Sette L. _Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt.
darüber, auf welche Weise und in welcher Richtung sie fori« sieben sollen. Ferner wird die Hoffnung ausgesprochen, daß alle, die noch nicht den anerkannten Frerwllligen- k o r p s beigetreten sind, den Feind nicht angreisen und sich erinnern, daß sie andernfalls fürchterliche Verge!» tungs - und Straf maßregeln auf nnicyUildlge Gemeinden herauffeschwören würden.
Der Herzog von Northumber-Ianp, der Lovo Leicester und Lord Lieutenant von Norfolk haben ähnliche Bekanntmachungen erlassen. Es heißt darin, daß dte Organisation der zivilen Streitkräfte vorwärtsgehe, und daß man sie benötigen würde, z. B. zur Zerstörung von allen Dingen, die dem Feind von Nutzen fein könnten, zur Enfferirung und Sammlung von Beförderungsmitteln, zur Beschaffung von Schanz wer kzeug en und von Arbeitern für sie. Die Dekanni- machmig iv a r n t ebenfalls jeden, der keiner anerkannten Streitmacht angehört, sich irgendwie an kriegerischen Handlungen zur Verteidigung seiner Wohnstätte zu beteiligen, und rät der Zivilbevölkerung, fallK sie keine anderweitigen Befehle erhalte, im Falle der Invasion ruhig au Haufe zu bleiben.
Deutsche Bombenwürfe auf Dover.
TV-T.-B. Köln, 22. Dez. (Nichtamtlich.) Der Berichterstatter der „Köln. Ztg." meldet: Der Marineflieger Oberleutnant v. Prondzynskh ist heute vormittag von einem Ovt an der belgischen Seelüfte zu einem Fluge nach Dover ausgestiegen. Er erreichte Dover und warf dort mehrere Bomben ab, deren eine den Hauptbahnhof getroffen haben dürfte, und kehrte nach einstündigem Fluge zurück.
Ein Sohn des Vizckönigs von Indien gefalle«.
TV. T.-B. Dehli, 22. Dez. (Nichtamtlich.) Der Vize« könig Lord H a r d i n g e erhielt die Mitteilung, daß sein Sohn, Leutnant im 1ö. Husaren-Regiment, seinen Wunden erlegen sei.
Strenge Beaufsichtigung der privaten drahtlosen Stationen in England.
TV. T.-B. London, 22. Dez. (Nichtamtlich.) Die privaten drahtlosen Stationen Englands sollen einer strengeren Beauffichtigung unterworfen werden. Bei Ausbruch des Krieges wurden die kleinen Apparate abmontiert. Bei den größeren die Verbindung unterbrochen und die Apparate versiegelt. Es stellte sich jedoch heraus, daß in einigen Fällen die amtliche Versiegelung mangelhaft war.
Ein neuer englischer Wcrbetrick.
W. T.-B. London, 22. Dez. (Nichtamtlich.) Den Bläffern zufolge hätte der deuffche Angriff auf die englische Ostküste wahrscheinlich zu einer lebhaften Rekrufferung geführt, wenn Weihnachten nicht so nahe wäre. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wurde amtlich veröffentlicht, daß alle Rekruten, die vom Samstag, 19. Dezember an eintreten, sofort einen Urlaub bis nach den Feiertagen bekommen und gleichzeitig mit einem Vorschuß auf den Sold für die Weihnachtszeit ansgestattet werden.
- Der Geist des englischen Offizierkorps.
TU. London, 21. Dez. (Ktr. Vln.) Bezeichnend für den Geist, der das englische Offizierkorps beseelt, ist ein Vorfall, der das Londoner Kriegsgericht in diesen Tagen beschäftigte. Ern junger Offizier mußte vor dem Kriegsgericht erscheinen, da er sich aus eigener Machtvollkommenheit das Viktoria- kveuz angelegt und damft auf der Promenade von London renommierend herumgelaufen war.
Die Gärung unter den indischen Truppen.
T- TT. Kalkutta, 21. Dez. (Ktr. ©In.) Die Bewegung unter den indischen Truppen, die sich gegen die englische Herrschaft rtchtei, macht weitere Fortschritte. Sie äußert sich durch fortgesetzte Attentate auf englische Ossi» ziere. Nachdem erst vor wenigen Tagen der Polizeimeister von Kalkutta erschossen worden ist, hat jetzt einem eingeborenen Offizier, dem Major Mahomed Ali Mirza, der ber den Mohammedanern bereits seit längerer Zeit als abtrünnig galt, das gleiche Schicksal ereilt. Der Major wurde von einem seiner Lanzenreiter vor der Front erschossen.
