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Abend-Ausgabe*

Witsbildemr

40. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. BeznAs-PreiS: Zn Wiesbaden und den Laudorie» mit Zweig« Expeditionen 1 Mk. 50 Pfg., durch die Pofi 1 Mk. 60 Pfg. für das Vierteljahr.

Verlag: Langgaffe 27.

Abouneuten.

ii

Nnzeigen-PreiSr

Die einspaltige Pctitzeile für locale Nuzeige» 15 Pfg.. für auswärtige Anzeigen 25. Pfg. Sieclameu die Petitzeile für Wiesbaden Pfg, für Auswärts 75 Pfg.

Ko. 224.

Freitag, den 13. Mar

1892.

Krerve/branch im deutschen Reiche.

Ueber den B i e r v e r b r a n ch im Rechnungs­jahre 1890/91 liegen jetzt die amtlichen Nachweisungen vor. Nach der jüngsten Veröffentlichung des kaiserl. statistischen Amtes über Bierbrauerei und Bierbesteuerung im deutschen Zollgebiet ergiebt sich für das genannte Jahr (d. i. vom 1. April 1890 bis 31. März 1891), wobei jedoch für Bayern das Kalenderjahr 1890, für Baden das Steuer­jahr 1. Dezember 1889 bis 30. November 1890 in Rechnung gestellt ist) ein Bicrverbrauchbetrag von 105,9 Liter auf den Kopf der Bevölkerung des deutschen Zollgebiets. Gegen das Vorjahr, wo zum ersten Mal die Ilcberschreituug des Betrages von einem Hektoliter als durchschnittlicher Jahres­verbrauch auf den Kopf der Bevölkerung mit 106,3 Liter nachgewiesen wurde, ist eine Steigerung des Bierverbranchs nicht cingctretcn, was wohl im Allgemeinen mehr auf natürliche Ursachen (so nanientlich auch auf nasse Witterung und gewiß nicht zum Wenigsten ans den theilweise günstiger Ausfall der Obsternte) als auf wirthschaftliche Momente der Nahrungserschwerung zurückznführcn sein dürfte, obwohl auch letztere gewiß von einigem Einfluß waren. In den einzelnen Steuergebietcn betrug das Durchschnittsgnantum des consumirten Biers pro Kopf der Bevölkerung: Bayern 221 Liter, Württemberg 173 Liter, Baden 103 Liter, nord­deutsches Braustenergebiet 88 Liter, Elsaß-Lothringcn 64 Liter. In der Brausteuergemcinschaft ist der Biercousum seit einem Jahrzehnt erheblich gestiegen, nämlich von 62 Liter im Jahre 1881/82 auf 88 Liter im Jahre 1890/91. Der Verbrauch und Absatz der obcrgährigen Biere ist in Norddeutschland weiter zurückgegangen, während die unier- gährigen Biere in erheblich größeren Mengen hergestellt und genossen worden sind als im Vorjahre. Diese Ver­schiebung steht im Zusammenhang mit dem Rückgang in der Zahl und im Absatz der mittleren und kleineren Brawe- reien, die vorwiegend die obcrgährigen Biere bereiten, wo- gegeu die großen Brauereien sich mehr mit der Herstellung von untergührigen Bieren befassen. Darin zeigt sich übrigens eine Neigung zur Annäherung an süddeutsche Verhältnisse, wo fast nur uutergähriges Vier getrunken wird. Die Bierausfuhr nach dem Zollauslande hat sowohl im Brausteuergebiet wie auch in Bayern gegen das Vorjahr abgcnonimen, obwohl hierüber genaue Zahleneingaben nicht gemacht werden. Was das Steueraufkommen aus Bier anlangt, so beträgt es in allen fünf Steuergebicten zusammen 77,6 Millionen Mark, davon im Braiisteuergebiet And in Bayern je 30 Millionen. Auf den Kopf der Be- -ölkernng treffen an Bierabgaben in Bayern 5,54 Mk., in der norddeutschen Brausteuergemeinschaft 0,79 Mk., in Württemberg 4,25 Mark, in Baden 3,38 Mark und in Elsaß - Lothringen 1,44 Mark. Für das gesummte seutsche Zollgebiet ergiebt sich im Durchschnitt ein öiersteuerertrag von 1,57 Mark auf den Kopf der Bevölkerung. W. C.

