Verlag Langgasse 21
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Montage 14 . Dezember, morgens.
-Ausgabe.
1914.
ine französische Niederlage bei §t. Nlihiel ^ wieder 110G0 Russen gefangen.
S^V. T.-B. Großes Hauptquartier, 13. Dez. Tätlich.) Nachdem am 11. Dezember ^die französische ,'nsive auf Apremont (südöstlich St. Mihiel) ge- llusltcrt war, griff der Feind gestern nachmittag in lichitercr Front über Flirep (halbwegs St. Mihiel- ont-ü-Mousson) an. Der Angriff endete für die Franzosen mit dem Verlust von 600 Gefangenen and einer großen Anzahl von Toten und Verwundeten. Unsere Verluste betrugen dabei etwa 70 Verwundete. Im übrigen perlief der Tag auf dem westlichen Kriegs- Bauplatz im wesentlichen ruhig.
In Nordpolen nahmen wir eine Anzahl feind. Ucher Stellungen. Dabei machten wir 1 1000 Gr- i a n g e n e und erbeuteten 4 ‘6 Maschine». Gewehre. „ '
Aus Ostpreußen und S ü d p o l e n nichts Neues. Oberste Heeresleitung.
Zur Einnahme von Lodz.
Die französische Meinung.
Nr. Genf, 13. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Zu letzten Niederlage der Russen bei Lodz schreibt „Petit Aoristen", cs erscheine ganz ausgeschlossen, daß die Bussen einen so wichtigen Punkt wie Lodz dem Gegner ^mpflos überlassen haben. Dies wäre nach Ansicht der pariser Matter ein strategischer Fehler, der der Überschwemmung des Dsergebiets gleichkomme.
3tt Krankreich verhehlt man sich den Ernst der Lage der Russen nicht.
. bä. Paris, 13. Dez. Die hier aus neutralen Ländern an- ^rninenÄen Depeschen über die Kampslage 'n Polen schildern Situation der Russen so ungünstig, daß der ernstch- Ügere Teil der hiesigen Presse die Verschönerungsversuche aus- Ageben hat und sein Lesepublilum mit dem mittlerweile berühmt gewordenen Satz „vom temporären Erfolg der Deutzen" zu beruhigen versucht. Wie groß allerseits die Beiorg- Ms sei» mutz, geht daraus hervor, daß der „Teirchs bereit-, M ö g l i ch k e i t eines Durchbruchs des russischen Zentrums erwähnt. Das Matt schreibt: Besitzen die Deutschen Lodz tatsächlich genügend S t r e i t kr a f t c, um das russische Zentrum trotz aller Verluste zu durchbrechen? Die Deutschen müssen auf ihrer Ostfront viel mehr Armeekorps haben, als man bei uns gesagt hat. Wir finden ganze Armeekorps in Ostpreußen, wir finden Armeekorps m stussisch-Polen, wo sie, nach der Entwicklung zu urteilen, ganz pl'orrders zahlreich sein müssen, ja, auf der ganzen Linie zwilchen Czenstochau und Krakau stehen deutsche Truppen; f o - «ot im Süden von Krakau stehen nach russischen Beichten deutsche Armeekorps, die stark genug sind, eine ent» reisende Bewegung gegen das 300 (XX) Mann zahlende Heer des Generals Radko Dimitriew zu unternehmen. Wir ssagen uns vergeblich, woher die Deutschen diese enormen ^eitfräftc genommen haben. Sollten sie wirklich vom Westen !>°ch dem Osten geschafft worden sein? Dann wäre es vwl- O'cht an der Zeit, mit einigem Erfolg eine Offensive auf der Westfront zu versuchen.
Der französische Pitschafte.' beim Zaren W. T.-B. Petersburg, 13. Dez. (Nichtamtlich > Dcr Iranzösische Bockckaftrr Puleo ogue konferierte am l 2 - Dezember zwei Stunden lang mit dem Za-ei'. — -l!le üllialen der Reichsbank m der Krim sind geschlossen.
russischer General über die schlechte Moral der russischen Truppen.
