Nr. 549. MAtwoch, 25. November 1914.
Wiesbadener Tagblatt.
Morgen-Ausgabe. Erstes Man. Seite 5.
reichnng des bedeutsamen Zwecks der Zählung hängt zum großen Teil von der Mithilfe der Bevölkerung ab. ^An sie wird daher die dringende Bitte gerichtet, das Zählgeschäft durch bereitwilliges Entgegenkommen den Zählern, Ortsbehörden ufw. gegenüber zu erleichtern. Es bedarf einer großen Zahl frei- williger Zähler, die bei der Ausübung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit die Eigenschaft von öffentlichen Bell m t e n besitzen. Es steht zu erwarten, daß, wie bei früheren Zählungen, so auch diesmal sich in genügender Zahl Personen finden werden, die bereit sind, dieses Ehrenamt zu übernehmen; sie würden damit dem allgemeinen öffentlichen Interesse einen wesentlichen Dienst leisten. Die Aufbereitung der Ergebnisse der Zählung geschieht durch das Königl. Preußische Statistische Landesamt in Berlin SW. 68, Lindenstraße 28, das zur Behebung etwa auftauchender Zweifel auf jede Anfrage bereitwilligst Auskunft erteilen wird. Eine etwaige Veröffentlichung der Ergebnisse wird so gehalten werden, daß darin die Angaben des einzelnen Haushaltungsvorstehers in keinem Falle mehr erkennbar sind.
Arbeiter nach Belgien.
Durch das hiesige Arbeitsamt wurde eine größere Anzahl Arbeiter zu günstigen Bedingungen^ nach Belgien vermittelt. Der erste Transport von etwa 70 Arbeitern ging -heute nacht über Köln ab. Von der Stadt wurden die Leute mit auskömmlichem Zehrgeld und der kalten Witterung entsprechend mit je zwei wollenen Decken versehen.
— Wie sich ein sechzehnjähriger Wiesbadener Kriegsfreiwilliger das Eiserne Kreuz erwarb. Ein Beweis für die Tüchtigkeit unserer jüngsten Kriegsfreiwilligen bildet der folgende Auszug aus einem Feldpostbrief, den man uns zur Verfügung stellt: „Am Abend kamen wir zur Ablösung in den Schützengraben, der etwa 800 Meter von unserem Quartier entfernt war. Durch Laufgräben langten wir dort an. Vom Feind hörten und sahen wir die ersten zwei Stunden überhaupt nichts. Plötzlich aber begann ein lebhaftes Gewehrfeuer. Die Kugeln pfiffen, und neben und über uns platzten Schrapnells und Granaten. Da wir Befehl hatten, nicht zu schießen, saßen wir, ohne uns zu rühren, hinter unserer Deckung. Plötzlich konnten wir aber trotz der dunkeln Nacht kaum 80 Meter vor uns dunkle Gestalten erkennen. Die Engländer machten einen Angriff. Da kam der Befehl: „Lebhaftes Feuer!", und wie die Wilden feuerten wir drauflos. So währte es eine volle Stunde. Der Angriff war ohne Verluste unsererseits zurückgeschlagen, da die feindlichen Kugeln durchweg zu hoch gingen. — Donnerstag, den 20. Oktober, abends 7 Uhr, wurden wir abgelöst und gingen ins Quartier zurück. Doch schon uni 11 Uhr wurden wir wieder alarmiert. Es ging zum Sturm vor. Unter schweren Verlusten gewannen wir 400 Meter Feld und mußten den gewonnenen Schützengraben 48 Stunden ohne Ablösung verteidigen. Da die Verluste an diesem Abend aber zu groß waren, so mußten wir uns durch Laufgräben und Wiederanlegen von Schützengräben Vorarbeiten. Am Sonntag, den 8. November, hatte ich mich freiwillig zur Patrouille gemeldet, und zwar bekam ich den Auftrag, zu erkunden, wo der Feind sei, wie weit entfernt und wie er befestigt sei. Es war dies ein wichtiger, aber auch sehr gefährlicher Auftrag. Ich konnte mich unbemerkt bis auf 10 Meter an den feindlichen Schützengraben heranschleichen und zur vollsten Zufriedenheit unseres Bataillonkommandeurs meine
Aufgabe erledigen. Es war mir sogar möglich, mit einer Drahtschere einen Teil der angelegten Drahthindernisse zu entfernen. Zur Belohnung habe ich zu meiner großen Freude das Eiserne Kreuz erhalten. Hoffentlich habe ich Glück und kann mich auch fernerhin verdient machen." Der tapfere junge Mann ist der Sohn Ernst des Zimmermeisters Friedrich Nort- mann, Rauenthaler Straße 8.
