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Aw UoravMd des dMtsch-feKNzosrschsn FeldMses 1870/71.
(Schluß.)
Inzwischen zog sich die Feldwache, die ohne Befehl geblieben, in Front und Flanke beschossen, zurück bis an den Hohlweg; hier kam ihr als Verstärkung ein Zug, der sie, mit dem andringendcn Feinde kämpfend, aufnahm und in die Stadt zurück führte, als die erste feindliche Colonne, vom Spicherer Berg herabkommend, die Höhen gewonnen. Unsere vier Geschütze hatten indeß mit den drei Compagnien, die nur in den Kampf kamen, ein wirksames Feuer gegen einige dreißig vom Exerzierplatz feuernde Kanonen und namentlich gegen die Mitraillcusen begonnen, die über nns auf der Höhe einen Lärm wie das Herablassen einer Ankerkette machten, und unter ihrem Schutz geschah denn nach tapferer Gegenwehr der Rückzug mit einem Verlust von zwei Offizieren und sechszig Mann etwa um 2 Uhr -in der Richtung nach Lebach. Oberstlieutenant von Vestel hatte mir bereits vom Sattel die Hand zum Abschied gereicht und war mit seinen beiden Schwadronen abgezogen, um diese nicht nutzlos den feindlichen Shrapnells auszusetzen.
Als die Unsrigen die Stadt geräumt, war'8 todesstill in derselben. In Sc. Joham- wußte Niemand: waren die Fran-.
Adieu sagen.
Nichts regte sich in der Straße; alle Thüren waren geschlossen, einzelne Dächer waren stark von den Granaten beschädigt. Da öffnete sich ein Fenster, eine Hand winkte mir; auch eine Haus- thür öffnete sich. Man führte mich die Treppe hinauf und zeigte mir die Verwüstung durch ein Wurfgeschoß. Auf meine Frage, ob der Feind in der Stadt, hieß es, einige Offiziere seien allerdings auf dem Ludwigsplatz gesehen worden, hätten sich jedoch nicht aufgehalten, nur mit Reguifitionen für den General Frossard beschäftigt. Napoleon hatte selbst, so bestätigte man mir, von der Höhe aus mit Lulu, seinem Sohn, an der Hand, bei einer Mitrailleusen-Batterie dem Kampf zugeschaut und war um Mittag nach Forbach zurückgefahren. Der Feind traute sich offenbar nicht in die Stadt, weil er gehört, dieselbe, unterminirt wie das ganze Kohlenbecken hier, solle in die Luft gesprengt werden.
Abends 7 Uhr erst verließ auch ich St. Johann auf der Rückzugslinie nach Dudweiler, erreichte das Dorf Quirscheidt in der Nacht, und am nächsten Mittag befand ich mich in Lebach inmitten eines unabsehbaren Truppenlagers. Die Unsrigen wäre» also heran; aber in welchem Wirrwarr hatte sich Alles herbeiwälzt; es bedurfte ganzer Tage, um diese Massen zu ordnen!
General von Goeben empfing mich um Mitternacht in Lebach, wo er eben mit Steinmetz, dem Kommandeur der I. Armee, cor» ferirte. Es galt nach all den zunächst nothwendigen Stauungen und Schiebungen, den Anschluß mit der Armee Friedrich Karls zu gewinnen. Goeben beunruhigte der Gedanke, daß der Feind die kleine Affaire in Saarbrücken zu einem großen Siege aufbauschen und dadurch in Deutschland, wenn auch nicht Ent- muthigung, doch Besorgniß erregen könne. Ihm war's deshalb hochwillkommen, daß ich noch in der Nacht eine Schilderung des Hergangs für die „Kölnische Zeitung" geschrieben; er bat mich aber ausdrücklich, derselben die Ueberschrist: „Räumung von Saarbrücken" zu geben, und wollte dieselbe durch den Telegraphen befördern. Aber in Lebach gab's weder einen solchen, noch war schon eine Feldpost zur Hand, und so blieb nichts übrig, als einen gedrängten Auszug davon zu machen und Artikel und Telegramm durch Staffette nach Saarlouis zu schicken.
Ganz zerschlagen, warf ich mich danach auf's Stroh. Goeben ritt wieder zu Steinmetz und kehrte erst am Morgen zurück. Der Rest der Nacht,war ein unruhiger: die Kanonen rasselten durch das Dorf, die Hörner riefen schon früh zum Abmarsch; das Hauptquartier seinerseits ging nach Ottweiler; es galt also wiKwrum einen sechsstündigen Marsch. Kaum auf den Beinen, ward ich durch eine Ordonnanz wieder zu Goeben hinüber gerufen.
„Ich bin da in einer unangenehmen Lage," empfing er mich. „Eben brachte man mir einen Franzosen, den unsre Leute in Saarbrücken abgefaßt und mitgeschleppt. Er nennt sich Jeannerot, einen früheren Offizier, und erklärt, er sei der Correspondent der Pariser Zeitung »Le Tempst, als welcher er sich erst auszuweisen hat. Wie soll ich ihn behandeln?"
„Excellenz," auwortele ich lachend, „etwa so, wie ich es von den Franzosen erwarten würde, wenn sie mich kriegten!"
„Gut, so bitte ich Sie, ihn aufzusuchen; er ist drüben; es steht ein Posten vor der Thür. Ist er ausreichend legitimirt, so werde ich ihm ein Frühstück vorsetzen lassen, so gut es zu haben ist, und ihn dann über unsere Vorposten hinausführen lassen."
Ich fand in dem Gefangenen einen Mann der besten Formen und willkommen war es mir, dem mir befremdeten Chefredacieur des »Temps«, Neffzer einen Dienst leisten zu können. Jeannerot erzälte mir, er habe sich in Saarbrücken zu weit vorgewagt, da er die Unsrigen schon auf dem Rückzug geglaubt, und fei von einem Lieutenant vor St. Johann abgefaßt worden. Ich fröh- stückle mit, danach bat er, dem General fernen Dank au&rü&n
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zosen eingezogen? Nach einem Imbiß, den man mir dort s» gastlich in der Voltzer Mühle gereicht, jenem hübschen Plätzchen, das der letzte Ludwig von Nassau-Saarbrücken einem Vcchingev Bauernmädel schenkte und das danach die Gänsegretel-Mühle heißt, begab ich mich also über die verbarrikadirte Brücke in die Stadt zurück. Die auf bent Abhang liegenden Tirailleure be- trichen die erstere mit ihren Chassepots; die feindlichen Geschütze fanden noch drohend da oben. — Ich hatte während dieser vierzehn Tage ein warmes Interesse für diese Grenzstadt gefaßt, die ein so unerschrockenes deutsches Herz gezeigt, und wollte ihr
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