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Sette 23

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Kunst, Wissenschaft, Literatur.

* Aersonaiien. Frl. Drucker vom hiesigen Theater aasiirt dem­nächst tn Frankfurt a. M. (in WildenbruchA „Haubenlerche); sie betmrbt sich dort um das durch den Weggang des jjrl. Mmow tiErdendeFach der jugendlichen Liebhaberinnen, ,Das Fach war dort bisher, namentlich als Frl. Klinkhammer noch thatig war, ichr gui besetzt. — Der Roman­schriftsteller Marine-Lieutenant Pierre Lott wurde im 6. Wahl- gange mit 18 von 85 Stimmen zum Mstgliede der französischen Akademie gewählt. Zola erhielt im 1. Wahlgang 8 Stimmen.

Don der elektrotechnischen Ausstellung zu Frankfurt a. M.

Der erste Präsident der Ausstellung und verdienstvolle Förderer des Unternehmens ist bekanntlich Herr Leopold Sonnemann, der Besitzer der demokratischen Franks. Ztg.", ein Blatt, das, tote man täglich fast steht der Regierung und vielen staatlichen Einrichtungen nichts weniger als freundlich gcgcnüberstcht. Dieser Unistand, nicht der, wie Mancher glauben mochte, daß Herr Sonnemann Israelit ist, ruft bei Repräsentation der Ausstellung öfter titz- liche Fragen hervor. Otto Kanngießer, ehemals Herausgeber des inzwischen eiiifleaauaencii demokratischen „Frankfurter Beobachters berichtet u. A. in Hinsicht auf diesen Punkt in ergötzlicher Weise Folgendes tm „Berliner Tageblatt“: „Bei dem Festbankett in der großen Restaurationshalle blies durch tausend Löcher und Ritzen der nicht geladene Windaott Aeolus hinein und fetzte dem im milden Mondlicht strahlenden Kahlhaupte des Ober-Präsidenten Grafen Eulenburg dermaßen zu, daß Herr L. Sonne-

mann, als Exeellenz Eulenburg sich zum Trinkspruch auf MDL/EGJM nicht minder vermied er staatsklug IN '«»em ^oaste die N nnung welcher Namen und conceirtrnte allen oratonfeben Seift,, betW» geringem Maße zur Verfügung steht, auf b.en Sammelbegriff des herlnren OllungXTftanbeS. Es haben somit D>e,eniyen ihre W° ° ^l°re^ welche prophezeiten, Graf Eulenburg, der c°"servaiwe Sla^nuntsera und regierende Ober-Präsident der. PrwvutzHesie-Staau »erbe am

Graf Eulenburg wollte nicht, nm wiederum ein Bild de» Herrnl Abm« zu sestl^en Gelegenheiten nicht die Rede sein, doch wenn sie sich, einem. auf- v Sonnemann) die Ehre schenken werde, sich seiner ^ührung bi Rundqang" durch die Ausstellung anzuvertrauenDie «uM-n Phas n dieser Corresvoudenz bleiben, so sehr eS Mich gelüsten konnte, oas «n meiner^Keniitniß Gelangte zu uerrathen Geheimniß wurde Mich K hpftimmt haft bet Zweite Vorsitzende, Sperr Oscar v. Miner, d?Kasidriu Friedrich, d^r erste,„Herr L Sonneinann dagegen Ihre könialicbe Hoheit die Frau Landgraslil von Hessen fuhren solle.