Kanadas Kriegshilfe.
TV. T- -B- London, 22. Dez. (Nichtamtlich.) Die „Times"
meldet aus Toronto: Der Premierminister Borden er»
klärte in einer Rede in Halifax, Kanada sei bereit, jedes Opfer zu bringen, das die Lage erfordere. Es ist wahrscheinlich, daß das in England befindliche kanadische Kontingent nicht auf einmal, sondern nach Bedarf in kleineren Gruppen an die Front abgehen wird. Dementsprechend dürfte auch das zweite Kontingent in kleineren Abteilungen zur Ausfiillung der Lücken im kanadischen Lager nach England abgeschickt werden.
Eine gestörte Versammlung der kanadischen Nationalisten.
TU. Ottawa, 21. Dez. (Ktr. Bln.) Daß in Kanada nicht alles durch dick und dünn mit England marschiert, be-
Kriegsbriefe aus dem Westen.
Bon unserm Kriegsberichterstatter.
Dir belflilche Väderküffe im Kriege.
Großes Hauptquartier, den 19. Dezember.
Das Küstengebiet von Knocke, dem ersten Orte westlich der holländischen Grenze, bis Lombartzhde, dem dicht vor der Mer gelegenen, von unserer Marine erstürmten Dorfe, ist eine nach zwei Seiten geöffnete Kampfesfront: Im Norden längs dem Meere harren wir des Angriffes der Engländer, über deren Landungspläne die Belgier soviel zu erzählen wußten, als der Krieg begann, bis sie jetzt in schmerzlicher Enttäuschung die Hoffnung mehr und mehr zu verlieren begonnen haben. Im Westen steht der Krieg längs der User. Während wir hier die Entwicklung bis zu dem Augenblicke, den wir wählen werden, ruhig abwarten können, rennen sich die Franzosen, angepeitscht von ihren um unser Vordringen gegen den Ärmelkanal ängstlichen englischen Verbündeten immer wieder, wenn auch mit sichtlich ermattenden Kräften, die Köpfe blutig.
Das ist das Kriegstheater, das ich in diesen Tagen nach allen Richtungen durchwandert habe. Da die Engländer ja immer wieder versichern, wir hätten die Dünen längs der ganzen Küste mit Kanonen gespickt, so kann ich diese Angabe auf sich beruhen lassen und brauche von der diesbezüglichen Tätigkeit unserer Truppen nichts zu berichten. Dazu wird Wohl später einmal Anlaß sein. Desto lieber erzähle ich von dem, was ich von unfern Feinden beobachtete. Wenn bei Ebbe das Meer im Sonnenschein weit hinaus erglänzet, dann sieht man von Knocke und bei gutem Wetter schon von Zee- brngge aus die glatte Flut mit schwarzen Punkten, den Kaviarkörnern eines Seeungetüms vergleichbar, ziemlich dicht bestreut. Das sind die Minenfelder, die unsere Feinde nach
Wiesbadener Tagblatt. Mittwoch, 23 . Dezember 1914 . Nr. 397 .^,
weist ein Vorfall, der sich am Mittwochaberld hier abgespielt hat. Mister Henry Bourassa, der Führer der kanadischen Nationalisten, deren Wahlspruch: „Kanada für die Kanadier!" ist, hielt einen Vortrag im Rüssel-Theater. Kaum hatte er zu sprechen begonnen, als die englandfveundlichen Elemente die Vorlesung dadurch störten, daß sie von dem Redner verlangten, er soll die englische Flagge, den Union Jack, schwingen. Bourassa weigerte sich, und es entstand ein ungeheurer Lärm. Bourassa muhte mit seinen Anhängern das Theäter verlassen und in einem anderen Saale seine Vorlesung zu Ende haften.
Schwierigkeiten der Vergeltung.
