Seite 4. Abend-Ausgabe. Erstes Blatt.
Die Wahl des Präsidiums.
W. IVB. Konstantinopel, 15. Dez. (Nichtamtlich.) Die Kammer wählte H a l i - B e i mit 126 gegen 1 Stimme von neuem zum Präsidenten. Zu Vizepräsidenten wurden gewählt der Emir Eli-Pascha, ein Bruder des Führers der Aufständischen in Marokko, und Hussein Dhahid.
Der Zwischenfall Non Hodeida.
O Berlin, 14. Dezember.
Wenn der italienisch-türkische Zwischenfall unangenehme Weiterungen bringen soll, dann wird das nur geschehen, weil eine der beiden Regierungen ein I n - t e r e s s e au der V e r s ch ä r f u n g der unangenehmen Angelegenheit hat. Aber diese Voraussetzung darf inan ruhig als vollkommen grundlos bezeichnen. Was die Pforte betrifft, so ist es ohne weiteres klar, daß sie dringend wünschen muß, die Ungeschicklichkeit eines untergeordneten Beamten nicht zum Ausgangspunkt einer schlimmen Verwickelung werden zu lassen. . Für die törichte Verfehlung dieses Beamten wird gewiß Genugtuung gewährt werden, und man kann sich leicht denken, daß, wofern das noch nötig sein sollte, entsprechende Ratschläge von Berlin aus nach Konstantinopel werden gerichtet werden. Freilich hat o onnino bei der Besprechung des Zwischenfalls sehr scharfe Worte gebraucht, lind man möchte fragen, ob diese bis dicht an die Grenze des Zulässige n gehende Sprache durchaus nötig war; vielleicht jedoch wurde sie beliebt, um den Parteien, welche die Regierung in einem uns abgünstigen Sinne zum Heraustreteu aus der Neutralität drängen wollen, rechtzeitig den Vorwand zu rauben, daß die Verletzung der italienischen Jnteresscu allzu leicht genommen werde. Immerhin wird man dringend wünschen müssen, daß die bedauerliche Angelegenheit möglichst schnell aus der Welt geschafft werde, zumal hinter ihr noch eine zweite schwierige Auseinandersetzung zwischen Italien und der Pforte droht, wofern sich die Mitteilung bestätigen sollte, daß ein in Beyrut verhafteter italienischer Journalist, als er einen Fluchtversuch machte, von seinen Verfolgern erschossen worden sei. Man sieht, es ist Zündstoff da, und unsere Feinde werden eS sich sehr angelegen sein lassen, ihn zur Entladung zu bringen. Allerdings ist der bewährten Klugheit der italienischen Staatskunst zuzutrauen, daß sie, je größer die Lockung wird, desto mißtrauischer prüft, was sie ivert ist, aber darüber dürfen wir uns auf der anderen Seite nicht täuschen, daß die Stellung der Regierung inmitten der sich durchkreuzenden Ansprüche schwierig ist. Salandras Ankündigung, Italien werde sich bei einer dl euvcrtc 1 1 u n g der Kräfte im Mittel ui e e r nicht aus sch alten lassen, !hat einen Doppelsinn und sollte ihn haben. Es fragt sich immer, welche der beiden Möglichkeiten, die den italienischen Staatsmännern dabei Vorschweben, für sie nicht bloß die größere Bedeutung, sondern auch den Vorteil schnellerer Erreichbarkeit hat. über diese Probleme laßt sich selbstverständlich nur andeutungsweise sprechen, wir dürfen uns jedoch sagen, daß wir bei sorgfältigerer Prüfung keine Veranlassung haben, von dem immer noch verbündeten Apenninenstqat zu glauben, er werde den Werbungen des Dreiverbands nachgeben. Nur gar zu leicht haben wir uns die Aufgabe nicht zu denken, die unserer Diplomatie auf diesem dornenvollen Gebiete der auswärtigen Politik erwächst. Fürst B ü l o w jedenfalls wird ebenso wie der Reichskanzler wissen, daß eine harte Arbeit zu bewältigen ist.
Englische Verluste im Persischen Golf.
T. U. London, 14. Dez. Aus den Verlustlisten der englischen Marine geht hervor, daß im Persischen Golf die englischen Kriegsschiffe „Ocean" und „Espiegle" operiert haben. Die Mannschaft des „Ocean" hatte an Toten einen Offizier und sieben Verwundete; auf der „Espiegle" ist ein Mann verwundet.
