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Abend-Ausgabe.

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Verlag: Lauggasse 27.'

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Diettstag» drn 9. Febrnav

Ko. 66

1892

mJ t Arge« den Nolksschnl-Gesetzentmuef.

B -o- Mirsbadcn, 9. Februar.

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ii lieben, an

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W. Das Comits fml>e eine kurze energische Petition auS-

dVWWäjet, welche solgcnden Wortlaut hat:

.Die in der »Kaiserhalle'

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tismus wollen wir groß g auf leben und erstarken im o

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Kalle bemerkt noch, das; zur näheren Erlänte- gtBBb Begründung dieser Petition zwei Referenten, die Herren »üwgsgerichtS-Direetor Geheimer Regierungsrath t>. Reichenau Uktlehrer Giikh, bestellt worden wären und ertheilt dem Herrn ^Mrichenau zunächst das Wort. Derselbe führte etwa Wer aus: Zum zweiten Male sind Männer üerschiedeuer ^pifammeugekommen, um Stellung zu nehmen gegen ^»sschulgefetz-Entwurf, wie er jetzt'vorliegt.' Ich freue Dn das so zahlreiche Erscheinen. Es ist ein Beweis für die t der Sache und zugleich dafür, baß das Volk den Sinn idealen Güter noch nicht verloren hat. Damals, als der M Entwurf vorgelegt wurde, wurde von Seiten der WWkegierung die Erklärung abgegeben, daß man damit bis an der möglichsten Nachgiebigkeit gegenüber den Forde- Centrums gelaugt wäre. Ein 'berechtigtes Erstauuen 5“ Erfüllen, als die Staatsregierung mit dem neuen Gesetz­en weit über die felbstgezogeuen Grenzen hinausging. Es Er* aHe Forderungen genehmigt, welche der verstorbene ^»rs Ceutrums gegenüber der Staatsregierung, gegenüber Darteien aufgestellt hat. Es ist damit gegangen iuie mit W über die Sperrgelder; auch damals hatte mau erklärt, «Mage sei man an die Grenze der möglichsten Rachgiebig-

E (tue Volksversammlung, wie sie Wiesbaden kaum größer ge- ifaiiabcn mag, hatte sich gestern Abend auf Veranlassung eines Männern aller Parteien, aller Confefsionen und aller Bernfs- M, gebildeten Coinitös iu der „Kaiserhalle" eingesundeu, uni gegen

. eut sch en Land. Ich glaube

auch, daß wir noch ein besonderes Anrecht auf die ungeschmälerte und unverrückte Erhaltung unserer Simultanschule erheben können, und zwar durch eine Entscheidung Seiner Majestät unseres unver-

gesährlicher, sondern auch insofern, als mehr noch wie im ahre die Wahrscheinlichkeit nahe liege, daß sich im Abgc- chcmsc eine Mehrheit für den Entwurf finde. Um zu ver- die Vorlage angenommen werde, habe man kein Wittel, als daß das Volk überall sieh erhebe zu lebhaftem K gegen den Entwurf. Um die Versammelten zu veranlassen, W^Wrotest eiuzustimmen, habe sich das Eomitö erlaubt, sie

40. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs Preisr nm Wiesbaden und den Sauborten mit Zweig» Erpeditionen 1 Mk. 50 Pfg., durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. für das Vierteljahr.

sah, durste schwerlich hoffen, Klarheit in das Dunkel bringen zu können, das über diesem geheimnißvollen Morde lag, zumal mein Vorgänger, der seit Jahren hier ansässig und in alle Land und Leute betreffenden Angelegeitheiteu durch­aus eingewciht war, keinerlei Mulhmaßungen bezüglich des ThätcrS oder der Thatmotive hatte ausstellcu können und auch der eigens aus der Hauptstadt hierher gesandte Beamte der Criminalpolizei wieder abgcreist war, ohne zur Auf­hellung des Thatbestandes auch nur das Geringste beige­tragen zu haben. Unter solchen Umständen, und da ich überall, wohin ich horchte, nur ein Kopfschüttclii und Achsel­zucken zur Antwort erhielt, schwand meine Hoffnung, mir hier meine Sporen als scharfsinniger Crimiiialrichtcr ver­dienen zu können, zusehends.

