Seite 4._Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt. WlesbavrNer EilyVlaN. Frettag, 27 . November 1914.Nr. 553.
Müller (Lorchhausen) leichtv.; Gren. Eduard Strohmann (Wiesbaden) verm.
Landwehr-Jnfantcrie-Regimcnt Nr. 80. Wiesbaden.
(Lavelirre-Coirrches am 3. und '0, Cötes de Behorrille am 3., Celles am 19.. 29. und 30. 9.. Vieux Möulin am 2 ., St. Maurice am 2. und Eckircher Sähe am 28. 10 . 140
1. Bataillon.
1. Komp.: Wehem. Friedrich Alstern «.Wiesbaden) Perm.; Wehrm Emil Balze (Wiesbaden) verm.; Wehrm. August Deusing (Wiesbaden) verm.: Wehrm. Döathias Fraues (Wiesbaden) Perm-: Wehrm. Jakob Holzappel (Wiesbaden) verm.; Wehrm. Adolf Lossaus (Wiesbaden) Perm.; Wehrm Emil Rühle. (Wres- üaden) ve:m.: Wehrm. Johann Scholl (Wiesbaden) Perm.: Wehrm. Hein.ich Scherer (Wiesbaden) verm; Wehrm. Paul Staudt (Wiesbaden) verm; Gefr Theodor Sßoflt 1 (Wiesbaden) verm; Gefr. Wiesel (Frankfurt a. M.) verm: Wehrm. Riesel (Frankfurt a M.) verm.; Wehrm. Geiß 2 (HoM) verm.; Wehrm. Kaszuo (Nachrodt) verm: Wehrm. Majewski (Uerdingen) verm
2. Komp.: Wehrm Händen (Limburg) tot: Wehrm.
Reißmann (Neugernsdorf) tot - Wehrm. Maul (Griesheim) tot: Wehrm. Levy (Brodenbach) tot.
4. Komp.: Wehrm Munk (Kastel) toi; Wehrm. Huth- macher (Sindlingen) schwerv.
2. Bataillon.
5. Komp.: Serg. Krüge (Sta.gard) schwerv.; Gefr. Lim-
barth (Hahn) schwerv.; Gefr. Schuster (Frankfurt a. M.) schwerv.; Wehrm. Seibel (Nordenstadt) schwerv.; Wehnm. Zimmer (Eckenheim) schwerv: Wehrm. Rectling (Frankfurt a. M.) schwerv.; Wehrm Stricker (Frankfurt a. M.) schwerv;' Wehrm. Weber (Sambach) schwerv.; Wehrm. Roth (Biebrich) schwerv.; Wehrm Leonhard (Sachsenhaufen) schwerv.; Wehrnr. Schon (Kastel) schverv.; Wehrm Strecker (Hohlbach- Künzelsart) schwerv.; Wehrm Wagner (Rehborn): schwew.;
Wehrm. Walter (Frankfurt a M.) schwerv.; Wehrm Fischer (St. Mafien) schwerv.; Wehrm. Ruhst (Lisdorf) schweaw; Wehrm Schüler (Schachert) schwerv.; Wehrm. Kunz (Eschborn) schwerv.; Wehrm. Sohl tFriedberg) schwerv.; Wehrm Brobscher (Griesheim) schwerv; Gefr. May (Rüdesherm) leichtv.; Webrm Bauinann (Biebrich) leichtv.; Wehrrn. Gmrdelach (Wildflecken) leichtv: Wehrm. Conrad (Btebäch) schwerv.; Wehrm Schwemmle (Jgolsloch-1 schwerv.; Wehrm. Partenheimer (Genheim) schwerv; Wehrm. Laut (Biebrich) schwerv.; Wehrnr. Map (Bleidenstadt) ve-m; Wehrm. Corts (Remscheid) verm, Wehrm. Ried (Laupheim) schwerv.; Wehrm. Kanzel (Wallau) verm; Wehrm. Kleber (Wällau) verm: Webrm Klein (Sonnenberg) verm.; Wehrm Hollen- fteiner (Ersehn) verm.; Wehrm Weinzierl (Oberspiehburg) verm: Wehrm Schöls (Breitenbrunn) verm.; Wehrm. Her- kert (Aschaffenbnvg) verm.; Wehrm Winterbarrer (Lobenfeld) verm.; Wehrm Leiser (Wildenholz) verm.; Weh"m. Schreibusch (Ludwigshafen) verm; Wehrm Wagner (Weißbuch) verm.; Webrm Nees (Waldbüttelbrumr) verm: Wehrm. Geyer
(Beffungen) verm; Wehrnr. Schaible (Hornberg) verm; Wehrm Damm (Medenbach) verm; Wehrm Kursttza (Groß- Weichsel) verm.; Wehrm Scheurer (Obertiesenbach) Perm., Wehrnr Keller (Sindlingen) verm.; Wehrnr. Roß (PrrW) verm; Wehrm Sickinger (Hohrnarth) verm; Wehrm Preb- fcher. (Griesheim) verm; Wehrm Jäger (Kaiserslautern) verm: Wehrm. Schulz (Werne) verm: Wehrm Haug (Thal- heim) vernr.
