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füllten Unterdrückung der volkswirtschaftlichen Kraft anderer und speziell Deutschlands. Das große Drama, das sich vor unseren Augen entrollt, wird nicht beendet sein, bevor diese schicksalsschwere Frage zur Entscheidung gekommen ist. Sie ist der eigentliche Inhalt dieses Dramas."
^ So Wilhelm v. Siemens. Er nimmt also den Standpunkt ein, daß wir diesen Krieg gegen England nicht bloß für uns, sondern für die Freiheit der Welt gegen eine rücksichtslose Ausbeutung der Seeherrschaft führen, und weil das in Wahrheit so ist, darum dürfen wir darauf vertrauen, daß die Neutralen mehr und mehr gerade durch die auch ihnen zugefügte Vergewaltigung zu einem Umschwung ihrer vorgefaßten Meinungen, Neigungen und Abneigungen kommen und mit der Zeit erkennen werden, daß wir fhi r s i e kämpfen, indem wir es für uns tun. Das ist, wie Wilhelm v. Siemens sagt, „der eigentliche Inhalt dieses Dramas". Der Verfasser behandelt weiterhin die Wandlungen unserer Volkswirtschaft durch den Krieg. Aus der Fülle seiner Darlegungen sei nur dies noch hervorgehoben: „Man muß annehmen", so
lesen wir da, „daß der deutschen Volkswirtschaft durch den Krieg etwa 4 Millionen produktive Menschen entzogen sind, und zwar gerade die leistungsfähigsten. Es sind auch viele darunter, welche sich in mehr oder weniger leitender oder geistig produktiver Stellung befinden. Hieraus folgt, daß die Volkswirtschaft ^bedeutend schlechter arbeiten muß und daß schon aus diesem Grunde der Umfang jedenfalls der industriellen Produktion um wenigstens % sich vermindert. Es müssen also entsprechend _ Einschränkungen des Konsums statt- sinden. Man wird dabei möglichst wenig die Herstellung der im Inlands selbst notwendigen Verbrauchs- gegenstände einzuschränken suchen, sondern in erster Linie die fürs Ausland bestimmten Produkte. Die Verhältnisse kommen hier von selbst zu Hilfe, da die Verkehrswege nach . dem Ausland größtenteils gesperrt sind. Insofern mildert sich hierdurch die Wirkung der von England unternommenen Sperrung des Seeverkehrs ganz erheblich, und deshalb wird sich auch die englische Berechnung als eine irrtümliche erweisen, uns wirtschaftlich auf diese Weise niederringen zu können. Auch unser Bedarf an Rohstoffen von Übersee ist aus gleichem Grunde während des Krieges auf dem Kontinent, der unsere gesamte militärische Menschenkraft in Anspruch nimmt, sehr herabgesetzt. Außerdem hat sich auch bereits gezeigt, daß die geplante vollständige Sperrung des Seeverkehrs für längere Zeit nickst durchführbar ist, weil die nicht in den Krieg verwickelten Länder davon nicht viel weniger betroffen werden und es sich für die Dauer nicht gefallen lassen können." Sieniens ist voll f e st e n Vertrauen s. Wo es sich heute, so schließt er, uni Lebensgefahren erster Ordnung handelt und schwere Stürme über die . Arbeitsstätten der deutschen Volkswirtschaft dabin- ,stehen. da sehen wir, daß Mut und Zuversicht das Feld beherrschen. Und hierdurch wird dem ganzen Organismus die Kraft verliehen, energisch auf den Krankheitsstoff zu reagieren und sich auf die veränderten Verhältnisse einzustellen. Die deutsche Volkswirtschaft ist reich genug an Hilfsmitteln aller Art, um auch den schwersten und längsten Krieg durchzuziehen, und sie wird ihrer Aufgabe gewachsen sein, weil in ihr wie in der Armee der gleiche von Zuversicht getragene Wille vorhanden ist, nämlich Her Wille zum Sieg e.
Kitchener über die Kriegslage.
W. T.-B. London, 27. Nov. (Nichtamtlich) In der gestrigen Sitzung des Oberhauses gab der Kriegsminister Lord Kitchener eine längere Erklärung über die Kriegslage ab, aus welcher hervorgeht, daß die englischen Truppen seit Anfang Oktober andauernd dazu verwendet werden, den deutschen Vormarsch nach der Küste zu verhindern. Die durch die Belagerung von Antwerpen verursachte Verzögerung der deutschen Vorwärtsbewegung gab General Fr euch gerade noch Zeit zu einer kühnen Vorwärtsbewegung und der Einnahme einer ausgedehnien Stellung von La Bassee bis D i x m u i d e n, in welcher er der Bewegung der Deutschen gegen die See Widerstand leisten konnte. Mit Hilfe englischer Verstärkungen und nach heftigem Kampfe sei die numerisch stärkere Macht zurückgeworfen worden. Kitchener rühmt die militärischen Eigenschaften der Franzosen
Dünkirchener Bilder.
