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Sette «. Morg<M-N«Sga-s. Erstes Blair. WiSSvKSSNrr Tagblüti. Samstag, 12. Dezember 1914. Nr. 579»

Türkei zu zerstückeln und ihre blutige Herrschaft über das Morgenland aufzurichten. Nur die energische Durchfiihrung des Heiligen Krieges kann den Islam vor den unersätt­lichen Räubern schützen.

Ein portngiestsch-önglischsr Schiedsgerichts- vsrtrag.

tut. Amsterdam, 11. Dez. Laut Londoner Meldungen wurde ein neuer SchiedSgerichtsdertvag für 8 Jahre zwischen Portugal und England abgeschlossen.

Vas englische werbegeichäfl-

Der BsvSauf, den die Rekrutierung in England bisher genommen hat. ist durchaus nicht geeignet, Hoffnungen auf das Zustandekommen einer bedeutenden Streitmacht zu wecken. Zunächst ist hervorWchsben, daß in der Bevölkerung trotz aller Anstrengungen der Presse, eine mächtige KriegSsttmmiung zu enftnchen, fite die weitere Entsendung von Truppen nach dem Festlainde sehr geringe Neigung besteht. Das in der englischen Politik tiaf eingetourselte Bestreben, andere Staaten für die britischen Interessen in Europa kämpfen zu lassen, äußert sich auch jetzt in der von allen Seiten vernehm­bar werdenden' Erwartung, daß russische Siege die Er­reichung des, von England verfolgten Z w e cks herbeiführen werte. In konservativen Kreisen wird vielfach offen ge­äußert. daß die Hauptaufgabe Euglairds in der Bildung eines tüchtigen Heeres für den Zweck der Landesverteidi­gung besteche. In voller ü berei nftimimmg hrermlt stecht die von gkaMvüvdigen Personen mitgeteilte Tatsache, daß von den ungosäbr 60V 00t) Mann, die sich bis zum letzten Drittel des November für das Heer anwerben ließen, mehr als fün fmalhunderttau send erklärt haben, daß ste sich ausschließlich für den Schutz des heimischen Bodens verwenden lassen wollen. Hierbei sind die fvcvK- Würdigen Mittel nicht zu übersehen, mit welchen die lllegierung ein großes Heer zustandez-ubffngen sucht. Auf die grotzen Unternehmungen und Geschäftshäuser wird ein Druck ausgetM, um sie zur Entlassung der wehrfähigen Angestellten zu bestimmen, die dann infolge ihrer Erwerbslosigkeit von den Werbern leicht zu gewinnen sind. Ja man schreckt sogar da­vor üicht zurück, Vagabunden «ufz-usreisen, vle vor die Wahl gestellt werden, in das Heer einzutreiem oder für mehrere Monate ins Gefängnis zu wandern. Von Interesse ist auch .der Umstand, daß von den kanadischen Territortattvuppen mindestens 15 v. H. dem amerikanischen Staarsvsrüande angehören,. Trotz aller Skrupsllostgksit bei den Werbungen ist in dem Ergübnis ein zunehmender Rückgang zu verzeichnen. Von der militärischen Eignun» eines großen Teils der auf solche Weise Angeworbenen kann nmn sich leicht ein Bild machen. Die V erproviantte- rung des Hveres wird sich im weiteren Verlaus' des Krieges immer schwieriger gestaltM, da die sehr geringe Zu-- firhr von gefrorenem Fletsch schon jetzt Besorgnisse zu erregen beginnt. Schließlich sei die in London viel vervrettete Ansicht verzeichnet, daß e§ Lord KitchenM bei den Anstrengungen für LaS Zuftandebringen eines großen Heeres ln erster Linse darunt zu tat fei, bei den künftigen Friedensverhandlungen drohend darauf Hinweisen z-u können, daß England noch Wer eine gewMige Strsitmacht verWge.

Die Angst vor dem deutschen Einfall.

Rotterdam, 9. Dez. LatstDaily Marl" haben sich 140 000 JJattn zu der Bürgerwehr gemeldet, die einen deutschen Einfall in England abwehren soll.

Englands ftnÄenÄr Weltmacht.

