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40. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugspreis: Zn Wiesbaden und den Landorten mit Zweig» Expeditionen 1 Mk. 50 Pfg., durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. für das Vierteljahr.

Verlag: Langgasse 27,

S2.OOO Avonnrnten.

Anzeigen-PreiSr

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. Siectamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg-, für Auswärts 75 Pfg.

Uo. 174.

DirKstag, den 12. Apri!

1892.

Zur Statistik der Franenarüeit.

Von allen Ländern hat Italien und Oesterreich die größte Ziffer der ermerbsthätigen weiblichen Bevölkerung ans- zuweisen, nämlich 40 pCt., während in Dcntschland und England etwa der fünfte Theil, also 20 pCt. der weiblichen Bevölkerung einem eigenen Berufe obliegt, Frankreich steht mit 30 pCt. Ermerblhätigen seiner weiblichen Bevölkerung in der Milte zwischen den genannten Staaten. Am wenigsten entwickelt ist die Frauenarbeit in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, wo nicht ganz 11 pCt. der weib­lichen Bevölkerung erwerbsthätig sind. Faßt man nur den über 15 Jahre alten Theil der weiblichen Bevölkerung in's Auge, so sind von diesem erwerbsthätig in Italien 55,1 pCt., in Irland 42,7 pCt., in England und Wales 37,2 pCt., in Schottland 36,2 pCt., im deutschen Reiche 35,4 pCt. und in Norwegen 30,4 pCt. Innerhalb des deutschen Reiches ist die Betheiligung der erwachsenen weiblichen Bevölkerung am Erwerb sehr verschieden. In Süddeutschland steht sie weit über dem Durchschnitt, während sie in norddeutschen Eebietstheilen sehr gering ausfüllt. So sind z. B. von 100 erwachsenen weiblichen Personen erwerbsthätig: in Süd­bayern 49,8, in 8 thüringischen Staaten 27,4, in Branden­burg 22,7 und in Schleswig-Holstein 17,1. Auf welche Berufe sich die Frauenarbeit in den einzelnen Ländern ver- theilt, kann bei der mangelhaften Statistik nicht einmal an­nähernd festgestellt werden. Auffällig erscheint, daß die Staatsbetriebe beginnen, die Frauenarbeit in größerem llm- fauge bei sich einzuführen. In England werden die Frauen mit Vorliebe im Telegraphendienst beschäftigt, in Frankreich bei der Post. Das Tabaksvionopol in Oesterreich und Frankreich beschäftigt sehr viele Frauen. I« Riederösterrcich stehen von 700 ländlichen Postbezirken 150 unter der Führung voit Frauen.

Die Berufszählung in Deutschland vorn Jahre 1882 die Vertheilung der Frauenarbeit auf die einzelnen Ge­werbe einigermaßen genau feststellen. Die Zahlen haben sich in den zehn Jahren allerdings zu Ungunsten der männ­lichen Arbeiter verschoben, immerhin bieten sie aber noch eine interessante Uebersicht. Es wurden 1882 Arbeiter beschäf­tigt: 1) Land- und Forstwirthschaft, Thierznchr und Fischerei männlich 5,701,587, weiblich 2,534,903. 2) Industrie, Bergbau, Hüttenwesen männlich 5,269,116, weiblich 1,126,976. 3) Handel, Verkehr, Gast- und Schankwirthschaft männlich 1,272,208, weiblich 298,110. 4) Lohnarbeit wechselnder Art und nicht *im Hause des Dienstgebcrs wohnende Be­diente männlich 213,746, weiblich 183,836. 5) Häusliche Dienstboten int Haushalte des Dienstgebers lebend männlich 12,500, weiblich 1,282,414. 6) Staats-, Gemeinde-, und Kirchendienst, sogen, freie Berufsartcu männlich 915,875, weiblich 115,272. In Summa männlich 13,415,032, Vilich 5,541,517. Seit 1882 hat keine Berufsstatistik mehr siattgefunden. Aber aus den Berichten der Fabrik-Inspektoren sit ersichtlich, daß die Zahl der beschäftigten Arbeiter weib- ,

lichcn Geschlechts auch in den letzten zehn Jahren schneller gestiegen ist, als die des männlichen. w. C.

ssornles.

