Teile 8. Mo rgen-Ausgabe. Erstes Blarr.
hat in den Kolonien und in Nordamerika mehr böses Mut gemacht, als diese Durchkreuzung der Ab- jchließungspolitik Kanadas und Australiens gegen die Mongolen. Schon greifen diese nach den deutschen Besitzungen in der Südsee, schon erheben sie Anspruch aus die Konzession der deutschen Bahn, die in das Jangtsegebiet, das angematzte Reservat britischer Han- delsvocherrschaft, führt. England wird mit Polen, Georgien und der Krim das Los des Zauberlehrlings tsilen, der den Beistand übermächtiger Geister rief, ohne die Kraft, sie wieder zu bannen.
Hat man somit in England aus blinder Wut gegen den Konkurrenten sein Ansehen in der ganzen Welt -unrettbar geschädigt, so ist auch der Glaube an die Unantastbarkeit Großbritanniens, an seine Alleinherrschaft auf dem Meere durch die kühnen Streifzüge der deutschen Unterseeboote, durch die Tätigkeit unserer Kreuzer in der Südsee, im Indischen und Atlantischen Ozean, nicht zuletzt aber durch die Seeschlacht an der chilenischen Küste zum Mythus georden. Die Aktivität unserer Flotte hat den Engländern schon manche empfindlichen Verluste gebracht und ihnen mit wünschenswerter Deutlichkeit die Kehrseite des so hartnäckig verteidigten Seebeuterechts, selbst im Kanal, gezeigt. Und was hat die britische Flotte geleistet r Die Schlachtflotte hat sich noch nicht hervorgewagt, zum Wachtdienst hat man nur alte Fahrzeuge verwandt und trotzdem zwei der größten Kampfschifse in den eigenen Küstengewässern verloren. Was ist der Grund dieses Verhaltens? Ist es nur die Absicht, das wichtigste Kampfmittel nicht aufs Spiel zu setzen, da man selbst als Sieger derart zerpflückt werden würde, daß es mit 'der ersten Seemacht der Welt vorbei wäre? Dann ist es schade um das auf die Marine bei einem Etat von 828 Millionen Mark verwandte Geld. Zu dein gleichen Ergebnis kommen wir, wenn wir mit dem „Militär- Wochenblatt" (Nr. 163) auf Grund englischer Quellen annehmen, daß ein Grund für die auffällige Zurückhaltung der Flotte darin liegt, daß schon unter normalen Verhältnissen kein englisches Kriegsschiff vollständig bemannt ist. Hierzu treten die in diesem für Großbritannien schon jetzt verlustreichsten Seekriege erlittenen Einbußen, die sich bei mehr als 20 Kriegsschiffen auf 308 Offiziere und 7035 Mann belaufen, wozu iwch 800 Mann und 51 Offiziere des am 25. November gesunkenen Linienschiffes „Bulwark" treten, lim einige Zahlen zum Vergleich zwischen Schiffen gleicher Größe und gleichen Alters heranzuziehen, so sei bemerkt, daß der britische „Orion" 900 Mann Besatzung hat, während unsere „Helgoland" über 1107 verfügt, der „Lion" 960 gegenüber dem „Moltke" mit 1012, „Devonshire" 656 gegen 765 des ^„Scharnhorst". Die Tage, in denen man sich vielleicht mit mehr oder weniger unausgebildeten Leuten behelfen konnte, sind vorbei. Noch mehr ins GÄvicht dürfte der Mangel an Offizieren fallen, den man in England auf schlechte Bezahlung schiebt.
