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Freitag. 18. Dezember 1914.
Kbend-klusgabe.
Nr. 590» » 62. Jahrgang.
ßortgesetzte Verfolgung in Polen.
^er Tagesbericht vom 18. Dezember«
La Buj.ve und Krras und in den Krgonnen ^gesamt etwa 2000 Franzosen gefangen. — Die Verfolgung der Russen in Polen.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 18. Dez., vor- l^ttagg. (Amtlich) Der Kampf bei Rieuport steht günstig, aber noch nicht beendet.
Angriffe der Franzosen zwischen La Bassee und , sowie beiderseits der Somme scheiterten unter
^ivcren Verluste» für den Gegner; allein an der
">uine verloren die Franzosen 1200 Gefangene und mindc-
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Cnä 1800 Tote. Unsere eigenen Verluste beliefen sich dort auf nicht 200 Mann.
a In den Ar gönnen trugen uns eigene, gut gelungene ^»griffe etwa 750 Gefangene und einiges Kricgsgerät ein. Bon dem übrigen Teil der Westfront sind keine beson- ^°n Ereignisse zu melden.
Bn der o st - uird w e st p r e u ß i s ch e n Grenze ist die lfle unverändert.
In Polen folgen wir weiter dem weichenden n d c.
Oberste Heeresleitung.
Siegesbotschaft durch einen Zeppelin in Königsberg überbracht.
Königsberg, 18. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) to 1 * Kunde von dem großen Erfolg der deutschen Wirffen in wurde der hiesigen Bevölkerung zuerst durch einen ?EPpelin überbracht, der vormittags die Mitteilung '^abwarf. Alsbald verbreitete sich die Botschaft in der ^nzen Stadt.
Der russische General Welischtkv gefallen. (u^.T.-B. Petersburg, 17. Dez. (Nichtamtlich.) Ter »,7°woje Wremja" zufolge ist bei Lodz General ^lischt ko, der sich bei Port Arthur auszeichnete,
®in russischer Panzerzug in Galizien in die Luft gesprengt.
Sl '- Budapest, 18. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Sjj e der „Pester Nablo" meldet, ist ein von Lemberg mit ^^ition und Lebensmitteln nach den Karpathen abge- h Teuer Panzerzug in die Luft geflogen. Die Ursache ist
"ekannt.
Zur Siegesfeier in Berlin.
>!k t8. Dez. Unter der Überschrift „Die Siegesfeier
I,gr■®etlin“ schreibt die „Bossische Zeitung": Hätten unsere
li,, " Feinde doch diese Stunden des gestrigen Tages in Ber- ^ ^lebt! Wir haben eben eine besondere Art. unsere auszudrücken, kein Geschrei, k e i n G e t u m m e l, ^>k> k, hochtrabenden Reden von improvisierten Kanzeln, nur ^ halbes Lächeln. „Unter den Linden" war es infolge des d^^berregens fast leer und in der Friedrichstraße sah man nur flüchtig Passanten auf eiligen Geschäfts- jjgSKtt. Da verbreitete sich die Siegesnachricht auf mysteriöse ' e - Plötzlich war die Menge da. im Nu bildeten (i* Tanze Knäuel von Menschen. Kurz vor y 2 2 Uhr wagten te c orsten Fahne n aus den Fenstern urid immer stw b?.hob sich das Schwarz, das Weiß und das Rot aus rieselnden Grau hervor.
c Vertreibung der Russen aus Gberungarn.
d Budapest, 17. Dez. Der Einbruchsversuch der Russen im ^Ter Komitat, wo sie bis Kekesfuered, Polena undOßza- ^ie ^^o^gten. hat mit einem großen Mißerfolg geendet. yM°n traten den Rückzug au, der noch immer an- ^ir machten viele Gefangene. Unsere ^inhr" n Mooren gestern bereits bis Boloc vorgerückt, ohne auf ha^^e Truppen zu stoßen. Auch im Maramarpser Komitat ■offtu * B ^ r i'E Russen bei Majdanka geschlagen und die Ber- des aus der Linie Körösmezö-Delatyn flüchtenden "oes bis über Mikulicy fortgesetzt.
Gute Botschaft.
englisches Blatt hatte dieser Tage, wie wir mit" tfy‘ en ' Mar scharfe Kritik an der eigenen Heeres-.
und der der Herren Verbündeten geübt, aber M^.,doch gemeint, daß die Niederlage der Gegner 8? 9( fokif) eine Selbstverständlichkeit sei; 250 %a ^0 Millionen — das sei doch eine klare Rech- Wir wissen nicht, ob die englischen Worthelden \\ oen ,Ereignissen der letzten Tag e diese Stra- ^f^uein mit dem R c ch e n st i f t in der Hand noch Ü^Rt^erhalten oder ob ihre Zuversicht auf den end- ^ Sieg nicht doch etwas ins Wanken geraten ist.
