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Verlag Langgasse 21

Tagblatt-Haus".

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Tagblatt-Hans" Nr. 6650-53.

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MörgenMusg.^s'd ulÄ*mm 1 ? Berliner Schriftleitilirg des Wiesbadener Tagblatts: Berliu-Wilmersdorf Giintzelstr. 66^FerusPr^Amtllhland 45,0 II. 45,1. Tagen nnd P°^en^mrd^nn?«^sl,r u!,e?ou,me

breitag. 4. Dezember 1914.

Der Rrieg.

Der französische Nommenkar zur Reichs- Kanzlerrede.

,» ? r - Genf, 3. Dez. (Erg. Doahtberichk. Ktr. Bln.)

cach tzer Begegnung mit dem König von England er- ttelten bei ihrer Rückkehr von Paris Poincarä und ^vinni den Text der Bethmannschen Reichstagsrede, ^arauf gab das Presseburcan ungefähr folgende Richt- "Ulen für die der Kanzlerrede zu widmenden Artikel ssus: Frankreich bestreitet, dast seine Diplomatie

dem Kriegsausbruch eine untergeordnete .nolle gespielt hat. Es nimmt vielmehr in d e m s c l- ^ n Grade wie seine Verbündeten die moralische ^ r a n t w o r t n n g in Anspruch.

Die Hälfte des französischen Heeres kampfunfähig.

. kd. Rom, 3. Dez. Ter Berichterstatter desCorriere uclla Sera" in Nordsrankrcich meldet, dast bisher das I^Ul.wsischc Herr einen Verlust von m i n d c st e n s '?sO P r o z c n t an Toten, Verwundeten, Vermißten und GcsNlgLueu habe. Dies gilt übrigens nur ^für die ^nie und die jüngeren Regimenter. Wo die Tcrri- ^ r i a l t r u p P e n allein sich schlagen muhten, seien " le Kontingente fast völlig n n f g c r i c b c n worden.

Die Ausgaben Frankreichs im November.

W. T.-B. 2 t) 0 ii, 2. Dez. (Nichtamtlich) DerProgreß" Meldet: Die französischen Ausgaben im Monat November be­rgen insgesamt 9 10 0 6 7 6 8 2 Franken.

Frankreich wartet auf den russischen Sieg.

hd. Wien, 3. Dez. DerTemps" teilt mit, Sie französische Arrilee warte nur cinen entscheidenden Steg der Russen bei ^°dz ab, um sich der russischen Offensive arzuschließen. Der ^onlent, in dem das vereinigte Europa in Deutschland ein- dringt, sei nicht mehr fern. Deutschland niuß vernichtet wer- Dtöge es noch so lange dauern und noch so viele Opfer

wsten.

bie Nieseuverluste der Engländer in Flandern.

dll. Christiania, 3. De,z. Der militärische Mit­arbeiter derTimes" schreibt: Wie aus London gc- "rahtct wird, war, nach den Verlusten zu nrteilcii, d e Schlacht in Flandern dir größte rm letzten Kriege.

Verlust auf beiden Seiten wird ans 50<M geschaht. FNt Ausbruch des Krieges hatten die Engländer einen ^samtverlust von 84000 an Toten, Verwunde- und Gefangenen.

Die schweren englifchen Gffiziersverlufte.

,, W. T-B. London, 3. Dez.Westminfter Gazette" schreibt- Die Dauer des Krieges muß davon abhangen, ^lche Friedeilsbedingungen wir erreichen. Wenn loir Misere »Nedensbediligullgeil durchsetzen uild die Welt von der ^uernden Bedrohung befreien fönucu, dürfen wir nicht ® otl einem schnellen Friedensschluß träumen. Es wäre F°rheit, davon zu sprechen, daß der Krieg scholl zu Neujahr )L e . r Frühling nächsten Jahres beendet sein würde. Die "Älnes" veröffentlicht ' Briefe von Offizieren an der Front, !r tl > Brigadegeneral schreibt: Die -Offizierfrage be-

qwtet mix Schwierigkeiten, aber so geht es der ganzen (Mee, denn wir hatteli schwere Verluste an Offi» ^re. ist unmöglich, in ein paar Monaten gute Ossi» 2!j re auszubilden. Derselbe Offizier schreibt: An einer

stelle der Front pflegen die Deuts ch e n, wie beim S ch e i» tj en 1 dC) t e ß e n englische Treffer und Fehlschüsse herüber zu J8|ialifteten. In zwei Fällen sah maliDeutsche fallen, wor- l signalisiert wurde.