DieNeue politische Korrespondenz" schreibt: Englands stickende Macht als größter Handeksstaat der Welt wird u. a. auch durch die Tatsache beleuchtet, daß nach Feststelluttgen desSeientiftc Ameriecin" London ausgehört hat, der größte Hafen der Welt zu fein. Dem amerikanischen Blatte zufcckge find die Ein- und Ausfuhrziffern des Hafens von New Aork um etwa 200 Millionen Dollar höher als die- jeuigen Londons. Nachdem durch den Panamakanal die Ent­fernungen nach Dokohama, Sidney, Valparaiso und Neusee­land bedetstende Abkürzungen erfahren haben, wird die Vor­herrschaft des New Korker Hafens sich schon in der nächsten Zeit bedeutend verstärken und Londons Bedeutung weiter er­heblich einschränken. New Kork steht mit 1970 Millionen Dollar an der Spitze der Welthäfsn, dann folgen London mit 1.780 Millionen, Hamburg mit 1680 Millionen ttni> Liverpool mit 1680 Millionen. Dnrch den von England angezettelten Krieg wird der Übergang der bisherigen Ver­kehrs i-n den englischen Häfen auf New Dort wesentlich be- schiteunrgt werden. Schon hettte steht fest, daß ein Teil der engkschen Absatzgebiete von Amerika übernommen worden ist. Je mehr England sich bestrebt zeigt, den Krieg in die Länge zu ziehen, desto sicherer wird es seine Wirtschaft» l ich on Existenzbedingungen untergraben. Wev aämeit eine Grube gräbt, fällt bekanntlich meistens selbst hinein. Die Wahrheit dieses Sprichwortes wird sich auch an England erfiMen, daran werden Gurkhos, AfridiS, Sikhs, Senegalesen, Tunefier, Kalmücken, Mongolen und all« übrigen Trabanten der englischen Gefolgschaft nichts ändern.

Hinter den Schützengräben.

Momentbilder vom westlichen Kriegsschauplatz.

Von Fritz Günther (Wiesbaden).

D . . . Dezember 1914.

Ordn ung unter Trümmer n.

Der entfesselte WeWbrand hat die furchtbare Wirkung der modernen Artilleriegefchoffe auf überaus drastische Weise anschaulich gemacht. Von den Verheerungen, die ein anhal­tendes Artillerie teuer anrichtet, kann sich nur der ein voll­ständiges Bild machen, der eine beschossen« SdM oder ein verbrmintes Dorf einige Zeit nach der Katastrophe besichtigt hat. D. ist eine idyllisch am Ufer der Maas gelegene kleine Audi, deren auf hohem Berge stehende, in roher Architektur auS Bruchsteinen ausgeführte Kirche weit in das fruchtbare Land schaut. Vor Monaten schon, als der unwiderstehliche Ansturm der deutschen Truppen den Feind über die Maas trieb, tobte hier ein heißer Kampf, der uns den Erfolg brachte. Die Franzosen räumten das Feld, um aus sicherer Stellung ihr verheerendes Feuer auf die Stadt zu konzen­trieren. So zerstörten fie in wenigen Stunden den Fleiß von Jahrhunderten und verwandelten ein blühendes Gemein­wesen in eine Trümmerstätte. In den terrassenförmig den Hügel umsäumenden Straßen mrd Häusern bedeutete fast jeder Schuß einen Volltreffer. Die Stadt wurde zum Schutt­haufen, aus dem jetzt die Grundmauern der zertümmerten oder abgebrannten Häuser wie die Ruinen einer ausgebrann- ten Wohnstätte früherer Zeitett anmuten.Und neues Leben blüht aus den Ruinen!" Der Ordnungsfimi des deutschen Soldaten hat hier Wunder verrichtet. Die Stadt war als

Das England von heule wird scheitern au der Ignoranz sei­ner Staatsmänner, die zwar Knochen aber rein Gehirn haben.

Einfehlgeschlagcner Plan" der Engländer.

ütl. London, 10. Dez. ImNautilus" plaudert ein an­scheinend Eingeweihter aus der Schule und verrät einen nicht zur Ausführung gelangten Plan Englands, die deutsche Flotte noch vor Kriegsausbruch zu überfallen und womöglich zu vernichten. Prinz Louis von Battenberg, der damalige Oberkommandiereude der englischen Flotte, erließ in der Nacht vom 1. zum 2. August (also tagelang vor der englischen Kriegserklärung!) den Befehl an die bei Spithead versammelte englische Flotte, sofort in voller Stärke nach der Nordsee in See zu gehen und die in den norwegischen Ge­wässern befindliche deutsche Flotte unter Admiral v. Jngenohl abzuschneiden und unter ungünstigen Verhältnissen zum Kämpfen zwingen. Rur dieunrühmliche Zag­haftigkeit" des englischen Kabinetts verhinderte, wie derNautilus" sich ausdrückt, diesen Plan.

Der Rücktritt des Bizekönigs von Irland bevorstehend.