Der 17. Dezember brachte uns zweimal gute Kunde vom Kriegsschauplätze. Es wareri zwei will- k o m m e n e Weihnacht s g e s ch e n k e. die dem deutschen Volke hier. wenn auch einige Tage pränumerando dargeboten wurden. Eine erfolgreiche und durch seine Kühnheit denkwürdige Beschießung englischer Hafen- und Festungsstädte — und ein prächtiger, offenbar nun die E n t s ch e i d u n g bedeutender Sieg in Polen über die Russen! Über- a l I im Deutschen Reiche loderte helle, herzliche Freude empor, und die Türme und Fenster zeigten allenthalben fröhlichen Fahnenschmuck.
Das deutsche Volk daheim hat nach den ersten nervösen Tagen des Kriegsanfanges und des raschen Vorwärtsdringens unserer tapferen Truppen eine, gute Tugend sehr bald gelerntst die Tugend der Geduld. Lange Wochen haben wir warten müssen, ohne daß es so recht vorwärts ging; die Zähigkeit unserer Gegner und ihre Offensivkraft, militärische Eigenschaften, die vorher vielleicht hier und da unterschätzt worden waren, wurden nunmehr als tatsächlich vorhanden empfunden uno anerkannt. Man sah. daß es nicht so leicht s e i. mit den wohlgerüsteten Feinden fertig zu werden, wie dies stürmischer Optimismus im Anfang hatte annehmen können. Aber diese Erkenntnis wirkte nicht bedrückend und nicht entmutigend, sondern beruhigend und stählen d. Unser Wirtschaftsleben konnte sich in überaschender Weise trotz des zeitweiligen Stillstandes der Operationen heben, die Arbeitslosigkeit sank zurück, und allenthalben wird wieder gebaut, geschafft, gearbeitet. Die Zuversicht ans unser gutes deutsches Schwert war und blieb erhalten, und das gab uns allen die würdige und fast heitere Gelassenheit, über die sich neutrale Ausländer, die Deutschland besuchen, gar nicht genug wundern können.
Zuversicht und Vertrauen waren berechtigt. Wir dringen durch — dies' war das Gefühl in allen - Bevölkevungsschichten, und es wurde gestärkt dürch die Aussagen und die Stimmung der Verwundeten, die zu uns zur Pflege kamen und deren heißester Wunsch es stets war, bald wieder zur Front zu gelangen. Jeder, daheim und im Felde glaubte an die unverwüstliche Kraft des Deutschtums, an die reichen sittlichen Faktoren, die uns zum. Siege führen müßten; und dieser Glaube an <ba§ eigene Volk wird recht behalten. Unser neuer Angriff auf die englische Küste, der sich nach den heutigen Meldungen nun doch nicht, wie die englische Admiralität zunächst beschönigend behauptete, als eiire leere „Demonstration", sondern als ein sehr ernster und erfolgreicher Vorstoß herausstellt, und unser erfolgreiches, Hand in Hand mit den österreichisch-ungarischen Truppen erfolgendes Operieren gegen den an Zahl riesig überlegenen russischen Feind — dies hat uns wiederum gezeigt, daß im Kriege nicht die nackte Ziffer mathematisch genau den Ausschlag gibt, sondern daß der Geist der Heerführung und der Truppen, daß die frische Initiative und die kriegerische Unternehmungslust Faktoren von allerstärkster sieghafter Kraft sind. WelcheBlamage für das seebeherrschende England, daß es nun schon zu wiederholten Malen in den eigenen Gewässern, an der eigenen Küste Angriffe der deutschen Marine erfahren hat, währerid seine gewaltige Flotte zu irgend einer entscheidenden Aktion noch nicht den Mut und di? Tatkraft finden konnte! Das Gefühl von der englischen Gottähnlichkeit und Unüber- windlichkeit wird nach den neuen Ereignissen bei den Engländern selbst und — was noch wichtiger ist — bei den unterjochten Völkern aufs schwerste ins Wanken geraten. Albion hat Grund zu zittern! Und das russische Ungeheuer, das sich wie ein dumpfes Fatmn von Osten her heranwälzte, wird seiner Schrecken nun wohl beraubt sein, und der^Z u sam - m e n b r u ch dürste dort, nachdem der innere Halt verloren ist, mit der Kraft eines Naturereignisses eintreten.
Gute Kunde fürwahr! Wir verdanken sie dem treuen deutschen Heere zu Wasser und zu Lande, das sich in Nöten und Gefahren bewährt hat als ein Teil jener deutschen Kraft, die das Gute will und darum auch das Gute schafft.
weitere prsssestimmen.
Berlin, 18. Dez. In ihrem Leitartikel sagt die „Bossische Zeitung": Ist auch die russische Offensive völlig
zusammengevrochen, so ist das doch noch nicht daS Ende. Der Ausspruch Stapoleons »Im Kriege ist, so lange noch
etwas zu tun bleibt, noch nichts getan", ist, richtig verstände«, eil» treffender Grundsatz für einen Feldherren wie Hinden- burg. Er wird nach diesen Worten handeln, davon ist alle Welt überzeugt. Unsere Feinde werden genötigt werden, dem Wahn oder dem Gaukelspiel zu entsagen, als ob die Russen unaufhaltsam nach Berlin m a r s ch i c r » ten und des Deutschen Reiches Untergang besiegelt sei.
