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Berliner Schriftleitung deS Wiesbaden« Tagblatts! Berlin-Wilmersdorf Güntzelstr. 66. Fernspr.; Amt Nhland 450 >,. 45,.

5reilag. 18. Dezember 1914.

Morgen > Ausgabe.

Nr. 589. «- 62. Jahrgang.

Die Entscheidung in Polen.

amtliche Ssterreichisch-ungaricle Bericht. "'«Russen vollständig geschlagen und auf der ganzen Sront im RüÄzug.

a, W. T.-B. Wien, 17. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlicher ^Ucht: Tie letzten Nachrichten lassen nicht mehr zwei

. u, dast °>°cht

..Am

bei

der Widerstand der russischen Haupt gebrachen ist.

südlichen Flügel in der mehrtägigen Schlacht l o w a, im Narben von unseren Verbündeten > z und nunmehr an der B z u r a voll- »d i g geschlagen, durch unsere Vorrückung vf* die Karpathen vom Süden her bedroht, hat der den allgemeinen Rückzug angetreten, den i»ckst" ® ar t ia ^ cl, ' m '* an * 1 hartnäckig kämpfend zu decken

Hier greisen

auf der Linie

ist die Verfolgung im

A vire grellen unsere Truppen t o s n o - Z a k l i k z h n an. o, An der übrigen Fron

"Ugc.

Der stellvertretende Chef des Gencralstabs: v. H ö f c r, Generalmajor.

^gesgeläute irnü Zlagyenschmuck in Berlin.

(Bon unserer Berliner Schriftlettung.)

^r. Berlin, 17. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.)

-der ent-

^Meldung der Obersten Heeresleitung von

^ldenden russischen Niederlage in Polen wurde von " Berliner Tageszeitungen heute entgegen der sonsti-

Gepflogenheit in der zweiten Nachmittagsstunde

Extrablätter verbreitet und von den sich überall .Mf füllenden Gruppen des Publikums stürmisch be- Ä Die Kunde der neuen Hindenburg-Tat, die so- nach ihrem Bekanntwerden durch Geläute si' e r K i r ch e n g l o ck e n gefeiert wurde,_ verbreitete nüt Blitzesschnelle durch Berlin und seine Vororte y? fast ebenso schnell hatte die Hauptstadt r e i ch st e n ii. a li g e n s ch m u ck angelegt. Viel zu dem gewol- Jubel trug allerdings Wohl die Tatsache bei, daß Faina, die ja in diesen Wochen und Monaten schon (Aklach Orgien gefeiert hatte, auch diesmal wieder gewesen war, die Bedeutung des bedeutungs- , reges noch zu übertreiben. Bei der Eröffnung C Roten Kreuz-Ausstellung im Reichstagsgebäude fc?® der Fürst zu Hatzfeld die erste Meldung von dem in Posen bekannt gegeben. Eine Stunde später v'ue behauptet, der Kaiser habe ein an ihn gerichtetes ,"kgramm des Generalfeldmaxschalls v. Hindenburg J Dchloß angeschlagen und dem Publikum bekannt- z>J r !t lassen, in dem bereits von 350 000 gefangenen

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, t und Von der Einnahme Warschaus die Rede E sollte., Das Publikum war nur, schwer davon zu Erzeugest, daß der Erfolg auch ohne dies ein sj>.°^e r und h o ch e r.f r ? u l i ch e r ist. Der Fern- ^Aberkehr nahni beim Bekanntwenden der Sieges- H^ickst derartige Dimensionen an, daß die Beamtin- sich vielfach außerstande erklärten, ihn zu bewäl- K t>} und mit der Einstellung des Betriebes drohten. Ifc stanz Berlin herrschte bis in die Wendstunden «n ungewöhnlich reges und freudiges Leben; hiual die auf ihren Ausgängen befindlichen zahlreichen j t , r toun.beten Krieg er waren Gegenstand leidlichster Aufmerksamkeit. Größere Kundgebungen wobl nur durch dos unfreundliche regnerische tzIw verhindert. Aus den Äußerungen freudiger * ^stderständlichkeit ober, mit der die Berliner die Botschaft begleiteten, durfte man die unerfchütter-

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Und nenbestärkte Zuversicht aitf den baldigen Eten Sieg entnehmen.

