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Treilag. 1t. Dezember 1914.
Kbend - Ausgabe. Nr. 87 ». . sr. Tahrgang.
ver Krieg.
Oer Tagesbericht vom 11. Dezember.
Aortschrirle in Standern und in den Argonnen. ^orwärtsfchreitei! unserer Angriffe in Nordpolen.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 11. Dez., vormittags. (Amtlich.) In Flandern machten wir Fortschritte. Westlich und östlich der Argonnen wurden kindliche Artillerie-Stellungen mit gutem Erfolg ^kämpft. Französische Angriffe im Bois de Prdtrr, westlich Pont-ü-Mousson, wurden abgewiesen.
Östlich der masurischen Sccnlinie keine Veränderungen.
In Nordpolen schreiten unsere Angriffe vorwärts.
In Südpolcn nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
Das Befinden des Kaisers.
W. T.-B. Berlin, 11. Dez. (Nichtamtlich.) Se. Majestät "^r Kaiser konnte auch gestern das Bett nur zeitweise verlassen. Er nahm aber den Vortrag des Chefs des General- !tabes des Feldheeres über die Kriegslage entgegen.
Der ruhmvolle Untergang unseres Fluslandgefchwabers. äuch „S. M. S. Nürnberg" jetzt untergegangen.
W. T.-B. Berlin, 11. Dez. (Amtlich.) Nach einer weiteren amtlichen „Rcutcr"-Meldung aus London ist e * den verfolgenden englischen Kreuzern gelun- lU «, auch S.M.S. „Nürnberg" zum Sinken zu bringen.
Der stellvertretende Chef des Admiralstabs: gez. B e ls n k e.
wettere Einzelheiten.
Die ungeheuere englische Übermacht!
Br. Rotterdam, 11. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) 'lus London werden folgende Einzelheiten über den Unterlag per drei deutschen Kreuzer gemeldet: Das deutsche Geschwader wurde von der „Scharnhorst", mit Vizeadmiral Graf b - Spee an Bord, geführt. Als es sich entdeckt sah, stellte sich in Gefechtslinie auf und dampfte östlich, um tonn entkommen zu können. Die „Scharnhorst" wurde aber der britischen Übermacht eingeschlossen. Der cng- "schr Admiral konnte ein weiteres Geschwader (I) obsondern, um die „Gneisenau" einzuschließen. „Leipzig", Nürnberg" und „Dresden" versuchten, Hilfe zu leisten. Als ober „Scharnhorst" und „Gneisenau" außer Gefecht geatzt waren, versuchten sie, zu entkommen. Dies gelang "Nürnberg" und „Dresden"; „Leipzig" wurde abgeschnitten.
glaubt, daß die „Scharnhorst" mit der ganzen Mann- 'wast untergegangen ist, während von der Besatzung der "Gneisenau" und „Leipzig" mehrere Mann gerettst wurden.
^ Kr. Amsterdam, 11. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Deuter meldet offiziös aus London, daß die Seeschlacht am 8 - Dezember mit Unterbrechungen fünf Stunden lang Zährte. „Scharnhorst" sank nach drei Stunden und gneisenau" folgte zwei Stunden später. Kein britisches Schiff ging verloren. In einem Leitartikel schreibt die "Times" über die Seeschlacht: Es fehlen noch Einzelheiten.
?ber wir zweifeln nicht daran, daß die deutschen Seeleute mit wrem üblichen Mut gekämpft haben. Zweifellos hat dies» J 1 ?! die Übermacht ebenso den Sieg davongetragen, wie E. im November an der chilenischen Küste (?) der Fall war.
„Times" bedauert, daß so wenig Mann gerettet wer>. etl konnten.
* Die „Daily Mail" sagt: Es muß ein mächtiger
^°wpf gewesen sein, denn wir wissen aus Erfahrung, wie die Götschen Schiffe kämpfen.
. Der „Dailv Telegravh" sagt: Der Marinekrieg lehrt,
Verlust fast immer Vernichtung bedeutet. „Good Hope" ob „Monmouth" sanken mit Mann und Maus. Bei "Scharnhorst", „Gneisenau" und „Leipzig" scheint es nicht anders zu sein. Jedenfalls steht fest, daß in den heutigen gogen Übermacht und größere Geschwindigkeit * den Erfolg unentbehrlich sind.
