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Seite 4* Mo^gen-Lkusga be. Erstes Vlarr.

grüßte mich so, wie ich es nicht anders erwartet hatte. Wir können es uns gar nicht stark genug vorstellen, was es bedeu­tet, daß sich jetzt verschiedene Stämme, verschiedene Sprachen, verschiedene Menschen begegnen, aussprechen, ins Auge und ins Herz sehen, daß sie miteinander Fühlung nehmen, daß sie merken, wie überall Not und Freude gleiches Gesicht tragen, uich daß doch wieder jeder seine ganze Eigenart an sich trägt. Auf dem Reitweg trabten auf wohlgepflegten Schimmeln österreichische Reiter voll Elastizi­tät in prächtiger Haltung und grstißtcn die Kameraden. Kurz darauf stellten sich unsere Truppen auf; ein paar kurze Be­fähle, und es ging wie ein Funken durch die Reihen. In straffer Kraft marschierte die Mannschaft dahin, die eben noch so gemütlich mit jedem einzelnen geplaudert hatte. Der Geist der Truppe erschien, und es war interessant, in den Augen der Wiener zu lesen. Sie verglichen instinktiv, sie freuten sich der ihrigen, sie freuten sich der anderen, sie wünschten nur eins, daß beiden der Sieg lächele." Was Traub hier so stim­mungsvoll von der freundlichen Aufnahme deutscher Soldaten in Österreich schreibt, könnte umgekehrt auch von der Aufnahme österreichisch-ungarischer Krieger in Deutschland ge­sagt werden. Unsere verwundeten Bundesgenossen, die sich beispielsweise in Berlin aufhalten, werden von der Bevölke­rung stets mit großer Herzlichkeit begrüßt, und st bildet sich auch hier ein Band des gegenseitigen Aussprechens und Ver­stehens.

Vor der Festsetzung der Höchstpreise in Österreich-Ungarn.

H/. T.-B. Wien, 20. Nov. (Nichtamtlich.) In der An­gelegenheit der Festsetzung von Höchstpreisen für Getreide und Mehl fand heute im Ministcrratspräsidium eine mehrstündige Konferenz statt. In dieser wurde zunächst das Ergebnis der jüngst von Vertretern beider Regierungen in Budapest ge­pflogenen Verhandlungen besprochen, wobei sie in den wesent­lichsten Punkten eine Übereinstimmung der Anschauungen hcrausstellte. Im toeiteren Verlaufe der Konferenz wurden bestimmte Richtlinien für eine unmittelbar bevorstehende Fortsetzung der Verhandlungen mit der ungarischen Regierung gewonnen, deren gedeihlicher Abschluß für die erste Hälfte be­kommenden Woche zu erwarten ist.

Sind die russisch-polnischen Juden Feinde?

Wir erhalten folgende Zuschrift:Daß der gegenwärtige Weltkrieg, mag er noch st schöne Früchte für die Zukunft treten, augenblicffid) tüel Elend über die Welt hcranfbe- schwort, ist eine Tatsache, die niennmb leugnen kann. Unter den Leidtragenden befinden sich auch die russisch-polni­schen Juden. Ihre Lage ist geradezu komisch, wenn sie n-cht gar zu traurig wäre. Einerseits sind ne im Lande rer Knute dir PariaS, de- Prügelknabe! Völlig entrechtet, geknechtet, gehetzt, jeglicher Bürgerrechte beraubt sind sie. Jctzi müssen dielieben Juden" ihrerPflicht gemigen, und H'.nderttausend- iverden mit der Knute aufs Schlachtfeld hm- ausgetrreben. Die älteren Leute, die Frauen und Kinder schweben aber unterdessen in Angst. Wenn die Niederlane be- kcnrnt wird, üd wird derPrügelknabe für tne Unfahrg.ert per Heerführer verantwortlich gemacht. Ist nun eme geringe Zahl von ihnen in Deutschland ansässig, so muß die;e ine Sünden der Russen büßen, denn sie gehören ja auf dem Pap,er dem feindlichen Staate an. Die Deutschen werden als- Kriegsgefangene geradezu schändlich tu Rußland behmidelt. Aber sind denn die unglücklichen Juden daran schuld. Haben sie denn was dabei mitzureden? Wahrhaftig, wenn es auf sie ankämc. sie würden ganz anders handeln Gibt cs denn etwas Schrecklicheres als dte verzweiflungsvolle Lage der Juden? Sind sie nicht dankbar für das bißchen Freiheit, das sie bis jetzt in Deutschland genießen durften? Schon ihre Sprache ist deutsch, ganz deutsch, wenn auch etwa^ mittelalterlich anmutend. Darf man ^ uun m Baufch and Bogen ntitstrafen? Deutschlands Gerechtigkeit, Deutschland hohe Kultur wird es n i ch t zugeben."