Eine Zarenrevue. — Getrennte Brüder. — Jans Streiche. — Ein Kaperhew und englisch- Ritterlichkeit ... — Was aus großer Zeit verblieb.
In zwei langen, stattlichen Reihen wären die Schlachtschiffe, Kreuzer und Torpedos, der Republik vor Dünkirchens Reede aufgefahren; aus Hunderten Kaminen qualnrte schwarzer Rauch in die drohend geballten Wolken hinein. Sturm- gepeischt gingen hohe grüne, schaumige Wogen über den Kiel unseres Journalistendampfers hin, des einzigen der vielen Bsrgnügungsboote, dem beim üblen Wetter die Ausfahrt aus dem Hafen gestattet worden war. Wie in einer Nußschale umtanzten wir die Eisenkolosse und wurden schon recht grob durchs Sprachrohr des Ildmirals angeblasen, weil uns eine Sturzwelle beinahe am Bug seines Flaggschiffes scheitern ließ. Im Frack und Zylinder war die Pariser Presse an Bord gekommen; durchweicht und jämmerlich preßte sie sich in den Kajüten. Der Chefredakteur des „Matin" hatte erklärt, er pfeife auf Seekrankheit. — „Kaum war ihm noch das Wort entfahren, möcht' er's im Busen gern bewahren . . ." Drüben auf dem größeren Parlamentsschiff ging es nicht besser; ohne Parteiunterschied übergaben sich Deputierte und Senatoren ihrem Schicksal. Und auf seinem Panzer sah Präsident Loubet — selbst malade — sehr triste Minister, die jeden Augenblick wcgstürzten — der schlimmste Kabinettssturz seines Septennats, Frankreich empfing den Zaren aller Reußen aufs feierlichste.
Zur Weltausstellung war er nicht gekommen; in Paris sollten zu viele Nihilisten und Anarchisten Bomben brauen. So hatte man ihm diese Flottenrevue vor Dünkirchen und für zweitägigen Aufenthalt das napoleonische Schlößchen von EompiLgne hergerichtat. Vor Dünkirchen! Das war vor der
_ Miesv adener T-rMatt.
und die Tapferkeit der Belgier. Er berichtete, wie die Deutschen wiederholt heftige Angviffe unternommen haben, um die Linien der Verbündeten zu durchbrccheu. Die Engländer hätten einmal 11 Armeekorps (?) gegenübergestanden, und hätten die Laufgräben 14 Tage lang nicht verlassen, bis sie dann von den Franzosen abgelöst wurden. Die englischen Verluste feien schwer, aber geringer (?) gegen die des Feindes. Der Geist der Truppen sei ausgezeichnet. Den Russen sei es gelungen, in Polen die Deutschen aufzuhalten und zu schlagen. (!) Die Verluste der Deutschen in Polen seien größer als die früher erlittenen. Die Russen treiben auf ihrem ununterbrochenen Vormarsch auf Krakau und in den Karpathen die Ö st e r r e i ch e r vor sich her. (Notiz des W. T.-B.: Diese von groben Unwahrheiten wimmelnde Erklärung läßt deutlich erkennen, welche Schwierigkeit es den englischen Staatsmännern allmählich macht, die Stimmung aufrecht zu erhalten.)
Churchill und die Verwendung der Matrosenbrigade im Landkrieg.
W. T.-B. London, 26. Nov. (Nichtamtlich) Marineminister Churchill erwiderte auf eine Anfrage im Unterhaus, da das deutsche Marineamt die Stärke und Zusammensetzung der in Belgien verwendeten Marine- und Matrosenbrigaden nicht veröffentlicht habe, sehe er nicht ein, weshalb nicht hier eine gleiche Verschwiegenheit geübt werden sollte. — Er sagte weiter, er kenne keinen Fall, daß geborene Deutsche oder Österreicher seit der Kriegserklärung Offizierspatente in der Flotte oder Seebrigade erhalten hätten.
Sceminen bei Iarmouth.
W- T.-B- London, 27. Nov. Die „Times" melden aus Uarmouth: Ein Fischerboot geriet gestern auf eine
Mine und sank mit der Besatzung von neun Mann.