ßoeales.

Wiesbaden, 13. Mai.

* Zur Crimrerimg. Der 1 3. M a i dieses Jahres ist der 100. Geburtstag eines Mannes, der in der Geschichte eine große Rolle gespielt und der die Wechselfälle des Le­bens in reichem Maße genossen hat. Am 13. Mai 17 92 ist Papst Pius IX. zu Sinigaglia im Kirchenstaate ge- boretl. Zweifellos war Pius IX. eine bedeutende Persön­lichkeit und er wäre vielleicht der gefeiertste Manu Italiens und dessen Reiter geworden, wenn er es vermocht hätte, sich von seinen rückschrittlich gesinnten Ralhgcbern frei zn machen und dem Zuge seines Herzens zu folgen. Niemals noch ist einem Papste so allseitig zngcjnbel't worden, wie Pins IX. in der ersten Zeit seiner Regierung, in der seine Reformen einen so gesunden Sinn athmeten, so volksthüm- lich waren, daß man in ihm mit Recht den geeigneten Mann sah, der die Einigung Italiens bewirken konnte. Leichter, als jedem Anderen wäre sie ihm wahrscheinlich gelungen. Noch ist es unaufgeklärt, welche Einflüsse eine derartige Macht über den klugen und gerechten Manu erlangten, daß der llmschwung von einer freiheitlichen, dem Volke wohl­wollenden Weltanschauung zur krassen Reaktion cintrat. Im Jahre 1848 mußte der hohe Kirchcnfürst fliehen und erst 1850 kehrte er unter dem Schutze französischer Bajonette nach Rom zurück. Daß dann im Kirchenstaate alles andere als ein freiheitliches Regiment cintrat, ist im Hinblick ans jene Reaktions-Epoche nicht wunderlich. 1870 fiel bekannt­lich die weltliche Herrschaft des Papstes mit dem Einzüge des Königs von Italien in Rom. Während seines Ponti­fikates verkündete er die Dogmen von der. unbefleckten Em- psängiiiß itnb von der Unfehlbarkeit des päpstlichen Lehr­amtes. Schwere und stürmische Zeiten hat Papst Pius IX. dnrchgcmacht; das aber muß man ihm unbedingt zuerkeniien, daß er in allen Lebenslagen eine würdige Haltung bewahrt hat. In der katholischen Welt wird sein Andeuketr mit Recht in hohen Ehren gehalten.

Prrfonal-ztachrichle». Herr Obcrpräsidcnt Magde­burg ist imHotel Adler" abgesticgcu.

-o- Herr Gbcrprästdcnt Magdeburg wurde heute Mittag 12 Uhr von Ihrer Königlichen Hoheit der Fran Prinzessin Lu iic in Antritts-Audienz empfangen. Dem Herrn Oberpräffdenteil wurden heute Vormittag 10 Uhr sämmttiche Mitglieder des Collegiums der Königl. Regierung im großen Sitzungssnale vorgestellt. Zu Ehren des Herrn Obcrpräsidcnten hatte der Herr Regierungspräsident von Tepper-Laski ein Mitragsumlil veranstaltet, an welchem noch solgende Herrn Theil nnhnien: Kgl. Schloßhauptmann undKammcrhcrr Exccllenz Graf Ma tuschtet - G re isfeuk lan, Kgl. Lnndrath Graf M atusch ka - Greisfcn- flau, Landesdirector Sartorius, die Obcrregiernngsräthe H c i n s i u §, v. A mey den, Opitz und Forstmeister von Born- städt, VcrwallungSgcrichtedirector Geheimer Reglern ugsrath v. Neichenau, Obcrbüracriucistcr Dr. von Jbell, Vorsitzender der Stadtverordneten-Versannnlung. Gchcimer Hosrath Professor Dr. R. Fresenius, Polizei-Tircctor Schütte und Gcnereil- Consnl von Lade aus Geisenheim.