Deutsches Mich«

* Eine kommunale Stndien-Deputation aus Sofia, be­stehend aus Mitgliedern der dortigen städtischen Berwaltung, ist in Berlin eingetroffen. Sie will dort öffentliche Einrich­tungen besichtigen.

Lc. Die Gewerkschaften und der Krieg. Die deutschen Gewerkschaften sind am Kriege mit ihrem Mitgliederbestände außerordentlich stark beteiligt. Der Metallarbeiterverband lat über 170 000 Mitglieder im Felde stehen, be> den Holz­arbeitern sind es fast 44 000, bei den Fabrikarbeitern ol 000. Die Arbeitslosenzifser ist im Zurückgehen gegenüber den ersten Kriegswochen. Zahlreich sind natürlich die Lucken, die deh Krieg in die Reihen der Gewerkschaften rerßt; der Ver­band der^Gemeinde- und Staatsarbeiter rechnet für dre Woche 25 bis 30 Kollegen, der- Buchdruckerverband nimmt wöchentlich 00 seiner Mitglieder durchschnittlich als Kriegsopfer an.

W T-B Deutscher Schulschisfsverein. Berlin, 20. Nov. i Unter aroßer Teilnahme der Mitglieder hielt Deutsche WKÄftverein im HotelAdlon" ferne nr d e n t ikich e M itflliederversammlung ab. die anStelle des Großherzogs von Oldenburg, deö.Ehrenvorsitzenden und eifrigen Förderers des Deutschen. Schuftchiffvererrw, von Landrat v. Brüning mit einer Begruvungsansprache eröffnet würbe? Der Wirkt Geh. Oberregiernngsrat Exzellenz von Jonauieres begrüßte »den Verein im Namen der «toast» behänden und hob hervor, daß der Verarmschon mehr «ls zwei- wusend Zöglinge der Handels- und Kriegsmarine zugefuhrt bade Durch diese stark besuchte Versammlung beweise er. dag e- trotz des Krieges an dem Ziele Weiterarbeiten wolle der vci-tkckeii Marine eine tüchtige Jungmannschaft zuzufuhren. Zieles Streben finde die volle Anerkennung und Forderung w Reicksbebörden. Der zweite geschästsführende Vorsitzende Nrok Dr Schilling (Bremen) erstattete den Jahres» nnd Geschästsbemicht. «welcher den vortrefflichen der Vereinsarüeiten erkennen ließ. Jin. Jahre 1814 ist bereits 2s dritte SchulschiffGroßherzog August Friedrich" in den Dienst gestellt worden. Es ,!t im Deutschen Schulschm- berein nun rrwglich. in drei Jahren 2000 Zöglinge ausM- bi'lden die als Offiziere und Deckmannschaft m der Handels- rrarine sehr begehrt sind. An den Großherzog von Olderi- bma würde eine Begrüßung-dapesche aesaiidsi welche dieser

mit herzlichen Wünschen für die Zukunft des Deutschen Schul­schiffvereins erwiderte.

Rechtspflege und Verwaltung.

JM. Justiz-Personalien. Die Xcfexenbave^ ® ficn» Bet s Dr. Scheibena ra b e r tm Bezirke des OBer» landesgerichts m grcmJnrrt a. W. wurden zu Gerichts-

assessorcn ernannt. ^ ^

Heer und Flotte.

