Sette 4. Abend-'Ausgave. Erstes Blatt. _MltkSVaSeNer TagvISN. Dienstag, 1. Dezember 1914. Nr. 56«.
schworen am Grabe Mohammeds, die Waffen nicht früher
niederzulegen, als bis die Rechte des Vaterlandes und des Kalifats anerkannt fein würden.
Fast die ganze Sinaihalbinjel besetzt.
Der Rückzug der Engländer.
Sr. Athen, t. Dez. (Eig. Drahtvericht. Ktr. Bln.) Nach Meldungen ans Alexandrien halten große Mengen irregulärer türkischer Kavallerie zusammen mit vorzüglich bewaffneten Beduinen st ämmen fast die ganze Sinai- Halbinsel besetzt. Sie überschritten die ägyptische Grenze nördlich A k a b a und lieferten den dort ausgestellten englischen Grenztruppen heftige Gefechte. Bor ihrer Überlegenheit mußten sich die Engländer zurückziehen.
Verdächtige englische Meldungen.
Sr. Rom, 1. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach Meldungen des „Giornale d'Jtalia" aus Alexandrien soll die englische Regierung mit dem Scheich der S e n u s s i verhandeln und ihm den Thron des Khediven angeboten haben. Eine andere noch verdächtigere Meldung aus Kairo besagt, die abessinische Regierung habe den Engländern ein H i l f s h e e r von 200 000 Mann angeboten.
Oie Aufstandsbewegung in Marokko.
Ernste Unruhen der Kabylen und Mauren.
W. T.-B. Madrid, 1. Dez. (Nichtamtlich) Aus Marokko -wird von bedeutenden Unruhen der Kabylen in der französischen Zone berichtet. Ein anderes Gerücht meldet von ernsten Vorgängen in Casablanca, wo die eingeborenen Mauren die französischen Behörden und das vorhandene lvenige Militär angegriffen haben sollen. Einzelheiten fehlen noch.
Auch die mohammedanischen Albanesen nehmen am Heiligen Br'ege teil.
Sr. Wien, 1. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) In Skutari hat eine große Versammlung albanischer -Mohammedaner stattgefunden, an der I s s a d B o l e t i n a z und Prenk Bibdoda teilnahmen. Bolerinaz forderte die Versammlung auf, dem Rufe des Kalifen zu folgen und einen Aufruf an die mohammedanischen Albanesen zu erlassen, in dem er an die Mißhandlung der Albanesen durch die Serben uno Montenegriner erinnert und die Mohammedaner Albaniens zu den Fahnen gerufen werden, damit sie Schulter an Schulter mit den Verbündeten des Kalikn kämpfen.
Die Neutralität Spaniens.
W. T.-B. Berlin, 1. Dez. (Nichtamtlich.) Aus Madrid erhalten wir vom 21. November folgende Nachrichten. Bet der Eröffnung des Parlaments erklärte Ministerpräsident Dato, die Regierung halte an der strengen Neutralität fest. Wenn doch ein Aufgeben dieser Haltung nötig werden würde, würde das Parlament gefragt werden. Jeglichem Eingriff von irgendeiner Seite würde Spanien mit allen Mitteln entgegentreten. Alle Parteiführer mit Ausnahme des Radi- kalen Lerroux erklärten ihr vollständiges Einverständnis mit der Regierung. Die allgemeine Stimmung schlägt stark zugunsten Deutschlands um, die Presse äußert sich mit wenigen Ausnahmen in deutschfreundlichem Sinne. — Die anläßlich des Todes des Prinzen von Battenberg an die Königin gesandte Beileidsdepesche des deutschen Kaisers ist, trotzdem sie offen in englischer Sprache abgefaßt war, nicht angekommen. Anscheinend wurde sie von den Gegnern zurückgehalten, um Mißstimmung zu erzeugen. Das Bekanntwerden dieses Vorfalles erregte hier in den betreffenden Kreisen Empörung gegen unsere Feinde.
Die Neutralität der Schweiz.
W- T.-B. Bern, 30. Nov. (Nichtamtlich.) Der hiesige Vertreter des „Corriere della Sera" hatte eine Unterredung mit dem Bundespräsidenten Hoffmann, welcher neuerdings das Gerücht von einem geheimen Abkommen zwischen der Schweiz und Österreich-Ungarn als unrichttg bezeichnet und betonte, daß die Verwandtschaft zwischen hohen schweizerischen und österreichischen Offizieren kein einleuchtender Grund dafür sei. Das Schweizer Volk habe immer die Neutralität mit der Unabhängigkeit gleichgesetzt; für ihre Wahrnehmung ist im Jahre 1907 die Reorganisation der Armee angenommen worden. Das Land sei auch jetzt bereit, neue Opfer auf sich zu nehmen, um das Defizit von 200 Millionen zu decken. Das Schweizer Volk wäre aber nötigenfalls bereit, noch ganz andere Opfer zu tragen.
