Nr. 5S7.
Mittwoch, 5J3. Dezember 1914.
Wiesbadener Tagblair.
Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt.
Seite S.
12. Man bitte den Angehörigen im Felde, daß er sich dau- über die richtige Feldadresse auf dem laufenden und jede Änderung sofort nach Hause mitteilt.
, 13. Schreibt der Feldangehörige nach Hause, daß er von
^heirn wiederholt keinen Brief erhalten habe, so wende man j*$ an die nächste heimische Postsammelstelle oder Oberpost- Sektion und ersuche sie um Prüfung der angewandten lleld a d r e s s e. Die Erfahrung hat gelehrt, daß die große Erzähl aller Klagen über nicht angekommene Feldpostbriefe °uf Mängeln in der Adressierung beruht.
14. Man beachte, datz die Feldpost die Sendungen nicht ^ die einzelnen Empfänger bestellt. DieTruppende holen vielmehr die Briefe bataillonsweise durch ^Äonnar^en ab und besorgen die eigentliche Aushändigung.
geben auch die unanbringlichen Briefe an Gefallene, Berußte usw. an die Feldpostanftalt zurück, nachdem sie zuvor Grund der Unbestellbarkeit auf der Sendung vermerkt ^ben. Dies kann oft erst nach mehreren Wochen geschehen, ^chdem das Schicksal des Enrpfängers unzweifelhaft feststeht.
. 15. Auch dieAuszahlungderPostauweisungs-
Mirage erfolgt nicht durch die Feldpostanstalt, sondern "Urch den Truppenteil. Verzögerungen beruhen meist darauf, der Empfänger infolge seiner militärischen Verwendung iiltweilig nicht erreichbar ist.
16. Sind die Sendungen an einen Empfänger im Felde irgend einem Grund unbestellbar geworden, so wundere
^2n sich nicht darüber, wenn zwar die Briefe, nicht "er die Päckchen als unbestellbar zurückkommen, verabreden Heeresangehörige untereinander, datz, wenn eine fällt, der andere die für den Gefallenen noch einenden Päckchen in Empfang nehmen und für sich verweilen soll. Auch besteht im Felde vielfach der Brauch, datz un- "nbringliche Päckchen im Truppenteil an Bedürftige verteilt °der Lazaretten für Verwundete überwiesen werden.
17. Wer von vornherein den Wunsch hat, datz seine Feld- Ntttiefe (Päckchen), falls sie dem Empfänger im Felde nicht ^gestellt werden können, dem Truppenteil zur beliebigen Verlegung stehen sollen, mutz die Sendungen mit dem Vermerk schicken „Wenn unbestellbar, zur Verfügung “ e § Truppenteil §".
18. Jede größere Tr uppen Verschiebung hat für °>e davon betroffenen Feldpostfendungen eine ein- bis zweiwöchige Verzögerung in der Überkunft zur Folge.
19. Mit der Beförderung der Pakete nach dem gelbe hat die Post keine Befassung. Die Post nimmt die Mldpakete nur an. Dann gehen sie noch auf heimischem Boden
die Hände der Heeresverwaltung über, die sie nach dem Seide weiterbefördert und auch den Empfängern aushändigt. Klagen über Nichtankunft von Feldpaketen gehören daher nicht d°r die Poitbehörde, sondern vor die Militärbehörde (stellvertretende Generalkommandos). Man lasse hierbei mcht außer strack,t, datz die Beförderung der Feldpakete nt Ferndesland fefjt schwierig und zeitraubend ist, und dah namentlich auch Aushändigung an den Empfänger oft großen Hindernden ^Segnet. Man fasse sich deshalb in Geduld.
, 20. Das „Merkblatt für F e ld p o st s e n du n ge n",
»as bei den Postanstalten aushängt und auch kostenfre, verab- wlgt wird, soll jeder, der Feldpostfendungen abschickt, zu lesen uicht versäumen.
ktu§ Stadt und Land.
wissbadener Nachrichten.
Der 1914er.
Nun, da die Gärung des 1 9 1 4er Wern es vorüber ist, Fässer fleißig ausgefüllt sind und sich der Werutrub all- Mlich zu setzen beginnt, ist man rn der Lage, aus den Fässern Weinproben zu ziehen und die werdende Gute be» "euien Weines eimrgermahen zu beurteilen.