Wir können, weil wir unüberwirwlich stark sind, die Feinde auf den Schlachtfeldern empfindlich treffen, wir tun das ^wahrlich mit Luft, Eifer und schönstem Erfolg, aber auf eineni Gebiete sind wir machtlos: wir
können den uns zugefügten G e m e i n h e i t e n in der Form von niederträchtigen Völkervechtsverletzungen und ganz persönlichen Bosheiten keine gleichwertigen Maßnahmen entgegensetzen, weil wir viel zu anständig dazu sind. Den lächerlichen Vorwurf, daß wir Hunnen und Barbaren seien, vermögen wir nicht einmal dann zu verdienen, wenn uns der Zorn über die gehäuften Lügen der Feinde gelegentlich zu dem Entschluß hindrängt, entsprechende Vergeltung für maßlose Unbill zu üben. Es bleibt bei den Aufwallungen des Zorns, mehr aber bringen wir nicht fertig. Dessen wollen wir uns nicht rühmen, wir tun ja nur das Selbstverständliche, weil unsere Natur es uns verbietet, anders zu sein und zu handeln, aber die Tatsache festzustellen verlohnt sich gleichwohl. Unsere Feinde -haben durch unzählbar viele Schandtaten gegen wehrlose deutsche Frauen und Kinder, durch gehässig« Strafprozeßkomödien gegen deutsche Ärzte und Krankenschwestern, durch ungeheuerliche Todesurteile gegen unschuldige deutsche Staatsbürger, durch Raub, Mord und Plünderung, durch Vermögenskonfiskationen aller Art so viel Schmach auf sich geladen, daß man nicht enden könnte, wenn mit >der Auszählung erst begonnen würde. Wann und wo aber ist Gleiches von uns verübt worden? Nirgends, so oft uns auch die Galle überzulanfen drohte. In der bisherigen deutschen Praxis hat man sich im wesentlichen -aus eine ganz -mechanische Erwiderung der gegnerischen Maßnahmen beschränkt. Erfüllt diese aber vollkommen ihren strafrechtlichen Zweck, auch 'den gegnerischen Völkerrechtsverletzer von weiteren Verbrechen gegen das Völkerrecht abzuschrecken? So ist es sehr zweifelhaft, ob beispielsweise unsere Vergeltungsmaßnahmen gegen das feindliche Privateigentum in unserem Lande auf den zuerst das Privat- eijjentmn verletzenden Staat Eindruck machen. Es hängt zunächst davon ab, ob auch -der Gegner eine ähnliche Summe von Privateigentum bei uns im Lande hat wie wir bei_ ihm. In einem Staat wie Rußland wird es der regierenden .Kaste auch ziemlich gleichgültig sein, wenn einige handeltreibende Kreise bei uns finanzielle Verluste erleiden. Ebenso liegt der Fall bei der Festnahme von feindlichen Privatpersonen. Noch weniger aber wüvde beispielsweise eine mechanische Vergeltung von schlechter Behandlung der Kr i e g s- gefangenen nützen. Was sind der russischen Regierung ihre in Gefangenschaft geratenen Truppen, nachdem sie einmal für den Kriegszweck nicht mehr in Betracht kommen! Auch die englische'Regierung würde durch irgendwelche Vergeltungsmaßnahmen an ihren gefangenen Truppen nur wenig berührt werden; selbst die Offiziere ergänzen sich nur in Ausnahmefällen aus den regierenden Klassen Englands, und wenn von den gewordenen Tommys einige mehr draufgehen, würde -das nur den - englischen Pensionsetat herabsetzen. So, will hier geschildert, faßt es Wohl jeder unbefangene Betrachter ans; so stellt es auch ein trefflicher Aufsatz (aus der Feder des Regierungsrats Dr. Poensgen -Berlin) im Dezemberheft der „Deutschen Strafrechtszeitung" dar. Was aber soll und kann geschehen, um eine wirksame Vergeltung zu üben, die sich selbstverständlich im Rahmen deutscher Gesittung und deutscher Achtung vor Recht und Gesetz halten müßte? Darauf gibt auch der erwähnte Aussatz eine ungenügende Antwort, und daß er keine bessere zu sieben weiß, dies gerade ist uns ein neuer Beleg dafür, daß uns die Gemeinheiten, wie sie die Feinde
der neutralen Zone des holländischen Fahrwassers hin angelegt haben. Leider ist dies Bemühen recht mrnderwertige Arbeit gewesen. Bei jedem hohen Seegänge reißen sich die Minen los und werden teils an die Küste angeschwemmt, teils treiben sre, als eine auf Jahre hinaus unabsehbar? Gefahr für die friedliche Schifffahrt, nach der offenen See hinab. Denn im Gegensatz zu unseren Seeminen, die im Augenblick, loo sie stch trotz sorgfältiger Verankerung losreißen würden (was so gut wie ausgeschlossen ist), unter Gewähr unscharf werden, behalten die englischen und französischen Minen ihre Entzündbarkeit, auch wenn sie sich von der Ankerkette befreien.
