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Verlag Langgaffe 21

„TagvlLN-HauS".

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„Tagilatt-HauS" Nr. 6850-58.

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Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung Bei wiederbolter Ausnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwi'chenräumen entsprechender Nachlaß

Montag. 23. November, morgens. §ONdev-KU§gSbe

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1914.

Oer Krieg.

Oer Tagesbericht vom 22. November.

Unveränderte Lage im Westen.

Vas Ringen im Osten noch im Gange.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 22. Ko»., vormittags. (Amtlich.) Auf dem westlichen Kriegs- schauplatz ist die Lage unverändert.

In Polen wird noch um den Sieg gekämpft. Das Ringen südlich Plozk in der Gegend von Lodz und bei C z e n st o ch a u dauert fort.

Oberste Heeresleitung.

Die neuen heftigen Kämpfe um Reims.

Die Kopcnhagener „Politiken" meldet aus Paris: Letzter Tage wurden die Kampfe um Reims wieder mit Heftigkeit ausgenommen. Die Stadt sei von starken französischen Truppen besetzt. Die deutschen Linien bilden einen Halbkreis von Drynai bis Brimont. In den letzten 48 Stunden führten die Deutschen eine Angrifssbewegung aus, die beweise, daß sie große Verstärkungen erhalten haben. Belagerungsgeschütz schwersten Kalibers sei auf den Anhöhen der «iaM gegenüber angebracht. Die Franzosen haben einen großen Teil der deut­schen Laufgräben mittels des Nordkanals unter Wasser gesetzt. Reims werde unaufhörlich Tag und Nach! bombardiert.

Die Werner Tuchballen unversehrt.

Amsterdam, 21. Noo. Die Kämpfe um Upern sollen nach Angaben englischer und französischer Blätter zu schweren Be­schädigungen Jperns und seiner hisivrischen Bauten geführt haben. Demgegenüber bcstärigt der Korrespondent des ..Telegraaf' aus Sluis die deutschen Nachrichten, daß der in Wern verursachte Schaden nicht bedeutend sei, oas Rathaus habe zwar durch die Beschießung nicht unbedeutend gelitten, dagegen seien die berühmten Hallen vollkommen unversehrt, lediglich einige Türmchen seien beschädigt lvorden.

Der amtliche französische Bericht vom 21. Nov., abends.

stet. Paris, 22. Nov. Der amtliche Bericht vom 71. November, 11 ll.hr abengs, lautet: Änderst ruhiger Tag, nichts Interessantes zu melden außer in der Woevre bei Les Eparges, wo fünf von den Deutschen im Zeitraum von 2 Stunden ausqe- hifirte Mossenangrifse durch das Feuer unserer Artillerie zum Stehen georacht wurden.

Der deutsche Er olq von Thauvoncourt frunzösischersetts zugegeben.

sick. Genf, 22. Nov. Heftiges Schneetreiben konnte die deutsche Infanterie nicht aushalten, an drei Stellen An­griffe zu unternehmen, die auch der erste französische Tages­bericht als heftig bezeichnet, ohne jedoch das Zurückweichen der Franzosen zuzugestehen. Dagegen . b e st ä t i g t eine Joffre-Note rückhaltlos einen deutschen E r f o l g bei dem Orte Ehauvoncourt (dem wichtigen Brückenkopf am linken Maasufer gegenüber St. Mihiel), der in durchaus gesichertem Besitz der Deutschen und von großem taktischen Wert für sie ist.

Französische Kriegszulagen.

XV. T.-B. Bordeaux, 21. Nov. (Nichtamtlich) Laut Dekret gemäß den Vorschriften des Erlaßes vom 10. Januar 1012, wonach Zulagen unter besonderen Umständen zulässig sind, wird den Offizieren und Unteroffizieren der Fronttruppen und des Verwaltungsdienstes im Operationsgebiet eine Zu­lage gewährt, und zwar 3 Franken für Offiziere aller Grade, 1,50 Franken für Unteroffiziere mit monatlichem Gehalt und 1 Franken für solche mit täglicher Löhnung.

Selbsttäuschungen der verbündeten.