Der Hochheimer ist durchaus gut geraten. Er klart W ausfällig rasch, hat ein angenehmes Aroma wnd eine milde ^älwe, so daß der 1914er Hochheimer schon heute als ein guter ^ittelwenr bezeichnet werden darf. Ihm Zeichen N e u - c°rfer, Eltviller, E r b a ch er und H a t te nh e i me r; besonders rassig sind die R a u e n t h a l e r Rieslingweine. Im witeren Rheingan sind die Johannisberger und ^eisenheimer, und insbesondere die Rüdeshermer schöner Art, so dah auch sie als gute Mittelweine gelten dürfen. Hinsichtlich der Güte steht der „Atz ma nns - ^User Rote" obenan, weil die frühveifende Traubensorte «Klebrot" von den heißen Juli- und Augusttagen mehr Bor- °°rl ziehen konnte als die später reifende Rieslingtvaube. Die Streicher-Trauben haben allenthalben im Rheingau rm Bereich zum Riesling das Vier- bis Fünffache an Ertrag gegeben, dagegen ist die Qualität des Weines eine mäßige.
., Das Weingeschäft liegt ganz darnieder. Man bekochtet, daß der Weinhandel, der jetzt wegen der Absatzschtme- ^Skeiten die denkbar schwerste Zeit hat. auch im Frühjahr ISIS in der Lage sein wird, an den Weinversteigerungen terl- bUlrehmen. Die großen Weingntsbesitzer des Rheingaus gehen Her mit dem Gedanken um, im Frühjahr von Weinversteige- ^Ngen überhaupt abzufehen.
Die Eisenbahn und die Zeiertage.
Im Gegensatz zu früheren Jahren, wird der st a r k e a l l - Verkehr am 24. Dezember, nachmittags, mit *** Abbeförderung einer großen Anzahl von Militärurlaubern Zusammentreffen, und auch am 27. Dezember und 31. Dezem- nachmittags, außergewöhnlich anfchwellen.
Hergabe eines großen Teils der Betriebsmittel zu x^reszwecken können Vor-, Nach- und Sonderzuge naht rn swr gleichen Umfang gebildet werden, als es früher geschehen J! 1 und wie es auch dieses Jahr zur ordnungsmähigeii, Pünktchen Betriebsführung wünschenswert wäre. Es wird nicht zu beiden sein, datz am 24., 27. und 31. Dezember, nachmittags, alle Züge sehr stark benutzt, leicht Verspätungen galten uiü> unter Umständen Anschlüsse versäumen werden; Mreinzelt werden den Personenzügen auch mit Banken aus- ^üstete Güterwagen beigestellt werden müssen. Hrer- chch dürfte es sich empfehlen, wenn alle diejenigen, die über Reisezeit frei verfügen können, sich dem Vorstehenden ^Uiätz mit ihrer Reise einrtchten.
Neujahrsbriefverkehr.
^ In der Aufschrift der Postsenduugell müssen der ^"chfänger und der Bestimmungsort deutlich und so bestimmt Zeichnet sein, ldatz jeder Ungewißheit vorgeüeugt wird. Auf Endungen nack, größeren Orten sind auch die Straße und die ^usnummer sowie Gebäudeteile (Vorderhaus, Hinterhaus) Ut * Stockwerk, bei Sendungen nach Berlin außerdem der
Postbezrrk und die Nummer der Bestellpostanstalt, z. B. C. 2,
S. 14, NW. 40, angugeben. *
Um das Stempelgeschaft zu erleichtern, sind dir Frei- marken nur in die obere rechte Ecke der Aufschrift zu Neben, nicht, wie cs öfters geschieht, in die liiilke untere Ecke oder in die Mitte oder auf die Rückseite,
Die kleinen Briefumschläge — in Größe der Visitenkarten — sollten in der Neujahrszeit gar nicht verwendet werden. Denn diese kleineii Briefsendungen, so zierlich sie auch aussehen mögeii, erschweren ganz besonders ben Betrieb bei der Aufgabepostanstalt, unterwegs tu den Bahn- posten und bei den Bestellpostanstalten. Auch wemi inaii seinen Neujahrswunsch auf Visitenkarte übermitteln will, so verwende man einen ordenllichen Briefumschlag. Werden diese billigen Wünsche der Post von den Abseridern erfüllt, so wird sich der Neujahrsbriefverkehr glatt abwickeln und ein jeder seine Postsachen rechtzeitig erhalten.
