• N». __________________ Gypeditiott: Kanggasse 27.
seine Forderungen so lange wiederholen, bis sie erfüllt würden und hoffe, I den Kultusminister nächstes Jahr wicderzusehen und seinen Wünschen ge- | veigter zu finden. — Nächste Sitzung: Montag; Secundärbahn-Vorlage.
Ausland.
Krlle 45
Deutsches Reich
* S f «nd Personal-Nachrichtrn. Am Samstag Vormittag um 83/« Uhr hatte der Kaiser dem Portrait-Maler Max Koner in dessen Atelier in der Hrldebrandtstraße 1 gelegentlich einer Ausfahrt eine längere Sitzung gewahrt. — Die Nachricht von der En tb i n d u n g der Brinzesfin Leopold von Preußen empfing Kaiser Wil-
längcre Sitzung gewährt. — Die Nachricht von der En tb i n d u n g der Brinzesfin Leopold von Preußen empfing Kaiser Wilhelm am Donnerstag Nachmittag durch den Prinzen Leopold persönlich, welcher von Potsdam aus dem Monarchen in das königliche Schloß tcle- phomrte: „Lupe ist soeben von einem »astigen Mädchen glücklich entbunden worden. „Mutter und Kind befinden sich wohl. Luise hat standhaft aus- ?Mten. — Der General der Infanterie zur Disposition v. Nachtigal ist m Berlin gestorben. Er war bis 1883 Commandcur der 1. Division
i 8' £ann Commandcur der 13. Division in Münster und trat 1887 mit dem Range eines commandirenden Generals in den Ruhestand.
* Vom Fürsten Kismarck. Ucber das Stillleben des Fürsten Bismarck m Fnednchsruh berichten die „Hamb. Nachr.": Fürst Bismarck befindet sich sehr wohl und macht täglich seine gewohnten Spaziergänge oder reitet oder fahrt aus. Graf Herbert begleitet ihn dabei, und es ist eine Freude, zu sehen wie rüstig der hohe Herr bei seinem Alter dahin- schrertet oder zu Pferde fitzt. Täglich findet sich auch auswärtiges Publi- !"?^-^.o/n/hmlich Damen, em, welche mit großer Geduld an den Ausgängen des Schlosses warten bis der Fürst erscheint. Prof. S ch w e n i n g c r weilt zur «eitnoch in Friedrichsruh und Dr. Chrysander, ein Sohn des bekannten BclehAen in Bergcdorf, verrichtet die Dienste eines Privatsecretärs beim pursten. Ucber Letzteren meldet die „B. B.-Ztg.": Dr. med. Chry- tznder, der Sohn des bekannten Musik-Historikers Dr. Chrysander in Bergedorf, ist vom Fürsten Bismarck auf Empfehlung des Professors Schwemnger, als dessen zweiter Assistenzarzt er in der letzten Zeit fungirt h?r, als Hausarzt berufen worden und wohnt bereits im Friedrichsruher Schlosse. Dr. Chrysander ist nach Mittheilung der „Hamb. Börsenh." von dem -rursten Bismarck mit dem Vertrauen beehrt worden, neben seinen ärztlichen Functionen bei der Sichtung der Papiere und Niederschrift von Lebens-Erinnerungen des Reichskanzlers behilflich zu sein.
* Berlin, 21. April. Im Militärcabinct wird gegenwärtig für Bismarck das Diplom eines Generalobersten von der Cavallerie ausgc- serfigt und zwar für den „Fürsten Otto von Bismarck, Herzog von, Lauenburg". - Erhebungen über die Lebensweise der -i^i^rlg-Freiwilligen sollen gegenwärtig (der „Aachener Ztg." infolge) stattfinden mit der Absicht, dem Luxus, wenn er sich ergeben sollte
°ben herab nachdrücklichst entgegenzutreten. - Nach einer mit dem atssecretar des Nelchspostamts getroffenen Vereinbarung soll im Falle einer Mobilmachung der kaiserlichen Marine den Angc- h"igen derselben für die zur Beförderung durch die Feldpost ge- tlÄn mJifnnnöen Pofrelheit, bez. Portoermäßigung in dem gleichen Umfange gewahrt werden, wie dies m dem 8 25 der Feldpost- Stenftorbnung für die Angehörigen des mobilen Landhecres vorgesehen inv<>rn^rr^8 n^^?^hrnhaus-Commission nahm einstimmig und unverändert den Gesetzentwurf wegen Versorgung der Volksschul-
«r = a 1 in an. — Samstag Vormittag ll3/« Uhr hat im köuiql ©diloffe eine Sitzung dcS,Kronraths stattgefunden. Gegenstand der Berathungen bildete die Schulfrage, sowie die Frage der Errichtuna M^Denkmals für Kaiser Wilhelm I.'und eines solchen Br Kais"?