Dabei lag der Fall einfach genug. In der Nacht vom 5. zum 6. Mai hatten Arbeiter, die nach mehrtägiger Beur­laubung behufs Ordnung häuslicher Verhältnisse von ihrem Heimathsdorf wieder in die einige Stunden entfernte Fabrik zurückkehren wollten, wo sie mit Tagesanbruch eintreffen mußten, den der Gemeinde Pollnow gehörigen sogenannten „Stadtwald", einen ziemlich umfangreichen Kiefernforst, durchquert. Bei dieser Gelegenheit waren sie, kaum eine halbe Stunde von der Stadt entfernt, auf einen mitten im Wege liegenden menschlichen Körper gestoßen, den sie alsbald, in der Annahme, einen Betrunkenen oder Verunglückten vor sich zu sehen, aufgehoben hatten, um nun zu erkennen, daß es sich um einen Siebten handelte. Und dieser Siebte war, wie sie gleich feststellten, der Hilfsförster Friedrich Planck, der seit nech nicht langer Zeit im Pollnower Forsthause weilte, um dem alten städtische^ Forstaufseher Hegemann, der ihn zu seiner Unterstützung bei zunehmender Kränklichkeit in Dienst und Brod genommen hatte, an die Hand zu gehen. Die Arbeiter entdeckten auch sofort, daß Friedrich Planck durch eine Kugel mitten in die Brust geschossen worden war

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— beziehentlich sich selber geschossen hatte — und daß fein Tod dadurch vermnthlich schon vor Stunden — denn der Leichnam war bereits erkaltet — herbeigeführt worden sein mußte. Sie entschlossen sich deshalb, im Forsthause das Vorgefallene zu melden, ließen aber den Leichnam einst­weilen da liegen, wo sie ihn gefunden hatten.

Förster Hegemann, den sie aus dem Schlafe weckten, schickte seinen Burschen unverzüglich zur Polizei und machte sich selber auf den Weg, um sich von den Leuten den Fund­ort zeigen zu lassen. Nach dem Eintreffen eines Polizei­beamten war dann ein umfangreiches Protokoll ausgenommen worden, ein paar Stunden später war der Richter selbst an Ort und Stelle gewesen, die gerichtliche Obdnetion des Leichnams hatte stattgefunden, die Staatsanwaltschaft in der eine Eisenbahnstunde entfernten Kreisstadt war telegraphisch benachrichtigt, alle Maßregeln waren getroffen, nm den That- bestand aufzntzellen und den Thäter ausfindig zu machen. Sämmtliche in Frage kommenden Behörden entwickelten eine, fieberhafte Thätigkeit. Aber trotz des Aufsehens, welches, in dieser stillen und friedvollen Gegend, die wenig oder nichts von Verbrechen wußte, durch das blutige Geschehniß geweckt', morden war, trotz des gemeinsamen Bestrebens der gesammten Bevölkerung, den Uebelthäter zu entdecken und zur verdienten Bestrnfung zu ziehen, mar es nicht gelungen, auch nur die geringste Aufhellung in dieses dunkle Ereigniß zu bringen.

Daß es sich überhaupt um ein Verbrechen und nicht etwa um einen Selbstmord handele, erschien, abgesehen davon, daß für den letzteren sich keinerlei Anhaltspunkte ergaben, zweifellos. Vor Allem war die Waffe, mit welcher die tödtliche Wunde zugefügt worden war, am Thatorte nicht aufgefunden worden, und man hatte festgestellt, daß die Waffe ein kleinkalibriger Revolver gewesen war, wie daß ein solcher sich niemals im Besitz des Ermordeten befunden oder etwa zur Waffenausstattung des Forsthauses gehört

.... zu Wiesbaden am

L Februar tagende Volksversannulniig bittet «S hohe Hans der Abgeordneten, den vor­liegende iiVolksschnl-Gesetzeiltwnrf abzulehnen, besonders weil er die Volksschule grundsätzlich -- i» einer coufessionellen Anstalt macht und da- Mitauch den Fortbestand unserer langbewahrte», 'segensreich wirkenden Simultanschule bedroht, tocil er unter Zurückdrängnng der Selbstver­waltung der Gemeinde die Mitherrfchaft der

