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Mittwoche 16. Dezember iyi4.
Nr. 586. » 62. Jahrgang.
^er Tagesbericht vom 16. Dezember.
J'h fra.zv,.scher vorstoft bei Nieuport verlust- «ich zurückgeschlaaen. Erstürmung einer feind- Aen Höhe im Äberelsatz. — In Nord-Polen Ketzer Z000 Ruffen gefangen. Fortschritte auch in Süd-Polen.
W.T.-B. Großes Hauptquartier, 16. Dez., Mittags. (Amtlich.) Im Westen versuchte der ^nex erneut einen Vorstoß über Nieuport, der durch ^ Feuer seiner Schiffe von der See her unterst wurde. Das Feuer blieb gänzlich wir- » g s l o s. Der Angriff wurde a b g e w i e s e n. ^ Franzosen wurden gefangen genommen.
, Auf der ü b r i g c n F r o n t ist nur die Erstürmung ?*'* vom Feinde seit vorgestern zäh gehaltenen Höhe östlich S c n n h e i m erwähnenswert.
Aon der o st p r c u ß i s ch e n Grenze ist nichts ^cs zu melden.
Sn Nordpolen verlausen unsere Angrisfsbe-
^Sungen normal. Es wurden mehrere starke ^ützp unkte des Feindes genommen und dabei °°00 Gefangene gemacht und 4
gemacht und 4 Maschinen
e h x e erbeutet.
Tn Südpolen gewannen unsere dort im Verein ^ den Verbündeten kämpfenden Truppen Boden.
Ober st e Heeresleitung.
den östlichen Kriegsschauplätzen.
Die Rümpfe bei Lowicz.
Die „übermenschliche Kraft der Deutschen".
Berlin, 16. Dez. Von den Kämpfen um Low-icz i«le- ^iert der Petersburger Korrespondent des „Secolo" am
'i>. M.: Die Riesenschlacht in Polen dauert ununterbrochen ^.Dte Russen sind bemüht, ihre Stellungen um Lowicz, die
l. l « ein befestigtes Lager umgewandelt haben, zu Die von den Deutschen entwickelte Kraft wird als "^menschlich bezeichnet.
öie Flucht der Bevölkerung aus Warschau.
|Tü. Amsterdam, 15. Dez. Nach Depeschen aus z^rsburg beträgt die Bevölkerung von Warschau vMens noch 8 0- bis 100000 Seelen. Es sind nur die Alle rä r m st e n, in der Hauptsache ^Uen und Kinder der eingezogenen Arbeiter. Der schabende Teil der Bevölkerung, der teilweise nach ^'chau wieder zurückgekshrt war, ist nach dem Siege h" Lodz und dein Wiederaustauchen eines Z cp peilt^ über Warschau am 7. Dezember wieder ge- ^Aet, und zwar hauptsächlich nach Moskau. Die Abscheu Behörden legen der jüdischen Bevölkerung, st^e die vom Feinde bedrohten Städte verlassen will, J größten Schwierigkeiten in den Weg, indem sie h, ?uf Hinweisen, daß den Juden auch im Kriege keine Zügigkeit gestattet ist
Die verzweifelte Stimmung in Petersburg.
Berlin, 16. Dez.
* 1 „Allg. Nordd. Ztg." meldet aus B u k a r e st: Der
(Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.)
?^gsberichterstetter der „N o w o j e ffire m j a" b'yjt aus Russisch-Polen, daß die russische Offensive »kommen gescheitert ist. Dir russischen ^wpcn befinden sich in einer äußerst kritischen tzpe und dies ist der n n g e h e u r e n Wucht und kraft der Hindenburgschen Offensive zuzu- ^»ftbxu. Die Verpflegung und Verproviantie- .stößt auf beinahe unüberwindliche A b, r e r i g k e i t e n, da die Truppen von den
Ätschen ö st l i ch und westlich bedroht werden. Nur ^ ^Zweifelte und ungeahnte
,'R »der
starke Anstren- ber vollständige und allgemeine kann die Russen aus dieser Lage retten. —
o 0f Meldung, die der Zensur vor Erscheinen nicht stiegt wurde, hat in Petersburg die verzwei- ,,!wEe Stimmung noch vergrößert. Die Wremja" wurde auf Veranlassung des Gou- h^urs polizeilich beschlagnahmt.
verschärfte Kriegszustand über Petersburg.
^"rlin, 16. Dez. Über die Verhängung des verschärften h^^Auftcurdes über Petersburg bringt das „Stock- tzxjü^Dagblad" interessante Einzelheiten. Es wurde eine ^^S^b^eigte Verschwörung aufgedeckt. Die Peters- . Universität sowie alle anderen Hochschulen sind °Ech geschlossen worden.
Kl
Maffenverhaftung von russischen Dumamitglicbern.
W. T.-B. Wien, 15. Dez, (Nichtamtlich.) Nach einer der „Politischen Korrespondenz" aus Bukarest zugehenden Mitteilung berichten aus Rußland dort eingetroffene Reisende, daß nicht nur die Führer der sozialistischen, sondern auch überhaupt alle radikalen Mitglieder der Duma verhaftet worden sind.
wo steckt der Aar?
