Verlag Langgaffe 21
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Montag, 7. Dezember» morgens.
Sonder-Kusgabe.
Für die Aufnahme von Anzeigen an vorgefchriebrnev
Tagen und Plätzen minh -o— r ' m m»n,_
1914.
Der Krieg.
Der Tagesbericht vom 6. Dezember.
Dermelles geräumt. Schwere französische Verluste bei AltKirch. Die Lage im Gsten weiter nach wie vor günstig.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 6. Dez., vormittags. (Amtlich.) Heute nacht wurde der Ort Vermelles (südöstlich Bethune), dessen weiteres Festhalten in dauerndem französischen Artrllcriefeuer Unnötige Opfer gefordert hätte, planmäßig von uns geräumt. Die noch vorhandenen Baulichkeiten waren vorher in die Luft gesprengt worden. Unsere Truppen besetzten ausgebaute Stellungen östlich des Ortes; der Feind konnte bisher nicht folgen.
Westlich und südwestlich Altkirch erneuerten die Franzosen ihre Angriffe mit erheblichen Kräften ohne Erfolg; sie erlitten starke Verluste.
Im übrigen im Westen keine nennenswerten Er- eiguisse.
Auf dem Kriegsschauplatz östlich der Masurischen Seenplatte verhielt sich der Gegner ruhig.
Der Verlauf der Kämpfe um Lodz entspricht nach wie vor unseren Erwartungen.
In Südpolcn keine Veränderung.
Oberste Heeresleitung.
Oie Lage im westen.
Dis neue deutsche Offensive im Nordwesten.
Ein starker Angriff auf Arras bevorstehend? — Der wirksame Schutz der belgischen Küste.
W. T.-B. Kopenhagen» 6. Dez. Die „Berlinske Tidende" tneldet aus Paris: Die Deutschen treffen ganz außerordentliche Maßnahmen, um ihre Truppen- verschiebungen auf dem nordwestlichen Kriegsschauplatz zu verschleiern. Es scheint indessen festzustehen, daß ihre Hauptkräfte Mich La Bass e c zusammengezogen werden und daß von dort aus ein starker Angriff gegen Arras vorbereitet wird. Gleichzeitig unternehmen die Deutschen Schritte zur Verteidigung ihrer Stellung an der belgischen Küste. In Zeebrügge, Heyst und Knokke stellen sie 42-Zenti- nreter-Mörser und 28 -Zentimeter-Kanonen auf, um mit ihnen den Kampf gegen die englischen und französischen Schiffsgeschütze aufzunehmen. Gleichzeitig fuhren sie schwere Geschütze im Gebiete zwischen Brügge und dem Meere zur Beschiehüng der englischen Torpedojäger auf. Diese Geschütze sind bereits in Tätigkeit gewesen.
Der angeblich gescheiterte Floßangriff.
Sr. Mailand» 6. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Der „Eorriere" meldet aus London: Ein Kriegskorrespon
dent bespricht den heldenhaften Angriff der Deutschen auf großen Flößen mit Maschinengewehren auf der Mer. In der nächtlichen Dunkelheit und in Todesstille wurden die Flöße auf die seichten Gewässer der User geleitet. Jedes Floß trug 60 Mann und einige Maschinengewehre. Am deutschen Ufer stand eine andere Flotzflottille bereit. Der Überfall wurde aber entdeckt und bald begann ein Artilleriefeuer seitens der Verbündeten. Die Deutschen wurden von ihrer Artillerie beschützt und kämpften wie toll. Bis zum nächsten Mittag bestanden sie auf ihrem Plan, bis ;fie einsahen, daß die Opfer zu groß waren. »
Stille vor dem Sturm.
W- T-B- Kopenhagen, 6 . Dez. „Berlinske Tidende" Meldet aus Paris: ES liegt weiter nichts von Bedeutung vor, aber es herrscht allgemein das Gestühl, daß cs die Stille vor dem Sturm ist.
Die Belagerung Verduns.
Eine eckte „Reutermeldung".
