Nr. 503.
Sonntag, 30. Dezember 1014.
^artlepool und Scarborough nicht gefehlt; sie mag sich «Mt der übrigen englischen Presse mit dem ängstlichen PMge trösten, den ein englisches Unterseeboot gegen P türkisches Kriegsfahrzeug von ehrwürdigem Alter, Kasernenschiss „Messu-diis", davongetragen haben will. Der kärgliche Trost sei den stolzen Briten um so ^rzlichex gegönnt, je beharrlicher die Türken fort- Mren, auf dem kaukasisch-persischen Kriegschauplatz den russischen Bundesgenossen Englands zu V«gen. Da die islamitische Bewegung gleichzeitig in warokko zu schönen Erfolgen über die Franzosen Mrte, muß England mit unverminderter Sorge der Entwicklung harren, die die Dinge in seinem neuesten Protektorat, in Ägypten, nehmen werden. Auch von ^sn Alpdruck der Burenerhebung ist England ^ineswegs so v o l I st ä n d i g befreit, wie das „Reu- Arsche Bureau" glauben machen wollte. Denn muß ^sselbe Bureau jetzt von einem ,Heißen Kampf" mit pN Aufständischen bei Rustenburg berichten, so ist schon Mit seine frühere Meldung, daß die Erhebung c r- Mchen sei, als falsch erwiesen.
.: Die den Zweikaisermächten und der Türkei überaus Mstige Gesamtlage auf den Kriegsschauplätzen spiegelte W mittelbar in der ungeteilten Anerkennung wider, der italienische Senat der Neutralität s- ? 0 1 1 1 i f Italiens zollte. Daß Italien in das Lager 5p Trcrverbandes nicht übergehen kann, ohne seine s^bensinteressen in Adria und Mittelmeer aufs schwerste zu verletzen und die Gefahr eines hoppelen Krieges sowohl für Europa wie für seine Kolonien W sich zu nehmen, ist vomSenatorBarzelotti einwands- ' tet dargetan worden. Tuest Überzeugung zu vertiefen ^nd für sie auch solche italienische Kreise zu gewinnen, ^ren Urteil durch ein verschwommenes Rassengesühl M durch hohle Schlagworte getrübt ist, wird dem dtzsgen deutschen Botschafter in Rom, dem Fürsten Z u l o w, hoffentlich mit besserem Erfolge als seinem ^urlaubten Amtsvorgänger gelingen.
Deutsches Netch,
.. * Wiederwahl Dr. Rcickcs zum Bürgermeister von Ber-
In der letzten Sitzung der Berliner Stadtverordneten» .Fsammlung wurde Bürgermeister Dr. R e i ck e, dessen Amtszeit am 31. Dezember d. I. abläuft, auf die Dauer von ^fiteren zwölf Jahren — bis zum 31. Dezember 1926 — ^edergcwählt. Von 114 abgegebenen Stimmzetteln waren Unbeschrieben, die übrigen 104 verzeichneten den Namen ^r. Reicke. Das Gehalt wurde auf 25 000 M. erhöht. Fer. Pf wurde Stadtrat Fischbeck auf weitere zwölf Jahre als ssjoldetes Magistratsmitglied mit 110 von 111 gültigen «timmen wiedergewählt.
^ * Deutschlands Brotversorgung, so betitelt sich ein Merkblatt, das der Unterrichtsminister an sämtliche schulen gesandt hat, damit der Inhalt mit den Kindern ^gehend besprochen werden soll. Es enthält eine Mahnung M sparsamen und vorsichtigen Umgehen mit dem täglichen tot und die Aufforderung, möglichst viel Kriegsbrot (mit Kartoffelmehl) zu essen.
k?eer und Flotte.
