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Verlag Langgaffe 21

„Tagdlan-HauS".

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.»Tagblatt-Haus" Nr. 6ü5>0-53.

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SttmstoQt 5. Dezember 1914.

Morgen - Ausgabe.

Nvo 567. » 62. Jahrgang.

Fürst Vülow als deutscher Geschäftsträger in Rom.

„ ri W. T.-B. Berlin, 4. Dez. (Amtlich.) Die „Nordd. ^ug. Ztg." meldet: Da der kaiserliche Botschafter in ><tom v. Flotow aus Gesundheitsrücksichten einen länge- ^». Urlaub antreten muß, hat Seine Majestät der Kaiser den Fürsten v. Bülow mit der Führung der Geschäfte der kaiserlichen Botschaft in Rom beauftragt.

äum Empfang des deutschen Botschafters in Rom durch den König.

W. T.-B. Rom, 4. Dez. (Nichtamtlich.) Der deut- -üotschafter wurde gestern vom König empfangen. Es nandel: sich um die für die akkreditierten Botschafter !Äes Jahr im Herbst nach der Rückkehr des Kckttigs ln die Hauptstadt übliche Audienz.

3ur Erklärung Salandras im italienischen Parlament.

Deutsches Verständnis mit der italienischen Politik.

W. T.-B. Berlin, 4. Dez. (Nichtamtlich.) Die „Nordd. ~®8- Ztg." schreibt: Die Erklärungen des italienischen:

Ministerpräsidenten S a l a n d r a werden als eine bedeu- iende, für die Politik Italiens die Richtung gebende Verlaut­barung in Italien selbst, so auch in Europa großen Eindruck Aachen. Salandra hat großen Wert darauf gelegt, festzu- iiellen, daß Italien feine bisher beobachtete Neutralität ans eigenem freien Entschluß eingeleitet und durchge» führt habe. Die gleiche Freiheit des Entschlusses will der italienische Staatsmann seinem Lande für den Fall gewahrt wissen, daß die weitere Fortdauer der Neutralität etwa mit °en Lebensintereffen des Königreiches nicht mehr vereinbar ^scheinen sollte Würden infolge der großen europäischen Verwickelungen schwerwiegende Änderungen im B e - i*hstände der Großmächte wahrscheinlich werden, so würde ^tasten sich zu einer Politik der Enthaltsamkeit nicht für

bunden erachten. Für die Freunde und Verbündeten :/ ; «lien§ hat diese entschlossene Wahrung seiner Großmacht- 'tellung nichts Überraschendes. Wir hatten solche ^sten und starken Töne schon von dem Marquis di San diuliano öfters vernommen und erwarteten von vorn« ^rein, daß auch nach seinem Heimgang sich für die von ihm Nonnene Politik ein kräftiger Fortsetzer finden werde, ^ner Mehrheit für diese nationale patriotische Politik wird ^ Kabinett Salandra in der italienischen Kammer sicher Hsu. Bei den Verbündeten Italiens besteht volles Einverständnis dafür, daß sich das apenninische König- reich bei den europäischen Entscheidungen nicht ausschalten lo nen kann.

Der Krieg.

Verluste der Verbündeten in Flandern,

5 >w ® r - Mailand, 4. Dez. (Eig. Drah(bericht. Ktr £”9 .Der „Sortiere della Sera" erfährt aus London:

.... un nie g 1 1 v vrr Lveirgrmittyre. De:

f, Angriff konnte um den Preis des Ber laerde^ § b0tt ^OOOOO Mann znrückgcwieser

Erfolge der deutschen schweren Geschütze.

^ ^ck- .Genf, 4. Dez. Eine empfindliche Störung erführe: unh -.M e deutschen schweren Geschütze die bei N i e u p o r H „südlich Dpern fortgesetzten Befestigungsarbeiten de '^T.ssudcten, deren Stellungen im Überschwemmungsgebie chr-V Dixmuiden unmöglich geworden sind. Seh hTÜÜsge Stützpunkte erreichte, wie aus dem Joffreschen Tages hervorgeht, die deutsche Artillerie westlich Lens mentlich bei Aixronlette sowie im Woevre-Gebiet.