Br. Amsterdam, 6. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) «Sfcriü) Chronicle" meldet, daß die Belagerung Verduns sich noch immer nicht auf den ganze n U m fang der Festung erstrecke. Die Zone des deutschen Artilleriefeners befände sich auf mindestens 20 Meilen (?) Abstand von der Festung und das französische Heer habe immer noch nicht seine Bewegungsfreiheit verloren. An der Front der französischen Ost grenze drohe keine Gefahr mehr. „Daily Mail" meldet, daß eine viertel Million Deutsche vor Verdun liegen. — Das Reuterbureau meldet aus London: Aus Nancy hat die „Times" erfahren, daß die Deutschen Vorbereitungen träfen, sich aus Lothringen zurückzuziehen. Selbst holländische Blätter bringen diese Nachricht mit vier Fragezeichen.
Gedrückte Stimmung bei den verbündeten.
Bein Nachschub mehr aus England. Künftige Beurteilung der Lage der Deutschen in Nordfrankreich in der Prestc der Neutralen.
dck. Christiania, 6. Dez. Der Pariser Korrespondent der -kAstenpostcn" telegraphiert vom 4.: In den letzten Tagen hat vie Kriegslage fast keine Veränderung erfahren. Die größte skäti^vit haben vre Deutschen bei Lille und ArraS ent
faltet, von wo aus sie lvahrscheinlich in den nächsten Tagen ihre Angriffe konzentrieren werden. Bethune ist täglich einer heftigen Beschießung der deutschen schweren Geschütze ausgesetzt. Da die Kriegsberichterstatter der holländischen Zeitungen selbst nicht zur Front zugelassen werden, stützen sich ihre Meldungen nur auf Hörensagen und Vermutungen, soviel ist jedoch festgestellt, daß die Deutschen umfassende Vorbereitungen zu einer neuen Offensive über die Mer getroffen haben und dort die Einleitung der Kämpfe bereits begannen. Gleichzeitig ist auch die belgische Küste von den Deutschen stark befestigt worden, um gegen Landungsversuche der Engländer geschützt zu sein. Nachrichten aus St. Omer und Calais zufolge ist die Stimmung bei den Verbündeten ziemlich g e d r ü ck t, da durch massenhafte Erkrankungen die Front ununterbrochen gelichtet wird, ohne daß es möglich wäre, die entstandenen Lücken auszufüllen. Der Zuzug der englischen Verstärkungen hat ebenfalls aufgehört, da die Engländer in der Furcht vor einem deutschen Einfall ihr Land nicht weiter von Truppen entblößen wollen.
Dämmernde englische Erkenntnis vom Werte des Gegners.
W. T.-B. Manchester, 5. Dez. (Nichtamtlich.) Der „Manchester Guardin" s chreibt in einem Leitartikel, nachdem er die deutsche Kriegführung kritisiert hat: B einer,
kenswertc Züge der Kämpfe der letzten Zeit waren erstens das Erscheinen von Hindenburg als eines Generals von wirklich großer originaler Fahr giert im Gegensatz zu bloßer militärischer Bildung, deren Niveau in diesem Kriege sehr hoch war; zweitens die ganz unerwartet hohen Qualitäten der deutschen Reservetruppen. Diese Männer schnitten mit ihrem M u t und ihrer Anpassungsfähigkeit an die neuen Bedingungen ebenso gut oder besser ab als die Truppen der ersten Linie- im Anfang des Krieges. Wir haben nicht m c h r allein mit der militärischen B ure au-krat ic zu tun, wir kämpfen gegen den Patriotismus und die Ofirferr;,,. genz der Durchschnittsdeutschen, die sich gefähr» licher erweisen können als die Maschinerie der iWuuu'E- bureaukratie. Der „Manchester Guardian" sagt noch, niemand glaube, daß der Krieg drei Jahre dauern werde oder könne.
Rückkehr des Königs von England.
W T--B- London, 6. Dez. (Nichtamtlich.) König Georg ist gestern abend in den Buckingham-Palast zurückgckehrt.
Eine neue englische Schiffsliste.