W.T.-B. London, 11. Dez. DieTimes" meldet aus Dublin: Der Londoner Berichterstatter desFreemen's Journal" erfährt aus zuverlässiger Quelle, daß der bisherige Vizekönig, Lord Aberdeen, zu Beginn des nächsten Jahres zurücktreten wird.

Ranaöa und der Krieg.

Die Trunksucht der Kanadier.

Rotterdam, 8. Dez. Aus einem Arttkel in derTimes" ersieht man, daß die 30 000 Kanadier, die Kanada dem Mutter- lande zu Hilfe geschickt hat, noch immer im Milstärlager von Salisbury liegen. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß sie erst für den modernen Krieg gedrillt werden müssen, und so wird dentt fleißig mit ihnen exerziert; allein der mili­tärische Fachmann derTimes" glaubt nicht, daß man die Kanadier noch in diesem Jahre werde auf den europäischen Kriegsschauplatz werfen können. Den Mangel an militäri­scher Schulung machen dafür, wie dieTimes" klagen, die Kanadier durch ihre Trinklust wett, sie scheinen, schreibt das Blatt, eigens zu dem Zwecke nach Europa gekommen zu sein, um sich gründlich dem Trünke zu ergeben. Die Schuld daran trügen aber meistens Engländer, die die Kana­dier zum Kneipen verleiten. Infolge ihrer unbändigen Trinklust mußten ganze Wteilungen von Kanadiern zurück- geschickt werden.

Die Kriegshilfe der Indianer Kanadas.

Die Londoner Presse veröffentlicht mit komisch anmuten - der Begeisterung Einzelheiten über die Krregshilfe der In­dianer. Kanadischen Zeitungen zufolge hat eine Anzahl von Stämmen Geldunterstützungen nach Europa gesandt. So zum Beispiel schickten die HäuptlingeZweihandschieher" und Hermelinpfard" dev Blutindianer 4000 M. als einenAus­druck ihres Wunsches, daß Großbritannien für immer der Schützling der Schwachen und der Wächter des Weltfriedens bleiben möge". Die Manitoulin-Jndianer stifteten 8000 M. als Beitrag für die ungeheuren Ausgaben des Krieges, in den unser großer Vater, der König hineingezogen wurde". Die sechs Nationen gäben 6000 M. und die Schwarzfnß-Jn- dianer 4800 M. Billiger taten es der große Kriegshäuptking Dickbauch" und derGroße Wolf" der Sarie-Judianer, die nur 2000 M. gaben.

Zurückhalten der feindlichen Ausländer in Kanada.

M. BramrWweig, 10. Dez. Wie dieBraunschwsiger Landeszeitung" erfährt, trifft die Regierung in Kanada Vor- bereiitungen zur Festhaltung der feindfichen Ausländer nach dem Beispiele des Mutterlandes England.

Die regierungsMndliche Stimn-mng in Südafrika

T. U. Amsterdam, M. Dez. Die hier eingetrofftnen! süd- aftikaMischen Blätter wenden sich wt heftigen Ausdrücken gegen die scharfen Gerichtsurteile, die unter Geltung des Kriegsrech-ts.gefällt werden, so wurden in Johannesburg zwei Iren, die das Verhakten de Wets und Beyers priesen, zu 60 Pfund Geldstrafe verurteilt.

Znm Tode des Brirenführers Beyers.

Br. Christimtia, 11. Dez. (Eist. Drahtbericht. Ktr. Bin.)Steter" meldet aus Johannesburg: Die Mel­dung vom Tode Beyers ist überall mit Erlei chterimg ausyLuontmen Worden und hat sogar größere Beftre- digung als die Gefangennahme de Wets hervougerufen. Sein Tod entferne eine ernste Verantwortung von den Schlittern der Regierung.

Br. Christrania, 11. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Ans Johannesburg wird demDaily Telegraph" gemeldet: Der Kommandant der Aufständischen Pret Grobler ist in Rosteubnrg gefangen genommen Worte.