n Organe in der Schule zur Geltung

_______ „iib weil er die Gewissensfreih eit ge- . MMt-i fahndet."

feit herangetreten, aber die beiden ersten Entwürfe haben nicht den Beifall des Centruins gefunden, die Staatsregicrung glitt weiter auf der abschüssigen Bahn der Nachgiebigkeit und legte einen Ent­wurf vor, welcher den Beifall des Centrnms fand. Man muß dies aufrichtig bedauern, andererseits aber auch anerkennen, daß in Folge der letzten Wohl das Gentrum in ausschlaggebender Stärke erscheint und die Königliche Staatsregiernng dadurch in eine ge­wisse Nothlage geriet!). Mancher entschieden freisinnig denkende Mann wird sich jetzt still sagen, das B '.ai 'inß mit den Ultra« montanen ist nicht zum Segen des Vaterlandes ausgefallen. Möchte diese Erfahrung für alle Zukunft gewahrt bleiben. Die nationalliberale Partei, der ich angehöre, so etwa fährt der Redner fort, und als bereit Referent ich heute auftrete, erklärt den vor­liegenden Entwurf für unannehmbar und zwar um deßwillen, weil er unsere Simultanschule auf den Anssterbe-Etat setzt, weil er der Kirche und ihren Organen eine Mitherrschaft einräumt, über die Volksschule, weil er beit eonfessionellen Unterschied aufs Aenßerste vertieft und verschärft, weil der Prioat-Unterricht, beit er unbedingt freigiebt, große Gefahren birgt und weil die Gewissensfreiheit durch diescu Gesetzcntlvurf verletzt erscheint. „Wir Nassauer, die wir in unserer Simultansehule groß gezogen wor­be u sind, wir wissen sie zu schätzen un b zu lieben, an biesem lieben Kinbe ber uasfanisehen Bevölkerung soll nicht gerüttelt werben. Wir keimen Alle bas unsag­bare Elend und Unglück, welches ber coufessionelle Riß, ber durch die deutsche Station geht, Hervorgernfen hat, er soll nicht noch er­weitert, vergrößert werden. Unsere Kinder sollen von Jugend auf gegenseitige Duldung und Achtung lernen, lernen, daß sie Kinder eines Vaterlandes sind. Zn diesem Zweck wollen wir nicht, daß unsere Kinder von Jngend auf getrennt werden, daß die Katholiken rechts, die Protestanten links in besondere Schulen gehen, daß sie gegenseitig entfremdet und der Keim der Zwietracht in ihr jugend­liches Herz gepflanzt werde. Jetzt sitzen uiifere Kinder friedlich nebeneinander auf derselben Schulbank; sie lernen sich kennen, achten und lieben, sie erkennen, daß auch unter den Anders­gläubigen gute, brave, edle Menschen existireu und diese Erkenntniß, erworben durch die Jugendfrenndschaft, mildert die Gegensätze. Die Siniultanschnle bereitet nicht den Boden für fanatischen Haß und Geifer. Man wisse, fuhr Redner fort, daß van ultraiuontancr und orthosox - protestantischer Seite die Behauptung aufgestellt werde, die Simultanschule zeitige den Atheismus und Jnbiffereiitis- mus. Nichts ist irriger. Eine beinahe 80-jährige Erfahrung hat uns belehrt, daß in den Simultauschuleu ebeiifogute Katholiken als Protestanten erzogen werden, wie in den Confefsionsschulen, vielleicht noch bessere, denn sie lehren Glaubens-Dnldnug. Jetzt noch leben zwei katholische Bischöfe, die von ihren Glaubensgenossen hochverehrt sind und die durch die Simultanschule durchgegangen sind und das zeugt dafür, daß dem nassauischen Volk der Sinn für Religion sicherlich nicht abhanden gekommen ist. Wohl aber sehen wir hier nicht wie anderwärts das betrübende Schauspiel, daß sich Bürger derselben Gemeinde gegenseitig aiifeiiibeit und hassen und wenn das Jndifferentisuius ist, diesen Jndif fereu« ° ----- —r- gesogen haben, möge er