— Sein SOjähriges Doktorjubiläum beging gestern Obcr- regierungsrat Dr. Robert Paehler in Kassel, der Leiter des höheren Schulwesens in der Provinz Hessen-Nassau. Dr. Paehler feierte in diesem Sommer sein öOjähriges Dienstjubiläum.
— Personal-Nachrichten. Der bei der hiesigen Einkommen- steuer-Veranlagungskommission als Hilfsarbeiter beschäftigte Gerichtsassessor Stäglich ist unter endgültiger Übernahme m die Verwaltung der direkten Staatssteuern zum Regierungs- assessor ernannt. — An Stelle des verstorbenen Justizrats Jonas wurde Rechtsanwalt Daun zum Königl. Notar am Amtsgericht in Weilburg bestellt.
— Der Verkehr mit der Feldpost. Unter diesem Titel ist im Verlag der Münchowschen Hof- und Universitätsdruckerei Otto Kindt in Gießen ein billiges Heftchen erschienen, in welchem das amtliche Material mit Versendungsvorschriften, Tarifen und Formularmustern für den Verkehr mit der Feldpost zusammengestellt ist. Weiter enthält das Heftchen, das durch jede Buchhandlung bezogen werden kann, Vorschriften kür Weihnachtsvakete ins Feld.
vorderichte über Kunft, Vorträge und verwandtes.
* Konzert. Für das heutige Mittwochs-Konzert in der Marktkirche, desien Reinertrag wieder zum Besten des Roten Kreuzes bestimmt ist, haben ihre Mitwirkung freundlichst zugesagi: Hofopernsänger Eckard und Kavl Backhaus Königl. Kammermusiker (Cello). Es gelangen zum Vortrag Passacaglia in C-Moll für Orgel von Bach und die Orgelsonate Nr. 2 von Mendelssohn. Rezitativ und Arie für Baß: „Schlummert ein, ihr matten Augen" von Bach sowie drei biblische Lieder von Ävorack, die erstmalig zu Gehör kommen; Andante religioso von Oskar Brückner sowie zwei Präludien von Chopin für Cello. Die Entnahme eines Pro- gvanrmes zu 10 Pf. berechtigt zum Eintritt, für Soldaten aus hiesigen Lazaretten ist der Eintritt frei.
* Bortrag. Mittwochnachmittag 5 Uhr wird im „Rheinbotel" Fräulein Ilgen, eine sehr gute Erzählerin, von den Leiden und Freuden einer Autofahrt durch FeindeslanD sprechen. Mutig hat sie und ihre Freundin alle Unbeguem- lichkeiten und Gefahren ertragen. Mitglieder des Stimm- recktsvereins Heffen-Nasian und Gäste sind freundlichst ern- aeladen
Kus dem Landkreis Wiesbaden
— Dotzheim. 24. Nov. Das Ersatz-Bataillon" Landwehr-Jnfanterie-Regiments Nr 80 veranstaltet am Sonntag, den 28. November, pünktlich nachmittags 41/2 Uhr im Sacklbau „Deutscher Kaiser" in Dotzheim, ansgeführt von den Angehörigen des Bataillons, ein Konzert zum Besten der Angehörigen der im Felde stehenden Krieger von Dotzheim. Auf dem Programm stehen Märsche, Flöten-, Klavier- und Tromvetensoli, Lieder für Tenor und Baß usw.