Kanonendonner an der englischen Küste.
tut. London, 27. Nov. Meldungen aus Hartlepool von: 24. November besagen, daß man dort in der Nacht vom 23. auf den 24. vom Meere her stundenlang starken Kanonendonner vernommen habe, der offenbar vom schwersten Schiffsgeschütz eröffnet wurde. Gegen Morgengrauen setzte der Geschützdonner aus, um sodann etwas später, jedoch viel schärfer, sich noch einmal vernehmbar zu machen. Sobald diese Meldung in London bekannt wurde, strömte eine große Menge zum Admiralitätsgebäude, um dort vergeblich eine Bekanntmachung zu erwarten. Die Admiralität blieb st u m m. Sie bestätigte weder die Meldung, noch dementierte sie sie. So verlief sich die Menschenmenge nach einigen Stunden wieder unter lebhaften Zeichen des Mißmuts.
Die Taten des belgischen Heeres seit Antwerpen.
hd. Amsterdam, 27. Nov. Mittwoch war es den ganzen Tag still und an der Küste herrschte Ruhe. Der Berichterstatter des „Telegraaf" in Sluis gibt eine kurze Übersicht über das, was das belgische Heer seit dem -Fall Antwerpens vollbracht hat. Die Belgier, so sagt er, haben nirgend anders gefochten als an der User. Sofort nach dem Rückzug von Antwerpen hat eine Division sich hinter der User aufgestellt. Eine andere Division steht noch an der anderen Seite des Flusses bei T o u r h o u t, um die Bewegungen der Deutschen zu beobachten. Bei Jseghem wurden kurze Gefechte geliefert, worauf sich diese Division hinter dem Mer-Kanal zurückzog.
Ein scharfer Angriff aus die Erweiterung der englischen Aensur.
W T.-B. London, 27. Nov. (Nichtamtlich.) „Daily Mail" schreibt in einem Leitartikel: Die Regierung treibt einem
scharfen beunruhigenden Zusammenstoß mit einem der elementaren Rechte der britischen Untertanen entgegen, nämlich dem Rechte der Kritik. Die Regierung versucht jetzt, die Zensur der Nachrichten zu einer Zensur der Meinung zu erweitern. Wir glauben, daß es von vitalem nationalem Interesse ist. diesem Versuch zu widerstehen und ihn unmöglich zu machen. Die Gesetzesvorlage für die Kon» solidierung des Reiches und seine Verteidigung enthält ein«. Klausel, welche es der Regierung ermöglicht, die Verbreitung falscher Gerüchte, welche Unruhe erzeugen könnten, zu unterdrücken. Es gibt keine Kritik an der Regierung oder einzelnen Ministern in Worten und Schriften, die nicht mir Leichtigkeit in den Rahmen dieser elastischen revolutionären Verfügung gebracht werden könne. Die Regierung, welche die öffentliche Meinung zuerst aushungerte, versucht sie jetzt zum Schwelgen zu bringen und jede Aufdeckung administrativer Inkonsequenz zu verhindern. Die Freiheit der Kritik ist das Lebensblut unseres ganzen nationalen Systems und die wichtigste Versicherung gegen den starren A u t o k r a t i s m u s, die wir besitzen. In Kriegszeiten sollte aber von dieser Freiheit äußerst sparsam Gebrauch ge, macht werden. Sie soll aber niemals zerstört werden. Das Land erwartet von dem Parlament, daß es ihre Erhaltung sicherstellen wird.
Rase Englands: noch war Faschoda nicht vergessen und noch hatte Theophile Delcasse nicht das Arnrelmeer dem britischen Alleinschutz ausgeliesert, um die eigenen „Dreadnoughts" ins Mittelmeer gegen Italien und Österreich-Ungarn zurückzu- ztehen. Geschützdonner von allen Schiffen und Küstenforts — das russische Geschwader kam in Sehweite — auf dem „Standard", der Kaiserjacht, kein Zar, keine Zarin. Gott Aegir, Herr der Fluten, hatte auch diesen höchsten Herrschaften übel mitgespielt; bleich erschienen sie im letzten Augenblick an Deck und waren froh, als endlich festes Land unter ihren Füßen war. Eine von weit herbeigeströmte Menge überzeugter Republikaner ließ durch keinen Regenguß ihre hohe Begeisterung für den autokratischsten der Autokraten abkühlen. Man liebte das hinter Kürassiersäbeln und Jnfarrteriebajonetten weithin unsichtbare Väterchen iveniger um seiner schönen Augen willen als gegen die Engländer. Die elegante Pariserin hätte vielleicht mi solchen Verbrüderungstagen den schmutzigsten Muschik umarmend geliebt, gegen den „Kaiser": den Dünkirchenern haben die Preußen nichts getan; ihnen liegt jahrhundertealter Haß gegen das Britenvolk im Blute. Wenn man mit ihnen in ruhiger Zeit plauderte wie wir es bei wiederholtem Sommeraufenthalt an ihrer Küste tun konnten, war es, als blätterte man im ruhmreichen Buche ihrer Festungs-, Hafen- und Stadtgeschichte. Tommy mag jetzt mit Freundschaftsversicherungen als angeblich hilfreicher Engel in der flandrischen Nordecke Frankreichs gelandet sein — es, sollte uns wundern, wenn das viel in den Herzen der alten Einwohnerschaft gewandelt hätte.