Personal-BeränderunKen. Voigt (Wiesbaden),. Leut, der Res. des Gren.-Regts. Nr. 2. jetzt im LmMv.-^un-Regt. Nr. 49. zum Oberkeut. befördert. * Allardt Oberst! euk. und St.-Offis. beim Bekk.-Amt des 6. Armeekorps, vom

Wiesbad ener Tagblatt.

10. November 1911 ab mit Wahriiehmung der Geschäfte des Vorstandes des Res.-Bekl^AmtS des 18. Armeekorps beauftragt. * Schreier, überzähl. Major und Mitglied des Bekl.-Amts des 9. Armeekorps, vom 25. November 1914 ad. mit Wahr­nehmung der Geschäfte eines St.-Offiz. beim Res.-BeK.-Amr des 18. Armeekorps beauftragt. " Graf H anr t l t o n , Königl. Schwedischer Rittm. a. D.. zuletzt im Lcib-Garde-Regt. z. Pf., nach erfolgtem Ausscheiden aus Königl. Schwedischen Heeres­diensten als Rittm., vorläufig ohne Patent, bei den Res.-Offiz. des Leib-Kür.-Regts. Nr. 1 angestellt iurd diesem Regt, zur DienWeistung überwiesett. * K ergeh, Prov.-Amts-Untar- insp., zum Prov.-Amts-Jnsp. der Armee-Konservenfabrik Mainz ernannt.

Fahnenjunker bei der Marineinfanterie. Der Kaiser hat für die . Dauer des mobilen Zustandes bestimmt: Die Chefs der Marinestationen in Kiel und Wilhelmshaven oder eine von ihnen zu beauftragende Dienststelle (Kommandeur der Marineinfanterie für die Befestigungen des Reichskricgs- hafens oder Stadtkommandant) dürfen Fahnenjunker zur Einstellung bei den ihnen unterstellten Seebataillonen und Ersatz-Seebataillonen annehmen.

Post und Eisenbahn.

RPA. Postanweisungen für Kriegsgefangene in Rußland. Bon jetzt ab sind auch nach uiid aus Rußland Postanweisun­gen für Kriegsgefangene oder von solchen zugelassen. Die Postanweisungen nach Rußland (Meistbctrag 900 Rubel) sind auf der Vorderseite.des für den Auslandsverkehr bestimmten Vordrucks mit der Adresse,Königlich Schwedisches Postamt Malmö 1 Upa., Schweden", zu versehen, während die Adresse des Empfängers der Geldsendung auf der Rückseite des Ab- schniiits genau anzugeben ist. An der Stelle, die sonst für die Freimarken zu dienen hat, ist die BemerkungKriegsge­fangenensendung. Taxfrei." anzubringen. In Malmö werden die deutsch-schwedischen Anweisungen in schwedisch-russische und die russisch-schwedischen Anweisungen in schwedisch, deutsche umgeschrieben.

Paketverkehr nach Lsterreich, Rumänien und der Türkei.

Die Gewichtsgrenze für Pakete nach Österreich wird von 10 auf 20 Kilogramm erhöht Postfrachtstücke bis 20 Kilogramm können van jetzt ab nach allen Orten in Bulgarien mit Paket­dienst zur Beförderung über Österreich-Ungarn und Rumänien aufaeliafert werden. Pakete nach Bulgarien'fen vo'über­gebend nicht mit Nachnahme belastet sein. Postpakete bis 5 Kilogramm nach der Türkei (türkische Postanstalten) sind zur Beförderung über Österreich-Ungarn. Rumänien und Bulga­rien. daaegen nickt mehr über. Italien, zugelassen. Schrift­liche Mitteilungen in den Paketen oder auf, den Paketkarten sind verboten. Nähere Auskunft erteilen die Postanstalten.

Kus Stabt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Ok- Woche.