Am 10. Dezember wurde aus Kopenhagen gemeldet, daß der -Zar in Jekaterinodor im nördlichen Kaukasus einge- troffen sei und dort Abordnungen empfairgen habe. Ebenfalls am. 10. Dezember wurde unwidersprochen aus London drahtlich gemeldet, daß der Zar über den Kaukasus nach Tiflis abgereist sei. -.Am, 11. Dezember wußten einige Korrespondenzen von Empfängen in Tiflis zu melden. Überraschenderweise wird nun unmittelbar aus Petersburg unter dem 12. Dezember eine Mitteilung drahtlich verbreitet, wonach der Zar zweifelsohne in Petersburg sein muß. Die Drahtung lautet:
Petersburg, 12. Dez. Der französische Botschafter Paleologue konferierte am 10. Dezember zwei Stunden lang mit dem Zaren. Me Filialen der RelchLbank auf der Krim sind geschloffen.
Gehört nun diese schnelle Rückkehr des Zaren nach Petersburg zu den physischen Unmöglichkeiten, so vermehrt eine Meldung des „Wolssschen Telegraphenbureaus" vom 13- Dez. ans Tiflis die Verwirrung. „Wolff" meldet:
Tiflis, 13. Dez. Der Zar hat Tiflis wieder verlassen.
Wo also tveilt der Zar?. Oder hat ein „falscher Demetrius" in TifliL die Rolle des Zaren gespielt? Es wäre nicht das erstemal, daß sich ein Zar durch Strohmänner vertreten
läßt-
Die Vorenthaltung der russischen Verlustlisten.
Br. Wie», 16. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach einer Kopenhagener Meldung der „Wiener Rundschau erregt es in Rußland besonders Mißstimmung, daß die Ber- öffentlich rmg der Verlustlisten im russischen Amts- und Militärblatt, die bekanntlich nur die Verluste an Offizieren mftteil^n, vorläufig eingestellt »-.'-de.
Lächerliche Behanptimgcn der russischen Presse.
Br. Petersburg, 16. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die Petersburger Zeitungen ergehen sich in langen Betrachtungen darüber, daß Deutschlands Widerstandskraft erschöpft sei. Sie bringen hierbei Darstellungen, die geeignet sind, vor der ganzen Welt l ä ch c r l i ch zu wirken. Danach soll Deutschland keine Soldaten mehr haben und bereits gezwungen sein, in die erste Kampslinie Franen (!) einzustellen. Allen Ernstes stellen die Blätter die Behauptung aus. in den letzten Kämpfen bei Lodz sei a m t l i ch konstatiert worden, daß sich unter den getöteten Soldaten zahlreiche Frauen befunden hätten.
Zum Rückzug der Russen in Galizien.
hd. Wien, 16. Dez. Das Blatt „Nowa Reforma" in Krakau meldet, daß numnchr in Krakau auch von der Südseite kein Kanonendonner mehr vernehmbar sei. Das beweise, daß die Russen auch in Süd- Polen im Rückzüge begriffen seien. In Westgalizien seien sie bis L i p n i z a - M u r q i n a südlich Bochina geflüchtet.
Oie Bedeutung des österreichisch-ungarischen Sieges in Westgalizien.
DaS größte Vertrauen zur weiteren Entwicklung des einheitlichen Vorgehens der Verbündeten.
Berlin, 16. Dez. Der österreichisch-ungarische Sieg in Westgalizien wttd im „Berliner Tageblatt" von Major Moran folgendermaßen gewürdigt: Die Nachricht von der österreichisch-ungarischen Offensiv e,'die in Westgalizien ln Fluß geblieben ist, hat -eine weittragende Bedeutung. Sie bestätigt uns die Stoßkraft des östcrveichisch- nngarifchen Heeres, und sic bcrveist aufs neue die E i n heit- lichkcit der operativen G c s a in t h a n d l u n g e n im Osten. Das Vordringen der Österreicher und Ungarn in Westgalizien, das die russische Front in Polen ins Wanken gebracht hat, wird wiederum auch auf die österreichisch-ungarische Front von S ü d p o l e n bis zu den Karpathen einen entlastenden Einfluß ausüben und ebenso sich zugunsten der deutschen Fronten entwickeln, welche mit der 1. und 2. Armee und den sonst noch herangezogenen Ersatzcrrmeen der Russen im 9iaume P c t r i k a u - L o !v i c z in schwerem Kampfe liegen. Die F ü h r u n g Hötzendorfs hat lvieder über die russische Zahl triumphiert. Die verbündeten Völker Deutschlands und Österreich-Ungarns haben die Berechtigung erhalten, der zukünftigen Entwicklung der Lage in Südpolen und Nordwestgalizien mit größtem Vertrauen ent- gogenzusehen.
