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-Abend-Ausgabe

Mksbadener iMlatt

40. Aabraana. m.

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8

40. Jahrgang.

Verlag: Langgasse 27.

A2,OOO Avormentrn

Uo. 303

Freitag, der» 1. Juli

1892.

Die Deutsche Reichsmarine

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Seele gefangen hielt." Aber dieser frohe Weckruf tönt mir nun aus Busch und Feld entgegen, auch die Menschen rufen mir mit ihrem heiteren Gesicht Friede und Glück zu. Und so öffne denn Deine Seele den köstlichen Harmonicen, die sie umtönen, sprenge mit vollem, tiefem Aihemzuge die Fessel dre sie so lange umschloß und fange an zu glauben, daß das Leben kein Fluch, sondern ein Segen ist. Sollte es aber nur ein seliger Traum sein, in dem Du wandelst, so greb auch ihm Dich hin und klammere Dich sest au ihn, daß er nicht fo_ bald entrinne, wie das flüchtige Frühroth vor dem Tagesstrahle. Und zerfließt der trügerische Traum in Nichts so bewahrt ihr verschwiegenen, weißen Blätter mir sein Andenken, Euch will ich die Wunder erzählen, die mir geschehen."

20. Juli. Die liebe böse Tante! Als wir gestern Abend von einem gemeinsamen Spaziergange heimkchrten, forderte mein neckisches Brüderchen Fernau zu einem kleinen Wett- laute am linken Ufer unseres Sees auf. Als dieser sich er dringender und sagte, daß auch ich mit- csA s* ,.$[}ne. 3U fragen, ergriff er mich bei der tzand unb~ ich lief mit. Fernau that dasselbe und nach wenigen iLecunden hatte er uns eingeholt und besiegt. Und die Tante. Mit inniger Freude in den thränenscuchten Augen umarmte sie mich, nannte mich mit kindlichen Schmeichelnamen und sagte, daß sie diesen Tag nie vergessen werde; jetzt werde auch sie noch einmal jung und glücklich werden. Erstaunt und ernst sah Fernau die Scene mit an- als er jedoch meine Verlegenheit gewahrte, nahm er schnell' Franz bei der Hand und zog ihn mit sich fort. Ich hätte das auch nicht thun sollen; was muß er von mir denken und gewiß hat er die Worte der Tante verstanden. Doch dankbar bin ich ihm, daß er mich Nichts gefragt hatwas hatte ich ihm nur antworten sollen? Ich weiß es nicht, ob ich jemals als Kind auf grünem Rasen spielend gelaufen