Der Typhus in Flandern.

i, jy- IVB, London, 3. Dez. (Nichtamtlich.) Die Rote Kreuz-Gesellschaft hat zur Bekämpfung r Typhus-Epidemie 10 000 Pfund Sterling bewilligt.

Neue Rümpfe an der Hser.

>, ,i>d. Amsterdam, 3. Dez. DerTelegraaf" meldet aus {.r' Am 1. Dezember, morgens, begann Kanonendonner, tun "?Emittags heftiger wurde. Zuerst kam er aus der Rich- n n 8 der D s e r. Sind) in Brügge wußte man gestern, daß der Dsxx gekämpft wurde, da viele Verwundete durchkamen. Iw Reihe der Wagen, Autos und Truppen erstreckte sich von r 5. Äser bis nach Mariakerke. Von dort bis K n o k k e h-'Nndet sich die ganze Küste in Verteidigungszustand, die anonen mit der Mündung auf die See gerichtet. Aber so- ohl von dort als aus der Lust sind sie unsichtbar aufgestellt. Beschädigung der Seeschleusen durch die englische Be- twleßung bestätigt sich.

Der russische Generalstabsbericht.

. Christiania, 3. Dez. Der russische Generalstab teilte »ptern m Petersburg mit: Am 1. Dezember herrschte auf ^Uen Fronten Ruhe, während in der Gegend von Loivicz Kampf fortgesetzt wurde, jedoch mit weniger Heftigkeit, .gen Mitternacht am 2. Dezember marschierte der Feind dichten Formationen vor und unternahm einen A n g r i f - Qu f unsere Stellungen nördlich von Lodz, wurde aber zurück-

Morgen- Ausgabe.

gewiesen. In der Gegend südlich von Krakau sind unsere Truppen in Bielizca eingerückt.

Ein weiterer russischer Bericht zur Lage in Polen, lid. Christiania, 3. Dez. Aus Petersburg wird wach London gemeldet: DteDeutschen haben sich auf derLmie Strykow - Bomoin sehr starr befestigt. Eine neue deutsche Offensive gegen die linke russische Flanke ans halbem Wege zwischen Vielum und Petrnkau wurde mit großen Verlusten zurückgeschlagsn. Gleich­zeitig haben die Deutschen die rechte Flanke der Russen, nördlich von Lowicz, energisch ange­griffen.

Uaiser Wilhelm an den kommandierenden General Freiherrn v. Scheffer-Boqadel.

Die hervorragende Teilnahme des 25. Reserve-Armeekorps an den letzten Kämpfen.

»r. Thorn» 3. Dez. (Etg. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Dem kommandierenden General der Infanterie Freiherrn von Scheffer- Boyadel ist folgende Kabinettsorder zuge- gangen: Die schweren Kämpfe, die Sie in den letzten Tagen mit dem 28. Reservearmeekorps dlirchgefochten haben, werden für immer ein ruhmvolles Blatt der Kriegsgeschichte bleiben. Ich verleihe Ihnen den Orden Tour le merite und ersuche Sie, Ihren unvergleichltchcil Truppen meine königliche Aner­kennung und meiliei. Dank anszusprechen. Gott schenke Ihnen weitere Erfolge. Wilhelm I- B-

Ei» hoher Orden für General Frank.

W. T.-B. Wien, 3. Dez. Der Kaiser hat dem Kom­mandanten der 5. Arruee General der Fnfanterie Liborius Frank in Anerkennung seiner hervorragen­den Betätigung als Armeeführer das Großkreuz des Leopold-Ordens mit der Kriegsdekoration verliehen.

Zur Einnahme Belgrads.

Weitere Einzelheiten.

W- T.-B. Budapest, 3. Dez. (Nichtamtlich.) DerPest: Hirlap" meldet aus Semlin: Die schweren Geschütze unserer

