Nr. 559.
Dienstag, 1, Dezember 1914.
Zprrssaverrer
der 12 königlichen Güter fast ausschließlich allgerqeinen und Wohltätigkeitszwecke» gewidmet, darunter fünf Millionen für neue Schnellfeuer- g e s ch ü tz e, viele Millionen für den A u s b a u der Flotte und der rumänischen Häfen.
Englische Wasscnfunde in Ägypten,
hd. Mailand, 30. Nov, Aus Alexandria meldet der Korrespondent des „Corriere della Sera": Die englischen Behörden haben entdeckt, dag die Sarge gewisser Leichenzüge anstatt Leichen Waffe n enthielten. Sie liehen auf einem muselmanischen Friedhof Särge ausgraben, beschlagnahmten die Waffen und verhafte je n die Totengräber und einige hochstehende Ägypter.
Die Türkei unt> Italien.
W- T.-B. Konstantinopel, 28. Nov. (Nichtamtlich.) Der „Osmanische Lloyd" peröffeirtlicht einen bemerkenswerten Artikel, in dem cs heißt: Der Einfluß des italienischen Handels und der italienischen Sprache war einst sehr groß und fast ausschließlich herrschend. Diese wurde erst seit Napoleon III. durch die französische Sprache verdrängt. Die zahlreichen italienischen sowie die deutschen und österreichisch- ungarischen Fahnen, mit denen wir die Geschäfte und Häuser geschmückt sehen, beweisen uns, daß die künstlich geförderte französische Flui, tvelche aber nunmehr zurückweichi, die alte Schicht italienischer Kultur verdeckt hat, die hinter der Frankreichs nicht zurücksteh!, dieser gegenüber aber den Vorteil hat, niemals an gierige Ausbeutung und diplomatische Intrigen gedacht zu haben, da sie sich loyal und klug an die Verträge hielt. Die Türkei tilgte soeben die Erinnerung an den durch die kolonialen Ziele Frankreichs entfachten Streit in Tripolis und kann in nutzbringender Weise die Erinnerung an die türkisch-italienische Interessengemeinschaft wieder erwecken, die durch das Frankreich Napoleons III, fast ausgelöschi ist.
Türki'cho Absichten auf ein Konkordat mit den: Vatikan.
Mailand, 30. Nov. Der „Corxiere della Sera" verzeichnet das Gerücht, daß die Pforte, um sich dem französischen Protektorat zu entziehen, mit dem Vatikan ein Konkordat zu schließen und eine Gesandtschaft beim Vatikan zu errichten beabsichtige, daß der Papst aber gegenüber diesem Anerbieten sich zurückhaltend zeige, da er die Annäherung des Vatikans an Frankreich nicht ungünstig beeinflussen möchte.
Die tückische Staatsbürgerschaft für russische Jude». — Loyalitätskundgcbungen der Armenier.
W. T--B. Konsiantinopet, 20. Nov. (Nichtamtlich.) Auf Grund von Unterredungen, welche der Grobrabbiner der Tümei mit dem Minister des Innern gepflogen hat. hat sich die' türkische Regierung bereit erklärt, fremdländischen, in der Türkei wohnhaften Israeliten, insbesondere i_ufy = schen Staatsangehörigen, ine zu Tausenden um bte <8000^- runq der 0 3 m anischen Staatsbürgerschaft nach- suckten diesen Wechsel in der Staatsbürgerschaft unter der Bringung zu gestatten, daß sie die osmanische Staatsbürgerschaft nicht wieder nach den- Kriege anfgeben. Zehntausend dieser Israeliten sind in Jerusalem ansässig.
Die Loyalitätskundgebungen der Armenier iwt.ern un. Der armenische Bischof in Erzerum sandte der Pforte ein Telegramm, daß die Armenier, die niemals vor irgend einem Opfer zur Verteidigung des Vaterlandes znrnck- schreckten, auch diesesmal zu allen Opfern bereit srwn. *5 oletÄcm Sinne gebaltenc Telegramme sind von dem Erzbischof von Wan sowie von anderen religiösen Oberhrrteu rer
Armenier eingetroffen.
Ein Lazarettzug für die türkische Armee.