Im „Vorwärts" wird der irrigen und verwirrenden Anschauung gegenübergetreten, als ob dieser Krieg mit wenigen Schlägen beendet sein könne. Die Entscheidung bleibt abhängig von dem Endergebnis. Dann sagt das Blatt: Auch sollten wir meinen, daß der jetzige Zusammenbruch der mit so gewaltigen Streitkräften eingesetzten russischen Offensive gegen das deutsche Gebiet schon ecn Erfolg ist, der sich sehen lassen kann.
Die „Frankfurter Zeitung" schreibt aus Berlin u. er.: „Daß der neue Sieg, der sich an die Namen Hindenburg und Ludendorff knüpft, die Entscheidung für den Osten gebracht hat, diese Entscheidung, auf die wir alle gewartet haben, das unterliegt kaum mehr einem Zweifel, und die Überzeugung davon kommt auch in allen Abendblättern zum Ausdruck, zum Teil in kurzen Avtikeln voll tiefer innerlicher Empfindung. Man vergesse nicht, es ist kein Zufallssieg, kein Sieg, der allein der gerühmten Tapferkeit westpveutzischer und hessischer Regimenter zu danken ist, sondern es ist ein planmäßig von der strategischen Überlegenheit der Heeresführung und von dem moralischen Mut und der weit überlegenen Tüchtigkeit der deutschen Truppen errungener Sieg. Dieser große russische Vorstoß, diese Walze, die sich über Preußen und Deutschland inälzen und es zwingen sollte, seine jveftliche Greirze zu entblößen, ist durch den strategischen Rückzug, den Hindenburg nach der nicht ganz gelungenen Schlacht bei Warschau eingeleitet hat, überlegt zu einer großen Niederlage des russischen Heeres gestaltet worden. Durch den jetzigen Sieg in Nordpolen sind die Hoffnungen unserer Gegner vernichtet, die größte und stärkste russische Armee ist auf dem Rückzug und wird verfolgt. Man kann sich vorstellen, was das bei einer schon stark derouiierten Armee in fast weglasem Lände, im Rücken einen ^Strom von der Größe und Breite der Weichsel bedeuten ivill."
Der erfolgreiche Angriff auf die englische Gftküste.
Reine „Demonstration", sondern wirksame Beschießung. Mehrere Torpedobootszerstörer vernichtet.
W-.T.-B. Berlin, 18. Dez. (Amtlich.) Über de» Vorstoß nach der Ostküstc Englands werden nachstehende Einzelheften bekanntgegeben: Bei der An
näherung an die englische Küste wurden unsere Kreuzer bei unsichtigem Wetter von vier englische» Z erst iimu angegrifsen. Ein Zerstörer wurde vernichtet, ein anderer kam i» schwer beschädigtem Zustand außer Sicht. Die Batterien von Hartlc- pool wurden zum Schweigen gebracht, der Gasbehälter vernichtet. Mehrere Detonafto- nen und drei große Brände in der Stadt konnten von Bord aus festgestcllt werden.
K ü st e n w a ch t st a t i o n und Wasscrwcrk ,S c a r- b o r o u g h sowie Küste uto acht- und Signal- statiou von Wbitby wurden zerstört.
Unsere Schisse erhielten von den Küsteubatterren einige Treffer, die nnr geringen Schaden verursachten. An anderer Stelle wurde nvch ein weiterer englischer Tvrpedobootszerstörcr zum Sinken.
Der stellvertretende Chef des Admiralstabs:
B c h n ck c.
Die Zahl der Getöteten und Verwundeten.
IV. T.-i;. London, 17. Dez. (Nichtamtlich., Meldung des Reuterschen Bureaus.) Nichtamtlich wird gerne!- det, daß in Scarborough 2 5 und in Hartlepool 48 Personen getötet wurden. In Hartlepool wurden außerdem 130 Personen verwundet. Durch eiu Torpedoboot wurden 7 Verwundete gelandet.
IV. T.-I!. London, 17. Dez. (Nichtamtlich.) Das Presseburean teilt mit: Nach den letzteii amtlichen Berichten wurden in Hartlepool 5 8 Zivilisten getötet und 115 verwundet.
Der grotze Umfang des angerichteten Schadens
W. T.-B. Amsterdam, 17. Dez. (Nichtamtlich.) Nach in den hiesigen Zeitungen vorliegenden Meldungen ans den Londoner Morgenblättern wurde in Hartlepool namentlich das O st v r e r t c t beschädigt. E l n e g a n z e. Häuserreihe nahe bei der Küstcnbatterie ist he«,,
