Nr. 557. Sonntag, 29. November 1814»
stellunz der Eisernen Kreuze dem Großunternehmcrtuirn übertragen wurde. , Im Ansitz! uh daran beschloß die Versamm- klyg..an den Kriegsminister mit einer Eingabe heinnzutreten: Wenn die Herstellung der Eisernen Kreuze, für die dem Grotz- unternehmertum 9 bis 12 M. für das, Stück bezahlt würden, an die notleidenden Goldschmiede verteilt würde, dann könnte, so heißt cs in der 'Eingabe, manche bedrohte Existenz gestützt werden.
* Deutsche Rcichsfechtschulc. Wieder naht die selige, gnadend-in-aende Weihnachtszeit! Auch wir möchten den in unserer Pflege befindlichen Kindern, die schon so früh den Pater oder beide Eltern verloren haben, in diesem Jahre wie sonst den Weihnachtstisch decken. Wir Litten deshalb alle Menschenfreunde uns freundlichst Gaben ■— .auch die kleinste wi d dankbar angenommen — zur Beschaffung der Geschenke zukommm - zu lassen, damit wir unfern Kindern in den sechs, R e i chs wa i s e nhä u s e r n zu Lahr, Magdeburg, Schwabach, Salzwed'cl Niederbreisia und Bromberg auch diesmal die ersehnte Wcihnachtsfreude bereiten können. Gaben de: Liebe und Mitgliederbeiträge nehmen entgegen: die Oberfecht- schule in Magdeburg, Königigräbe-' Straße 6, und unsere über ganz Deutschland verbreiteten Zweigvereine, die «Mch zu ieder Auskunft in Angelegenheiten des Vereins gern bereit sind.
Rechtspflege und Verwaltung.
TM. Personal - Veränderungen. Die Referendare Dr P ollrath. Dr. Friedrich Lin dh e i mcr, Dr. Marp- mann im Bezicke. des Oberlandesgerichts zu Frankfurt a. M. wurden zu Gerichtsassessoren ernannt. — Im Kriege fanden den Heldentod: Oberlandesgerichisrat Richard Heinze aus Frankfurt a., Mi, Amtsrichter Ludwig v. Stülvnagcl aus Frankfurt a. M., Genchtsassellor Dr. Sans Diehl aus F ank- furt' a M. Gerichtsassessor - Joseph W e st Hosen aus Frankfurt a. M . Refebendar Dck. Paul Albert,aus, Wiesbaden,
Rirche und Vildungswesen.
Abschaffung der französische» Bäffchen im BiStum Metz.
Die amtlichen Mitteilungen des bischöflichen Ordinariats Metz enthalten eine Anweisung an den Klerus der Diözese, wonach mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeitumstände die bisher durch die.Diözesauslatuten' vorgeschriebenen „Rabats" oder Bäffchen in Zukunft nicht mehr, getragen werden sollen. Das Rabat ist der Rest eines'ehedem'zur geistlichen Tracht gehörenden Halskragens und besteht jetzt nur, noch aus zwei am Vorderkragen herabhängenden, mit weißen Perlen eingefaßten schwarzen Läppchens Dieses Bäffchen war unter König Ludwig XIV. das konventionelle Zeichen der nationalgesinnten französischen Gei.stbich1e.it und wurde auch in den Diözesen Metz und Straßburg offiziell vorgeschrie- ben. Im Bistum. Straßburg ist schon vor Jahren auf Anregung des Bischofs Fritzen die alte Vorschrift, Bäffchen zu tragen, aufgehoben- worden.
Heer und Platte.