Englische Hoffnungen auf die Beschießung der belgischen Küste.

d "4. Christiania, 4. Dez. Der Berichterstatter der Lon --Evening News" in Rotterdam telegraphiert, daß di „ e Beschießung der Verbündeten auf die deutschen Stelluii . .. dei Ostende und Zecbrugge am Mittwoch eine noc in^ ■ tc Unterbrechung in den Arbeiten der Marine sui> rr t£Ure ' üie deutschen Unterseeboote zusammen <ro;JvF tn , verursachen dürfte. Neue Vorräte an maritime Achsen an der Küste seien gemeldet.

Die Rümpfe bei Lodz.

Mailand, 4. Dez. (Eig. Drah(bericht. Ktr. in^d amtliche russische Mitteilung besagt, daß

Urik^c dkacht zum 1. Dezember ein witternder An- jLAtf der Deutschen im Norden von Lodz stattge- heit, der jedoch von den russischen Truppen ab- üeichlagen wurde.

Der russische Generalstabsberichl.

!g„,h^-^enf, 4. Dez. Der russische Generalstabsbericht von n ^ e Kämpfe dauern in gewissen Bezirken der Gegend fort. Außerordentlich bedeutende Kräfte, beson- >n Westfront kommend, nehmen die Offensive

^ legend von Lubomir-Ersk und S i c r z ch o w leist» « der übrigen Front des linken Weichselufers ist bedeutende Änderung zu melden.

Englische Selbstberuhigungsversuche.

Br. Christiania, 4. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Aus Petersburg wird der „Mornrng Post" ge­drahtet: Der Umstand, daß sich der Zar nach dem Kriegsschauplatz begeben hat, deutet darauf Kn, daß man sicher sei, die Pläne des Großfürsten Nikolai be­züglich der Vernichtung der Deutschen durchführen zu können. Der „Daily News" wird aus Petersburg ge­meldet: Die Mitteilung der Deutschen, sie hätten ihre Anstrengungen verdoppelt, um die Linie der Fran­zosen zu durchbrechen, sollte nur bezwecken, den Eng­ländern Sand in die Augen zu streuen, da große deut­sche Abteilungen nach Polen unterwegs seien. In Wirklichkeit drahten aber englische und ftanzösi- sche Berichterstatter in Frankreich und Holland t ä g- l i ch ihren Blättern von deutschen Truppen- z u s a m m e n z i e h u n g e n ans der Nordfront um Ipern.

Englands preis für die Geffnung der Nordsee.

Br. Kopenhagen, 4. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die englische Regierung hak auf den neuer­lichen Protest der dänischen Regierung gegen die Sperrung der neutralen Handclsschiffahrt in der Nordsee eine Erwiderung dem Ministerium über­reichen lassen, in der England erklärt, daß es au die Aufhebung der Nordseesperre solange nicht gehen könne, wie die von skandinavischer Seite zngelnssenc Ab­sperrung der russischen Häfen in der O st s e e dirrch dir deutsche« Kriegsschiffe fortdauere.

Das Invasionsgespenst.

Verhaltungsmaßregeln für die Engländer.

ück. London, 3. Dez. Die erste Veröffentlichung, lote britische Untertanen sich im Falle einer deutschen Invasion zu verhalten haben, ist jetzt ersi'cht. Der Earl of D u r h a m, der Lordleutnant der Grafschaft Durham, richtete an die Zivilbevölkerung folgende Bekanntmachung: „Da augenblick­lich Kriegszustand zwischen Großbritannien und Deutschland besteht, sind Maßnahmen getroffen, um die Zivilbevölkerung der Grafschaft gegen einen feindlichen Angriff auf die Küste zu schützen. Um jeden Alarm und jede Panik unter der Be­völkerung zu vermeiden, möchte ich darauf Hinweisen, daß ein solcher Angriff nicht unmittelbar bevor steht oder wahrscheinlich ist. Aber andererseits kann die Möglich­keit nicht außer acht gelassen werden. Deshalb ist ein System für das Land festgesetzt worden. Die Polizei, unter­stützt durch besondere Hilfsbeamte, die eigens fiir diesen Zweck ernannt sind, wird die Bewohner benachrichtigen, ob es rat­sam ist, einen bestimmten Distrikt zu verlassen, und in diesem Falle, nach welcher Richtung der Abzug zu erfolgen hat. Beim Eintreten eines solchen Falles wird es die Pflicht der Bevölkerung sein, die Instruktionen der Polizei zu befolgen und sich auch mit den Anordnungen vertraut zu machen, die möglicherweise schon vorher getroffen wurden, damit keine Hemmung eintreten kann. Ich hoffe, daß, wenn es notwendig werden sollte. Befehle herauszugeben, die darin enthaltenen Instruktionen mit Ruhe und Mut verfolgt werden, und daß die Bevölkerung nichts unternehmen wird, was die notwen­digen Aktionen der Militärbehörde hemmen könnte.

