Wiesbadener Tagblatt
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* Frl. Marie Schmidt, die durch ihre literarischen Vorträge und poetischen Leistungen wohlbekannte Schriftstellerin, ist nach einundemhalb-
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* Frau Cosima Magner hat den von seiner Thätigkeit als Ehoi- Dircctor und Regisseur der Bayreuther Festspiele bekannten Musik-Directoi
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Kunst, Wissenschaft, Literatur.
* Nrpertoir-Gntwurf des Königt. Theater». Dienstag, den 24. Sept.: Neu einstndirt: „Fra Diavolo". Mittwoch, den25.: „Adelaide', „Das Versprechen Hinterm Herd". Tanz. Donnerstag, den 26.: „Hans Helling". Samstag, den 28.: „Viel Lärm um Nichts". Sonntag, den A.: „Die Afrikanerin".
Kniese als permanenten Beirath engagirl. Herr Kniese verläßt schon tl einen g, diesen Tagen Breslau, um nach Bayreuth überzusiedeln. .Deutst
*Da» Jmitations-Couulrt, welches Emil Thomas all abends Mühm in der Posse „Leichtes Blut" rn Berlin vorträgt und in welchem « Heilkun! ' ...... .... — . ~ .... - wichtigst
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* Al» eine Probe de» Humor», der im neuen „Walhalls Parodie-Theater" am Moritzplatze in Berlin gepflegt wird, Iw die Dircction den Blättern die folgende Notiz zugchen. „Ein lustig« Gänsemarsch war es, der dem „Walhalla-Parodie-Theater" seins Besuch abstattete, um Marie Stolle eine ebenso drastische, wie originell Ovation zu bereiten. Kommen da zwölf Herren, die Hälfte Jeder eind Oleanderropf, die andere Hälfte je einen kleinen Palmenbaum in der HÄ tragend, hintereinander in Schritt und Tritt in das Auditorium marschÄ Marie Stolle singt nämlich ein Prosa-Couplet, worin sie erzählt, daß ß für den Oleander schwärmt, da derselbe in „des Meeres und der Li» Wellen" vorkommt, wo Hero in einem Anfalle von Heroismus um um ihren schwimmenden Geliebten zu warnen, ausruft: „O, Leander! Schwapp setzt „der Gänsemarsch" die kleinen Oleandertöpfe auf die Bühiu Marie Stolle fuhr fort: „Die stolzeste Pflanze ist die Palme, denn sie h» ihren eigenen Sonntag, den »Palm-Sonntag«. Als nun die Palm» töpfe auf das Podium gesetzt wurden, hatte der Jubel keine Grenzen weh und das Publikum ruhte nicht eher, als bis Marie Stolle einen Topf na» dem anderen fortgetragen."
* Richard Strauß hat ein sinfonisches Gedicht „Don Ju«' vollend«, zu welchem ihn Lenau's Faust-Gedicht angeregt hat. junge Komponist hat München verlassen und ist einem Rufe al» Ä Kapellmeister nach Weimar gefolgt, wo er als solcher neben Lassen bertt» fuugirt.
* A«« Dresden schreibt man: Nachdem schon am 8. März das Opcruwerk des jungen weimarischen Componisten Eugen LindiA „Der Meisterdieb" über die Bühne seiner Heimath gegangen, erlebte dasse» mit einigen Abänderungen seine Erstaufführung in der Dresdens Hofoper, für deren, ebenfalls Weimar entstammenden jugendlichen BaritA Scheidemantel, der Autor die Titelrolle geschrieben haben soll. Dichtung liegt bekanntlich FitgerS gleichnamige Novelle zu Grunde, die Schicksale Wallfrieds v. Sterneck schildert, der, dem verhaßten ZtvaM de» Priesterftandes entfliehend, mit fahrenden Gesellen ein Jahrzehnt la» die Lande durchstreift und das Halsband der Tochter des Rhetngram Berangers und ihr Herz entwendet. Da die Genossen vor dem Grm» bekunden, daß Wallfried von der Zunft der Meistcrdiebe sei, die da
gezeichneter Güte. Es gibt Bäume, die einen Ertrag von 4—5 Centner lieferten. Für den Centner werden 15—16 Mk. gelost, was von einem Baum einen Erlös von 60—80 Mk. ausmacht. In Folge dieses Ergebnisses bereut mancher Landwirth bereits, seine schönen Nußbäume blos aus dem Grunde, weil der Stamm ihm im Augenblick ein schönes Sümmchen einbrachte, geopfert zu haben; aber auch mancher hat den Entschluß gefaßt, dem lohnenden Nußbaum künftig mehr Pflege und Sorgfalt angedeihen zu lassen.
