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Verlag: Larrggasse 37.

K-tt- 39

Talentvolle Schwimmerinnen, welche sich dem Theater unter Wasser widmen wollen, werden gegenwärtig sehr gut bezahlt. Ucberall werden Wasser-Pantomimen einstüdirt, und dazu sind bekanntlich weniger gute Schauspielerinnen als Schauschwimmerinnen nöthig. Ein Berliner Unternehmer bietetjungen Damen, die gut schwimmen", sogar 250 Mk. Gage pro Monat und Reisegeld! Auf diesen verlockenden Antrag hin wird gewiß manche Bademeisterin und Schwimmlehrerin ihren nicht so einträglichen Beruf aufgeben und sich der gewässerten Bühne widmen. Dem Frauenerwerb sind also durch das Theater unter Wasser neue Bahnen erschlossen.

In Rißtissen (Württemb.) wurde bei dem Geschäft, die lästigen Raben todtzuschießen, ein Dienstknecht von den in dem Park des Freiherrn von Stauffenberg sich aufhaltenden Schwanen angegriffen. Um den Angriff von sich abzuwehren, schlug er mit seinem Gewehr auf die­selben los. Dasselbe blieb aber in den Arsten eines Baumes hängen, entlud sich, und die Ladung ging dem Knecht in den Arm und verletzte denselben so schwer, daß er amputirt werden mußte.

In der Nähe von Preßburg ereignete sich ein Eisenbahnunfall. Ein Frachtzug wurde von einem anderen bei einem Wechsel angefahren; mehrere Waggons sind zertrümmert, auch entstand eine noch andauernde Streckensperre wegen großer Beschädigung der Geleise. Bisher ist nur eine schwere Verletzung eine? Heizers ermittelt.

Der Komiker amKarl-Theater" in Wien, Wilhelm Pauly, dessen Frau, die Schauspielerin Ines Fischer, sich vor Kurzem infolge häuslicher Zwistigkeiten erschossen bat, versuchte sich Nachts mit Opium zu ver­giften. Als Grund seiner That gab er Reue und Kränkung über den Lod seiner Gattin an. Sein Zustand ist hoffnungslos.

Im Dorfe Gierkowo bei Thorn vergiftete die Einwohnerfrau Budniewski ihren Ehemann mit Quecksilber. Die Mörderin und deren Liebhaber, ein Scharwerker Wosniak, welcher ihr das Quecksilber ver­schafft hatte, sind verhaftet worden. Die Frau hat ein Geständnis; abgelegt.

Ein Massen-Auftreteil der Kreuzotter wird ans Landeshut in Schlesien gemeldet. Eine vom Kreis-Ausschuß ausgcworfene Summe von 100 Mk. für den Krenzotterfang im Kreise Landeshut ist schon ver- ansgabt, und im Ganzen sind bisher Prämien ä 50 Pfg. an mehr als 800 Kreuzottern bezahlt worden. Aus Liebau gelangten für Freitag allein Bescheinigungen über 103 gefangene bezw. gctödtete Kreuzottern an. In­folge des massenhaften Fanges wird die Prämie vom 1. Juni ab auf 25 Pfg. pro Stück ermäßigt werden.

Die jüngst, wie berichtet, von einem wüthenden Wolfe ge­bissenen Personen,, 29 an der Zahl, waren bekanntlich zur ärztlichen Behandlung an das Pastenr-Jnstitur nach Bukarest geschickt worden. Da­von sind 26 nun wieder in Czernowitz eingetroffen, während drei in Bukarest starben. Ein von dem Institutsleiter Dr. Babes an den Re­gierungsrath Dr. Klueienko in Czernowitz gerichtetes Schreiben spricht die Hoffnung aus, daß von den zurückgesendeten Patienten die größere Zahl gerettet fei.

Eine Amazonen-Truppe kam über Herbesthal auf dem Kölnischen Hauptbahnhof an und fuhr Abends mit dem Zug 11 Uhr 40 Min. nach .Hamburg weiter. Die Truppe, welche auf der Reise von Brüssel nach Lübeck begriffen ist, lagerte während ihres Aufenthalts in Köln int Warte­saal dritter Klasse, wo sie die Aufmerksamkeit des reifenden Publikums in hohem Maße auf sich lenkte.

Wegen großartiger Petroleumdiebstähle sind in Bremerhaven und in Geestemünde zwei Kaufleute und sechs Küper verhaftet worden.