. * Rundschau tm Reiche. Die vereinigten Maler- und Lackirer- beschlossen, ihre Werkstätten zu schließen, d -,°°n den Geicllcn geforderte Lohnerhöhung von 40 bis 50 Procent M$n Hamburger socialdemokratischcn Kreisen will man 8’Je allon am ersten Mai Vorschlägen, die Arbeiter aller Branche sollen an dicftm Tage arbeiten, den Verdienst jedoch obligatorisch ^löttations-Comitö überweisen, behufs der Vcrwendnng zur 9 bUtsbedurstigcr Stnker. Abends sollen überall demonstrirendc ^slamnilungni stattfiiiden. Dieser Vorschlag wird voraussichtlich dem- Arbeiterversammlung vorgclcgt werden. — Der ^Eausfiand in den Spinnereien und Webereien in Mül- «ausen i. Els. nimmt eine bedentende Ausdehnung an. Tie Zahl der Am Samstag Nachmittag fand eine Kundgebung $lrhr;t^^rse'tern»fiatU ,$.'c Ruhe blieb ungestört. Ein vollständige? 27 Su8m '."Ell Fabriken wurde für Montag befürchtet. — Vom Näi wird mStuttgart der vierte „Allgemeine deutsche
Vhilologentag abgehalten. — Die antisemitischen Wahlen im ,ni.°ZL?rzogthuin,,Helfen — bekanntlich sind die Wahlkreise Gießen outisemitisch vertreten - gaben in der zweiten hessischen (t>^L^mnLnni!n9s.Ält nc’ncr Discnssion. Freiherr von Rabenau iffh •? Wurzelfassen des Antisemitismus als ein
min;fr.6~b-C 111 *e,r- Zeichen hochgradiger Unzufriedenheit. Staats- Niinister Finger erklärte, dag er die Erscheinung des A ntisem itis mu s ^bei,°,?/s>'» 3umals '^?/!,annt sei, daß Diener des Evangeliums daran "ebmen und hochstchendc Personen derselben Wohlwollen geschenkt S11' Das verführte Volk wird m aller Kürze einsehen, daß die Juden «'cht nach Palastma gebracht werden, und wird ebenso seine Schuldschein" ä Suruckzucrhalten hofft, nicht zurückbckommen. Und was wird die btnSm s ’ ®-e Socraldemokraten werden sich dort einfinden, sie werden kaae x„°6es e,"’9--ma-6-cn bereitet finden. Ein nationalliberaler Redner mw ! der AniiiemttiSmus hauvtfachlich von den Universitäten ausgehe- u»d es sei bedauerlich, datz derselbe in Oberhessen solchen Erfolg e? ielt
* Grfterreich-Ungarn. Die österreichische Regierung bemüht sich, dem Treiben der Wucherer nach Möglichkeit durch neue Gesetze Einhalt zu thun. So hat sie jetzt einen Gesetz-Entwurf vorgclcgt, welcher das nateu-Geschaft gegen die unredliche Ausnützung schützen soll. Raten-Geschaft,ft mit dem in Deutschland üblichen Abzahlungs-Geschäft gleichbedeutend. Die bereits angekündigte Entscheidung der Regierung, wonach der 1. Mai in den Staatsbetrieben als Arbeiter-Feiertag nicht anerkannt wird, wurde am Samstag amtlich kundgemacht.
* Frankreich. Die Zuschüsse des Staates für Theater und Concerte „nd im Budget für 1891 folgendermaßen aiiaesetzt' ^per8M000, Theätro franr;ais 240,000, Komische Oper 300,000, Ödeon M000' Concert Lamoureux 10,000, Concert Colonne 10,000, Volks- ^uslicheConcerte, 10,000 und Concerte in der Provinz 25,000 Frcs. ^ogieich die Volksthumlichen Concerte eingegangen sind, wurde doch der für sie ausgeworfene eventuelle Posten beibehalten, falls sie wieder eröffnet werden, oder um ein ähnliches Unternehmen zu unterstützen. Außer- dem zah t der Staat der Hilfskasse der Oper 30,000, der Bibliothek der- selben,6000 Fr Ferner stehen noch 100,000 Fr. zur Verfügung des Unterrichtsmimsters zur Unterstützung und Aufmunterung von Theater und Musik. — Dreizehnhundert junge Mädchen aus der Stadt Langres und ihrer Umgebung hatten sich zusammengethau, um dem Gefangenen von Clairvaux, dem Prinzen von Orleans und seiner Braut, der Prinzessin Marguorite, einen Ostergruß zu senden: jede der Damen schoß fünf Centimes ein, und für den Erlös der Subscription beschaffte man zwei prächtige Blumensträuße in Nizza. Das Bouquet für den Prinzen war mit tncoloren Bändern ausgestattet, dasjenige der Prin- zesfm bestand aus Tausendschönchen (Marauörite) und weißen Rosen, mit w^ßen Atlasbandern und Spitzen zierlich aufgeputzt. — Das antisemitische Dreiben in Paris, obgleich noch so jung, schießt immer uppigcr ms Kraut und wird täglich wüster. In einem Saale am Boule- v°rd des Capucins fand eine stürmische Antisemiten -Versammlung statt. Zahlreiche Israeliten waren erschienen und unterbrachen anhaltend die Redner, den Marquis de Morös, Drumont n. A.; viele Juden wurden alsdann nach einer heftigen Schlägerei hinausgeworfcn, und am Ende artete dui Versammlung in eine allgemeine Rauferei aus. - Der französische Minister des Aeußereu hat erklärt, daß die Auswcisunq cher Iournalisten auS Italien zu einer officiellen diplomatischen Action kemen Anlaß biete. - Die „France" meldet unterm 20. ds. aus Nancy: Bei der gestrigen Parade wurden unter den Zuschauern drei preußische Officiere verhaftet. (?)