Helgoländer Bricht so gefährlich durch unregelmäßige Strömungen und ihre Untiefen, daß schon dadurch die feindlichen Schiffe in eine höchst unsichere, ihre Thalkraft lähmende, Lage versetzt Redner ging nun des Näheren auf unsere Schiffe selbst ein und Mar in erster Reihe auf die Paiizerschiffe. Von ihnen besitzen wir nicht weniger als sechs verschiedene Formen und die siebente ist im Bau. Das sieht sehr nach Expcrimentircn aus, liegt aber in den Verhält- N'sscn durch die sich stets drängeiiden neuen Erfindungen; jede ?o^0n.-n,up diesen Rechnung tragen. Die ersten Panzer hatten 12 Zentimeter Starke und waren gegen die damaligen Geschütze un­durchdringlich. Dann kanicn die gezogenen Kanonen und es begann ein Kampf zwischen Panzer und Kanone, der heute noch nicht be­endet ist, wenngleich im Augenblick der Panzer den Sieg gewonnen zu haben scheint. Er ist nicht nur bis zu 60 Zentimeter Stärke gewachsen sondern erhält aiich durch besondere Legirnng bedeutend gropere Widerstaiidsfahigkelt. Gegenwärtig sind Schießproben mit einer neuen Legiernng vorgeuoinmcn, bei denen Nickel eine Rolle « * k 8tonr dscs eine deutsche Erfindung und Geheimuiß. Nach dem was dem Redner ein Augenzeuge mitgetheilt, sollen selbst auf nuri lOOMeter Entfernung die schweren Geschosse kaum merkliche Eindrücke zuincklanen und leichtere wie Gummibälle zuruckprallen Es ist anzunehincu daß Helgoland mit einem Geschütz bewaffnet werden wird,, das den, Feinde eine Annäherung auf zwei deutsche Meileu verbietet. Mit ber ausführlichen Beschreibung der Formen, Bauart, Armirnng und Schnelligkeit (die Avisos erreichen die eines Schnellzuges) der einzelnen Schiffe, mit der Schilderung der Bc- dentuiig der Manne für die Erwerbung und Erhaltung unseres c.olomalbesitzes, sowie der Ausbildung der Seeoffiziere, kam Herr Admiral Werner zu dem Schluffe: Die Grundlage ist gegeben. Untmiehmmiasgeist, Ausbauer, Thatkraft und Arbeitsamkeit, Eigen- schafteu, welche die Vorsehung dem deutschen Volke verliehen, und durch die es so Gröhes erreicht, werden auch auf diesem Felde ihm zur Seite stchni, um die Kolonien zu Quellen wachsender Macht, zunehmenden Wohlstandes und gesteigerten Ansehens für das deutsche Reich zu machen. Was an der Marine liegt, um dieses zu fördern so wird sie m vollem Maße ihre Schuldigkeit thuu. Sie wird von Offizieren befehligt, welche an seemännischer Tüchtigkeit und Leistnngs- fahigkeit mit allen anderen Nationen dreist in die Schranken treten können, an Pflichtgefühl, hingebender Treue, Diensteifer und Tapfer- keit den Offizieren unserer Landarmee ebenbürtig sind. Ein gleiches Lob verdienen die Mannschaften. Viele Tausende von ihnen sind mir wahrend meiner laugen Dienstzeit uiiterstellt gewesen und ich habe sie immer gleich brav, tüchtig und zuverlässig gefiindeu. -Ob im Kampfe nut ©turnt und See ober mit menschlichen Feinde», stets haben sie allen Anforderungen entsprochen, die man irgend an sie stellen konnte, im Auslande sich überall Ansehcil und Achtung erworben und ich nehme keinen Anstand, sie, ohne Besorquiß der Ueberhebung geziehen zu werden, für die Besten bet Welt zu er­klären, bie unter allen Umstänben unserem Vaterlaube Ehre machen werden. Ohne cm so gutes Menscheninatcrial wäre es auch gar nicht möglich gewesen, in dem kurzen Zeitraum von vier Jahr­zehnten aus Nichts eine solche Flotte zu schaffen, wie wir sie be­sitzen und die zu einem mächtigen Faktor heraugewachsen ist, mit de« auch die gropteil Seemächte wohl zu rechnen haben. Deutsch­land darf deshalb vollberechtigt mit Stolz und Vertrauen auf feine imtgc aber kraftvolle Marine schauen. Wenn es gilt, einem Feinde entgegenzutreten wird sie nicht auf dessen Zahl sehen und ruhmreich Impfen um entweder zu siegen oder ehrenvoll nuterzngehen D-m Redner wurde durch lebhaften Beifall wärmster Dank zu

Erscheint in zwei Ansgabe». Bezugs-Preis: In Wiesbaden und den Landorten nut Zweig- Expeditionen 1 Mk. 50 Pfg., durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. für das Vierteljahr.

Locales.

Wiesbaden, 1. Juli.

= Ans der Gesellschaft. Der Kaiser!. Botschafter in Lon- , ' mV1sff,!", ist zur Cnr tu Guts eingetroffen und hat ttt derVilla Dreis Wohnung genommen.

bin! Ihm das zu gestehen, hätte mich gepeinigt. Die Dante hat mir versprechen müssen, ihm keine Auskunft zu geben, wenn er fragt. Aber ich weiß, er wird nicht fragen! Die böse Tante!

22. Juli. Welch' ein Wunder ist mir die Veränderung mctne§ Vaters! Wer, wie ich, stets eine Scheu vor dem strengen Blicke und den blitzenden Augen desselben gehabt hat, wer nur so selten ein mildes Wort von ihm erhaschte, wird diese Veränderung doppelt wunderbar finden. Aber auch die Nachbarn, mit denen der Verkehr ein lebhafterer geworden ist, sehen meinen Vater mit erstaunten Blicken an Der verschlossene Manil findet offenbare Freude an fröh­lichem, geselligem Gespräch, er scherzt und blickt heiter aus den schönen Augen, die die Welt früher so feindselig an­schauten. Heute früh war er wieder auf meinem Zimmer wo er mich jetzt öfters besucht. Nachdem er mich mit freund- lichem Händedruck begrüßt, setzte er sich an's Fenster nnd blickte sinnend eine kleine Weile auf meine Blumen nnd in das dunkle Geäst der Buchen.Ich habe mit Dir zu reden , sprach er dann schnell, sich mit heiterem Lächeln zu mir wendend,komm, setzeDich zu mir. Du sollst mir rathen, wie wir es unserem neuen Hausgenossen in unseren dunklen Gemächern nach Kräften angenehm machen. Er verdient jedes Entgegenkommen schon wegen seiner Pflichttreue, doch ist er außerdem ein so umfassend gebildeter Mann, und an ein Leben in guten Kreisen so gewöhnt, daß wir ihn un­möglich hier gesellschaftlich verkümmern lassen können. Du darfst Dich seiner Gesellschaft nicht so entziehen. Ich sehe cs ungern, wenn Du nach der Musikstunde Dich sogleich mit cercmonieller Verbeugung empfiehlst nnd Abends gleich nach Tisch mit Frau Werner unser Speisezimmer verläßt, wo cs doch, zumal im Sommer, viel heiterer ist, als in diesen vier Wänden, die mir für Dich gar nicht mehr recht geeignet er­scheinen. Fernau ist ein seltener Mensch, von vielem Geist

