Verlag Laaggaffe 21
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BerlmkrSchriftleitung des Wiesbadener Tagilaits: Berlin-Wilmersdorf Güntzelstr. 66, Fernspr.: Amt Uhland 45,0 U.45I. ÄÄÄKÄÄ
Donnerstag, 26 . Hooentber 1914 . 0 l)£tl&sHU$QClb€. Hr. 552 . ♦ 62 . Jahrgang.
Große neue deutsche Erfolge im Osten!
40 000 Gefangene. — Große Kriegsbeute.
Der Tagesbericht vom 26. November.
Unveränderte Lage irnfranzösischer Angriff verlustreich zurückgeschlagen. — Der qrotze Sieg über die Ruffen in polen. — 40000 Russen gefangen. 70 Geschütze, 160 Munitionsvragen und 130 INaschrnengemetzre erobert sowie 30 Geschütze unbrairchbar gemacht. Der endgültige Kusgang des Kampfes noch ausstehend.
WT-B. Großes Hauptquartier, 26. Nov., vormittags. Amtlich.) Die Lage auf dem westlichen Kriegsschauplatz ist unverändert. In der Gegend St. Hilaire und So na in wurde ein mit starken Kräften eingesetzter, aber schwächlich durchgeführtrr französischer Angriff unter großen Kerlustru für den Gegner zurückgeschlageu. Bei Aprcmont mach
ten wir Fortschritte.
In Ostpreußen ist die Lage unverändert.
In den Kämpfen der Truppen des Generals von Mackensen bei L o d z und L v w i c z haben die russische erste und zweite Armee und Teile der fünften Armee schwere Verluste erlitren. Außer vielen Toten und Verwundeten haben die Russen nicht weniger als 40000 unverwundete Gefangene verloren; 70 Geschütze, 160 Munitionswagen, 150 Maschinengewehre sind von uns erbeutet, 30 Geschütze unbrauchbar gemacht worden. Auch in diesen Kämpfen haben sich Teile unserer jungen Truppen trotz großer Opfer auf das glänzendste bewährt.
Wenn cs ungeachtet solcher Erfolge noch nicht gelungen ist, die Entscheidung zu erkänrpfen, so liegt das an dem Eingreifen weite'rer starker Kräfte des Feindes von Osten und Süden her. Ihre Angriffe sind gestern überall.abgewiesen worden. Ter endgültige Ausgang des Kampfes steht aber noch aus.
Oberste Heeresleitung.
Das Scheitern der russischen Gegenoffensive.
Berlin. 26. Nov. Im „B. L.-A." heißt es zu dem Scheitern der russischen Gegenoffensive: Die erfolgreiche Arbeit auf dem russischen Südflügel schreitet rüstig fort. Diese Erfolge östlich von Czenstochau und im Zentrum östlich von Lodz sollten genügen, um dem russischen Oberkommando klar zu machen, daß eine russische Offensive keine Aussicht auf Erfolg mehr habe.
Die Rümpfe in Flandern.
Ein viertes deutsches Heer unter dem Herzog von Württemberg in Flandern.
Bi-. Kopenhagen, 26. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Korrespondent des „Reuter-Bureaus" in S l u i s drahtet, daß die Schlacht in der Front Upern- Dixmuiden an Stärke zunimmt, frische deutsche Truppen marschieren gegen Mern. In Brügge und Ostende sind nur noch schwache Garnisonen. — Der „Times"-Berichterstatter in Flandern drahtet: Ich erfahre aus wohlunterrichteter Quelle, daß die neuen Truppen, die in Flandern unter der Leitung des Herzogs von Württemberg zusammengezogen wurden, ein viertes deutsches Heer darstellen, das seit Kriegsbeginn auf diesem Teile des Kriegsschauplatzes vorgeschickt worden ist.
Sturmwetter und Schneewehen an der belgische» Küste.
W. T.-B. Amsterdam, 25. Nov. (Nichtamtlich.) „Telegraaf" meldet aus Slu i s: Sturmwettev» und
Schneewehen machten die Operationen an der Küste gestern schließlich unmöglich. Gestern abend, war kein Kanonendonner vernehmbar. Die Grenze zwischen Belgien und Seeländisch-FIandern ist nach wie vor streng geschlossen und von dem deutschen Landsturm besetzt. Im Kampfe um Mern hat sich nichts geändert. Der Frost hat aufgehört und der Boden ist wieder, in Morast verwandelt, um so mehr, als es in den letzten Tagen ziemlich ' viel geschneit hat. In Rousselaere herrscht Ruhe. Die Truppenbewegungen nach der
Front und die Ankunft Verwundeter dauern fort. Die Laufgräben der feindlichen Armee liegen an .einigen Stellen nur fünfzig Meter voneinander entfernt. Man hört sich gegenseitig sprechen. Die Soldaten haben in den Laufgräben diel unter dem Wasser und Eis zu leiden.
Ein englischer Bericht über die Lage in No rdmesten.