. Personal-Veränderungen. Glaser (Wiesbaden). Vize- ssochtiu^ jetzt im Ers -Bat, des Fuß Art -Regts. N: 3. zum
Pt. der Res. befinde t * B a d e n h a u s e n , Bind (Wies- Men). Vizewachtm., jetzt im Ers-Bat. des Faßart. Regts. « tr 3. zu Leuts, des Landw.-Trains 1 Autqeb. befördert * Oberleut der Res a. D. zuletzt de. Res. des Feldart.- Kgts Nr. 67 (Wiesbaden), jetzt bei de. 2. Wun Kol.-Äbt des st- Armeekorps, zum Lauvtm befördert. * Schmidt Oberes. der Res des Fuß-Art -Regt. Nr 18 (Wiesbaden) jetzt im jp-Bat des Futza t -Negts Nr. 8. z-um Sauptm befördct. i» pireä, Iüdickc (Mainz). Vizefeldw. des Fußart,- Ms. Nr 3. jetzt im Ers.-Bat dieses Regts.. zu Leuts der befördert. * Lat scha (1 Frankfurt a. M), Vizewachtm.. &£*. im T s -Bat. des Fußart -Regts. Nr 3 zum Leut, der jftNdtv-Fgl-dcrrt, 1 Ausgeb. befördert * Moser (Limburg),
i-§olthaus (Siegen), « Klein (Diedenbofen), Vizefeldw.s iS* iro Ers.-Bat des Fustark. Regts. Nr 8 zu Leuts der M^».-Futzart. 1 Aufoeb befö dort * Wirke Oberst,u in, uios. des (stis -Reats. Nr 88 (1 Kassel) setzt im Inf. Re-n. ist Ml. z-um Hauvtm, befördert. * Paxmann Unterofs -st Pstars.-Reat Nr 3 jetzt im Res Fußart -Reat. Nr 3 ühnr. beförde't. * Reiffel (Stendal) Vizewachtm i V“'dart.-Roats Nr. 63 setzt bei de Arr -BÄm.-Kvl. i der i °Div.. zum Leut der Res befördert * Sch e er. Ober- xsts de- Garde-Landw.-Jäaer 1 Aufaeb. (Oberlahnstein) zum tvjjObhn. beförde 't. * v. Marschall Oberleut de- Lnndw.- lyurer i Aufaeb. lObcrlabnstein). früher Leut !m Fä"- Bat st- setzt stellvertretender Sfbt beim Be, Kommando Qbgc- stwstein, ein Patent seines Dienstgrades verlteyen.
Ku§ Stabt und taub,
Miesbadener Nachrichten.
Di<» tOocfie.
j. Das Weihnachtsfest steht vor der Tür. Es wird diesmal j/' n Friedensfcst sein, und es wird manchem schwer fallen, in fss Lobgesang der „himmlischen Heerscharen" einzustimmen: st-hre sei Gott in der Höhe, Frieden auf Erden und P Menschen ein Wohlgefallen", wenn Menschcnblut in Pönien vergossen wird, nicht das Wut von Heiden, die von b nichts wissen, denen die Lehre Christi fremd ist, sondern P. Völkern, denen seit vielen hundert Jahren -die gütigen, Lohnenden Gebote des Heiligen verkündet werden, auf t)!en Namen sie getauft sind und der die Liebe selber war. pichet eure Feinde, tut wohl denen, die euch beleidigen und ^folgen". Steht es nicht so etwa in dem Buch, das wir das Pch Bücher, das höchste vollkommenste Buch nennen, und ^ fürwahr diesen Ruhm verdient wie kein zweites. Liebet P Feinde! Jawohl, aber wenn diese Feinde niederträchtig u?iein sind, wenn sie mit Lügen und Verleumdungen um= wenn sie uns die Luft nicht gönnen, die wir atmen und A die Freiheit, Zuwachsen, wie uns die Natur gebeut, dann sttfen wir uns daran erinnern, daß auch der Liebevollste und O^ftnEigsic: ba§ Unrecht verdammte bis in die Hölle, daß M er flammende Worte des Zornes gegen seine Wider- schleuderte. Es wäre schmachvoll für eine Nation, Ün- A zu dulden, ohne sich zur Wehr zu setzen. Können wir sP diesmal nicht das Weihnachtsfest als ein Fest dcS ), ^dens schlechthin feiern, so können wir es doch feiern als Matsche Weihnachten. Wir stehen in einem uns auf- Mvumgeiren Kampfe mit fremden Nationen, aber in unserem
WissbaSeurr Tagviarr»_
Volke herrscht heller Frieden und Einmütigkeit. Wir wehren uns unserer Haut, weil wir nicht anders können, wenn wir nicht ein Spott vor uns selber und aller Welt sein wollen, aber wir wollen alles tun, was in unseren Kräften steht, idatz aus der blutigen Saat, die jetzt aus den Schlachtfeldern Rußlands und Frankreichs ausgestreut wird, sich ein dauernder Völkerfrieden entwickelt. In diesem Sinne wollen wir Weihnachten" feiern; die frohe Friedensbotschaft soll sich z u - nächst in unserem Volke selbst bewahrheiten, und unter dem inneren Frieden, unter der gsgenseitigen Duldsamkeit, der Achtung vor der Überzeugung anderer,^ der Selbstlosigkeit in der Erfüllung nationaler und sozialer Pflichten, der Nächstenliebe, der Gerechtigkeit, soll das deutsche Voik so stark und mächtig werden, daß es den Frieden a-uch den anderen Völkern geben kmm, der nur da gedeiht, wo neiben dem Willen zum Großen auch der Wille zum Guten herrscht, -n-
Der goldene Sonntag.