XV 's -B. Halle (Saale). 30. Nov. Der Plan des Arben--
„ V.» z>>. Vereins zur Ausrüstung und Instandhaltung iu»,chMs>.» d » . y l ^ Y l Vorsitzender Prof, Ennl
«b d^r kÄd°e n) in Halle a.i der Saale, den ersten Lazareit- tar.ee auszurüsten, hat die Geneb- m i g u n g des Reichskanzlers, des Chefs der Feldsirmtat und kl- Chefs der Feldeisenbahn erhalten, Der Arbeftsaus,chmz ist insLdesien sofort zur Ausführung des Plains geschritten in der Erwartung, daß er in lveiteren Kreisen Deutschlands Interesse für das werivollc Geschenk, daS den Sanitätsdienst unseres Bundesgenossen wirkungsvoll unter- stützen soll, findet. Große Sunrmen sind notwendig, um den Lazarettzug, der auch als stehendes Feldlazarett verwendbar sein soll, auszurüsten, ihn mit den notwendigen Reserven zu versehen und zu unterhalten. Spenden nimmt das Bankhaus Sttzcker in Halle an der er-aale entgegen.
Das Eiserne Kreuz.
Dos Eiserne Kreuz 1. Klasse erhielten: der Major im Generalstab des 0. Landwehr-Armeekorps Becker; der Hauptmanii und Batterieführer im Reserve-Feldartillerie- Regiment Nr. 44 Dr. Karl F rahn e; der Beamte der Dts-
gefallen: keine Materialvergeudung! Er wußte ja: Heute
würde er den Vaso Jovie noch brauchen, jenseits der öster-
reicbischen Grenze, ^
Die Besetzung der gegenüberliegenden Hohen ivar befohlen und der Hauptmaun rnarschierte mit seinem Bataillon den schmalen Gebirgsweg hinan. Steierer und Oberöster, reicher waren seine Leute. Und hell hallte ihr Lied durch die Tannen: „Mir sau Landleuth Linzerische Baum". Straffe
Kerle, prächtige Menschen s Dem Hauptmann schlug das Herz. Nur wenn er an die Bieguirg dachte, an das Haus aus der Waldlichtung, das ihm seine Karte anzeigte, dann wurde ihm schwer. Er kannte diese Häuser im Walde, er kannte ihre „strategische" Bedeutung in diesem Krieg von früheren Gefechten. Sticht hundert brachte er durch, wenn sie aus dem Hause feuerten. „Besser zwei, als da» Bataillon , dachte der Hanptmann. Darum kurnmalidieric er: „Halt!" Links
vom Wege kroch er, auf deu Boden geworfen, vorwärts, den Revolver in der Hand; rechts vom Wege ein Gendarm, hinter Büschen gedeckt, mit angelegtem Gewehr. Bis ans zwanzig Schritte an das Hans. Ans dem Wege aber giirg Vaso Jovic, der Verräter, weiter; er hatte zu erkunden, ob in dem Hause Serben lägen.