§vort und Luftfahrt.
er. Freiwilliges Schneeschuhläuferkorps in Deutschland.
Neben dem Bäuerischen Skiverband, dem Skiklub Schwarzwald und dem Skiklub Mannheim-Ludwigshafen sind jetzt auch die sämtlichen Harzer Skivereinigungen der Anregung des Deutschen Skiverbandes gefolgt und haben in einer kürzlich in Goslar abgehaltenen Sitzung beschlossen, ein Frei
williges Schneeschuhkorps der Heeresverwaltung zur Verfügung zu stellen. Es wurde beschlossen, sofort die Werbetätigkeit zu beginnen und sich mit dem preußischen Kriegs- Ministerium und dem Generalstab in Verbindung zu setzen. Sämtliche Mitglieder des Freiwilligen Korps werden als Kriegsfreiwillige ohne Rang betrachtet. Seitens des Oberharzer Skiklubs wurde sofort eine Summe zur Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen zur Verfügung gestellt. Auch sollen für die allerorts bestehenden sogenannten Jugendkompagnien Skikurse veranstaltet werden. Bereits jetzt liegen für das Harzer Freiwillige Schneeschuhkorps viele Meldungen vor. Weitere Anmeldungen nimmt entgegen der Schriftwart des Oberharzer Stiklubs, Lehrer A. Friedrich in Clausthal.
sn Gefallene Sportsleute. Von der Mainzer Rudergesellschaft ist der erfolgreiche Rennruderer Schattka gefallen. — Von bekannten Fußballspielern fielen S e y b 0 d. de. ausgezeichnete haWinke Stürmer des Dresdner Fußballklubs Ring._ .
Briefkasten.
2 Öt< SchrifNrituna de» Wiesbadener Taablatts beantwortet nur fcdrMiche niragen im Briefkasten, und zwar ohne Reäittzverbindlickkeit Besvrfchungea tiiuiven nickt aewäbrt werden »
Marie. Unterhaltsberechtigt ist nur. wer außerstande ist. sich selbst zu unterhalten. Wenn Jh.e Tochter imstande ist, ihren Unterhalt selbst zu erwerben, so brauchen Sie ite Unterhalt nicht zu gewähren. Unterhaltspflichtig ist nicht, wer bei Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen außerstande ist. ohne Gefährdung seines standesmäßigen Unterhalts einen solchen zu gewähren. Wenn Sie Ihre Einkünfte selbst brauchen zu Ihrem standesgemäßen Unterhalt, so kann die Tochter nichts von Ihnen verlangen. Ein Widerspruchsrecht gegen die Veräußerung der Juwelen usw. haben Sie unseres Erachtens nicht. Auch kann die Tochter über das Geld verfügen.
A. B. Da ein schriftlicher Mietvertrag nicht geschlossen ist, gilt der Vertrag nach 8 666 des BGB nur für ein Fahr; er geht also am 30. April zu Ende. Vermieter wie Mieter müssen die Mietzeit ausüalteu und können nicht aus den 1. April kündigen. Einen Rückcrsatz der Kosten werden Sie nicht verlangen können, auch nicht aus dem Gesichtspunkt der Bereicherung. Sie hätten, vorsichtiger sein und den Vertrag für längere Zeit schließen müssen.
O. W. Die Frage läßt sich wegen der juristischen Schwierigkeit in dem Briefkasten nicht beantworten. Sie müssen sich an einen Anwalt wenden, der nur nach Lage der tatsächlichen Momente, insbesondere nach Kenntnis des Ver- tatcpg und der Gesellschaftsbeschlüsse ein Gutachten abgeben kann. Jedenfalls muß Fahrlässigkeit bezw Arglist vmliegen. Wenn eine Schadensersatzpflicht geltend gemacht werden soll, muß deni Betreffenden ein Verschulden nachgewiesen werden.