Eine entschiedene bulgarische Absage an Rußland.
W. T.-B. Sofia, 1. Dez. (Nichtamtlich.) Zu den Bemühungen des Dreiverbandes, namentlich Rußlands, einen neuen Balkanblock zustandczuüringen, schreibt der „Dnevmk": In der dreistesten brutalsten Weise auf seine ..Befreierrolle" pochend, will Rußland Bulgarien zu einer Handlungsweise zwingen, die unseren Interessen offenbar widerspricht. Mit beispielloser Frechheit will die russische Diplomatie, die im vorigen Jahre schmählich Schiffbruch litt, Bulgarien einreden, daß seine Interessen im neuen Balkan b l o ck lägen, der die Rettung des in Agonie liegenden Serbien bezweckt. Ist es denn den Russen nicht selbst langweilig, immer dasselbe Lügenmärchen aufzutischen, da die Wirklichkeit genugsam bewiesen, daß der Balkanbund den Ruin Bulgariens veranlaßte? Versprechungen, daß Bulgarien im Bunde mit Serbien, Griechenland und Rumänien seine Ideale verwirklichen könne, sind offene Täuschungen. Wir danken für solche slawische Fürsorge. Laßt sich Bulgarien von den Folgen eurer väterlichen Ratschläge erbolen! Ihr elenden Erpresser wollt mit euren angeblichen slawischen Gefühlen Bulgarien vollends ruinieren, mit eurer platonischen slaivijchen Idee Bulgariens heiligste Gefühle entweihen! Das sogenannte Slawentum der russischen Diplomatie war für Bulgarien der Gi fib rock en, der ihm an das Leben ging. Bulgarien erwartet die Rechtfertigung vor der Geschichte und vor Gott.
Auch Griechenland verhält sich Rußlands werben gegenüber ablehnend.
W. T.-B. Konstantinopel, 1. Dez. (Nichtamtlich.) „Tasvir- i-Efkia" erfährt, daß Griechenland alle Erwartungen und Bemühungen des Dreiverbandes, init ihm zu gehen und den Türken den Krieg zu erklären, zurückwies, weil es seinen Interessen entsprechend findet, alle Meinungsverschiedenheiten mit der Türkei freundschaftlich zu regeln.
Italienische Bewunderung der deutschen Energie.
’Bt. Rom, 1. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der zurzeit Deutschland bereisende Chefredakteur des römischen Blattes „Vittoro" schreibt, er sei völlig verwirrt von dem
gewaltigen Schauspiel deutscher Energie, Kaltblütigkeit und Seelengröße. Mehr als je komme ihm zum Bewußtsein, daß heute und in Zukunft Italiens Platz an Deutschlands Seite sei.
KuZLauH.
Schweiz.
Der schweizerische Gesandte in Rom 1'. Zürich, 30. Nov. Nach ans Rom hier eintrefsenden Meldungen ist heute der schweizerische Gesandte in Rom, Dr. I. B. Pioda, gestorben. Der Verstorbene loar ein gebürtiger Tessiner. Die Schweiz verliert in. ihm einen Diplomaten von ausgezeichneten Eigenschaften, der ihr auf dem wichtigen Posten in Rom sehr wertvolle Dienste geleistet hat.
oaikanstaaten.
^.Einecpirotische Proklamation. W. T.-B. Wien, SO. Nov. (N.chtamtlich) Die Albanische Korrespondenz meldet aus fluauiil«: Die xroviso ische Regierung hat an .as Volk von Oberepirus eine Proklaniation erlassen In welcher es heißt: Unsere Kämpfe haben mit einem Triumph gecndet alle unsere Wünsche haben sich verwirklicht. Ihr trete! ^^ttig in die hellenische Familie ein. Die provl- ,onsch: Regierung spricht sodann allen Offizieren Unteroffizieren uiid' Soldaten, die heldenhaft unter dem epi'rotischen ^ aUetl ' den herzlichsten Dank aus und erklärt ihre Mission für beendet. Sie schließt: Lebet immer glücklich,
ä . . , .^ure Niichkommen, im Schoße nnsecer Mutter Griechenland.
