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..Tagdlatr-Haus". .

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„Tagbl-tt-Haus" Nr. KS50 -53.

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Vienslny 24. November 1^4. Nr. 548. . 52. Jahrgang.

Der Krieg.

Die Kritische militärische Lage der Verbündeten in holländischem Licht.

hd. Amsterdam, 23. Nov. Die mMärrsthe ^age an der User wird van den Fachleuten der holländischen Presse über­einstimmend als kritisch für die Perburweten apsesehen Dl« Lage müffe sich in Kürze zugunsten der Deutschen wenden Die Fronzasen und Engländer > bl. -

d e -l i m i e r t Ein Anariff der Deutschen mit fmscher Krast würde die Niederlage der verbündeten Armeen her­beiführen. ....

Kanonendonner an der Küste.

W.T.-B. Rotterdam, 23. Nov (Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant , bürg von heute: Seit Samstag wird wmder Tag und Nacht Kanonendonner aus sudwestlickler Richtung gehört.

Das markierte vertrauen.

Br. Genf, 24. Nov. <Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die französischen Zeitungen schweigen sich im allgemeinen über die Lage im Westen aus oder verhalten sich wenigsten^ ab­wartend und versichern, die ftanzösische Armee erwarte festen Fußes und voll Vertrauen die neue deutsche Offensive, wo immer sie a'ich stattfinden möge: Auf der

Linie Dixmuiden-Dpern — mau glaubt, daß die Deutschen den Marsch auf Calais keineswegs aufgegeben haben — an der Aisne oder im Gebiete von Svisions.

Der französische Bericht vom Montagnachmittag.

Br. Genf, 24. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ätr. Mn.) Der amtliche französische Bericht von Montagnachgnittag 3.20 Uhr lautet: Der gestrige Tag, Sonntag, war durch ein hef >

tiges Artilleriefeuer ausgezeichnet, das der ereind besonders auf Dpern richtete, dessen Kathedrale, Halle und zahlreiche Häuser in Brand geschaffen wurden, sowie auf Soissons uud Reims. In den Argonnen war der Kampf sehr heiß. Der Feind unternahm s e h r heftige Angriffe, die. zurückgeschlagen wurden: (Unsere Be­

richte sagen das Gegenteil. Schriftl.) Im Woevre und in den Vogesen ist die Lage unverändert.

Das Wasserschlachtfeld im Asergcbiet.

Amsterdam, 23. ,Nov. Ein holländischer Ingenieur für Wafferbauweseu, der sich längere Zeit in Ostende aufgehalten hat und der Gelegenheit hatte, das von den Verbündeten unter Wasser gesetzte Kampfgebiet zu besichtigen, schildert in anschaulicher Weise und mit hoher Ancrkennuvg für die r i e s e n b a f t e n Anstrengungen der deutschen Truppen den Kamps in diesem WafferMachtseld. Er schreibt: „Es ist unglaublich, mit welcher Zähigkeit die Deutschen auf dem Gebiet kämpfen, das die Belgier gänzlich unter Wasser gesetzt babcn. Eg ist eine Riesenarbeit für die deutschen Pioniere und die deutsche Artillerie, den Kampf gegen diese natürliche Festung zu führen. Der durchweichte Boden macht die Aus­stellung von Geschützen beinahe unmöglich, Trotz der schreck­lichen Überschwemmung von Ramscavelle sind die Deutschen durch keine- Angriffe der Verbündeten von der Stelle zu brinaen. Diele natürliche Verteidigung ersten Ranges bildet das Haupthindernis dafür, daß die Deutschen , nicht bereits entscheidende Erfolge gegen die Verbündeten erzielt haben.

(S-ttt italienisches Urteil.

24. Nov.. Das „Berl. Tageblatt" meldet ans Genf: Nach italienischen Meldung-en soll ein Er­folg der deutschen Armee bei Ypern bevorstehen.

Ein-' neue Phase der deutschen Operationen? bd Chrisiiania, 24. Nov. Aus Paris wird gemeldet: Französische Militärschriftsteller, die in der leitenden Pariser Presse den Krieg kommentieren, heben hervor, daß die Schlacht an der oberen User jetzt, praktisch gesprochen, beendet sei und daß die Operationen der Deutschen vor einer neuen Phase stehen.

was die Seinöe erwarten.