Bei der Einfahrt einer aus sieben Fahrzeugen bestehenden Torpedo­boot-Division in den Hasen von Flensburg vollrührte ein Marine-Offizier eine wackere That. Auf der Anlagebrücke hatte sich eine große Menschen­menge angesammelt; int Gedränge kam ein fünfjähriges Bürschlein dem Rande der Brücke zu nabe und stürzte vor den Singen der Blutter in das liefe Wasser. Ein Marine-Offizier des Divisionsbootes sprang ohne Be­sinnen in voller Uniform dem bereits in der Tiefe verschwundenen Knaben nach, ergriff ihn und brachte ihn an die Oberfläche.

* ©in Gcfchrnk der Königin Victoria. Am Sonntag Vor­mittag kam der britische DampferGoteoitda" auf seiner Reise von Calentta in Plyntotnh in Gibraltar an, wo er einen prächtigen indischen Elephanten, ein Geschenk der Königin Victoria für den Sultan von Marocco, landete. Der Elephant gehörte früher dem Vicekönig von Indien und ist für Ttgerjagden dressier worden. Seine Stoßzähne sind mit Metall eingefaßt und die Stirne ist schwarz mit rotben und weißen Flecken bemalt, um seinehohe Kaste" auztedeuten. Die Passagiere an Bord derGolconda" tauften ihn Jumbo, während sein Wärter ihn Stok rief. Tas Thier benahm sich während der Reife sehr störrisch.

Goldmarktt.

Lranlrfurter ©onrfc vom 27. Mai.

Geld-Sorten.

Brief.

Geld.

20 Franken ....

Jtf 16.22

16.18

20 Franken in V-.

16.19

16.15

Dollars in Gold .

4.20

4.16

Dukaten......

9.61

9.57

Dukaten al marco

9.61

9.57

Engi. Sovereigns.

20.40

20.36

Gold al marco p.K.

2788

2780

Ganz f. Scheideg.

2804

Hochh. Silber ,

133.00

131.00

Nuss. Banknoten .

241.70

Ruff. Imperiales .

16.65

16.60

Reichsbonk-Discouto 4

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Wechsel.

Ds.

Kurze Sicht.

Amsterdam (fL 100) Antw.-Br. (Fr.100) Italien (Sire 100) .

London (Sftr. 1). .

Madrid (Pes. 100) New-Dork (D. 100) Paris (Fr. 100) . .

Petersburg (31.100) Schweiz (Fr. 100) .

Triest (fl. 100).. .

Wien (fl. 100) .. . Frankfurter Bank-Z

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168.75 bz.

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nto 4%.

-m- Coursbericht der Frankfurter Körst vom 27. Mai, Nachmittags 3 Uhr. Credit-Actien 259 b, Disconto-Commandit-Antheile ISO7,Staatsbahn-Actien 237, Galizier 1871/», Lombarden 86Vs, Egypter 971/«, Italiener 91 Vs, Ungarn 90'/», Gotthardbahn-Actien 1487», Nord ost 144'/», Union 111'/«, Dresdener Bank 141, Laurahütte-Acticn 124Vs, Gelsenkirchener Bergwerks-Acticn 157, Russische Noten 241/«. Aus große Deckungen und Meinungskäufe verkehrte die Börse in fester Haltung. Schluß auf Pans leicht abgeschwächt.

Krtzte Drahtnachrichten.

(Nach Schluß der Redaetion eingegangen.)

* Krrlin, 27. Mai. Im Abgeordnetenhaus erklärt der Land- wirthschaftsminister auf eine Anfrage des Abg. Richter, die Erhebungen über die Getreidetheuerung, sowie über die vorhandenen Getreide- vorräthe seien noch nicht abgeschlossen. Der Minister ist über­zeugt, daß die Befürchtungen über eine Mißernte nicht zutreffend feien. Die Stockung in der Getreideversorgung sei wesentlich durch die Gerüchte über die Aufhebung der Getreidezölle hcrvor- gernfen. Die Beantwortung der Anfrage des Abg. Kanitz über die Herabsetzung der Getreidezölle in dem deutsch-österreichischen Handels- Vertrag lehnte der Handelsminister ab. Staatsminister v. Bötticher er­klärt, die Regierung werde thun, was nothwendig sei, um Elend von dem Lande abznhalten, sie werde event. sogar den Reichstag berufen und wenn unumgänglich nöthig, die Getreidezölle zeitweilig snspendircn. Die Regierung werde übrigens die Zölle nicht weiter herabsetzen dürfen, als es die Existenzfähigkeit der Landwirthschaft gestattet. Darin sei kein System- Wechsel in Aussicht zu stellen.