Versprechungen des Dreiverbandes in Persien.
Teheran, 14. Dez. Die Mächte des Dreiverbandes versprachen Persien die Städte K c r b e I a und Nedschef in Türkisch-Arabicn, wenn Persien streng neutral bleibe.
Oie Neutralen.
Oie wafsenst'llstandsbemühunaen des Papstes.
Auf tvclchcr Seite das Verständnis für den religiöshumanen Gedanken war!
WYT-B. Köln, 14. Dez. (Nichtamtlich.) Die „Köln. Ztg." meldet aus Berlin: Die Anregung des Papstes, eine kurze Waffenruhe über Weihnachten herbeizuführen, fiel bei der Mehrheit der kriegführenden Mächte aus einen günstigen Boden. Besonders äußerten sich Deutschland und Österreich-Ungarn sofort gustimmend. Auch die Türkei war bereit, dem Wunsche der Kurie Rechnung zu tragen. Der Widerspruch gegen die päpstliche Anregung ging von Rußland und Frankreich aus, die bestimmt ablehnten, auf den Vorschlag einzugehen. Die Ablehnung Frankreichs erscheint in einein besonderen Lichte, da neuerdings die französische Poltik den Anschein hervorzurufen suchte, als bringe sie mit. iMcksicht auf das sogenannte katholische Protektorat Frankreichs im Orient wie auch aus anderen Gründen dem Vatikan freundschaftliche Gesinnungen entgegen, Durch ihre Zustimmung zu dein Vorschlag zeigten Deutschland, Österreich-Ungarn und die Türkei, daß sie für den religiös-humanen Gedanken, der dieser Anregung zugrunde liegt, volles Verständnis haben. Auch das ist eine Widerlegung des sinnlosen Vorwurfes der Barbarei, mit tvelchem. unsere Feinde gegen uns zu wirken suchen.
per schweizerische Krmeestab gegen die Märchen von deutschen Greueltnten.
W. T-B. Bern, 14. Dez. (Nichtamtlich.) Das Presse- bureau deS schweizerischen Armeestabes plant aus Anlaß der leichtfertigen Verbreitung von Gerüchten über angebliche Greueltaten der deutschen Truppen durch Schweizer Bürger eine vorläufige Untersuchung auf Grund der Militärstrafprozeßordnung und zitiert dabei eine bundesrätliche Verordnung vom 10. August 1914, die für derartige Fälle eine Bestrafung vorsieht. Das Pressebureau führt unter den Beispielen das Gerücht auf, deutsche Schwestern des Roten Kreuzes hätten den Verwundeten Gift statt
W ie sbadens? Tagdlalt. _
Serum eingeimpft. Diese Gerüchte haben sich, wie die anderen alle, als gänzlich haltlos herausgestellt. Die Mitteilung schließt: Ohne ans der Reserve der Neutralität herauszutreteii, kann die Militärbehörde nicht umhin, angesichts so lehrreicher Beispiele der Presse und der Bevölkerung klar zu legen, gegen solche sensationellen Gerüchte auf der Hut zu sein. Die geistige Wappnung gegen tendenziöse Beeinflussung gehöre mit zu den Aufgaben der Neutralität.
Italiens Interessen und der ttrieg.
W- T.-B. Mailand, 14. Dez. (Nichtamtlich.) „Sole", das hervorragendste, täglich erscheinende Finanzhandelsblatt, bespricht die handelspolitischen Folgen des Krieges für Italien und kommt dabei zu dem Schlüsse, daß Italiens Interessen durch einen Sieg Englands und Frankreichs keine Förderung erfahren würden. Beide Mächte hätten schon setzt die Herrschaft inr Mittelmeer an sich gerissen und würden dann noch verstärkt, um von ihren Wachtposten Gibraltar, Suez, Bizerta und Malta nodj stärker auf Italien d r ü ck c n zu können und ihm jede Entwicklungsfähigkeit zu rauben. Die Verstärkung der d e u t s ch e n Flotte im Mittelmeer würde dagegen zur Herstellung des G l c i ch g e w i ch t es unter den Großmächten zum Vorteil Italiens beitragen. Vielleicht könnten dann sehr wahrscheinlich, da keine Verringerung der Machtstellung Italiens in der Adria zu befürchten ist, durch friedliche diplomatische Verhandlungen auch die diesbezüglichen Wünsche Italiens ihre Erfüllung finden.