Wiesbaden, 12. April.

' Znv Vor 200 Jahren, am 12.

April^16 9 2, wurde der berühmte Gcigcu-Virtuose Gui- seppe _ Tartiui geboren, heute uoch bekannt durch seine Teufelssonate". In seiner Jugend ein ziemlich wilder Bursche, wurde er, als er älter geworben, ein wirklicher, großer Künstler, der sich namentlich durch seine viel besuchte Schule zu Padua bekannt gemacht hat.

* Konntagsrnhe im Eigarrrnhandel. DerVerein deutscher Tabaksabrikanten unb Ciaarrenhändler" bat in einer an den Bimdcsrath gerichteten Petition, ihren Geschäften auch am Sonntage das Offenhalten der Läden bis zum Abend zu gestatten. Ans der vomPorwärtS" veröffentlichten Antwort des Untcistaats- secretärs von Rottenburg gebt hervor, daß der Bundesrath Aus- nahmcbestiiiiniitngen für den Cigarrenhandel nicht für gut fand, so daß vom 1. Juli ab höchstens fünf Slnnden Cigarrcnläden offen gehalten werden dürfen.

Zleichspntento wurden verliehen und zwar auf eine Regelringsvorrichtung für Kaltdaiupfinaschineu zur Ueberleitung der flüchtigen Flüssigkeit aus dem Coudensator in den Verbampfer" der Gesellschaft für Linde's Eismaschinen hier und auf einVer­fahren zur Darstellung der «i ßi /?«-Naphthlamiiidisulfosäure" den Herren Kalle & Co. in Biebrich a. Nh.

x Pa« ^»iformiragen der Grrichtsvollrichrv, das ihnen bei Verrichtung ihrer Amtshandlungen diensilich vorgeschrieben ist, hat schon mehrfach, namentlich in großen Städten, mit Rücksicht auf die immerhin zu befürchtende Creditgefährdung für diejenigen, fernen ein Besuch dieser Beamten ailt, unangenehm berührt. Be­kanntlich handelt es sich bei den Obliegenheiten der Gerichtsvoll­zieher keineswegs nur um Vornahme von Pfänduugen, sondern diele Beamte» heben in. großer Zahl Zustellungen aller Art nicht nur a m Beklagte, sondern auch au Sachverständige^ Zeugen u. s. w. aiiszusühren. iliamentliiff in der Geschäftswelt wurde es daher un- angenehvi empfunden, daß dem Gerichtsvollzieher bei allen dienst­lichen Handlungen ohne Ansuahuie das Tragen der Uniform zur Pflicht gemacht wurde. Rach Meldung derN.-O.-Z." hat man sich deshalb an den Justizininifler gewandt und um eine Aendcrung der bestehenden Bestimmmig über das Ilnisormtrageii petitionirt. Nunmehr hat der Minister Erhebungen darüber anstellen lassen, ob es angängig ist, von der Vorschrift des Unisormtragens Abstand zu nehmen, sowie welche andere Art der Legitimaiioil gegebenen Falls einziif ühren wäre. Die Geschästswelt sowie weitere Kreise des Pub­likums werden es zweifellos mit Freuden begrüßen, wenn diese Er- hebiingeii zu einer Acnderung der Vorschriften in dem erbetenen Sinne führen.

= Kcurrbrstattung. Nachdem das Crematorium zuHeidel- berg iil vollem Betriebe begriffen ist, macht sich auch in Wiesbaden eine stärkere Bewegung für feie Feuerbestattung bemerkbar. Selbst­verständlich denkt Niemand daran, für feen Augenblick wenigstens, die Errichtung eines Bestattiingsofens am hiesigen Platze anzu- strebeu, wohl ober ist die Errichtung einer Art von Ster belasse geplant, welche dem Interessenten die trotz der Nähe Heidelbergs immerhin nicht ulibedeutendcn Koste» möglichst ermäßigen soll. Zn diesem Behnse wird in Kinze eine öffentliche Einladung er­gehen , welcher hoffentlich viele Freunde der Feuerbestattung Folge lelsteu.