M o n i t o t e begannen vor einigen Tagen, die Fe)tullg Bel­grad unter heftiges Feuer zu nehmen. Die ausgezeichnete energische Arbeit hatte bald einen entsprechenden Erfolg. Die 28-Zentimeter-Geschütze des Feindes, die franzopschen Ursprungs sind, wurden zum Schweigen gebracht, ^hre Mannschast erlitt schwere Verluste. Als der Bericht über die vernichtende Wirkung unserer schweren Geschütze erstattet wurde, führten unsere am Semlmer Ufer stehenden Truppen eine B r a v o u r l e i st ll n g ans. Sie setzten über die Donau, gelangten nach der Zigeuner- i n s e l und von dort in die feindliche Hauptstadt. Gestern früh lwch während der beiderseitigen Kanonade begann der Ü b e r g a ll g unserer Truppen auf der Eisenbahn» brücke, die sür den Fußverkehr wiederhergestellt wordell war. Inzwischen warfen bei der Zigeulierinsel unsere clnge- drungenen Truppen die Serben aus deik nächst dem Bahn- damme belesenen Deckungen und nahmen T o b e s i d e r und den größten westlichell Teil der Stadt. Zugleich drangen iener Teil der Truppen in die Stadt, der nach der Einnahme von Obre nowatsch an der Save entlang vorgerückt war. Unsere Truppen begannen noch im Laufe des Tages mit der Herstellung der Schiffbrücke: die von der Heeresleitung zilr Verfügung gestelltell Schisse sind von Nensack aus Sem- lin unterwegs, um bei der Abwickelimg der Transporte be­hilflich zu sein.

Der allgemeine Sturm von vier Seiten.

W. T.-B. Budapest, 3. Dez.Az Est" veröffentlicht fol­gende Einzelheiten über die Besetzung Belgrads: Stach dem

mehrtägigen Artilleriefeuer, ivelches zur Folge hatte, daß die serbische Artillerie am Avsla-Berg, Topschiekcr und am Banovo-Berg zum Schweigen gebracht wurde, erfolgte am Mittwoch von vier Seiteil ein allgemeiner Sturm. In vier Stunden war Belgrad fest in unserer Hand. Die von Obrenowatsch anrückenden Truppen zogen nach Überwindung des zähen Widerstandes der Serben ebenfalls in die Stadt ein. Hunderte, bereits früher vorbereitete Fähren und.Kähne transportierten unsere Truppen an das andere User. . Die serbische Besatzung ver­suchte bei der Eisenbahnbrücke Widerstand zu leisten; sie wurde jedoch förmlich überrascht, ebenso die anderen ser- bischen Truppen, die in den Straßell Belgrads Widerstand zu leisten versuchten. Vor dem Konak spielte sich eine er- greifende Szene ab, als die ungarischen Truppen, darunter zahlreiche Landsturmmannschaften, die ungarische Hymne sangen. Die Stadt hat unter der Belagerung nicht sehr gelitten, obwohl stellenweise die verheerende Wirkung der Beschießung lvahrzunehmen ist.

Die außerordentliche Genugtuung in der Wiener Prcffe.

W. T.-B. Wien, 3. Dez. (Nichtamtlich.) Die Blätter besprechen den Fall Belgrads mit außerordentlicher Genug­tuung und heben das Zusammentreffen dieses Ereig­nisses mit dem 6 6. R e g i e r u n g s j u b i l ä u m s des Kaisers hervor. Sie würdigen die moralische und militärische Bedeutung dieser Tatsache. DasFremdenblatt" schreibt: Am Tage des 66jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers ragt auf den Zinnen Belgrads das Banner^ der Habsburger empor, als weithin sichtbares, den Feinden furchtbares Zeichen für die Unwiderstehlichkeit unserer glor-

Nr. 563. * 62. Jahrgang.

reichen Waffen. Die serbischen Machthaber, die die fahre» lange Wühlarbeit gegen unsere Monarchie nährten und für- derten, die von Überhebung, von Verblendung irregeführt, die hochfliegenden Pläne auf Kosten Österreich-Ungarns zu verwirklichen trachteten, traf null der erste niederschmetternde Streich des gerechten Schicksals. Wie eine Erlösung, erne Befreiung vom lähmenden Alpdruck dünkt cs uns, als die Würfel fielen, als unser Kaiser die Wehrfähigen der Monarchie zu den Waffeli rief. Was jeder unserer heldeil- mütigen Soldaten damals geschworen hat, hat er redlich ge­halten.

Die Verluste der Serben.

hd. Mailand, 3. Dezi Nach einer Nachricht aus Sofia be­ziffert derUniversal" auf Grund zuverlässiger Quellen der bisher erschienenen fünf serbischen Verlusllisten die Verluste des serbischen Heeres an Toten und Verwunde­ten auf 98 774 Mann.

England imNriegsZuftand".

hd. Mailand, 3. Dez. DerCorriere della Sera" erfährt aus London: Gestern sind die neuen vom Parlament in der vorigen Woche aufgestellten Normen in Kraft getreten, die unter dem TitelAkte zur Verteidigung des Königreichs" ver­öffentlicht worden sind. Die Regeln versetzen England in eine Art von Kriegszustand.