'Die Halle für Wissenschaft liegt unmittelbar am ehemaligen Neckarbahubofe und hat zwei Eingänge. Treten wir durch de» rechts ge- leaeuen so fällt unser Blick zuerst auf einen unscheinbaren ^0101, Der auf einfachem, dunkelroth drapirtem Tischchen steht. Es Goethe-Museum in Weimar mit besonderer Bewilligung des Großherzogs sur Ausstellung gebrachte er,re, noch erhaltene Apparat, besten sich Goethe ?mr Erzeugung von ReibungS-Elektrieität bediente. Ein einfacher, bemalter ^nl-faften9 her in seinem Hinteren Theile das Rad, das durch eine Kurbel Neht würde birgt Das Rad setzt eine hohle Glaskugel in Drehungen, die ein "edervolfter berührt. Die ElektriettatSsauger fehlen, so dast auch die einfachen Manipulationen, zu denen Goethe die Maschine benutzte^mcht hnraeunmmcn werden können. Man kann sich eines eigenen Gefühles nicht erwchren wenn man diesen kindlich 'einfachen und unbeholfenen Apparat mit den heutigen Maschinen vergleicht »»d ^J''Urtickrstt auf babn durchmessen sucht, die seit Goethes Zelt- der Fortschntt am diesem Gebiete der Wissenschaft und Technik geniacht hat. Und äUßtetd) dock bewundern Wir den Seherblick des Dichters, der da faate„De Elektricität ist das durchgehende Element, das.alles materielle Dase.n be­hütet- man kann sie sich unbefangen als Weltseele denken. 3» den kost- baren'Requisiten der historischen Abtheilung gehören auch)bte: t>on derGroß- berzoalichcu technischen Hochschule in Karlsruhe ausgestellten Lery scy^u Apparates 'mit deiwu zum ' ersten Male die Reflex onS-Brechung und Polarisation der elektrischen Strahlen uachgewiesen wurde. Durch ihn ward bewiesen, daß der elektrische Strahl ohne metallische Leitung auf eine gewisse Entfernung durch den Aether fortgcleitet wird und daß die elektrischen Schwinauitgsn den Lichtschwingnngen entsprechen, ebenso Ww ihre Brechung (durch das Asphallprisma) den Gesetzen der Lichtbrechung eonform ist. Des Weiteren gehören hierher ein paar alte Volta che Säulen die der „Phstsikalische Verein" von Franksurt ausMtellt hat. Ebenso'die ersten von Sömmering, dem Ersinder des elektrischen ^.ele- graphen, hergestellten Buchstaben-Telegraphen-Apparate. SimomS (Berlin)- demonstrirt die Verwendung der Elektneitat auf bem ©ebtete bet 3al)n- heilkunde, Albrecht (Tübingen) stellt Brenner für Galvanokaustik aus, B. B Cassel in Frankfurt Jnbuetions-Apparate zum Clektnsiren voix Körpertbeilen. Sehr einleuchtend ist auch der von R. B »usdorf Rach . ge­lieferte Apparat zur Prüfung der Schstarke, der d,e Arbeit der Militär ärzte und anderer mit der Untersuchung der Angen betrauter Medizinal- pcrsonen auf wunderbare Weise erleichtert; in einer halben Minute konnte ich, so schreibt der Berichterstatter der ftrattff. Zta." die befrtedgmd

: Feststellung machen, daß ich die Normal-Wehstarke besitze. Der Apparat

' gesteht in einer weißen Scheibe, auf der schwarze Buchstaben m ver-

schiedcner Größe mit irgend gewünschter Schnelligkeit erscheinen und ver­schwinden. Von derselben Firma ist eine elektr,sche rnoiinrte Badewo'me

: ausgestellt; das dazu gehörige Instrumentarium. «hattet de» An,Äuß an einen bestehenden Apparat oder an eine Lichtleitung. Zum Schluß seien noch erwähnt die von G. A. Schultze »°ch der Erfindung des Or Moumchs Gelieferte» Fern-Thermometer, bereit Werth für meteorologische Be- obachtiingen außerordentlich ist, und die optischen Instrumente von Krnh: Seioptica, Photometer, Photometrirstative für Gluhlichter u. s. w.

eilen ji zur 3d ©tragt

onnetfta, chachtui! schon Qlj sjährige» rn Gkj,

Einiges über Spitzen. i

(Sbifecn jene warten (SetDcbe, lvclche ben (Sctonnbunncn bei istvielge'ckM-ben

tlr? „-ini-ochen worden. Die Spitzen sind oft schon zum Mittelpunkt von «au, db u>n5 »nd Drameu aemaebt worden. In unserem Deutschland, deut beiten z, Nie der „billigen nnd schlechten Waaren, hat die Maschinenarbeit der kesttagcr ^Äenmacherei außerordentlich geschadet. Sie bringt zwar schone glatte 'cht'gui, Wt in unbegrenzten R-engen zu mäßigen Preisen hervor, aber ihre

S eben nnd das Regelmäßige der Arbeit schadet den zarten Esteeien Ausführung. Die Geschichte und Naturgeschichte der Spitze

ein sehr weites Gebiet, da die Anfertigung der titptye in”'eine sehr frühe Zeit hineinreicht. In Italien, Sachsen, Frank­reich Spanien, Belgien wurden Spitzen schon vor Jahrhunderten ^madit und cs qiebt so zahlreiche Arten von Spitzen, daß | wnn schon ein sehr gewiegter Spitzenkenner sein muß, um sie alle recht zu Merscheiden. Die folgende launige Plauderei über die verschiedenen iromösischen Spitzenartei,, die m einem sranzo,ischen Blatt veiostentlicht werben wird daher gewiß bei unserer Damenwelt reges^nteresse erregen. Man braucht gar nicht zu tief eingeweiht zu sein tn die -^'^ten-Gehenm „iif, des schönen Geschlechts, um zu wissen, daß es sur den Morgen Mdere Spitzen giebt, als für den Abend, für die junge Frau von zwanzig q-ghren andere als für die Matrone, daß es verschiedene Spitzen für olle FahreSzeiten für alle Stunden des _ ^.ages, für

