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Verlag Langgasse 21

„Tagblati-HauS".

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„Tagblatt-Haus" Nr. 6650-53.

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ftür die Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen Tagen und Pläüen'wird f«*»*»'’

Morgen - Kusgabe. Nr. S4I.. S 2 . Jahrgang.

Freitag. 20. Novembsr 1914-

Der Krieg.

Zerstörung der französischen Stellungen am linken Maasufer. — Bemerkenswerte §ort- Ichritte zwischen der Rüste und ppern.

Br. Genf, 19. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Der am linken Maasnfer kommandierende französische General hat gestern um 3 Uhr nachmittags die Mel­dung erhalten, der deutsche Angriff gegen den gebliebe­nen Pfeil des bei St. Mihiel gelegenen Dorfes Chau- voncurt scheine nachzulasscu. als eine furchtbare Explosion, eine Folge der unter die Lauf­gräben gelegten deutschen Minen, die gan­zen französischen Stellungen zerstörte. Die Zahl der Opfer ist sehr bedeutend. Die Deutschen besetzten mit lautem Hurra auch die benachbarten Punkte.

Zwischen der Küste und Ipern erreichte die deut­sche Artillerie, das; alle französischen Absichten zur Ausfüllung der empfindlichen Berbindungslücken erfolglos blieben. Mehrfach tat sich hierbei die deutsche Infanterie, namentlich in einem Bajonett- kampf im Gehölz bei Bixschooten, hervor, das ab­wechselnd in deutschem und französischem Besitz war.

Die Deutschen setzten auch die Beschießung von Reims erfolgreich fort.

Vas ganze Dreieck Oixmui-en-Oostkerkren- Naeskerken unter Wasser gesetzt.

Br. Rotterdam, 19. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Den „Times" wird aus Mestflandern tele­graphiert: Zwischen den Truppen der Verbündeten

und den Deutschen liegt, die Straße Nicuport-Dix- muiden entlang, wie ein schützender Gürtel das Wasser. Die weitere Überschwemmung wurde gestern beendet. Dadurch ist jetzt das ganze Dreieck Dix- muiden-Oostkerken und Kaeskerken unter, Wasser gesetzt und ein . Vorrücke« der Deutschen mit Dixmuiden als Basis würde jetzt ein sehr gefährlicher Versuch sein. Die Deutschen begannen gestern die Beschieß u n g von Ost-Dünkirchen und Umgebung und setzten die Beschießung über Nacht fort. Die Granaten fielen in Fülle und verursachten große Verwirrung. Man kämpfte um die Plätze der Kraftwagen und in der Bahn, auf Wagen, Rädern und anderen Fuhrwerken, um ans dem Dorfe zu entfliehen. Nieuport ist ebenso wie D i x m u i d e n ein T r ü m m e r h a u f e n.

Die Lage in Dixmuiden nach englischer Darstellung.

hd. Haag, 19. Nov. Ter Kriegsberichterstatter der »Times" meldet: Die Lage von Dixmuiden sei e i g e n a r t i g, die nördliche Stadt werde von den D.e u t sch e n, der S ü den von den Franzosen .besetzt gehalten. Die Linie der Verbündeten gehe wirr auseinander. Handgefechte sind an der Taaesordnung. O st - D ü n k-i>r ch e n werde stark be­schossen. Desgleichen'T e r v i sie. das sehr gelitten habe. Auch um Nieuport dauerten die Kämpfe fort. (Nach den Mel­dungen des deutschen Hauptquartiers befindet sich D i x - muibni fest in unserer Hand. Auch von französischer Seite ist dies bereits zugegeben worden. Schriftl.)

völliger Zusammenbruch des belgischen Heeres.

Br. Amsterdam, 19. Nov. lEig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Die Überreste des belgischen Heeres sind in den Kämpfen an der Äser vollständig znsammengebrochen. In den letzten Tagen sind wiederholt Meutereien dorgekommen. Die erschöpften Soldaten verließen nachts die Schützengräben und eraaben sich den deutschen Truppen. Auch König Albert vermag es nicht mebr. seinen Truppen Mut zuzusprechen. Die noch kampfesfäbigen Teile d->s belgischen Heeres sam­meln sich jetzt bei Schoonebeke.

Die bedrängten enaMchen Tr"ppen.