Berliner Preffestimmeir.

Berlin, 17. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der 5 m? Erfolg in Polen wird von den Berliner Abendblättern . «egrüßt. Mit begeisterten Worten feiert der

den Sieg: Hindenburg! unbeschveib- ,v. -«I äuuuc! Wie hot sich der Mann in unsere Herzen Seit der Schlacht von Tannenberg, der bei den Ascken Seen, füllten blindes Vertrauen auf ihn unsere

tfj., i-ruvt-gge

li^'stanzeiqcr"

Ev. Was in seinen Händen war, wußten wir in besten Wie recht wir hatten, ihm blindlings zu folgen.

ec erwiesen. $ol 2 bat, ist eine

Noch nie, seit diese alte Erde sine Ge­sa l che R i e s e n s ch I a ch t wie die in geschlagen worden. Selten, kaum einmal in Jahr- sind Entscheidungen von solcher Wichtigkeit gefallen, lst -ckilacht in Polen reiht sich den weltgeschichtlichen Siegen Ranges an. Sie wird in einem Atem mit der von der auf den katalanischen Gefilden, der von Leipzig werden. Daß sie für uns fiel, danken wir dem

Genie Hindenburgs und dem Todesmute seiner Truppen, die unter dem ruhmreichen Banner Deutschlands und Österreich- Ungarns fochten.

ImBerliner Tageblatt" heißt es: Auf ein Wort haben wir im Vaterland mit Spannung gewartet: Verfolgung ! Jetzt ist es ausgesprochen, und zwar von der Obersten Heeres­leitung selbst. Und was sie uns mitteilt, gründet sich auf den Siegesbericht des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Deutschland darf jubeln über den Rückzug der russischen Millionen Heere, darf stolz sein auf die Tapferkeit seiner Truppen und darf besonders den westpreußtschen und hessi­schen Regimentern, die mit ihrem zähen Ungestüm die Ent­scheidung herbeiführten, den Lorbeerkranz reichen. Unsere Freude wird auch die Österreich-Ungarns sein, und der neue herrliche Sieg konnte nur errungen werden durch die treue Kamera d s ch a f t der uns verbündeten Heere.

Erfolgreiche Rümpfe in der Bukowina.

W.T.-B. Wien, 17. Dez. (Nichtamtlich.) Die Reichspost" meldet aus Czernowitz vom 12.: In den letzten Tagen kam es zwischen den unseren und den russischen Truppen in der Bukowina zu kleineren, für uns durchaus erfolgreichen Gefechten. Zahl­reiche Aufklärungspatrouillen wurden teils g e f a n- g f n, teils ergaben sie sich.

Die Vertreibung der Rnfsen ans Ungarn.

. Budapest, 17. Dez. Aus Munkacs wird gemel­det: Aus den Lkomitateu Zaras und Zempliu sind die Russen hinausgedrängt. Jetzt sind nur noch in den Komttaten Bereg und Marnraros russische Truppen. In >deu Tälern rm Norden des Komitats Mamaros wird auf der Toronpaer Linie gekämpft. Die Russen ziehen sich zurück.

Umtaufung Kronstadts.

. Kopenhagen, 17. Dez. Die Staatskommission zur Russifizierung deutscher Städtenamen hat beschlossen, Kron­stadt in Andrejewsk oder Petromkolajew umzutaufen. Die Einwohner sollen durch Abstimmung entscheiden, welchen Namen die Stadt erhalten soll.

Der deutsche Vorstoß an die englische Gftkuste.

Ein Seegefecht mit patrouillierenden englischen Torpcdo- bootszerstörern.