Ku§ Stabt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Ls wird Ernst gemacht :
Der Herr Regierungspräsident hat unter dem 18. November verfügt, daß aus Grund der §§ 2 und 4 des Gesetzes vom 4. August d. I. in der Fassung der Verordnung vom 28. Oktober d. I. schleunigst mit Z w a n g s m a ß n a h m e n gegen diejenigen Besitzer vorzugehen ist, die sich dort, too Höchstpreise festgesetzt sind, im Regierungsbezirk fortgesetzt weigern, ihre überflüssigen Vorräte an Kartoffeln zu verkaufen. Die Handelskammer ist ersucht worden, die Händler zu veranlassen, Fälle, in denen sich die Landwirte aus ungerechtfertigten Gründen weigern, ihre Vorräte an Kartoffeln zu verkaufen, sofort zur Kenntnis der Herren Landräte zu bringen. Die Händler werden gut tun, der Handelskammer entsprechende Anzeige zu machen.
Eine Iveihnachrslotterie des Rreiskomitees vom Roten Rreuz.
Zum Weihnachtsfest will unser Kreiskomitee vom Roten Kreuz, das ja gewissermaßen der öffentliche Träger der Wiesbadener Liebestätigkeit ist, eine besonders reiche Gabe' den in unseren Lazaretten liegenden Soldaten und den Angehörigen Wiesbadener Krieger spenden. Um die hierfür nötigen Mittel zu beschaffen, ist eine W e i h n ach i s I o t te r i e großen Stils in Vorbereitung, deren Veranstaltung vom Herrn Oberpräsi- denten bereits genehmigt ist.
Gegenstände der Verlosung sind Juwelen, Gold-, Silber- und Schmucksachen, deren einzelne Stücke zum Teil einen Wert von mehreren tausend Mark darstellen und die in hochherziger Weise dem Roten Kreuz gespendet worden sind. So ist gestern wieder ein Schmuck, dessen Wert auf 5000 M. veranschlagt ist, als Gabe einer Norwegerin aus 'Trondjem' eingegangen. . Weitere wertvolle Spenden in Kunstwerken und «chmuck sind in Aussicht gestellt, andere werden von unserer wohlhabenden Bürgerschaft auf Grund dieser Anregung gewiß in reichem Maße der bestehenden Sammlung zugeführt werden. Das Kreiskomitee geht bei der Veranstaltung der Lotterie von der gewiß berechtigten Absicht aus, eine möglichst hohe Summe für die ihm gespendeten Wertgegenstände herauszu- schlagen, die bei einem freihändigen Verkauf einen verhältnismäßig zu geringen Erlös bringen. Der Vertrieb der Lose, die infolge des hohen Wertes ihrer Gewinne und des guten Zweckes ihrer Bestimmung vielbegehrte Weihnachtsgeschenke darstellen dürften, beginnt demnächst. Möchte die regste Beteiligung unserer Bürgerschaft auch diesem wohltätigen Unternehmen des Kreiskomitees zu einem vollen, allseiiige Freude verbreitenden Erfolg verhelfen!
— Dienstjubiläum. Ein Zeichen von schönstem Einvernehmen zwischen der Direktion und ihren Beamten unseres größten hiesigen industriellen Unternehmens, der Gesellschaft für Linoes Eismaschinen, ist gelegentlich der heute stattge- fnndenen 25jährigen Dienstiubelseier zutage getreten. Nachdem im Laufe des letzten Jahres bereits die Herren Ingenieure Aschner, Bollinger und Weinberger auf eine 25- jährige Tätigkeit in ihrer Firma zurückblicken konnten, ist ihnen nunmehr^Herr Ingenieur Hugo Tschernig gefolgt. Herr Direktor Schipper überreichte ihm namens des Auf- sichtsrais und der Direktion unter sehr ehrenden Worten in Anerkennung der geleisteten Dienste außer einem sehr namhaften Geldgeschenk eine goldene Uhr und ein Ehrendiplom; er drückte den Wunsch aus, daß seine Kraft noch lange Jahre der Gesellschaft erhalten bleiben möge. Sein direkter Vorge- etzter Herr Oberingenieur P r i e m, mit dem er feit 18 Jahren zusammen arbeitet, übergab ihm die von seinen Kollegen gestifteten Geschenke, bestehend aus einem Gemälde, Herbst- landschaft von Bachmann, und einem Buch, die Alpen von R. H. Francs. Diese prächtigen Gaben legen ein beredtes Zeugnis ab von der allgemeinen Beliebtheit des Jubilars. Ein weiteres Geschenk, anspielend aus eine persönliche Liebhaberei des Jubilars, verhalf den: Humor zu seiner Geltung. Leider mußte unter den obwaltenden Umständen von einer größeren Feier Abstand genommen werden.
