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Verlag Langgasse 21

„Tagdlan-HLus".

Swall-r-Hallr jeäffn« »oit s Udr motfltnä bis 8 Udr abtnH.

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Bejiigs.Prkis für beide Ausgaben: 7» Psg monatlich. M virrieljährlich durch b'n Setlaa «SJßäh ' ™ S-vi-rl-IWrlich durch alle deuiichc» Lofiansiairen. auSschtte"ttch

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12 Ausgaben.

Fernruf:

„Tagblatt-Haus" Nr. 6650-53.

Don 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer SsmttazS.

Reklamen. Ganze, pulbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung. — it wrederdolter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwi'chenräumen entsprechender Nachlaß.

Lamstag 2k. November 7914.

Kbend-Kusgabe.

Nr. 544. » 62. Jahrgang.

Oer Krieg.

vre Rümpfe bei Ppern.

Die deutschen Pioniere an der Arbeit.

Berlin, 21. Nov. über die Lage in Westflandern tvird berichtet: Obgleich die Überschwemmungen die

Operationen in hohen: Maße hindern, setzen die Deut­schen JTen Kampf energisch fort. Pioniere mit Br ü ck e n ma t e r i a l sind angekommen, die plan- mäßig versuchen, die Erschwerungen durch die Über­schwemmungen zu überwinden.

Ein französischer Bericht.

Berlin, 21. Nov. Der „Berl. Lok.-Anz." meldet aus Kopenhagen: Pariser Telegrammen zufolge gelang es einer deutschen Division, in der Nahe von Apern d:e Linie der Verbündeten zu durchbreche n. . Unter Hurrarufen rückten die deutschen Soldaten in me feindliche. Front in einer Ausdehnung von fünf Kilometer. Hier stießen sie aber auf große Re­serven in starken Verfchanzungen. Nachdem die Ver­bündeten^ weitere Verstärkungen heranzogen, gingen me Deutschen vor der erdrückenden Übermacht in ihre alten Stellungen zurück.

Der Pariser Bericht weiß nichts Neues zu melden, bä- Christiania, 21. Nov. Der gestern abend 11 Uhr aus. gegebene Pariser Bericht lautet: Der Tag ist außerordent- Irch ruhig verlaufen. Es ist nichts Neues zu melden.

Günstige holländische Beurteilung der Lage der Deutschen.

bä. Amsterdam, 21. Nov. Die holländischen Zei­tungen meinen, daß die in den letzten Tagen vorae- nommenen deutschen . Truppend ers ch i ebungen inöglicher- b u ” a auf einem anderen Teile des Schlachtfeldes als bei Ipern herbeifnhren werden Dre französischen Verstärkungen vor Ipern hätten zu mner großen Schwächung an anderen Punkten der Frontlime der Franzosen geführt. Bei Reims sei der deut,che Angriff rn den letzten Tagen um fast sechs Kilometer nach Westen und Südwesten vorne- tragen worden.

Ein neuer heftiger Kampf mit den Engländern.

Kopenhagen, 21. Nov. Aus London wird gemel- det, daß ein neuer heftiger Kampf auf der Linie Ipern°La Bas säe mit den englischen Truppen begonnen hat. In der Nacht auf Mittwoch näherten sich die Deutschen kriechend den feindlichen A^ciufgraben und es entwickelte sich ein Kampf Mann gegen Mann. Um Mitternacht war er vor- und der Angriff angeblich abgeschlagen. Am Mittwoch früh nahmen die Deutschen die Offensive je­doch wieder aus. .

Dis snali chen Verlustlisten.

22 englische höhere Offiziere an einem Tage.

ÄV „„ W - T ^ B ‘ SSofcI ' 21 ‘ Nov. (Nichtamtlich) Die hiesigen Ma ter erhalten die Meldung aus Mailand daß die gestrige Verluststste des engl,, che:r Expeditionskorps für einen einzigen

Kampftag dre Namen e r n e S B r i g a d e g e n e r a l s . a ch t Obersten und 14 Maiore als tot, verwundet oder ge­fangen aufweist. i "

Deutsche Flieger über Amiens.

Berlin, 20. Nov Das „Berl. Tagebl." meldet aus Christmnia: Aus Pa r i s wird gemeldet, daß am

D^nstag vier deutsche Tauben Amiens überflogen und durch Bombenwürfe emc Gasfabrik zur Er- vlosiou brachten, wobei mehrere Personen aetötet Wurden.

Starker Schneefall in Nordfrankreich.