Pcrsonal-BcrLndcrungen. Moeller. Leut, der Res. des Ulan.-Regts. Är. 11 (Wiesbaden), jetzt beim Brückentrain der 42. Jnf.-Div. * Weller. Leut, der Ros. Drag.- Regts. Nr 7 (Wiesbaden), jetzt beim komb Kav-Regt der 3.- Kav.-Brig., zu Obcrleuts. befördert. * Lübecks, von der Seide Heß (Wiesbaden), Pizefeldw, rm Landw.-Jnf.- Regt. Nr, 80, zu LeutS. der Landlv.-Jnf, 1 Aufgeb befördert,
L. C. Die Herkunft der Militärpflichtige». In der Übersicht der Ergebnisse des Heeresergänzungsgeschäfts für 1913, die dem Reichstag zugegangen -ist, befindet sich auch eine Nach- wetsung über die Herkunft und die Beschäftigung der Militärpflichtigen. Der Reichstag hatte bekanntlich einen derartigen Wunsch ausgesprochen. Die Nachmessung ist recht interessant. Wir sehen, daß,von, den 395534-Tauglichen auf dem Laude geboren und in .der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt sind 93 388; auf.dem Lande geboren, aber anderweitig, also in der Stadt, in der -In d u st r i e b e sch ä f t i g t, sind 136 444 Taugliche; in der Stadt geboren Und in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt-sind nur 12 928, dagegen sind in der Stadt geboren und daselbst oder in der Industrie usw. beschäftigt 153-674. Wir sehen also, daß die letztere Kategorie ziffernmäßig am stärLften vertreten; ist, welche Tatsache geeignet erscheint, manche irrtümlichen -Auffassungen über die Beteiligung der verschiedenen Bevölkerungsklassen, am Heeresdienst richtigzustellen. Hinsichtlich des Prozentsatzes der Tauglichen, gegenüber den endgültig Abgefertigten stellen sich die auf dem Lande.Geborenen, günstiger als die in der Stadt Geborenen. Bon den . auf dem Lande Geborenen- und daselbst Bleibenden waren 67.06 .Prozent der - endgültig Abgefertigten tauglich, von. den, landgeborenen, aber anderweitig beschäftigten Leuten,65,78 Prozent;, die in der Stadt Geborenen, aber auf dem Lande, Tätigen, waren zu 64,87 Prozent tauglich, und die Tauglichkei-tsz-iffer-der:in..der Stadt Geborenen und daselbst. Tätigen betrug -56,76 Prozent. Obwohl hier also ein Unterschied'zwischen - den Land- und den Stadtgeborenen vorhanden ist, so wird man-doch vielfach-erstaunt sein über die verhältnismäßig kleine -Differenz zwischen der Tauglichkeit dort und hier.
Ku§ Stabt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
V1- Woche.
Heute ist -der -eist ^Adventssonntag. - Die Vorbe- ceitungszert auf die Geburt des Weltheilands hat begonnen, und die Kirche will, daß der gläubige Christ nun stille Einkehr rn sich-selbst hält,'daß'er sich selbst prüft und dafür sorgt, daß seine Seele rein ist am Geburtstag des Gottessohnes. Aber trotz allen Ernstes ist die Adventszeit auch im kirchlichen Sinne eine Zeit der fröhlichen Erwartung. Wem vor 1900 Jahren ein Goti als Mensch geboren wurde zur Erlösung der furchigen Menschheit, der wird Jahr für Jahr der Wiederkehr dieses Tages mit- offenem .Herzen und großer Freude eni- gegensshen. Welchen religiösen Standpunkt wir aber auch einnehinen: bedeutungsvoll und,lieb ist uns allen die Adventszeit, die Zeit vor Weihnachten.
Diesmal freilich ist die Adventszelt eine recht traurige. Der Vorbereitung auf die Ankunft des Weltheilands, der zugleich ein Friedensfürst ist, soll sie gewidmet sein, und überall loht die schreckliche Flamme des Krieges. Christliche Völker bekämpfen sich mit beispiellosem Grimm und in beispiellosen Schlachten, und die Niedertracht eines, Teils unserer Feinde, die uns in den Miitelpunkt des Weltkrieges gedrängt haben, ist so groß, daß es manchem Christen. schwer fallen wird, das Wort seines Herrn und Meisters zu befolgen: „Tuet wohl denen, die euch hassen,, und segnet, die euch fluchen". Wenn wir angesichts des nahenden Weihnachtsfestes, das ein Fest des Perzeihens, der, Versöhnung, des Friedens, fein soll, mit den schmerzlichsten Gefühlen nach den Schlachtfeldern blicken, >o kann uns nur das trösten, daß nicht wir es sind, die diesen, dem Gebot, der an keine Landesgrenzen gebundenen Nächstenliebe hohnsprechenden blutigen -Völkerkrieg hervorgerufen
Wiesbadener Eagv»«rr.