Scheint somit schon an sich die Partie für das „meerbeherrfchende" Albion nicht so gut zu stehen, wie man nach der zahlenmäßigen Überlegenheit hätte glauben sollen, und wie England nach der gewohnten maßlosen Überschätzung des eigenen Könnens vorausgesetzt haben wird, so ist seit deni Beginn des November e i n neuer Gegner auf den Kampfplatz getreten, der in seiner Doppeleigenschaft als Herrscher über ein tapferes Volk und als Oberhaupt sämtlicher Mohammedaner, von denen allein 90 Millionen unter briti- scher Oberhoheit leben, ein großes Gewicht in die Wagschale werfen wird. Die Fahne des Propheten ist entfaltet. Schon gärt es in der ganzen Welt des Islams. Am Suezkanal steht der kühne Jzzet-Pascha mit überlegenen Kräften 50 000 Engländern gegenüber, während von Westen die Senussi, angeblich mehrere hunderttausend Mann stark, gegen Ägypten marschieren und im Süden die Sudanesen drohen. Schon haben sich am. Kanal die Eingeborenen empört. Der Kkedive ist auf die Seite der Gegner Englands getreten. Da er für einen guten Rechner gilt, so ist anzunehmen, daß er trotz Verlustes einer jährlichen Abfindung von rund 6 Millionen Mark, und trotzdem er seinen gewaltigen ägyptischen Grundbesitz aufs Spiel setzt, gute Aussichten auf Erfolg zu haben glaubt. Die den Hauptteil der Bevölkerung ausmachenden Fellachen sind zwar gedul-
Stelle wären; aber der hörte gar nicht auf ihn. Im nächsten Augenblick hatten die Geschütze abgeprotzt und ein schnelles Feuer donnerte den Franzosen entgegen.
Allmächtiger Gott, was hatte er getan! Er hatte ja die Batterie dem Feind direkt in die Hände geliefert — das kostete ihm das Leben. Er wurde standrechtlich erschossen — und mit Recht. Was sollte er tun — sterben, sterben, das war das einzige, was ihm übrig blieb. Er ritz sein Faschinenmeffer aus der Scheide, stietz dem Pferde die Sporen in die Weichen und jagte auf den Feind los. Aber er sollte nicht weit kommen; das Pferd stürzte und er wurde auf die Erde geschleudert, wo er ohnmächtig liegen blieb. Als er Ivieder zu sich kam, war es schon Abend und er befand sich in den Händen von zwei Sanitätssoldaten, die ihn fragten, ob er laufen könne, und als sie sich überzeugt hatten, daß das der Fall, ihn zu seinem Regiment schickten, dessen Standort sie zufällig wuhten. Er ging und kam gerade an, als der kommandierende General dasselbe inspizierte.
Zitternd trat er in Reih' und Glied. Die Anwesenheit »es Generals sagte ihm nichts Gutes; jetzt sollte gewttz festgestellt werden, datz er die Batterie falsch geführt. Wer weiß, was darauf kam; er bereitete sich darauf vor, erschossen zu werden, und wie er noch darüber grübelte, wurde auch schon sein Name gerufen.
Mutig trat Stephan vor, er fühlte seine ganze Unschuld und wollte sein Urteil mit Würde ertragen.
Aber er täuschte sich, kein Donnerwetter empfing ihn. Der Kommandeur sah freundlich auf ihn nieder. „Sind Sie der Adjutant, der die Artillerie geführt?" fragte er.
„Zu Befehl, Exzellenz!" antwortete Stephan etwas
getröstet.
„Gut gemacht, gut gemacht", sagte der General, „bin mit Ihnen zufrieden. Höre, dah Sie guter Soldat, wenn Sie
»ach dem Krieg weiterdienen wollen, wenden Sie sich an
Wiesbadener Tagblerlt.
big und unkriegerisch, aber als folgsame Werkzeuge der englaird feindlichen Grundbesitzer vereinzelten Briten gefährlich; am meisten werden aber die Krieg und Raub liebenden, stolzen und uirabhängigen Beduinen, deren sich bereits 10 000 beim türkischen Heere befinden, den Engländern zu schaffen machen. Kurz, Ägypten ist schwer bedroht und damit der nächste Weg von Indien nach Europa gesperrt, der Hinweg bedeutet einen Zeitverlust von etwa 4 Wochen. Aber noch wichtiger ist, daß einer der muselmanischen Feinde Englands, A s g hanista n, mir Herat den Schlüssel z u Indien in der Hand hat. Me britische Verteidigungslinie liegt 736 Kilometer von Herat entfernt. Das afghanische Heer wird auf eine Kriegsstärke von 70- bis 80 000 Mann nebst einer großen Zahl irregulärer Truppen geschätzt, verfügt über 100 Kruppsche Geschütze und soll, wenn auch nicht europäisch geschult, im Gefecht Gutes leisten. In Indien gärt es bereits. Hier steht über ein weites Gebiet zerstreut ein britisches Heer von 75 000 Mann neben einer Eingeborenenarmee von 168 000 Mann, soweit nicht durch Transporte nach Europa, Ägypten und dem Persischen Meerbusen Verringerungen eingetreten sind. Man rechnet, daß Großbritannien aus Indien jährlich 668 Millionen Mark zieht. Bei Beurteilung englischer Verhältnisse muß man ja in erster Linie den Geldpunkt betonen. Aber hier handelt es sich um m e h r. Schon wankt das stolze britische Kolonialgebäude; mit dem Verlust Indiens würde die englische Weltherrschaft für ewige Zeiten vorüber sein.