(?) No« der Lahn, 20. Sept. Der Kreis-Ausschuß des Unterlahnkreises wird auch tn diesem Jahre einen Kursus in Handarbeit abhalten lassen und zwar für die Orte Holzappel, Kördorf, Oberneisen, Obernhof und Singhofen. — In D i e z hat sich ein „ M i l i t ä r - V e r e t n" gebildet.
(?) Non der Lahn, 21. Sept. Zu dem im gestrigen Blatte erwähnten „Riesen-Kürbis" und dem Exemplar aus Bierstadt sei ein dritter genannt, der die beiden erstgenannten noch übertrifft. Derselbe wurde in der Gärtnerei zu Schloß Molsberg gezogen, wiegt 1 Centner 13 Pfund und hat 1,96 Meter im Umfang.
* An» dem Lorsbachthal, 20. Sept. Kürzlich versammelten sich die Herren Bürgermeister und Gemeinderäthe der Orte Eppstein, Sbach, Hornau, Schneidhain, Königstein, Crouberg, Schönberg, Ober- tadt, Niederhöchstadt, Oberursel und Stierstadt zu Königstein, um mit dem Herrn Landes-Director Satorius und dem Herrn, Landrath v. d. Heid über die Uebernahme des Weges von Eppstein bis Oberursel in ständische Unterhaltung zu berathen. Die Verhandlungen endigten mit der Aufnahme des genannten Weges in eommunalständische Verwaltung. Die genannten Gemeinden zahlen zu den Unterhaltungskosten 40 pCt. mit Ausnahme dreier Gemeinden, die nur 25 pCt. entrichten.
(?) Au» dem Maingau, 21. Sept. Seit Anfang dieser Woche ist in der Zuckerfabrik „Maingau" die Campagne im Gange. Die Rüben- Zufuhr ist sehr stark. Die Rüben sind aber auch dieses Jahr, sowohl hinsichtlich des Ertrages, als auch der Güte vorzüglich gerathen.
(?) Flörsheim a. M., 19. Sept. Auf dem Jagdgebiete des Herrn Ostermann veranstaltete gestern und Tags vorher der Verein zur Züchtung edler Hunderassen in der Nähe des Bades Weilbach ein P ret s- suchen für alle Hunderassen. Mit Ausnahme der Griffons wurden allen vertretenen Hunderassen Preise zuerkannt. Eine große Anzahl prächtiger Thiere war bei diesem neuen Sport vertreten. — Der Schluß der Badesaison wird am 21. d. Mts. erfolgen, da an diesem Tage die letzten Curgäste unser Schwefelbad verlassen.
(?) Flörsheim a. M., 20. Sept. Der ledige Zimmermann PH. Mohr von hier, welcher vor 2 Jahren das Unglück hatte, beim Turnen zu fallen, infolge dessen er ein steifes Genick davontrug, hieb sich in voriger Woche in Hochheim, woselbst er bei einem Meister in Arbeit stand, mit einem Zimmerbeil in die Kniescheibe. Von einem Barbier verbunden, schleppte er sich mühsam nach seiner Heimath. Bald fing jedoch die Wunde zu eitern an und auf ärztlichen Rath wurde der Kranke in die Dr. Rehn'sche Klinik nach Frankfurt verbracht, wo eine Operation Dorgenommen wurde. Der Patient befindet sich nniimehr auf dem Wege der Besserung. — In der vorigen Woche wurde ein achtjähriges Mädchen von einem Metzgerhund an gerannt. Das Kind verfiel aus Schrecken in Starrkrämpfe und liegt heute hoffnungslos darnieder. Ueberhaupt sind in letzter Zeit durch frei umherlaufende große Hunde wiederholt erwachsene Personen attaquirt worden. Es wäre endlich Zeit, daß diesem Unfug gesteuert würde.
0 Höchst a. M., 21. Sept. Als Preisrichter für Zuerkennung der Preise, welche gelegentlich der am 22. d. Mtk. zu Schwanheim statt- findcnden landwirthschaftlichen Ausstellung für das beste Exemplar einer jeden Gemüseart, für die schönste Gemüsegruppe und für die beste Traube aus der vom Kreis-Ausschuß bewilligten Summe ver- theilt werden sollen, sind von der Ausstellungs-Commission die Herren Wandergärtuer Mertens (Geisenheim), Obergärtner Well mann (Sachsenhausen), Obergärtner Georg Eichenauer (Cronberg) und Lehrer Buxbaum (Raunheim) eingeladen worden. — Nach dem von Berlin jetzt eingetroffenen Bescheid hat der Herr Minister für die öffentlichen Arbeiten die Erbauung einer Brücke über den Main bet hiesiger Stadt nicht als ein so dringendes VerkehrS-Bedürfniß anerkannt, daß der Staat mit seinen Mitteln dafür einzutreten hätte und deshalb ein Eingehen auf den für Rechnung der Stadtkasse ausgearbeiteten Plan abgelehnt. Unser Gemetnderath will sich bei diesem Bescheide um so weniger beruhigen, al» auch sehr gewichtige strategische Rücksichten für einen Brückenbau dahier bestehen, wie die Erfahrungen der Jahre 1866 und 1870 beweisen, und wird daher weiter vorstellig werden. — Unser Herr Bürgermeister geht, entsprechend der Intention des Gemeinderaths, mit dem Plane um, das hiesige Ortsstatut für die Einquartierung einer Revision zu unterziehen und die Mißstände, die sich seither bei dessen Vollzug gezeigt, zu beseitigen. Da bei der diesjährigen Einquartierung auf je 15 Mk. Grund-, Gebäude-, Gewerbe-, Classen- und Einkommensteuer ein Mann Einquartierung kam, so wurden die hohen Steuerzahler sehr hart getroffen, indem solche 150, 100. 80 Mann u. s. w. zugetheilt erhielten, während die Absicht des Gesetzes doch nur die ist, Jedem so viel Einquartierung zu geben, als er Platz dafür hat.