. = 5rnnltf«rt<r yfrrbrlotterir. Die offizielle Gewinii- Ziehungsliste der VerloosungvonEguipagen,Pferden,Reit- und Fahr-Reguistten am 6. und 11. d. M. liegt an nuferen Expeditions- schaltern zur unentgeltlichen Einsicht offen.

= Sfom KcUerpkops beziv. von dem dort vomTauuus- Clnb errichtete», seit längerer Zeit aber ohne Lebensgefahr nicht mehr bcsteigungsfähigeu Aiissichtsthurm sagt der Taunusbericht- crstatter eines Frankfurter Blattes Folgendes:Der Kellerskops ist nur lohnend, wenn ein Thurm die Aussicht ermöglicht, und der jetzige Thurm ist invalid. Trotz aller Warnuiigen trieb »ns Bericht­erstatterpflicht hinauf eingedenk des Horazischen Spruches: Si fracta illabatur turris, impavidum ferient ruinao! Oben sah es einfach desolat aus, das Geländer war zum Theil abgerissen, der Bretter­belag zermorscht, und so konnte man die Aussicht nur von der halben Höhe des Thurmes bewuiideni. Fleilich genügte der Blick, um de» alten Wanderersatz zu bestätigen, daß, wer denKellers- lopf" nicht kennt, die Schönheiten des Taunus nicht kennt. Als wir hinnnlerstiegen, bemerkte» wir seitwärts i» den Büschen eine War­nungstafel, die das Besteigen des Thurmes mit 9 Mark Strafe ver­bietet. Warum bringt man denn diese Tafel nicht am Thurmein­gang an, oder warum verrammelt man diesen Eingang nicht oder stellt einen Sonntagswächter an? Der jetzige Zustand des Thurmes ist unhaltbar. Sollte es nicht möglich sein, durch Sammlungen die Mittel zu einem eifernen Thurm zu erhalten, wie auf derhohen Wurzel" einer steht? Daß bis jetzt »och kein Unglück auf dem viel besuchten Berge geschehen, ist mehr, als ein Wunder." Von hiesigen Besuchern desKellerskopf" wird uns das oben Berichtete leider bestätigt.

Schutzmittel. Wenn feie vollständig sommerliche Wärme so fortdauert, werden wir auch bald wieder jene unwillkommenen Gäste bei uns habe», von denen wir tu der schöne» Jahreszeit leider so viel im Freien zu leiden haben: die Schnaken. Darum dürste es an der Zeit sei», darauf aufmerksam zu machen, daß als das beste Gegenmtltel gegen diese Plage Citrouenöl empfohlen wird. Fuhrt man ein Fläschchen Citrouenöl mit sich unb reibt vor dem Betrete» des Waldes bezm. vor dem Gang ins Freie Gesicht unb Hänbe mit bem Oele ein, fo meide» die lästigen Insekten jede Berührung mit dem Körper des Betreffenden.

* Dao Veloriprd, dessen Freunde sich allerorts täglich mehren und deren Zahl auch hier eine beträchtliche ist, wird gewöhn­lich als eine Erfindung der Neuzeit angesehen. Das ist Jrrthum. Das Fahrrad ist bereits in einer Handschrift des Sachsenspiegels aus dem 14. Jahrhundert, die sich i» Wolsenbiittel befindet, bildlich bargestellt unb soll dem Freiherr» von Drais den Gedanken z» der »ach ihm benannten Draisine eingegeben haben. Es gicbt aber noch zwei Erfinder auf dem Gebiete der Radfahrkuust vor ihm. Einer war Jonas Haut sch in Nürnberg, der 1649 seinen vierräderigen Wagen, den er mit de» Füßen durch eine Kurbel fort- bewegte, fertig stellte, unb feer Andere, ein Uhrmacher Rar fier, ebenfalls in Nürnberg, der 1659 einen ztveiräderigen Wagen für gelähmte Personen erfand, welchen diese durch leichten Druck selbst in Gang bringen konnten. Gegenwärtig bestehen fünfzehn ver­schiedene Arten Sattelräder, vo» welchen einige, wie jetzt im Heer- uitb Eisenbahnwesen, auch früher schon im Wehrthnrn Verwendung gefunden haben.