Wir dürfen also getrost der Weiterentwicklung der Dinge entgegensehen, die sich neuerdings auch in der Richtung englisch-französischer Zwistigkeiten — militärischer und politischer Natur — zuzuspitzen scheint. Die ganze Welt, nicht zum mindesten die neutralen Staaten, würde nach dem Zusammenbruch der bedrückenden englischen Macht aufatmen. Der Charakter der englischen Nation ist längst erkannt und gerichtet, der Tag des Sturzes anscheinend nicht mehr fern.
Oer Krieg.
Die französische Beurteilung der militärischen tage an der Rüste.
bä. Genf, 5. Dez. Die militärische Lago wird von französischen Blätter:: dahin beurteilt, datz man vor großenEr- e i g n i s s « n auf der ganzen Front steht. Die Tätigkeit der Deutschen, die sich vorgestern in der Gegend von Dixmuiden durch heftige Beschießung der kleinen Ortschaft Lampernisse entwickelt hat, scheint ganz genau die Absicht des Feindes anzuzeigen, welche darin besteht, trotz aller Schwierigkeiten, denen er begegnet, seine Operationen gegen den Küstenstrich fortzusetzen. Bon verschiedenen Seiten einlau sende Meldung«: bestätigen die Entsendung großer Ver
stärkungen und die Zusammenziehung großer Kräfte südlich Oftende.
Tin englischer Bericht über die Rümpfe bei Ypern.
Die zusammengewürfelten englischen Truppenkörper.
bä. Amsterdam, 8. Dez. Ein Berichterstatter, der im englischen Hauptquartier weilt, veröffentlicht nach eigenen Anschauungen heute einen- Bericht über die Kämpfe bei Dpern. Darnach heißt eS: Di« Truppenkörper werden unlöslich durcheinandergemischt, und in vielen Fällen, wo es galt, bestimmte Stellungen zu stärken oder Lücken zu füllen, sammelten die Offiziere die Leute zusammen, wo sie sie finden konnten, ohne darauf zu achten, zu welchen Truppenteilen sie gehörten.
Englische Anerkennung für unsere Truppen.
W. T.-B. Berlin, 5. Dez. (Nichtamtlich) Ein Augenzeuge schreibt aus dem englischen Hauptquartier: Die Deutschen sind kein unwürdiger Feind; trotzdem sie mit Anstrengung den riesenhaften Kanchf an zwei Fronten führen, setzten sie ihre Attacken mit einem M u t fort, der durch Fehlschläge kaum geschwächt wird. Es ist ihnen nicht gelungen, die Meerenge von Dover zu erreichen, aber die n e u e A r m e e, die sie Mitte Oktober ins Feld schickten, ermöglichte es ihnen, ihre Stellung zu befestigen und Belgien mit seiner wichtigen Küstenlinie bis auf einen ganz kleinen Teil des Besitzes zu behalten. Dieser Krieg.ist ein Erschöpfungs- krieg. Wenn die regulären Armeen der Kriegführenden ihre Arbeit vollbracht haben werden, wird schließlich der Erfolg von den Maßnahmen abhänyen, die getroffen wurden, um
mich. Ich werde auch dafür sorgen, daß Sie für Ihre heutige Tat eine Anerkennung bekommen sollen. Guten Abend, Herr Kamerad!" wendete er sich an den Oberst, „guten Abend, Leute", zu den Soldaten, „habt Euch brav geschlagen, bin mit Euch zufrieden!" Damit wendete er sein Pferd und ritt, gefolgt von seinem Stabe, davon.
„Gute Nacht, Exzellenz!" riefen dem Davonreitenden die Soldaten nach.
Stephan Michaelis stand wie vom Donner gerührt — beglückwünschend drängten sich die Kameraden um ihn, auch der Oberst gab :hm die Hand.
