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Verlag r Aanggaffe 27

KM- 38

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(Nachdruck verboten.)

Luremvury.

(Original-Aufsatz für dasWiesbadener Tagblatt*.)

Von H. Spielman».

Luxemburg oder, wie wir mehr deutsch und besser sage« würden, Lützel bürg, daS Erbe des Herzogs Adolph, hat di« wunderbarsten Wandlungen in der Geschichte der letzten tausend Jahre erfahren und die mannigfachsten Dynastenhäuser gesehen; d. h. meistens aus der Ferne, denn die wenigsten Herrschen wohnten im Lande selbst. Es schien vom Schicksal gerade dazu bestimmt, ein fortwährendes Tauschen, Vererben, Verkaufe« durchzumachen.

Das heutige Großherzoglhum Luxemburg ist nur ein Theih des ehemaligen Landes gleichen Namens, dessen Umfang 127i Quadratmeilen bei 315,000 Einwohnern betrug. Die ihm heut« verbliebenen 47 Quadratmeilen werden von 207,000 Menschen nur Deutschen bewohnt. Der sogenanntewallonische" Thei! Luxemburgs, d. h. der von französisch - romanischen Abkömm- lingen besetzte, kam durch den Londoner Conferenzbeschluß voll 1839 an das Königreich Belgien. Das Ganze bildete in der ältestgermanischen Zeit einen Theil des FrankenreicheS; detz fränkische Stamm begann sich bereits in der zweiten Hälft« des 4. Jahrhunderts über die Gebiete der römischen Provinz Gallia Belgica, zu denen das spätere Luxemburg gehörte, auszu­breiten. Romanisches und germanisches Element durchdraug sich hier am Fuße der Ardennen. Die Unzugänglichkeit und Abgelegene heit der Gegend, sowie der benachbarten Eifelgebiete veranlaßt« gerade hier eine Anzahl Klosterstiftungen, die meistens von de« Benediktinern des Stiftes St. Maximin zu Trier ausgingen. Als bedeutendste derselben kann wohl das Kloster Prüm (im Regierungsbezirk Trier) gelten, welche Gründung von den kär» lingischen Kaisern sehr begünstigt wurde. Im Vertrage zu Verdun 843 kam das Gebiet von Luxemburg zu dem kurzlebigen Reich« des Kaisers Lothar, 870 im Vertrage zu Mersen an das ost»' ftänkische Reich. Dauernd mit Deutschland verbunden ward« «3, wie das Herzogthum Lothringen überhaupt, erst unter Köniz Heinrich I., dem Gründer des Deutschen Reicher. In der Zeit der Anarchie unter den letzten Kärlingern hatte der Abt von St. Maximin zum Schutze seiner ardennischen Besitzungen eine kleine Burg (Lützel = klein) Lützelburg, latinisirt Lucilihnrgnm an- gelegt. Der Besitzstand der geistlichen Herren aber ging im Laufe der Zeit zurück, und A. 963 erwarb der reiche Graf Siegfried von den Ardennen zu seinen ausgedehnten Be-^ sitzungen in den umliegenden Gauen die Lützelburg durch Kauf. Seitdem nannte er sichGraf von Lützelburg". Schon seine nächsten Nachfolger rundeten ihr Gebiet zu dem späteren Um­fange und Zusammenhänge ab. Der 8. Graf, Konrad II., starb 1136, ohne Erben zu hinterlassen. Eine Base von ihm, Ermesinde die einen Grafen von Namur geheirathct hatte, brachte ihrem Sohne Heinrich IV. dem Blinden (113696) die Grafschaft Zu. Auch dieser starb mit Hinterlassung nur einer Erbtochter, gleichfalls Ermesinde genannt, welche die zweite Gattin Walrams III., Herzogs von Niederlothringen wurde. Indes war für diesen der letztere Titel nur ein Scheintitel. Der Kaiser Friedrich Rothbart, dem wir ursprünglich die Zersplitterung unserer Reichsmacht in die vielen souveränenVaterländer" der späteren Zeit leider verdanken, hatte das Gebiet jenes Herzogs aus d:e Grafschaft Limburg beschränkt; daher sich Walram auch spater richtigerHerzog von Limburg" nannte. Lützelburg warÄ mcht mit Limburg vereinigt, sondern kam an Walrams M