Berlin, 21. Nov. Nach Blätternicldungen ans Meter hoch *** ®* nCC m ^dfrankrcich fünf Zenti-

Trr Personenverkehr England-Calais eingestellt.

'L' Rotterdam, 2 b -? 00 : Der Passagierverkehr von England nach Calais ist eingestellt und über Dieppe verlegt worden.

^ie vewunberung engli-cker Militärs für bis beut eheu Sonaten.

W. T.-B. London, 90. Nab. (Nichtamtlich.) Die Times" vrohentMvv Briefe englischer Offiziere aus der stront. ..in Ma,or des Hochlanderreg,ments schreibt. England sei noch immer nichTzn dem vollen Bewußtsein der Anforderungen d-s Krieges gekommen, „nd tadAt die mgl,scheu Zeitungen, die Artikel veröffentlichen, in 'denen iesagt wird, die Deutschen könnten nicht schießen und liefen davon Das deutsche Heer sei jetzt aus alten Männern und Knaben zmammengesetzt. Der Major schreibt- Diese Dinge fin$ unwahr, oder wenn sie wahr sind, dann kämpfen die alten Männer und Knaben wunderbar gut Man sagt von den Derwischen der Schlacht bet Atbara daß ihre Tapferkeit jede Tapferkeit zivilisierter Völker übertreffe" Die Deutschen sind schwerer aus den Schützengräben zu ver­treiben, als die Derwische es waren. Wenn die gegenwärtige Spannung noch einen bis drei Monate andamrt, wird es

Zum Durchbruch der Schlachtlinie kommen, wenn nicht bedeutende Verstärkungen geschicki werden. — Ein Brigade- ^sZEral schreibt: Die deutschen Gewehrkugeln sind besonders tödlich, da sie von ausgesuchten Schützen ahgefeuert wer- den, die nur darauf warten, daß sich in unseren Laufgräben ein Kops zeigt. Auch die deutsche Artillerie ist mußerordent- Ich bin über die Berichte der Blätter über die Minderwertigkeit deutscher Soldaten empört. . Ihr ihre Tüchtigkeit, ihre Organisation, ihre Ausdauer und ihre Führung sind ausgezeichnet. Ich bin voll von Be­wunderung für sie; so denken alle, die sie kennen gelernt haben.

W. T.-B. London, 20. Nov. (Nichtamtlich.) Die „Times" melden aus Washington: Das Lob der patriotischen

Tapferkeit der deutschen Truppen in dem jüngsten Bericht des offiziellen Londoner Pressebureaus hgt einen tiefen Eindruck aus den amerikanischen Botschafter gemacht. — Die „World" zitiert die anerkennenden Worte des. „B. L.-A." an Lord Roberts und sagt: Diese Worte enthalten eine wertvolle Moral für unsere neutralen Fanatiker, sowohl für Deutsch- Amerikaner wie für . die Freunde der Verbündeten, und be- weiscn, daß große Nationen, die in einem tödlichen Kampfe begriffen sind, dennoch gegeneinander gerecht und generös sein können. — Der Korrespondent der „Times" fügt hinzu, der Kommentar der „World" verdiene die Aufmerksamkeit und Beachtung jener, denen es um die gute Dteinung der Vereinigten Staaten zu tun sei. In der Presse und im privaten Leben fehle es nicht an Anzeichen, daß die wahl­lose Beschimpfung und Herabsetzung der deutschen Tapferkeit und militärischen Tüchtigkeit von seiten gewisser britischer Journalisten gefährlich sei, weil sie das Prestige, das der Krieg den Engländern gebracht habe (?) beeinträcht'gten. •

Fu den neuen Siegen Hindeiiburgs.

Der günstige Eindruck in der Schweiz.

W. T.-B. Zürich, 91. Nob. (Nichtamtlich.) Die „Neue Zürcher Ztg." sagt im Mittagsblätt: ' Hindenburgs Sieg brachte in die Lage im Osten eine wesentliche Ände­rung. Noch mehr tat dies die prompte A u s n ü tz> u n g der erkämpften Vorteile, die der.Sieger von Tannenberg der- Schlägen von • Wloclciwesk folgen liefe. ! Es gehört ein starker mitleidsloser Wille dazu, um jeinen Truppen, nach , den Mühen und Nöten der Schlacht noch die Strapazen der Ver­folgung aufzubürden. Hindenburg scheint über diese Eigenschaft in hervorragendem Mafee zu verfügen. Von Napoleon pflegten seine Soldaten zu sagen: „Er gewinnt

