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In Pausen lasse ich vereint Ein Schock Kamele brüllen Weil sie/ verbrüde t mit dem Feind,

Im Feld die Lücken füllen.

Ms Ktralleffeki tritt in Aktion.

Was nie war im Konzert da:

EinBombardon mit Explosivn" Fürs Bum derfleiß'geu Berta".

Am Schluffe nehm' ich außerdem Für alle Fälle Becken.

(Man weiß nicht, wie solch Ton-Poem Dem Publikum wirb schmecken.)

Die Kriegszeit fragt nicht nach Kritik,

Und wenn der Strauß mal aus ist,

Meibt'S immer noch 'ne Strauß-Musik, Auch wenn's kein Ohrenschlnaus ist.

Und weil bei diesem Krieg horreich DielK Wien" gehen flöten,

Schreib' ich fürs Flöten- Instrument Mehr Noten als von Nöten.

Kus der Nriegszeit.

Aus dem Briese eines Wiesbadener Fahnenjunkers. (Originalbrief.) Ihr stellt Euch, liebe Eltern, gar nicht vor, wie lustig ein K r ie g ist l Gestern habe ich mit meiner Korporalschaft die Feuertaufe erl-a.rci, Wir wurden zu den Schützengräben befohlen und gingen trotz der uns tim die Obren pfeifenden Äugeln derlieben Vettern" in Gemütsruhe -um Ziel vor. Hier angetommen, erhielt ich den ehrenvollen Auftrag, mit meinen Leuten eie Verbindung zwischen zwei Kompagnien aufrecht zu erhalten. Um 10 Uhr begann ein Hollenlärm. Ich stand an der Ecke eines Hauses und be­obachtete mit meinem Feldstecher die Umgegend. Da kracht es plötzlich von rechts und links, von hinten und von vorn Im ersten Augenblick dachte ich, daß französische Freischärler im Dorfe seien, und schössen. Bald aber sab ich, daß die Explosiv­geschosse des Feindes den Lärm machten, und befahl meinen Leuten, in den Häusern Deckung zu nehmen. Ich selbst aber mutzte ohne besondere Deckung Meldung über Meldung zu den Schützengräben bringen. Zwar pfiff es mir oft recht bedenk­lich um den Kopf, aber er ist bis jetzt noch ganz geblieben. Als Lohn für diese Mühen und Gefahren hatte ich es heute sehr nett: nach einem erquickenden Schlaf saß ich mo gens mit meinem Leutnant auf eines HausesZinnen" und überschaute mit vergnügten Sinnen" unser Gefechtsfeld, Während dessen begann unser Kaffee zu brodeln und mundete uns herrlich. Bald kam auch das Mittagessen: Erbsensuppe, Rühreier mit Zwiebeln und junges Huhn. Nachmittags wieder Kaffee und abends junges Huhn Genügt Euch Ihr Lieben, diese Speise­folge? Nach den Getränken fragt Ihr? Ziegenmilch! Zwei Tage später: Unsere Feuertaufe war ein Kinderspiel. Am Abend des vorgestrigen gemütlichen Tages wurden wir zu einem Sturmangriff gegen die Engländer geweckt. Ich sprang von meinem Strohlager auf. fuhr in meine Stiefel die anderen Bekleidungsstücke zieht man nicht aus und be­waffnete mich. Fünf Minuten später rückten wir ab Es regnete. Bald hörten wir die Kugeln um uns pfeifen.Haiti" hieß es.Hinlegenl" Wir warfen uns in das nasse G ad. Schon platzten auf dem linken Flügel Schrapnells. Auch vor uns krachte es. Da steckt man ohne Kommando die Nase nach unten. Trotz der völlig durchnäßten Kleider, trotz des Kugel­regens begannen viele zu schlafen und zu schnarchen. Auch mir fielen zeitweise die Augen zu, denn wir mögen wohl drei Stunden so gelegen haben. Plötzlich hieß es:Auf! Antreten in Gvuppenkolonnenl"Ist hier ern Unteroffizier?" hörte ich fragen. Ich meldete mich. ,,«ie übernehmet, die erste Gruppe und gehen 80 Schritte vor. Da steht ein Baum, und etwa 200 Schütte weiter stoßen Sie auf angefangene Schützen- graben, die Sie erweitern sollen.Ohne Tritt! Marsch!" Bald sahen wir den Baum Ein Kugelregen empfängt uns.Hin­legenl"Auf, Marsch!" Ein Drahtzaun taucht vor uns auf.Durchkriechen I Lautlos werter!" Eine Hecke bietet uns Schutz.Immer weiter I" Wir hören die Gewehre der Feinde knallen, sind also zu weit vorgegangen.Pstl Hinlegeül" Das Schießen läßt nach.Nun schnell zurück zum Graben Hort!" Ein Mann liegt vor mir. Ich krieche zu ihm nnd