Ferner ist. dringend erwünscht, daß die Firmen ihre „.assendrucksach?.n nicht am Silvestertag (31. Dezember), sondern einige Tage vor- oder nachher einliesern. Um dem übermäßigen Airdrang an den Schalterstellen zu begegnen., empfiehlt es sich, die P o st w e r t z e i ch e u für die Neujahrsbriefsendungen schon einige Tage vor Neujahr zu kaufen. Am 30. und 31. Dezember findet ^Verkauf von Postwertzeichen an sämtlichen offengehaltenen 'ischailtern der hiesigen Postämter (auch an der Paketannahme und an den Ausgabestellen) statt.
Zriedensarbeit im Kriege.
Deutschlands wirtschaftliche Stärke, die schon wiederholt das Staunen und den Neid unserer Feinde erregt hat, spricht sich auch darin ans, daß unsere vorbildliche soziale Fürsorge während des Krieges keine Unterbrechung erfahren hat, sondern datz vielmehr Handel und Industrie Deutschlands freiwillig au ihrem Ausbau weiter arbeiten. Als ein erfreulicher Beweis hierfür kann es gelten, daß der .Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime". deren Heime bekanntlich gegenwärtig als Kriegslazarette dienen, auch während des Krieges wieder eine Anzahl von S t i f t u n g e n zugegangen sind. Es traten der Gesellschaft n. a. folgende Firmen bei: Heidelberger
Aktienbrauerei vorm. Kleinlein mit 1000 M., die Mannheimer Gummi-, Guttapercha- und Asbestfabrik, A.-G,, mit 1000 M„ Ungenannt, Wiesbaden, mit 10000 M., Herr C. Ad. Rosste und Frau Wwe. Matthieu Rosste, Gesellschafter der Firma Gebrüder Rofsie in Süchteln, errichteten eine. Stiftung von 10 000 M., Frau Geh. Kommerzienrat Selve in Altena und Fabrikbesitzer Walter Selve erhöhten die zugunsten der Angestellten der Firma Basse und Selve, Altena, bereits errichtete Stiftung von 10 000 M. .auf 20 000 M. In hohem Maße anerkennenswert ist es auch, daß eine große Anzahl kaufmännischer und technischer Angestellter.der Gesellschaft zugunsten der in den Heimen nntergebrachten verwundeten Soldaten Geldspenden überwiesen haben.
Nestle tut seine Pflicht.
In der „Deutschen Rundschau für Handel uiid Gewerbe" lesen wir: Nachdem wir uns bereits in unserer vorigen Num- nxer unter d' es ein Titel mit dem eigentümlichen Treiben de ^ englischen Hauses der „Nestle und Anglo-Swiß condensed Milk Co," befaßten, erscheint es uns unerläßlich, auch das weitere Wirken dieser Firma gegen uns durch die mit ihr in allerengster Jntereff engemeins chast stehenden Schokoladenfabriken Peter, Cailler und Köhler ebenfalls bekanntzugeben. Dre englische Zeitung „Confectioneris Union veröffentlicht folgende Erklärung zur weiteren Beruhigung der englischen Gemüter über Nestle: ...
„Ich höre, daß die „Nestle und Anglo-Swiß coudeiiied Milk Co." (Generalvertreter und Hauptaktionär den „Peter, Cailler, Nestle und Köhler Schokoladengesellschaft") kleineren Schwieriaketten begegnet ist, weil das Publikum zum Teil annahm, daß der Direktor obiger Gesellschaft, Herr Köhler, unter dessen Namen eine ihrer Schokoladenmarken in den Handel gebracht wird, reichsdeutscher Nationalität sei. Ich werde durch die Herren Nestle ersucht, mitzuteilen, datz Herr Köhler einer alten schweizerischen Familie entstammt und wert davon entfernt ist, deutschfreundliche Gefühle zu hegen. Er rft ern patriotischer Schweizer, dessen Sympathien neben den- jeniaen für die Schweiz ganz unseren Allrierten ger- ten. Herr Köhler hat den Rang eines Obersten rn der schwerze- rischen Armee inne und befehligt gegenwärtig «inen Teil der schweizerischen Mmrnschaften, die ihre Landesgrenzen gegen irgend einen Einsall seitens der Germanen bewachen.'