R. Wenden Sie sich an die Ortskrankenkasse, Wücher- stvaße 12.
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Handelsteil.
Getreidemarkt und Höchstpreise.
Nach dem kurzen Getreidewochenberiobt *'f r0 ^ ncll | qfftiip des Deutschen Landwirtschaftsrats vom u. dis S£ k November zeigt der Getreidemarkt immer noch eme ruhige. abwartende Haitune. Die Landwirte .waren bis in die letzte Zeit hinein auf den Feldern Rüberabfuhr. Eindecken der Mietern. Dumsfahren 'aiid Pflueen. alles dringende Arbeitern, die bei dem Hansel an Gesoaim n. an Kohlen und an geeignetem Personal mehr Zeit als in
Anspruch nahmen und vor Eintritt des Winters werden mußten. Die Landwirte wissen, daß mit dem A bwarten nichts zu gewinnen ist. und daß sie un Falle oraer Besch nähme ihrer Vorräte keinesfalls auf den H o c h s t n r e i s zu rechnen haben. Sprechen also schon Vemunftegrunde gegen ein Zurückhallen, so darf man von der vatnovsohen Ge- snrnung unserer Landwirte mit Sicherheit . erwarten, oali st nicht zögern werden, ihr Getreide nunmehr in stärkerem umfange den Märkten zuzuführen. Ob dann aber die K 1 a gen des Handels verstummen werden, ist eine andere rrage. Die seitens des Hand’elsministers getroffene Entscheidung, ams die Mühlen ab Stationen kaufen .dürfen, was m der raxis einer Überschreitung der Höchstpreise gleichkommt dem Handel etwas mehr Bewegungsfreiheit gibt, hat <be m Berliner Börsenkreisen herrschende Unzufriedenheit eher ^menn ms vermindert. Die westlichen Mühlen entfalten nämlich an den Einkaufsstationen eine reffe Kaufiäfciffkeit. und da sie onen- drein noch hohe Emkaufeorovisictnen bewüßten, so cesiaaiei sich der Bezug für den Berliner Platz zurzeit sehr schwierig. Hinzu kommt, daß der Verkauf seitens der Landwirte vieltacn in Tausch gegen Lieferung von Kleie direkt an die Mücken erfolgt, auch soll es Vorkommen, daß Warenbesitzer (Landwirte und Händler) ihr Getreide eegen Vergütung ausmahlen lassen, um durch den Verkauf des Mehles und der Kleie eine bessere Verwertung herauszuwirtschalten. Durch diese und andere, nicht direkt gegen die. Vorschriften verstoßenden Maninulationen sieht der Handel sich zum teil ausgesohaltet oder muß sich mit einem geringeren Nutzen zufrieden geben. Wenn aber am Berliner Markte m der Berichtswoche keine Preisfeststellungen erfolgen, so heißt das nur. daß zu den Berliner Hochstoreisen Umsätze nicht bekannt geworden sind: wähl aber kamen mehrfach Geschäfte ah Stationen zu Höchstpreisen zustande, wobei es sich allerdings meist um direkte Käufe seitens der Mühlen handelte. Von Roggen lag schon etwas mehr Material vor. aber auch darin erschweren die geschilderten Verhältnisse den Händlern das Geschäft Ebenso läßt sich Hafer zurzeit günstiger ab Stationen als auf Grund der Berliner Höchstoreise verwerten. Für Gerste bestand wieder lebhafte Nachfrage zu Futterzwecken. während Ware unter 68 Kilogramm ear nicht schwere Ware nur snärlidh an geboten war: besonders fest war die Stimmung in Hamburg, wo schwere Gerste 290 M. und darüber erzielte. Es stellten sich die Preise am letzten Markttage (23. November) in Mark Der 1000 Kilogramm wie folgt (die Hödhstcreise sind in Klammem beigefügt):
T1T _ *__ V? n_.
lerlin . . > iaozig . . ’osen . . . . treslau . . . lofltook . . . lamhurg , . Iresden . . •eipzig . . . !öln . . . . Frankfurt a.M. fannheim . iünohen . .