* Krrlin, 27. Mai. DieBerliner Medizinische Wochenschrift" er­fährt, wie sie in ihrer heutigen Nummer mittheilt, von zuverläfsiger Seite, daß sich Professor Koch damit beschästigt, den in dem Tuberkulin ent­haltenen wirksamen Stoff zu ifoliren, so daß die Beschaffenheit wie bet anderen Arzneistoffen chemisch feststellbar ist. Nach Erreichung der in den nächsten Monaten zn erwartenden brauchbaren Ergebnisse werde Koch eine umfassende Veröffentlichung bewirken.

* Dünkirchen, 27. Mai. Durch eine Petroleum-Explosion gerieth eine Fabrik in Condekerque in Brand. Sieben benachbarte Häuser standen alsbald in Flammen. Zehn Personen sind in dem Feuer ver­schwunden, viele sind verwundet. Es herrscht allgemeine Panik, da die Explosion acht anderer Reservoirs befürchtet wird. 'Man besorgt, daß sich das brennenbe Petroleum in den benachbarten Canal ergießen und die übrigen ' in der Nähe belegenett Magazine, wo mehrere Hundert Barrels Naphta lagern, in Flammen setzen werde.

* Narr», 27. Mai. Bei einer während der vergangenen Nacht statt- gefunbenen Zusammenkunft des Ministers Constans, der Directoren der QmnibuS-Gesellschaft und des Syndicats der Angestellten der Ge­sellschaft wurde ein Einvernehmen zwischen den Directoren und dem Syndicat unterzeichnet, welches die Wiederanstellung der Beamten an- geordnet und den zwölsstündigen Arbeitstag festsetzt. Der.Strike ist damit beendet, die Arbeit ist heute Mittag wieder ausgenommen worden. (Siehe auch unter Frankreich.)

* Kondon, 27. Mai. Das Unterhaus verwarf mit 78 gegen 52 Stimmen den von der Regierung bekämpftett Antrag Stuart's auf Wählbarkeit und Sitz der Frauen in den Graffchastsräthm.

* Schiffs-Nachrichten. (Nach derFranks. Ztg.".) Angekommen in Southampton der Nordd. Lloyd-D.Eider" von New-Aork; in Batavia D.Sumatra,, der Nederland von Slmsterdam; in Phila­delphia D.Äelgenland" der Red Star Line von Antwerpen; in New- Vork D.Veendam" von Rotterdam, der Nordd. Lloyd-D.Aller" von Bremen und D.Holland" von Liverpool; in Havre der Hamb. D. Flaudria" von Westindien; in Aden D.Peiho" von Marseille. Der Hamb. D.Gellert" von New-Iork passirte Lizard.

Geschäftliches.

Großartiger Erfolg.

Die Seife vom Cotrgo kann so der Schönheit nützen, Daß wahrlich sie allein vor Alters Unbill auch Durch ihre Tugenden weiß immerdar zu schützen Die, die sie Tag für Tag hier nehmen in Gebrauch.

Seifenfabrik Victor Vaissier. Paris. 20

Achtung vor Fälschung!! Wiesbaden. Seit längerer Zeit hatte ich starke Magcnbeschwcrden, verbunden mit schlechter Verdauung und Verstopfung. Gegen diese liebel wandte ich die Apotheker Richard Brandt'schen Schweizerpillen an und war ich durch dieselben in kurzer Zeit so weil wieder hergestellt, daß ich alle Speisen wieder vertragen und verdauen konnte und der Stuhlgang wieder ein regelmäßiger wurde. Ich kann daher die Schwcizerpillcn (ü Schachtel 1 Mk. in den Apotheken) als ein gutes und bewährtes Mittel nur Jedermann empfehlen; man achte beim Einkauf derselben besonders darauf, daß man auch die ächte» Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen mit dem weißen Kreuz in rothem Felde erhält, da dieselben bereits schon von mehreren Seiten uachgemacht wurden und die Fälschungen ganz schlechte und wirkungslose Producte sind. Frau I. Keller, Walramstraße 6. (Unterschrift beglaubigt.) Die auf jeder Schachtel auch quantitativ angegebenen Bestandtheile sind: Silge, Moschnsgarbe, Aloe, Absynth, Bitterklee, Gentian. (M.-No. 4000) 119