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Mittwoche 16. Dezember 1914. WOVgEN - Nr- 583. * 62. Jahrgang

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^as Ko rischretten der österreichisch - ungarischen Offensive. Rückzug der Russen auf der ganzen Süüfront.

, W. T.-B. Wien, 15. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlich >»ird verlautbart: Die Offensive unserer Armeen in

E^cstgalizien hat hier den Feind zum Rückzug gezwun- und auch die russische Front in Südpolcn rum Wanken gebracht. Unsere den Feind in West- ^rzien vom Süden her unermüdlich verfolgenden Truppen gelangten gestern bis in die Linie Iaslow- ^ajbrot. Bei dieser Verfolgung und in der letzten Schlacht wurden nach den bisherigen Meldungen t* 000 Russen gefangen genommen. Heute liegen Nachrichten über rückgängige Bewegungen des Gegners der gesamten Front Rajbrot-Nicpolomicc-Wolbrom- ^ovo-Radomsk-Petrikau vor.

In dem Karpathenwaldgebiet sind gegen «as Vordringen feindlicher Kräfte in das Latorcza-Ta! Entsprechende Maßnahmen getroffen.

Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabs: v. Höfer, Generalmajor.

Der beständige österreichi,che Vormarsch in den Rarpathen.

n, Ur. Berlin, 15. Dez. (Gig. Drahtüericht. Ktr. Bln.) ^us dxm österreichischen Kriegspressequartier wird Wer dem 15. Dezember gemeldet: Trotz Schnee und >h,!s rücken die österreichisch-ungarischen Truppen be­endig in Eilmärschen vor. Tie Kavallerie nahm Purere Pässe und folgt dem abziehenden Gegner. Die t>nhl der G es a n g e n e n steigt noch immer. In letzten Tagen wurden 2 0 0 0 Mann abgeschoben, j^urch pgg Nachrücken unserer Truppen nach Galizien die Russen dort jetzt von zwei Seiten gepackt. Säuberung Ungarns von den russischen Eindring- darf somit heute als vollzogen bezeichnet werden, ^ftondereu Eindruck macht hier die Wiedereinnahme Ncu-Sandec. Aus den Kämpfen um Alt- ?anpxx wird über das tapfere Verhalten der p o l n i- A e n Legionäre berichtet, die sich durch .Kriegs- üss.bks zur Heranziehung von Verstärkungen gegen >'^fach überlegene russische .Kräfte behaupteten. Sie JjMt in ihrer dünnen lang gezogenen Schützenlinie Mützen und Mäntel aus und täuschten dadurch die Nssen über ihre wahre Anzahl. Bei der Armee Dank! j" ebenso, wie bei den nördlich anschließenden Armeen, Kamps zum Stehen gekommen. Die Gegner jvßftt sich tief und kunstvoll eingcgraben untätig gegen- ist ... Der allgemeine Gesundheitszustand der Truppen ^ künftiger als im Sommer, der eine Epidemie sör- .^e. Die Cholera ist so gut wie erloschen, österreichische Kriegspresseqnartier an der westgalizischen Front.

Wien, 15. Dez, (Nichtamtlich.) Den Blättern Bor - 6 sich das Pressequartier morgen cm die west-

""jische Front, zunächst auf das Schlachtfeld von Limanowa.

älteste Sohn des Reichskanzlers verwundet in russische Gefangenschaft geraten.

Br. Berlin, 15. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Jghn pxs Reichskanzlers v. Bethmann-Holl- ^ 8 ist Lei einem Patroillenritt im Osten verwundet worden j?" in russische Gefangenschaft geraten. Die Verwundung du ^^iich schwerer Natur, da es sich um eine Verwun» Un 8 am Bein und um einen Kopfschutz handelt.

Die Lage im Westen.

Ein Tagesbefehl über die Räumung von vermelles.

