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Mittwoch- 25. November 1914. KbENÄ -KU§gQbE. Nr. 550. - 62. Jahrgang.
Oer Krieg.
Oer Tagesbericht vom 25. November.
Unvsuänoerle Lage im westen.- kleine neuen Angriffe Ser englischen Schiffe. — Die russtiche Gegenoffensive im Osten überall ge,chertert.
>V. T.-B. Gro s,c s Hauptquartier, 26. Nov., vormittags. (Alntlich.) Die englischen Schis f e wiederholten gestern ihre Unternehmungen gegen die Küste n i ch t. Die Lage auf dem westlichen Kriegsschauplatz ist unverändert. Bei Arras machten wir kleine Fortschritte.
In Ostpreußen wiesen unsere Truppen sämtlich e russischen Angriffe ab.
. Die Gegenoffensive der Russen ans Richtung Warschau ist in der Gegend Lowrcz-Strykow- Brzezinh gescheitert.
Auch in der Gegend östlich Czenstochau brachen sämtllche russischen Angriffe vor unserer Front z u- fefc nt nt e «. Oberste Heeresleitung.
Russische Meldungen über die deutschen Fortschritte in polen.
Das Zurückwcichen bei Plozk zugegeben.
Br. London, 25. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Blir.) Aus Petersburg wird telegraphiert: Dre Armee ' des deutschen Kronprinzen (auch die Russen ineiuen also, daß der Kronprinz diese Armee führt) hätte in den letzten fünf Tagen Warschau bedroht und sei in beunruhigende Nähe der Stadt gekommen, bis ihr Borrücken endlich aufgehalten worden i wäre. Bei Plozk standen nur zwei russische Armeekorps fünf deutschen gegenüber und nach verzweifeltem Widerstand wurden sic genötigt, sich zurückzuziehen. Sv mußten sie den Weg nach Warschau für die Deutschen offen lassen. Mit größter Schnelligkeit rückten die Deutschen vor, da sie alles einsetztcn, um nach Warschau zu kommen, bevor die Russen Verstärkungen bekommen hätten. Die Russen zerstörten aus ihrem Rückzuge alles, was dem Feinde hätte nützlich sein können und sammelten sich zum werteren W.dcr- standc bei dem Flusse Bsura, wo sic aber aufs neue vor überlegener Hceresmacht welchen mußte».
Der russische Generalstabsberrchl.
W. T.-B. Petersburg, 24. Nov. (Nichtamtlich) Vom Stab des Generalissimus wird mitgeteilt: Der Kampf zwischen
Weichsel und Warthe, der nördlich Lodz den Charakter ä u tz e r st e r Hartnäckigkeit angenommen hat, d a u - : e r t a n. Am 22. November wiesen wir überall die heftigen Angriffe der Deutschen zurück. Von der Seite von W e l j u n traten neue feindliche Streitkräfte mit _ dem Ziel, den linken russischen Flügel zu umgehen, auf. In der Kampfeslinie Czenstochau-Krakau ist keine wesentliche Veränderung eingetreten. In den Kämpfen am 21. November nahmen wir über 5000 (?) Österreicher gefangen.
Der amtliche österreichische Bericht.
Die Schlacht in Russisch-Polen. — Bisher insgesamt 110 000 Kriegsgefangene.
XV. T.-B. Wien, 24. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 24. November, mittags: Dre Schlacht in Russisch-Polen wird bei st r e n g e r K a l t e von beiden Seiten energisch fortgeführt. Unsere Truppen eroberten mehrere Stützpunkte, gewannen insbesondere gegen Wolbrom und beiderseits des Ortes Pilica Raum und machten wieder zah lrcrche Gefangene. Ansonsten ist die Lage unverändert.
Jur Innern der Monarchie befinden sich 1l0 000 Kricgsaefanqene, darunter 1000 Offiziere.
Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs: v. H ö f e r, Generalnrajor.
Eine russische Niederlage zwischen Przemysl und Klomniza.
lid. Budapest, 25. Nov. Wie aus Czcrnowitz gemeldet wird, erlitten die Russen zwischen Przemysl und Klomniza eine schwere Niederlage. Sie gerieten dort zw ischen zwei Feuer und ergriffen, als unsere Truppen auf der ganzen, Linie einen Bajonettangriff machten, in wilder Unordnung die Flucht. Sie ließen zahlreiche Tote und Verwundete zurück. Außerdem machten wir mehrere t a u s c n d G c f a n g e n e.
In Warmaros-Sztget ist der Kanonendonner nördlich von den Karpathen zu hören. Versuche der Russen, in den östlichen Karpathen neuerdings durchznbrechen, wurden von unseren Truppen zurückgewiesen.
Japanische Artillerie vor Przemysl?
hd. Mailand, 25. Nov. Nach einer Petersburger Meldung des „Corriere della Sera" wirkt vor Przemysl
japanische schwere Artillerie mit. Da ein neuer Sturm auf die Festung zu viele Opfer kosten würde, zieht der russische Generalstab die Beschießung vor. (Franks. Ztg.)
