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Kanoniere, mit Venen ich lief, wurden schwer verwundet, wah­rend ich heil blieb. Die Nacht über machten wir verschiedene Patrouillen und zerschnitten teilweise den Draht, ohne viel Gewehrfeuer zu bekommen. Gegen 5 Uhr mutzten wir rm-- »nrückziehen, da die Artillerie zu bombardieren begann. Um 8 Uhr sollte der eigentliche Sturm seinen An^ng nehmen. Ein kalter Regen rieselte durch den Morgen. Es ist 7 Uhr. Wir warten gespannt, auf unsere Artillerie horchend, d e d,e feindlichen Stellungen vernichtend beschießt. ^>etzt ist es ^8 Uhr. Schon liegt alles zum Sprung bereit. Und doch noch eine Viertelstunde; sie kommt uns vor wie erne Ewig­keit. Noch fünf Minuten! Die Artillerie schießt unverändert.

— Jetzt! Der Hauptmann erscheint, den Leuwn Mut z - flüsternd. Er hält die Uhr in der Hand! Da! D,e Artillerie schweigt — Kommando: „Sprung auf, marsch, marsch Im Nn ist alles oben und stürzt blindlings darauf kos, immer nach vorn. Rechts und links fallen die Kameraden, man achwt nicht darauf. Da - ein kleiner ^

Ich stürze mit drei meiner Kameraden dorthin, als auch schon das Kommando „Deckung!" ertönt. So, da lagen wir,

80 Meter vom Feinde entfernt. Es ging weder vorwärts noch rückwärts. Die Franzosen schossen ganz blödsinnig Emer der Kameraden, mit dem ich zusammenlag. entdeckte unge- sähr 20 Schritt vor uns einen gleichen Hügel der uns d konnte. Kurz entschlossen gab er Kommando. „Sprung au Marsch Marsch." Wir sprangen vor und lagen von den

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Feuer setzte in diesem Augenblick ein. Ganz p^»ch lassen die Franzosen den ersten Schützengraben. Mit Hurra oe^s drauf, bis die Franzosen im zweiten Graben ver­schwunden sind. Nun sitzeii ivir in den feindlichen Schutzen-

arkben gute Deckung! Der Boden ist voll von feindlich n

Reiche,: doch sind auch viele dabei, die sich tot stellen. Ihnen wird äb--r bald der Garaus gemacht. Da bekommt emer meiner Kameraden einen Beinschuh, und der Feldwebel gibt mir ben Bef-hl. ihn nach dem Verbandsplatz zu bringen. Lv nar ein Fahnenjunker, der einen Kameraden aus dem Feuer ziehen lvollte. Er muhte gleich weggebracht werden, da die Gefahr des Verblutens bestand. Nach meiner Rückkehr war der zweite Graben gestürmt. Und dann ging s hinterher, den Bern hinunter, inS^Dorf binein, ehe der ^e,nd sich ernstlich stur mem: setzen konnte. Maschinengewehre taten hrer ihre arauenvolle Arbeit, denn die flüchtenden Franzosen mußten über eine Brücke (es waren zuerst drei gewesen, Swe, davon baue unsere Artillerie vorher zerstört). Die Maschine, geweh'w waren genau auf die Brücke eingestellt au; der sich Sb Me L-ichenzu Bergen häuftem ubmge wurde^ - fanaen genommen, cs waren mehr als 3000 Mann, BKr haben Vailly nach hartem Kampf genommen, aber viele, mele meiu-'r Kameraden haben es mit ihrem Leben bezahlen cv. r, Ä „ ber Stelle zuruck, an der ich morgens mit den KameL Igen hatL Ihr könnt Euch meinen Schreck nicht vorsteller,: alle drei lagen genau so Wie sie Stellung genommen hatten. Aber sie waren tot Liehe Mer merkte ich wieder den Schrecken des Krieges. Auf der Sammelstelle in Vailly erschien unser General, lobte uns und b7wnte, daß bei dieser Schlacht das meiste den Pionieren zu danken fei. Seine Rede schlotz mit emem §od, an? den Kaiser, in das wir begeistert einstimmten. Dann ver­teilte er unter uns Pionieren Zigaretten. Be, unserem Ruck- : ( Sprite beflcnneteu uns ^nfcnttcnftcn, bon

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«Schauspielers) Ein bekanntes Mitglied des Deutschen Tfieate?^ in Berlin sandte an seine Angehörigen vom west-

Nch7i! »ri-S-Ich-np--»! **<*•> ® ri * . Ä

Während heftigen Granatfeuers diesen Brief. Wir haben hier eine der heißesten Schlachten nach Aussage der alten Laer e schon die anderen hiesigen Kämpfe mitgemacht haben Viele Tote und Verwundete. d,e Dorrer alle kaput- geschossen. Unsere Artillerie und Infanterie soll nach Aus­sage der Gefangenen und feindlichen Verwundeten noch größeren Schaden anrichten. Es geht sicher vorwärts» das ist ein Trost. Ich hatte vom Brigadekommandeur, da ich als Freiwilliger vortrat, den ehrenvollen Auftrag, zu erkunden, welche Truppen sich in unserer linken Flanke entfalteten, Ack fuhr herum und traf niemanden, erkundete aber eine Mchw als guten Beobachtungsposten. Darauf wurde ,ch