^ lxl. Rotterdam, 11. Dez. Der Londoner Korrespondent »sk „Telegraaf" meldet: Schon seit einigen Tagen hörte man I Süchte, daß die dentschen Kreuzer in die Enge ge- J.} eben worden seien und daß sie sich vermutlich in der l^ohe tzez Kap Horn verborgen hielten. Als sie gestern die ' Wpe umfuhren, begegneten sie dem englischen Geschwader. Berliner Prcssestimmen.
Berlin, 11. Dez. Einmütig bespricht die Presse den o^ergang unseres Auslandsgeschwaders.
L Die „Bossische Zeitung" sagt: Zu der Jagd aus unser . ^ouzergeschwader wurde eine Macht aufgeboten, gegen die ,on vornherein ein Kamps Aussicht auf Erfolg nicht bieten "Nntx, Nicht allein die Zahl der Schiffe, sondern auch die ^sorke und artilleristische Ausrüstung und die Geschwindig- ^ verlieh den britischen Schiffen einen Vorsprung, den osere Kreuzer nicht einholen' konnten.
la v,^ n ^ „Deutschen Tageszeitung" heißt es: Die Aus- ^bstätigkeit unserer Kreuzer konnte auf den Gang der Er
eignisse einen wesentlichen Einfluß nicht haben. Sie mußte über kurz oder lang ein Ende finden wegen des Fehlens befestigter deutscher Stützpunkte und Häfen im Ausland. Mit Stolz und Freude haben wir die seemännische Tüchtigkeit, die Geschicklichkeit und Entschlossenheit der Offiziere und Mannschaften unserer Ozeankreuzer verfolgt. Sie taten dar, daß die deutschen Seeleute in keiner Beziehung den Vergleich mit denjenigen der größten Seemacht der Welt zu scheuen brauchen. Sie haben die Bewunderung und die ungeteilte Anerkennung der ganzen Welt erregt, sie haben ruhmvoll gesiegt und sind ruhmvoll untergegangen. Aus den Verlauf des Krieges hat ihr Untergang ebensowenig Einfluß, wie ihr Sieg es hatte.
Die „Post" meint, es könne keinen schlagenderen Beweis für den Respekt geben, den England vor unserer Flickte habe, als dieses Massenaufgebot von Schissen. Der englische Erfolg sei diesmal lediglich ein numerischer. Damals, vor Coronel, als die Waffen gut und gleich waren, unterlagen die englischen Kreuzer, diesmal, als die Übermacht erdrückend war, konnten sie sich halten.
Die „Tägliche Rundschau" kommt zu dem Schluß, daß man in England nach der Nachricht von der Seeschlacht an den Falklandinseln eine ungeheure Ausgabe von Telegramm- kosten nach allen Ländern der Erde opfern werde. Bei uns werde man die Nachricht von dem. Unvermeidlichen schweigend kstnnehmen und an den Borden unserer Nordseeschiffe werde man die Zähne zusammenherßen.
Der „Vorwärts" schreibt: Demselben tragischen Geschick, das an der chilenischen Küste wohl 1500 englische Matrosen ereilt hat, sind nun die deutschen Seeleute zum Opfer gefallen.
Der „Berliner Lokal-Anzeiger" sagt, zuerst gebühre es sich, vor allem der Tapferen zu gedenken, die ihr Leben für uns geopfert haben. Sie haben unvergleichliche Lorbeeren geerntet und ihr Ruhm wird in aller Zukunft nicht untergehen.
ver Ledensgany des Vizeadmirals Graf v. Spee.