Sr. London, 6. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Eine neue von der Admiralität veröffentlichte Schiffsliste enthält verschiedene N c lisch i ff e, darunter ein Schlacht- schiff „K a n a d a".
Ein französischer Bericht über die Verfolgung des „II 2t."
Br. Mailand, 6. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Der „Corrierc della Sera" erfährt ans Bordeaux: In einem Bericht des Marinemirnstertums über Schiffsoperationen wird hervorgehoben, daß die Jagd auf das deutsche Unterseeboot „B 21" im Kanal erfolglos blieb. „B 21" hat am
28. November den englischen Dampfer „Malachit" zum Sinken gebracht. Zwei Torpedoflottillen wurden zur Verfolgung des Unterseebootes ausgeschickt, das sie am
. 25. entdeckten und das auf einen seiner Verfolger drei Torpedos abfeuertc. Am 26. November erschien „B 21" bei dem Kap Antifer, nördlich von Le Havre, wo es den englischen Dampfer „P r i nt o" zum Sinken brachte. Am
29. November erschien „B 21" wieder in der Nähe von Kap Antifer, feuerte wieder ein Torpedo auf ein Torpedoboot und verschwand in der Richtung nach Norden. („B 21" hat seinerzeit auch den englischen Dampfer „Pathfindcr" in den Grund gebohrt. Schriftl.)
Von den östlichen Kriegsschauplätzen.
Der österreichische Tagesbericht vom 6. Dezbr.
W- IVB. Win, 5. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 5. Dezember, mittags: In den Karpathen ereignete sich auch gestern nichts von Bedeutung.
In W c st g a l i z i e n entwickeln sich bei Tymbark kleine, fiir unsere Waffen erfolgreiche Kätnpfe.
Die Lage in Südpolen ist unverändert. Die Schlacht in Nordvolen dauert fort.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Generalmajor.
Der russische Generalstabsbericht.
Sr. Christiania, 6. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der russische Generalstab.gab gestern in Petersburg bekannt: Auf dem linken Weichselufer fmrden am 8. Dez. auf der Front Jllowo-Lowrcz, ebenso im Westen gegen Lodz und Petrrkan erbitterte Kämpfe statt.
Zur Absetzung Rennenkampfs.
W. T.-B- Bukarest, 5. Dez. (Nichtamtlich.) Auch „Ade- verul" meldet jetzt aus Odessa: General Retmentämpf ist verhaftet worden. Er kam auf dem polnischen Schauplatz acht Stunden zu spät au, so daß der berühmte Durchbruch der Deutschen gelang.
Sanitätshunde für die deutsche Armee im Osten.
IV. T.-B. Berlin, 5. Dez. (Nichtamtlich.) Der geschäfts- führende Vorsitzende des Deutschen Vereins für Sanitätshunde, Kommerzienrat Stalling, war telegraphisch in das östliche Hauptquartier zum Vortrag beim Generalfeldmarschall v. Hindenburg befohlen worden. Das Ergebnis dieses Vortrags war, daß der Generalfeldmarschall Befehl gab, ^sämtlichen Sanitätskompagnien in seiner Armee Hunde sür die Verwundetensuche in möglichst großer Zahl zuzuführen, wobei er das Dringliche der Maßnahme besonders betonte.
Die Verlogenheit der russischen amtlichen Berichterstattung.
W. T-B. Berlin, 5. Dez. (Amtlich.) Die in dem rnflU scheu Commnnigue vom 29. November enthaltene Behaupt tung, daß bei Czcnstochau ein deutscher Angriff unter schweren Berlusten g e s ch e i te r t sei, ist falsch. Wahr ist das G e g en - teil. Ein Angriff des 17." russischen Armeekorps, der bis auf kü Meter an uns hcrankam, wurde an dem betreffenden Tage unter außerordentlich schweren Verlusten für die Russen abgeschlagen. Die Russen ließen eine sehr große Anzahl Toter und Verwundeter zurück und waren gezwungen, ihre Stellungen weiter rückwärts zu verlegen.