?ches Genre der Frauenschönheit, für jeden Theil der N^Ag-r^Mon Lter Ludwig XV. waren die Point d Alen^on und, Point d Argenton Sin der Etiqnette als Winterspitzen bezeichnet, und m jener Zeit, wo die gmge, nicht wie heute ausschließlich Vorrecht der grauen war, sondein auch den Mann schmückte, galten die Pointe de Venne nut ihrem »usdrucks- inallen stolzen Relief für die eigenste spitze der Kircheusursten. Die alten lointe de Franee mit ihren erhabenen energischen Esteeten sind nie pchender verwendet worden, als zu Altarbekleibungen, und die bewußte, prstÄUge Schönheit bes Point d'Angleterre weiß ber -voilette stolzer erfahrener grauen etwas mitzutheilen, was au Hermelin und Purpur erinnert. Werden Aus­druck dieser Spitzen versteht und neben ihnen die sanste Schönheit oer Points von Flandern, Lille, Arras und Mireeourt, den weichen verschwommenen Ausdruck der Dentelles de Brügge, die Eigenthümlichkett der MaltueS und die charakteristische Sprache der Dentelles ä la Vienne und damt wieder die klaren entschiedenen Architekturen der Nadelarbetten voll Brussel, die festen sicheren GuipureS betrachtet, wird Mißgriffe in der Anwendung der Svide zu vermeideu wissen. Die Maline gilt im Allgemeinen all- d.e Spitze vornehmer Schlafziminer; die Spitze der Mitteritacht. Fern Pllisirt uniaiebt sie die Decke und die Kissen des Bettes, darin Madame den ~ag vergißt und so süße Träume hat, und wiederholt sich m demselben Muster, in reiche Rüschen gefaltet, an dem Frisirmantel von elsenbeinfarbencm Batttst der für die Bkorgenstunde bereit liegt. Die Spitze des eigentlichen RegltgsS ist aber die Valeneienne mit ihrem koketten durchsichtigen Ri,eau oder die Brügge Nichts geht über ein Häubchen oder über Acrmel ans dieser wcichett traulichen Stäbchenipiee, und eine pikante, icho» em vzpnig ver- galtgene Schönheit von fünfundzwanzig Jahren fugt dieser Toilette, mit^ welcher sie den Gatten am Kaffeettscy entzückt, gern noch einen kleinen Abbömantel von alter Brugge hinzu. Die Guipure ist die Spitze der Toiletten für die Promenad^ für jene viel vlisstisten kurzen runden Rocke, in denen man Eroquet spielt und, L audpartien macht. Da sieht mau sie in einem großen Kragen Louis XIII. auf der bunten Casaqne, in breiten Aermelaufschlagen, tn grotesqueu Imitationen einer seitlichen Tasche, die leider nicht da ist. Der inttmereu Toilette gehören die Spitzen Bretonne und diejenigen von Cluny, will man etwas Unverwüstliches für seinen yirtfarbtgcn M°rgenanzug wählen dann nimmt man Dentelle Russe. Die alten Points

de Veinfe gehören auf Gewänder von Atlas; sie prasentlien sich gut in breiten vorn geöffneten Schulterkrageu, in ostenen weit surüdfallenbett Aermeln, als Tablier des Rockes, ber ohne Schleppe nicht zn beuten ist. Die Chantilly ist die Spitze, oer Diner- und Casinotoilette; das schwarze Sammetkostüm jnr d>e Vinte liebt die ^oims ü la Aignille; der Schluß der Oper ist die Stunde der spamschen Blonde mit ihrem weichen Silberglauz, nnd tu Points d Angleterre Üutten ftdj reiche und prächtige Bräute. Wohin aber jene kostbaren.ßolattts geboren, -wischen denen der aufmerksame Bräutigam dm Orangenstraub für die Ceremouie arrangirett läßt, das entscheidet das Bedursniß und der Wunsch der Braut ganz verschieden. ■