-o- Ihr» Köuisliche Hoheit Fran Ptinzefstn Luise be­gab sich gestern Nachmittag in Equipage nach Mainz, nm dem Dom einen Besuch abzustatten, und kehrte Abends hierher zurück.

* Kurhaus. Das herrliche Frühlingstvctter hat die Knr- direction veranlaßt, bereits für Mittwoch nächster Woche, den 18. Mai das erste große Gartenfest der diesjährigen Sommer­saison anznberanmen. Dasselbe dürfte eines zahlreichen Besuches auch von außerhalb nicht ermangeln, bieten doch die Taunns- bahn sowohl als die Rheinganerbahn noch mit den letzten Bahn­zügen bequem Rückfahrtsgclegenheit nach Beendigung des großen Feuerwerkes, da? sich durch ein reichhaltiges Prögramm ans» zeichnen wird. Die Festlichkeit beginnt um 4 Uhr Nachmittags.

Militärisches Diejenigen Mannschaften der Reserve, Landlvehr und Ersatz-Reserve, welche glauben, nur noch garnison- dienstfähig oder vielleicht gar seid- und garnisondicnstunfähig zu fein, können zu dem noch in diesem Monat stattfindenden Aus- hebungSgefchätt behufs Feststellung auf fernere Dienstsähigkeit ober- ärztlich untersucht und dem leitenden Herrn Brigade-Commandeur voigcstellt werden. Diese Mannschaften haben sich aber nunmehr soweit cs nicht schon geschehen alsbald bei dem zuständigen Vezirksfeldwebel zum Ztvccke der entsprechenden Beorderung "zu melden.

A Das diesjährige Anshebungsgeschäft, auch Obcr- crsatzgesistäft oder Gcncralmnsterung genannt, verbunden mit der Supcrrevision der Invaliden, findet für den Stadtkreis Wies­baden im hiesigen Nachhause vom 27. bis 31. d. M. statt, für den Landkreis Wiesbaden in Hochheim vom 19. bis 21. d. M.

= Das natur-historische Museum ist während der Soni- mcr-Monate jeden Montag, Mittwoch und Freitag Nachmittag von 3 bis 6 Uhr und Sonntag von 11 bis 1 Uhr für das Publikum geöffnet.

Lehrcrgehältcr. Teni Beschlüsse der Stadtverordneten- Bersammlnng vom 29. April d. I. bctr. die in Anssicht genounnene Gchaltsansbessernng für die städtischen Lehrer und Lehrerinnen ist der Magistrat beigetrcten und es wird unnmehr die dazu erforderliche Genehmigung der Kgl. Negierung sowie des Provinzial-Schul- collcginms eingeholt werden.

Die Schlachthano-Grdnuug soll nach einem Beschlüsse des Magistrats im § 17 wie folgt abgeändcrt werden:Es ist ferner untersagt, in den Schlachträninen und Ställen Cigarren oder Tabakspfeifen, sie mögen brennen oder nicht, int Munde oder in der Hand zu halten. Das Anzünden und Arslöschen der Gas­flammen, sowie die Handhabung der Venlilationsvorrichtnng der Dampf- und Wasserleitung zn den Brnhkesseln rc. darf nur unter Aufsicht und nach Anordnung der Beamten der Schlachthnns- Aulage geschehen und ist jedem Unbefugten verboten." Durch diese Abänderung wird bezweckt, das Verbot des Rauchens auf den Höfen und dem Marktplätze der städtischen Schlachthansanlage 2C. zu beseitigen.

