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Verlag Langgasse 21

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Samstag, 12. Dezember 1914.

ITr. 580. . S2. Iahrgang.

Der Rriey.

Der Tagesbericht vom 12. Dezember.

5ur.ickgL,churgene elngriffe der Franzosen in Flandern und Nordfrankreich. Fortschritte bei nrras. Neue Erfolge im Nrgonnerwald. "Ussische Navallerie zurüchgeschlagen. Die Rümpfe in Nord- und Süd-Polen.

\V. T.-B. Großes Hauptquartier, 12. Dez. (Amtlich.1

Flandern griffen gestern die Franzosen in der Richtung östlich Langemark an; sic wurden znrückgcworfcn u &b verloren etwa 2 0 0 Tote und 340 Gefangene.

Unsere Artillerie beschoß den Bahnhof Ypern zur Störung feindlicher Truppenbewegungen.

Bei A r r a s wurden Fortschritte gemacht.

In der Gegend Souain-Perthes griffen die Fran- i«se erneut ohne Erfolg an.

Fm Argonncr Walde versuchten die Franzosen »ach "»chcnlangcm rein passiven Verhalten einige Bor- ltiißc; sie wurden überall leicht abgcwiesen. Da­ngen nahmen die deutschen Truppe» wicdernin einen wich­tigen französischen Stützpunkt durch M i n c n s p r e n g u n g. ^r Gegner erlitt starke Verluste an Gefallenen und Ber- schütteten; außerdem machten wir 200 Gefangene

Bei AP r e m o nt südöstlich St. M ihicl wurden mehr. i»chc heftige Angriffe der Franzosen abgcwicscn, ebenso °uf dem V o g e s e n k a m m westlich Markirch.

An der oftpreußischen Grenze warf unsere Kavallerie russische Kavallerie zurück und machte 350 Ge­angene.

Südlich der Weichsel in Nordpolcn entwickeln sich Unsere Operationen weiter.

I» S ü d p o l c n wurden russische Angriffe von östcr- tcichisch-nngarischen und unseren Truppen abgeschlagen.

Oberste Heeresleitung.

Der ruhmvolle Untergang unserer Ureuzer.

Rein Grund zur Verzagtheit!

O Berlin, 11. Dezember.

Die Vernichtung unserer Kreuzerflotte in den Mklandinseln trifft keinen Urteilsfähigen mit der «r-aft einer Überraschung, dies _ beklagenswerte Ende Saferer siegreich gewesenen Schiffe warvielmehr seit D o ch e n mit Sicherheit zu erwarten. Das Ge- jÄvader befand sich längst auf verlorenem Losten, fern von irgendeinem Stützpunkt, ohne die Möglichkeit, seine Vorräte zu ergänzen, außerstande, sich ® e irn Mangel von Signalstationen über die Stärke .^s Feindes und über seine Bewegungen zu unterrich- ^n. Bei der ungeheuren Überlegenheit der Zerstörung unserer Auslandskreuzer entsandten ^glischen Flotte mußte der Kampf, sobald er ein­mal begonnen hatte, auch schon zu unseren Ungunsten t s ch j e d e n sein, nur ein ruhmreiches Ende f?r möglich. Wir müssen trauern, aber wir haben mnen Grund zum Kleinmut. Denn das ist das ent- cheidende Moment. Unsere Kreuzer im Großen und ' Ö1 Atlantischen Ozean konnten wohl die englische Flotts U die Handelsschiffe der Feinde beunruhigen und Mdigen, jedoch den Gang und den Ausgang des Weltkrieges niemals bestimmen. So groß und so ^ kechtigt unsere Freude darüber fein durfte, daß das W vernichtete Geschwader den Engläuidern die schwere -nsderlage bei Coronel bereitet hatte, so ist zugleich Anerkennen, daß auch diese Niederlage unsere Feinde Ä ernstlich geschwächt, ihnen kaum mehr als die füllt geritzt hatte. Die Bedeutung des Ereignisses M und liegt auf dem Gebiete der moralischen i^rte, aber die britischen Machtmittel sind davon A wesentlichen u n b e r ü h r t geblieben. Es steht da- At nicht viel anders, als wenn in dem ungeheuren und Herwogen der Känrpfe in Flandern wie in mal ein paar Regimenter oder selbst eineDivision N einer der beiden Seiten vernichtet werden. Dürfen As den Engländern dies Zugeständnis machen, so ge- Meht es, um uns an dem Gegenbilde darüber .5* zu werden, daß der Untergang unserer Schiffe A o n s o w e n i g irgendwie ausschlaggebend 5? die letzten Entscheidungen in dem großen Ringen Ai unserem gefährlichsten Feinde . sein kann. Gewiß das unseren S ch m e r z um die Helden nicht mil- die jetzt in den Tiefen des Weltmeeres ihr Grab stunden haben, indessen müssen wir uns immer gegen- halten, daß die Kriegslage nur gleichsam -wen Außenbezirken verändert worden ist. Wir