Nr-, Rotterdam, 1,7. Dez. (Eig. Drcchtbericht. Ktr. Bln.) Reuter gibt die Darstellung eines Berichterstatters Wetter, nach der die deutschen Kreuzer auf der Höhe von West- Hartlepool zunächst ein Seegefecht mit patrouillierenden eng­lischen Torpedobootszerstörern hatten. Acht Meilen von der Küste stießen.plötzlich drei deutsche Kreuzer auf die Torpedobootszerstörer und beschossen sie.Star" meldet in seiner letzten Ausgabe, daß nach den näheren Meldungen die Anzahl der Toten in Scarborough 38 beiträgt.

Die unnsitze Absperrung der Nordsee durch England.

h<i Rotterdam,, 17. Dez. Man. ühte gestern auf den eng­lischen Küstenplätzen schon bittere Kritik an der briti­schen Admiralität, welche die Fiktion über die Absperrung der Nordsee gegen Eindrücke aus nördlicher Iiichtung schuf, woran die deutschen Schiffe sich aber gar nicht stören und zu gleicher Zeit die g a n z e O st k ü st e Englands und Schottlands dem Schiffskanonenfeuer des Feindes schutzlos überließen. Die Mineü, welche den englischen Schiffen sehr gefährlich seien, scheinen die deutschen Kreuzer gar nicht zu fiirchten. Zuver­lässigen Nachrichten zufolge bestätigte man den Angriff sogar deutscher L i n i e n k r e u z e r.

Die Laae in Klanvern.

Der Pessimismus in England.

Br. Amsterdam, 17. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Daily Mail" schreibt im Leitartikel: Wenn wir in den

nächsten 14 Tagen 100 <100 Mann nach der Front senden könnten, so wäre der Kampf in Flandern vielleicht bald er­ledigt. Aber weder wir noch unsere Verbündeten können das. Wenn also von Dpern aus etwa ein Fortschritt gemeldet wird, so bedeutet das nicht etwa auch den Anfang vom Ende des Krieges. Vorläufig ist Deutschland noch gänzlich frei vom Feinde und sein Besitz Belgiens noch nichr im geringsten erschüttert. Zwischen dem, was wir erreicht haben und dem, was wir zu erreichen uns. bestrebt haben, klafft eine ungeheuere Kluft, die zu überbrücken die denkbar größten Opfer aller Verbündeten noch immer nicht groß genug sein würden.

Die zwecklose Mitwirkung der englischenRreuzer an der RLste.

llä. Genf, 17. Dez. Die kurze Tauer der Be­schießung von W e st e n d e durch englische Kreuzer wird damit erklärt, daß die Engländer bald die Nutz­

losigkeit ihres Bemühens einsahen, in dem Nah- kampf zwischen den von Lombartzyde kommenden Franco-Belgjern und den von St. Georges anrückcnden Deutschen zu intervenieren. Die F r a n c o - B e l g i e r konnten »u r unter Preisgabe eines großen Detachements, das gefangen genommen wurde, ihre f r n Heren Stellungen wieder erreichen. Süd­östlich Npcrn dauerten bis abends die Angriffe und Gegenangriffe fort. Die vorteilhaftere Position blieb den T e n t sch c n. Zwischen Nicuport und Dün­kirchen manövrierte gestern ein Zeppelin, von hef­tigem Geschützfeucr unerreicht.

Oie Rümpfe bei Reims.