haben. Aber wenn, wir auch das Schwert in der Verteidigung unseres Rechts und zum Schutze unserer nationalen Existenz, ziehen mußten — eine traurige Ädventszeit,ist die diesjährige doch, auch in religiös-christlicher Beziehung.
Die Vorbereitungszeit hat neben der religiösen eine sehr weltliche Bedeutung. In den letzten vier Wochen vor dem Weihnachtsfest sorgt jedermann, daß ihm das Christkind nicht mit leeren Händen antrifft. Zahllosen Geschäften ist die Adventszeit eine rechte Erntezeit, und die Freude auf das Christkind, das gebend und nehmend kommt, verschönt die Tage der Kleinen und Großen. Diesmal werden Leid und Not unter dem deutschen Weihnachtsbaum stehen; die „große Sorge des Volkes, der schwere, ernste Kampf für das Vaterland, der in ;eden Familienkreis seinen schwarzen Schatten wirft, lassen keine fröhlichen Weihnachten zu. Es wird stille Weihnachten geben.
Die Fülle der Not aber legt uns die Pflicht auf, die Hände recht weit zu öffnen, es erfordert schon große Opfer, wenn es in zahlreichen Familien wenigstens nicht an dem Notwendigsten fehlen soll. Daß es nirgends am Notwendigsten fehlt, wenn die Kirchen das Weihnachtsfest cinläuten, dafür möge die Vorbereitungszeit von dem ganzen deutschen Volke benutzt werden! -n-
töclter vorwärts I
Während im Westen die Lage nach wie vor im großen und ganzen unverändert ist, geht es im Osten unter Hinden- burgs Leitung wacker vorwärts. „In tagelangen schweren Kämpfen hat die mir unterstellte Armee die Offensive des, an Zahl überlegenen Gegners zum Stehen gebracht", meldete der gestrige Armeebefehl des neuen Generalfeldmarschalls. Abermals hat er etwa 29 000 Russen gefangen und — was vielleicht noch wichtiger ist — zahlreiches Kriegsmaterial er- beuret. Obwohl es sich auch diesmal noch um einen Teilerfolg, freilich um einen glänzenden, des großen Strategen würdigen Handel! und der Feind noch nicht vernichtet ist, löste die Nachricht doch überall flammende Begeisterung aus. Vor dem „Tagblatthaus" und in, seiner Schalterhalle drängten sich Hunderte um die ausgehängien Extrablätter. Leider ist es den im Bereich der Festung Mainz erscheinenden Zeitungen untersagt, nichtamtliche Mitteilungen von den Kriegsschauplätzen anders als durch die Zeitung selbst und durch Aushang, bekanntzugeben; der Verkauf derartiger-Extrablätter ist also verboten, wonach wir uns richten müssen. Das nebenbei. Hoffen wir, daß dem Sieger von Tannenberg die schwere, nur von einem überragenden strategischen Genie zu lösende Aufgabe gelingt, die Russen niederzuwerfen bis auf-den letzten Mann. Der schönen, siegverheitzenden Teilerfolge-wollen wir uns von Herzen erfreuen, die Siegesfeier aber zurückstellen, bis die große Schlacht zu unseren Gunsten entschieden sein wird.
Unsere jungen Mannschaften.