Soldatenlieder entstehen eben wie Pilze Lei schwü­lem Sommerwetter. Echte Soldatenlieder und künstliche. Wir gestehen offen, daß uns zahlreiche der von Kriegern auf ein­samem Wachtposten oder im Schützengraben gedichtete Lieder trotz hinkender Versfüße und mangelnder Sprachgewandtheit erheblich viel besser gefallen haben als manche der unzweifel­haft formgerechten, besser gereimten manchmal auch nicht und vielleicht tiefer durchdachten Kriegsgesänge, die anerkannte Poeten in den sicheren Schreibstuben geschaffen haben. Der Krieger dichtet vor allem mit dem vollen Herzen, der Poet aber dichtet in erster Linie mit dem Kopf. Darum findet der Krieger leicht den volkstümlichen, warm machenden Ton, nach dem der kunstfertige Poet-oft vergebens-sucht. Ein Lied z. B. wie Gerhart HauptmannsReiterlied" kann nicht volkstümlich werdem obwohl sich der Dichter offenbar die größte Mühe gab, den Volkston zu treffen:

ES kam wohl ein Franzos daher.

Wer da. wer?

Deutschland, wer wollen an deine Ehr'I Nimmermehr!

Schon reiten die Trompeter durchs Land.

Jeder hat ein Schwert zur Hand,.

Man kennt es gut. dies gute Schwert,

Von Spicham, Weißenburg und Worth,

Das deutsche Schwert."

Das . ist ganz gewiß wohl schön gesagt, aber man merkt, daß der Dichter zu sehr an die Form dachte. Dasselbe.gilt von demLied an alle" von Richard Dehmel. Wir zitieren zwei Verse:

Sei gesegnet, ernste Stunde.

Die uns endlich stählern eint;

Friede war in aller Munde.

Argwohn lähmte Freund wie Feind

Jetzt kommt der Krieg,

Der ehrliche Krieg.

Dumpfe Gier mit stumpfer Kralle

Feilschte ran Genuß und Pracht:

Jetzt auf einmal fühlen alle.

Was uns einzig selig macht

Jetzt kommt die Not.

Die heilige Not!"

Es ist augenscheinlich, daß der Dichter mehr an die Form und an die zu wählenden Worte dachte als fühlte; Gedichte wie diese lesen sich daher ganz gut, aber der Herzschlag des warmen Lebens fehlt, es fehlt das gewaltsam aus dem Innern brechende Gefühl, das von selbst das passende Wort findet.

Man vergleiche mit den wenigen Versen der beiden von Poeten gedichteten Lieder die folgenden Verse eines Gedichts, das uns ein Landsturmmann' K. Mühlsriedel heißt er. Ende Oktober aus dem Felde schickte:

Wir stehen in rauher Oktobernacht Zu zwei'n und halten stille Wacht Als Landwehrleute der dritt' Kompagnie Vom 80 Regiment beim.....

Es machen in solch nächtlicher Stunde Des Wöhrmanns Gedanken öfters die Runde.

' Sie zieh'n nach der Hemmt. zu Weib und Kind.

Zum Vaterhaus und wo Freunde sirid.

So steh'n wir rnanch Stündlein in dunkler Nacht Der Pflicht getreu, das Auge wach.

Zum Schuß bereit, die Flint' in der Hand.

Mit Gott für König und Vaievlaird!"

Auch der folgeiide VerS aus einem Gedicht des Landwehr- manns Sternverger aus Bierstadt ist recht ansprechend:

Im Felde Frankreichs, auf einsamer Wacht Der Landwehrmann steht in sternklarer Nacht.

Die Schlacht ist aeschlagen und unser der Sieg.

Heiß !var der Tag und blutig der Krieg.

Riiigs ruhen die tapferen Krieger aus.

Nur er wacht allein und denkt an zu Haus.

Da zittert ein Lüftchen um Wang' ihm und Bart.

So saifft urid schmeichelnd, so lind uno zart..

. Daheim hebt , sein Kindlein das Händepaar:

..Beschütz' mir den Vater vor Tod und Gefahr."

Sonntag, 22. November 1914. Nr. 345.