Sr. Kopenhagen, 22. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Ein Telegramm der „Berlinske Tidende" aus London besagt: Die Kriegskorrespondenten melden übereinstimmend, daß zwar die heftige Kanonade fortgesetzt werde, aber doch eine bedeutende Mattigkeit in den Kämpfen an der West­front herrsche, und daß auf beiden Seiten (?) eine Geneigtheit vorhanden scheine, nach und nach einen Waffen still st and zu vereinbaren. (Davon weiß man auf d out scher Seite jedenfalls gar nichts. Schriftl.)

Der englische Geschäftslrrieg.

lick. Rotterdam, 22. Nov. Infolge des am Montag in Kraft getretenen englischen Teeausfuhrverbots nach allen neutralen Häfen, ausgenommen diejenigen der verbündeten Staaten sowie Spanien und Portugal, wurden verschiedene bereits unterwegs befindliche Verschiffungen in der Themse zurückgehalten.

Das Verbot der Gummiausfuhr aus England.

XV. T.-B. London» 21. Nov. (Nichtamtlich) Amtlich wird mitgetcilt, daß die Ausfuhr unbearbeiteten Gummis ver­boten ist.

Die neuesten englischen Gffiziersverluste.

kck. Rotterdam, 22. Nov. Die neueste Verlustliste der ..Times" gibt 13 Offiziere als tot und 64 als verwundet an. 14 Offiziere werden vermißt.

Der neue englische GcnrralftabSchef. hck. Rotterdam. 22. Nov. Sir James Wolfe Murray wurde als Nachfolger de? verstorbenen Generals Douglas zum Ehef de? englischen Generalstabs ernannt.

Die Zahl der deutschen Internierten in England.

Amsterdam, 21. Nov. Die Zahl der in England inter­nierten Deutschen beträgt nach Londoner Meldungen gegen­wärtig 14 500, während sich ned) 29000 Deutsche in Freiheit befinden.

Die deutsche» Inseln in der Südsee von Japan Australien angcbrtcu?

Von der holländischen Grenze, 21. Nov. Nach einem Be­richt der „Times" aus Melbourne hat der austrafische Senator und Minister der Landesverteidigung Pearce mit­geteilt, daß Japan die besetzten deutschen Inseln in der Südsee Australien augeboten habe. Die australischen Streitkräfte würden diese Inseln bis zum Ablauf des Krieges be­setzt halten, worauf die Verbündeten zu entscheiden hätten, wem sie zuzusprechen seien. Der zum Obersten er­nannte Kommandant Petherbridge, der, wie gemeldet, zum australischen Kommissar für die nordwestlichen Teile des Stillen Ozeans ernannt worden ist, trete an die Spitze der Besätzungstruppen.

Wachsende japanfeindliche Stimmung in der Union.

Frankfurt a. M., 22. Nov. Die „Franks. Ztg." meldet aus Petersburg: Die offiziöse Agentur meldet ans Tokio: die japa­nische Presse berichtet aus den Vereinigten Staaten über eine bedrohliche Ausdehnung der japanfeindlichen Stimmung.

Die Minengefahr an der holländischen Rüste.

XV. T.-B. Rotterdam, 22. Nov. Der „Maasbote" meldet aus Domburg: Gestern wurden in der Nähe der Stad! vier angespülte Minen mit Dynamit gesprengt. Die Explosion war so gewaltig, daß ein H a u § in der Stadt schwer beschädigt wurde. An mehreren anderen Häusern, darunter dem des Bürgermeisters, wurden die Fenster zertrümmert.

Eine englische Lügenmeldung.

W- T.-B London, 21. Nov. (Nichtamtlich.) Die „Times" melden aus Vlissingen: Ein holländisches. Torpedoboot be­schlagnahmte in holländischen Gewäsiern einen Fischdampfer, der die deutsche Flagge führte und Seeminen zu legen schien. (Notiz des XV. T.-B-: Nach Erkundigungen an unter­richteter Stelle in A m st e r d a m ist dort von dem Vorfall nichts bekannt.)

Kerne deutsche Mirren in der Nordsee von Holland festgestellt!

XV. T.-B. Haag, 21. Nov. (Nichtamtlich) Halbamtlich wird mitgeteilt: Die eingeleitete Untersuchung hat ergeben. Laß die bisher angeschwemmten Minen, ungefähr 100 an der Zahl, einschließlich derjenigen, die das Unglück bei Westkapelle verursacht hat, durchweg englische sind und sich darunter keine einzige deutsche Mine befindet.

Die „Aufklärung" der öffentlichen Meinung in England und bei den Neutralen.