Oie Erklärung der italienischen Neg-'erung iin Senat.
\Y. T.-B. Rvm, 15. Dez. (Nichtamtlich.) Im Senat wurden die Mitteilungen der Regierung besprochen. Alle Vertreter sprachen dem Kabinett Salandra ihr Vertrauen aus zu öem Vorgehen, das den Jntertssen Italiens vollkommen entspreche und wenigstens die Neutralität erkläre. Barzellotti erklärte inr besonderen, er billige die Erklärungen der Regierung, die gleich weit entfernt von einer absoluten Neutralität wie von einem Krieg um jeden Preis seien. Er wünsche, daß in einem g ü n st i g e n Augenblick Italien intervenieren werde, nicht mit Waisen, .sondern durch eine inächtige drohende Anre g i! n g z um Frieden, nur zu verhindern, daß die Umwandlung der früheren geo- g r a v h i i ch c n und politischen Gestaltung sich zu seinem N a ch t e i l e entwickele. Er fügte hinzu, daß, wenn einerseits der siegreiche Vorm a r s ch Ä st e r r e i ch - U n g a r n s auf dem Balkan die Interessen Italiens schädigen würde, es andererseits unbestreitbar sc: daß bei einer Vernichtung der Zentral- k a i f e r in e. ch t e das Adriatische Meer ein s l a w i- sches und das Mittelländische Meer ein englisch- ßranLv fisch es Meer werden würde. (Beifall.) Das Land erwarte, daß cs von dcrRegierung, zu der es Vertrauen li-rb? geführt werde.
Englische und französische Behinderung des italienischen Handels.
W, T-B. Zürich, 14. Dez. (Nichtamtlich.) Die „Neue Zürcher Ztg." schreibt: Der italienische Gesandte in Tokio telegraphierte seiner Regierung: Die englische Regierung hat den Schiffahrtsgesellschaften die Annahme von nach Italien bestimmter Seide verboten, außer wenn diese von einer doppelten Bescheinigung des endgültigen Abnehmers und von einem von dem Schifsskävrtän und dem Konsul beglaubigten Ausweise begleitet ist. Die bereits schwimmende Ware mutz daher auch nach Marseille geleitet werden, wo anscheinend dieselben Vorschriften herrschen.
ZV. T.-B. Zürich, 14. Dez. (Nichtamtlich.) Wie die „Neue Zürcher Ztg." meldet, hat der Vorstand der Getreidebörse in Mailand an den Minister des Äußern Sonnino ein Telegramm gerichtet, in tvelchem energische Maßregeln für die sofortige Freilassung der willkürlich in Gibraltar, Nizza und Malta festgehaltenen Dampfer „Heigall", „Barsch" und „Tellus" gefordert werden, die Getreide für Mailand an Bord führen.
Zur Internierung des Dampfers „Delia" in Holland.
ZH. T.-B. Antwerpen, 14. Dez. (Nichtamtlich.) Zu der Notterdamer Meldung über die Internierung des Dampfers „Delia" wird von unicrrichietcr Seite mitgeteilt, daß eS sich um eine vorher mit den deutschen Behörden verabredete, durchaus normale Maßnahme handelt. Die „Delta" wird während der Internierung ausgebessert.
Die Neutralität Bulgariens. Lockungen ves Dreiverbandes.
ZV. T.-B- Paris, 14. Dez. (Nichtamtlich.) „Petit Parisien" schreibt: Die bulgarische Regierung erklärte in der vergangenen Woche den Dreiverbandsmächten wiederum, daß sie gewill: fet, die strengste Neutralität zu wahren. Das'Blatt fügt hinzu: Die Verpflichtung, die Bulgarien dem Dreiverband gegenüber eingegangen ist, wird diesem Lande künftig Nutzen bringen. Die Verbündeten werden sicherlich die geleisteten Dienste 'anerkennen. Dem Kabinett in Sofia eröffnen sich glänzende Aussichten bezüglich S hraziens und gewisser mazedonischer Gebiete.
Line Zusammenkunft der Nönige von Schweden, Dänemark und Norwegen.