Bch beginne in meiner Seele eine Umwandluna zu mhlen die mich erwärmt und erleuchtet, wie die Sonn? das EL ~tCvU ntc^ me^r die wogenden Empfin-

ntngen, die sie durchstromen; was so lange in mir webte mb dämmerte, drängt sich ans Licht und will Gestalt oe- vinitcn. Das Leben ist mir nicht mehr, was es war, eine lber mich ausgespannte, graue Nebeldecke, die mir auf Kopf nv Smn drückt und das Auge trübt himmliches Licht romt in die graue Dämmerung und läßt frische Lcbens- e.Ille dringen. Die Berge, die ich aus meines si^ters Zimmer sehe, sind nicht mehr von trübem Dunst Mosten goldiges Licht und herrliche Farben ruhen auf hter £r<?Icre" mein lechzendes Auge. Die Blumen

s. n penfter, die die sorgsame Hand der Tante

' bu'tcn suß und lächeln mir mit ihren frischen iS L Jülich zu und drüben liegt der See so t m "x ruhsll da, wie der ewige Friede. Die Zweige td hLnr,Tft$en%lnfen unb rauschen mir freundliche Grüße, Ä Art<n Sommervögel, die da droben ihr Nest ge- lies vs, Mbiliren ihre lebensfrohen Lieder. Das

" P * und sehe ich wie ich's in so vielen Jahren nie wn und geiehen und wo ich Hinblicke, ruft's mir freund-

.Lvei fröhlich und vergiß den Harm, der Deine

(8. Fortsetzung.)

Uersöhnt.

Novelle von Krnst Wichard Wnkkow.

Ich ergriff die mir dargcbotene Hand der Gräfin, steckte ei" und befand mich, die nen- ierige Gesellschaft Zoppots kurz abfindend, mit demselben >ald ans meinem Zimmer.

^lgende, das mit bedeutenden, festen Zügen ffsihneben war. Ein vorgehestetcs Blatt 'ctlthielt diese

bildete das Thema eines Vortrags, den Herr Contrc-Admiral a. D. Reinhold Werner in einer gestern Abend auf demNeroberg" stattgehabten Versammlung desWiesbadener Zweigvereins der deutschen Colonial-Gesellschaft" hielt. Den interessanten Schilderungen entnehmen wir das Folgende: Wenn irgend etwas geeignet ist, den Machtzuwachs, den Deutschland durch seine Einigung zu einem mächtigen Reiche erlangt hat, uns vor Angen zu fuhren, so ist es unsere Marine. 1848 waren wir vollständig wehrlos zur See und besaßen auch nicht das kleinste Kriegsfahrzeug. Das winzige Dänemark war damals im Stande, mit zwei alten Segelsregatten unsere gesammte Seeküste zu blockiren nnd den ganzen deutschen See- hanbel lahm zu legen. Zwar trieb die Erkeiintniß dieser Schmach dem deutschen Volke die Schamröthe in das Gesicht, ein Schrei der Entrüstung ging durch das Land und die sogenannte deutsche Flotte aus einigen Dutzend Ruderkanonenbooten, verschiedenen mangelhaften Segelschiffen und 9 Kriegsdampfern bestehend, tmirbe in verhciltuiß- matzig kurzer Zeit geschaffen, aber bald verrauchte ber Enthusiasmus; die Raben flogen noch um den Kyffhäuser, die erträumte Einigkeit wachte wieder der alten Zerrissenheit Platz unb um die Schande zu ^siegeln, wurde die deutiche Flotte an den Mess,bietenden versteigert Nur Preußen, in dem Gedanken seines deutschen Berufes unb in ber poffiiung auf eine bessere Zukunft, gab seinen Antheil an jener nicht auf unb baute auf der kleinen Grundlage weiter. Seine be- engten Geldverhältniffe, die Nothwendigkeit einer bedeutend zu ver­stärkenden Armee, um kommenden Ereignissen gerüstet entgegentreten M können. Theilweiser Mangel an Sympathie und Verständiiiß- losigkeit für eine Geltnngmachniia zur See seitens maßgebender Kreise ae- statteten jedoch nur ein sehr langsames Fortschreiten der Marine und überhaupt war es wohl nur der selbstlosen Hingabe, der Energie und Thatkraft des Prinzen Adalbert von Preußen zu danken daß sie doch nicht wieder ansgcgeben wurde. Bis zum Jahre 1864 hielt w sich nur gerade über Wasser. Mit der Eroberung der Elbherzoq- thumer und der Gewinnung des prachtvollen Kieler Hafens kam Kg hwein aber ihr eigentlicher Aufschwung beginnt erst mit der Gründung des norddeutschen Bundes im Jahre 1866