Englische Besorgnis für Nanada

Die Angst vor de» Deutschen in den Bereinigten Staaten.

W. T.-B. London, 3. Dez.Daily Telegraph" meldet aus New Uork: Tausende von deutschen und österreichischen Reservisten befinden sich noch hier und veranstalteten eine Straße »Propaganda gegen die Verbündeten. In der letzten Zeit trat unter ihnen, da sie unbeschäftigt sind und an der Rückkehr nach Europa verzweifeln, große Unruhe hervor, viele werden nnzweifelhaft bereit sein, an irgend einem «beukeuerlichen Unternehmen an der kanadischen Grenze teilzunehmen. Die Kanadier untersuchen sorg­fältig die Deutschen, die aus de» Bereinigten Staaten dort eintreffen. Die Wachen auf den Brücken des Niagaraflusies sind vermehrt worden. Patrouillen durchstreifen Tag und Nacht die Gegend.

Der Vurenaufstand.

IV. T--B'. Johannesburg, 3. Dez. Eine Abteilung Buren hat sich in den Bergen des Magaltes-Gebirges rm Bezirk Krügersdorf festgesetzt und sendet Abteilungen mis, um Pferde und Gewehre aus den Farmen zll requirier-.

Se wet gefangen?

W- T.-B. London, 3. Dez. (Nichtamtlich. Reuter-Bnrean.) Am tli ch wird aus Pretoria gemeldet, daß de W ct ge­fangen genommen fei. , .. , .. ,

Wenn die Nachricht sich bestätigen sollte, lvnrde drcs, so bemerkt zutreffend dasB. T.", allerdings ein ällßerst schlverer Schlag für den Befreiungskampf der Buren sein. Bel der UnzuveAässigkeit der a,ntlichen englischen Ber,chterstattung besteht allerdings immer lioch die Hoffnung, daß auch dlesc Rachricht unrichtig ist. DerL.-A." wirst die Frage auf, um welchen de Wet es sich handle. Neben dem al.en Burengeneral stünden noch mehrere seiner Sohne und andere Träger dieses Namens im Felde.

Lord Eurzon über Indien.

IV. T.-B. London, 3. Dez. (Nichtamtlich.Renter- Bureau".) Lord Curzon betonte in einer Rede die Freiwilligkeit der Unterstützung seitens Indiens. Er sagte, er dürfe über die Zahl der bereits eingeschiff­ten Truppen sich nicht äußern. Sie sei aber weit größer, als man sie sich vorstelle.

Nnterdrückung eines türkcnfreundlichen Blattes tu Indien.

W. T.-B. Loildun, 2. Dez. (Nichtamtlich) DieTinres" melden: Eine Sicherheit von 2000 Rupien, die für die Comrade änd Hamdard Preß" in Delhi hinterlegt war, wlirde llach den Bestimmungen des Preßgesetzes infolge eines. Artikels unter dem.TitelWahl der Türken", der in der ge­nannten Zeitung veröffentlicht worden war, beschlag­nahm t. Die Regierung der Provinz Pantscklab befahl dem Herausgeber der Zeitung, Zamindar, Lahora, wo das Blatt erschien, zu verlassen und sich im Bereich eines Dorfes im Bezirk Gujranwala aufzuhalten. Der Befehl er­folgte auf Grund der kürzlich erlassenen KriegSverordnungen.

Zur Sperre des Suozkanals durch die Türken.

Der Umweg um das Kap der Guten Hoffnung.

Sr. Wien, 3. Dez. (Etg. Drahtbericht. Ktr. Bln.)^ Die Reichspost" meldet über Genf, das britische Kriegsministe- rimn habe angeordnet, daß infolge der Sperre des Suezkanals durch die Türken die weiteren indischen Truppentransporte über Kapstadt geleitet werden.

Die Erkenntnis der ägyptischen Gefahr in England.

hd. Kairo, 2. Dez. DieTimes" schreiben: Die ^Nachricht, daß der Marinemimster Dschemal-Pascha zum Befehlshaber der ottomanischen Streitkräste ernannt wurde, ist, wenn sich die Meldung bestätigen sollte, ein Beweis dafür, daß die Türkei nicht nur eine bloße Demonstration gegen den Suez­kanal beabsichtigt.

Unterdrückung eines deutschfreundlichen Blattes in Ägypten.

hd. Kairo, 2. Dez. Das Organ der extremen Nationalisten A l S h a a b" hat sein Erscheinen eingestellt. Es ist seit Aus-