In acht Tagen bekam er das Eiserne Kreuz, und heute tut er Dienst als Offizier in seinem Regiment.
Aus Kunst und Leben.
* Tolstois Familie im Kriege. Wie amerikanische Blätter aus Petersburg erfahren, nimmt die Familie Tolstoi an dem Kriege tätigen Anterl. Mit unter den ersten Opfern waren zwei Söhne des großen Dichters. Graf Jlja und Graf Leo befinden sich als Mitarbeiter des Roten Kreuzes an der Front. Graf Leo wurde bei einem Zugzusammenstoß in der Nähe der Feuerlinie verwundet. Ein anderer Sohn, Graf Michael steht als Reserveoffizier beim Heer und hat die Stanislaus-Medaille für Tapferkeit erhalten. Eine Tochter des Dichters, die Gräfin Alexandra, ist Krankenschwester im Lazarett von Bjelostock. Die Witwe Tolstois hat mit ihrer anderen Tochter Tatjana den weltberühmten Landsitz Jatz- naja Poljana zu einem Lazarett für verwundete Soldaten umgestaltet und ist hier eifrig tätig. Drei Enkel Tolstois, alles Söhne des Grafen Jlja, kämpfen im russischen Heer. Emer dieser Enkel, der aktiver Offizier ist, wurde von den Österreichern gefangen; ein anderer trat als Kriegsfreiwilliger ein, und der dritte ist Leutnant bei der baltischen Flotte.
u. Lezemder 1914.91t. 569.
die unausgebildeten Mannschaften zur Kriegführung vorzubereiten und zu benutzen.
Die französischen verpflegungsschmierigkeilen.
kl Paris, 5. Dez. Die französischen Militärbehörden habe:: andauernd mit den größten Verpflegungsschwierigkeiten bei den Truppen zu rechnen, worüber schon mehrfach berichtet worden ist. Besonders groß ist die Not bei den in Nordfrankreich kämpfenden Mannschaftei:. Als erschwerender Umstand macht sich der vollkommene Mangel an fahrbaren Feldküchen bemerkbar, die dem deutschen Heere so vorzügliche Dienste leisten. Die in den Schützengräben liegenden Truppen haben seit Wochen keine Fleischnahrnng erhalten, da sie das von ibnen requirierte rohe Fleisch wegerr der Rauchentwicklung nicht selbst braten dürfen, Kocheinrichtungen aber nirgends vorhanden sind. Die Pariser Presse veröffentlicht täglich entrüstete Feldpostbriefe, in denen allerlei Mittel zur Abänderung vorgeschlagen werden. Die Soldaten verlangen, daß das rohe Fleisch, das sie unbenutzt fort- werfen müsten, ihnen hinter der Front gekocht und auf besonderen Wagen in die Schützengräben gebracht werden sollen.
Die Rümpfe in den Rarpathenpüssen.
bä. Budapest, 6. Dez. Amtlich wird mitgetsilt: In den Karpathenpäffen fanden keine größeren Kämpfe mit den Russen statt. Der Feind ist in den Komitaten Zemplin und Saros im R ü ck z u g, so daß nur ein sehr geringer Teil dieser Komitate in den Grenzgebieten sich noch in FeindeShand befindet. Seine völlige HinauSdrängung aus dem La:ü>e steht bevor.
Ein totgeglanbter General.
St. Petersburg, 4. Dez. Für die Seelenruhe des Divi- sionsgenerals P e st i t s ch, der in der Schlacht von Tannenberg mit dem Korpsgeneral Somsonoff gefallen sein sollte, hatten bereits mehrere Gottesdienste stattgesunden. Jetzt ist aus Königstein i. S. die Nachricht eingetroffen, der General befinde sich dort vollständig gesund in deutscher Kriegsgefangenschaft. Gleichzeitig liegen Nachrichten vor, daß etwa 800 totgeglaubte Offiziere sich als Kriegsgefangene in Deutschland befinden.
63 740 Kriegsgefangene in Rußland?
St. Petersburg, 4 .Dez. Nach halbamtlichen Angaben befanden sich in Rußland am 20. November insgesamt 63 740 kriegsgefangene österreichische und deutsche Militärpersonem
Der Erzbischof von priemqsl als Beschwerdeführer über die Russen beim Papst.