zur Kavallerie geschickt, um einen Beobachtungsposten mit mir dorthin zu nehmen. Auf dem Weg zur Kavallerie kommt an der Mühle mir eine feindliche Kavalleriepatrouille von 18 bis 20 Mann schnell entgegen. Ich wollte nun schnell vor- beifahren, da ich mich ihr nicht gewachsen glaubte, sedoch hatte ick die Nacht vorher und schon den ganzen Tag auf dem Stad zugebracht und war sehr müde, auherdem ging es bergauf und gegen Wind, so daß die Reiter mich zu überholen droh- ten. Ich sprang dann vom Rad und fing an zu schießen. Dev Feind sprang vom Pferd, suchte Deckung und schoß auch auf mich. Ich habe dann trotz des Kugelregens, der mich über­schüttete, Gott sei Dank, nicht die Ruhe verlöre!, und schoß stehend freihändig fünfe und ein Pferd herunter. Darauf saßen die Feinde auf und rissen aus. Als ich bann an dem ersten Verwundeten vorbeifuhr und ihn auf französisch am sprach, wie es ihm ginge, und wo er verwundet wäre, da ich ihm einen Sanitätssoldaten schicken wollte, nahm dieser Held das Gewehr und schoß auf mich in einer Entfernung von fünf Schritt, traf aber nicht. Meinen Revolver hatte ich so- fort zur Hand, traf aber ebenfalls nicht. In der Aufregung sprang ich vom Rad, verlor meinen Revolver und suchte Deckung hinter einem Misthaufen. Den Tschako legte ich rechts, mich links und beobachtete, bis ich den Kerl totschießen konnte. Die anderen traf ich tot, nur noch einen leicht ver­wundet, der auf meine Aufforderung die Waffen wegwarf; ich übergab ihn dann der nachrückenden Infanterie, eoenso vier Pferde, wofür mir die Artilleristen am nächsten Tag sehr dankten. Als ich nach vollführtem Befehl wieder zum Stabe zurückkam, wurde ich mit Hurra empfangen. Sie hatten durch Fernglas den Vorgang gesehen. Sie erfuhren, daß ich Schauspieler wäre, sie hatten mich schon alle in vielen Rollen gesehen, dankten mir für das schöne Lustspiel und sagten, wenn alle Schauspieler so gut spielten, es nicht schlecht be- stellt um unser Vaterland wäre. Ich wurde vom Divisions­kommandeur am nächsten Tag liebevoll angesprochen, der mir auch versicherte, mich zum Eisernen Kreuz vorzuschlagen.. In der ganzen Division bin ich jetzt bekannt als der Schauspieler mit fünfe,i auf einen Streich. Jetzt bin ich Befehlsüber» bringer beim Divisionsstab und habe die schwere Pflicht, im feindlichen Feuer die Befehle bis in die vorderen Schützen­linien zu überbringen. Wie geht es Euch denn sonst? Wir haben schon fünf Tage lang kaum geschlafen, kaum gegessen. Waschen kenne ich nicht, denn das Wasser ist notwendig zum Trinken. Beste Grüße! Euer Werner.

Glück und Unglück wohnen beieinander. (Originalbrief.)

;j _Ein schöner Sonnentag. Neben dem Stabsgebäude,

in welchem eine Beratung stattfindet, sitzen Soldaten und essen ihre eben gebrachte warme Hühnersuppe mit Reis und Hühnerfleisch. Darüber fliegen Schrapnells und machen ihnen Tafelmusik. Ein Offizier tritt, begleitet von einem Unteroffizier, in das Stabsgebäude, um eine Meldung zu machen Gleich darauf eilt der Oberst mit seinem Adjutanten aus dem Gebäude und hält Umschau. In demselben Augen- blick trifft ein Schrapnell das Gebäude und tötet alle, die in ifint weilen. Der Oberst und sein Adjutant sowie die essen­den Soldaten bleiben unverletzt. Weiteressen konnte keiner: der Schmerz über den Verlust schnürte allen die Kehle zu.

9Zur nicht prophezeien. Fm „Kladderadatsch" vom 30. Juli 1905 Nr. 80, S. 118. findet sich ein Gedicht „Verzeihliches Meutern" Es wendet sich zorrwoll gegen die „Narren", die an die Möglichkeit glauben, brauchbare Unterseeboote und Lenkballone herzustellen:

Möge doch der Teufel holen All die Narren, die von diesen Submarinen Wafferkutschen Große Dinge noch erwarten!

Narren siud's, wie ihre Vettern Die von einem Schiff, das lenkbar Hoch in freien Lüften, träumen.

Gut stud diese engen Kasten Nur dazu, daß brave Männer Unter Qualen, die sich keiner Ausmalt, drin zu Tode kommen.

Sperrt die Narren all' in einen Solchen Unterwasserkäfig Oder Untcrwassersarg. öffnet bei ml ich ein Ventil dann Und versenkt im Meer sie schleunigst Dorten, wo's am tiefsten ist.

Der verehrkiche Urheber dieses Poems wird heute die tiefe Anonvmität segnen, die ihn und seine Weisheit umhüllt!

BerariMortlidi fßt btTs^tftUüuns: B. °. siäuenöotf in Wie-b-dkn. - »ruck und Btttaa der L. S»kllenb-rg,4-n fco!, EudH>ru4e«l in SBieS&abcn.