Amsterdam, 15. Dez. Der Berichterstatter derMor- ningpost" meldet aus der Champagne:; Die französische Stellung bei Reims ist so stark, daß es den Deutschen augen­blicklich unmöglich ist, vorwärts zu kommen. Der; Verluste in den Laufgräben sind sehr gering. In den meisten Fällen handelt es sich um Kopfschüsse, bei denen die Kugel durch das Guckloch den. Weg genommen hat. Die Abstände in den Lauf­gräben sind so gering, daß Scharfschützen direkt in die Löcher hineinschießen können. Auf beiden Seiten wird mit dem Graben und Minenlegen fortgefahren. In den französischen Laufgräben wurden Schnellfeuergeschütze, "aufgestellt.. Es stellte sich aber heraus, daß sie nicht gut zu gebrauchen wären, da sie sich nur zum Bekämpfen feindlicher Jnfanterieangriffe eignen. Darum ist man zu den Pompons des Buren­krieges zurückgegangen. Diese Mörser für kurze Entfernun­gen sind im Gebrauch ein wenig zurnckgegangen. Sie er­weisen sich jetzt aber als sehr brauchbar. Das Berggeschütz der Alpenjäger wird gleichfalls in den Laufgräben verwendet. Das französische Heer . verfügt jetzt über 'einen großen Artilleriepärki .Das Gefecht bei B e'rry au x Bac dauerte in den letzten Wochen fast ununterbrochen fort. Der Druck der Deutschen macht sich hier kräftig fühlbar. Die Stellung ist schwer und nur mit großen Verlusten zu halten, aber sie muß gehalten werden, weil sie die einzige Möglichkeit einer Vorwärtsbewegung nach dem Norden bietet. Die Beschießung von Reims übertrifft an Gewalt alle Beschreibungen.

Französische Albernheit.

Rotterdam, 11. Dez. Von welcher Größe und Albernheit oft die Bären sind, die man dem französischen Volke aufbindetz, zeigt folgendes Beispiel: Ein höherer französischer Offizier, der an den Gefechten von Ipern teilgenommen hat, erzählt imCri de Paris", daß dort ein Angriff der preußischen Garde durch das schwere französische Geschützfeuer abge, wiesen wurde. Nun dürfe aber die preußische Garde nie weichen. Zur Strafe und um sich von dem Vorwurf zu reinigen,- einmal gewichen zu sein, mußten am folgenden Tage zwei Kompagnien der preußischen Garde ohne Wdgffen und ohne Artillerie de ckung (!) im Parade­schritt gegen die französischen Stellungen marschieren. Die Franzosen betrachteten diese wehr­losen Gardisten als willkommene, Zielscheiben, und keiner von den 1000 .Mann entging dem Tod«. Mer die Ehre der Gärdd war wiederhergestellt. So erzählt, wie gesagt, ein französi­scher Offizier!

Der französische Zinanzentwurs.

ZV. T.-B. Paris, 17. Dez. (Nichtamtlich) Die von den Kammern für das erste Halbjahr geforderten Kredite be­tragen: 8 5 2 5 2 6 4 4 0 7 Fra nken, was einer MehranSgabe von 5 029 442 885 Franken gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Die Mehrausgabe umfaßt 5 428 602 304 Franken für Kriegsausgaben. Der Regierungs- entwurs verschiebt die Einführung der Einkommen- st euer auf 1916. Befreit von^ der. Erb sch a ft s steu er werden die Erben in direkter Linie und die Gatten aller Mili­tärpersonen, die vor dem Feind gefallen sind oder während des Krieges und des darauffolgenden Jahres an erlittenen Ver­letzungen oder Krankheiten versterben, die sie sich während des Militärdienstes zugezogen haben. Diese Maßnahmen finden auch auf Militärpersonen der verbündeten Armeen Anwen­dung. Für den Wiederaufbau der infolge des Krieges zerstörten Gebäude und zur Unterstützung der durch den Krieg Geschädigten. ist ein Kredit von 800 Millionen vorgesehen. Der Entwurf erhöht den . Höchstbetrag für die Ausgabe von Schatz sch einen während des ersten Halbjahres 1916 auf 2 Milliarden.

Zum Zusammentritt der französischen Kammer.

\y. T.-B- Paris, 17. Dez. (Nichtamtlich.). Die Zahl der unter den Waffen stehenden Deputierten beträgst 180. Sie würden benachrichtigt, baß sie in der Kammer nur Zivil­kleidung tragen dürfen.

Ein Sohn Barthous gefalle».

Hst. Nom, 17. Dez. Der 18jährige Sohn des früherer, Premierministers B a r t h o u ist den Wunden erlegen, die er als Kriegsfreiwilliger in den Kämpfen bei Tbann erlitt.