Aber auch diese echten Soldaten- urid Kriegslieder werden kein ewiges Leben Habens sie stehen gleich den künstlichen zu sehr im Schatten der altbekannten, unvergängliches Gemeingut des deutschen Volkes gewordenen Lieder. Aber dichtet euch weiter das Herz leicht, ihr vor dem Feinde stehenden Krieger! Vielen Dichtern. möchten wir dagegen zu bedenken geben, daß der Bedarf an Soldaten- und KriegSliedern läncht reichlich ge­deckt ist, und daß sie deshalb nur dann den kriegerisch aufge­schirrten Pegasus besteigen sollten, wenn ihr Herz , sie un­widerstehlich treibt. -n-

Das Eiserne Kreuz.

Mit dem Eisernen Kreuz ivurden ausgezeichnet: der

Stabsarzt der Reserve im Feldartillerie-Regiment 31 Dr. Adolf A l t h e n aus München, Sohn des hier im Ruhestaud lebenden Hauvilehrers Altheu, früher in Hahnstätten; der Leutnant der Reserve Hcrmanu Riedel im 2. Oberelsässi- schen Infanterie-Regiment Nr. 171, Sohii des Garnisont<er- waltuugsdirektors F. Riedel in Trier, früheren langjähri.gen Vorstands der hiesigen Garnisonverwaltung; der Leutnant d. R. im Pionierbataillon Nr. 11 Dr. Kühn. Kandidat des höheren Lehramts an der städtischen Oberrealschule. Sohn des Professors Dr. Kühn hier; der Oberarzt im 2. bayerischen Armeekorps Dr. Schäfer aus Eibelshausen (Dill); der, Musketier Wilhelm Flach aus Villmar; der Sanitätsfeld­webel Antori Bilo aus Nassau; der Leutnant der Reserve im 15. Infanterie-Regiment Katasterkontrolleur Müller aus Wallmerod; der Dragoner im Magdcburgischen Dragoner- Regiment 6 Willi Reinhardt aus Limburg; der Unter­offizier im Oldenburgischen Infanterie-Regiment 01 Gerichts­aktuar Theodor Mitzler aus Nassau (M. erhielt auch das Frtedrich-August-Kreuz 2. Klasse); der Leutnant der Reserve beim 7. bayerischen Feldartillerie-Regiment Referendar Dr Friede! B r ö tz aus Höchst a. M.; der Unteroffizier der Reserve Gerichtsschreiber Kreutz aus Wallmerod; der Unteroffizier Kurt Braselmann aus Höchst a. M.; der Musketier Peter Triesch aus Dorchheim; der Offizierstellvertreter im 26. Pionierbataillon Carstens, Sohn des stellvertretenden Vor­sitzenden der Wiesbadener Handwerkskammer Hermann Carstens; unter Beförderung zum Unteroffizier der Fahnen­junker Alfted Döring, Sohn des Wiesbadener Skeuer- sekretärs Hugo Döring.

Das Eiserne Kreuz 1. Klaffe wurde dem Major Manger aus Weilburg verliehen. Der Sergeant im 7. badischen Infanterie-Regiment 142 Franz Pimmel aus Wiesbaden erhielt die Großherzoglich Badische silberne Ver­dienstmedaille am Bande der malitärischen Karl- Friedrich-Verdienstmedaille.

Kusweisung der KngshSrfgsn feindlicher Staaken.

Herr Polizeipräsident v. S ch e n ck erläßt untern: 21. November eine Bekanntmachung (siehe Anzeigenteil der vorliegenden Ausgabe), nach welcher den Angehörigen feind­licher Staaten der Aufenthalt in Wiesbaden und Umgegend nicht länger gestattet werden kann. Es werden deshalb die hier wohnhaften Russen, Franzosen, Engländer und Belgier aufgefordert, sich iu einer auf Zimmer 29 der Polizeidirektion, Frixdrichstratze 35, schriftlich einzureichenden Erklärung binnen 48 Stunden darüber zu äußern, wann sie abznreisen und wo sie ihren Aufenthalt zu nehmen gedenken. Die Wahl des neuen Slusenthaltsorts wird mit gewiffen Be­schränkungen freigestellt.