ZV. T.-B. Stockholm, 15. Dez. Auf Einladung des. Königs von Schweden findet am Freitag, den 18. Dezember, eine Zusammenkunft zwischen den Königen von Schweden, Däne- mark und Norwegen in Mal in ö statt. Die Könige werden von ihren Ministern des Äußern, begleitet sein. Die Zusammenkunft ist ein Ausdruck für das gute Verhältnis zwischen den nordischen Reichen und für die zwischen ihnen bestehende vollständige Einigkeit, die bis jetzt beobachtete Neutralität aufrechtzuerhalten. Die Zusammenkunft bezweckt insbesondere Gelegenheit zu geben, sich über die Mittel zu beraten, die in Frage kommen könnten, um die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die der Kriegszustand für die drei Länder mir sich bringt, zu begrenzen und zn hemmen.
Die amerikanischen Rüstungen.
hd. London, 14. Dez. Nach Telegrammen aus Washington trifft die amerikanische Regierung umfassende Vorbereitungen zur Heeresverstärkung. Es sind Aufträge erteilt worden zum Ankauf von 5 L e n k l u f t sch i f f e n, 50 Panzerautomobilen, 50 Stück schwerer F eld a r t i ll e r i e, 20 Stück Festungsartillcrie schwersten Kalibers, 5 0 Wasserflugzeugen und 1 0 U n t e r se e b o o t e n. . .
Dienstag, 13. Dezember 1914.
Nr. 584.
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Bus Stadt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Vas Eiserne tkreuz.
Mt. dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurden. auSgczeich^, der Veterinär der Reserve tm Fußartillerie-Regim-ent M. Dr. Bernhard Wenz, Sohn der Frau Marg. Wenz Wwe- Wiesbaden; der Leutnant d. L. Boos, ftüher PolizetUst missar in Biebrich fr. Rh.; der Unteroffizier d. R. int Res«»» Infanterie-Regiment 87 Heinz Sililiefe aus Wiesbaden;^ Haupimann tm Infanterie-Regiment 88 Zickendraht 0* Herborn; der Führer einer Vstrschinengewehrabteilung im / fanterie-Regunent 87 Bankbeamter Wilhelm B a l z e r 0? Schi erftein a. Rh.; der Unteroffizier im Pionierbataillon - Wilhelm Schrocdcr ans Schierstein; der Offizterstellvr treter Gustav D o ß aus Altendiez; der Gefreite Ferd. aus Burg; der Gefreite H e l l-e r aus Herborn; der Reserm Otto Anrand von Rittershausen; die Unteroffiziere o R u in bolz und Georg S t e i n b a ch und der Gefreite Rosenthal von Wetzlar; der Unteroffizier Fritz lll von Garbenheiin und der Reservist Wilhelm Schmidt» Stockhausen.
Das-Eiserne Kreuz 1. Klasse erhielt Hauptnmnn Scheven im Füsilier-Regiment 80, der am Anfang “ Krieges bereits das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten hd-
Eine Liebesgabenfahrt nach einer Zlieger-Etapp^ Station.
Im Auftrag des „Richard-Wagncr-Bundes deuE Frauen" hat kürzlich Herr Amtsgerichtsrat Dr. H at ® m ii t h die von diesem Verein für die deutschen Flieger g/A melken Liebesgaben nach der Flieger-Etappenstation bei - in Frankreich gebracht. Seinem Bericht über diese Lt^ gabensahrt entnehmen wir folgendes: Die zahlreich cin/A^ gcnen Gaben sind, in 17 Kisten verpackt, zunächst ini" Eisenbahn nach Saarbrücken befördert worden. Dort lvUft, sie einem Flieger-Lastkraftwagen beigepackt. Die Fahrt gj nun über Diedenhofen nach Longioy und von da aus wem zu der in der Nähe von M. liegenden Flieger-Ekappenstat^ Wir wurden von dem Flieger-Offizierkorps mit S^L Freundlichkeit empfangen und an den sehr einladend ged»"' Abendlisch geleitet. Nach dem Abendessen saßen wir sehe & mütlich im Salon um das prasselnde Kaminfeuer herum einem Glase „Rcichelbräu". das eine der mitgebrachten Km in ,Fleischen enthalten hat. Was wir über die Tätigkeit und Leistungen der Flieger und über die Aussichten und Bordes tnngen für die kommende Zeit erfuhren, !var derartz datz das patriotische Empfinden mit hoher Freude und «tolz sj, füllte.. Die feste Zuversicht auf den endgültigen und voll'/ menen Sieg, auch gegen den Hauptseind England, welche s allen diesen Mitteilungen hervorleuchtete, stärkte die bv schon gewonnene Überzeugung, daß unsere Sache gut ist„ Die Freude und Dankbarkeit der Herren über die Reichhmst keit und Zweckmäßigkeit der Gaben war um so größer/ wärmer, als bisher noch keine einzige Liebesgabe zu *
gekommen war. Dies hat wohl darin seinen Grund, daß Offiziere und Mannschasteu der Fliegerstaiion (in M. UW» Bestand 6 Offiziere und 150 Mannschaften) aus den ver)/.