— Kartoffel!,öchstprcisc im Landkreis Wiesbaden. Herr Landrat v. Heimburg hat unter Aufhebung der vom 10. November d. I. festgesetzten Höchstpreise für -- Speise- kartosseln im Kleinhandel und unter Bezugnahme aus die vom Bundesrat festgesetzten Höchstpreise, nach Anhörung von Sachverständigen für den Landkreis Wiesbaden, mit Ausnahme der Stadt Biebrich, vom 30. November ab bis auf weiteres mr den Kleinhandel folgende Höchstpreise festgesetzt: für b-estausgelesene Speisekartofseln in den Sorten: Daber Imperator, Magnum bonum, Up to date und Industrie, und zwar: 3 M. 15 Pf. für den Zentner (6 M. 30 Pf. das Malier — 1 Doppelzentner), bei Mengen unter 20 Zentner bis t Zentner, 15 Pf. für 2 Kilogramm (4 Pfund — einem halben Kumpf), der Kumpf — 4 Kilogramm — 30 Pf., bei Mengen
von unter einem Zentner und für den Kleinverkauf in den Läden. Die Preise verstehen sich ab Lager des Züchters; bei freier Lieferung in den Keller des Verbrauchers ist ein entsprechender Ausschlag, der 25 Pf. für den Zentner nicht übersteigen darf, für Fuhrkosten und Zeitverlust gestattet. Für andere als die obengenannten Sorten von Speisekartoffeln ermäßigt sich der Preis für den Zentner auf 2 M. 90 Pf. (5 M. 80 Pf. der Doppelzentner — 1 Malter). ’ Die Preise finden keine Anwendung auf Salatkartofseln.
— Dankbare Krieger. Vom westlichen Kriegsschauplatz senden uns 27er ein längeres Gedicht, in dem sie ihrem Dank für die Liebesgaben der Stadt Wiesbaden Ausdruck geben. Leider fehlt es uns am Platz, sämtliche neun Verse abzudrucken; wir sind auch überzeugt, daß die ivackeren Krieger besser mit Artilleriepserden umgehen können als mit dem Flügelroß der Poeten, aus dessen Rücken sie sich augenscheinlich nicht ganz sicher fühlten. Wir nehmen aber in dieser Beziehung den guten Willen für die Tat und freuen uns des ftischen Mutes und des echten Soldatenhnmors, der aus dem Gedicht spricht, sowie der aufrichtigen Herzlichkeit, mit der sie den „lieben Wiesbadenern" für „alle Gaben groß und klein" danken.
— Hilfe für Ostpreußen. Zur Linderung der Not in Ostpreußen hat die Königsberger Ortsgruppe der Deutschen Friedensgesell schast eine S a m m e l st e I l e eingerichtet und bittet, Lebensmittel, Kleidungsstücke und Geldspenden an die Geschäftsstelle, Königsberg i. Pr., Schnürling- straße 19, abznführen. Ter Vorsitzende Georg Kossak erteilt gerne jede gewünschte Auskunft. Die Wiesbadener Orts-, gruppe übersandte bereits 100 M.
— Freiwillige Krankenpfleger gesucht. Die Abteilung 5 des Roten Kreuzes sucht militärfreie und landfturmpslichtige Männer als freiwillige Krankenpfleger für den Dienst in der Etappe oder im Heimatgebiet. Meldungen werden bei der Abteilung 5 auf dem Rathaus erbeten.
— Feldgraue im Schaufenster. Die Firma Julius Bormaß hat in dem Doppelfenster ihres Geschäftshauses am ManritiuMatz eine recht zeitgemäße Spielwarenausstellung untergebracht. Die Ausstellung stellt ein Schlachten- bild vom westlichen Kriegsschauplatz dar. Nach hartem Kamps sind die Franzosen aus einer Talschlucht vertrieben und halten nun, in Schützengräben gut verschanzt, die Anhöhe besetzt. Die in Deckung stehende schwere Artillerie der Deutschen hat die Stellung sturmreif gemacht, und nun klettern die braven „Feldgrauen" die Anhöhe hinan. Nicht lange mehr, so scheint es, und auch hier befinden sich die Rothosen in voller Flucht. Es versteht sich von selbst, daß diese kriegerische, gut ersonnene und recht hübsch angeordnete Ausstellung eine große Anziehungskraft auf die Vorübergehenden ausübt, namentlich ans die Kleinen, die die Schaufenster den ganzen Tag belagern.
vorberrchte über Runft, Vorträge und verwandtes.