Weizen
— (260) TU (262)
- i2S0; 217-252 (252) 252-255 (268) 267 -270 (268)
265 (2(16),
260 265 (265)
- (276)
275 (275)
276 (276)
277 (277)
Koggen
- ( 220 ) 210 ( 212 ) - ( 210 ) 207-212 (3X2) 205 210 (218) 227 228 (228) 325 (225)
220 -225 (225)
- (236)
- (215)
236 (236)
237 (237)
Gerste
Uber (t kg
Hafer
205
283—295 211 262 211-250
234—356
( 212 ) (207) (205) 197 202 <204) 200 -201 ( 210 ) 217 (217)
208-212 (212)
- (2(4)
- ( 221 ) 220-221 (223) 219 220 (220) 215-220 (220)
Nene Vorschläge.
$ Berlin. 24. Nov. In der vorgestrigen Sitzung des Berliner BörsenVorstandes (Abt Produktenbörse). aa der sich
auch der Staatskommissar. Geheknrat Fischer, beteiligte, fanden Beratungen über die HödhstDreisverorömingen statt, die zu manchen neuen Vorschlägen führten. So soll dem Käufer gestattet sein, dem vermittelnden Agenten ein halbes Prozent Kommission, dem Zwischenhändler unter Aufgabe seines Veikäufers 1% Proz.., einschließlich sämtlicher Agenten- soesen über den Ilöchstüreis zu bewilligen. Für Gerste wurde beantragt, unter Aufhebung jeder Gewichtsgrenze, fortan den Höchste reis im Großhandel auf 216 M. und den für Braugerste, bei der der Verwendungszweck nachzuweisen ist, auf 245 M. festzusetzwi. Für Hafer soll ein Preis für Großhandel und für.Kleinhandel festgesetzt werden. Dasselbe soll für Kleie erfolgen: auch bezüglich Futtergerste wurde der Vorschlag gemacht. Kleinhandelspreise festzustellen. Vorschläge, für Hafer die Pari täten reise neu zu ordnen bezw. einen ermäßigten Bahntarif zu gestatten, lagen vor: ebenso wurde vorgeschlagen. Sommerweizen zur Saat von den HödbstDreisen auszunehmen, da sonst die Händler keinen Anlaß hätten, solchen bis zum Frühjahr aufzubewahren und die Ware zur Saat fehlen könnte.
Die österreichische Kriegsanleihe.
Etwa 1% Milliarden gezeichnet
W. T.-B. Wien, 24 Nov. (Eig. Draßitbericht) Mit Rücksicht darauf, daß eine Reihe der beabsichtigten Zeichnungen noch nicht formell zur Durchführung gebracht werden konnten, ferner darauf, daß bei den Korporationen für die formelle Durchführung der Subskription an bestimmte Vorschriften gebundene Beschlußfassungen einzuholen sind oder gerichtliche Genehmigungen erwirkt werden müssen, hat der Finanzminister gestattet, daß bei der Po st Sparkasse und sonstigen Zeichnungsstellen auch nach Ablauf der Subskriptionsfrist noch nachträglich Zeichnungen erfolgen dürfen. Nach vorläufiger Zusammenstellung des Postsparkassenamtes weisen die bis zum Vormittag eingelaufenen Zeichnungen auf die Kriegsanleihe rund 1 441 000 000 Kronen auf. (Auf die ungarische Kriegsanleihe sind, wie im gestrigem Abendblatt gemeldet, bekanntlich bisher über 800 Millionen Kronen gezeichnet worden.)
Berliner Börse.