Jeder denkwürdige Stein von „Dunkerque" (flämisch „Dünkerk") spricht von Angriffen der Engländer, die sich hier ihren vornehmlichsten Brückenkopf auf dem Kontinent schaffen wollten. Dieser derbgesunde Volksschlag von Flamen im
Samstag, 28. November 1914._Nr. 588.
Die deutsche Kampftüchtigkelt in englischer Beleuchtung.
W- T.-B. London, 26. Nov. (Nichtamtlich.) Brach Thomas schreibt in der „Daily Mail" über die deutschen Truppen: Die Deutschen erweisen sich als sehr erfahrene Kämpfer. Die erstaunliche individuelle Geschicklichkeit der Deutschen ist eine der Überraschungen der späteren Stadien des Krieges. Die Einzelleistungen der deutschen Soldaten waren hervorragend. Wenn die Maschine zu versagen beginnt, kommt der einzelne Mann zur Geltung. Dieser Sieg des einzelnen über die Schrecken der Maschine ist nicht gering anzuschlagen.
Zum Verlust des „17 18".
Amsterdam, 27. Nov. Über den Untergang des deuffchen Unterseebootes „U 18" berichtet ein Mann der Besatzung des Torpedojägers „G a r r h", der die Verunglückten an Bord nahm, folgendes: Eines der Patrouillenfahrzeuge, das aus dem Haseu herausfuhr, signalisierte plötzlich, daß es auf ein Unterseeboot gestoßen sei. Unser Kommandant ließ sofort .Dampf ansetzen. Wir konnten das Unterseeboot in der Richtung des Ankerplatzes fahren sehen. Das Periffop ragt? aus dem Wasser. Wir verfolgten das Unterseeboot und gaben ihm die volle Breitseite. Plötzlich sahen wir das Unterseeboot an die Oberfläche kommen. Als die Bemannung nach oben kc-m, sank das Unterseeboot plötzlich und die Besatzung wurde auf das Wasser geschleudert. Wir nahmen sie an Bord und erfuhren von den Geretteten, daß einer ihrer Kameraden im unteren Raum des Unterseebootes die Klappen geöffnet habe, um das Boot dann zum Sinken zu bringen. So konnten wir Uns des Bootes nicht bemächtigen. Einer der Deutschen, der Englisch spricht, hat erzählt, daß die Offiziere und die Besatzung des Uwtersee- bootes ausgelost hätten, wer in den Unterraum gehen solle, um das Boot zu vernichten, sobald die Sicherheit dep anderen feststand. Das Los sei auf einen der Maschinisten gefallen. — Dieser H e l d, der in den Unterraum des Bootes stieg, um das Boot zum Sinken zu bringen, hat sich also geopfert, um es nicht in die Hände des Feindes gelangen zu lassen, so bemerkt zutreffend die „Franks. Ztg." zu dieser Meldung.
Lin englischer Bericht über Gefechte in Gstafrika.
W. T.-B. London, 27. Nov. (Nichtamtlich) Das Pressebureau veröffentlicht einen Bericht über eine Anzahl von Gefechten in Ostafrika, die keine Veränderung vonBe- d e u t u n g (!) herbeigeftihrt haben. In dem Bericht heißt es: Es gelang den Feinden nicht, auf britischem Gebiet . Fuß zu fassen, während wir den wichtigen Posten in L o n g i d o auf deutschem Gebiet besetzten. Der Angriff auf Longido fand am 3. November statt und dauerte den ganzen Tag. Indi - s ch e Truppen nahmen drei starke Stellungen, — aber gegen Abend wurde es für die britischen Truppen infolge Wassermangels unmöglich, die Stellung zu behaupten. Sie zogen sich deshalb auf ihre Operationsbasis zurück. Wir verloren an Toten und Verwundeten 21 Europäer. Die Verluste des Feindes betrugen 88 Europäer und 84 Eingeborene. Einige Tage später räumte der Feind Longido, das von den Briten besetzt wurde. Der Feind rückte am 20. November mit starker Macht in Uganda, w e st l i ch des Viktoriosees, ein, wurde jedoch mit einem Verlust von 60 Mann zurückgeschlagen. Die Engländer hatten in diesem Gefecht 6 Verwundete. (Notiz des W. T.-B.: Longido ist ein vulkanischer Berg in
wasserloser Gegend an der deuffch-britischen Grenze, etwa 60 Kilometer nördlich des Mer u. Die Besetzung dieser Stelle ist deswegen eine Angelegenheit ohne jede Bedeutung.)