* Königliche Schauspiele. Am Donnerstag geht „Der fliegende Holländer" in Szene (Abonnement A). Die „Senta" singt diesmal Fräulein Frick und den „Erik" Herr Scherer.
* Kurhaus. Am Samstag dieser Woche wird Sch ittsteller Foelsch-Rogewi ans Berlin einen Kriegs-Lichtbildervortvag über Ostpreußen halten, gewiß das aktuellste Thema in dieser Zeit.
* Die Kunst für die Kunst" veranstaltet nrorgcn Mittwochnachmittag 6 Uhr in der Galerie Banger eine künstlerische Darbietung für dir Jugend. Frau Thea Rabe-Staadt wird Märchen vorlesen und F"an Marg. Dietzer-HLttel wird Lieder von Mozart, Cornelius, Weingartner und Hildach pm Vortrag bringen.
Neues aus aller wett.
Das Opfer einer Siebzigjährigen. Bo n n. 80. Nov. Ein hiesiges Fräulein im Alter von 70 Jahren verkaufte ihr schönes g'aneö Haar für 150 M. und übergab den Erlös dem Roten Kreuz.
Brand eines deutschen Dampfers. Zürich. 1. Dez. Aus Syrakus wird italienischen Blättern berichtet: Der deutsche Dampfer „Wbanie". der sich dort im Hafen befindet, sei tn Brand ge-aten.
Ein Erdbeben in Griechenland. Athen, 80. Nov. Gestern wurde ein starker Erdstoß in Westgriechenland und auf den jonischen Inseln bemerkt. Der Herd des Erdbebens befand sich zwischen Lenkas und Korfu. Aus Leukas sinv mehrere Häuser eingestürzt. Drei Personen wurden getötet. Der Schaden ist beträchtlich.
Letzte Orahtberichte.
Das Bingen um Arras.
Eine englische Darstellung. — Arras ein Trümmcrhaufc. sich Rotterdam, 1. Dez. Den „Daily News" wird gemeldet: Obwohl schon seit drei Monaten einzelne deutsche
Granaten nach Arras sielen, waren die meisten Bewohner in der Stadt geblieben. Gestern abend aber strömten Hunderte von Flüchtlingen aus Arras auf die Straße nach Doullens. Seit Donnerstag greifen die Deutschen mit großer Kraft an. Auf einem kleinen Stückchen Boden vor Arras ist wütend gekämpft worden. Zuerst bemächtigten sich die Deutschen, sodann die Franzosen des Geländes. Es' waren hauptsächlich blutige Gefechte von Mann zu Mann zwischen Laufgräben, die nur 60 Meter voneinander entfernt waren. Den ganzen Donnerstag war es ein Bajonettkampfl Am Samstag begann der Kampf um die Laufgräben aufs neue. Verschiedene deutsche Regimenter warfen sich auf die fr a nzö si sch e n Stellungen. Auf beiden Seiten waren die Verluste schwer. Beide Parteien harrten aber aus und die Franzosen behielten ihre Stellungen. Indessen hatten die Deutschen fortwährend Arras beschossen, das in einen Trüminerhaufen verwandelt wurde. Freitagnacht flüchtete der Rest der Bevölkerung in höchster Verwirrung aus der Stadt.
Englische Vermutungen über eine neue Taktik der Dcurschen im Nordwesten?
hd. London, 30. Nov. „Daily News" melden: Hinsichtlich der offenbar bevorstehenden neuen starken Öffensivver» uche glauben wir aus verschiedenen Anzeichen schließen zu können, daß die Deutschen ihre bisherige Taktik ändern werden. Sie dürften das Schützengrabenshstem aufgeben und zum Massen sturm übergehen. Die Linien der Verbündeten werden einen schweren Druck auszuhalten haben, da noch niemals derart starke Truppenmengen gegen einfache Feldverschanzungen geschleudert worden sind.
Die deutsche Verwaltung im Bezirk Maubeugc. üä. Brüssel, 30. Nov. Zum Chef der deutschen Zivilverwaltung des Bezirks von Manbeuge ist der Regierungsrat v. Weiser, der zuletzt bei der'Königs. Polizeidirektion rn München tätig ivar, ernannt worden.