Es hat sich auch hier vielfach das Gerücht verbreitet, die neuaufgestellten Regimenter hätten sich schlecht bewährt; die jimgen Mannschaften seien unter Hilferufen nach Vater und Mutter geflüchtet usw. Wie wir von einem krankheitshalber aus dem Felde zurückgekehrten Offizier eines Reserve-Regiments, dessen Ersatz zum Teil aus.hiesiger Gegend stammt, erfahren, entspricht das absolut nicht der Wahrheit. -Die jungen Mannschaften waren unter großen Strapazen in den Schützengräben wochenlang der schlechtesten Witterung ausgesetzt. Trotzdem folgten sie bei den meist in der, Nacht stattgefundenen Angriffen gegen die hinter starken Hindernissen liegenden feindlichen Schützengräben, aus denen sie-mit einem nicht zu beschreibenden Hagel von Geschossen überschüttet wurden, heldenmütig ohne Zaudern ihren Führern und -errangen auf allen .Linien derartige Vorteile, daß sie nur, iroch -etwa, 190 Meter von den feindlichen Stellungen entfernt liegen. Zu -er-- wähnen ist noch, daß sie die besten englischen Truppen vor sich haben, die zum Teil 7 bis 10 Jahre im Heere stehen. Der Gesundheitszustand der Mannschaften ist durchweg befriedigend, gestärkt durch feste Siegeszuversicht, nur fehlt es an, warmen Kleidungsstücken, da die neuen Regimenter bei der Verteilung der Liebesgaben übersehen worden sind.
Die Zoribildungsschule und der Krteg.
Schon im Oktober hat der Minister.für Handel und Gewerbe Stellung zu der Frage genommen, wie es mit dem Unterricht in den gewerblichen und kaufmännischen Fortbildungsschulen während des Krieges gehalten werden soll. Er erklärte, er könne sich nicht durchweg mit der Einstellung oder, Einschränkung des Unterrichts in dieser Schule einverstanden erklären. Nur,da,-wo einzelne Gewerbezweige durch die kriegerischen Ereignisse eine - ungewöhnliche Häufung der Arb ei t austveife und die. jugendlichen' Arbeiter zur rechtzeitigen Herstellung der Arbeiten unentbehrlich seien, könne die völlige Entbindung der betreffenden' Schüler, vom Schulbesuch und unter Umständen die Schließung einzelner Klassen am Platze sein. Das dürfte z. B. auf das Sattlerhandwerk zutreffen, das gegenwärtig durch umfangreiche Militärlieferungen sehr stark, in Anspruch genommen ist. Der Unterricht sei, erklärte der Minister, grundsätzlich in der gewohnten Form zu erteilen.
„Die Durchführung des ordnungsmäßigen Fortbildungs- schulunterrichts ist namentlich im Interesse der jungen Leute geboten, die. infolge schlechten Geschäftsganges nicht voll beschäftigt oder außer Arbeit find", heißt es in der Verfügung des Ministers wörtlich. „Einzelnen Gewerbetreibenden, die vorübergehend, ihre jugendlichen Arbeiter zur pünktlichen Herstellung dringender Arbeiten gebrauchen, oder die auf die Arbeit der Lehrlinge mehr als sonst angewiesen sind, weil die älteren Arbeiter zum Heeresdienst einberufen sind, wird durch entgegenkommendeBehandlnn g von Befreiungsgesuchen Rücksicht gewährt werden können."
Mit der Einschränkung des Fortbildungsschulnnterrichts zugunsten der Übungen zur militärischen Vordere i - tungder Jugend erklärte sich der Minister in Fällen einverstanden, in denen diese Einschränkung zur wirksameren Durchführung der Übungen erforderlich sei. In solchen Fällen kann der Fortbildungsschulunterricht für über 16 Jahre alte Schüler bis auf 2 Stunden wöchentlich beschränkt und lehr- planmäßig die Übungen zur militärischen Vorbereitung an die Stelle der freigewordenen Stunden gesetzt werden.. Dem Regierungspräsidenten liegt es ob, sich dahingehende Beschlüsse der Schulvorstände zur Bestätigung vorlegen zu lassen.