Maldbrände werden ferner gemeldet ans 3 b ft ein und Braubach, ferner wirb über einen solchen oberhalb des Schlosses Stolzenfels berichtet.

* Der Uadfahrsport hat in den letzten Jahren einen über­aus bemerkenswerthen Aufschwung genommen. Während sich 1882 kaum 2000 Radfahrer in Deutschland befanden, dürfte heute die Zahl von 100,000 Radlern nicht zu hoch gegriffen sein. In sport­licher Beziehung steht Frankfurt a. M. an der Spitze, in welcher Stadt sich die besten deutschen Reunfahrer, wie August Lehr, Alwin Vater, Theodor Jaide u. a. m. befinden. Die meisten Vereine, welche das Radfahren lediglich als Touren- oder Renusport betreiben, gehören dem gegenwärtig ea. 16,000 Mitglieder zählenden, über ganz Deutschland verbreiteten Deutschen Radfahrer-Bund an, dessen Sitz sich seit der im Jahre 1884 in Leipzig erfolgten Gründung in Magdeburg befiubet.

Die Osterferien in bett hiesigen Volksschulen beginnen morgen und dauern bis zum 2. Mai.

(2. Fortsetzung.)

Der erste Kuß.

Erzählung von ß. von Martine-.

Ich hatte über die Hochzeitsfeierlichkeiten meine Helden­tat längst vergessen. Znm Glück war der nächste Tag, notz der späten Jahreszeit, ein heller unb reiner. Der Herr Ohm, seine Hausfrau und meine Mutter waren von tiiter.i Rathsherrn cingelaben worden, von dessen Fenster aus den Hochzeitszug niitanziischauen; ich und mein Vater wchten uns auf der Straße ein Plätzchen. Wir waren aber nicht lange zusammen, als wir durch das immer mehr ^wachsende Volk von einander getrennt wurden. Ich war Sanz in der Nähe der Frauenkirche hinter einem Bürger; eJin von der Residenz bis zur Frauenkirche stand die Bürgerschaft unter Waffen. Es war schon ziemlich spät tin Nachmittag, als der Zug kam. Der Hof und viele dtaatsdieuer in reichen Gewändern gingen zu Fuß. Die Eerhöchsten Herrschaften aber waren theils zu Pferd, theils ?* Wagen. Das Volk stand dichtgedrängt, und ich sah die Schulter eines vor mir stehenden Bürgers hin- u°er, als mich etwas an dem Wams zupfte. Ich wandte zur Seite nieder und sah in ein paar flehende Kinder- »ugen.

»Was willst Du, Kleine?" fragte ich.O bitte, Lieber, Guter, heb' mich auf, ich kann nichts sehen." Das Ver­zügen war nun allerdings dreist, aber die Stimme süß 6n° lieblich, deswegen und weil sie gar so bat, hob ich sie M meinen Arm, so daß sie alles genau und in der nächsten e sehen konnte. Sie schlang ihren Arm um meinen und starrte unverwandt auf die glänzenden geputzten ölten des Zuges. Vorerst ritt auf einem milchweißen immel, dessen Zänmnng von Silber und Brillanten

funkelte, der Bräutigam. Der schöne edle Kopf des Pfalz­grafen Wolfgang war geschmückt mit einem weißen, spitzigen Hut, deffen lange, wallende Feder von gleicher Farbe bis auf die Schulter fiel; er trug ein Wams von weißem Atlas und einen gleichfarbigen kurzen spanischen Mantel. Das Beinkleid, die seidenen Strümpfe und Schuhe waren ebenfalls weiß.