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sich

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Verlust wieder w e t t in a ch e n, darauf England, einrichten. Und wieder einmal

'Uint es zum stärkenden Bewußtsein, daß der Krieg

«int, dem furchtbarsten unserer Feinde noch i m mer c r st i m Beginn seiner Entwicklung be­griffen ist und daß die Zukunft Geheimnisse birgt, die wir mit allen Fasern der Seele teilnehmenden Zuschauer höchstens ahnen können. Zur rechten Zeit werden sie sich erschütternd enthüllen.

Weitere Einzelheiten zur Seeschlacht.

Br. Mailand, 12. Dez. (Erg. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Pariser Ausgabe desNew Aork^ Herald" wird aus Buenos Aires berichtet, daß die Seeschlacht in üeil Gewässern Argentiniens begonnen habe und sich bis zu den Falkland sin sein fortspann. Zwei Kreuzer verfolgen noch den KreuzerDresden". Die englischen 58 et I»st e an Toten. sind weni­ge r als 100 Mann. Die englischen Schiffe sind nicht ernstlich beschädigt. Nach einem Telegramm des Kommandanten des argentinischen Panzerschiffes Pueyrredon" irach Buenos Aires zählten die Eng­länder 6 Panzerschiffe.

Die unaehenere englische Uebermachl.

Grössere Schiffe und bessere Geschütze."

W.T.-B. London, 11. Tcz. (Nichtamtlich.) Der Flotten- korrcspoudeut derTimes" schreibt: In der Seeschlacht bei den^ Falklands-Jnselu ist anzunehmen, daß die Gefcchts- bedingustgen das Gegenteil von denen an der chileni­schen Küste waren. (Jawohl; insofern nämlich, als dort die Gegner einander gegenseitig gewachsen waren, wobei unsere Schiffe zeigten, was sie in einem solchen gleichen Kampfe leisten, während es durchaus keineRuhmestat" ist, daß eine große Anzahl von allermodernsten englischen Über- dreadnoughts von 28 000 Tonnen oder mehr ein paar ältere deutsche Panzerkreuzer von 11600 Tonnen, bezw. 3650 Tonnen, zur Strecke bringen. Schriftl.) Größere Schiffe und besseres schießen haben den Ausschlag gegeben. Wir können auch sicher sein, daß Admiral v. Spee und die Besatzung seiner Schiffe init der größten Tapferkeit kämpften, ihre Pflicht bis ans Ende erfüllten und in Ehren starben.

Berlin, 12 Dez. Wie dieVoss. Ztg." nach demAlge- meene Handelsblad" ans Amsterdam meldet, haben sich unter den englischen Schiffen bei den Fälklands-Jnsekn zwei Dreadnoughts befunden, die vor etwa vier Wochen Southampton verlassen haben.

Die Zusammensetzung des englischen Geschwaders unbekannt.

Die Engländer fuhren 7000 Meilen.

W. T.-B. London, 11. Dez. (Nichtamtlich.) DieTimes" undDaily Telegraph" betonen, daß die Zusammensetzung des englischen Geschwaders in der Seeschlacht bei den Falk- lcmds-Jnscln unbekannt sei. Admiral Sturdee war Chef des Stabes der Admiralität; nach der Schlacht bei Coronel erhielt er das Kommando über das Geschwader, das gegen die deutschen Kreuzer ausgesandt wurde. Es fuhr etwa 7000 Meilen, um den Kampfplatz zu erreichen.

Kampf derScharnhorst" bis zum letzten Atemzuge.