Das deutsche Publikum wird aus dieser ErkläruM hoffent lich die richtigen Schlußfolgerungen zu ziehen wissen.
Die „Eagblatt"-Sammlungen.
Bei dem Verlag des „Wiesbadener Taghlatts" gingen weiter ein: für das R o t e K r e uz : A. R. 2 M.. Konsul
Knoops 100 M.. Kurt und Hans Künkler 3 M., aus dem Erlös des Gedichts von Sanitäter Meyer 11 M., Herrenlos 1 M., zusammen bisher 21060 M, 73 Pf.; für Kohlen für Arme:
L. G. 4 M., M. H. 5 M., Frau Elsas 20 M., tfri. 5 M.,
M. D. 10 M., N. N. 10 M., F. b. L. 5 M., I. B. 8 Frau
F.'W. 3 M„ F. S. 20 M.< zusammen bisher 447 M 50 Pf.; für Frühstück für arme Kinder: L. G. 3.M., Frau Elsas 20 M., Frl. I. 3 M., F. v. L. 5 M.. I. B. 5 M.. zusammen bisher 136 M.; für Speisung bedurstrger Kinder: Frau Elsas 20 M., Frl. I. 3 M., Adolf Dams, Möbelfabrik, 10 M., Karl Wagemanns Kinder, Rosenstratze 8, 10 M. F, S. 20 M,, zusammen bisher 326 M. 62 Pf.; für die' Sch r i p P en k irch e : Frau Elsas 20 M., C. W. 10 M„ zusammen bisher 53 M.; für das P a u l i n e n st i f t: L. E. 3 M Adolf Dams, Möbelfabrik, 5 M„ Karl Wagemanns Ktitdm, Rosenstraße 8, 10 M., W. B. 3 M.. zusammen bisher 1gi M ' für die Arbeitslo s e n: Bernhard Liebmann
50 M.,'zusammen bisher 170 M.; für die Kinderhorte: Oberin G. 3 Dt., Frl. K. 5 L. E. 3 M.. Frau Elsas 20 M., Frau Apotheker Marie Swtz 10 M., Adolf Dams, Mobelfabmk, 10 M„ Karl Wagemanns Kinder, Rosenstraße 8. 10 M., W. B. 3 M., F. S. 20 M., zusammen bisher 136 M.; für das D i a k o n i s s e n h a u s in der Emser Straße: C. W. 16 M.; für die Kinderb ewahranstalt: L. E. 3 M., C. W.
20 M. Adolf Dams, Möbelfabrik, 10 M., Karl Wagemanns Kinder, Rosenstraße 8, 10 M,, W. B. 3 M., F. S. 20 M., T 3 M., zusammen bisher 167 M.; für das Asyl Lrnd.en- baus: H. Sch. 1 M., M. K. 10 M.. F. S. 10 M.; für das Lazarett der Augenhetlanstalt: N. N. 10 M., für die A u ge n h e i la n st a l t : S. L. 20 Dt., L. G. 8 M., Frau Elsas 20 Ml, Frau L. Robinson 5 Dt., Dt. D. 10 M., Frl. R. 9 M Adolf Dams, Möbelfabrik, 5 M>, Karl Wagemanns Kinder, Rvsenstrahe 8, 10 M., W. B. 3 M.. Frau F. W. 2 M.. F. S. 20 M., zusammen bisher 140 M.; für dre Augenklinik Pagenstecher: H. B. 1 M,; für das Ver
sorgungshaus für alic Leute: A. Westphal 3 M., F. K.
5 Dt., L. E. 3 Dt., Di. H. 5 Dt., Frau Elsas 20 Dt., Frau M. E.
3 M., Frl. I. 5 M., M. D. 10 M., C. W. 10 Dt., Frl. R. 2 M., Adolf Dams, Möbelfabrik, 10 M., Karl Wagenranns Kinder, Roseustraße 8, 10 M., I. B. 5 M., W. B. 3 M., Frau F. W.