. Br. Konstantinvpel, 13. Dez. (Gig. DrahtLericht. 'i. Bin) Ein hier eingetrofsencr Bericht besagt, der ^ russischen Diensten stehende General D r in l t r i e w Me einem Freund geschrieben, daß dre Moral der rußigen Armeen sehr gesunken sei und die Leute ihren ^fizieren nicht mehr gehorchen.
der Ssterreichi'ct-eTagesbericht vom Samstag.
2700 Gefangene, 18 Maschinengewehre.
. . W. T.-B. Wien, 12. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlich Ad verlautbart: 12. Dezencher, mittags: Ungeachtet Ar Schwierigkeiten in dem winterlichen Gebirgskunde setzten unsere Truppen unsere Vorrückung in Karpathen unter fortwährend siegreichen ^ e focf)tert, in denen gestern über 2000 Russen gefangen wjjommcn wurden, unaufhaltsam fort. Die Passe ^mlich -es Lupkower Passes sind wieder in unserem
Im Rau ine südlich von Gorlice, Grybaw und Neu- Sand ec begannen größere Kämpfe.
Die Schlacht in W e st g a l i z i e n, deren Front sich in Gegend östlich Tymibavr bis rn den Raum östlich Krakau hinzieht, dauert an. Gestern brachen wieder mehrere Angriffe der Russen in unserem Artillerie- feiler zusammen. , , ...
Die Lage in Polen hat sich nicht geändert.
Die Besatzung von Przemysl brachte von ihrem letzten Ausfall 700 gefangene Russen und 18 erbeutete Maschinengewehre mit sehr viel Munition mit heim.
' Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö s e r, Generalmajor.
Erzherzog Joseph Ferdinand zum Kührer der 4. Armee ernannt.
Zwei Handschreiben deS Kaisers.
W. T.-B. Wien, 12. Dez. (Nichtamtlich) Nach dem heutigen Verordnungsblatt ordnete der Kaiser die Betrauung des Generals der Infanterie Erzherzogs Joseph Ferdi- n a n d, des Kommandanten des 14. Korps, mit dem Kommando b-er 4. Armee, des Feldmarschallentnanks Joseph Roth, des Kommandanten der 3. Jnsanterietruppendivision, mit dem Kommando des 14. Korps an.
Das „Armeeverordnungsblatt" veröffentlicht folgende Allerhöchste Handschreiben: „Lieber Herr Vetter, Gene- cal der Infanterie Erzherzog Friedrich! Als meine gesamte Wehrmacht zum Kriege berettgestellt werden mußte, folgten Euer Liebden dem Rufe auf den hochwichtigen Posten des Armeeoberkommandos freudig, getragen vom höchsten Pflichtbewutztsein. Vertrauensvollst konnte ich Ihnen die an Verantwortung überreiche Aufgabe der Führung meiner Armsen gegen mächtige Feinde stellen. In nun viermonatiger Kriegsdauer wußten Sie mit den eigenen opferfreudigen Kräften und im Vereine mit. unseren treuen, heldenhaftesten Verbündeten in wechselvollen Operationen und _ heißen Kämpfen den Feind an seinen erhofften Erfolgen wirksamste zu hindern. Meiner dankerfüllten Anerkennung Ihrer vielbe- !vährten Führung der Armeen im Felde will ich Ausdruck geben indem ich Sie hiermit zum Feld marsch all ernenne."
„Lieber General der Infanterie Freiherr K o n r a d b o n Höhendorff! In dem nun seit vier Monaten ^währenden heldenmütigen Ringen mit einem an Zahl weit überlege- nen Feinde vollbrachten Sie, dem Feldherrn treu zur Seite stehend, hervorragende Leistungen. Indem ich dies dankbar anerkenne, verleihe ich Ihnen, dem Generalstabschef meiner gesamten Wehrmacht, das M i l i i ä r v er d ien stkreuz 1. Klasse mit der Kriegsdekoration."