1- ,°h mnS b,anwIIgen Seftanb ist jetzt fast nichts mehr vorhanden I .' °ch Scbliebeu, für heutige Kriegszwecke unbrauchbar.

oll1, J J besitzen ist das Ergebniß der letzten 25

"b2", ®eutft6Innb darf mit Genugthung auf das in so kurzer K' ^^ch«ffcne und darauf hmblicken, daß seine Kriegsflaage auf allen

; ^bt- daß wir den Erwerb unserer Colonien allein unserer : Manne danken daß andere Seemächte mit ihr wohl zu rechnen

' A "bn-all Achtung und Anerkennung erworben hat und

ste die berechtigten, an sie zu stellenden Forderungen im Ernstfälle IfiiUmtoirb. An gefechtsfertigen Schiffen beläuft sich ihr gegen- 1nartiger Bestand auf 12 Panzerschiffe, 16 Panzersahrzeuae

3 areujerfregatteu, 7 Kreuzerkoivetteii, 2 geschützte Kreuzer 6 unge­nutzte, 8 Kanonenboote, 7 Avisos, 10 Schulschiffe und 8 Schiffe für andere Zwecke, sowie ei,blich 8 Torpedo-Div sions- unb ei One «9 5°^dobo°te. Im Bau befinben sich außerdem 4 schwere S.'ra!e' Panzerfahrzeuge von ber besonders zu in Schutze des kI£f,feÄcnnnl5 bestimmten Siegfriedklaffe, 1 Aviso, 4 Kreuzer

^"uz-r, welche in diesem und den nächsten Jahren fertig' m iM,Summa 15. Nach dem Gniudungsplan von 1894' den ^cuehuiigte, sollen bis zum Schluffe 1894 4 Panzer- ' 9 Panzerfahrzeiige, 2 Avisos, 6 Kreuzer und 7 geschützte Streujer gebaut fein in Summa 28 Schiffe. Der Reichstag hat sich aber genothigt gesehen, feinem früheren Beschlüsse entgegen die Banterrnine bedmitend hinaus zu schieben, was sehr zn bedauern undem großer Dehler ist. Unser Mannschaftsbestand stellt sich für f 059 -"ofllzlcre, 60 Maschinen-Jngenienre, 102 ?!erzte Maf»En"«nd a» 10,000 Unteroffiziere und Matrosen, 4700 ^r*^lncn' Handwerkerpersonal, 560Schiffsjungen mit24 ltuter= Mann" mirdann noch zwei Seebatailloue von 1400 l/iann mit 40 Offizieren, im Ganzen also rund 17 600 Köpfe

Anzeigen-Preisr ^Einspaltige Petitzeile für locale Anzeigen lo Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. Reclame» die Petitzeile für Wiesbaden 50 Psg., für Auswärts 75 Pfg..

