber die ursprüngliche Bestimmung dieses Geldes gab Iheilweife Auskunft eine in dem Dokumentenkasten vorgefundene Quittung, in welcher der Bruder Desarte Anton, Oberer des Jesuitenordens, bescheinigt, 20 Millionen Goldcruzados empfangen zu haben mit der Ordre, die Summe nach Portugal an Johann V. als Ehrentribut für seine Reise nach Brasilien zu senden. Die 26 etwas beschädigten Packete enthielten eine große Anzahl kostbarer Steine, deren Werth man zunächst noch gar nicht abzuschätzen vermocht hatte. — Die Geschichte klingt etwas spanisch!
* Humoristische». In einer sächsischen Dorfschule von Anno dazumal. „Kinderchens, Ihr mißt mir schccne ufpassen, daß Ihr nid) so viele Pfähler macht in der befischen Sprache, besonders abersch bei mir und mich. Ich werd' Euch den Unterschied ganz genau erklären, also baßt uffl Mich ist immer der Singular, z. B.: Heeßer Kaffee schmeckt tmd) scheene. Mir ist dagegen aberscht allemal der Blural, z. 33.; Mir Sachsen sprechen das reeuste Deiisch." — In Karlsbad. „Sie, Kellner, ist die Gans, von der diese schwächliche Leber hcrrührt, vielleicht hier zur Kur gewesen?"
Echte Drahtnachrichten.
(Nach Schluß der Redaetion eingegangen.)
* Berlin, 1. Juni. Der Ministerpräsident von Caprivi theilte dem Abgeordnetenhause mit, das Staatsmimsteriuin habe sich nicht schlüssig machen können, bei dem Buudesrathe bte H"ab)etzung der Getreidezölle zu befürworten. Em allgemeiner Nothstand sei nicht vorhanden. Die Ernteaussichten seien besser, als vor 14 Tagen. Em allgemeiner Vortheil sei von der Herabsetzung des Zolles nicht zu erwarten.
* Kretin, 1. Juni. Aus Konstantinopel wird telegraphisch gemeldet: Heute Nacht ist der Orientzug in Tscherkcsskoei von Räubern zur Entgleisung gebracht und überfallen worden. Die im Zuge befindliche Stangen'sche Reise-Gesellschaft, bestehend ans deutschen Reichsangehörigen und einem Engländer, wurde von Räubern abgeführt, welche 200,000 Fr- Lösegeld verlangen, zu dessen Beschaffung der Mitgefangene Bankier Israel aus Berlin freigelasseu wurde. Boffchafter von Radowitz erhielt vorn auswärtigen Amte die Weisung, den Betrag unter Wahrung der Regreßpflicht gegenüber der türkischen Regierung vorzuschießen. Der Gefährdung der Gefangene» ist somit nach Kräften vorgebeugt. In Händen der Räuber befinden sich u. A.: Oskar Greger (Berlin), Gutsbesitzer Moguet (Sejgelsdorf), Oskar Kotzsch (Zörbig), Zugführer Frenndinger. Die übrigen Passagiere wurden auSgcplündert zurück- gelassen.
* Potsdam, 1. Juni. Der Kaiser und die Kaiserin sind Mitternachts nach Kiel abgereist.
* fitel, 1. Juni. Der Kaiser und die Kaiserin sind soeben hier eingetroffen und durch Salut der Kriegsflotte begrüßt worden. Das kaiserliche Paar wird wahrscheinlich bis zum 4. Juni hier verweilen.
* Pari», 1.Juni. Bei der gestrigen Deputirtenwahl in Beaume wurde Ricard (Republikaner) gewählt.
* London, 1. Juni. Der Strike der Schneider scheint zuzu- nehmen. Die Arbeiter von Westend beabsichtigen, wie die von Ostmo die Arbeit einzustellen. 9000 Schneider und Schneiderinnen sollen bereits die Arbeit eingestellt haben.
* Kilbao, 1. Juni. Infolge der Auflösung einer Versammlung der Strikenden fand gestern zwischen den Polizeimannschaften und den Strikenden ein Zusammenstoß statt. Der Poljzei-Commissar wurde mit Steinwürfen und Schüssen empfangen. Einer der Strikenden wurde getöbtet. Infolge dieser Vorkoinmisse wurde der Belagerungs-Zustand proclamirt. Die Führer der Socialisten wurden verhaftet. ।
* Gltama, 1. Juni. Der Premierminister Macdonald ist infolge des erlittenen Schlaganfalls auf der rechten Seite gelähmt.
* Moskau, 1. Juni. Der Kaiser erwiderte auf die Begrüßungsansprache de« Stadthauptes: Er danke auf das Herzlichste für den ihm bereiteten Empfang. Er freue sich, durch seinen Bruder in Moskau vertreten zu sein und er sei Überzeugt, das sein Bruder Moskau liebgerotnneit werde. Er selbst habe Moskau schon von feiner Kindheit au liebgewonnen.
* Wladiwostock, 1. Juni. Der Grobfürst-Thronfolger wohnte gestern der Eröffnung des ersten Theiles der Ussuri-Ltrecke der sibirischen Eisenbahn bei. Der Großfürst, der mit lebhaftem Jubel begrüßt wurde, fügte den Grundsteinen der Eisenbahn und des Stationsgebäudes silberne Gedenktafeln ein und befuhr in einem Waggon die 2'/i Werst lange Strecke der Eisenbahn.
* Sofia, 1. Juni. Anläßlich des NamenSfestes des Prinzen Ferdinand war gestern die Stadt Philippopel illumimrt. Die Menge jubelte dem Prinzen zu und brachte dem Ministerpräsidenten Stambulow Ovatioiien dar, welcher aufforderte, das Vaterland höher zu stellen, als persönliche Interessen. __________
* Schiffs-Nachrichten. (Nach der „Franks. Ztg.".) Angekommen in New-Bork D. „Waesland" der Red Star Lme von Antwerpen, D. „Alaska" von Liverpool, D. „Ethiopia" von Glasgow, D- „Obdam von Rotterdam und D. „Teutonic" von Liverpool. Der Nordd. Lloyd-D. ,Trave" von New-Iork pafsirte Scilly.__
Geld-Torten.
Brief.
Geld.
Wechsel.
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Kurze Sicht.
20 Franken .... 20 Franken in '/». Dollars in Gold . Dukaten ...... Dukaten al marco Engl. Sovereigns. Gold al marco P.K. Ganz f. Scheideg. „ Hochh. Silber „ Ruff. Banknoten . Ruff. Imperiales .
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