Ein hoher österreichischer Orden für Generaloberst v. Woyrsch.
\V. T.-B. Wien, 13. Dez. (Nichtamtlich) Kaiser Franz Joseph hat dem siegreichen Armeeführer Generalobersten von Woyrsch das Militär verdien st kreuz 1. Klasse mit der Kriegsdekoration verliehen.
Opfcrwilligkcit in Wien.
\V. T.-B. Wien, 12. Dez. (Nichtamtlich) Die gesamte Hörerschaft der evangelisch-theologischen F a k u I - tat in Wien beschloß, sich dem Kriegsministertum zur freiwilligen Dienstleistung in der Front oder im Sanitats- korpS zur Verfügung zu stellen. Die Entschließung ist deshalb bemerkenswert, tveil die evangelischen Theologen gleich den katholischen nach dem Wehrgesetz von jeder militärischen Dienstleistung befreit sind.
Die österreichisch-ungarischen Internierungslager.
IV. T.-B. Wien, 12. Dez. (Nichtamtlich) Der Wiener spanische Botschafter besichtigte mehrere Jntermerungs- lager der Monarchie und sprach sich sehrlo b e n d über Verpflegung und Unterkommen der Internierten aus.
Oie überlegenen deutschen Geschütze an der belgischen Rüste.
sich Rotterdam, 13. Dez. Nach Meldungen von der belgischen Küste hat die englische Flotts zu wiederholtenmalen versucht, die Beschießung von Seebrugge wieder aufzunehmen. Die Deutschen eröffneten jedesmal das Feuer aus so weittragendem Geschütz, daß dre Engländer sich zurück zogen, da nur das Feuer von Grohkampfschiffen .von irgendwelcher Wirkung hätte sein können.
Immer neue deutsche Rriegslisten im Ueber- schwsmmungsgebiei.
sich. London, 13. Dez. Nach Meldungen des „Daily Ehronicle" kommt die Offensive der deutschen Truppen im Überschwemmungsgebiet an keinem Tage zur Ruhe. Dre englischen Truppen, die an meist bedrohten Punkten stehen, haben sich andauernd vor neuen Kriegslisten zu schützen. So versuchten die Deutschen auf folgende Weise einen Überfall auf schottische Regimenter. Sie stellten eine Anzahl schmaler kleiner Flöße her, die sie dicht mit Laubwerk umgaben. Auf jedem der Flöße waren drei- Mann ver
borgen. Die Flösse glichen vollkommen entwurzelten Bäumen und Sträucher, die zahllos im Überschwemmungsgebiet umhertreiben. Sie wurden mithin' von den englischen Posten nicht weiter beachtet. Rach stundenlangem Aushcnwen gelang es den Deutschen, auf diese Weise, langsam mit der Strömung treibend, ganz nahe an die englischen Stellungen heranzu- kommen. Im geeigneten Moment eröffneten die im Laubwerk verborgenen Soldaten auf die überraschten Engländer Schnellfeuer, das sie mit dröhnenden Hurrarufen begleiteten. Die Verwirrung, die im englischen Lager entstand, wurde von dert Deutschen benutzt und drei riesige Motorboote,, gepanzert und mir Schnellfeuergeschützen versehen, fuhttn rn rasender Fahrt heran und eröffneten aus nächster Nähe erN furchtbares Feuer gegen die Schotten. Diese mußwn sich einstweilen zurückziehen, da ihre Artillerie aus Furch, die Freunde zu treffen, nicht auf die Deutschen zu schießen wagte. Die Deutschen arbeiten überhaupt sehr viel nnr
Flößen und ganz flachgebauten kolossalen Motorbooten. So gelang es ihnen, mit diesem Hilfsmittel nc^ dreimaligem vergeblichem Versuch in der Nacht auf 8. Dezember bei Peroise einen Übergang über den Userkanal gegen die belgischen Truppen zu erzwingen.
Ein französischer Ministerrat.