$ Berlin, 24. Nov. (Eig. Drahtbericht) Wenn auch neue Nachrichten von den Kriegsschauplätzen nicht vorliegen, so tat dies der zuversichtlichen Grundstimmung keinen Abbruch. Was die wirtschaftliche Lage anbelangt, so zeigt man sich von dem (in der heutigen Morgen-Ausgabe mitgeteilten) Marktbericht des Roheisenverbandes, nach dem die Geschäftslage günstig bleibt, befriedigt. Im Zusammenhang mit dem günstigen Verlauf der österreichisch-ungarischen Kriegsanleihe-Zeichnungen (vergl. Meldung in der gestrigen Abend-Ausgabe) trat Interesse für Rentenwerte, namentlich für Reichsanleihe und Kriegsanleihen, hervor. Daneben zeigte man sich noch interessiert für verschiedene Werte von Kriegsmaterial und Wollgesellschalten sowie einigen Ultimowerten, doch waren die Abschlüsse hierin geringfügig. Banknoten waren still und zumeist unverändert. Tägliches Geld 5 bis 4% Proz. Privatdiskont 5 5 /s Proz.
Indnstrie und HandeL
* Die Pfälzische Nähmaschinen- und Fahrräderfabrik vorm. Gebrüder Kayser, Kaiserslautern, wird im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Dividende von 4 Proz. (i. V. 12 Proz.) verteilen.
.... Preisfestsetzung für Rohhäute. Nachdem von der Be- Hoiae die Häute und Felle beschlagnahmt worden sind, die cmrch ehe Verwertungen zur öffentlichen Versteigerung gebracht ■ werden, sollten, finden ietzt Verhandlungen statt, um die
Höchstoreise für diese Häute festzusetzen. An den Verhandlungen nehmen die Vertreter des Verbandes der deutschen Hjäuteinteressenten und der Häuteverwertungsvereinigungen von Süd- und Westdeutschland teil. Und zwar sollen die Notierungen zunächst auf November festgelegt werden. Anfang Dezember erfahren die Notierungen dann eine konjunktur- gemäße Änderung.
Versicherungswesen.
* Vorhand deutscher Lebensversicheninas-Gesellschaften.
Der Verband deutscher Lebensversicherungs-Gesellschaften hielt am 20. November 1914 in Berlin seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ah. Sie beschloß, um der Organisation des Verbandes ein festeres Gefüge zu geben, die Eintragung des Verbandes ins Vereinsregister. Der bisherige Vorsitzende des Verbandes. Regierungsdirektor v. Rast). München, wurde wiedergewählt. Zu seinem Stellvertreter bestimmte die Versammlung Hofrat Dr. Walther-Leiozig. Zum Vorstand des Verbandes wurden Wirklicher Geheimer Rat Hauß als Verbandsdirektor und Generalsekretär Dr. Meltzing als dessen Stellvertreter gewählt Außer internen Verbandfe- fragen und dem Entwurf der neuen Satzung erörterte die GeneralVersammlunlg verschiedene Eiragen, die durch den Ausbruch des Krieges aktuell geworden waren
Kartoffelmarktberieht.
Vom 23. November 1914 von der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirtschaltsrats. .Inländische Märkte. Kartoffel- preise nach Angaben der Kartoffelhändler in Wagenladungen von 10 000 kg in Mark für 50 kg.
Orte
Esskartoffeln
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Andere
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Sorten
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(Bruce,
Up to date)
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2.90-3 25»)
3.50-3.75
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i) Wohltmann.
Die rNorgen-Ausgabe umfafjt 10 Seiten
und die Verlagsbeilage „Der Roman".
Hauptschristleiler: A. HegerHorst.
Verantwortlich iür den politischen Teil: Dr. phil. G. Schellend erg: für de» Unterhalinngsteil: B «.Nauendorf: für Nachrichten aus Wiesbaden mid den Nachbardezirlen: I. B.: H. Diefenbach: für..Gerichtsmal": H. Diefenbach: für „Sport und Luftfahrt": I. B.: C. Losacker: für „Bermi chtes" und den „Briejlaften": C. Losacker. für den Handelsteil:.W. Etz: für die Anzeigen und Reklamen: H Dornauf; sämtlich in Wiesbaden.
Druck und Verlag der L. SchellenbergIch-» Hos-Bnchdruckerei in Wikidotzg«.