Selbst der Degen war bis zn dem mit Brillanten be­setzten Griff mit weißem Atlas überzogen. Ich kann nicht vergessen, welch' einen imponirenden Eindruck die Gestalt des Pfalzgrafen auch mich machte, ich konnte nur ein stau­nendesAh" über die Lippen bringen und dennoch über­kam mich eine Wehmuth, als ich in sein schönes Gesicht blickte, denn ich wähnte in seinen Zügen eine Trauer zu sehen. Später, nachdem mir von dem Herrn Prälaten vieles von der pfälzischen Familie erzählt worden war, da konnte ich mir den kummervollen Zug in seinem Gesichte erklären. Es inochte damals dem Pfalzgrafen das Herz schwer gewesen sein, wenn er seines alten, ihm vertrauen­den Vaters gedachte, der keine Ahnnng hatte, daß sein Sohn zur katholischen Kirche übergetreten war, sondern sich vielmehr der Hoffnung hingab, die bayerische Prinzessin Magdalena werde, wie er es wünschte, sich zur lutherischen Coiifessioil bekehren lassen. Dem Bräutigam zur Rechten ritt seine Durchlaucht der Herzog Maximilian in einem köstlichen purpurnen Gewände, mit dem Orden des goldenen Vließes behangen. Zur linken ritt der Bruder des Herzogs, der schöne Kurfürst von Köln; er saß auf einem großen feurigen Rappen und, da er selbst vom Kopf bis zu den Füßen in schwarzen Sammt gekleidet war, so stach er neben dem weißen Pfalzgrafen und seinem reich costümirten Herrn Bruder gar seltsam ab. Dann kam ein herrlicher vergoldeter Wagen, der mit vier Kronen verziert war; da­rinnen saßen der alte Pfalzgraf Philipp Ludwig und der

Herzog Wilhelm. Der letztere schien sehr vergnügt unb grüßte gär leutselig die Bürger der Stadt; auch der alte Pfalzgraf sah besser und frischer aus, als am Tage seiner Ankunft. Plötzlich schrie das kleine Mägdlein, das ich auf dem Arm hatte, laut auf.

Da ist sie! da ist Fräulein Magdalena." Dabei klatschte sie freudig in die Händlern und warf der in weißen Sammt köstlich gekleideten Brant, auf deren Kopf eineBril- lautkröue in der Abendsonne funkelte, Kußhände zu. Die Prinzessin saß in einem offenen, wunderbaren Wagen, bei die Gestalt einer goldenen Krone hatte, die sich auf Rädern schaukelte. Die zwölf Schimmel des Brautwagens wurden von weiß und blaugekleideteil Pagen geführt. Neben der Braut saß die Herzogin von Bayern in himmelblauem Sammt mit Silber, sodann die Pfalzgräfin Anna von Neu­burg, die uns beim Einzug der Herr Prälat gezeigt hatte, und die Gemahlin des Herzogs Albert in rofenrothem Atlas, gar wunderbar schön zu schauen.

Bei dem lauten Jnbelrnf der Kleinen hatten die hohen Frauen, welche ganz nahe im Schritt an uns vorbeifuhren, herübergeschaut und die Brant über das Jauchzen des Kindes gar holdselig gelächelt und ihr zugenickt, dann sagte sie etwas zu den Fürstinnen und diese lachten darüber.

Noch kamen eine Menge Kutschen mit reichgeputzten vor­nehmen Frauen und prachtvoll kostümirten Reitern. Das Mägdlein auf meinem Arm aber hatte kein Ange mehr für alle die köstlichen Farben und das Funkeln der Edelsteine, sie hatte offenbar nur die Braut sehen wollen, so ließ ich sie auf die Erde herabgleiren und fragte sie, ob ich sie heim- führeu solle; den» das Kind obschon es acht Jahre zählen mochte, war klein und überaus zart, und ich bangte, es könne im Gedränge Schaden erleiden. Gehorsam gab sie mir ihr Häublein unb ich drückte mich durch dir Volksmenae