Einberufung der Kammer. tzV. T.-B. Paris, 13. Dez. (Nichtamtlich.) Denk Mimsterrat unter dem Vorsitze des Präsidenten P o i tt< cord wohnten alle Minister außer Millerand bet. Poinearä Unterzeichnete ein Dekret, welches die Kammer am 22. Dezember zu einer außerordentlichen Sitzung einberuft. Der Ministerrat billigte die Bestimmungen des Gesetzentwurfs über die provisorische« Budgetzwölftel und beschloß, von der Kammer dre Annahme von 6 provisorischen Budgetzwolf- t e l n zu verlangen, damit die Regierung die zur energischen Fortsetzung des Krieges nötigen Maßnahmen er- areifen könne.
Abreise Millerands aus Bordeaux.
W T.-B. Paris, 12. Dez. (Nichtamtlich.) Kriegs» minister M i l l e r a n d hot gestern abend Bordeaux^ verlassen. wo jedoch noch die Geschäfte des Kriegsministeriuim, erledigt werden.
Verschiebung aller Wahlen in Frankreich bis zum Frieden.^
W. T.-B- Paris, 12. Dez. (Nichtamtlich.) Der „Mattn ■ meldet: Der Minister des Innern Malvy wird dem Parlament einen Gesetzentwurf unterbreiten, durch den aue Wablen für die gesetzgebenden Körperschaften, Departements und Gemeindsräte bis nach dem Kriege verschoben werden. Klagen über unsinnige Pferdercquisition in Frankreich, sift. Basel, 13. Dez. „Petit Journal" beschuldigt, den „Baseler Nachr." zufolge, die Militärverwaltung, durch unsinnige Requisition der kräftigsten Pferde die ganztz Nachzucht ruiniert zu yaben. Hunderte solcher ttns- ttaer Stuten verendeten schon in den ersten Wochen des Feldzuges. Die materiellen Verluste gehen in die Hunderte von Millionen.
Die Folgen des Pferdemangels in Frankreich.
W'. T--B. Paris, 12. Dez. (Nichtamtlich.) „Echo dö Paris"'meldet: Angesichts des Pferdemangels und der Unmöglichkeit, Kavalleristen auszubilden, hat der Kriegs- mintster Millerand die Bildung zahlreicher Radfahrerkompagnien angeordnet, welchen nahezu alle sonst zum Kavalleriedienst geeigneten Rekruten des Jahrgangs 1915 überwiesen werden.
Explosion in einer französischen Fcncrwerkerschulc.
Paris, 12. Dez. Der „Matin" meldet: In BourgeZ fand in den Werkstätten der Feuerwerkerschule eine Explosion statt, wobei es mehrere Schwerverletzte gab.
Der Typhus in Paris.
Zürich, 12. Dez. Der offizielle städtische Gesundheitsbericht von Paris bestätigt jetzt das Bestehen einer Typhus- cpidemic.
Die Seeschlacht bei Len Zalklandsinseln.
^ Das ruhmvolle Ende der „Nürnberg".
Fm Kampfe mit vier englischen Panzerkreuzern gesunken.
yr T.-B. London, 12. Dez. (Nichtamtlich.) „Daily Mail" meldet'aus New Kork: Das britische Geschwader holte die „Nürnberg" nach einer aufregenden Jagd ein und forderte sie auf sich zu ergeben. Die „Nürnberg" wies dies ab und kämpfte, bis sie unterging. Das britische Geschwader . umfaßte die Panzerkreuzer „Shannon", „Achilles", „Cochrane
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„Achilles", „Natal" und ..Cochrane sind IM vom Stapel gelaufen und haben 13 750 Tonnen.^ „Achilles läuft 23,5 Knoten,, die beiden anderen P""kerkreuzN -3,3 Knoten. Die schwere Artillerie der drei Schifte besteht aus sechs 23,4° und vier 19 -Zentimeter-Geschutzen. -Shannon stammt aus dem Jahre 1906. Der Kreuzer hat 14 800 Tonnen^