Vorbereitungen an der englischen Ostküste.

W- T.-B- London, 4. Dez. (Nichtamtlich.) Die „Daily Mail" meldet aus Norwegen: An der Ostküste werden aus­gedehnte Vorbereitungen gegen eine deutsche Landung ge­troffen. Jedes Dorf hat ein Komitee, das sich mit den zu ergreifenden Maßnahmen beschäftigen soll, um die Folgen eines deutschen Einfalles abzuschwächen und die Zivil­bevölkerung zu schützen. Man glaubt nicht, daß eine Landung der Deutschen an dieser Stelle möglich ist. Man hält es jedoch für gut, für alle Fälle vorbereitet zu sein.

Die Werbesorgen.

T.-B. London, 4. Dez. Der Berichterstatter der „Times" meldet aus Washington: Das britische

Prestige leidet hier durch die britische Fahrlässigkeit. Besonders die Berichte über die Schwierigkeiten l«i der Rekrutierung erregen Mißstimmung. Man beginnt zu fürchten, daß England, von dem man so viel erwartet, dem Beispiel an patriotischer Selbstaufopferung, das ihm durch seine Verbündeten und deren Feinde gegeben worden ist, Nachsicht. Im gegenwärtigen Augenblick, so schreibt der Berichterstatter, könnte uns nichts besser dienen als die Nach­richt, daß die Fußballvereine ihre Wettspiele einge­stellt hätten.

Das dritte kanadische Kontingent.

W- T.-B- London» 4. Dez. (Nichtamtlich.) Die „Times" meldet aus Torronto: Amtlich wird bekanntgegeben, daß für das dritte Truppenkontingent in Westkanada fünf Kavallerie-Regimenter und neun Infanterie-Regimenter, in Ostkanada vier Kavallerie-Regimenter und zehn Infanterie- Regimenter ausgestellt werden. Die Gesamtzahl der neuen Truppen beläuft sich auf 31 70V Mann.

England und die amerikanische Schiffahrt.

England tritt den Rückzug an.

W. T.-B- Washington, 4. Dez. (Reuter.) Der britische Botschafter überreichte dem Staatsdepartement eine Rote, in welcher erklärt wird, daß England nicht beabsichtige, die

amerikanische Schiffahrt durch das Durchsuchen nach Konter­bande aufzuhalten. Ein freundschaftlicher Ver­gleich sei wahrscheinlich, wenn die amerikanischen Reeder auf den Frachtbriefen deutlich angeben, daß, wenn Kupfer­erze zugleich mit einer leichten Ladung, Fleisch, zugelassen würden, um als Ballast zu dienen, dieses nicht zur Durch­fuhr durch neutrale Länder nach Deutschland oder Österreich- Ungarn bestimmt sei.

Keine Ausländer auf britischen Fischerbooten.

W- T.-B. Grimsby, 4. Dez. Die Admiralität ordnete an, daß auf den britischen Schleppnetzdampfern keine Ausländer verkehren dürfen.

Oer österreichische Tagesbericht.

W■ T.-B. Wien, 4. Dez. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: In den Karpathen, in Westgalizien Und in Süöi polen verlief der gestrige Tag im allgemeinen ruhig. Die Känipfe in Nordpolen dauern fort

3ur Besetzung Belgrads.

Die Aufnahme der Nachricht in Konstantinopel.

W. T.-B. Konstantinopel, 4. Dez. (Nichtanrtlich.) Tier Sultan richtete an Kaiser Franz Joseph ein überaus herzliches Glückwunschtelegramm an­läßlich der Besetzung Belgrads. Die Nachricht von der Besetzung Belgrads durch die österreichisch-lmgarischLn Truppen wurde von den Mitgliedern der österreichisch- ungarischen nutz der deutschen Kolonie sowie vom türki­schen Publikum mit durchaus übergroßer F r e u d e ausgenommen. In türkischen Kreisen wird der Tapfer- ketit und dem Heldenmut der österreichisch-rmMrischeri Armee uneingeschränktes Lob gezollt.