Etappenpunkt zu wichtig, um längere Zest ihrem Schicksal überlassen zu bleiben. Es begann ein großes Aufräumen. Zunächst wurden die Straßen freigemacht für den Verkehr der Truppen und Kolonnen, die Trümmer aufgeräumt und die Brandmauern, da wo sie einzustürzen drohten, abge­tragen. Die Häuser aber, tvekche der Vernichtung eistgangen waren, hatten bald ihre Besttmmung. Depots und Magazine, die den komplizierten Ätechanismus deS Verpflegungs- und Santtätswesens in Gang halten, waren schon fix und fertig, während noch einige Kilometer entfernt der Kampf tobte. Ein Feldlazarett nahm die Berwundeteti auf. Die Pioniere hackten kaum die zerstörten Brücken wieder instand gesetzt, da kam langsam und vorsichtig, von Norden her, der erste Bau­zug einer Eisenbahn-Kompagnie, um Schienenstrang und Bahnhof wiederherzustellen mrd der Etappe nutzbar zu machen. Heute ist D. trotz seines französischen Namens und den Resten seiner früheren Einwohnerschaft ein deutscher Ort, mit deutschen Wege- ittid Straßennamen, schwarz-weiß­roten Richtungspfählen und sauberen gekehrten Straßen inmitten von Trümmerhaufen. Während der Kanonendonner duntpf, aber deutlich vernetz,nbar herüberschallt und die paar Fensterscheiben, welche noch vorhanden sind, erzittern macht, werden in einem noch halbwegs intakten Hause, wie durch Anschlag ersichtlich,schmerzlos Zähne gezogen". In einem anderen Gebäude gibt ein Verschönerungskünstler, der jetzt des Königs Rock trägt, eine Gastrolle. ,,Rasieren und Haar- schneiden" ist mit Kreide an die Tür geschrieben. Für zehn Pfennig und eine Zigarre wird hier der üppigste Haarwuchs beseitig! und der Friseur ist bemüht ganz wie zu Hause seinen Kundert durch die Erzählung der neuesten Kriegs­berichte, die durch Funkspruch der Armee bekannt gegeben

Eine hervorragendeWafscntat" der Chasseur d'Afrique. hd. London, 10. Dez. Die englischen und französische» Zeitungeti berichten von einer hervorragenden Waffentft der Chasseurs d'Afrique, denen es gelungen sei, & ,e preußischen Garde-Dragoner bei Albert in etn^ hitzigen Reitergefecht zu schlagen. Aus den Erzählungen ^ französischen Mitkämpfer geht jedoch hervor, daß ^ Chasseurs d'Aftique in eine Falle gingen, und daß i« preußischen Dragoner nach einer Reihe von schweren ZusaK' mettstößen Kehrt machtert und sich nach beiden Seiten streuten, während gleichzeitig die preußischen Maschs' nengewehre ein vernichtendes Feuer auf Chasseurs d'Afrique, die ihrerseits sofort Kehrt macht» mußten, eröffneten. Wie groß die Verluste der Chasieu» d'Afrique bei diesem im Maschinengewehrfeuer gemachte» Rückzug waren, wird leider verschwiegen.

Die Erschwerung des Schweizer Handels durch Frankreich- W. T-B. Zürich, 10. Dez. (Nichtamtlich.) DieNeue Zürcher Zeitung" schreibt zu der wirtschaftlichen Lage: treide, das Schweizer Händler aus Amerika usw. durch Bei' mittlung der Bundesbehörde beziehen, geht über Marseille Die schweizerischen Kaufleute können letzthin keine Kauft mehr abschließen; alle Getreidetransporte für die Schwer werden gegenwärtig angehalten, schon verladene Ware wieder ausgeladen werden, Franzosen, die für die Schwesi liefern wollen, müssen umständliche Formulare ausfüllen, die sogar das Kriegs- und das Finanzministerium zu passiere» haben. Die Transporte stocken vielfach in Mar' s e i l l e. Man hat das Gefühl, daß die Behörden nicht imutek zusammenarbeiten, daß vielmehr Kollisionen vorkoi^ men. Trotz aller Erklärungen und Richtigstellungen dv Temps" und anderer Blätter glauben viele Franzosen, da­nach der Schweiz gehende Getreide sei für Deutschland besttmmt. Von diesem Wahn kann man die Franzosen ru» den bestimmtesten Darlegungen nicht abbringen. Sie vollr» auch nicht begreifen, daß die Schweiz dem Transitverkehr Italiens und Deutschlands nicht in den Arm fallen kan»' Die Hemmnisse des Handels werden von den Kaufleuten >» Marseille sehr bedauert. Wiederholt wies derTemp^ darauf hin, daß der Fortgang des Handels und des Verkehr» ebenso wichtig sei wie die nationale Verteidigung. diesem sehr richtigen Gesichtspunkte aus sollte man «» nehmen, daß Frankreich alles Interesse hätte, den Handel Uw der neutralen Schweiz auf jede Weise zu fördern, z«mal dir Schweizer im voraus bar bezahlen.

Die Versprechungen des Dreiverbandes an Bulgarien.