XV- T.-B- London, 21. Nov. (Nichtamtlich.) Die Zei­tungen veröffentlichen ein von Asquith, Rosebery, Balfonr und anderen unterzeichnetes Schreiben, in dem im Namen des Zentralkomitees der nationalen patriofischen Organi­sation zur Unterstützung aufgefordert wird, um die britische öffentliche Meinung aufzuklären und die Literatur über die Fragen des Krieges in den neutralen Ländern zu verbreiten. — In dem Schreiben heißt es: „Die britische öffentliche Meinung kann letzten Endes ein entscheiden­der Faktor in dem großen Kampfe werden. Wenn das ganze britische Reich unerschütterlich standhaft bleibt, glauben wir, daß der Sieg unser sein wird. Aber es darf — komme, was da wolle — kein Schwanken, kein Erschlaffen und kein Flickwerk von Waffenstillstand geben, der unsere Kinder einer Erneuerung der deutschen Drohung aussetzen würde, die wahrscheinlich dem Reich etwas weit Schrecklicheres bringen würde als heute. Angesichts der vitalen grundlegen­den Bedeutung ist es klar, daß die öffentliche Meinung nicht Umschlagen noch sich verändern darf, wie es das Tempera­ment eines wechselnden Kricgsglücks diktieren mag. Es ist dringend notwendig, die Aufklärungsarbeit aus jeden Bezirk des Vereinigten Königreichs auszudehnen, ebenso wie es eine wichtige Aufgabe ist, den neutralen Ländern eine klare Darlegung der britischen Sache zu geben, denn das moralische Gewicht der öffentlichen Meinungen der Neutralen wird stets einen wachsenden Einfluß auf den Ausgang des Kanrpfes ausüben. Es ist durchaus erforderlich, sofort Schritte zu tun und das vollständige Material vorzulegen, auf dem unsere Sache basiert, um es den neutralen Ländern zu ermöglichen, zu einem unpartei­ischen Urteil zu gelangen.

Dir Minengesahr au den englischen Häfen und Flüssen.

XV. T.-B. London, 21. Nov. (Nichtamtlich.) Die Ad­miralität teilt mit, daß die Schiffe wegen der Ausdehnung des Verteidigungssystems durch Minen vom 27. November ab verpflichtet sein sollen, vor gewiffen Häsen Lotsen auf­zunehmen, da es außerordentlich gefährlich sei, ohne Lotsen in diese Häfen einzulaufen oder sie zu verlassen, -^ie in Frage kommenden Häsen sind in den Flüssen und Flußmündungen des Humber, des Tyne, im Firth of Farth, im Morah Firth sowie im Scapa Slow.

Zum Fliegerangriff auf Friedrichshafen.

Der amtliche Bericht.

W. T.-B. Stuttgart, 21. Nov. (Nichtamtlich.) Be­kanntmachung des stellvertretenden Generalkomman­dos des l3. Armeekorps: Heute 12 Uhr 15 Mm.

mittags erfolgten durch zwei englische Flieger, die schon

frühzeitig bemerkt und gemeldet worden waren, An­griffe auf die Luftschlfswerft in Friedrichshafen. Durch das in Bereitschaft stehende Abwehrkommando und die in Friedrichshassn stehende Infanterie wurde alsbald der eine der Flieger, ein englischer Marineleutnant, heruntergeschllssen und schwer verletzt gefangen ge­nommen, während der andere in der Richtung nach dem Schweizer Ufer entkam. Mehrere von den Fliegern herabgeworsene Bomben richteten an der Luftschiffwerft keinerlei Schaden an, dagegen wurden durch Sprengstücke von der Zivilbevölkerung ein Mann getötet und mehrere Personen verwundet. Das abge- stürzte Flugzeug ist nur wenig beschädigt.

Die Opfer des Überfalles. Der zweite Flieger ent­kommen.

XV. T..B. Friedrichshofen, 21. Nov. (Nichtamtlich.)' Durch die Bombenwürfe des heruntergeschossenen Fliegers, der am Kopse und an der Hand schwere Ver­letzungen erlitt, wurde ein 21 Jahre aller, aus der Schweiz gebürtiger Schneidergeselle namens W i e d - m a n n auf der Stelle getötet. Zwei Frauen wur­den schwer verletzt, eine am Kopf und an der Achsel, der anderen wurde der linke Unterarm weggerissen. Die Vermutung, daß der zweite Flieger im Baden­see ertrunken sei, bestätigt sich nicht. Er hat viel­mehr in ziemlich niedriger Fahrt über Manzell eine Bombe geworfen, die ihre Wirkung aber verfehlte.