Berlin, 12. Dez. Nach einer Meldung desNew York Herald" hat dieScharnhorst" bis zum letzten Atemzuge gekämpft. Kein Mann der Besatzung dieses Schiffes könnte gerettet werden.

Graf v. Spee mit seinem Schiffe untergcgangen.

Berlin, 12. Dez.Daily Telegraph" erfährst wie die Boss. Ztg." zu melden weiß, daß Admiral Grasig. Spee mit derScharnhorst" untergegangen ist.

Die angeblichen englischen Verluste in der Seeschlacht.

Br. Amsterdam, 12. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Laut amtlicher Reutermeldnng ans London betragen die Ver­luste der Engländer in der Schlacht an den Falklandinseln 7 Tote und 4 Verwundeie. Offiziere befinden sich nicht darunter.

Vom Aufenthalt derNürnberg" in Honolulu.

Br. Christiania, 12. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Tigens Tcgn" veröffentlicht einen Privatbries, in dem von dem Aufenthalt des jetzt untergcgangcnen deutschen KreuzersN ürnbcr g" in Honolulu erzählt wird. In dem Briefe heißt cs: Vor ein paar Tagen ivar dieNürnberg'

hier. Sie wurde von einem amerikanischen Kreuzer im Hafen mit wohlverdienten H u r r a r u f c n begrüßt. So­wohl dieNürnberg" wie die.Leipzig" operierten hier. Sie werden von einer kombinierten japanischen, eng­lischen und französischen Flotte verfolgt. Die deut­schen Schiffe haben keine n Stützpunkt. Beide Schiffe haben jetzt soviel Kohlen bekommen, wie sie nach dem Neutralitätsgese.tz _ erhalten können. Ihre Lage ist deshalb sehr verzweifelt. Aber man konnte nichts von der Verzweiflung in den Gesichtern der an Bord der Nürnberg" Befindlichen lesen. Ein Norddeutscher Lloyd- dampfer, der in Honolulu liegt, gab von seiner Mannschaft an dieNürnberg" ab.

Österreichisch-ungarische Blätter über den Heldenmut der Deutschen.

Das nnausbleiblichcTsingtan zur Sec".

\V. T-B. SSien. 11. Dez. lNichtamtlich.) Bei Besprechung der Seeschlacht bei den Falklands-Jnscln rühmen die Blätter den Helden m u t und die T o d e s v e r a ch t u n g der deutschen Seeleute.

DasFremdcnblatt" sagt: Dem Tsingtau zu Lande

mutzte das Tsingtau zur See folgen. Allein, so wie die Besatzung Klautschaus sich ohne Aussicht auf Hilfe gegen­

über dem unermeßlich übermächtigen Gegner zur Wehr setzte, um der Waffenchre des deutschen Volkes ein unvergängliches Denkmal zu errichten, haben die deutschen Kriegsschiffe int fernen Osten einen ruhmvollen Untergang gesucht. Es wurde den Gegnern schwer genug, diese Wikinger unserer Zeit zu vernichten. England mußte die Hilfe seiner Verbün­deten anrufeil, um die wenigen, jedes Schutzes entbehren­den deutschen Schiffe unschädlich zu machen. Die Besatzung der deutschen Schisse zeigte, wie Deutsche zu sterben wissen. Unabwendbar jvar ihr Schicksal! Auf den« Verlauf des Krieges kann das Seegefecht bei den Falklands- Inseln keinen Einfluß ausüben, doch bis ist die spätesten Ge­schlechter wird der Ruhm der kühnen Wikingerfahrer fort­leben, die zum erstenmal im fernen Osten Deutschlands Flagge mit unvergleichlichem Heldeumute hochhielten.

DieNeue Freie Presse" vckonst daß die drei deutschen Kreuzer tu he r o i s ch e in Kampfe in die Tiefe gegangen sind. Heldenhaft kämpften deutsche Seekeuite und rissen dem Feinde schwere Wunden. Deutsche Seeleute waren die Blut­zeugen deutscher Seeinannstüchtigkeit und heroischer Auf­opferung. Wir trauern um sie wie um eigene Söhne und sind stolz auf ihre herrlichen Taten!

DasNeue Wiener Tageblatt" führt aus: Das Andenken der heroischen deutschen Kreuzer, deren Untergang trotzdem init dem Lorbeerkranz einer bis zum Ende triumphieren­den Energie bekränzt ist, wird dort clvig in Ehren gehalten werden, wo die Pflicht höher gilt als das Leben.