Vaso Jovic lächelte, als der Gendarm ihm den Befehl verdolmetschte. Und er lächelte wieder, als er aus dem Hanse kam und von weitem schon mit dem Kopf andenteje: „Keine
Feinde!" Das Bataillon rückte vor, Das Bataillon kam an den Rand des Waldes. Da krachte ihm aus Fenstern, Dachluken, Türspalten eine Kollsalve entgegen. Fluchend warfen sich die Österreicher zu Boden. Bei Gott, schießen konnten sie auch! Und besser als die Serben, denen die Sonne ins Gesicht brannte. Dennoch war es eine ungemütliche Situation und serbische Kugeln treffen nicht nur brave österreichische Soldaten, sondern auch österreichische Verräter. Vaso Jovie erkannte sofort seinen Irrtum. Er zupfte den Gendarmerie«
konto-Gesellschaft Eugen W. Maurer, Vizefeldwebel der Reserve und Offizierstellvertreter im Infanterie-Regiment Nr. 147; der Kommandeur des 3. Bataillons des 8. badischen Infanterie-Regiments Sir. 169 Major v. L i I i c 111) 0 f f ? Zwotvitzki; Professor Meyer aus Karlsruhe; der Haupt- manrr im Generalstab L ö s ch eb r a n d - H 0 r n; der Haupt- manu im Reserve-Jnfanterie-Regiment Nr. 205 Rudolf Klos; der Hauptmann und Kompagniechef im 1. Garde- Pionier-Reginient Oskar Hartung; der Hauptmann und Batteriechef Joseph Walter im Fußartillexie-Regimeni Nr. 6; der Major Petersen, Kommandeur des 10. Jäger- BataillonS .Goslar"; der Oberleutnant der Feldfliegerabteilung Rr. 10 Gras I. C. v. R a mb al d i; der König!. Sachs, Major Graf Karl v. W u t h e n a u - H 0 h e n t h n r m , Koui- mandeur eines Reserve-Kavallerie-Regiments; der Unier- osfizier im Spandauer Pionier-Bataillon Rr. 3 Rudolf B ö l k n e r unter Beförderung zum Bizefeldwebel; der Major fnr Infanterie-Regiment Nr. 58 5^arolus v. Klitzing; me Brüder Major Sichart v. Sichartshoff vom ^.erb- Grenadier-Regiment Nr. 8 und Haupimann nn 4. Garde- Regiment zu Fuß Sichart v. G ich artshoff, und ö°r Gutsbesitzer August Lehmann auf Fauerziea der Ztelenzig, Hauptmann d. R. im Feldartillerte-Regiment Nr. 6b.
Kus der 87. Verlustliste.
(8 6 fütüuitflen : verw. == verwundet, leichtv. = leicht Oet. murutäUHaeu.^t Mlc erB. == schwer verwundet.
tzcrrn. — vermißt, ass. — aefangen.I
Lebr-Jlifanterie-Regiment. Potsdam. lWysokic-Äolo am 10.. Ä-mwS-ie am 12.. SlowN-Rot^ E 14 und 15., Brze-znie<l amt 16,, Brzuzg am 66., Gnnlrmv und Lezenice am 25. 10. 14.) T
Aus. Hutnmcher (Sindlingen) tot; , Unterofi. Karl Münster (Wiesbaden) Vettv.; Aus, Rohr (WW) verw.; Res. Loos (Holzheim) fchwerv.; Gefr. Christian (Nieder- roth) leichtv. .
Reserve-Jufautcrie-Regiment Nr. 116. Giehen, Friedbeig (Tcemblois am 24., Braumont und Mouzon E 28. ß.. Binar- Uittc am 15 und 16. 9., Warneton und vwmiimne» vom 16. dis 18 und Le Qnesne vom 20. bis 30. 10, 14.)
Res. Schrodt (Cronberg) vernr.
Landwehr-Jnfantcric-Regiment Nr. Mamz.
(Binarvrlle vmn 17. bis 31., Kampfe zwischen Arsnc und Araonnerwald vom ^8. brs 31. 10. 14 t r
Wehrnr Brötz rNiederselters) leichtv.; Wetzrm. Spartvald (OLerschnitten) leichtv. .
Reserve-Fufi-Artillerie-Regiment Kr. 3. Mamz.
(Beerst am 1. rurd 2, und Aandvoorde am H. 11 14 »
.Siau. Heinr. Wag u e r (W r e S b a d e n) leichtv. ^
2. Landwehr-Pionier-Kompagnie des 18. Armeekorps. Mainz, (Äntweupen Bereelaere und Gtzeluwe vom 1. 10. bis 0. UJ41 Gefr. Lehr (Lorchhausen) verw. n. verm.; Pron. Born» lStriwitrinitatis) leichtv.; Pion. Happ (Lorchhausen) schverv., Gefp Hahn (Florsherm) lÄchtv.; Pion. Schacher (HEerm) leichtv. ^ ......
aus der 88. Verlustliste.
Füsilier-Regiment Nr.,80. Wiesbaden. Bad H-mbura v. d. H.
Äericstlrgung fkühL^Lj," Ängllüktl.