* Frankfurt, 21. Sept. Wegen des Verdacht«, ander Ermordung des Techniker Elsner betheiligt zu fein, wurde zu Bruchsal ein bettelnder Schustergeselle verhaftet. Veranlassung dazu soll das Portemonnaie gewesen sein, welches der reisende Handwerksbursche bei sich trug. Dasselbe soll demjenigen des Elsner ähnlich sehen. Der Bursche vermochte jedoch nachzuwetsen, daß er zur Zeit der Raubmordes in Gießen gearbeitet habe.
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jährigem Aufenthalt in Hannover wieder in ihre Vaterstadt Wiesbaden zurückgekehrt und hat ihre Berufsthätigkeit (Unterricht in Literatur, Geschichte und Sprachen) wieder ausgenommen. Zur Eröffnung de« Wintei- Cursus beabsichfigt dieselbe am 28. September im kleinen Casinosaale eine musikalisch-literarische Abendunterh altung zn veranstalten, unter Mitwirkung des Küustierpaares Venzoni aus Hannover im Verein mit Herrn Coneertmeister Michaelis. Eine neue, noch ungedruckte Dichtung von M. Schmidt, welche ein zeitgemäßes Thema behandelt, wird von einem hiesigen jungeit Herrn vorgetragen werdet!, ein kleineres Gedicht von einer jungen Dame, lieber Herrn und Frau Venzoni berichteten s. Z. Berlmer Blätter das Folgende: „Herr Joh. S. Venzoni, früh« Direetor der städtischen Musikschule in Stralsund, hat sich einen vorzüglichen Ruf als Förderer der höheren Gesangskunst erworben. Neben seiner Eigenschaft als Lehrer ist et auch ein trefflicher Pianist, dessen tüchch ausgebildete Technik, sowie echt musikalische Auffassung klassischer um moderner Compositioueu gerühmt wird. — Fran Sophie Venzoni verfügt über ein umfangreiches, gut ausgebildetes Stimm-Material von < wohllautendem, klangvoll gesättigtem Tone. Ihr Vortrag deutscher Lied« m“ war von wohlthuenvcr Wärme und Innigkeit hewegt." Bildwer
* Kleber da» Befinden von Richard Naß kommen ans giingliti Berchtesgaden sehr betrübende Mittheilungen. Ern älteres, nervös« jüge, cli Leiden hat sich derartig gesteigert, daß der unglückliche Dichter unter ständigen Qualen lebt. Er wtrd demnächst in einem reuommirten österreichisch« Sanatorium Heilung suchen. An ein schriftstellerisches Schaffen wir) Richard Voß jedenfalls lange hinaus nicht denken dürfen. I
unter stürmischer Heiterkeit des Publikums eine Anzahl bekannter Schalt spielergrößeu eopirt, ist in seiner Idee sehr alten Ursprungs. Als 186 das gesammte Berliner Theaterpublikum sich in drei Heerlager getljeil hatte, deren Schlachtruf: „hie Döring — hie Dessotr — tlt Davison!" war, beutete Emtl Thomas den Streit der erhitzten Kun? enthufiasten, wer der größte unter den Dreien sei, lustig aus und schns eine Soloseene: „Künstler-Photographien", in welcher er die drei Schauspich -......
Heroen in verschiedenen ihrer Rollen täuschend vorführte und so allabeiiblii M die einen starken Andrang im alten Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater, W W btt er enaagirt war, veranlaßte. Auch die drei Originale wohnten wiederholt mpäbni der Vorstellung bei. Aeitere Theaterbesucher erinnern sich noch mit Bei gnügen des Abends, wo die drei berühmten Künstler zufällig alle drei do! zusammentrafen und sich unter lebhafter Heiterkeit des Auditoriums g<‘ meinsam ihre Kopie ansahen.