Abgräudertc Kluchilinlk. Eine Abänderung des Flncht- liuienplanes für die Mainzerstraße zwischen Frankfurterstraße und Nenmnhlweg soll in der Weise vorgenommen werden, daß die Bau­fluchtlinie von der Straßenflucht einen Abstand erhält 1) auf der Ostfcitc, zwischen Franksurterstraße und Rheinstraße 5Mir., zwischen Rlxinstraße und Angustastraße 12 Mir.; 2) auf der Westseite, zwischen Frankfurter- und Rheinstraße 8 Mtr., von Rheinstraße bis Südgrenze der von Trappichen Besitzung 8 Mtr., vor der Wenter'schen Besitzung an der Nordgrenze 8 Mtr., an der Süd­grenze 9 Mtr., von da bis zum Neumühlweg 9 Mtr. Soweit jetzt bestehende Häuser vor diese Danflnchtlinim vorspringen, werden die Umfassnugstvände der Häuser als Baufluchtlinie angesehen. Das Projekt wird demnächst der Stadtverordneten-Versammlung zur Beschlußfassung zugehen.

Dir drei gestrenge» Herren Mamertus, Paukratins und Servatius sind in diesem Jahre ungewöhnlich milde gewesen. Nichts war zn verspüren von dem strammen Regiment, dem die ge- sürchleten Heiligen ihren Ruf verdanken. Im Gegentheil, sie brach­ten uns die ersten Wittlich schönen Maitage und herrlicher denn je blaute der Himmel, aus dem ängstliche Gemüther und thevrieu- crsüllte Professoren schon dichte Regengüsse und kältereiche Schnee.

fSchluß.)

Die Sage vom Mimsethmm.

(Eigener Aufsatz für dasWiesbadener Tagblatt".) Won ß. Spickmanu.

Die Erbauung des Mäusethurmcs füllt in eine viel spätere Zeit. Mag vielleicht (?) schon von den ersten Erz­bischöfen von Mainz, welche die Gegenden am Bingerioche, das rechte Rhcinufer und die Landspitze zwischen Rhein und Nahe befaßen, eine Warte auf dem Inselchen errichtet wor- Jen sein, der Müuscthurm ist erst zu Anfang des 13. Jahr­hunderts entstanden, und zwar in einer für das deutsche Reich drangsalvollen Zeit. Damals stritten die Könige Philipp von Schwaben und Otto von Braunschweig um die Krone. Im Jahre 1200 starb der Mainzer Erzbischof Konrad von Wittelsbach und es folgte eine zwiespältige Wahl. Die Mehrzahl der Wähler stimmte für den Bischof Leopold von Worms, den König Philipp unterstützte, die Minderheit für Sifrid II. von Eppenstein, den der Papst und Otto anerkannten. Leopold blieb, so lange sein Gönner lebt:, im Besitze des Erzbisthums, während Sifrid, sein Gegner, sich außerhalb des Gebietes desselben aufhalten mußte. Nachdem König Philipp ermordet worden war, ent­sagte der von Otto aus Mainz verjagte Leopold, und Si- fcid wurde unbestrittener Herr. Damals, im Jahre 1208, mochte dieser erkannt haben, daß es nolhwendig sei, den Eingang zu seinem Gebiete zu befestigen, um in künftigen Kriegsfällen gesicherter zu sein. Singen, die kleine Nahe- fcste, war nämlich in den sturmbewegteil Zeiten mehrere Riale überfallen und eingenommen worden. Das Rhcin- thal war damals jedenfalls noch enger als heute; das Binger Loch hatte noch mehr Felsen und Stromschnellen, die Felsen waren viel gefährlicher als heutzutage. Deshalb