Wer am kupfernen und silbernen Sonntag -einen Spaziergang durch die Hauptgeschäfts- und Berkehrsstratzen der Stadt gemacht hat, der wird nicht daran zweifeln, daß der goldene Sonntag sich kaum von den golden-en Sonntagen schöner Friedensjahre unterscheiden wird. Es wivd heute lebhaft aus den Straßen zugeben, und es wird sich, so hoffen wir, heute eine Kauflust geltend niachen, die nicht weit hinter der zurückstehen wird, durch die sich in den Vorjahren die goldenen Sonntage für unsere Geschäftswelt so angenehm ausgezeichnet haben. Daß man den Krieg ggr nicht merken wird, erwartet sicherlich kein Geschäftsmann unserer Stadt, aber^ wie in den letzten Wochen, so wird sich jedenfalls auch heute wieder zeigen, daß sich das im Anfang des Krieges völlig brach gelegene Geschästsleben wieder ungewöhnlich gut erholt hat. Die Siege deutscher Waffen haben das Vertrauen des Volkes gestärkt; es regt die Hände und wagt etwas, und ist somit ganz auf dem rechten Wege. Denn nicht dadurch, daß wir die Hände in den Schoß legen oder aus die Taschen pressen und warten, was der Krieg noch bringen kann, kommen wir über die schwere Zeit hinweg, sondern dadurch, daß wir uns ordentlich regen und die Papierscheine flattern lassen mit jenem guten und lobenswerten Leichtsinn, den in einem Artikelchen der letzten Tage Herman-n Bahr schwungvoll gepriesen hat. Ja, werdet Verschwender, die ihr besitzt; sorgi dafür, daß das Geld unter die Leute kommt. Das ist der beste Weg, das Rad des deutschen Wirtschaftslebens im Schwung zu halten und die Not zu bekämpfen, die an viele tausend Türen mehr anklopfen wird, wenn ihr sparsam seid.. Werdet nach dem Krieg, wenn wieder normale Zustände eingekehrt sind, sparsame Weise und weise Sparer, gegenwärtig aber gebt das Geld mit vollen Händen aus, wenn nhr's habt. W:r wollen großherzig fein aus Liebe zu unserein Volke und unseren Feinden und Neidern die Größe des Mutes und unserer Zuversicht auch dadurch zeigen, 'daß wir uns nicht fürchten, Geld auszugebsn.