Br. Stuttgart, 21. Nov. (Eig. Drahtbericht, Ktr. Vln.) Über den Fliegerüberfall in Friedrichs- Hasen erfahrt man noch folgende weitere Einzelheiten:

Über der Zeppelinhalle kam der erste Flieger im G l e i t f l u g e aus etwa 300 Meter herab und warf Bomben, jedoch ohne Schaden anzurichten. Der Benzintank des Flugzeuges wurde durch Ma­schinengewehrfeuer durchlöchert, so daß das Benzin auslies und der Flieger sich zur unjreiwilli- gen Landung aus deiil Zeppelingelänüe nur unge­fähr 100 Meter von der Halle entfernt entschließen mußte. Die Zcppelinmannschaft und die Militärwoäje kamen auf den Flieger zu, hoben ihn aus dem Flug­zeug heraus und nahmen ihn fest. Sie führten ihn zum Pförtnerhaus, wo er bewußtlos zusaminen- brach, jedoch, bald wieder zum Bewußtsein zurückge­bracht werden konnte. Ein Stabsarzt von Friedrichs- Hafen untersuchte den Flieger und stellte fest, daß er leichte Verwundungen am Kopfe davonge­tragen hatte. Aus der Unterseite der Tragfläche hatte der Apparat große rote Ringe. Der zweite Flieger warf eine Bombe nächst deni Stadtbahn­hofe von Friedrichshofen ab. Ein Arbeiter des Luftschiffbaues Zeppelin wurde von einem Bomben­splitter direkt ins Herz getroffen, so daß der Tod so­fort eintrat.

Von unterrichteter Seite wivd abends zu dem Fliegerübersall ferner noch gemeldet:

Bei klarem Wink erweckter erschienen wäh­rend der Mittagsstunde drei, nicht wie erst gemeldet, zwei, feindliche Flugzeuge über der Stadt. Eines von ihnen wurde sofort beim Anfluge derart an­geschossen, daß es im Gleitsluge niedergehen mußte. Während dieses Vorganges erschien in beträcht­licher Höhe sin zweiter Flieger über dem Gebäude, der gleichfalls mehrere Bomben abwarf, die jedoch ebenso wenig Schaden anrichteten. Der Flieger entfernte sich dann in der Richtung nach Manzell, machte aber gleich darauf nochmals den Versuch, einige Bomben auf die Lustschiffhalle zu werfen, die jedoch einige hundert Meter davon entfernt ins Wasser fielen. Dann verschwand das Flugzeug in der Rich­tung nach der Schweiz. Das dritte Flugzeug gab sein Vorhaben unter dem Drucke heftiger Beschießung gleich zu Anfang wieder auf und verschwand. Der Apparat des h e r a b g e h o l r e n Flugzeuges, ein Gnom-Motor von 80 Pferdestärken, ist intakt geblieben. Der Lenker, ein en g I i s ch e r Marineoffizier, versuchte noch bei der Landung durch Abgabe eines Revolverschusses seiner Gefangennahme Widerstand zu leisten, wurde aber von den Landsturmleuten, die die Wache hatten, festgenommen. Er mußte von seinem Sitz mit Gewalt herabgeworfen werden. Über die Persönlichkeit des Gefangenen erfährt man, daß er Briggs heißt, aus' Bristol stanmt und den Rang eines Oberleutnants der Marine bekleidet. Seine Ver­wundung ist vermutlich nicht lebensgefährlich. Die Flieger sind zweifellos in B e l f o r t aufgestiogen und haben den Weg das Rheintal entlang genommen. (Nach einer Baseler, noch nicht amtlich bestätigten Meldung sollen die Flieger Schweizer Boden uberffogen. also die Neutralität der Schwerz verletzt haben. Schrift!.) t . ...

Sogar sechs Flieger beteiligt?

Köln, 21. Nov. Wie die „Köln. Zty." aus Zürich meldet, schwanken die Angaben über die Zahl der Flieger, welche die Friedrichshafener Ballonhalle aufgesucht haben. Mischen drei und sechs. Gegen 2 Uhr flogen neuerdings zwei Fliege»