rüttle ihn. Tot. Weiter! Wieder hören wir den Feind vor uns. Er hört uns aber nicht. Wir kriechen nach links und treffen unsere LeuteSind hier noch nicht vollendete Schützengräben?"Ja, linksI" Durch dichten Kugolregen stürmen wir hin. Ein Mann taumelt und fallt Wir können ihm nicht helfen, Weiterl Endlich finden wir die dezeichnete Stelle und machen uns an die unbequeme Arbeit, die Gräben im Liegen zu vertiefen. Als es hell wird, können wir schon kniend sämufeln Obwobl das Schießen nachtäßt, gönnen wir uns doch keine Minute Ruhe und arbeiten weiter, Ilm 10 Uhr sind wir soweit, d I wir im Schutz des Grabens aufrecht stehen können. Zwei Brunn kommen ohne Deckung gelaufen. Der eine hinkt und wird von dem anderen gestutzt. Hei, wie da die Engländer auf sie schießen! Aber sie treffen nicht,Hin- legen !" rufe ich ihnen zu. Sie hören es nicht. Plötzlich greift der Hinkende mit der Rechten in die Luft, stürzt hin und regt sich nicht. Der andere erreicht uns.Ich bin von der. Kompagnie," erzählte er,Wir haben einen Sturmangriff ge­macht und mußten zurück So sind wir von den Unsrigen ab- gekommen." Unser Leutnant kommt.Na, sind Sie noch da." sagte er zu mir.^Das ist recht!"Fünf Stunden ohne Unterbrechung geschaufelt I" sagte ich und zeige ihm meine wunden Hände. Lächelnd legte er Zwieback darauf.Zur Stärkung I" meinte er. Emsig kaute ich und sah von Zeit zu Zeit durch meinen Feldstecher nach der Stellung der Feinde. Ein Frecher saß drüben auf einem Baum und schoß nach uns. Zwei Schüsse holten ihn, wohl etwas unsanft, herab. Nun eröfsneten auch unsere Brummer ihr Feuer. Die Engländer erwiderten, über uns machten die Kugeln ihre Musik. ES wurde Abend. Vollständige Ruhe trat ein. Finstere Nacht. Kein Stern zu sehen. Eine Stimme hinter uns:Ablösung!" In gebückter Haltung gingen wir lautlos zurück. Kein Schutz rief uns Abschied zu. Die Engländer hatten wohl zu viel G analen auf ihre Nasen gekriegr. Im Starrdort ein schönes Abendessen und eine wohlige Nachtruhe, viel schöner als da- heim nach diesen Anstrengungen! Einen Tag später: Sonntag! Ist es denn möglich, daß es im Felde einen Sonn­tag gibt? Und doch ist es Sonniag und die liebe Sonne scheint den ganzen Tag. Wie sie wärmt und wohltut! Abends: Die Sonne ist gesunken; ich konnte nicht weiter schreiben Ein Mann meiner Korporalschaft ist schwer krank; sch mußte ihn zu dem eine haDe Stunde entfernten Revier bringen. Nachts geht es wieder in die Schützengraben Ich führe die Korporal- schaft ganz allein, denn auch der Unteroffizier ist krank. Das' Nachtgesecht kostete uns 10 Proz. Verluste. Gott befohlen. Ihr Lieben!

Die sechsmal gesottene Henne. Folgende Episode aus dem Kr,ege teilt dasAgramer Tagblatt" nach der Erzählung eines eben angekommenen Verwundeten mit.Beim Durch­marsch durch ein Dorf an der bosnischen Grenze kaufte ich von einem Bauer eine schöne fette Henne um eine Krone. Das konnte ein Leckerbissen in Kriegszeiten werden. Ich und mein Kamerad freuten uns schon auf das köstliche Malst. Mit meinem Bajonett schlachtete ich das Tier. Schwieriger war schon das Rupfen, da wir kein heißes Wasser hatten. Eine Stunde lang rupften wir beide sorgfältig die Henne, um sie bei der nächsten Rast sofort kochen zu können. Da man kein Lagerfeuer machen durfte, gruben wir ein tiefes Loch in die Erde, machten unten Feuer und deckten die Grube oben mit Laub zu. Ein kleiner Abzugskanal sollte den verräterischen Rauch unsichtbar ableiten. Als die Henne im siedenden Wasser lag, hieß es plötzlichAusbruch". Mir blieb nichts anderes übrig, als die dampfende Henne in den Tornister zu nehmen, daß mir der Rücken durch die Bluse brannte. Mein Leutnant fragte mich erstaunt, warum aus meinem Tornister Rauch aussteige. Es war der Dunst des halbgekochten Ge­flügels. So marschierte ich mit meiner Henne viele Stunden weit, lag in der Schwarmlinie, und die feindlichen Geschosse flogen über uns hinweg. Wieder benützte ich die nächste Rast, um meine Henne zu kochen. Und wieder geschah dasselbe; als das Wasser mit unserem Braten brodelte, wurde ich zur Feldwache kommandiert. So ging es nach dreimal. Immer, wenn wir uns schon am Ziele glaubten, entwischte uns das Essen, auf das wir uns schon so freuten. Wahre Tantalus- aualen. Zum sechstenmal war nun die Henne schon gekocht und mürbe,-, zubereitet zum Verspeisen. Da wollte es das Unglück, daß ich durch Schräpnellkugeln verwundet wurde und zum Verbandplatz getragen wurde. Bevor ich mich von meinem Kameraden trennte, übergab ich ihm die sechsmal gesottene Henne, die zu verspeisen mir nicht gegönnt wir. Ob sie gut war, weiß ich nicht. Doch in Kriegszeiten ist mm» nicht wählerisch."