8 M., I. E. 10 Dt., Frau E. W. 20 M., zusammen bisher 812 M.; für das Rettungshaus: L. E. 3 M., Frau
M. E. 3 Dt., C. W. 10 M., Adolf Dams, Möbelfabrik, 5 M., Karl Wagemanns Kinder, Rosenstraße 8, 10 M., W. B. 3 M., zusammen bisher 136 M.; für bie Blindenanstalt:
A. Westphal 3 M., H. B. 1 M., M. G. 5 Dt., L. E. 3 S. L.
20 M., Frau W. Bosse 5 M., Frau Elsas 50 M., Frau Apotheker Marie Stotz 5 M., Frau Lehrer Maurer Witwe 3 M., Frau Geheimrat v. Reichenau 4 M., Frau L. Robinson 6 M.,^ M. D. 10 M., C. W. 20 M., Frl. R. 2 M., R. N. 5 M., Woff Dams, Möbelfabrik, 5 M., Karl Wagemanns Kinder/ Rosenstraße 8, 10 M., I. B. 6 M., W. B. 10 M., Frau^F. W. 2 M., Frau E. W. sür's Blindenheim 20 M., F. L>. 20 M., zu- . sammen bisher 304 Di.; für den Armen verein: W. B.
3 M., zusammen 132 M.; ^ für die K r ü p p e l für so r ge :
L. E. 3 M., W. B. 3 M., Frau F. W. 2 M., zusammen bisher 38 M.; für den Nassauischen G es än g n i sverei n : C. W.
10 M., F. S. 10 M., zusammen bisher 72 M.; für die Krippe: Frau Elsas 20 M., Frl. I. 2 M., zusammen bisher 45 M.; für das K a t h o l i s ch e W a i s e n h a u s : W. B.
3 M.; für das Wöchnerinnen-Asyl: Frau Elsas 20 M.; für das Mädchenheim in der Or ani enstr aß e : F. S.
10 M.; für Len Ti er sch utz v e r ei n : Oberin G. 2 M.; für den Verein sür's Deutschtum: C. W. 10 M.; für die Ostpreußen: Frau Stobber 10 M., Frau Apotheker Marie Stoß 10 M,, Frau Dr. B. 100 M., zusammen bisher 18 864 Mark; für S o m m e r p f l e g e armer Kinder: M. D.
10 M.; für die Herberge zur Heimat: Frau M. E.
3 M„ Frl. I. 3 M„ C. W. 10 M., F. S. 10 M„ zusammen bisher 73 M.; für den Vaterländischen Frauenverein : C. W. 10 M., zusammen 130 M.; für die Elsässer: von einer Geburtstagsfeier 10 M., I. B. 5 M., zusammen bisher 3128 M. 50 Pf.
— Die Wochenhilfe für Kriegerfrauen. Die „Allgemeine Ortskrawkenkasse" teilt zu der kürzlich bereits von uns rn ihren Hanptgrundzügen bekanntgegebenen^ Wochenhilfe für Frauen von im Kriegsdienst stehenden Männern mit: Diese Wochenhilse können in chrem vollen Umfang nur solche Wöchnerinnen in Anspruch) nehmen, die nach^ dem 2. Dezember entbunden wurden und werden. Solchen, die vor diesem entbunden wurden, steht ein Anspruch auf den einnialvgen Beitrag zu den Entbindungskosten (25 M.) Eeihilfe zu
den Kosten für Hebammenidienstc und ärztliche Behandlung während der Schwang!erschaft nicht zu. Dagegen erhatten pe Wochengeld und Stillgeld noch für diejenige Zeit, die, vom 3. Dezember ab gerechnlet, noch an den 8 bezw. 12 Wochen fehlen Beispiele: eine Wöchnerin^, welche am 10. November entbunden wurde, erhält noch für 33 Tage Wochengeld und für 61 Tage Stillgeld (anstatt für 6 bezw. 84 Tage). Fand die Entbindung am 4. Oktober statt, so steht der Wöchnerin ein Wochengeld nicht mehr zu, dagegen erhält sie noch für 24 Tage Stillgeld. Wöchnerinnen, verheiratete, wie auch ledige, die auf die vorstehende, sogenannte Reichshilfe keinen Anspruch haben, wird eine Unterstützung in demselben Umfang doch zuteil, wenn sie selbst einer Kasse angehören und von dieser, ein Wochengeld zu beanspruchen haben. Die Ortskrankenkasse fordert nun alle in Frage kommenden Wöchnerinnen auf, ihre Rechte geltend zu machen. Das Kaffen- bureau ist bereit, Auskünfte nach jeglicher Richtung hin zu