Br. Haag, 24. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die Londoner „Daily Mail" meldet aus Dünkirchen: Etwas

Neues scheint von den Deutschen geplant zu werden. Sie fahren schwere Artillerie zwischen N i e u p o r t und O st e u d e der Küste entlang aus. Und bei Ostende versam­meln sich Motorboote, die mit Maschinenge­wehr en ausgerüstet sind. Es dürste sich um eine Lan­dung zwischen Nieuport und Dünkirchen handeln. Oben auf dem Nieuporter Kanal aufgefahrene deutsche Kanonen beherrschen mit ihrem Feuer die Mole und die Straße von Nienport-Les Bains. Viele neue Kavallerie ist au« Deutschland eingetroffen, und Infanterie, Artillerie und Ingenieure, fast alles junge Soldaten, kommen noch un­unterbrochen. Es wird erwartet, daß an einem nebeligen Morgen der Versuch eines User Über­ganges unternommen wird, zumal die Deutschen noch vier Brücken beherrschen.

Immer noch keine Neuigkeiten in Paris.

Kopenhagen, 23. Nov. Aus Baris wird gemeldet: Von der ganzen gewaltigen Front gibt es immer noch keine Neuig­keiten/ Die Auffassung in Paris ist. daß die Deutschen ihre Truppen südlich führen und um Ar ras oder vielleicht so­gar um Soiisons konzentrieren. In Aisne-Champagne habe die französische Artillerie die Deutschen verhindert, die Anlage von Schützengräben fortzusetzen.

Vorbereitungen für den Winter.

M. Kopenhagen, 24. Nov. „Berlinske Tidende" melde, aus Paris: An der Front in Westflandcrn, wo, abgesehen von der Gegend südlich von Upern, ein vorläufiger Stillstand in den Operationen cingetreten ist, treffen sowohl die Alliierten als auch die Deutschen Vorbereitungen für.. den Winter. Zum Schutze gegen Kälte und Schnee werden hinter den Laufgräben lange Reihen von Baracken errichtet.

Die Tätigkeit der deutschen Stieger.

lld. Christiania, 24. Nov. Der Pariser Korrespondent des „Aftenpostcn" telegraphiert: Ein deutscher Flieger ver­

suchte gestern über Comp regne Bomben auf den Bahn­hof zu werfen. Eine Bombe fiel auf eine Schule, die als Hospital benutzt wird. Zwei andere deutsche Tauben sind in der Nähe von Armenrieres herNntergeschossen worden.

Ein Erfolg in Amiens.

lld. Kopenhagen, 24. Nov. Die „National Tidende" meldet aus London: Der Feind nahm Miftwochvormittag einen un­erwarteten Angriff auf Amiens mit Flugzeugen vor. Er ließ Bomben auf die Stadt fallen. Die Bomben trafen die Gasometer der Gasanstalt und durchbohrten sie' an 30 verschiedenen Stellen. Das Gas wurde entzündet. Die Flammen schlugen aus allen Öffnungen enrpor. In einem anderen Stadtteil wurde ein Arbeiter getötet und zwei Per­sonen verletzt.

Lügnerische französische Flugzettel. — „Redegesechte."

Berlin, 23. Nov. Aus Bordeaux wird dem „83. L.-A." zufolge berichtet: Ju sonderbarer Weise berichten die Blätter über den „erfundenen" Sieg Hindenburgs: „Von deutschen Soldaten und Fliegern wurden Flugzettel in die französischen Linien geworfen. Man erzählte uns wieder einmal die Legende, daß unsere siegreichen Verbündeten eine Niederlage erlitten hätten. Zum Glück konnten unserö Flieger und Schützen ; n den Laufgräben mit einer gedruckten Antwort auf­warten. Die Wahrheit gefiel den Deutschen nicht. Sie er­fuhren nämlich, daß die Russen Thorn belagern, in Königsberg einmarschierst' sind und Krakau zusammen- schietzen. Bei Soissons gerieten die Deutschen infolge der von'unseren Mannschaften verbreiteten Flugzettel m solche Wut, daß sie plötzlich ein heftiges Feuer eröffneten." — „Petit Journal" ergänzt diesen Bericht: „Als die Meldung von dem großen russischen Sieg in den Laufgräben emtraf, teilten unsere Soldaten die Neuigkeit ihrem Gegenüber nnt. Die Deutschen erwiderten, daß'das eine Lüge sei, die Russen wären gründlich geschlagen. So entspannen sich Rede- ,gesiechte, die an vielen Stellen mit scharfem Gewehrfeuer endeten."

Die Furcht vor der deutschen Invasion.