densten Regimentern und aller Gattungen zusammengcst| sind und somit eines Heimatsortcs entbehren. DahM . wohl an die Flieger bisher nicht besonders gedacht Es wurde nun beschlossen, daß die Wollsachen und Gebraus gegenstände sofort an die Mannschaften verteilt weft>enstst ten, daß dagegen ein Teil der übrigen Sachen für die nachtsbescherung aufbewahrt werden sollen. Eine Weihnast,, fcier ist bereits in Vorbereitung. Die Dorfkirche ist fii r . - heiligen Abend von der Abteilung gesichert. Am Nach/'.;, wurde der Flugplatz, besichtigt. Heute sollte wieder ein flug über V. unternommen werden, trotzdem bittere K herrschte und der vorher klare Himmel sich mit Wolken zu ziehen begann. Ein Doppeldecker stand bereit und wurde ^ einem Offizier als Beobachter und einem Unteroffizier st Lenker bedient. Bald erhob sich das Flugzeug in die Vst, Es schrieb einige Kreise, um die Höhe zu gewinnen, mw ^ schwand in der Richtung auf V. In zwei Stunden Rückkehr erfolgen. Dieselben waren lange verronnen-. ^ saßen bereits bei der Abendtafel, und dennoch war bei n / 1 jii Nachbar, dem Abteilungssührer, keine Spur von Unruh»- mich längst erfüllt hatte, zu bemerken. Endlich erschien^ Ordonnanz und meldete meinem Nachbar ganz leise, der ^ Leutnant sind soeben gelandet. Dieser , kam dann nach »'»J Zeit herein, munter und vergnügt, nur stark stierend-, st,: Einnahme heißen Tees erzählte er, daß sic über V. fa%>i Zeit geflogen seien, aber die Bomben nicht hätten abw» st, können, weil ein Dcotordesekt sie gezwungen hätte, ein V ^ fliegen zu unterlassen. Bei der Rückfahrt seien sie in gekommen, wodurch die Orientierung erschwert und die ^ kehr verzögert worden sei. Sie seien von V. gründlich- $ ohne Erfolg, beschossen tvorden. Er schloß: Morgen ver^^- ich es noch einmal, dann muß es besser glücken- Das ^ kam so einfach und ruhig heraus, als ob cs sich um ei/ V gefahrlose und selbstverständliche Sache handele, die cG st sondere Erwähnung gar nicht wert sei. Am folaendcn wurde in aller Frühe bei größer Kälte die Rückfahrt •nad) Metz angetretcn. Mir wurde hierbei der Aufttag i ^ ollen freundlichen Gebern in Wiesbaden den wärmstrst^ herzlichsten Dank der Empfänger der Liebesgaben zu y Mitteln. -Der Dank kommt auch in einem Dankschreiben ^ Ausdruck, das der Verein erhalten hAt. D?ni Schreib»''^ ein Gedicht beigesügt, dem wir die folgenden Verse entney
„Wir liegen in einem stanzösischen Schloß- Wir liegen in Himmelbetten,
Uns grüßen Grafen hoch zu Roß Behängt mit güldenen Ketten.
Was nützen uns Bilder, was nutzt uns das Wir wollen zu effen haben!
Wir möchten eine Heimatstadt.
Wir möchten Liebesgaben!
Still wird's, da borch, Inas ist denn das!
Wer kommt so spät durch die Nacht? . ^ Die Tür geht auf: „Grüß Gott, meine Herrn- Ltöbesgaben Hab' ich gebracht."
Und er bringt Kisten auf Kisten herbst.
Mit Wein. Zucker. Käs'. Ma nreladen,
Und sagte dann freundlich: „Meine Herren,
Ein zärtlicher Gruß aus Wiesbaden."
Schickt Wieder Liebesgaben ihr her Seid rnit zuckernen Herzen spärlich.
Für Mädchen und für Flieger ist.
So . etwas zu gefährlich."