fuhrt werden dürfen und daß 30 Kinder derselben Con­fessio» schon genügen sollen, um den Anspruch auf eine Confessionsschnle zu begründen. Die Simultanschnle soll nicht plötzlich todtgemacht werden, aber langsam hinsiechen. Dagegen wollen wir uns wehren. Die iiationnUiberale Partei verwirft den Entwurf um deswillen, weil er der Kirche und ihren Organen eine Mitherrschaft einräumt, ein kirchlicher Conimissar befugt sein soll, durch sein entscheidendes Votum darüber zu befinden, ob em Volkschullchrer berechtigt sei, den Religionsunterricht iu einer Klasse zu ertljcilcu. Der Kircheu-Commissar verfügt also über das Schicksal der Lehrer, er setzt sie ein und setzt sie ab. Das wollen wir nicht. Die Herrschaft über die Volksschullehrer muß dem Staate und feinem Herrscher verbleiben, wie es die alten guten preußischen Traditionen vorschreibcii, sie föniteii nimmer getheilt werden mit einem Souveraiu, der dem katholischen Klerus seine Befehle ertheilt. Ich weiß wohl, fo fährt Redner fort, daß der Cultusininisfer diese Bestiimnnug zu rechtfertigen und zu eiitschuldigen gesucht hat, daß er behauptete, dies fei nur der Ausfluß und die Ausführung der preußischen Verfassung. Aber diese schreibt nur vor, daß den Rcli- gionsgenieinschasten die Leitung des Religionsunterrichts über­lassen bleibt. Wenn man daraus die äußerste Conseqnenz folgern wolle, so würde es doch nur die fein, daß fremde Religionsgesell- schaften berechtigt fein sollen, den Religionsunterricht durch ihre Organe ertheilen zu lassen, wenn sie staatlich angestellte Lehrer nicht befähigt erachten. Der reale Unterricht muß ihm verbleiben, denn es besteht kein Passus darüber, daß nur kirchlich aprobirte Lehrer Unterricht an den Volksschulen ertljcilcu können. Aber unser Ent­wurf geht in consessioneller Richtung noch viel weiter. Nach dem­selben sollen au Confefsionsschulen nur Lehrer desselben Bekennt­nisses Anstellung finden und Unterricht ertheilen, nicht allein Neli- gionsnnterricht, sondern den gesamintcn Unterricht, Geschichte, Natnr- wissenschast, wie Stöcker sagt, auch Geographie, die soll katholisch oder evangelisch gelehrt werden. Die nothwendige Folge würde fein, daß von vornherein ganz Preußen in zwei Halste geschieden wird. Hier wird der Unterricht iu beiden Hälften coufessionell gefärbt er­scheinen, ihr Denken, Fühlen und Wissen wird verschieden. Sie werden sich immer mehr entfremden, sie verstehen sich schließlich nicht mehr. Der coufcffioneKe Gegensatz wird immer stärker ausgeprägt; es muß die Zeit fommeit, wo sich beide Hälften kaum noch als Kinder desselben Vaterlandes kennen und fühlen. Das mag im Interesse der (ultramontanen Partei sein und deren Wünschen entsprechen, aber nimmer im Interesse des preußischen Vaterlandes und seiner ferneren Entwickelung: Redner erklärte nicht näher eingehen zu wollen auf die Stellung, welche die Lehrer zu der Sache einnehmen, darüber werde ein berufener Mund sprechen. Er fährt dann fort: Ein schweres Bedenken, welches der Entwurf erweckt, ist die unbe­dingte Freigabe des Privatunterrichts. Wir wollen auch den Privatunterricht neben der Volksschule nicht ganz ausgeschlossen wissen, aber beschränkt auf die Fälle, wo sich dazu ein Bedürsniß ergiebt. Wie jetzt die Vorschrift int Gesetzentwurf lautet, würde jede kirchliche Kongregation in der Lage fein, ungezählte Privat- schnleu zu errichten und darin liegt eine große Gefahr. Wir brauchen mir auf Belgien hinzublicken, um die Gefahren zu erkennen und .diesem Mnsterstaate wollen wir doch nicht folgen. Das letzte Be­denken, welches die uationalliberale Partei gegenüber diesem Gesetz- Entwurf hat, ist das, daß Kinder von Dissidenten gezlvungen wer­den sollen, auch gegen den Willen ihrer Eltern dem eonfessionellen Unterricht bcizuwohnen. Wir wollen sicherlich Alle, daß keine Kinder anjwachseu ohne Religion. Aber einen derartigen Zwang kennen und wollen wir nicht, weil er sich nicht vereinbaren läßt mit der garantirten Gewissensfreiheit und auch nicht mit den Traditionen, wie sie seit Friedrichs des Großen Zeiten bestehen. Das sind die wesentlichsten Bedenken, welche der jetzige Entwurf gegenüber dem Goßler'schcn Entwurf hat, mit dessen Bestimmungen möglicher Weise ein Einverständniß hätte erzielt werden können, mit Ausnahme der Vorschriften über die Simultanschule. Noch haben wir Hoffniing, daß die Staatsregiernng die Bedenken und die Tragweite dieser Bedenken nicht ausreidjeub gewürdigt hat und daß sie zu der Ein­sicht gelangt, daß durchgreifende Aenderuugen in allen diesen