T. TJ. London, 19. Nov. Das englische Pressebureau gibt bekannt, daß die dritte Abteilung des englischen Expedi­tionskorps gestern schweren Angriffen von deutscher Seite ausgesctzt gewesen sei. Wo diese Kämpfe stattgefunden baben, wird in dem englischen Bericht nicht gesagt. Doch wird erwäbnt, daß sowohl deutsche Artillerie wie auch Jn> santcrie an den Angriffen beteiligt war. Zwei englische Bataillone standen vor einer besonders schwierigen Aufgabe. Sie waren durch die deutschen Schrapnells aus ihren Stel­lungen vertrieben worden, kehrten aber schließlich in ihre alten Stellungen zurück und, warfen den Feind durch einen Gegenangriff 599 UardS zurück.

Der englische Offiziersvcrlnst.

TU. London, 19. Nov. Nach der von der „Times" ver­öffentlichten Verlustliste wurden 21 Offiziere getötet, 19 ver­wundet und 11 vermißt.

Die Verluste der englischen Marine.

Basel, 19. Nov. Aus London meldet die „Agence Havas": Fm Unterhause teilte Winston Churchill die Verluste der eng­lischen^ Marine bis zum 17. November mit. Sie beliefen sich: "n Offizieren.' auf 222 Tote,"37 Verwundete und 5 Vermißte. °n Matrosen .auf. 3.455 Tote, 428 Verwundete und 1 Ver­

mißten. Nicht mitgerechnet sind 1999 Vermißte der Flotten» divtston von Antwerpen, 87 Mann auf der „Good Hope" und eine in Holland internierte Flottendivision.

Der englische Kreuzer „Glasgow" in Valparaiso.

lid. Haag, 19. Nov. „Central News" melden aus Rio de Janeiro: Der Kreuzer „Glasgow" ist am

Dienstag in Valparaiso angekommen mit sicht­bar e n Spuren des überstanderien Kampfes, doch ohne ernste Beschädigung. Das chilenische Hospital­schiff „Valdivia" ist in Taliahuana eingetroffen. Es hat trotz des langen Suchens keine überleben­den aus der chilenischen Seeschlacht gefüllten.

Der österreichische Tagesbericht vom 10. Nov.

Günstiger Fortgang der Schlacht in Russisch-Polen. ,— 7000 Russen gefangen, 18 Maschinengewehre sowie mehrere Geschütze erbeutet.

W. T.-B. Wien, 19. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird Verlautbart: Die Schlacht in Russisch-Polen nimmt einen günstigen Fortgang. Nach den bisherigen Meldungen machten unsere Truppen 7000. Gefangene und erbeuteten 18 Maschinengewehre sowie mehrere Geschütze. v. H ö f e r, Generalmajor.

Der amtliche russische Bericht über den letzten deutschen Lieg.

Br. Kopenhagen, 19. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Ein neuer amtlicher russischer Bericht besagt über die letzten Siege der Deutschen: Zwischen Weichsel und Warthe sind un­sere Avantgarde n während des Kampfes mit den Deut­schen, die angrisfsweise vorrücken, in der Richtung auf den Fluß Bzora z u r ü ck g e g a n g e n. Es gelang dem Feind, in der Gegend von Leutfchizca-Orlow festen Fuß zu fassen, von wo er jetzt seine Vortruppen in der Richtung Piauntek vorschiebt. (Man denke sich Avantgarden, die zusammen 28 090 Mann einbüßen können! Schriftl.)

lieber die Stärke der russischen Krmeen.

Br. Rotterdam, 19. Nov. , (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Berichterstatter der „Times" in Petersburg betont die gewaltige Stärke der nunmehr zusammengezogenen russischen Armeen. ZuverlässigeiüNachrichtM zufolge seien bei den . Depotbataillonen jedes einzelnen Ltnienregi >- ments des aktiven Heeres' für den Nachschub mehr als 10 000 Mann anwesend, so daß, jedes einzelne Regunent drei bis viermal ersetzt werden könne. Der Ober­befehlshaber der russischen Armeen habe eine Verordnung des russischen Ministerrats, die den Gebrauch von Bier und leichten Weines bei der Armee gestattete, außer Kraft gesetzt

Ein neuer Nampf der Türken mit der russischen Flotte.

W. T-B. Konstantinopcl, 19. Nov. (Nichtamtlich.) Das türkische Hauptquartier meldet: Unsere Flöte, die ausge­

laufen war, um nach der russischen Schwarzcnmcerflotte.. welche Trapez» nt beschossen hatte, zu suchen, traf diese auf der Höhe von Sewastopol. Die feindliche Flotte bestand aus zwei Schlachtschiffen und Hilfskreuzern. In dem Kampf, der sich entwickelte, wurde ein russisches Schlachtschiff ernstlich beschädigt. Die übrigen russischen Schiffe ergriffen vor unseren Kriegsschiffen s o f o r t die Flucht in der Richtung auf Sewastopol.

