Witsbsdtmr Tsgblstt.
11,000 Abonnenten. Kearündet 1852. AnWigen:
Erscheint täglich, außer Montags. a Die einspaltige Garmondzeile oder
Bezugs -Preis ————————————— deren Raum 15 Pfg. — Reclamen die
monatiij . f*.. Expedition: Langgasse 27. Holungen Preis-Ermäßigung.
M 99.
L HSSB
Dienstag, den 29. April
1890.
An die
Mangel. Bewohner der Stadt Wiesladen
| Evangelische Glaubensgenossen! Wie im vergangenen Jahre, ? so hat sich auch diesmal wiederum eine größere Anzahl Mit- | glichet unserer Kirchengemeinde in dankenswerter Weise ■ bereit erklärt, persönlich die jährlichen Liebesgaben ' für de» Gustav-Adolf-Verein in Euren Häusern zu sammeln.
Wir vertrauen auf Euren evangelischen Gemein- . stnn und Eure christliche Opferliebe, daß Ihr Herz und Hand unserem Vereine nicht verschließe» und jenen Männern, die in diesen Tagen an Eure Thüre klopfen werden, gerne Euren Beitrag für das Samariterwerk unseres Vereins geben werdet. Die Zwecke des Gustav-Adolf-Vereins sind Euch ja nicht unbekannt. Wie einst der große Schwedenkönig nach Deutschland gekommen, um seinen um ihres evangelischen Glaubens willen bedrängten Brüdern Hilfe zu bringen, so will der nach ihm genannte Verein mit seiner sammelnden Liebe unfern armen und bedrängten Glaubensgenossen in ihrer Zerstreuung unter Andersgläubigen zu einem geordneten kirchlichen Gemeindeleben verhelfen. Er will sammeln die Zerstreuten; stärken, was schwach ist; bauen, was wüste ist.
O und groß ist die kirchliche Not und Bedrängnis unserer Glaubensgenossen in der Zerstreuung (Diaspora)! Ob auch nach Tausenden schon die Gemeinden
Wiesbaden, den 25. April 1890.
am Gedächtnistage der Protestation von Speier,
Es geht ein Engel wohlbekannt Jahr aus Jahr ein von Land zu Land; Er sammelt Hilf' von Haus zu Haus Und teilt sie armen Brüdern aus.
(Ps. 34, 8.)
zählen, welche dem Gustav-Adolf-Verein ihre Rettung vor völliger» Untergange verdanken, so wächst doch, mit jedem Jahre die Zahl derer, welche ermutigt durch die segensreiche Mrksamkeit des Vereins seine Hilfe anrufen. Dort ist ein Kirchlein am Einstürzen, hier fehlt der Prediger und Seelsorger. Dort ist keine Kirche und keine Schule, hier kein Lehrer. Und die in solchen trauriger» kirchlichen Verhältnissen lebenden Glaubensgenossen bringen oft große, uns tief beschämende Opfer, um ihr dürftiges Kirchen- und Schulwesen zu verbessern oder auch nur kümmerlich zu erhalte«. Wer unter uns wollte da Herz und Hand dem Rufe verschlleßen: „Komm hiernieher und hilf «ns!" (Apostelgesch. 16, 9).
Evangelische Männer und Frauen! So wenden wir uns denn aufs neue an Euch mit der apostolischen Bitte und Ermahnung: „Nehmet Euch her Not bet Brüder an! Lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen!" (Röm. 12, 13. Gal. 6, 9.)
Mehr wie je bedarf in unserer Zeit der Gustav-Adolf-Verein der gesteigerten Teilnahme aller evangelischen Christen. „Ich würde meiner in Gott ruhenden Väter unwert sein, die für ihren evangelischen Glaube« Gut und Blut geopfert, wollte ich meinen bedrängten Glaubens» genossen in fremden Landen nicht beistehen." So schrieb einst der große Kurfürst an Ludwig XIV. Das ist die Art nnd Sprache eines deutschen Protestanten ge* wesen und soll es auch heute noch sein.
Der Vorstand des Zweigvereins Wiesbaden der Evangelische« Gustav-Adolf-Stiftnng.
Bickel, 1. Pfarrer, Vorsitzender. Dr. R. Fresenius, Geh. Hofrat und Professor, dessen Stellvertreter. Fritze, Gymnasial-Lehrer, 1. Schriftführer. Muller, Hauptlehrer, 2. Schriftführer. Hillesheim, Kassenführer. Beckel, Stadt- und Kirchen-Vorsteher. Cuno, Geh. Regierungs- und Baurat. Dr. Diesterweg, Sanitätsrat. von Eck, Geh. Justizrat. Fleischmann, Uhrmacher. Friedrich, Pfarrer. Grein, Pfarrer. Keim, Landgerichsrat. Koch-Filius, Kirchen-Vorsteher. Köhler, Pfarrer und Dekanats-Verwalter a. D. Kramm, Divisionspfarrer. Küster, Lehrer. Dr. med. Pröbsting. Risch, Regierungs- und Schulrat. Schlosser, Lehrer. A. Spiess, Gymnastal-Direktor a. D. Dr. Spiess, Gymnastal-Oberlehrer. Steinkanler, Stadt-Vorsteher. Strasburger, Kirchen-Vorsteher. Türck, Hauptlehrer. Veesenmeyer, Pfarrer. Weldert, Direktors Wickel, Hauptlehrer. W üst, Lehrer. Ziemendorff, Pfarrer. 8328s