Ntrzeigcn-PrciSr

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geglichen Kaisers Wilhelni I. Kaum war die Auuexion Nassaus geschehen, so richtete der Bischof von Simburg au den Kaiser das Ersuchen, die Simnltauschulcu aufziihebcn und ConfcssionSschulcu einzuführen. Der Kaiser aber erwiederte: „An dieser feit langen Jahren bestehenden, dem nassauischeu Volke an's Herz gewachsencu gcsctzlichen Eiurichtuug soll nichts geändert werden, weder im Wege ber Verwal­tung, noch im Wege der Gesetzgebung." So wollen wir scsthälteii an unserer bewährten Schnleinrichtlmg und wollen uns nicht zufrieden erklären mit der Begründung,' welche dem neuen Entwurf zu Theil geworden ist. Derselbe will die Sininltanschulen nicht ohne Weiteres aufbeben, bestimmt aber, daß neue nicht ange-

40 (fcn dem Landtage vorliegenden Volksschul-Gcsetzentwurf Protest Wdheben und für die Erhaltung der Nassauischen Simultanschule Machen. Schon lange vor dem auf 8'/- Uhr festgesetzten Beginn itaManuuhing waren der große Saal und die Gallerie dicht EsUr uiib an den Thüren standen große Gruppen. Es. mögen ftafim Ganzen 600 Personen anwesend gewesen und eine große Platzmangel umgekehrt fein. Alsbald nach dem scst- j£» iermiit eröffnete ber Vorsitzende des Konnte«, Herr Stadt- Ujkalle, die Versammlung. Kaum ein Jahr fei es her, baß Mw derselben Stelle versamntelt gewesen wäre, um Protest zu Bi gegen den V ol ksschul-Gesetzenlwurf, den Cultusininister von W« cmsgcarbcitet hatte. Wenn sich damals schon eine tiefgehende der Bevölkerung Nassaus bemächtigt habe, fo drohe jetzt Gefahr wie damals. Nicht nur seinem Inhalte nach, M daß er das nationale Leben, die Geistesfreiheit überhaupt, HeSinnilfanfdjuIe insbesondere gefährde, erscheine dieser neue

Nachdruck verboten.

Sühne.

__Roman von Konrad Helman».

^WEelbar nach dem Affessorexamcn wurde ich als com- ggytt Vertreter eines schwer erkrankten und auf längere ^uanblen Kreisrichtels in ein kleines pommersches —Wchlckt. Da aber an jungen Juristen damals Mangel E'd man mir in Aussicht stellte, ich würde nach MMmlichen Vollendung meines Eommissoriums in jenem ^jJefieiicn Erdwinkel alsbald eine feste Anstellung in zum Lohn erhalten, war an eine Ablehnung ** «Uten. Und nun wollte es der Zufall, daß ich ?* meiner Ankunft in Pollnow als Untersuchungs- M einem mysteriösen Mordprozeß zu fungircn hatte, ^Sauze Gegend seit einiger Zeit in Athem hielt. Das ■*Hve!nent- Berufsstandpunkt aus angesehen, als ein *9n 3U betrachten und brachte nicht nur eine Abwecheselung in das öde Einerlei von Bagatcll- «rundchtcheintragungen und Forstcontraventionen, M^ehieß auch zugleich eine willkommene Gelegenheit, ■E/0 Weben und geeigneten Orts Aufmerksamkeit zu Wenigstens sah ich die Sache an, als ich zum Einsicht in die Acten nahm, und freute mich, d tz,. das Herkömmliche hinausreichende Thätigkeit "einstädtische Langweile, an die ich nicht ge- KjLft qn’toeg helfen zu können.

iyy&t; Ce?- ^ache dann näher trat, mußte ich mir frei« ■gsT ' .6a- es keineswegs leicht sein würde, hier Lor- Möglichkeit, daß alle meine Bcmühun- ^^8los bleiben würden, dagegen klar vorlag.

- Muling in lauter fremde Verhältnisse ein­unbekannten Menschen und Dingen gegenüber