' hd. London, 23. Nov. Die Militärkritiker fast aller großen Blatter sind einstimmig - der Annahme, daß eine Aktion der deutschen Hochseeflotte gegen die englische Küste unmittelbar bevorsteht. Diese Meinung loird mit dem Umstand begrün­det, daß durch die zunehmende Vereisung des Balti­schen Meeres die deutsche Ostseeflotte zu ^an­derweitiger Verwendung frei werden wird und gönnt die deutsch-maritimen Streitkräfte in der Nordsee eine bedeu­tende Verstärkung erfahren werden. Außerdem mußten die umfassenden Vorbereitungen, die seit Kriegsausbruchs in K i e l und H a m b u r g betrieben worden seien, ihrer Beendi­gung entgegensehen. Die englischen Militärkritiker halten die Möglichkeit einer deutschen Landung durchaus nicht für ausgeschlossen und fordern die englische ^Bevölkerung m diesem Falle zu einem schonungslosen p-rank- tireurkrieg gegen deutsche Jnvasionstruppen auf.

Trost im Leid, hd. Haag, 23. Nov. „Daily Mail" sagt in einem Leit- ttikel über den deutschen Sieg m Polen: Wir brauchen nicht nzufrieden zu sein, es müssen auch Perioden kommen,' die )ie ein Rückschlag aussehen. Der Augenblick, wo die Per- ündeten Deutschland überschwemmen können, ist n o ch n r ch t «kommen/ Jeder Schritt der Verbündeten stelle den Teil ines großen Planes dar, der so ausgeführt werde, wre er eben usgeführt werden solle.

Es fehlt kein deutsches Untcrscehoot! äsff. V.-D. Berlin, 23. Nov. (Nichtamtlich.) Vor etwa acht Lagen brachten englische und französische Blätter die auch in änen Teil-der neutralen Presse- übergegcmgene Nachricht, mß im englischen Kanal zwei, nach einer anderen Lesart drei, ,rutsche Unterseeboote vernichtet worden seien, davon eins >urch einen französischen Torpedobootszerstörer, der mit. nur itncr leichten Beschädigung am Bug in Dünkirchen emge-

au f etl sri. _ Wie wir von zuständiger Stecke erfahren,

üblt kein deutsches Unterseeboot. Sollten daher im cng- ischen Kanal Unterseeboote gesunken sein, so könnte es sich iloß um englische oder ftanzösische haiideln.

Eine ttriegsschatzung für klntwerpen?

Br. Rotterdam, 24. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. gln.) Der „Tijb" wird aus Antwerpen berichtet, :s lause das Gerücht um, baß die Stadt .nun doch mit >iner Kriegskontrchution von 50 Millionen Franken jefoflt mrd daß der gesamte Gemeinde rat als Z.e i fei gefangen gesetzt worden ser. Dre deutsche Lerwaltunig habe einen in der Gemeindekasse borge sundenen Barbetrag von 9 Millionen Fronten / contp der zu erhebenden Kriogsrontriblition um -ve- schlag belegt.

Ter Mechelner Bürgermeister über die Haltung der Deutschen.

Berlin, 24. Nov. Die „Morgenpost" meldet aus dem Haag: Das Blatt „Baderland" veröffentlicht eine Unter­redung mit dem Bürgermeister von Mecheln., der u. a. agte: Die Deutschen, die wir hier haben, es sind Preußen vom Landsturm, betragen sich g u t. Wir hören keine Klagen über Mißhandlungen der Bevölkerung. — i-aS Charakteristische bei der Einwohnerschaft ist die Wut über die Flüchtlinge, die zumeist wohchabende Bürger ^sind, jetzt ruhig in England gute Tage verleben, dort verhätschelt wer­den und sich nicht schämen, mit dem englischen Mitleid Miß­brauch zu treiben.

Eine schwere französische Schlappe in Marokko.

W- T.-B. Madrid, 23. Nov. (Nichtamtlich.) Nach glaub­würdigen Zeitungsnachrichten haben französische Truppen bei Kaniffa am 13. d. M. eine s ch w e r e S ch l a p p e erlitten. Es sollen mindestens 23 Offiziere und 600 Mann gefallen sein. Die Marokkaner eroberten zwei Batterien.

Rücktransport« marokkanischer Truppen.

Br. Mailand, 24. Nov. (Eig. Drahtbericht.^ Ktr. Bln.) „Lombardia" meldet aus Marseille: Außer dem 2-

Kolonialregiment sind am Dienstag noch zwei Transport- dampfer mit französischen Truppen nach Marokko abge­gangen. Es handelt sich um Truppen, die erst v v r H Tagen aus Marokko in Frankreich eingetroffen waren unv Aiarseille noch nicht verlassen hatten.