W- T.-B. Sofia, 11. Dez. (Nichtamtlich. Agence B»^ gare.) Die sehr russenfreundlicheBalkanska Tribnna" te spricht die unbestimmten Entschädigungen, die Tripelentente Bulgarien versprochen haben soll und deren völlige Unzulänglichkeit in Form und 3^ halt hervor. Sie M)rt dann aus:Wir hoffen, daß

wenigstens die russische Presse nach den Enthüllungen de» letzten Tage aufhören wird, das bulgarische Volk zu tadel»' weil es nicht aus der Neuttalität heraustritt und nicht sein»" Platz in der Reihe derer nimmt, die es erst beraubt Hab»" und nun einladen, für die Rechnmtg anderer die Kall»^ n i e n aus dem Feuer zu holen. In der jüngsten Geschich? gibt es Präzedenzfälle, geschafffen durch andere Staaten, d>» von Rußland begünstigt werden, die Bulgarien das geben, in dem europäischen Konflikt dann zu interveniere»^ wenn es sieht, daß der Augenblick gekommen ist, um in mög" lichst vorsichttger Weise seine nationalen Ziele zu erreichen.

Zur Zerstörung der Warbabrücke.

M- Genf, 11. Dez. Infolge Sprengung der Warte' brücke zwischen Demerkapu und Mircüvtfche gibt nach 2^ düngen schweizerischer Blätter die Saloniker Direffion K Orientbahn bekannt, daß bis auf weiteres die Waren- »te Personenbeförderungen zwischen Saloniki und U e s eingestellt sind. Die Sprengung der Brücke geschah dtte» etwa 400 bulgarische Konrittatschis mit zwei Kanons und Munitionskarren aus der Gegend von Strumitza, die <» neuserbisches Gebiet eingedrungen waren und die 7 starke Brückenwache töteten. Als die Sprengung vollbri^: war, eilten auf das Getöse hin etwa 200 Serben ans ^ Umgegend herbei und es entspann sich ein Kampf, worcm sich die Komitatschis in die Schluchten von Demerkapu zogen. Die Zahlen der beiderseitigen Verluste sind »E bekannt. Der Hauptmann, der die Serben befehligte, ist vft' wundet über Saloniki nach Monastir transportiertt warte" Er sagte aus, daß bis zum Augenblick seiner Verwund»»» etwa 60 seiner Leute gefallen wären.

Ein altes bulgarisches Darlehen an den König von Monteneg»"

W. T-B. Sofia, 11. Dez. (Nichtamtlich.) In der Sobra^ richtete der Abgeordnete Utschormansky (Regierurtgspar^» an den Finanzminister eine Anftage, betteffend die Kabinett Geschow bei Beginn deS Balkankrieges ohne willigung der Sobranje dem König von Montenegro leihwE

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und täglich itttt Kommandanturgebäude angeschlagen tvel^ zu uutcrhccktett. Man vergißt dabei, daß Rasiermesser »»* Seife die einzigen Ausstattungsgegenfiände des neuen Late»» bilden.

Der Friedhof. ^

Um die uralte Kirche, deren breiter niedrig«: mit den plumpen Stützpfeilern gleich dem Mauerwerk «*»1 alten Befestigung die zu ihren Füßen liegende Stadt Ja schützen scheint, liegt hart am steilen Slbhang der Frieds Kostbarer- Marmor und kunstvoll gearbeitetes Gftterwerk. den Verstorbenen zum Gedächtnis errichtet. Der Schmuck der Erbbegräbnisse verrät Pietät und Wohchabente. und kunstvoll beschnittene Taxushecken geben einzelnen jv Gräber ein besonders charatderisttsches Aussehen. Die liche Ordnung, welche auf Friedhöfen sonst zu beobachten ist durch die kriegerischen Ereignisse der letzten Monate lr stört worden. Beim Kampf um die MaaÄinie fegten ^ paar französische Granaten über diese Stätte der Ruh« des Friedens und rissen, ttachdem sie die alte Manet Trümnwr gelegt hackten, ein paar Marmorkreuge ab, spreNN> einen Sarkophag, rissen tiefe Löcher in die Grabstätten ^ verschonten^ auch die Kirche selbst nicht. Ein Schuß traf ^ Seitenschiff und sprengte einen der bretten Stützpfeiler- /D, anderer ttaf den Turm und die ganze Kirche wäre "L. Artilleriefeuer zum Opfer gefallen, wenn sich der Volltr eilst einer Graitate nicht in dem vor der Kirche stehenden des Pförtners gefangen und dieses vollständig zerstört te ^ In der Kirche, deren Eingang die Statue der Jungftvu

Orleans, die übrigens in oder an allen ftanzöfischen zu finden ist, bewacht, hält der Feldprediger Sonntags lischen und protestantischen Gottesdienst ab. Der §*»

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