Wir besitzen darüber ein ausgiebiges Studienmaterial, welches uns jeder Sturmgang beschert. Dann kommen die Minen an die Küste herangetrieben — bei Knocke z. B. hat man sie schon zu Dutzenden^ gefunden — und werden von unseren Küstenwachen festgestellt und später, soweit wir nicht die sehr kostspielige Sprengladung zu besonderen Zwecken für uns verwenden, gesprengt. Hierfür hat man ein lehr einfaches Verfahren. Das Minenkommando verfügt über einen Berliner Autoomnibus, der früher die Leipziger Straße entlang fuhr, jetzt aber gute Kriegsdienste tot. Der nimmt die angetriebene Mine an ein langes Schlepptau und' fährt, unter der Deckung des benachbarten Deiches, in einem Tempo los, welches zu Hause die freundliche Aufmerksamkeit jedes Schutzmanns wecken würde. Die Mine fängt an, über den Strand zu hüpfen und bald darauf geht sie donnernd in die Luft.
Sehr zu ihrem Mißvergnügen bekommen aber die neutralen Holländer auch ihr Teil von diesem unwillkommenen Strandgut ab. Wiederholt sind sie dicrch „eine schwere Kanonade" an der Küste alarmiert worden, die sich dann als das Gedröhn der bei hoher See gegen ihren Straird antreibenden englischen und französischen Seeminen herausgestellt
begehen, einfach nicht liegen. Poensgen will bei den Repressalien in erster Linie die psychologische Wirkum auf die im gegnerischen Staat maßgebenden Kreise rücksichtigt wissen, aus die Staatsoberhäupter, die Vertreter, die Bshövden aller Grade. Ilber wie ^ machen? Wie sollen solche psychologischen Wirkung^ erzielt werden, wenn man die Leute nicht in der Horw hat, auf die es ankommt? Wir versprechen uns au« nichts von dem Vorschläge, den feindlichen Staatsobei' Häuptern und den Mitgliedern ihrer Parlament körperliche Strafen durch öffentliche VerküE g-ung, unter genauer Namensnennung für den des Habhaftwerdens, anzudrohen, ebensowenig vou dem historischen Mittel einer V o g e l f r e i e r k l a' rnng und von der Aussetzung eines Preises auf d« Gefangennahme. Gleiches gilt von der Erwägung des Verfassers, daß die Eigentümer und Leiter » e ' feindlichen Presse für ihre Niederträchtigkeiten,^ Verairtwortung gezogen werden müßten. Dazu würe° doch gehören, daß wir über diese edle -Gesellschaft fl» Verfügungsrecht besitzen, und das haben wir nicht. Verfasser macht allerdings einen Vorschlag, über den sich reden ließe. Er schreibt u. a.: „Weitere, Drum
mittel lassen sich in der Festhaltung von Familie^ Mitgliedern dieser Persönlichkeiten finden. dieser Richtung hin käme auch die verschärfte Behauch lung kri-egsgefangener Familienmitglieder der obew erwähnten Personen in Betracht. So befinden u" z. B. französische Ministersöhne in unserer Gesangs"' schaff, und es würde auch dem Billigkeitsgefühl mehr entsprechen, diese besonders als Repressalie^ o b j e k t e bei wefferen Völkerrechtsverlebungen zu Df nutzen, als solche Nachteile allen französischen Kriegs gefangenen zuzufügen." Wie gesagt, das ließe,st« hören, jedoch auch nur gewissermaßen innerhalb eillfl akademischen Erörterung. Käme es zur Ausführung so wüvde sich in uns allen, in der Regierung wie in u« anständigen und verständigen öffentlichen MeinUiNg ein unbehagliches Gefühl anmelden, und würden es schließlich doch nicht tun. So wird uns wohl nichts übrig bleiben, als uns mit dem Bewm^ sein zu trösten, daß wir gegen abgründige Schlecht^ keiten nichts ausrichten können und daß wir uns da>M» begnügen müssen, die Feinde vernichtend zu schlag^ Am Ende können wir damit aber auch leidlich zufrisds" ' sein.