Das kfandwerbsamt Wiesbaden
legt uns seinen Geschäftsbericht für die Zeit vom IS. Oktober 1911 bis 31. Dezember 1913 vor. Der Bericht umfaßt also die ersten 2 Jahre seines Bestehens, ist aber in Anbetracht d-sr Jugend des Handwerksamts schon recht hübsch in die Lange gegangen: er zählt 60 Seiten. Wir konnten natürlich den Bericht nicht Wort für Wort lesen, gewannen aber aus zahlreichen Stichproben den Eindruck, daß sich die neueEinrichtun-g desHandwerksamts durchaus gut bewährt und daß sie schon fleißig gearbeitet hat. Das Handwerksamt bezweckt die Hebung und FörÄ-ernng des Handwerks und Gewerbes durch' Rat und B e i st a n d in Berufsfragen, in wirtschaftlichen Fragen, in Rechtssachen. Zurzeit sind ihm 22 Innungen, 9 Gewevbevereine und der Verl-and baugewerblicher Unternehmer arlyeschlossen. Bis Ende September 1913 erteilte das Hanldwerksamt 801 Rechts- und ähnliche Auskünfte an 666 Personen; die Anskunstserteilung nach bürgerlichem Recht ist am stärksten in Anspruch genommen worden, während-die Aus- kunftserteilung nach der Gewerbeordnung die zweitgrößte Inanspruchnahme austveist. „Die sämtlichen Auskünfte haben fruchtbringend gewirkt", sagt der Bericht. Die Zahl der Kredit- auskünfte belief sich aus 223 während der ganzen Berichiszeit, der Geschäftsführer und der Sekretär wohnten einschließlich den Vortragsabenden 137 Sitzungen mit beratender Stimme bei; das spricht in Verbindung mit 'der Zahl der Auskünfte, der .Gutachten, dem Umfang der Beitreibung von Handtverker- sorderungen, der Vertretungen vor dem Geweribegericht usw. für eine recht beträchtliche Anspannung der Arbeitskräfte. Dst Gesamtsumme der dem Handwerksamt zur Eiuziehung überwiesenen Forderungen belief sich auf 216 606 M., die bis auf 03 688 M. eingegangen sind; von diesem Rest werden „nach voraussichtlicher Schätzung" noch etwa 40 000 M. eingehon. Der Bericht regt eine Zentralisation des Ernziehungswesens an, um einen wirksamen Schutz der Gläubiger herbeizuführen. „Werden die Furderunaen möglichst alle an einer Stelle auf- gegeben, so lernt diese die Schuldner besser kennen; denn in der Regel handelt -es sich immer um solche Schuldner, die nicht nur den Fleischer oder den Bäcker, sondern auch den Schuhmacher usw. anborgen. Hat man nun alle diese Schuldner durch die Zentralstelle in der Hand, so kann man außerdem eine Adressentafel herausgeben, in die alle diejenigen kommen, die entweder zahlungsunfähig oder böswillige Zahler sind." Was in dem Bericht weiter zur Begründung einer Änderung der das Verhältnis zwischen Gläubiger und Schuldner regelnden gesetzlichen Bestimmungen gesagt wird, scheint uns zum großen Teil mindestens sehr diskutabel zu sein.
Der Zekdwebel aus Mainz.
Er hat mir wirklich schon redlich Freude gemacht, dieser „Feldwebel aus Mainz". Niemand kennt ihn persönlich, aber jedermann hat schon etwas von ihm gehört. Vorgestern abend, aiZ die Entscheidung in Polen bekanntgegeben wunde, hatten Unzählige es von ihm „gehört", daß 300 000 Russen gefangen, daß Warschau genommen worden sei usw. Ein netter Kerl übrigens, dieser „Feldwebel aus Mainz". Er weiß immer alles „ganz genau", und was ihn besonders sympathisch macht: er „weiß" es viel früher als die amtlichen Stellen. Man munkelt sogar, -daß er manches sogar eher erfährt als die Oberste Heeresleitung. Wie gesagt, er muß ausgezeichnete Verbindungen haben, dieser „Feldwebel aus Mainz!"
Darum merkt's euch, Mitbürger! Bleiben einmal Nachrichten vom Osten oder Westen aus, geht nur an die richtige Quelle. Nehmt euren ersten besten Bekannten am Rockknopf und fragt ihn: „Nun, wie steht's? Nichts Neues vom Kriegsschauplatz?" Ihr könnt euch drauf verlassen, daß er anfämgt: „Der Feldwebel aus Mainz . . Es kann aber auch sein, daß er von einer Mainzer Anschlagssäule zu reden beginnt, an der er persönlich oder eine andere durchaus vertrauenswündige Person Dinge gelesen Haft Dinge, 'daß einem braven Deutschen
Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt._Seite 5«
das Herz im Leibe lachen würde, wenn er nicht rasend werden möchte, daß gerade hier, ausgerechnet in Wiesbaden, kein Mensch weiß, was eigentlich los ist. Immer wissen es Mainzer Anschlagsäulen und der „Feldwebel aus Mainz" besser!"