vie Verlegung des Unterrichts des städtischen Real-- gqmnasiums in die Oberrealschule

am Zietenring veranlaßt, wie aus demEingesandt" imTag­blatt" hervorgeht, lebhafte Besorgnisse bei einem Teil der Eltern, so daß eine sachliche Richtigstellung ge­boten ist. Diese gibt der stellvertretende Direktor D i e h l des (Reform-)Realtzhmnasiums wie folgt: Derganze Unterricht" wird nichtauf den Nachmittag verlegt werden, um erst gegen 8 Uhr zu Ende zu gehen", auch werden die befürchteten Störungen des ganzen Familienlebens und die gesundheit­lichen Nachteile schwerlich eintreten. Der Stundenplan wird vielmehr so eingerichtet werden, daß wöchentlich an drei Vormittagen und drei Nachmittagen unterrichtet wird. K e.i n e 'Klasse wird nachmittags länger als bis 6% Uhr Unterricht haben; die S e x t a n e r und Quintaner schließen schon um o Uhr 35 Min. Hierbei sind die vorgeschriebenen Pausen von 10 bezw. 15 Minuten zwischen den einzelnen Lehrstunden unverkürzt geblieben. Was die Vorschule betrifft, so wer­den die Klassen dreimal vormittags 4 Stunden zu je 45 Minu­ten haben; des Nachmittags schließt die unterste Klasse bereits um 3 Uhr 40 Mim (Anfang 2 Uhr; dabei eine Pause von 10 Minuten nach der ersten Stunde); die zweite Klasse schließt einmal um 8 Uhr 40 Min., zweimal um 4 Uhr 40 Min.; die oberste Klasse schließt dreimal um 4 Uhr 40 Min. (20 Minuten Pause dabei eingerechnet). Das Familienleben wird also durch diese Verlegung des Unterrichts nicht bedroht werden. Dabei wird, wie bisher, der Unterrichtsbetrieb, von unwesentlicheir Kürzungen abgesehen, in vollem Umfang »auftecht erhalten werden. Ebensowenig wie die Änderung des Stundenplans dürfte die Verlängerung des Schulwegs auf Familienleben und Gesundheit nachteilig einwirken; sehr weit entfernt woh­nende «Schüler werden zeitweise dieElektrische" benutzen, die auf den gesteigerten Verkehr zu gewissen Zeiten sich einrichten muß.

Natürlich verläßt die Schule nur,sehr ungern ihr schönes, trefflich eingerichtetes Gebäude, aber die Not der Zeit verlangt das Opfer, und sicher sind die Unbequemlichkeiten für die «Schule, die gasifteundliche Aufnahme in der mit allen Lehrmitteln reich ausgestatteten Oberrealschule findet, gerin­ger als die Nachteile, die mit einer anderweitigen Unter­bringung unserer Soldaten verknüpft wären.

' Aus der Gewerbeschule. Die U n t e r r i ch t s k u r^s e an der Gewerbeschule erfteuen sich lebhaften Interesses. So wird der Fachkursus für Automobilreparaturen bereits Dlon- tag, den 23. November, bei sehr guter Beteiligung beginnen- Bei entsprechendem Besuch sollen sodann ftattsinden ein Fach­kursus für U n i f o r m s ch n e i d e r e i und auch wieder der regelmäßig int Winter abgehaltene Unterrichtskursus* B uch führung, Kostenberechnen, Geschäftsfiihrung. An­meldungen nehmen die Handwerkskammer, mit deren Unter­stützung die Kurse veranstaltet werden, und die Geschäftsstelle der Gewerbeschule, Zinrmer 11, entgegen.

Wiesbadener Lazarette. Die neueste Verwnndeten- liste der Auskunstsstelle über im Felde stehende nassauffcho Soldaten in der Loge Plato weist die folgenden Zugänge in uliseren Militärlazaretten nach: Vom Landwehr-Regiment 80: Gundlach (Wiesbaden) im Hotel Weins; Unterofftz^ Hembach (Eltville) im Hotel Weins; Hoppe in der WUheft^ Heilanstalt, Vom Reserve-Regiment SO: Reservist HarbuH