Unzufriedenheit der Eingeborenen in Ost-Griqualand,
W- T.-B. ' Pretoria, 27. Nov. (Nichtamtlich. Reuter.) Unter den Eingeborenen des nördlichen Bezirks von Ost- Griqualand herrscht, wie gemeldet wird, Unzufriedenheit, besonders unter den Hlubiß-Stämmen der Bezirke Fletscher- Berg und Matabele. Die Sffmmung ist offenbar auf die Wirkung von Regierungsverordnungen über V i e h w a ch e zurückzuführen. Die Regierung hat entsprechende Maßregeln ergriffen, um die Ursache der Unzufriedenheit festzustellen.
Die in Samoa fcstgcnommene» Deutschen.
Die deutsche „Samoanische Zeitung", die auch nach der Besetzung von Samoa durch die Engländer weitererscheint, teilt in der jetzt eingetroffenen Nummer vom 19. September die Namen der nach Neu-Seeland gebrachten Deutschen mff. Es sind das außer den schon genannten Herren, Gouverneur Dr Schultz, Sekretär Mars, der Leiter der drahtlosen Funkenstation Hirsch und Kaufmann Hansen, folgende Herren: Oberrichter Tecklenburg, Bczirksamtmann Schubert, Bezirksrichter Sperling, Gerichtsschreiber Mayer, Polizeivorsteher Pusch, Regierungsarzt Dr. Glanz, Landwirtschaftlicher Sachverständiger Dr. Sessous, Landvermesser Pfeiffer, Vorsteher des Bureaus für Eingeborene I. Henniger, HilfSgerichtsvollzieher Loesche. Das Zollamt und einige andere Bureaus des
Nord-Departement, der in nichts zur gallischen Naffon und mit all seinen Sitten zum belgischen Flandern und de» Niederlanden gehört, konnte nur durch Politik und gewaltsame oder künstliche Loslösüng von den Brüdern getrennt werden; aber 600 Jahve fremder Herrschaft haben jeden Wunsch nach Rückkehr zur wahren Heimat einschlummern lassen. Die Herzoge von Flandern hakten das Dünkirchener Land den französischen Königen auf die Dauer nicht streittg mache» können, und als die Spanier einen vorübergehenden Zusammenschluß mit Brabant erzwangen, war diese Epoche der religiösen Verfolgung und des abergläubigen Schreckens nicht dazu angÄan, die Zugehörigkeit zu dem östlichen Flandern begehrenswert erscheinen zu lassen. Im 17. Jahrhundert mußten sich die Niederdeutschen untereinander zerfleischen, hakten die Holländer Antwerpens Macht gebrochen und sich nur Dünkirchens Wohlhabenheit erhalten können, weil seine Schiffe im Kapern groß zu werden begannen. 1646 nach mühsamer Belagerung vom Prinzen von Conde erobert, 1652 von den Spaniern zurückgenommen und >658 ihnen wieder entrissen, dank dem „Dünensieg" Turennes, fiel Dünkirchen an England; Cromwell hatte es zugleich mit Mardyke als Preis eines kürzen Bündniffes gefordert, in der geheimen Absicht, von der starken Meeresfeste aus später in Frankreich selbst jederzeit eindringen zu können. Gegen 5 Millionen Livres konnte Ludwig XIV. den schändlichen Handel 1662 rückgängig machen, dank der Geldbedürfnifse des ausschweifenden Karls II. Ohne Groll sah Dünkirchen vier Jahre darauf ves holländischen Admirals de Runter vollständigen Sieg über die englische Flotte. Mit Wilhelm III. trat England wieder in die Reihe der Feinde Ludwigs XIV., und Dünkirchen wurde während der langen, für Frankreich immer verlustreicheren Kmnpfe ein Ort heldenhafter Tröstung. Hi^r waltske der Geist Jan Bavts!