AtaUrir. Ter „Diritto" schreibt, Crispi sei einer Zusammenkunft in Karlsbad abgeneigt, dagegen wäre der italienischen Rc- giernng der Besuch Caprivi's in Rom erwünscht. - Das Armee- blatt „Esercito , das Organ des italienischen KricgSministeriums, erklärt wenn es sich um eine R e d u c t i o n d c s Militär-Etats handle dürfe Italien keinesfalls die erste und einzige Macht sein, die solches voll- Dringe.
* Belgien. Der Extrazug mit Stanley lief, geschmückt mit bel- gychen, amerikanlichem und englischen Fahnen, am Samstag um 1 Uhr 40 Minuten in den Brüsseler Süvbahnhof ein. Der Hofmarschall empfing Stanley im Namen des Königs. Bürgermeister und Stadtvcr- öur Begrüßung bis an die Grenze entgegcngefahren. Ein Batailloii Burgerwchr that Ehrendienst auf, bem Bahnhofe; ein Hofwagen führte Stanley nach dem königlichen Schlosse. Zwischen der Burgerwchr und einigen fünfzig Beilchterstattcrn soll ein wilder Kampf in demAugen-
°J8 Sanlcy den Eisenbahnwagen verließ. Ein lrl8nc e vor dem Bahnhof zwilchen der Bürgerwehr und dem Publikum. — Die Hochverraths-Angelegenheit Nieter, welche mit einem Actendiebstahl in verschiedenen belgischenMini- fe" tn"bTbr''l?cm unterbreiteten gefälschten Briefen der Gräfin r2 Mandern an den Prinzen Ferdinand von Coburg zusammen- hangt, hat in den letzten Tagen eine ebenso unerwartete wie Aufsehen er- genommen. Der des Diebstahls angeklaate ehemalige sfi)nMMCnrtHA=,? ^EvrgeS Nieter ist auf Grund eines Gcleitbriefes am nr„nk r>.Ä-1. ^?8en,,tn Brussel eingetroffen und erklärte vor dem die »Äff1 ^ Mb^^ Untersuchungsrichter Charles, er kenne die Docn- inentendrcbe und Brieffalscher mit Namen und sei bereit, sie zu neunen, !., bk" HochverraihS-Proceß gegen ihn einleite, und zum Beweise »"i-k .-5.auptungen legte er zwei neue entwendete Actenstücke, nämlich Amtsberlchte des Herzogs von Ursel an das Ministerium des Innern, vor. Diese beiden Actenstücke wurden ihm in Paris von dem berüchtigten Spion des Generals Boulanger, de Mondion, mit dem Bemerken über- geben, daß ihm diese wie noch andere geheime belgische StaatS-Doenmente nicht von Nieter, sondern von einer viel höher stehenden Persönlichkeit Wen Geld ausgeliefert wurden. Wer ist nun diese höher stehende Per- oulichkeit? Der Name derselben ist in Brüssel ein öffentliches Geheimniß und man begreift, daß die clericale Regierung, bevor sie eine so hoch- stehende Persönlichkeit dloßstellen wollte, lieber auf einen Beamten als Sundenbock griff. Das Manöver ist aber vollständig mißlungen. Das Opfer weigert sich, sich gefügig zur Schlachtbank schleppen zu laffen, und oer Ruf nach Aufklärung dringt immer vernehmlicher an's Ohr der Minister. Es ist unbedingt erforderlich, daß Licht in die Frage gebracht ff^be, wie es möglich war, daß die geheimen Staatsarchive, welche außer den Ministern und den höchsten Staatsbeamten Niemandem, nicht einmal den Volksvertretern, zugänglich sind, sich einem französischen Spion öffneten Wie die Dmge letzt stehen dursten alle Versuche, die Angelegenheit zu vertuschen, fortan vergeblich sein, und wenn nicht alle Anzeichen trügen