Vizeadmiral Maximilian Graf v. Spee, der Befehlshaber des deutschen Kreuzergeschwaders, wurde am 22. Juni 1861 rn Kopenhagen geboren. Er gehört der Mariae seit 1878 an. 1841 wurde er Leutnant zur See. An Bord der „Möwe" nahm er damals an der Flaggenbissung in Togo und Kamerun teil. Einige Zeit war er Hasenkommandant von Kamerun. Als Kapitänleutnant begleitete er 1807 den Prinzen Heinrich nach Ostasien. Nach seiner Rückkehr lourde er 1902 Dezernent in der Waffenaöteilung des Reichs- marineamts. Im Herbst 1905 übernahm er als Kapitän das Kammando des Linienschiffes „Wittelsbach". Einige Jahre später wurde er. zum Konteradmiral und zweiten Admiral des Aufklärungsgeschwaders ernannt. 1912 übernahm' er die Führung des ostasiatischen Geschwaders. Nach dem glänzenden Stege über die englischen Kriegsschiffe an . der chilenischen Küste erhielt er das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse. Gras v. Spee ist seit 1889 mit Margarete, Baronin v. Osten- Sacken, verheiratet. Seine beiden Söhne gehören gleichfalls der Marine an und dienen auf Schiffen, die jetzt unter seinem Befehl standen.
Die Lage im westen.
Die militärische Lage in Nordfrankreich.
Englische Berichte.
Br. Rotterdam, 11. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Die „Times" meldet aus Nordfrankreich, Latz die Deutschen Mittwoch früh eine Beschietzung von Veurnes erösfneten. Eine Granate explodierte-in der Nähe eines Zuges mit verwundeten Belgiern. Die Scheiben des Zuges wurden zertrümmert, drei Soldaten verwundet.
Von verschiedenen Teilen der deutschen Front wer- den bedeutende T r u p p e n v e r sch i eb u n gen gemeldet. Mehrere Landsturmregimenter durchziehen singend Belgien, begleitet von zahlreichen Munition s w a g e n.
Noch keine neue Schlacht an der Hser.
Wern wieder heftig beschossen, hd. Amsterdam, 11. Dez. Der belgische Kriegskorrespondent der „Tijd" meldet: Die große Schlacht am User, die prophezeit wurde, hat nicht stattgefunden. Es sind dort tü den letzten Tagen örtliche Gefechte von geringer Bedeutung geliefert worden. Bei Dpern jedoch wurde wieder heftig gekämvft. Dpern hat in den letzten . Tagen vom Geschützfcuer gelitten. Die Verwüstungen sind schlimm. Außer der St. Mart-nskirche, dem Rathaus und den Tuchhallen, an deren Wiederherstellung man jedoch nicht zu verzweifeln braucht, sind auch das alte und neue Museum und mehrere alte Häuser teilweise zerstört worden.
chwerste deutsche Geschütze gegen die feindlichen Stellungen in Flandern.
Berlin, 11. Dez. Nach der „Deutschen Tages- ntung" wird in Flandern ein anhaltendes Bombardement der Deutschen gegen die Stellungen der Verbün- -ten unterhalten. Die Deutschen verwenden dort Ge- hütze schwersten Kalibers.
Br. Amsterdam, 11. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. ln.) Der Korrespondent der „Daily Mail" meldet us Nordfrankreich: Obwohl die Verbündeten über das
überschwemmte Land vorrücken, haben die Deutschen doch einen langen Arm, der sicher über alles hinweg- reicht, fast bis nach Calais, und der in unerwarteten Augenblicken schwere Hiebe austeilt. Dieser Arm ist die deutsche Motorkanone, die sich heute wieder fühlbar macht und die Hartnäckigkeit der Deutschen zeigt. Furnes wurde bombavdiert. Gegen 11 Uhr schlug eine Anzahl Granaten in die Bahnstation ein, Granaten, die über die weite Wasserfläche gekommen waren, abgesck (offen von einer Kanone, die, Gott weitz wo, im Nordosten stand.
Deutsche Flieger über Hazebrouck.
Genf, 10. Dez. Französischen Blättern wird aus Boulogne über die Bombardierung Hazebroucks durch einen deutschen Flieger gemeldet: Der Flieger erschien am 8. Dezember frühmorgens und warf drei Bomben Hinter dem Bahnhof herab. Während die erste keinen Schaden anrichtete, tötete die zweite sechs Zivilisten und sieben englische Soldaten; durch eine dritte wurden mehrere englische Soldaten sowie Zivilisten verletzt. Der Tlieger schlug darauf die Richtung nach Steenbecq ein, wo er den Bahnhof beschoß. Auch dieser Beschießung fielen mehrere Personen zum Opfer. Gegen Mittag erschien wieder ein Flieger über Hazebrouck und warf abermals Bomben herab, deren Explosion bedeutenden Materialschaden anrichtete.