Siege durch unsere Beine." Das gleiche Mittel gebraucht der deutsche Feldherr in Russisch-Polen mit Meisterschaft. Die Folgen der kühnen glücklichen Tat bliebennicht aus. Es wird sich demnächst entscheiden, ob. die flankierende Wirkung des deutschen Vorstoßes, noch weiter greift. Auf alle . Fälle ist der Weg nach Berlin um eine beträchtliche Etappe länger ge» worden. Der deutsche Sieg bestätigt die uralte, allerdings oft vernachlässigte Lehre der.Kriegsführung, daß ein kraft­voller Schlag an entscheidender Sie Ile nicht nur örtliche Wirkungen hat, sondern sich vielmehr im wei­testen Umkreise äußert.. Er macht Nachteile wett, die mit dem Orte des Sieges in gar keinem oder nur in mittelbarem Zusammenhänge steht.

Türkische Genugtuung über die Siege im Osten.

IkI- Konstantiiwpcl, 21. Nob. Die Nachricht von den deutschen Siegen über Die Russen hat hier große Freude her­vorgerufen, die sich in. den Kommentaren der Presse deutlich widerspiegelt. Gegen Mittag hielt der Sultan vor dem

Dolmagtsche-Palästz ein Freudensalut ab.s

Ein vericht des russischen Generalstabs.

W-T-B. Petersburg, 20. Nov. (Nichtamtlich.) Der Bericht des Großen Generalstabes , besagt: Auf dem. linken Ufer der Weichsel entwickelte sich in den letzten Tagen aus zwei Schauplätzen, auf der Front zwischen.der Weichsel und der Warthe und. auf der Linie Czenstochau-Krakau, eine Aktion. Die Kämpfe nahmen einen äußerst erb itter- t e n Eharakter an und zeigten im allgemeinen einen unauf­hörlichen Wechsel von Offensive und'Defensive. . In Ost­preußen greifen unsere . Truppen die stark ausgebauten Stelliingeii östlich von Angerüurg an. Die deutschen Laufgräben sind mit dreifachen. Drahtverhauen, Wasser­gräben und auf der ganzeu Rechten mit. Stacheldrahtnetzan befestigt.- Wir bemächtigten uns eines Teiles dieser Stellun­gen, die 7 Werst östlich von Angerburg entfernt waren, sowie eines Durchganges zwischen den Seen bei Bauwelno und Tyrklo. Dort nahmen wir dem Feinde 19 Geschütze und f> Maschine n g e w e h r e und machten . mehrere, hundert Gefangene. In Westgalizien dauert unsere Offensive an. (Notiz des W7 T.-B.: Was es mit dieseiu „sich beMgchtigen" und . „wegnehmen" mif sich hat, ist inzwischen durch den deut­schen Bericht in seiner vollen Belanglosigkeit fest- gestellt worden.)

Die R ssen ae^en ihre Mitzerfolqe zu.

»r. Mailand, 21. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Laut „Corriere della Sera" geben die Russen ihre Mißerfolge zu. Während sie mit ihren Fortschritten vom Gouvernement SuwaM nach Ostpreußen auf die Deutschen einen Druck ausüben wollten, überschritten sie die Grenze bei Sold au und Reidcnburg, um mit einem Flankenangriff von M.la w a aus die V e r b i n d u n g sbini e»des> Feindes zu durchbrechen. Den Deutschen gelang es aber, durch ihre

strategischen Eisenbahnen in Schlesien und Posen, dre parallel mit der polnischen Grenze laufen, ihre Kräfte zu vereinen und eine neue Offensive aufzunehmen.

Die „Eimes" über die Schlacht in polen.

sich Rotterdam, 21. Nov. Die „Times" melden au» Petersburg": Die deutsche Offensive zwischen Weichsel und

Warthe entwickelte sich schnell zu einer regelrechteiv Schlacht, deren Ilmfang nur durch die »erhältnismäßi-j schmale F r o n t, worauf sich die Armecri entfalten können, bezeichnet wird. Generaloberst von Hindenburg wählte augenscheinlich dieses Gelände wegen der Übermacht der rus­sischen Truppen absichtlich.