Die Wirkung der schweren österreichischen Artillerie.
'W-T.-B. Wien, 24. Nov. (Nichtamtlich.) Aus dem Kriegspresseqnartier wird gemeldet: Bei den jetzt im. Zuge befindlichen Kämpfen in Russisch-Polen hat sich die Wirkung der schweren Artillerie hierbei auf das glän- Z.vndste gezeigt. Die vielen Gefangenen sagen aus, daß- die Wirkung detz schweren Feuers entsetzlich und erschütternd war. Die einfallenden schweren Bomben trieben die Rüssen wie aus, Füchslöchern nach allen Richtungen hinaus. Es kann ohne weiteres gesagt werden, daß der schweren Angriffs- artillerie ein wesentlicher Anteil an dem Erfolg zukam.
Die bisherigen Riesenverluste der Russen.
lid. Wien, 25. Nov. Nach einer indirekten Meldung betrugen die Verluste der Russen bis zum 1. November 327000 Tote, 325000 Verwundete und 2 320 0 0Gefangenc.
Die französischen Verluste bis 1. November.
. Br. Bern, 25. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Die Verluste der Franzosen in diesem Krieg bis zum 1. November betragen nach zuverlässiger Mitteilung 130 000 Tote, 370 000 Verwundete und 167 000 Gefangene. (In deutschen Lagern waren vor Woche n schon etwa 20 000 französische Gefangene mehr.)
Deutsche Verstärkungen für Upcrn.
W. T.-B. _ Amsterdam, 24. Nov. „Telegraaf" meldet aus Sluis vom 23. November: Den ganzen Sonntag über wurde Geschützfeuer gehört, sowohl von Ae er als auch von Upern und Dixnrniden her. Der Eindruck, daß die Kämpfe i m m e r heftige r w e r- d en. wird durch die fortwährenden Truppenbewegungen^ verstärkt. Frische Truppen marschierten in großer Zahl nach Wern. Unter ihnen sah man bisher ganz unbekannte Uniformen ans einer Art grauen Samts.
Günstige Gelegenheit für die Flieger in Nordfrankrcich.
W. T.-B. London, 24. Nov. (Nichtamtlich) Die „Times" melden aus Nordfrankreich, daß dort die Atmosphäre ruhig '.st, wodurch den Flugzeugen reiche Gelegenheit zur Betätigung geboten ist. Die deutschen Tauben haben davon ausgiebigen Gebrauch gemacht.
Die Beschießung von Zeebrugge durch die englischen Schiffe.
W. T.-B. Amsterdam, 25. Nov. (Nichtamtlich.) „Telegraaf" erfährt aus Sluis über die Beschießung bon Zechrugge durch die englischen Schiffe: Die Schiffe erschienen am Montag ungefähr 2 Uhr nachmittags. Das Wetter war nebelig. Die Schiffe blieben schätzungsweise.6 K i Iom eter von der Küste und eröffneten ein heftig es Feuer, zuerst auf Zeebrugge, dann auf H e y st. Vor Heyst richteten sie das Feuer auf die in den Dünen aufgestellten Batterien sowie auf die Hotels, in denen die Deutschen eingnartiert sind. Die Beschießung war, gewaltig. Die Deutschen erwarten heute artilleristische V c r st ä r k u n g.
Ter Bericht von Augenzeugen.
stcl. Amsterdam, 25. Nov.. Die in der holländischen Presse öfter verzeichneten Gerüchte, daß die Deutschen aus Zeebrugge eine Basis für die, Operationen
gegen England machten, und daß bereits Unterseeboote dorthin gebracht worden seien, sind, wie man hier glaubt, Anlaß dazu, Laß die Engländer versuchen,
. die dortigen Hafenanlagen zu vernichten. Über die gestrige Beschießung meldet der Korrespondent, des „Maßbode" in Sluis: Eine schreckliche Kanonade, so
s ch wch r, wie man sie hier noch niemals seit Ausbruch der Feindseligkeiten vernommen hat, machte Fenster erzittern und Türen aufspringen, Auch hörte man wiederholte Explosionen, deren Donner noch , mehrere Sekunden lang anhielt. Es wurde mir gestattet, einen Turm zu besteigen, ans dem sich auch die Militärbehörden in Sluis befanden. Rechts vom Turm, der eine Viertelstunde von Knocke entfernt, in Richtung Zeebrugge steht, sah man aus dem grauen Nebel, der die Küste unsichtbar. niachte, wiederholt Helle Flammen brechen. Dann und wann schien es, als ob Feucrbälle landeinwärts flögen. Personen, die gut nsit der Lage der Orte an der Küste bekannt sind, sagten, daß ohne Zweifel Zeebrugge in Brand geschossen sei. Plötzlich schoß eine gewaltige F e n e r s anle hoch in die Luft. Ein Gasbehälter war explodiert. Gegen den roten Hintergrund der lodernden Flammen sah man die dunkle Silhouette eines massiv vorgestreckten Gebäude?. Ein Einwohner von Zeebrugge erkannte es als die Koksfabrik von Rombach, in deren unmittelbarer Nähe Gas- und Benzintanks stehen. Bis 4 Uhr dauerte die Beschießung mit unverminderter Heftigkeit an. Darauf lvnrde sie schwächer, um allmählich ganz aufzuhören. Die Militärbehörden meinten. daß deutsche Artillerie an der Küste das Feuer beantwortete.