Ein amtlicher Bericht des russischen Kdintralstabes

W. T-B. Petersburg, 19. Nov. Ein Bericht des Admi- ralstabs besagt: Gestern morgen erschien ein deutsches

Geschwader, bestehend aus zwei Kreuzern. mehreren Dampfern und 10 Torpedobooten, vor L i b a u. Die Deut­schen beschossen die Stadt und den Hasen von Liban von neuem, wodurch mehrere Brände hervorgerufen wur­den. — Am gleichen Tage näherte sich früh morgens diu russische Schwarzmeerflotte dem türkischen Fort von Trapezunt und, beschoß Fort und Kaserne, was an der Küste eine heftige Feuers.bru n st verursachte. Osma», rusche Schisse wurden auf der Reede nicht entdeckt.

Die Russen zerstörten in Trapezunt ihr eigenes Konsulat.

hd. Konstantinopel, 19. Nov. In Trapezunt haben die Rrrssen mit ihrer Beschießung das russische Konsulat zerstört. Der noch nicht abgereiste russische Konsul erlitt eine schwere Beinverletzung. Ein .Konsulatsvertreter und ein Kawaß lvurden leicht verwundet.

Die belgische Neutralität.

IV. T-B. Berlin, 19. Nov (Amtlich.) Unter dem Titel „Zur Beurteilung der belgischen Neutralität" schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.": Ans einer am Amtsgericht Köln ab­gegebenen Zeugenaussage (im Verfahren zur Fest­stellung der belgischen' Gewalttätigkeiten gegen Deutsche) teilen wir folgendes mit: Am 31. Juli und 1. August sah ich an der belgischen Grenze bei Mauveuge vom Grenzort Jeu- mont b i s Na m u r nur c i rc e n belgischen Husaren. Da­gegen war um diese Zeit die belgische Grenze nach Deutschland von Namur bis Bervier dicht mit bel­gischen Truppen aller Waffengattungen besetzt. In Char- leroi war die Mobilmachung in vollem Gange. Schon um 41/2 Uhr morgens war alles in voller Tätigkeit. Am 31. Juli abends riet mir ein Belgier, die Nacht durchzufahren,^ denn bei Lüttich sei alles mit Truppen besetzt, Die belgische

Grenze gegen Frankreich stand also Ende Juli gaNz o f f e n, gegen Deutschland war sie dagegen dicht besetzt.

Ferrier teilt die „Nordd. Allg. Zeitung" aus - einer Zeugenaussage vor dem Amtsgericht in Babenburg fol­gendes mit: Ich wohnte seit I inuar l!>07 infolge eines kon­traktlichen Engagements als Jngenienrdirektor des UsincS Techniques de Nickel de la Nethe in Duffe l, Provinz Ant­werpen. sentier in LhaoanS, Fonderies de Nickel de la Mthe. Meine Wohnung befand sich rn einem gemieteten Hause, dessen Besitzerin das Kloster Her Norbertinerschwestern tu Düffel ist. Dieses Haus liegt in Dussel Place de l'Eglise. Am Donnerstag oder Freitag vor der deut­schen Mobilmachung wurden bei uns bereits drei oder vier Jahresklaßen einberufen, und vom 31. Juli bis 1. August 10 weitere Jahresklassen. Ich weiß es von unseren Arbeite r:t, von denen ein großer Teil eintreten mußte, und zwar befanden diese sich bereits am Samstag- morgen, als sie die Löhnung entgegennehmen wollten, in Uniform. Am 1. August mittags war bereits ein kolossales Leben bet uns in Dussel infolge Einrückens der Vorbesatzung und anderer Truppen.

Die Protestnoten der nordischen Staaten.