Die entscheidende Bedeutung der Schlacht in Polen:
W T.-B. Wien, 6. Dez. (Nichtamtlich.) Die Kriegsberichterstatter der Blätter stellen übereinstimmend fest, daß die Entscheidung der gegenwärtigen Kriegsphase in Russisch-Polen zu erwarten ser. ^re Kä)npfe in M i t t e l g a l i z i e n und den Karpathen sind von untergeordneter Bedeutung. In Russisch-Polen mußten die Russen ihren Plan, dre Linien der Verbündeten Zu durchbrechen, aufgeben, ebenso wurden die Russen in Galizien zu defensiven Maßnahmen gezwungen.
Eine österreichische Darstellung der Lage!
W. T.-B. Wien, ö. Dez. (Nichtamtlich.) Das österreichisch-ungarische Kriegspressequartier schildert die .Lage auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz folgendermaßen: Die Entscheidung auf dem östlichen Kriegsschauplatz liegt in dm Kämpfen in Russisch-Polen, dort dürfte sich das Geschick des Feldzuges erfüllen. Zurzeit steht die ganze Schlacht in Konqreßpolen, so daß der gewaltsame Stoß der Russen durch die Stellung der Verbündeten als a b- gewiesen angesehen werden muß. Die Operationen des Feindes deuten sogar darauf hin, daß die Russen von ihrem Vorhaben, durchzubrechen, abgekommen sind. -- Die Kämpfe in den Karpath en haben dies- mal ein heftigeres Gepräge als während des e r st e n Einfalles und werden mit wechselndem Erfolg geführt. Vor Przemhsl herrscht Ruhe.
Die Rümpfe in den Rarpathen.
W. T--B- Iglo, 6. Dez. (Nichtamtlich.) Von dem Reaie- rungSkommissar erhielt der Obergespan des Szepeser KomitatS gestern nachmittag folgende Mitteilung: Heldenhaft kämpfende eigene Truppen trieben die in den Komitaten Zemplin und Saros eingedrungenen Russen über die Grenze. Die Ortschaft S z t r o p k o, welche sich kurze Zeit in den Händer, der Russen befand, ist wieder in unserem Besitz. Die Eisenbahnverbindung Barfa und Orlo ist wiederhergestellt.
hd. Budapest, 6. Dez. Der Berichterstatter des „Pester Herald" meldet vom 2. Dez.: Gestern abend kam von zuständiger Stelle eine Nachricht, daß unsere Zempliner StreMräste im Norden des Komitats die noch auf unserem Boden stehenden Russen umzingelt haben. Die Zahl der einge- schloffcnen Russen ist s e h r g r o tz.
Serbien vor dem Ende.
Paschitsck, gibt die schlimme Lage zu!
W- T--B Rom, 6. Dez. Der serbische Ministerpräsident Paschitsch erklärte einem Berichterstatter der „Rvwoje Wremja", Serbien habe fast ein Drittel seines Heeres verloren und sei in säst der schlimmen Lage wie Belgien, was endlich offen gesagt werden miiffc. Eine Verständigung mit Bulgarien würde nnr nützlich sein. Die Lage im eroberten Serbien.
W. T.-B. Wien, 5. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlich Witt» slawische Korrespondenz" meldet, daß in dem eroberten serbischen Gebiet die Straßen und E i s c nb ah n w e g e wicderh er ge stellt worden sind. In den Großstädten ist das Leben bereits wieder normal.
Der Krieg im Grient.
Rairo von den Engländern als bedroht angesehen!
W- T--B. London, 6. Dez. Das Reuter-Bureau meldet aus Kairo: Die Militärbehörden haben die Küste östlich von Port Said unter Wasser gesetzt, um die Stadt zu isolieren.
Die Ausbreitung des heiligen Rrieges unter den Krabern.
Sr. Zürich, 6. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Blnh Di« „Neue Zürcher Zeitung" meldet aus Petersburg: Privat-
telegramme der Petersburger Blätter melden, datz Araberstamme der Sinai Halbinsel sich den türkischen Truppen angeschlossen haben. t