6. Komp.: Unteroff. Preuß (Erbenheim) tot; Unteroff. Thaucr (Hebel) leichtv.; Wehrm Diefenbach (Hermbach) schwew: Wehrnr Dich 1 (Mayen) leichtv.; Wehrm. Trom- vetta (Niederjosbach) leichtv.. zur Truppe zurück.
ItaÄL und Land.
MissbLdener Nachrichten.
Deutsche Weihnachten!
Noch nie ist das deutsche Volk zu Weihnachten so gründlich bei sich selbst daheim gewesen als diesmal.
Ferrrde ringsum, die gleichsam für uns einen Schutzwall bilden gegen die widerliche Ausländerer, der wir zu verfallen drohten. An uns das Beste verlierend, von fremden Völkern Nichtiges cinsarigend, waren wir in Gefahr, nationale Zwitterlinge zu werden.
Aber nun besinnen wix uns. der. Schätze, die. bei uns daheim in reichster Fülle aufgespeichert sind. Weihnacht weist uns zur Einkehr bei unseren Denkern und Dichtern im Buche. Wir geben uns das Buch, wir geben es unseren Lieben. Nichts Würdigeres, als die erlauchten Geister der Nation zum Feste zu laden. Kein vornehmeres Geschenk als das Buch; in schwerer Zeit keine glücklichere Insel der Seligen.. Unsere. Klassiker! Unsere neueren, die zeitgenössischen Dichter, die mit uns leben, leiden, streiten. Hören wir, was sie. uns zu erzählen.wissen, was sie uns zu sagen haben. Wenn Kriegslärm aller Art uns bange macht, nehmen wir Zuflucht zu den Dichtern.. Suchen wir in ihnen die deutsche Seele, die.Quelle herzstärkender Zuversicht, Wcltfreudigkeit, MenschenvertrauenI und frommen Gottesempfindens. Vernehmen wir die hehren klänge von Liebe, und Treue, von Großmut und. Heldenhaftigkeit; hören wir das harmlos heitere Lachen des deutschen Humors; versetzen wir uns durch das Buch in schönere, beffere Welten, wenn uns die gegenwärtige nicht gefallen will.
Freunde! Feiern wir deutsche Weihnachten. Erfreuen wir uns in dem Buche des Christbaums wieder einmal der deutschen Seele.
Die Zeit der langen Nacht ist gekommen, wir brauchen ein Licht.
Kricglach rin Oktober 1914.
Peter Rosegger.
Diesem Aufruf des großen Steiermärkers haben sich eine, große Anzahl deutscher Schrtftstellcr und Schriftstellerinnen angeschlossen.
Sanitütshunde für den Krieg.