Eint -^reü* (Frankfurt a. M.) bisher vertv ge-
storben im Lazarett Ei,ms 24 '0. Gei^ Lau's
verw aestorben rni stadiiichen Krankenhaus ariesoaor.,t her verm, (War-.ewo) bisher verw.. gestorben
im Rese'r>LLÄt WiLde'i 2. 11. 14; Res Dmrecker (Wehren) bisher verte., «estoübeir im Reservelazareit Nr. « in
^^^«f-nt-Äe-Re-i«e»t Nr. 88. Main«, «-na...
(Le Qur'Lnov vom 29. bis 31. 10. und «rm 1. und 3, 11. und
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&U,; Mus. Söfl« K'ikvach! ®S*
fhmn iimii - Mrchk Weis 2 (Nordcnitodt) tot JJcu^t ^emaa) Lamm (Wiesbaden) Perm.; Res. Gauhler (Tchrersteln, leichtv.; Schütze Otto Kuhmichcl .lWresbaven verm.. Res Braun 2 (Nassau) vernr ; Kriegs fr erw. Arnold (Dotzyerm) vernr.; Schütze Rudlofs (Oberbrecherr) schwer!'.
Bekanntmuchu»«
1. Bestellungen auf die Deutschen Verlustlisten sind nicht bierhe'- zu richten, sondern bei der zuständigen Postanstait aus- zugeben Die Brstellpostanstalt vermittelt auch die Nachltese- ruim von zu wenig eingegangeneu oder von den Beziehern nackträslich fehlgsmeldeten Nummern. .
Dagegcii können Nachlmferungen zu verspaiei erfolgten Bestellungen nicht niehr verabfolgt und entsprechnrde Anträge weder von der Bestcllvostanstalt noch von hier aus „berucksrch- tiat iverden. Die bisher hier elnaegamsene« Anträge dieser Art we/den hierdurch als erledigt angesehen und ,m einzelnen
'^o.^Die^Anmeldungen von Dienst- (sogenannten Frei-) Eremvlaren der Verlustlisten kür Behörden usw. sind nicht durch die regelniästigeii Bezugsfristen begrenzt, sturdern haben für die ganze Dauer des Vertriebes bis zum Eingang einer gegenteiligen Mitteilung GAtigkeit.
Berlin, den 18. Liovember 1914. . .
Das KrregSminlsternum, dl. A.
ivachtmerster am Ärmel. Er hätte sich seine Gesinnung aber, maiS überlegt. Und da er nun mit seinen Mitbürgern ans so angenehme Art verbunden sei, wolle er sie auch aus der Klemme hauen.
Eine kurze Beratung. Wenn der Schuft sie zum zweiteu- uud dritteumal verriet! Aber hier gab es nur ein tödliches „Durch" oder ein „Zurück", Und es gibt kein Zuruck für steierische Truppen. Also machten sich drei Gendarmen mir Vaso Jovic aus den verborgenen Felspfad zur Umgehung des Hauses aut. Bange Minuten! Endlose Minuten des Wartens! Wird der Hautpmann seine vier Wiedersehen? Sind sie in deu Tod gegangen, geschändet, verstümmelt von diesen Hunden? Seine erregte Phantasie zaubert ihin alle Schreck, bftder von herausgerissenen Zungen und ausgestochenen Augen vor, wie er sie in diesem Krieg schon miterlebt hat. Da flammt es plötzlich feuerrot hinter dem Haus auf. Diesmal hat Vaso nicht gelogen, Das Feuer leckt schon am Dach, Balken krachen. Blendend zuckt die Flamme, daß die Unseren nicht Hinsehen, nicht zielen uiid feuern können. Aber cs ist auch nicht nötig, ,. . ,
Aus dem Hause stürzen die Serben, hundert, zweihun de'ck Mann, immer mehr, ohne Säbel, ohne Gewehr, ausgeräuchert wie Wanzen! Der serbische Leutnant tritt ans den Hauptmann zu. Kurze Begrüßung. Übergabe der Waffe. Ein baumlanger Kerl mit gewaltigen Knochen. Und während die Offiziere nach beisammenstehen, kommen auch schon die Gendarmen mit Vaso über die Lichtung. Vaso lächelt sein untertäniges, hündisches Lächelii, als ivollte er sagen, „^etzt habe ich es doch wieder gut gemacht? Jetzt,laßt ihr mich doch leben? „Angeekelt wendet sich der Hauptmann ab und blitzschnell, in diesem Augenblick, in dem Bruchteil einer Sekunde, hat der serbische Leninant dem grinsenden Ungeheuer seine Faust aus den Schädel gehänunert, daß ihm der Schädel zer springt und Blut und Gehirn und Greuel verspritzen.
Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt. Seite 3s ,
W. T,„B. 3«m Zusammentritt des .Reichstags. Wer-' ! j n, 30. Siuv, Über die bevorstehende .ReichslagStagntig' bringen die Blätter allgemein gehaltene, aber unverbindliche Mitteilungen. Nach der „Boss. Zeitung" verteilten sich die gestrigen Konferenzen des Reichskanzlers mit den Partei.' führeru aus den gairzen Tag vom Morgen his zum Abend. — Das „Werl. Tageblatt" schreibt: Man nimmt an, daß die Plenarsitzung de» Reichstags am Mittwoch mit einem kurzen Überblick über die Militärisch-politische Lage eröffnet werden wird, und daß dann die neue Kricgskreditvorlage einst i m m i g zur Annahme gelangen wird. Jedeiifalls hat das deutsche Volk zu seiner Vertretung das Vertrauen, daß sie ihre zweite Kriegstagung würdig der e r st e u gestalten wird, das der ganzen Welt ein leuchterides Bild Utlseres festen Sieges willens und unserer natio- n a l e ii Entschlossenheit zum Durchhalten übermittelt. — Auch iu der „Kreuzzeitung" wird es als feststehend betrachtet, daß unsere neue ü-Milliarden-Kredttvorlage mit der gleichen Einhelligkeit wie die erste vom Parlament bewilligt werden wird.
!?öer und §Iotte.
General v. Secbcck P, General der Infanterie August Wilhelm v, S e e b e ck, Chef des Infanterie-Regiments Graf Bose Nr. 31, der im Ruhestände das Amt des ersten Kurators der Kaiserin-Augnsta-Stiftung in Potsdam versah, ist dort im 81. Lebensjahre nach kurzer Krankheit gestorben. Er wurde am 16. April 1834 als Sohii des Wirklichen Geheimen Rats Seebeck in Berlin geboren. In der Sck)lacht bei Mars- la-Tour hatte er als Major das Eiserne Kreuz zweiter Klaffe und in der Schlacht bei Beaume la Rolande das Eiserne Kreuz erster Klasse erhaiteri. Por zwei Jahren beging er das sechzigjährige Dienstjubiläum. Die Kaiserin hat an Frau v. Seebeck ein Beileidstelegramm gerichtet und am Sarge des Verstorbenen eiiien prächtigen iveißen Kranz niederlegen lassen. — Auch die G x o ß h e r z og; n - W i t w e .Luise p o il Baden sandte eine Beileidsdepesche a» Frau von Seebeck.
6*11$ Stadt und Land.
Miesbadener Nachrichten.
Das Eiserne Ureuz.
Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klaffe wurden ausgezeichnet: die fünf Söhne des verstorbenen Oberstleutnants 6- D- von Both in Frankfurt a, M„ urch zwar der Haupimann der Reserve und Führer ciries Garde-Ersatz-Bataillons H e i ii x i ch v. Boih, Oberregierungsxat in Posen, Major Friedrich v. Both, Abteilungskommandeur im Feld» arüllerie-Rcgiment Nr. 20, der Stabsarzt im Landwehr-Jn- fanterie-Regimeni Sir. 83 Dr, m-ed. Hans v. Both, der Leutnant der Reserve im Grenadier-Regiment Nr. 8!) Ulrich v. Both und der Regierungsbaunleister in Berlin und Oberleutnant ini Grenadier-Regiment Nr, 89 Kuno v. Borh. Major Friedrich v. Both erhielt auch das Eiserne Kreuz 1, Klaffe; der Ofsizierstellverireter Hans Herrchen, der Unterofsizier Hans Hühnerfxld und der Unteroffizier Lorenz Heide »reich von der 8, Kompagnie des Reserve- Regiments 80, sämtlich aus Wiesbaden; der Kriegsfreiwillige Gefreiter Ernst N ö l l i n g - S t a h l s ch m i d l, Sohn der Frau Stahlschmidt-Nölling in Wiesbaden; der Pionier-Unteroffizier und städtische Klärmeister Fritz Merkelbach ans Wiesbaden; der Gefreite Hermann Dorn aus Lorch a- Rh.; der Kriegsfreiwillige im 168. Regiment Heinz Laquer, Ge- richisreferendar aus Frankfurt a. M„ gefallen am 10. Nov.