baute der Erzbischof (nach 1208) zunächst auf dem rechten Rheimlfer die Feste Ehrenfels (Erinvels), eine mächtige Burg, die heute noch die Hänge des Niederwaldes ziert. Die kolos- saleit Fundamente in. den Fclscn zeugen von der Arbeit vieler Jahre. Bald nachher, oder vielleicht schon gleichzeitig, entstand auf der Insel im Strome der Thurm, dessen Bau­art und Verzierungen, wie Bodmann (Rhcingauifche Altcr- thümer I., S. 148) sagt, ganz mit denjenigen des Schlosses Ehrenfels übereinstimmen. Erkennbar war dies noch vor dem Jahre 1856; in diesem Jahre ließ die preußische Re­gierung den Mänscthurm als Schifffahrts-Signalthimn neu ausbauen, wodurch er seinen ursprünglich architcetonischeu Charakter zum Theil cinbüßte. Der Ehrenfels wurde Sitz des mainzischen Statthalters (Vicedominns, Vitzthum) des Rheiilgans, Philipp von Bolanden, der int Bürgerkriege treu zu Sifrid gehalten und diesen auch mit Geldmitteln unterstützt hatte. Philipp's Wiltwe blieb, da der Erzbischof ihr Schuldner war, im Besitze der Burg, bis sie sich aufs Neue mit Dietrich von Heinzenberg vcrhcirathete. Nun ver­langte Sifrid, daß ihm die Burg wieder heransgcgebcn werde, weil ein Belassen der bisherigen Inhaberin in der­selben einer Abtretung der Feste gleich gekommen wäre. Die energische Frau aber verweigerte die Herausgabe, so daß der Erzbischof bei dem deutschen Könige Heinrich (VII.), dem Sohne Kaiser Friedrichs II., klagte. Dieser entschied, daß Ehrenfels an Mainz znrückgegeben werden müsse; die Ur­kunde ist abgedruckt in Sauer's Codex Nassoicus, 1.374 ad. ann. 1220,24, und hier wird also Ehrenfels zuerst urkundlich er­wähnt. Seitdem wohnten die Mainzer Kirchcnfürften, ins­besondere die Eppcnsteincr, öfter auf der Burg, die neben Scharfenstein, Klopp und Rüdcshcim als Hauptfeste des Erz- stiftes im Rhcingan bezeichnet wird. Zn den Jahren 1239 und 1256 werden im Codex Joannes, refp. Fridericns als scrivtores thelonei (Zollschreiber) in Eiiufels genannt, des­

gleichen bei Bodmann 1275 Bertoldns und 1347 Ludovicus de Auieneberg in gleicher Eigenschaft. (Rh. A. S. 748, Note b.)

Ursprünglich war also sowohl die Bestimmung von Ehren­fels als auch die dcs Mänscthnrm: Befestigung, Grenzschutz. In zweiter Linie kam die der Zollstätte hinzu. Herren der Zölle wurden die großen Fürsten, die sich auch dasRecht" der Königswahl anmaßten und deshalb Knr-(Wahl-)Fürsten geheißen wurden, in der kaiserloscn Zeit (125673) thatsächlich; nominell, ttachträglich durch die goldne Bulle Kaiser Karls IV. (1356). Dem doppelten Zwecke entsprechend leitet man später auch den Namett Mättsethnrm doppelt ab. Zur Zeit dcs Abtes,JohanncS Trithcmms sagte man Mans- thnrm. Mit Mäusen hat das Wort nicht das geringste zu thnn; cs kann sich entweder vonMauth" oder vouMns" herlciten lasten. Manth ist daL oberdeutsche Wort für Zoll"; so könnte man ohne weiteres also sagen: ManthS- thurm, Mansthurm heißt also Zollthurm. Allein so ohne weiteres ist die Sache nicht erledigt. Am ganzen Rhein­strom ist auch int Mittelaller das WortMauth" unbc- kannt und ungebränchlich gewesen, wie schon Bodmann bemerkt. Und wir wissen wie schwer es hält, daß sich eine Bezeichnung für denselben Gegcttstand, die in einem Theile unseres Vaterlandes gang und gäbe ist, in einem anderen einbürgert. Der Rheinländer kennt keine Tonne, Semmel, Stulle, keinen Mostrich, Kahn und keinen Sonnabend, sondern Faß, Weck, Butterbrod, Senf, Nachen und Samstag. So kannte und kennt er auch keine Mauth. Die andere Ableitung vonMus" bliebe also allein Übrig. Mus" bedeutet etwa soviel wieWehr".Muserie" ist gleichbedeutend mit Geschütz; in alten Chroniken wird geredet vouMnShäusern" (Moßhuß in Mainz) undMusen- meiftent". Statt Mus kommt auchMaß" oderMoos" vor, Moosburg-Waffenburg. Wenn man aberMuskete"