IV. T.-B. Karlsruhe, 15. Dez. (Nichtamtlich) Die Fran- 0 .j n stellen die Inbesitznahme von Vermelles als eine Er- 1 ^ e r u n g int Kampfe Mann gegen Mann dar. Wie das Armeekorps die Sache misieht, geht aus folgendem Tages- hervor: 14. Armeekorps, Generalkommando, Großes ^ ^dtqucrrtier, 9. Dezember 1914. Korps-Tagesbefehl. V e r - tz/iles ist auf meinen Befehl in der Nacht vom 6. bis zj-Dezember von unseren Truppen geräumt worden. Die ^.sjniung ist freiwillig erfolgt und hat sich, nachdem An- tz.ssE des Gegners auf Vermelles abgeschlagen wurden, ohne ita 0 r u n 8 durch den Gegner vollzogen. Ich habe die Räu- ^T8 Vermelles' befohlen, um für die Festhaltung eines d,EEs, der nunmehr für die Gesamtlage ohne Be- t u n g ist und durch dessen Aufgabe eine taktisch geeig- ^ Stellung geschaffen ist, nicht noch weitere Opfer eingu-

setzen. Fast zwei Monate ist Vermelles von unserem Truppen gehalten worden, obgleich es vom Feinde umfaßt und der feind­lichen Waffenwirkung stark ausgesetzt war. Ich spreche allen Führern und Truppen, die Vermelles gehalten und verteidigt haben, meine volle Anerkennung für ihre Tapferkeit und Standhaftigkeit aus. gez. Freiherr v. Matter, General­leutnant.

Die deutsche Beschießung von Beurne.

sich Amsterdam, 15. Dez.Daily Chronicle" meldet aus Beurne, daß die Deutschen Granaten auf die Stadt abfeuer­ten, die mehr Lärm machten, als Schaden anrichteten. Man glaube, die Schüsse kämen aus der Gegend von Nieuport. Einige Bürger verließen vorsichtshalber die Stadt, andere folgten und bald Ivar eine Wanderung der Bevölke­rung auf der Straße nach Poperinghe im Gange.

Die französischen Tagesberichte.

W. T.-B. Paris, 15. Dez. (Nichtamtlich) Der amtliche Kriegsbericht vom 14. Dez., 3 Uhr nachmittags, meldet: Zwi­schen der Nordsee und der Oise ist nichtsWichtiges vorge­fallen. Im Aisnegebiet, nordwestlich von Soupir, beschoß der Feind heftig unsere Schützengräben. Wir erwiderten das Feuer und zerstörten die Seinigen. Beiderseits erfolgten keine Jnfanterieangriffe. Unsere Artillerie zerstörte eine bedeutende Feldbefestigung in der Nähe von Ailles. (?)

Im Argonnen - und Grourie-Wald rückten wir mittels Minen leicht vor. Ein feindlicher Angriff fand nicht statt. Bei den Maashöhen fand eine heftige Kanonade statt. Die feindlichen Batterien muhten anscheinend weiter nördlich Stellung nehmen. Im Mortmare-Wgld im Woevregebiet warfen wir, nachdem wir die Linie der Schützengräben in einer Ausdehnung von 509 Meter erobert hatten, zwei heftige Gegenangriffe zurück.

Im Elsaß verschoben wir infolge unserer Fort­schritte die Front bis zur Linie Höhe 425 nördlich Stein­bach, Adnachbrücke, Grüningshofen und der Brücke 1690 Meter östlich Eglin.

Der Bericht von 11 Uhr abends lautet: In Belgien konn­ten einige französische Angriffe längs des Kanals von Dpern, westlich H 0 l l e b e ke, vorankommen. Mehrere heftige Gegen­angriffe wurden zurückgeworfen. Der Bahnhof von Commerce wurde von aus sehr großer Entfernung feuernden Batterien beschossen. Der Schaden ist unbedeutend. Im Elsaß wurde ein Offenfivstoß des Feindes nordwestlich Cornay zurückgewor- fen. Von der übrigen Front ist nichts zu melden.

Das zur Rirche zurückgekshrte Krankreich.

lid. Rotterdam, 15. Dez. Aus Rom wird gemeldet: In ganz Frankreich finden Bittgottesdienste für die verbündeten Armeen statt. In der Notre-Dame- Kirche amtierte der Kardinal Amiette. Überall nahmen die Behörden sowie die früher antikleri- k a I e n Kreise an den Veranstaltungen teil.