General der Infanterie v. Krank an den Uaiser Kranz Joseph.

Als die kaiserliche Standarte in Belo'räd gehißt wurde.

W. T.-B. Wien, 4. Dez. (Nichtamttich.) Ämtlich wird gemeldet: Der Kommandant der 6. Armee, der General der Infanterie v. F r a n k, richtete gestern nach­stehendes Telegramm an Kaiser Franz Joseph: In dem feierlichen Augenblick, in welchem es uns vergönnt ist, >ans der Belgrader Festung Eurer Majestät glorreiche Standarte zu hissen, bitte ich namens der um dieses Panier versammelten Abordnungen aller Teile der gee samten belvafsneten Wehrmacht Eurer Dtajestät unsere b e g e i st orte H u l d i g u n g alleruntertünigst dar- bringen zu dürfen. — Hierauf geruhte Kaiser Franz Joseph an General Frank folgendes Tele-- gramm abzusenden: „Die Huldigung der zu unserer in Belgrad gehißten Standarte einporLlickeuden Krieger freudig entgegeunchmend, denke ich bewegten Herzens meiner braven, trefflich geführten Balkan- streitkräste, deren heldenmütigen Känipfen auch die Be- sitznahme Belgrads zu danken ist."

Nein österreichisch-serbischer Sonderfriebe!

W. T.-B. Wien, 4. Dez. (Nichtamtlich^ Die „ReichKPost" erfährt von diplomatischer Seite: Die verschiedentlichen Mel­dungen über angebliche Absichten maßgebender Kreise Ser­biens angesichts der großen Fortschritte' kaiserlichen Truppen auf serbischem Boden einen S o n d e r f r i e d e n mit Österreich-Ungarn anznbahnen, um den vollstcmdigen Z n- s a m m e n b r n ch des-Königreichs zu vernietd-en, entbehren jeder Grundlage. Die serbische Regierung ist a b häng i z von Petersburg, und es geschieht in Serbien heute nur das, was Rußland will. Das Zarenreich wird aber nie zu- gebcn, daß sein Vasallenstaat sich mit der Donamnonarchie aussöhnt. Auch von der angeblich schon mehrmals gemelde­ten KabinettSkrisis in Risch ist in hiesiger maßgebender Stelle nichts Authentisches bekannt.

Montenegrinische Absichten auf Dalmatien.

tick. Rom, 4. Dez. Das „Gtornale d'Jtalia" erfährt aus Antivari, daß die Montenegriner gemeinschaftlich mit dem ftanzöfischen Geschwader einen großen Schlag gegen die dalmatinische Küste planen. Die Montenegriner wollen von Grahovo nach Grab bei Trebtnje Vordringen, Tim von dort nack> der Küste bei R a g u s a vorzustoßen. Die fran­zösischen <schisfe würden gleichzeitig G r a v o s o . be­schießen. Im Falle eines Erfolges wollen die Montenegriner C a t t a r o vom Lande angreifen, weil, eine Beschießung vom L o w z e n unniöglich ist, ^ da dieser mit Schnee bedeckt ist.

Zum französischen Iustizmorb in Tasablanea.

W- T.-B* Bremen, 4. Dez. (Nichtamtlich.) Zu der Ver­urteilung deutscher Staatsangehöriger in Casablanca erfährt die „Weserztg.", daß der zum Tode verurteilte Zell identisch ist mit einem hier weilenden Herrn Teil. Dieser befindet sich glücklicherweise nicht in der Gewalt der Franzosen. Er wurde in -smitumaciam verurteilt. Sein Sozius Brandt, der ebenfalls zum Tode verurteilt wurde, ist ein - durchaus ruhiger, allen politischen Treibereien sich fern haltender Mann, der bei Arabern, Engländern und selbst' bei Fran­zosen wohlgelitten war. Er ist nicht deutscher Konsularagent, sondern österreichisch-ungarischer Konsul, aber deutscher Staatsbürger. Seine Gattin ist nach dem Eintreffen der Nachricht von seiner Verurteilung sofort nach Berlin gereist, uni dort ein Einwirken der amtlichen Kreise durch ein« n'eu- trale Vertretung zu veranlasse».