AuS dieser kurzen Darstellung ergibt sich, daß weder der Schulvorstand Unserer gewerblichen und-kaufmännischen Fortbildungsschule in der Lage sind, selbständig Befreiungen vom Förtbildungsschulbesuch zu gewähren. Der Magistrat konnte daher auch auf das Gesuch der hiesigen Fleischerinnung, die Lebrlinge des Mctzaeraewerbes von dem Fortbildnngs- schulunterricht in Anbetracht der gegenwärtigen Lage bis zum
Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt. Seite 8»
1. Januar 1915 zu befreien, nicht eingehen. Derartige Gesuche bedürfen der Genehmigung der Königl. Regierung, die sich dabei natürlich streng an die ministerielle» Anweisungen zu halten hat.
Lieferungen für die HeereLverwaftung gehen vor.
Das stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps erläßt, folgende Bekanntmachung:
„Es sind Klagen darüber erhoben worden, daß die zw Lieferungen für die Heeresverwaltung verpflichteten Fabrikanten von ihrer Privalkundschast, sogar unter Klageandrohnng, zur Erfüllung. der, dieser gegenüber übernommenen Li efe- rungsverpflichtungen in einer Weise gedrängt werden, daß' daS Interesse der Heeresverwaltung darunter leidet. -
Die Privatkundschaft der Heereslieferanten' wird darauf hingewiesen, - daß. ein solches, Verhalten nicht nur im höchsten Grade unpatriotisch,- sondern auch unter Umständen nach den - §§ 329, 48 JkStrGB., welche die nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Erfüllung von Lieferungsverträgen für Heeresbedürftige im Kriege sowie die Anstiftung dazu mit Gefängnis bedrohen, strafbar ist.
Zur Wahrung der Interessen der Landesverteidigung verordne ich gleichzeitig:
Die Befriedigung von Privataufträgen unter Zurückstellung -von Aufträgen der Heeresverwaltung ist verboten.'
Zuwiderhandlungen werden, wenn die bestehenden Gesetze keine höhere Strafe bestimmen,'auf Grund des § 9 des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft.
Die „Tagbkat1"-Sammkungen.
Für bas Rote Kreuz gingen ferner bei uns ein: von Rechnungsrat Buchholz, 4. Gabe, diesmal für Weihnachtsgeschenke für die Truppen im Felde, 20 SB., 'A.. F. Bergmann 100 M., K. L. 20 914, 50 M., I. CH. 16, 100 M., bisher zusammen 20 120 M. 13 Pf. ,
Für die Ostpreußen gingen bei uns ein: von F. W- S. 20 M., Ungenannt 50 M., Im grünen- Baum in Schierstein an den Haaren herbeigezogen 10 M., bisher zusammen 18 500 M. 88 Ps. .
Für Weihnachtsgabcn für die im Felde stehenden Truppen
gingen uns poch, von Herrn A. F. Bergmann 100 M., Frau ' Dr. H-ostetter, Dambachtal 12, 3 M., H. R. 100 M., bisher zusammen 326 M„ zu.
Für Kohlen für Arme,übergab uns Herr Dr. Laser 10 M-, im ganzen gingen hierfür bis jetzt 170 M., ein.
Für Speisung bedürftiger Kinder gingen von Herrn Dr. Laser-10 M. ein, bisher zusammen-113 M.
Für die KricgSheimarbeit wurden uns von Herrn Dr. Laser noch,20 M. überwiesen, zusammen bisher 1163 M.
Ferngläser, für unsere 80er wurden uns noch zugestellt:, von Fräulein Carola, Wallau, Frau Lucas, Seerobenstratze.10, Fräulein. Alma Spradq, Ungenannt, Frau Therese. Frorath, Arndtstratzc 6, Frau T. W., Frau Kempner und von Dr. Blumenthal durch Dr. Steinkauler. Von A. Spitz Witwe wurde uns ein Revolver übergeben. An das Füsilier-Regiment 80, Ersatz-Bataillon, wurden die seit dem letzten Aufruf gesammelten Ferngläser bereits übermittelt mit der Bitte, um Weitergabe der Hälfte der Sammlung an Herrn Haupt- .. mann- Seehaus im Landwehr-Jnf.anterie-Regiment 80. Da das Larchwehr-Regiment 80 und das Ersatz-Bataillon des Regiments 80 immer noch erheblichen Bedarf an guten Ferngläsern haben, sind weitere Zuwendungen erwünscht.