Eine Erweiterung des Personenkreises der Uriegs- untKrstützung.
Die „Nordd. Allg. Ztg." kündigt eine Erweiterung des P e r s o n e n k r e i s e s für die Familienunterstützung nn. Die Reichsregierung hat neuerdings tpeitere Richtlinien in bezug auf Die Auweudung des Gesetzes vom 28. Februar 1888 in der Fassung des Gesetzes vom 4. August 1914, betr. die Faunlienunierstützung, ausgestellt und beit Bundesregierungen zur Beachtung empfohlen. Es handelt sich dabei um eine recht bedeutende E r sitze iterung des Personenkreises der Anspruchsberechtigten. Über weitere Ergänzungen schweben zurzeit noch Verhaudtungen mit de» beteiligten amüichen Stellen. Im einzelnen seien aus dem Rundschreiben folgende Pmukte liervorgehoben:
1. Im Falle der Bedürftigkeil sind auch an Stiefeltern, S t i e f g e s ch w i st e r und S t i e f I i n d e r der ui den Dienst. Eiugcireieiwn Familienuuterstützung zu gewähren, insofern sie von ihnen unierhalten tvurden oder das Un- ierhalisbedürfnis erst nach erfolgtem Diensteintritt hervortrat. Unter denselben Voraussetzungen sind auch unehelichen, mit in die Ehe gebracht e n Kinde r n einer Ehefrau Unterstützung zu gewähren, auch ivenn der Eheniann n i ch t ihx Vater ist. Elternlose Enkel der Einberufenen sind ehelichen Kindern der Eingeireieneu gleichzustellen.
2. Nicht nur Familien der Akannschafien des Beurlaubtenstandes, sondern auch denjenigen aller übrigen in wehrpflichtigem Alter stehenden Mannschaften, ivelche infolge, der militärischen Ereignisse nicht mehr in der Lage waren, ifl die Heimat zurückzukehren, sind im Falle der Bedürftigkeit Unterstützungen zu gewähren, sofern glaubhaft gemacht wird, daß sie als G e f a U g e n e im feindliche» Ausland zurück- behalteu werden, wobei keiuUuierschied zu machen ist, ob sie vom Feind als Kriegsgefangene oder als Zivilgefaiigene behandelt werden. Das gleiche gilt bezüglich solcher Mannschaften, von denen glaubhaft gemacht tvird, daß sie im Ausland bei eineu« Marine- oder Truppenteil zur Einstellung gelangt sind.
3. Gemäß § 10 Absatz .5, a. a. O„ wird die Unterstützung, falls der in den Dienst Eingetretene vor seiner Rückkehr stirbt oder vermißt wird, so lange gesvährt, bis die Formation, welcher er arigehörie, auf Friedensfuß zu- rückgeführi oder aufgelöst wird. Jusoweii jedoch Hinterbliebenen auf Grund des Gesetzes vom 17. Mai 1907 Bewilligung gewährt wird, fällt die durch das Gesetz geregelte Unterstützung fort. Dies« Bestimmung ist so auszulegen, daß zwischen dem Fortfall der Familiennnterstützung und dem tvirklichen Bezug der Hinterbliebenenrente eine Unterbrechung nicht eintreten soll. Die Worte „getvährt werden'^ sind also gleichbedeutend mit den Worten „tatsächlich zur Auszahlung gelangen". Bon der Anrechnung der bis zu diesem Zeitpunkt gewährten Familiennnterstützung auf die Hinterbliebenenbezüge wird wegen der Schvierigkeit der Durchführung des Verfahrens abzusehen sein. Das gleiche gilt, wen« der in den Dienst Ein- getretene infolge Verwundung oder Krankheit als