Der eigentliche Kriegszweck ist nicht die Vernichtung der Feinde, sondern lediglich ihre Unschädlichmachung. In der Genfer Konvention sind daher internationale Vereinbarungen, für alle Kulturstaaten bindend, getroffen/welche das Ziel verfolgen, die Verwendung von Waffen, deren Wirkung über den erstrebten Erfolg hinausgeht, zu verhindern, und die Sorge für eine ihre Heilung ermöglichende Behandlung der Verwundeten vor jeder Beeinflussung durch den Feind zu sichern. Leider stehen diese Vereinbarungen vielfach nur auf dem Papier. Im Kriege toben die Leidenschaften. Es hält schwer, in dieser Zeit Abmachungen, und seien es auch die natürlichsten, bei den beteiligten Einzelpersonen Anerkennung zu verschaffen. Um so mehr mutz es das Bestreben der Kriegführenden sein, für sich die üblen Folgen des Krieges nach Möglichkeit aufznheben, besonders Einrichtungen zu treffen, welche die Garantie dafür bieten, daß nicht die Zahl der eigenen Krieger ohne Not vermindert wird. Für die Armeen ist cs von größter Wichtigkeit, von den Verwundeten so viele am Leben zu erhalten, wie nur eben möglich ist. Das R o i e Kreuz greift daher ein, indem es neben dem militärischen Sanitätsdienst einen solchen zivilen Charakters ^eirrrichtet und fortwährend, auch in Friedenszeiten, auf der Höhe erhält. Es bildet Krankenpfleger aus und Kranken
träger, sorgt für eine genügende Zahl von Gelegenheiten zur Unterbringung der Verwundeten, für die innere Einrichtung der Lazarette und was dergleichen Aufgaben mehr find. Nun ist schon in früheren Kriegen die Erfahrung gemacht worden, daß zahlreiche Verwundete um deswillen ein schreckliches Ende finden, weil sie von den Sanitätern beim Absuchen des Schlachtfeldes ubersehen werden. Nach Wochen noch entdeckte man Leichen an versteckten Stellen, im Gebüsch, hinter Hecken, 'in Heu- und Strohschobern. Die Verwundeten hatten sich während des Gefechts an die Fundstelle geschleppt, um den Geschossen und den Füßen der Streitenden aus dem Wege zu gehen, zum Teil auch, weil sie den Brutalitäten der Feinde oder der Schlachtfeldhyänen zum Opfer zu fallen fürchteten. Diese Verwundeten zu retten, ist eine neue, den Sanitätskolonnen angegliederte Einrichtung des Roten Kreuzes bestimmt. Kaum ein Jahrzehnt rst es her, daß man, aufmerksam gemacht auf den wunderbaren Spürsinn gewisser Hunderassen, begann, sich' diese in polizeilichem Interesse zur Ermittelung von Dieben oder, von Berübern anderer Srrafhand- lungeu nutzbar , zu machen. Allerdings haben diese Polizeihunde nicht ganz gehalten, ioas sie versprachen, wenigstens haben die Gerichte durchweg Anstand genommen, auf.Untersuchungsergebnisse, welche durch Hunde allein herbeigeführt wurden, Schuldsprüche aufzubaupn. Immerhin hat sich ergebend daß der Spürsinn der.Hunde, ein .ganz.bewunderungswürdiger, der Ausbildung zu den verschiedensten Zwecken fähiger ist, und so (hat man auch den Versuch gemacht, sie zur Ausfindigmachung'von'irr Wäldern usw. versteckt liegenden Verwundeten zu verwerrden. Wie es scheint, mit dem allerbesten Erfolg. Die erste Truppe, welche Sanitätshunde beim Ausrücken mit sich führte, war ein Garde-Regiment. Seitdem siird arrdere Truppenteile dem dort gegebenen Beispiel gefolgt, und heute dürfte die Zahl der inr Felde befindlichen Hunde sich auf 600 belaufen. Die Hunde werden entweder von der Arureeverwaltung angekauft, oder sie iverden ihr lediglich zur Benutzung von Hundeliebhabern zur Verfügung gestellt gegen Übernahme der Verpflichtung der Schadloshaltung, sofern die'Tiere irgendwie währeird ihrer Verwendung auf dem Schlachtfeld zu Schaden kommen. In der Hauptsache kommen bis.jetzt noch Polizeihunde in Frage, An den Hauptplätzen, so auch in Wiesbaden, ist im Anschluß an die Sanitätskolonnen eine Sorrderabterlung für Sanitätshunde mit Führern eingerichtet, . welche sich der Ausbildung der Hurrde widmet. :Sie stellt. Mannschaften mit Hunden der Militärverwaltung zur Verfügung rrird'übernimmt zu diesem Zweck ansgebildetes Personal von der Sanitätskolonne vom ' Roten. Kreuz. Zurzeit verlangt, die Heeresverwaltung weitere 300 Hundg. Die Mannschaften, welche felddienstfähig, aber nicht militärdienstpflichtig sein sollen, und. welche, eine Urtter- snchungSbescheinigung vom Militärarzt sowie ein. Führungszeugnis von