Diese reichen zwar für die Besatzung sänirntlicher Schiffe nicht ans, aber bei einer Mobilmachung steht die nothwendige Ergänzung aus den Reserven und Seemachtpflichtigen in genügender Zahl zur Ver- fugung. Wenn die 1889 vom Reichstag bewilligten Schiffe fertig fern werden, )o kann unsere Marine die ihr in einem Kriege zu- fallende Aufgabe erfüllen. Diese besteht nach der jetzigen geographischen und politischen Lage Deutschlands im Küstenschutz, d. h. Freihaltung unserer deutschen Küsten von Blockaden, Verhiuderung einer feind- uchcn Laudiiiig an derselben und Schutz unseres Seehandels. Für Abwendung einer Blockade und Landung treten die gepanzerten erhiffe und die Torpedoboote, für Schutz des Seehandels die ver­schiedenen Arten Kreuzerschiffe ein. Durch den Ban des auch für uusirc größten Panzerschiffe gangbaren Nord-Ostsee-Canals, der 1895 befalltmt fertig sein soll, wird unsere Marine eine ungemeine Stärkung erfahren, da er uns in den Stand setzt, unsere gefammte Motte ungesehen vom Feinde in kaunt mehr als 24 Stunden von ber Norbsee nach ber Ostsee unb umgekehrt zu Werfen. Der Canal wurde aber sehr viel von seiner Bebeiiinng verlieren, wenn nicht Helgolaud deutsch geworden wäre und fein Besitz ist deshalb nicht hoch genug zu veraiischlagen. Der Austausch der Insel gegen einen Thcil unterer ostafrikanischen Besitzungen ist s. Z. von Colonial- sreunben viel getabelt worden, Redner kann aber diese Ansicht nicht tbcileu. Abgesehen von der nationalen Seite der Sache, daß ein deutsches Stück Erde sich ividerrechtlich in den Händen einer fremden ^ucht als Pfahl in unserem Fleische befand, betrachtet Redner nur b.te militärische Seite. Helgoland in englischem Besitz blieb stets

Punkt, unter dessen Schlitz eine französische Flotte sich sammeln, Kohlen ergänzen, Proviant nehmen und die Dlaunschasten sich von den Strapatzeu des Blockadeudienstes ausruhen konnte. Von dort aus überwachte sie die Mündungen der Elbe, Weser und Jade, tonnte das Auslaufen unserer Flotte aus ..elfterem Strom und ihren Ausiuarsch stören und dadurch hatte der Werth des Kanals sehr berlareu. Das ift nun vorbei Durch ein zweckmäßig mit schweren Geschützen be­festigtes Helgoland wurden deut Feinde diese Vortheile genommen Er kann nicht mehr unter dem Schutze ber Insel ankern und vor Allem feine Kohlen mitmhmen und das ist das wichtige Ein Panzerschiff kann für 10-12 Tage Kohlen mit sich führen Für Erganziing des Vorraths ist Helgoland, oder vielmehr der Witid- und Seeschutz ber Insel bet einzige Platz in der Norbsee, beim im offenen Meere geht bas n.cht ober wenigstens in so beschränktem Maße unb bann auch nur unter Voraussetzung von ganz ruhigeui Wetter, daß fein Admiral auf solche Ungewißheiten hin kriegerische Pluue gründen fauit, umsomehr als die Kohleuiiausportschifse schwerlich bie Flotte erreichen unb schon vorher burch unsere Tor- peboboote avgesangen und in die Tiefe versenkt werden würden Den Gcdanfen au eine Blockade oder gar an eine Landung, für welche sonst Helgoland unter fremder Herrschaft einen willfomtnenen Stutzplinf.t und eine geschätzte Operationsbasis abgeben würbe, ohne bie ein Eindringen in nnsereStröme nicht angängig ist, müssen die Franzoseu schon anfgeben und man sollte deshalb denken, daß der Besitz der Insel für uns werthvoller ist, als der dagegen abgetretene imferer Solonten. In späteren Jahrzehnten hätten diese vielleicht für Dentschland rationellen Nutzen abwerfen könnei, aber wnr.de dieser auch mir im entferntesten den Schaben aufwiegeii ben eLei9nn8nnnße Lahmleamtg unseres ganzen Seehandels oder tu>t Biaudschatzung oder Zerstörung unserer reichen seenadte uns. verursachen würde. Um letzteres zu verhindern

^u wir einige Armeecorps an unserer Nordküste aussielleu; koiinten wir. diese entbehren, ohne uns ber Gefahr auszusetzeit bei einem feindlichen Angriffe von beiden Seiten geschlagen zu werden Wt ^Esch'ck uiiseres Vaterlandes pieiszugeben? Jetzt

beelt die Marine iinsereKnlte und daß wir dies trotz unserer nume=

Schwache tut Vergleich zu ber französischen Flotte in der Eouuen, ohne die Ostsee zu sehr zu entblößen, danken wir dein Eriverb von Helgoland, der die aufgegebenen Colouialstrecken ge.Wtfj aufWiegt. Auch der Punkt ist dabei noch sehr wichtig, daß fffuerthurm der Insel auslöschen können. Ohne da? Heuer der ^nse! und bet Wegnahme der sonstigen Seezeichen ist die