erteilen. Als Nachweis zur Inanspruchnahme dieser Wochenhilfe ist in erster Linie die vom Standesamt unentgeltlich auszustellende Geburtsurkunde erforderlich. Ehefrauen, deren Männer im Militärdienst stehen, haben sich diese Urkunde bei der Kriegskürsorgestelle im Rathaus, Zimmer 47, abstempeln zu lassen. Zu diesem Zweck haben sie ihre Ausweiskarte vor- znzeigen. Als Auszahlungstag hat die Kasse zur schnelleren Abfertigung den Mittwoch jeder Woche bestimmt. Wöchnerinnen, die chre Unterstützung abholen oder abholen lassen, wollen sich die hierfür angesetzten Bureaustunden von vormittags 9 bis 121/2 Uhr und nachnnttags 3 brs 5 Uhr merken. Der Bundesrat bestimmt, wann diese Vorschriften wieder außer Kraft treten.
— Eine Weihnachtsbcschcrung. Man berichtet uns: Mehrere amerikanische sowie einige deutsche Dmnen rührten seit Monaten die fleißigen Hände, nm den rm Felde stohenden Vaterlandsverteidigern eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Kisten und Kasten, angefüllt mit felbstgearbeiteten Liebesgaben, sind schon an die Front gesandt woüden. Jetzt veranstalteten die Damen auch eine Weihnachtsfeier für arme Kinder. Sie wählten ans den mit Kindern am reichsten gesegneten und zugleich ärmsten Familien 26 Kinder im Alter von 3 bis 13 Jahren aus,^ denen vorgestern in dem Hause Sonneulberger Straße 54 beschert wurde. Pünktlich um y<A Uhr fanden sich da 18 Mädchen und 8 Knaben ern. Sie wurden zunächst mit Schokolade und Kuchen bewirtet und dann unter den im hellsten Lichterglanz erstrahlenden Tannen- baum geführt. Die Feier begann mit einem Choral. Nachdem ein kleines Mädchen ein Weihnachtsgedicht vorgetragen hatte, vielt Herr Pfarrer Beesenmeyer eine herzerwärmende Ansprache. Mit einigen Dankesworten an die Veranstalter des Festes und nach dem allgemeinen Gesang eines WeihnaLts- lkedeS schloß diese kleine Feier. Jedes der Kinder erhielt hierauf einerr vollständigen Anzug nebst Wäsche, Kopfbedeckung und guten, starken Stiefeln und einen großen bunten Teller soww verschiedene Spielsachen. Groß war die Freude, als zum Schluß der mächtige Weihnachtsbaum, den die Tochter des Hauses geputzt hatte, seiner süßen Last beraubt wurde. Diese kleine würdige Feier wird, den Teilnehmern unvergeßlich
bleiben. , „ _ ....... r ,
— Weihnachten in den Lazaretten. Im st a d t i s ch e n Krankenhaus, dem grüßten der hiesigen Kriegslazarette, wurde gestern den vertvundeten Kriegern eine schöne Weihnachtsfeier bereitet. Sie begann in der chirurgischen Abteilung, wo die Schwestern den großen Saal mit einem Riesenbaum und Tannenkränzen, mit Bändern in den deutschen Farben und Lichtern besteckt, in sinniger Weise geschmückt hatten Nach dem gemeinschaftlichen Gesang dos alten Weih- nachtsliodes „Stille Rächt, heilige Nacht" hielt Herr Pfarrer Grein eine Ansprache, worauf die Verteilung der Gaben erfolgte. Mit Unterstützung des Magistrats und Freunden der Anstalt war es der Verwaltung ermöglicht worden, alle die zahlreichen Patienten, insbesondere die Krieger, zu bedenken und ihnen eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Das Schuh- sche Quartett hatte sich in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt und verherrlichte die Feier durch den Vortrag des Chorals „Ich bete an die Macht der Lrebe' . Mit einem