der Polizeidirektion vorzulegen haben, erhalten im Falle der (Einberufung dieselbe Versorgung und Löhnung .wie die Soldaten.. An der Spitze der hiesigen „Sonderabteilung für Sanitätshunde mit Führern" steht Herr A. C. A r n d, Wilhelminenftraße 54, welcher mit ebenso großem Eifer wie Erfolg der Ausbildung der Kriegshunde obliegt. Zwei derselben sind bereits abgerusen und stehen im Felde. Fünfzehn sind noch in der Ausbildung begriffen. Dreimal in jeder Woche, vom Nachmittag bis oft in die Nacht hinein finden zu diesem Zweck rrn R a b e n g r u rr d sowie den benachbarten Waldungen Übungen statt, welche des Interessanten die Fülle bieten. Die Tiere, meist deutsche Schäferhunde, - marschieren dabei mit ihren Führern auf. Sic machen, ohne daß Unordnungen Vorkommen, die Marschformationen ihrer Führer mit,
. halten sich genau an deren Marschtempo, werden auch durch Las Schießen in ihrer unmittelbaren Nähe nicht aus der Fassung gebracht, bleiben ruhig auch allein an bestimmten Stellen, bis sie einzeln gerufen werden, und durchsuchen aus Befehl zum Schluß die Wälder nach Personen, welche vorher dort versteckt worden siird. Finden sie einen der Leute, so laufen sie zu dem Führer zurück, welcher sie ankoppelt und von ihnen an die Fundstelle geleitet wird. Um sich auch in fremden Gegenden und zur Nachtzeit stets wieder zu den Verbandsplätzen zurückfinden zu können, sind die Mannschaften mit einem Kompaß mit phosphoreszierendem Blatt versehen. Die Verwendung von Krregshunden ist neu; es darf aber heute schon gesagt werden, daß sie sich durchaus bewährt haben und daß ihnen, allein".bereits unzählige Verwundete ihre Rettung verdanken.
Kuch eine weihnachksbitte.
In der letzten Ausgabe der „Deutschen Konfektion" lesen wir das Folgende:.Die schweren Sorgen des Krieges und die damit verbundenen Opfer an Gut. und Blut haben eine allgemeine Läuterung der Herzen zuwege gebracht, die sich unter anderem'auch in der Vermeidung von unnötigen Ausgaben, namentlich für allerhand Luxus'und Tand äußerte.-So lobenswert nun auch der auf . größere Einfachheit zielende Grundgedanke dieser Bestrebungen, ist, um so t a dein sw er t e r wäre es, eine allzu große S p a r s a rn I c i t P l a tz greifen zu lassen, die selbst Ausgaben für die nützlichsten Sachen als überflüssig verpönen wollte. Die schon jetzt durch den bedrückenden Nebel der Kriegssorgcn wieder aufleuchtenden Weihnachtskerzen sollten wir als Symbol der Lebensfreude begrüßen, die . auch in schweren Zeiten nicht untergeben darf, und in dem Bestreben, durch Weihnachtsgaben anderen eine Freude zu bereiten, einer der schönsten Regungen nrensch- licher Gesittung Raum geben. Und gerade jetzt bedarf das menschliche Gemüt der Freude; gerade jetzt: müssen Taufende von Herzen, die um das Wohl ihrer Angehörigen im Felde bekümmert sind, durch das Gefühl'der Freude gestärkt und'erhoben iverden, welche das Bescheren und Beschertwerden zweifelsohne hervorruft. Man sollte den trüben Gedanken der Trauernden und Bedrückten zeitweilig eine andere Richtung geben, indem man ihnen durch eine mit Verständnis ansge- wählte und nützliche Weihnachtsgabe in wohltuender Weise- zum Bewußtsein bringt, daß auch noch andere - liebevoll an ihrer Seite stehen. Außerdem kann nicht oft genug die befruchtende Wirkung betont werden, die jeder Einkauf auf den ordnungsmäßigen Gang unseres Wirtschaftslebens ausübt. In Tausende von arbeitslustigen Händen tragen wir Verdienst mit jeder Ausgabe für einen einzigen Gegenstand. Mit dem Kauf eines Wintermantels beispielsweise geben wir der Verkäuferin, der Näherin, dem Zuschneider, dem Weber, dem Färber, dem Spinner, dem Knopfarbeiter und den unzähligen anderen Angestellten in den betreffenden Betrieben den wohlverdienten Lohn für ihre Arbeit, Es ergeht daher an alle der Ruf: Schränkt eure Ausgaben für das Weih-
nach issest gerade irr diesen schweren Zeitzen nicht unnützerweise ein! Denkt daran, daß eine schöne und nützliche Wcihnachtsgabe die Freude aufleuchten läßt auch in den Augen derer, die sonst Kummer und Sorge k>edrücken! Dergeßt auch nicht, daß jede. Ausgabe, jeder Ein
kauf eine verdienstvolle patriotische -Handlung bedeutet, die :n volkswirtschaftlicher Hinsicht, vielfach nützlicher .ist als . manche Spende für wohltätige Zwecke!"