Oer Tagesbericht vom 22. Dezember«
lWiederbolt. weil nur in einem Teil der Abend-Ausgabe.)
Neue englische und französische Angriffe verlusV reich zurückgefchlagen. — weitere erfolgreich Kampfe in polen.
TV. T.-B. Großes Hauptquartier, 22. vormittags. (Amtlich.) Bei Nieuport und in der Gegr Upern herrschte gestern im allgemeinen Ruhe.
Zur Wiedererlangung der am 20. Dezember verlöre» Stellungen bei St. H u b e r t und Givenchy machten ^ durch französische Territoriale verstärkten Engländer grw und heute verzweifelteBorstöße, die zurück wiesen wurden. In der Gegend von Richebourg lang cs ihnen, in ihren alten Stellungen wieder Fuß fasten. .
Die gestrigen Angriffe der Franzosen in der Geg . Albert, nordöstlich Compiögne, bei S o u a r n u Perthes wurden unter schweren B e r l n st e n für abgeschlagen. .. t
Im östliche» Teil der Argonnen nahmen wir er»» Schützengräben- Östlich der Argonnen, nordwestlich und **£, * lich Verdun wurden die französischen Angriffe zum * t unter schweren Berlusten für die Franzosen l e > > zurückgewiesen. ■„
Bus dem östlichen Kriegsschauplätze ist die Lage O st - u n d W e st p r e u fj c n unverändert. «
In Polen stehen unsere Truppen in heftigem Kas"- um den B z u r a - und R a w k a - A b s ch n i t t. An vtt Stellen ist der Übergang über diesen Abschnitt j® erzwungen. Auf dem rechten Ufer der P i l i c a stew Kampf der Verbündeten noch.
Wir haben leider erst nach der Veröffentlichung f gestellt, daß der gestern bckanntgegcbenc Befehl des ff zösischen Generals I o f s r c vom 17. Dezember 1914 , n Nachsatz hatte: „Der Befehl ist heute abend allen TsUvv bckanntzugcbcn und zu verhindern, daß er in Presse gelangt". Oberste Heeresleitung- ^
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hat. Die in Holland sitzenden englischen Zeitungsber' ^ erstatter ängstigen dann ihre nervösen Landsleute ivaftenlangen Sensationstelegrammen über Seegefechte der belgischen Küste.
Nun könnte eS den Engländern wohl so paffen, tven^ die bösen Geister, welche sie durch -hre Minenstreuung jetzt los werden könnten, denn uns sind sie wirklich wem „ Wege. Aber wir sorgen durch zeitgemäßen Ersatz dafür,,, J,, die lieblichen Beete der Minenfelder lückenlos wciterbluy , Und unsere Minen reißen sich nicht los. Unter Garantie
Es wird mir ein unvergeßlicher Anblick sein, vn? ^ Leipziger - Straßen - Autobus mit einer Minenladung „ Strande erschien. Jnncnraum und Verdeck waren besetz einer Anzahl altgedienter Seebären. Vorne, neben Fahrer, hatte man eine und hinten unter der Wendettrepp^?
ganz harmlos. Einige der Leute packten die schwahV
Dach noch drei Seeminen oufgeladen. Sie waren, fährlich die Sache beim Gedanken an die zentnersch^^ Sprengladungen sein mochten, noch „ungeschärft' und ö ' ganz harmlos. Einige der Leute packten die schwa Riescnbirnen an und trudelten sie wie leere Weinfässer ‘ den Strandweg. Wenn die M>nen freilich „geschärft > ^ dann Gnade Gott allem, was in ihr Bereich kommt. Iw , ^ die seltene Gelegenheit, während des mehrtägigen Ans Haltes auf diesem Kriegsschauplatz die Wirkung einer V ( gehenden deutschen Seemine zu beobachte» und werde später berichteil, wenn das hier im Gange befindliche ,Lq$ der Kämpfe abgeschlossen sein wird. Alle die Bäder } » e dem Strande, die sich sonst durch ihre größere oder ger> 0, Vornehmheit anscheinend so eifersüchtig voneinander i u '} uftd scheiden bestrebt waren, bieten jetzt denselben öden ^ gr , dar. Alles, was vordein der heiteren Lust sorgloser tage gewidinet ivar, hat der mit Regen durchweichte 8 wie mit einer Flut schmutziger Tränen übergoffen. weht sind die Tennisplätze, Haufen von Rieselsaud liege»