DieReichspost" versichert, daß den Helden, die in der Südsee ruhmvoll und treu bis in den Tod für das Vaterland und für die Freiheit der Weltmeere gegen englische See- kyrannei kämpften, der unsterbliche Ruhm der Weltgeschichte und der heiße Dank und die Bewunderung der Heimat sicher seien.

\\ r - T.-B. Budapest, 11. Dez. (Nichtamtlich.) Sämtliche Blätter sprechen mit warmer Teilnahme von dem Verlust der deutscheil Kreuzer und von dein Heldenmut der denltschen Flotte gegenüber der offenbar sehr bedeutenden Übermacht.

DerPester Lloyd" schreibt: Man braucht sich aber auch nur zu erinnern, daß die ganze japanische Flotte vereint mit dem französischen und englischen Geschwader auf die Deutschen Jagd machten, ferner in wie souveräner WeiseScharnhorst" undGneisenau" mitMonmouth" undGood Hope" ver­fahren sind, um zu erkennen, daß es ein erdrückendes Über­gewicht gewesen sein muß, das gegen die fünf deutschen Schiffe ankämpfte. Dieses dotachievte Geschwader tat vom ersten Tage als ein dem Tode geweihtes seine Pflicht und war von des Deutschen Reiches Wehrmacht ab ge­schrieben. Jeder Tag seiner Existenz war ein neuer Erfolg. Nun hat es das unausweichliche Geschick erreicht, nachdem es seine Pflicht so herrlich erfüllt hatt. Der Kern der deutschen Marine, die eigentliche Hochsee­flotte, aber steht trotzdem in unverminderter Kraft aufrecht als der Schrecken der Feinde da. Überreich ist im voraus der Untergang der guten Schiffe ge­sühnt, auch an der flandrischen Küste, wo die deutschen Ge­schütze jede englische Annäherung sich schwer bezahlen lassen.

Genugtuung und Erleichterung in England.

Berlin, 12. Dez.Aftenposten" wird aus London tele­graphiert, daß alle Londoner Blätter den britischen Seesieg als Revanche für die Niederlage vor Coronel begrüßen. Die Vernichtung des Geschwaders des Admirals Craddock sei in England als eine große Demütigung empfunden worden und die Mitteilung, daß die daran beteiligt geioeseneir deutschen Kriegsschiffe jetzt vernichtet seien, habe im ganzen Lande eine Erleichterung hervorgernfen. Der Flotten- korrespondent derTimes" sagt, daß Graf v. Spee beab­sichtigt habe, der englischen Schiffahrt großen Schaden zuzu- sügen und danach nach einein kühnen Durchbruch unter dem Schube der Winternebel über-den Stillen Ozean nach Kiel zu gelangen.

Zurückhaltung eines deutschen Kohlendainpsers in Peru. ^

Berlin, 12. Dez. Über Kopenhagen wird derVoss. Ztg,'' gemeldet: Der deutsche DampferLoucor" wird von den Be­hörden von C o l l a o zurückgehalten. Der Dampfer kam von C ör o n e l mit einem kleinen Teil der Kohlenladung, die er beim Verlassen von Coronel an Bord gehabt hat. Es wird angenommen, daß der Dampfer auf offener See Kohlen an deutsche Auslandskreuzer abgegeben hat.

Von den östlichen Kriegsschauplätzen. §ortsüsritte der Deutschen bei pelrikau laut russischem Zeugnis.

hd. Petersburg, 12. Dez. Die Blätter melden von einer furchtbaren deutschen Offensive ans Koluski, also weit östlich von Lodz. Tie Russeit hätten Tüsczyn, nördlich Petrikau, r ä u m e n müssen. Es verlautet, das; jetzt auch Petrikau s e l b st aus strategischen Gründen werde geräumt werden müssen. Das Generalkommando, das sich in Petrikau befand, ist weiter rückverlegt worden. Diese Meldung, welche aus russischer Quelle kommt, beweist, daß die deutsche Offensive auch in der Gegend d- ö st I i ch von Lodz erfolgreich vorwärtsschrcitct.

Russische Klbernheit.

Br. Genf, 12. Dez. (Elg. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die Pariser Presse gibt auf Grund eines vom Warschauer Haupt-,