— Elternabende zwecks Berufsberatung. Wie in vorigen
Jahren, hat es das Arbeitsamt auch dieses Jahr übernommen, Elternabende zur Beratung bei der Berufswahl zu veranstalten. Angehörige der verschiedensten Berufe haben ihre Mitarbeit in bereitwilligster Weise zugesagt. Der erste Aherrd findet am Sonntag, den 29. November, nachmittags 5 Uhr,. in der Aula der Gewerbeschule, Wellritz- straße 38, für männliche Lehrlinge statt. Es wird gesprochen über die k au f in ä n n i sch e n und die gewerblichen Berufe. Der zweite Abend ist am 6. Dezember d. I. für weib- ; liche Lehrlinge vorgesehen. Als Themata sind in Aussicht genommen die. kaufmännischen, gewerblichen.und hauswirtschaftlichen Berufe. Der. Eintritt ist für jedermann frei und ist eine zahlreiche Beteiligung erwünscht.
■— Städtisches Leihhaus. Die Versteigerung der Pfänder Nr. 1182 bis 7162, welche im Oktober d. I, hätte stattfinden müssen, infolge des Krieges aber aufgeschoben wurde, findet am 14. und 15. Dezember d. I. statt. Interessenten machen wir darauf aufmerksam, daß die Auslösung dieser Pfänder noch bis spätestens. Freitag, den 11. Dezember d. I., erfolgen kann. Inr übrigen wolle man sich bei Auslösungen ebenso wie bei Verlängerungen genau nach dem aus dem Pfandschein aufgedruckten Verfalltag richten.
— Wiesbadener Lazarette. Die Nachträge 74, 75 und 76 der Verwundetenliste der Auskunftsstelle für im Felde stehende nassaüische Soldaten in (der Loge Plato führt die nachstehenden Zugänge an Verwundeten in unseren örtlichen Lazaretten aus: Vom Ersatz-Bataillon -50: Reservist Schieferstein (Frankfurt), Walkmühlstratze 6. Vom Infanterie-Regiment 136: Unteroffizier Silbereisen (Dotzheim) im Hotel.Reichspost; Ersatz-Reservist Maier (Wiesbaden) im Hotel Weins. Vom Landwehr-Jnfanterie-Regiment 80: Mehrmann Becker (Bonnkirchen) im Hotel Weins;: Gefreiter Bilz. (Wiesbaden) im Hotel Weins; Unteroffizier Dittrner (Biebrich), Kuranstalt Dr. Schloß; Wehrmann August. Ehl■ (Horgenhausen) im Westfälischen Hof; Wehrmann Färber (Niedernhausen) im Schwarzen Bock; Wöhrmann Gößmann (Meschede) im Schivarzen Bock; Wehrmann Roll- (Wiesbaden), Kuranstalt Dr. Schloß. Vom Infanterie-Regiment 223:: Freiwilliger Kettner (Wiesbaden) im Schwarzen Bock. Vom Reserve-Jnsanterre-Regiment 87: Leutnant Melsbach (Wiesbaden) im Paulinenstift. Vom Resevve-Jnfanterie-Regrment 80: Wehrmann Johann Brasser (Aulhausen) im Westfälischen Hof; Hans Nauheimer (Hillscheid) im Westfälischen Hof; Wehrmann Georg Bawinkel (Flörsheim) im Westfälischen. Hof. Vom Infanterie-Regiment 80: Joseph Dahm (Neudorf) im Westfälischen Hof; Un- . teroffizier Jakob Mscher (Griesheim) im Westfälischen Hof. Vom Ersatz-Bataillon des Füsilier-Regiments 80: Joseph König (Schmallenberg) im Westfälischen Hof. Vom Reserve- . Jägerbaraillon 24i Oberjäger Paul Trautmann im Hotel Metropol. Vom Infanterie-Regiment'83: Vizefeldivebel Emil Minor (Holzhausen) im Hotel zum Schwarzen Bock. Vom See- bataillon 1 Reserve-Regirnent 5: Gefreiter Müller (Wiesbaden) im Hotel Royal. Vom Infanterie-Regiment 80: Wehrmann Schnee (Niederlahnstein) im Palasthotel. Vom Bayerischen Infanterie-Regiment 15: Reservist Seelig (Bischofsheim) im Palasthotel.