~ r ’h*?'®, O ^ eu ^ a0Cn ' 26. Nov. Der Korrespondent des ..Daily Chromcle" in Nordfrankreich telegraphiert, daß die vereinigten sranzostsch-englischen Heere vorgestern Gegenstand gewalkt ® f r v 0.F * f f e auf der Linie Upexn-La-Bassee waren. Die Deutschen hätten, bevor sie die Schlacht aufnahmen, große Verstärkungen an frischen Mannschaften und neuen Kanonen erhalten. An Umfang gleichste der Kamps den Schlachten an der Marne und User. Zlvischen dem französischen und cng- liichcn Heere besteht direktes Zusammenwirken, und es würden ganz schwere Kanonen verwendet, die ihre Granaten 16 bis 16 Meilen weit werfen. Das Ziel der Deutschen schiene die Eroberung von Ypern zu sein. Ihre Geschütze richten neue Verwüstungen in der Stadt an. Bis jetzt soll französische Artillerie den Deutschen jedes Vorwärtsdringen angeblich unmöglich gemacht und die Verbündeten sollen an allen Punkten die Angriffe zürückgeschlagen haben. Ein Beweis dafür, daß große Dinge in Vorbereitung seien, sei. die Tatsache, daß die Deutschen vorübergehend den ganz von ihnen besetzten Teil Belgiens vollständig von der übrigen Außenwelt abgeschlossen hätten. Aller Verkehr nach und von Belgien sei verboten. Der gesamte Zugverkehr sei eingestellt. Alles Material werde zur Verfügung der Heeresleitung gehalten.
Die Beschießung Bethunes.
; W. T.-B. Turin, 25. Nov. (Nichtamtlich.) Nach der „Gazette Lei Popolo" beschießen die Deutschen seit dem B.: November täglich sechs Stunden Bethunei Die Bevölkerung flüchtet.
Der „Maulwurfskricg" vor einer Änderung?
Berlin. 26. Nov. Die „Kreuzztg." schreibt: Die Unternehmungen auf dem westlichen Kriegsschmiplah trugen in der letzten Zeit den Charakter eines mühselig e n Stellungskrieges, dein der Kaiser den treffenden Namen „Mäulwnrfskrieg" gegeben hat. Dis nasse Kälte, in die das Wetter dort nach einer Zeit klaren Frostes umgeschlagen war, erschwert unseren Soldaten das Vordringen erheblich, ja, es brachte stellenweise die Unternehmungen sogar zum Stillstand. Hierin scheint mif dem rechten Flügel unserer Aufstellung soeben eine Änbentng eingetreten zu sein. Hoffentlich werden wir bald Gutes erfahren.
Zur Tätigkeit der englischen Schiffe.
lick. Rotterdam, 26. Nov. Der. „Nieuwe. Rotterd. Courant" schreibt aus Oostbnrg über die Beschießung des Hafens Zeebrugge: Die Beschießung.machte auf die.Einwohner einen entsetzlichen Eindruck. Sie flüchteten in hellen Haufen nach Knocke oder landeinwärts. Viele suchten auch in den Kellern Schutz. Vernichtet sind das neuerbaute Palasthotel, das Lotsengebäude und die.Brikettfabrik. Außerdem wurden 17 Privathäuser, 2 Hotels, eine Mühle und eine Kirche durch Granaten getroffen. Hey st ist nicht beschädigt worden: In.Zeebrugge wurden 17 Soldaten getötet.
Der „beabsichtigte Marsch der Verbündeten ans Brüssel".
, tick. London, 25. Nov. Zu der Lage in Flandern bringt die „Times" folgende Schilderung: Die Deutschen haben die gesamte Linie zwischen der Küste und Südflandern derart befestigt, daß der beabsichtigte Marsch der Verbündeten auf Brüssel kein leichtes K u n st st ü ck sein wird. Glaubwürdigen Berichten zufolge soll die gesamte Linie außerdem noch voll k o m men unterminiert.' sein. Die „Times" wirft die Frage auf, ob es unter diesen Umständen nicht besser sei, wenn sich die Verbündeten in Flandern ans die Defensive beschränken und die Offensive zur Befreiung Belgiens weiter südlich beginnen würden. Dasselbe Blatt weiß noch über 6ie vorzügliche Wirkung der englischen Panzerzüge an der Front zu berichten. Diese Züge werden von englischen Schiffsingenieuren bedient und leisten die besten - Dienste für die Truppenverschiebungen innerhalb der. Feuer- : linie. Allerdings sind sie auch der größten Gefahr aus- gesetzt, da ein einziger Treffer den ganzen Zug zur Entgleisung bringen kann.
Große Niedergeschlagenheit in Paris.