— Traucrfeier. Gestern nachmittag fand in der Leichenhalle des Südfriedhofs bei starker Beteiligung die Trauerfeier für der. am 25. November verstorbenen Polizeikommissar a. D. Bernhard B o ch w i tz statt. Die sämtlichen Polizeireviers hatten Deputationen und Kränze entsandt, ebenso die ehe- . maligen Kollegen des Entschlafenen. Pfarrer' Merz: hielt die Gedächtnisrede.
— Reiche Vermächtnisse sind nach amerikanischen Zeitungen aus der Hinterlassenschaft des kürzlich verstorbenen Deutsch- Amerikaners Hugo R e i s i n g er, eines geborenen Wiesbadeners, gemeinnützigen Zwecken zugeflossen. R. hat 10 900 Dollar dem Deutschen Museum in München, 60 000 Dollar der Kaiser-WilhÄm-chesellschast in Berlin, je 50 000 Dollar der National-Galerie ' in Berlin und der Pinakothek ' in München für den Ankauf moderner Gemälde, zugewiesen.' Ferner hat -er angeblich eine . Summe ausgesetzi zur Gründung und Unterhaltung einer K i n d e rp flc g c a n st alt in Wiesbaden. 40 000 Dollar, deren Zinsen für den Unter- halt eines in. einem deutschen Sanatorium lebenden Sohnes des Testators ausgesetzt' seien, fielen nach dessen Tode ebenfalls der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Berlin - zu. Die National- Galerie erhalte dann noch das von 'Anderson gemalte Portrait de§ Erblassers.
— Der „Wiesbadener Krippenverein" teilt u.ns mit: „Gleich zu Beginn des Krieges hatte der Vorstand der Krippe beschlossen, der schweren Zeit Rechnung zu tragen und Einrichtungen zu treffen, daß eine .bedeutend größere Anzahl von Kindern ausgenommen werden konnte als in Friedenszeiten. Unterstützt durch die arbeitsfreudige Lerterin und tüchtige Gehilfinnen, die alle bereit sind, mit doppelter Kraft zu arbeiten, ist der Vorstand in der Lage, bis zu 100 Kinder- aufzunehmen. Im Fall der Erkranikung von Kriegerfrauen ist Vorsorge für Nachtpflege einiger Kinder getroffen. Die Bezahlung der Mütter fällt in der KriegSzeit entweder ganz weg , oder ist ermäßigt. Der Tag der Ablieferung der „Krippenkörbchen" wird noch bekanntgegeben, er muß. dem Ernst , der Zeit entsprechend, ohne Feier stattfinden. Hoffentlich sammeln die Kinder trotzdem eifrig, zum Wohl der Kleinsten. Von einer öffentliche» Werhnachtsbitte ist diefes Jahr Abstand genommen worden, aber wir- Höffen, unsere Gönner und Freunde vergessen uns auch in diesem Jahr nicht. Eirien schweren Derlufl hat der Vorstand der Krippe durch den Tod unseres langjährigen Schriftführers Herrn Rechtsanwalt Kühne erlitten. Ein ministerieller Erlaß betont, wie wichtig gerade in dieser Zeit die Fortführung der Krippen zur Pflege der kleinen Kinder ist. Hoffentlich fehlt es uns während des Krieges auch ferner nicht an der nötigen Unterstützung."
— Der Weihnachtsmarkt findet in der Zeit vom 12. bis einschließlich 24. Dezember d. I. auf dem Faukbrunnenplatz statt.
— Die Ankündigung öffentlicher Vorträge im Text und
im Anzeigenteil der Tageszeitungen ist, taut einer Verfügung des stellvertretenden Generalkommandos des 18. Armeekorps» vor der polizeilichen Genehmigung der Vorträge verboten. ES ist daher unbedingt nötig, die fchriftliche'ErlanbniL der zuständigen Polizeibehörde bei der Vorlegung der Vor- tragsankündigungen vorzulegen, einerlei, ob es sich um eine Anzeige oder eine redaktionelle Notiz handelt.