Ein französischer Ministerrat.

Br. Mailand, 24. Nov. (Eig. Drahtbericht.. Ktr. Bin.) „Stampa" meldet aus Bordeaux: Der Ministerrat ver-

ammelte sich unter dem Vorsitze von Poincarö. Millerand 'prach über die militärische, Delcasse über die äußere Lage. Frankreichs militärische Lage sei st a t i o n ä r und lasse keine Veränderung voraussehen. Die Frage der Rückkehr der Negierung nach Paris führte zu lebhaften Diskussionen, Das „Echo de Paris" meint, daß die Übersiedelung der Regie­rung nach Paris Anziehung ans die Deutschen ausüben könne für ihre Zeppeline oder ihre Tauben. Solche Über­raschungen würden Frankreich zwingen, gegenüber dem ver­wunderten Europa neuerdings nach Bordeaux überzu-. siedeln. Die Börse soll demnächst nach Paris zurückkehren.

Neue bessere französische Geschütze.

Br. Rom, 24. Rov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) „Corriere della Sera" berichtet aus Paris: Die letzten

französischen Bulletins loben die ftanzösische Artillerie. Dazu wird jetzt bekannt gegeben, daß die Franzosen neue Artil­leriegeschütze ins Feld gebracht Haber,, die eine größere Schußweite erreichen als die Feldgeschütze vom Kaliber 75 und sogar mächtiger seien als die deutsche schwere Artillerie.

Vergeltung gegen Frankreich!

Ein ungeheuerliches Kriegsgerichtsurteil gegen deutsche Ärzte..

Berlin, 24. Nov. Dem „Berl. Lok.-Anz." wird aus Zürich gemeldet: Das Pariser Kriegsgericht, vor dem sich mehrere ge­fangen genommene deutsche Militärärzte und Sanitätspcrso- nen wegen angeblicher Gewalttätigkeiten und Vcrnachläfliguug von französischen Verwundeten zu verantworten hatten, ist zu einem ganz ungeheuerlichen Spruch gekommen. ES erklärte die Angeklagten schuldig der Teilnahme.cm P l ü u- derungen und Gewalttaten, begangen am 3. und 9 . Oktober in Lisy sur Ourcq. Ein angeklagter Arzt soll 135 französische Verwundete mehrere Tage ohne Pflege ge­lassen haben. Das Urteil gegen einen Arzt lautete auf zwei Jahre Gefängnis, gegen sieben weitere Ärzte auf ein Jahr Gefängnis. Die Angeklagten hatten gegen diese Bescknildi- gungen ans das entschiedenste protestiert.

Wir hoffen, daß die deutsche Heeresleitung, wie schon clu- mal im Fall der festgehaltenen Parlamentäre, den Weg finden wird, durch eine entsprechende Gegenmaßregel die Franzosen zur Aushebung dieses schändlichen Urteils zu zwingen.

Die Türken am Suezkanal.

Englands Schlagader bedroht.

Der türkische Vormarsch gegen Ägypten vollzieht ich mit einer Schnelligkeit, die niemand erwartet hatte, doch a>in 22. November rechnete man in Wien damit, mfe die Türken „in weiteren zwölf Tagen" am Snez- anal stehen könnten. Wer an denrselben Tage waren ie schon in das Hügelland von EI-5kantara vorgodrim- ,en und hatten die Engländer, die-sich ihnen entgcgen- tellten, geschlagen. El-Kantara ist einer der wrchng- ten Punkte des Suezkanals. (Wir verweisen dazu ms die in der gestrigen Abendausgabe wiedergegevene ^arte.) Der Kanal hat den Mensalah-See c urcli- chnitten und zieht nach dem Balab-See nnv **;' u rimjah-See weiter, durchbricht den Felsen des «er- -einins und tritt dann in die Bitter-seen, an oeiem xnde sich bereits Ebbe und Flut 'des Roten Meeren .eigen. Die ganze Länge des Suezkanals betragt -war L6Ö Kilometer, aber diese Strecke kann von einer ver- iLltnismätzig geringen Trnppenmachtz mmtarisch be- jerrscht werden. Die Breitendes Kanals betragt au c er Oberfläche 60 bis 110, an der Sohle 2,2 Meter. Als Liefe werden meist nur 8 Meter angegeben. Aber