Ob amtliche Telegramme von den Franzosen nichts Neues zu melden wissen und ob Siege ohne Hund-erttausende von Gefangenen verkündet werden, das stör-t uns nicht mehr. Wir wissen das besser. Denn- wir haben ja den „Feldwebel aus Mainz". B.
Schmückt die Lazarette mit Tannengrün!
Heraus aus dem Feuer der Granaten, aus dem feuchten Schützengraben, aus der tosenden Schlacht! Wieder in der Heimat, auf treuem BaterlandSboden, unter liebenden Menschen! Markige Soldaten, vor dem Feinde fest wie Eisen und Stahl, haben sich 'der Träne nicht geschämt, als sie die opferwillige Liebe empfanden, mit der sie im heimatlichen Lazarett unentwegt umgeben werden. . .
Was der rauhe Krieger im Felde nicht zeigen durste, brach sich echt menschlich Bahn un Hafen der Ruhe. Tiefer, sinnender Ernst liegt auf dem Antlitz so vieler Verwundeter. Lebenslustige Jünglinge reiften in wenigen Monaten zum Mann. Das Erlebte will vom Auge nicht weichen, die Schrecken des Krieges zittern noch lange nach in der Seele, wenn das Schlachtfeld weit in der Ferne liegt. Da ist es Pflicht der Nächstenliebe und des vaterländischen Geistes, allen den Tapferen, die ihr Blut Hingaben für den Schutz der Heimgobliebe- n-en, das Leben in der Heimaft auf dem Krankenlager, lieb und leicht zu gestalten. In der liebevollen Pflege unserer Ver- ivundeten ehren wir das ganze deutsche Heer. Gewiß, man tut viel aus vollem Herzen. Mehr noch kann geschehen! Auch in unscheinbaren Freuden, die tief ans Innerste gveisen, zeigt sich die Liebe. Längst.ist e8 ein schöner Brauch, unsere Krankenstuben in Friedenszeiten mit Blumen zu schmücken-, so weit nicht der Argt gegen allzu schwer duftende Kinder Floras berechtigte Bedenken hat. Der Sommer mit seiner Blütenpracht ist ins Meer der Vergangenheit geflossen. Den HerbsMumen- flor hat der nahende Winter erstickt. Du schöner, deutscher Wald, gib aus deinem Reichtum lachendes Grün für unsere Verwundeten! Erfülle mit deinem würzigen, kräftigenden Tannondufr jedes Lazarett, jedes Schmerzenslager! Erfteue und beglücke die Tausende von-Helden, die unsercS deutschen Waldes volle Hervlichkeit vielleicht aus Monate hinaus nicht schauen und atmen dürfen! Mögen auch die staatlichen Forstverwaltungen mit vollen Händen geben! Uns-ere Krieger verdienen es, -daß der deutsche Wald, der immerdar deutsch bleiben soll, sie ehrt und schmückt mit dem, was jedem Deutschen- ans Herz gewachsen ist. __
— Das Christkind der Arbeiter. Für die Kinder der Krieger und Arbeitslosen veranstaltet die sqziw- demoknatische Partei in Verbindung mit dem Gewerkschaftskartell und dem Konsumverein Weihnachtsbescherungen. Mit Rücksicht auf die große Zahl (etwa 2000) wurden die Kinder in fünf Gruppen eingeteilt. Gestern um 2 Uhr und um 5 Uhr wurde je einer Gruppe beschert, während die drei andern -heute um 10, 2 und 5 Uhr an die Reche kommen. Die Kinder, welche gestern nachmittag ihre Bescherung hatten, waren auf Antrag von der Teilnahme ccm Unterricht entbunden worden. In -den Landorten ist die Bescherung am ersten un-d zweiten Wechnachtstage sowie an dem Tage nachher. Die Mittel haben die drei die Feier veranstaltenden Körperschaften und in der Hauptsache Menschenfreunde aus Arbeiter kreisen zur Verfügung gestellt.