Die Beschiehung von Libau.

llck. Rotterdam, 21. Nov. Die „Daily Mail" meldet über das Bombardement Libans durch deutsche Kreuzer und Tor- pedobootszerstörer: Der Hafen wurde länger als vier

Stunden beschossen. Es wurden mehrere Fabriken beschädigt, der Petroleumbehälter durch Feuer vernichtet. Der Bahnhof und einige Häuser in den ärmeren Vierteln erlitten ebenfalls Beschädigungen. Die Deutschen versenkten mehrere kleine Frachtdampfer in den Hafenzugängen. Fünf Leute wurden getötet und 40 verwundet.

Der österreichische Eagesbericht.

Überall Erfolge in Russisch-Polen.

W.T.-B. Wien, 20. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautbart: 20. November, mittags: Auch gestern hatten die Verbündeten in Russisch-Polen überall Erfolge. Tie Entscheidung ist noch nicht gefalle«. Dir Zahl der gefangenen Russen nimmt zu. Vor Przcmysl erlitt der Feind bei einem sofort abge­schlagenen Versuch, stärkere Sicherungstruphen näher an die «udfront der Festung heranzubringen, schwere Verluste.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: b. Hofer, Generalmajor.

Neue Gewaltakte ver Russen in Galizien.

IV. T.-B. Wien, 21. Nov. (Nichtamtlich.) Aus dem Kriegspressequarlier wird gemeldet: Fortgesetzt werden neue Gewaltakte der Russen in den okkupierten Gebieten Gali­ziens bekannt. Der Ort Kali sch wurde nach der Einnahme geplündert und später flüchtig befestigt. Hierbei wurden sämtliche Juden während der jüdischen Festtage, besonders am Versöhnungstage, mit Peitschen zu den Schanz­arbeiten gezwungen. Die Ortschaften Dolina, Krecho- wrce, Rozanitowo, Ceniawa, Spas und Lnhy ivurden durch drei Sotuien Kosaken beseht, die durch zahlreiche Patrouillen die ganze Gegend unsicher machten. Diese drei Sotnien leben ausschließlich vom Raub.

Zahlreiche Verhaftungen von Ukrainern durch die Rüsten.

IV. T.-B. Konstantinopcl, 21. Nob. „Tafkir-i-Efkiar" er­fährt, daß die russische Negierung in den letzten Tagen zahl­reiche Ukrainer verhaften und sie in Gefängnissen un­terbringen ließ.

Serbiens letzte versuche.

Br. Wien, 21. Nov. (Eig. Drohtbericht. Ktr. Bln.) Von autoritativer Seite erfährt der Berichterstatter der „Rcichspost" in Sofia, daß die serbische Regierung in Bordeaux die Erklärung abgegeben habe, daß Serbien infolge vollkommenen wirtschaftlichen Zn s a m m e n b r n ch s u n m ö g l i ch weiter k L m v - feit könne. Das geschlagene serbische Heer flüchte in Unordnung in das Hinterland und werde versuchen, sich noch einmal bei Kragu jewatsch zu stellen. Die serbische Regierung habe auch in Athen noch einmal Schritte um dringende H il.fe unternommen.

Ein Glückwunschtelegramm Enver Paschas an Erzherzog Kriebrich.

IV. T.-B. Wien, 21. Nov. Dem Oberkommandanten der Armee Erzherzog Friedrich ist nachstehendes Telegramm zu­gegangen: Ew, Hoheit beglückwünsche ich im Namen der

Kaiserlichen Osmanischen Armee und zugleich in meinem Namen zu den großen Erfolgen, die Ihre heldenmütigen^ Truppen unter der geschickten Führung des Generals Potiorek nach hartnäckigen Kämpfen in Serbien er­rungen haben. Enver-Pascha, stellvertretender Oberbe­fehlshaber des kaiserl. osmanischen Heeres und bei Flotte.

Erzherzog Friedrich antwortete: Ich danke Ew. Exzel­

lenz aufs herzlichste für den) freundlichen Glückwunsch anläß­lich der Erfolge unserer braven Truppen in Serbien. Mit aufrichtiger Befriedigung vernahm ich die Kunde von den stets wachsenden Erfolgen der unter der hervor­ragenden Führung Ew. Exzellenz stehenden tapferen - osma- nischen Armee und Flotte. Ich bin dessen gewiß, daß es unseren vereinigten Anstrengungen gelingen wird, den Feiiid niederzuringen. General der Infanterie Erzherzog Friedrich, Oberkommandierender der Arniee.

Gleichzeitig übermittelte Erzherzog Friedrich die Glück­wünsche Enver-Paschas an General Potiorek, den ver­dienten Kominandanten der Balkanstreitkräfte, der auf diese Anerkennung der tapferen kaiserlich osmanischen Armee stolz sein kann.