Die Gefahr für vlankeuberghe.
W. T.-B. Rotterdam, ,24. Nov. (Nichtamtlich) Dev : „Rotterd. Courant", meldet aus Oostburg: Am 23. November wurde den Bewohnern von Blanienberghe bekanntgegeben, daß' sie sich entfernen, sollten, da man eine. B eschi eßun a der K ü st e erwarte.
Die Beschießung von Betbune.
bä. London, 24. Nov. Von der holländischen Grenze! wird gemeldet: über die Beschießung von Be'thune berichtet das Reuterschi 'Bureau, daß das Bombardement nun bereits zwanzig Tage dauere, im großen und ganzen sei jedoch nur wenig Schaden angerichtet worden. Nur 5 Personen seien getötet worden.
Kus einem französischen geldpostbrief.
TU. Paris, 24. Nov. Der „Figaro" veröffentlicht beit Feldpostbrief eines Fnfanterie-Ha u p t m a n n s, dev u. a. schreibt: Die Situation ändert sich nur sehr wenig, höchstens daß die Zerstörung fortschreitet. Systeniatisch bosnbardreren die Deutschen alles in Grund und Boden, die leiseste Gelegenheit benutzen sie zu Sturmangriffen, und mail niüß anerkennen, daß sic von g e r a d e z u. w itn d er bar e m M ute beseelt sind. Könnte man nur eine ^ Verständigung mit ihnen erzielen, aber ich fürchte, daß tu Deutschland ein wahrer Fanatismus für diesen Krieg herrscht, besonders gegen die Engländer, die jenseits des Rheins Verräter genannt werden. Die Deutschen sind sehr stärk, sie haben alles vorausgesehen und nichts vergessen. Selbst jenen geheimnisvollen E n t h u s i a s m u s haben sie zu schaffen verstanden, der diese Leute auf so großartige Weise in den Tod gehen läßt. Glücklicherweise (?) lvird das Vordringen der Russen uns endlich gestatten, aus unserem Winkel her- auszukommen, den Regen und Schnee, schon unbewohnbar! machen.
Ein Urteil des Krhrn. v. L. Goltz über die Lage,
Berlin, 25. Nov. Der „Voss. Zig." zufolge meldet der Berichterstatter des „Hamburger Korrespondent", daß der Gene- ralgonverneur Freiherr v. ü. Goltz, als er jüngst die Truppen: im. Schützengraben aufsuchte und dabei über ein freies Feld gehen mußte, Von einer feindlichen.K n g e l. getroffen, und im Gesicht verwundet wurde. Der Generalgonverneur.erklärte, .daß die deutschen Truppen sich einfach >v u » d e r v o l l. geschlagen und die ungeheuren Strapazen mit B e g e i st e r ü n.g .ertragen Haben. Es gehe, gut vorwärts,' auch an der User. Die Feinde kämpfen mit dem Mur der Ver-zwei,f- l un g.' denn sie wüßten, was davo n. ab hä n.g e, wenn wir an der'Küste seien. Aber wir wsirden es schaffen. Zu dem Eingreifen der Türken erklärte Freiherr v. d. Goltz, daß wir einen fanatischen und zähen Bundesgenossen gewonnen Hab.-.','!. Die .Türken würden der.Welt beweisen, daß der Ruhm thrcr/Tapferkeit ewig bestehen, bleibt.
Vermutungen: eines Schweizer Miiitärkritikcr.s.
K-'. Bern» 25. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Den militärische Mitarbeiter des „Berner Bund" schreibt: Dis französische Heeresleitung hat .vielleicht.wieder den'Plan hervorgezogen, das französische Heer in dem Festungsgürtel D elfo r t - Ep i n al - Lange es - D i j ou,- P csau <> o n, int weiteren Sinne aus der Movrän-Stellu»ig„ die zugleich den Süden und Südwesten Frankreichs decke, ^gu sammeln. Ein solcher Rückzug würde den.Verzicht auf die.Deckung der Kaualküstc in sich schließen. Die Kricgsführung der Verbündeten werde überhaupt dadurch beeinflußt, daß die militärischen Interessen Englands und Frankreichs im einzelnen Falle durchaus nicht übereinstimmen«
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