Wiesbadener Sagblatt
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Verlag: Langgasse 27.
Gegründet 1858.
U-. 294.
Ein Wort
Mm . Frrntzen'schen Entwurf.
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1890
In seinem Erläuterungsberichte zu dem Theater- und Curhaus-Nenbau sagt Herr Frentzen folgendes, |5ette 1 und 2:
Mr den jetzt durch die Paulinenstraße über den Platz führenden Fuhrverkehr mühte, wie das Programm verlangt, Ersatz geschaffen werden. Dies geschieht durch eine, hinter der neuen Colonnade pro- jectirte 10 Meter breite Straße, die vom Nordende der Paulinenstraße zur Wilhelmstraße führt. Auf dem Situationsplan ist sie als Verbindungsstraße bezeichnet u. s. w.
Herr Frentzen bezeichnet als „den einzigen Uebelstand, der jedoch den mannigfachen Vortheilen gegenüber nicht ins Gewicht fällt," die Unterbindung des direkten Verkehrs von der Paulinenstraße nach der Sonnenbergerstraße. Hiermit geht der Verfasser kühb darüber weg, daß er den Bewohnern von ca. 100 Villen, die zwischen der Parkstraße und Paulinenstraße liegen, ihre bisherige Verbindung mit dem Curhause," der «oberen Wilhelmstraße, dem Kochbrunnen, der Sonnenbergerstraße, überhaupt dem größten und wichtigsten Theile der Stadt wegnimmt und als Ersatz hierfür obige Verbindungsstraße giebt. Biele Leser des Berichtes werden sich noch gar nicht klar darüber sein, wie diese Berbindungsstraße eigentlich aussehen wird. Sie wird 10 Meter breit und führt unter dem Theater hindurch. Gewöhnlich heißt man dergleichen einen Tunnel, und wenn ein Tunnel lang und schmal und niedrig wii?d, wie hier beabsichtigt (die Länge und Höhe verschweigt der Verfasser), so muß man ihn beleuchten und zwar auch bei Tage, sonst wird daraus eine Bedürfnißanstalt. Wir können die Länge des Tunnels nicht unter 40—50 Meter annehmen, die Höhe nicht über 6—8 Meter. Und durch diese hohle Gasse soll der Verkehr von Wiesbadens größtem und -vornehmsten Villenquartier mit der Stadt stattfinden? Eine Ungeheuerlichkeit!
Wir find überzeugt, die Herren Mitglieder des Gemeinderathes und des Bürgerausschusfes werden so etwas nicht zulassen. WM