— Das Mandat niebcrgelcgt. Herr Stadtverordneter Sattler hat mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand das Stadtverordnetenmandat nieder-gelegt.
— Kirchliches. Am zweiten Weihnachtstag wird in den evangelischen Kirchen des Konsistorialbezirks Wiesbaden zur Linderung der durch- den Krieg hervorgerufenen Notstände in Elsaß-Lothringen gesammelt.
— Weihnachtsgabe für Krieger. Eine vom Kriegerve re in „Germania - Alemannia" und dem „M a r i n e a e r e i n" bei Mitgliedern und Gönnern der beiden Vereine veranstaltete Sammlung ergab die schöne Summe von 800 M., für welche zweckdienliche Weihnachtsgaben für unsere im Felde sich befindlichen Krieger beschafft worden sind. Diese Gaben, in 202 Paketen sorgfältig verpackt, sind in sechs großen Holzkisten zwecks Weiterbeförderung der Kriegsfürsorgestelle in Frankfurt a. M. per Auto übermittelt worden. 190 Pakete sollen für Truppen -des 18. Armeekorps, 12 Pakete für die Mitglieder des „Marinevereins" bestimmt sein.
— Kinder- und Liebestätigkeit. In welcher Weise auch Kinder sich an der Liebestätigkeit für das Rote Kreuz beteiligen, ist schon mehrfach hervorgehobeu worden. Sa veranstalteten vor einigen Tagen wieder sieben Kinder der Stift- straß ensch ule eine kleine Feier mit Gesang im „Deutschen Hof" in der Goldgaffe — un-d führten hiervon 16 M. an das Rote Kreuz ab.
— Vorbildliche Opferwilligkeit der Eisenbahner. Der
Verband deutscher Lokomotivführer, der erst unlängst durch eine Spende van 120 000 M. die Ausrüstung eines Lazarettzuges ermöglichte, hat dieser ansehnlichen Summe setzt noch eine weitere von 40 000 M. folgen lassen, die auf Befehl Ihrer Majestät der Kaiserin -dem Zentralkomitee vom Roten Krmrz zur Verfügung gestellt wurde.
— Der Feiertagskuchen ist in Gefahr. Die Bäckerinrrung teilt in der vorliegenden Ausgabe mit, daß sie zu den Feiertagen nur diejenigen Kuchen Herstellen kann, die vorausbestellt sind. Die Bäcker sind gezwungen, jeder Mehlvengeudung voxzubeugen, man wird also gut tun, wenn man sich darnach einrichtet und -die Anzahl und die Größe der Feiertagskuchen beschneidet. Da die Bäckerinnung gleichzeitig bekannt gibt, daß sich auch die Preise -der Kuchen höher stellen werden als früher, wird uns das Maßhalten bedeutend erleichtert.
— Anfragen über deutsche Kriegsgefangene in Frankreich. Anfragen über deutsche Kriegsgefangene in Frankreich sind, wie uns berichtet wird, nicht an das Komitee des Roten Kr-euzsS in Bordeaux, sondern an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in Genf'zu richten.
— Personal-Nachrichten Der Pfarrer Paul Karge zu D-eifelden ist znm 1. Janilar 1915 zum Pkarver der evangelischen Ki-chengemeinde Wolfenhausen ernannt worben — Der in den Sanitätsdienst t>->§ Heeres 'eimsenrfene Pfarrer Deißmann zu Ob-o auroff ist zum a-ußeretatsmäßigen Feld- divisionspfarcer ernannt wo den. — Pfarrer Lindenbern SU Cleeberg ist als fteiwilliger Felddibisionspfarrer in drs MMtärs-eelforg-e eingetreten.
— Kleine Notizen. Die Geschichte von dem Krofsener ,Held" Fricke, dec einen österreichischen General befreit haben sollte hat sich als ein Märchen herauKgestellt. Man bittet uns nun, festMstellen. baß es sich nicht um einen der Im Felde stehenden Sohne des hiesisen Zollbeamten Fricke handelt.