Englands Verlogenheit.

Ein treffendes schwedisches Urteil.

L. G. Gegen die Verwendung von farbigen Truppen durch die Engländer nahm vor kurzem in bemerkenswerter Weise auch eine schwedische Zeitung, derAppell", Stellung. Es heißt da, aus London sei nicht der geringste Kommentar, kein Wort des Unwillens oder des Abscheus über die Ver­wendung der Inder und Neger mitgeteilt worden. Aber, so heißt es dann weiter,laßt eine deutsche Kugel ein Schloß treffen, eine Kirche oder irgendein dem Luxus dienendes Ge­bäude in Belgien oder in Frankreich, ja, dann gibt es Leben in der Presse Englands. Und welch ein Wesen und Geschrei! Da wird mit großem Abscheu vo» Barbarei geschrieben, und kleine Schulmandarinen steigen auf ihre Katheder und halten Vorlesungen über Kultur. Aber das indische Messer ist nicht zu allen Zeiten bewundert worden. Bes dem großen S e a p 0 h - A u f st a n d, als Indien sich von England frei machen wollte, da wurde dieses lange scharfe Messer in der englischen Presse nur mäßig geschätzt. Damals betrachtete man es als ein Symbol der Barbarei und gemeinsten Hinterlist, als die Waffe einer niedrigeren Rasse gegen eine höhere und kulturbringende. Jetzt aber lautet es ganz anders! Wenn diese gekauften Helden und Halbwilden aus dem Heimatlands der Cholera, des Tigers und der chronischen Hungersnöte zum Kampf in Europa auf Flanderns Gefilden gegen deutsche Bauern und Handwerker, - Studenten und Kaufleute gefichrt werden, gegen die zu einem gleichen Zweck verbrüderten Söhne einer großen Kulturnation, da natürlich kämpfen die Wilden für Freiheit und Zivilisa­tion!"

Eine verständige Äußerung eines englischen Artillerieoffiziers.

W. T.-B. London. 15. Dez. (Nichtamtlich) In derTimes" schreibt ein Artillerieoffizier: Die Beschießung von Kirch­türmen und allen hohen Gebäuden ist u n e r l ä tz l i ch. ES ist unsinnig, über die Zerstörung von großen Gebäuden sich zu beklagen, gleichgültig, ob es ein Rathaus, eine Kirche oder eine Fabrik ist. Wir beschießen sie gerade so wie die Deutschen.

! Die Offiziere beider Parteien benutzen sie für Beobach­

tungSzwecke. Jetzt geschieht es in Frankreich, später kan» es mit dem Kölner Dom ebenso ergehen. Wir sollten lieber die lauten Klagen vermeiden, um nicht später für Schein­heilige zu gelten.

Komitees zum Wiederaufbau zerstörter historischer Gebäude.

hd. Haag, 15. Dez. Hier wird die Bildung eines Komitees vorbereitet, das nach Schluß des Krieges der bel­gischen Bevölkerung helfen und für den Wiederaufbau der zerstörten historischen Gebäude sorgen soll.

Die russischen Gstseehäfen und das Eis.