In der „Krcuzzcitung" wird gesagt: Die 31 000 gcfangc-
> Mpolen.
non Russen sind gewiß ein Zeichen für die großen Erfolge, die das österreichisch-ungarische Heer über die russische Jnva- sionsarmee errungen hat. Aber wichtiger noch ist das unaufhaltsame Vordringen, das den russischen B e- to e g u n g s k r e i s immer mehr verengt und die sttategische Lqge itmner stärker zugunsten der Verbündeten verschiebt. Der Einfluß der siegreichen österreichisch-ungarischen Offensive erstreckt sich bis nach Polen hinein. Der Zusammenhang der beiden Operationsfelder ist damit hergestellt und ein einheitliches Vorgühen auf beiden Seiten wird bald seine Früchte tragen.
Die prächtige Stimmung der österreichffch-ungarischen Truppen.
W. T.-B. Wien, 15. Dez. (Nichtamtlich) Der Herausgeber des „Maittno di Napoli", Scarfoglio, der soeben von einem mehrtägigen Aufenthalt an der vordersten Front zurückgekehrt ist, äußerte sich gegenüber dem Kriegsberichterstatter des „Neuen Wiener Tageblatts" geradezu begeistert über die österreichisch-ungarische Armee in Polen. Er lobte -die über alles prächtige Sttmmnng, die Frische nnd die bewundernswerte Disziplin der österreichisch-ungarischen Truppen, die gerade im schweren Feuer glänzend zum Ausdruck komm«.
Der Erzherzog-Thronfolger bei Kaiser Franz Joseph.
W- T.-B Wien, 15. Dez. (Nichtamtlich.) Die „Reichs- post" meldet: Der Thronfolger Erzherzog Karl Franz Joseph ist heute früh in Wien eingettoffen und wurde vom Kaiser in Audienz empfangen.
Die wirtschaftlichen nnd gesundheitlichen Verhältnisse Wiens.
Wien, 15. Dez. In einer neuerlichen von dem Bürgermeister Wiens veröffentlichten Mitteilung über die Verhätt- nisss in Wien während des Krieges wird festgestellt, daß an Fleisch zurzeit feilt Mangel besteht und daß auch mit den sonsttgen Lebensmitteln die Markte ausreichend versorgt sind. Auch die Kohlenversorgung Wiens ist auf alle Fälle sichergestellt. Die Gesundheitsverhältnissc auch in der zweiten Novemberwoche find ganz befriedigend. Die Jnfekttonskrank- heiten wiesen ganz bedeutende Siückgänge aus.
Die deutschen und österreichisch-ungarischen Sammümge« für den Roten Halbmond.
W- T -B. Budapest, 15. Dez. (Nichtamtlich.) Die Delegierten des Roten Halbmondes, Dr. Hikmet-Bei und gloth-Bei, sprachen bei dem Bürgermeister Dr. Barczy vor, um zu danken für die Bildung von Hilfskomitees in Budapest. Wien und Berlin, die Spenden für die verwim- deten osmanischeu Krieger sammeln.
Der Warenanstausch zwischen Rumänien und Ungarn.
W- T-B. Bukarest, 15. Dez. (Nichtamtlich.) Wie die „Jndepcndance Roumaine" meldet, haben Verhandlungen zwffchen dem Dircftor der ungarischen Staatseisenbahnen. Darvay, und dem Generaldirektor der rumänischen Eisenbahnen, Cottescu, zu folgender Verständigung geführt. Bott den nach Rumänien aus Ungarn zu sendenden Waggons, die zum Abtransport hier für die Monarchie lagernder SBctmt' bestimmt sind, werden zwei Fünftel für den Transport von Petroeluinprodukten verwendet, der Rost kommt entweder hierher leer oder wird mit Waren beladen, die in der Monarchie für Rumänien bereit liegen.
Oie Lage im westen.
Oie Rümpfe an der flandrischen Uüste.
Neuer starker Geschützdonner.
Berlin, 16. Dez. Über -die Kämpfe an der flandrischen Küste bringt das „Berliner Tageblatt" holländische Telegramme, -die sich besonders aus die Beschießung von Fnrnes und Nieuport beziehen.
IV. T.-B. Rotterdam, 15. Dez. (Nichtamtlich.) Nach einer Dt-eldung des „Nieuwe Rotterdamsche Courrm-t" -ans O o st b u r g scheinen beide Arnieen wieder in eine heftige Aktion gekommen zu sein. Seit heute morgen vernimmt man wieder starken Geschützdonner aus südwestlicher Richtung.
Oer deutsche Druck auf die Stellung von Berrq-au-Vac.
hd. Amsterdam, 16. Dez. Ein Korrespondent der „Morningpost" meldet: In den letzten Wochen ist bei Berry-au-Bac fast ununterbrochen gekämpft worden. Der Druck der Deutschen ist dort sehr heftig und es -ist für die Franzosen schwierig, -die Stellung zu halten. Die Verteidigung hat viele Opfer gekostet, aber dis Stellung müsse behauptet werden, weil sie eine gute Basis für den Aufmarsch nach Norden sei.
20100 lfluaLratlnkomster französischen Bodens in unserer tzand.
Br. Christiania, 16. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Wie aus Paris gemeldet wird, macht der „Matin" genauere Angaben über die Ausdehnung der