IV. T-B. Stockholm, 19. Nov. Das Amtsblatt veröffent­licht heute abend ben Wortlaut der Protestnoten der Regie­rungen von Schweden, N o r w e g e n und Dänemark an gewisse Kriegführende. Der Inhalt ist in der Haupt­sache folgender: Darauf bedacht, die strikteste ^«Parteilichkeit zu beobachten und in der Ausübung ihres Handels von dem Geiste vollkommenster Loyalität gegenüber den Kriegführen­den erfüllt, glauben die neutralen Länder, sich auf die Un­verletzbarkeit der grundlegenden Sätze des inter - n a t i o n a l e n R e ch t S verlassen zu können. Indessen haben sie von Tag zu Tag zu ihrem Schaden feststellen müssen, daß die Kriegführenden das Recht in Anspruch nehmen, Grund­sätze anznwenden, die mit den Interessen der Neutralen ebenso unverträglich sind . wie mit dem Völkerrecht. Die gegenwärtige Krise wird eines Tages ein Ende nehmen, dann werden die kriegführenden Staaten sicherlich nicht darüber ungehalten sein, einige derjenigen Grundsätze noch in Gel­tung vokzufinden, die ihnen in der Vergangenheit teuer waren und deren ruhmreiche Verfechter sie oft gewesen sind. Sich der/Grundsätze des Völkerrechts zu erinnern, cheitzt das gemeinsame Erbe der zivilisierten Nationen bewahren und verhindern, daß Fortschritte, die man mehr als hundertjährigen Anstrengungen verdankt,, verfallen. Die Note führt kurz folgende besonders wichtige Punkte an: Minenausiegen auf den großen Handelsstraßen im Meere, ohne die schuldige Rücksichtnahme ans die Sicherheit der friedlichen Schiffahrt, das beträchtlichen Schaden ver­ursacht und selbst Verluste zahlreicher Menschenleben nach sich gezogen hat, die Freiheit der Meere und das un­wandelbare Recht der Neutralen, die gemeinsamen Straßen zu benutzen, verhindert und beschränkt. Ferner führt die Note an: Die Grundsätze für die relativ» und absolute Konterbande, die Grundsätze über Durchsuchung und Kaperung, die seit Jahrhunderten anerkannt seien, würden nicht mehr beachtet, was dem gesetzmäßigen Handel beträcht­liche Verspätung und Schaden znfüge.

Ein Bericht eines amerikanischen Konsuls über ein Gefanaenenlayer.

W. T-B. London, 19. Nov. (Sie ui er.) Der amerika­nische Konsul Swain, der namens Deutschlands und Öster­reich-Ungarns das Konzentrationslager von Dorchester besichtigte, äußerte in einer Unterredung, die Internierten könnten Gott danken, in diesem Lager unterge­bracht zu sein, denn sie seien ln soliden Gebäuden nntergebracht. Die sanitäre Aufsicht führten zwei Inspek­toren, von denen einer ein Sanitätsoffizier sei, die regel­mäßig das Lager besuchten. Jeder Nenaufgenommene werdv ärztlich untersucht. Jeder Krankenfall werde zur Kenntnis der Inspektoren gebracht. Ernsllich Kranke wür­den nach Zivilkrankenhänsern gebracht. Drei junge Männer, die herzleidend waren, seien nach dem deutschen Hospital in London, das nicht geschlossen sei, übergesührt worden. Zwei oder drei Internierte hätten sich in private Kliniken begeben. Die Beköstigung sei erheblich besser, als die englischen Gefangenen in Deutschland erhielten. Jeder Gefangene habe ,D ecken; den jungen Leuten werde Tag- und Abendunterricht erteilt, der durchschnittlich von 209 Mann besucht werde. Für Unterhaltung, Schach- und Kartenspiel seien Säle be­reit gestellt. Audi das Fußballspiel werde gepflegt. Ein besonderes Gebäude diene als Schule und Versamm­lungslokal, besonders als Kirche; ein ailderes Gebäude diene als Musiksaal. Unter den Internierten befänden sich gute Musiker und Sänger. Jeden Abend fänden Vorstel­lungen statt. Für Badegelegenheit sei gesorgt. Jeder- Internierte dürfte wöchentlich zwei Briefe schreiben. . In Dorchester, wie in anderen Lagern besteht die groß« Schmierigkeit/Beschäftigung für die Gefangenen zu finden. (Es darf iiicht vergessen werden, daß hier eine Reutermeldung vorliegt. Schrifll.)

Die Bebanblung dsr Gefaneienen bei uns.

Die Fcldpostkarte eines Franzosen.

(Übersetzung.) „Lager Hämmelbnrg (Bayern), Lieber Onkel, lieb- Tante, liebe Base! Ich habe^ durch meinen Onkel Kenntnis von Eurer Adresse erhalten und ich beeile mich. Euch diese Karte zu schreiben, welche Ihr gewiß nicht ertvartet.