— Billiger Lesestoff für unsere Soldaten. Aus den Feldpostbriefen unserer Soldaten und auch aus Zeitungsberichten hört man immer wseder, daß sich unsere Krieger ganz besonders über Zeitungen und Lesestoff freuen. Leider erhalten sie da .viel zu wenig; und es ist ihnen nicht nur um Zeitungen zu tun, sondern sie wollen auch gute Bücher lesen, um über die langen Wartestunden, die der Krieg ja überall: in Schützengräben auf Bahnfahrten, im Lager und vor allem in den Lazaretten mit sich bringt, hinwegzukommen. Als eine der besten Büchersammlungen für diesen Zweck kann da nicht ge- irug auf die ganz vorzüglichen „Wiesbadener Volksbücher" hingewiesen werden, die zu billigem Preise eine reiche Auswahl (174 Nummern) besten Lesestoffes aus allen Gebieten sowohl für Belesene wie weniger. Belesene bringt. Das Ber- seirden und Verschenken dieser auf gutem Papier gedruckten, zum Teil mit Bildern versehenen und in vielen Millionen verbreiteten Bücher ist daher ein Zwerg der Hilfstätigkeft, den man nicht hintenan setzen soll. Probehefte und Verzeichnisse, sind durch jede Buchhandlung zu beziehen
— Kleine Notizen. Die Kommission der KrreEkürsorge der Mittelstandsver-ernigrrng für Mitteldeutschland (Srhün Wiesbaden) veröffentlicht in der vor- lreaenden Nummer einen Aufruf zugunsten eines Weih-, nachtsfestes für Kriec-evkinder.
»
Israelitischer MotteSdienst Israelitische KnItuS- aemeinde (Synagoge: Mickelsberg.) Gottesdi-ast in der
Hauptsynagoge: Freitag: abends 4 Vs Uhr. Sabbat: nrorgens 9 Uhr, Vorbereitung auf die Vereidigung nachmittags. 4 Uhr, abends 5.20 Uhr Gottesdienst im Gemeindesaal: Wochentage: mo gens 8 Uhr. abends 414 Uhr. Die Gemeindebiblrothek ist gcöiffnet: Sonntag von 10 bis 11 Uhr.
Alt - Israelitische Kultusgemeinde Synagoge Friedrichstrahe 33 Freitag: abeirds 414 Uh". Sabbat: rrwrgens 814 Uhr, Vortrag. 10,V* Uhr. Jugendgottesdierrst nachmittags 214 - Uhr, nachmittags • 3 Uhr, abends 5.20 Uhr. Wochentage: morgens 714' Uhr abends 4 Uhr .
Talmud Thora-Verern Wresbaden Nero- stvaße 16. Sablxrt-Eingang 4, morgens 830. Mussaph 9.30 Scknur und Mincha 4.: Ausgang 6.20. Wockerttags: morgens 7.15. Schiur 7 Maarrf 8
Musik» und Vortragsabende.
* Das gestrige - Mittwochs-Konzert in der Marktkirche wurde,mit zwei,bedeutsamen Bachschen Kompositionen eröffnet, der Passacaglia und Fuge ln C Moll und dem Rezitativ und: der Arie" „Ich habe genug" und „Schlummert ein, ihr- matten Augen". Unseren Veliebteü Hofopernsänger "Herrn' Eckard dabei als Bach Sänge zu hören.- bedeutete einen seltenen Genuß Die Hörer waren denn auch ganz von der vertieften schönen Wieder-sabe gefangen genommen. Vielleicht hat manch einer Wagne s AussvruS über den großen ThorNaskontor dabei empfunden: „Will man die wunderbare Eigentümlichkeit.- Kraft und Bedeutung des deutschen Geiste? in einem unvergleichlich beredten Bilde erfassen so blicke man scharf und sinnvoll auf die sonst unerklärlich ätselhafte Erscheinuirg des musikalischen Wunder- rnannes Sebastiarr Bach". Mit dem Va trage von drei biblischen Bildern von Dvorak' wußte sich Herr Eckard weiterhin allseitigen Dank zu sichern Herr Kamme musiker Backhaus hatte dem Korrzert ebenfalls seine Mitwirkuirg geliehen. Der sympathische Cellist bereicherte das Programm in wertvoller Weise mit dem stimmringsreichen „Andante "eligwso" von Oskar Brückner und zwei Stücken von Chovrn Der Sätze aus der Orgelfonate Nr. 2 von Mendelssohn, ivelche außer der Passacaglia noch von Herrn Petersen zu Gehö- gebracht wurden. bildeten mit ihrem kräftieen Grundcharakter eine passende Ergänzung zu den übrigen Darbietungen. -rs-