Er. Rom, 5. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Erzbischof von Przemvsl und Signore Pelizar sind in Rom eingetrosfen, um dem Papst über die Russengreuel Bericht zu erstatten. Der Erzbischof, der von der Aufregung der letzten Wochen vollständig gebrochen ist, mußte sich in ärztliche Behandlung begeben.
Die Rainpfe in Serbien.
w. T.-B. Wien, 8. Dez. (Nichtamtlich.) Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: Die Kämpfe west
lich und südwestlich Arandjelovatsch dauern äußerst hartnäckig an und sind sehr verlustreich. Bisher ist noch keine endgültige Enffcheidung gefallen. Gestern wurden über 600 Mann gefangen genommen.
Das Kabinett Pasiffch.
W- T.-B. Rom, 8. Dez. Die „Agencia Stefani" meldet aus Risch: Das Kabinett Pasiffch ist zurückgetreten. Ein neues Kabinett unter dem Vorsitz Pasitsch ist in der Bildung begriffen.
DaS Elend in Neuserbicn.
sich Sofia, 4. Dez. Den hiesigen russischen Zeitungsberichterstattern war Gelegenheit gegeben, sich in Monastir, Jstip und Uesküb, den neuserbischen Städten, von der elenden Lage der dort wohnhaften Bulgaren zu überzeugen. Es steht in diesen zu einem großen Teile von Bulgaren bewohnten Gegenden eine Hungerrevolte bevor, zumal fast gar keine serbischen Truppen, die die Ordnung aufrecht» erhalten könnten, mehr da sind.
Die Stimmung in Rumänien.
Köln, 4. Dez. Die „Köln. Ztg." meldet aus Sofia: „In Rumänien zeigt sich am bemerkenswertesten die Stärkung der uns freundlichen Richtung. Als Ursachen kann man nennen die deutschen Erfolge in Polen, die österreichisch-ungarischen in Serbien, ferner die Langsamkeit in der Bildung neuer russischer Armeen in Beffarabien und die unverkennbare allgemeine Schwächung Rußlands auf finanziellem und militärischem Gebiet. In die Verhandlungen zwischen Rußland und Rumänien kommt ein gewisses Sinken des russischen Vertrauens in die Zukunft zum Ausdruck."
Kleine Chronik.
Theater und Literatur. Zu Weihnachten 1914 bietet das „Daheim" (Verlag Velhagen u. Clasing, Leipzig) eine Festgabe für unsere Krieger. Ein stattliches, mit vielen bunten Bildern geschmücktes Heft, enthält es eine Fülle von Lesestoff, der unseren Soldaten, dem Offizier, wie dem Wehrmann, in gleicher Weise willkommen sein wird. Unterhaltende Erzählungen, Betrachtungen und Plaudereien von Hanns von Zobelfftz,.Johannes Höffner, Georg Queri, Marie Diers wechseln ab mit Bildern und Auffätzen, die in ihrer Gesamtheit eine knappe Chronik des Krieges bilden. Gras E. Reventlow, Professor Dr. Otto Hoetzsch, Paul Oskar Höcker, Profeffor Dr. Georg Wegener sind die namhaftesten Mitarbeiter auf diesem Gebiet. Eröffnet wird das Heft durch ein Weihnachtsgedicht von Joseph v. Laufs.
Bildende Kunst und Musik. Profeffor Artur Kampf, der bekannte Berliner Maler, legte vergangene Woche die letzte Hand an sein Monumentalbild in der neuen Aula der Berliner Universität, das bekanntlich Fichte als Redner an die deutsche Nation darstellt. Seit dem Frühjahr hat der Künstler ununterbrochen daran gearbeitet. Nun. ist er zum Kriegsschauplatz abgereist, um im Felde seine Studien zu machen. Nach seiner Rückkehr hofft Kampfs das Fichtebild aus größerem zeitlichem Abstand noch einmal überblicken zu können und möglicherweise ihm notwendig sch«» nende Änderungen anzubringen.
Felix Weingartners einakffge Oper „Kain und A b e l" erlebte vorgestern die österreichische Erstaufführung _ an der Wiener Hofoper. Soeben ist der Komponist mit der Vertonung einer neuen komischen Oper „Dame Kobold" beschäftigt, zu der Weingartner, ebenso wie bei seinem «Kai» und Abel" das Buch selbst verfaßt hat.