Br. Mailand, 26. Nov. (Eig. Dra'htbericht. Ktr. Bln.) Der franzosenfreundliche...Corricre della Sera" erfährt aus Paris: Ebenso wie man im Oktober im größten Optimismus lebte, ebenso pessimistisch sieht man jetzt in die Zukunft. Dazu trägt bei, baß die Re
gierung sich nicht ans Bordeaux heranswagt und daß nach offizieller französischer Erklärung die deutschen Ltreitkräste in Frankreich 50 Armeekorps,' also 2 1 /- Millionen Mann, stark sind.
Die bösen „Gerüchte" in Frankreich.
W. T.-B. Paris, 25. Nov. (Nichtamtlich.) Eine offiziöse Note erklärt, daß in den letzten Tagen falsche Gerüchte über' die Räumung einiger nordfr anzösisch er Städte in Paris umliefe». Die Öffentlichkeit habe den Lügenmeldun- gen glücklicherweise keinen Glauben geschenkt, .Der Militär- goüverneur von -Paris sei übrigens fest entschlossen, mit äußerster Schärfe gegen diejenigen vorzugehen, die sich zu solchen franzosenfeindlichen Umtrieben vergeben.
Der nichtssagende französische Tagesbericht von gestern.
hd. Papis, 26. Nov. Der gestern abend 11 Uhr .veröffentlichte amtliche Kriegsbericht lautet: Der Tag ist ruhig verlausen. Es ist keine Änderung ist der Gesamtlage eingetreten.
Der „Eemps" gegen die Rückkehr der französischen Regierung, lnl. Genf, 26. Nov. Der „Temps" widersetzt sich auf das entschiedenste, einer Rückkehr der französi. scheu Regierung nach Paris. Wenn sich auch die militärische Lage seit der Verlegung der Regierung nach Bordeaux erheblich gebessert habe, so müsse man doch in Betracht ziehen, daß der Feind noch immer große Gebiete von Frankreich besetzt halte.
Die Franzosen vertrösten sich wieder für „einige Wochen."
Die Erwartung der neuen deutschen Offensive.
W. T.-B. Paris, 25. Nov. (Nichtamtlich) Die Zeitungen, die seit Wochen erklärt hatten, die Schlacht an der Aisne habe mit einem Sieg der französischen Armee geendet, der Rückzug der Deutschen in Nordfrankreich stehe bevor, und die Deutschen seien zu geschwächt, um die Offensive wieder aufnehmen zu können, fangen an. die Öffentlichkeit darauf varzubereiten. daß die Wiederaufnahme der deutschen Offensive in großem Umfange bevorstehe. General B onn al erklärt . im „Matin": Wir müssen Joffre noch einige Wochen Frist lassen. Mit Hilfe englischer Verstärkungen und der Altersklasse 1914 und mit genügender Munition werden wir vorwärts marschieren können. Bis dahin genügt es, die Stellungen zu behaupte n.
Oberstleutnant Rousset schreibt irsider „Liberte": Die Schlacht an der Aisne scheint keine ernstlichen Folgen haben zu können, es sei denn, daß künftige Nachrichten andere Schlüsse zulassen und nicht vorläufig nur bedeuten, daß die Deutschen Nachlassen, einen entscheidenden Schlag an den Paris zunächstliegenden Teilen der Front ansführen zu wollen.
Der „Figaro" schreibt: ES ist wenig wahrscheinlich, daß' die Deutschen sich mit der Defensive begnügen werden. Man muß vielmehr glauben, daß sie eine ernstlich stark« Offensive maskieren und vorbereiten wollen. Möglicherweise' setzt die Offensive bald an den von ihnen gewählten Stellen ein, die w i r nicht k e n n e n« Wir können aber versichert sein, daß die Offensive die französische Heeresleitung nicht unvorbereitet treffen wird.
Das Kreuz der Ehrenlegion für die Luftfahrt nach Friedrichshasel,.
tick. Mailand, 25. Nov. Aus Basel wird gemeldet: Dev Gouverneur von Belfort, Therelet. übergab den beiden zurückgekehrten e n g li sch e n-F li e g er n, die den Überfall auf die Zeppelinwerft ix, Friedrichshafen' aüsgesiihrt hätten, das Kreuz der Ehrenlegion.
vom Suezkanal bis zum Ganges.
Dis ans Konstantinopel gekommene Meldung. daß die türkische Armee auf ihrem Vormarsch bis zum Süezkanal vorgedrungen sei. und zwar nach El-Kan- tara. wird, wie wir mitteilten, ans zwei unverdächtigen Duellen bestätigt, nämlich aus italienischer und ans englischer. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß. nachdem es den Türken gelungen ist,' sich in El- Kantara. das am Südnusgang des Mensaloh-Sees liegt, festzusetzen, und wenn es ihnen weiter gelingt, sich in Jsmailia, das am nördlichen Austritt des Kanals mW den Bitter-Seen gelegen ist. festzusetzen, das. Eingangstor znm Kanal von Osten'her in ihre» Händen ist. Nach der einen unten wiedergegebenen Meldung, die wir jedoch mit Vorsicht anfzunehincrr