Wenn die russische Flotte in der Ostsee überhaucht aktionsfähig ist, wovon man bis jetzt allerdings. kaum etwas gehört hat, dann hat diese Aktionsfähigkeit mit dem einsetzenden Winter ihr Ende erreicht. Der ein­zige eisfreie Kriegshafen, den Rußland in der Ostsee besitzt, ist Li bau, das bskanntlich durch die deutschen Krisgsfchiffe gesperrt wurde. Kronstadt friert von Mitte November bis Ende^ April vollständig zu, ebensoWiborg/Frederikshamn (westlich vonWiborig), Narwa, Helsingfors, der ganze Rigasche Meerbusen und Reval. Das Eis erreicht bei Kronstadt % bis 1 Meter Tiefe. Im Finnischen Meerbusen suchte sich Rußland öfter rnit Hilfe von Eisbrechern eine .Fahrrinne zu halten, sür welchen Zweck unter anderem die Eisbrecher Jermack" undMurtaja" dienen. Aber bei strengen Wintern versagen auch diese, da sich die Eisinassen des Finnischen Meerbusens nritunter zu nichreren Metern dicken Eiswällen Kgfammenschieben. In Hangö, dem finnischen Winterhafen, wurden bekanntlich schon bald nach dem Ausbruch des Krieges die wertvollen .Hafen- einrichtungen durch den Irrtum eines russischen Marineoffiziers zerstört, und bei H e r m a n n s ö , öst­lich von Hangö, wo die Eishindernisse leichterer Art sind, dürften die Aiibesten zu dem neuen Flottenstütz­punkt, den sich Rußland dort schaffen wollte, noch nicht weit gediehen sein. Was unter solchen Verhältnissen die 5 englischen Unterseeboote, denen es angeblich ge­lungen sein soll, unter Verletzung der Neutralität Däne­marks und Schwedens in die Ostsee zu konrmen, nwchsn sollen, ist nicht ersichtlich, denn einen sicheren Zufluchts­ort können sie nirgends finden. Die Versuche, durch kanadische Eisbrecher den Hafen von Archangel frei» zuhalten, sind nicht geglückt.

Die Schiffahrt nach Archangelsk.

W T.-B. Petersburg, ,15. Dez. (Nichtamtlich) In Archangelsk befinden sich ungeheure Mengen aller möglichen Güter aus England und anderen Ländern, u. a. eine halbe Millionen Tonnen Kohlen und mehrere tausend Tonnen schottische Heringe, Maschinen, Baumwolle und Chemikalien. Da der Winter außergewöhnlich milde ist, hofft man, die Schiffahrt bis Mitte Januar fortsetzen zu können.

Verhaftung von 8 finnischen Landtags- Rbgeordnsten.

. Stockholm, 15. Dez. In Helsingfors wurden am Dienstag 8 finnische LandtLgsablgeordnete unter Nichtachtung der Immunität festgenommen und nach Petersburg unter militärischer Bewachung ge­bracht. Sie sollen mit den sozialistischen Dümavbgeord- neten, die in Petersburg verhaftet wurden, hochver­räterische Bcziehmrgen unterhalten haben.

Glückwünsche aus Rußland.

hd- London, 15. Dez. Das offizielle englische Presse­bureau meldet: Das Admiralitätssekretariat teilt mit, daß

cs aus Petersburg folgendes Telegramm erhalten habe: Nachdem ich von dem glänzenden Siege unterrichtet worden bin, den Admiral Frederic S t u r d c e gewonnen hat, beeile ich mich meine eigene sowie des Heeres und der Flotte herz­lichsten Glückwünsche zu senden. Diese glänzende Tat der englischen Flotte trägt dazu bei, das unerschütterliche Ver­trauen zu einem endgültigen Siege für die Sache der Ver­bündeten. zu stärken, gez. Großfürst Nikolaus.

Belgrad wieder geräumt.

W. T.-B. Wien, 15. Dez. (Nichtamtlich) Vom südlichen Kriegsschauplatz wird vom 15. amtlich gemeldet: Die durch die notwendig gewordene Zurücknahme des eigenen rechten Flügels geschaffene operative Lage ließ cs ratsam erscheinen, auch Belgrad zunächst, a u f z u g e b e n. Die Stadt wurde kampflos geräumt. Die Truppen haben durch die über­standenen Strapazen und Kämpfe wohl gelitten, sind aber vom besten Geiste beseelt.

Der heilige Rr'eg.

hd. Konstantinopel, 15. Dez. Aus Bagdad wird be. richtet, daß die schiitischen Oberhäupter Scheich ül Scheris, Scheich Said-Ali und Said Mnstbafa zahlreiche Krieger auf einem Dampfxr nach B a s s 0 r a gebracht haben, um sie zum Kampfe gegen dr« Engländer zu führen.

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