Das Bombardement von Reims.
hd. Christiania, 11. Dez. Aus Paris wird gemeldet, daß die Deutschen immer noch Reims bombardieren. In der letzten Zeit hat das Bombardement wieder Schaden angerichtet. Geschütze schwersten Kalibers sind gegen die Kirche (?') (jedenfalls nur dann, wenn die Franzosen in ihrer Deckung wieder Batterien aufstellten- Schriftl.) gerichtet. Das Generalkommando habe den Soldaten bei Todesstrafe untersagt, die Domruinen zu betreten.
Die erneute Ausmusterung in Frankreich.
\5T. T.-B- Lyon, 10. Dez. (Nichtamtlich.) Dem Lyoner „Republicain" zufolge wurden bei der erneuten Untersuchung der früher Ausgemusterten und Zurückgestellten der Jahresklassen 1898 bis 1907 im 4. Lyoner Bezirk von 7 8 9 Gestellungspflichtigen 202 felddiensttauglich befunden, 79 den Hilfstruppen zugeteilt, 28 zurückgestellt und 490 endgültig ausgemustert. In den übrigen Lyoner Bezirken toar das Verhältnis ungefähr dasselbe.
Französische Finanzschwierigkeiten.
Br. Berlin, 11. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach einer Meldung aus Bern hat der französische Finanzminister Ribot die Bonds für die französische Nationalverteidigung, um ihre Unterbringung, zu erleichtern, den Banknoten gleichgestellt. Seit vorgestern hält die Catsse Centrale, Paris, für das Publikum die Bonds ohne irgendwelche Formalitäten zur Verfügung. Das Publikum kann später unter gleichen Bedingungen Bonds an den Schaltern der Tresors Generales zeichnen. Ein größeres Armutszeugnis, so bemerkt der „L.-A." hierzu, konnte sich die französische Regierung wohl kaum ausstellen. Die Gleichstellung der französischen Verteidigungsbonds mit Banknoten bedeutet schließlich nichts anderes, als die Etablierung eines Zwangskurses für erstere.
Ein „versprechen" Ioffres.
Br. Kopenhagen, 11. Dez. (Eig. Drahtoericht. Ktr. Bin.) Der Londoner „Daily Telegraph" meldet: Als Jofsre von
Poincare im H a u p t q u a r t i e r empfangen worden war, erklärte er: Ich habe die Ehre, Ihnen einen großen
französischen Sieg binnen 14 Tagen melden zu können.
Jswolski in Paris.
bä. Amsterdam, 11. Dez. Der russische Botschafter Jswolski ist gestern von Bordeaux in Paris angekommen. Die übrigen Mitglieder des diplomatischen Korps verlassen heute Bordeaux.
«Der schmähliche englisch-portugiesische Handel.
Br. Rotterdam» 11. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach einer Londoner Meldung überwies die britische Regierung dem portugiesischen Staate 30 Millionen Pfund zur Durchführung der portugiesischen Mobilisierung, deren Kosten durch das portugiesische Parlament abgelchnt worden waren.
Die Kriegslage im Osten.
Von Major a. D. v. Schreibcrshofen.
Auf dem w e st p o l n i s ch e n Kriegsschauplatz batten die deutschen Truppen zunächst versucht, die bei Lodz erreichten Erfolge durch eine energische Verfolgung auszunutzcn. Die geschlagenen Truppen des Gegners waren in eiligem Rückzüge begriffen, der sich in östlicher und südöstlicher Richtung erstreckte. Es sollte dadurch der in der vorderstenLine bereits erreichte Durchbruch der feindlichen Front durch die ganze Tiefe des Schlachtfeldes durchgeführt werden. Es konnte nur fraglich sein, ob der Gegner ohne weiteres bis zur Weichsel seinenRückzug fortsetzen würde, oder ob er
