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Mittwoch. 18. November 191*.

Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt.Seite 8.

ruhe" hatte damals die DampferTowncastle", Stratchroy",Maplebranch",Hiffh-Landhope" und .^Jndrani" beschlagnahmt. An demselben Tage wie dieMaria" wurde der DampferCormsh-City", am darauf,'olgcnden Tage die DampferRio Agufa", Farne",Niaba Lei Arinaga",Lynrowan",Cer- vante".Pruth" undCondor" beschlagnahmt. Am 22. Oktober lief dieKrefeld" in Santa Cruz ein und landete insgesamt 439 Personen von den erbeute- ten Dampfern.

Oie vettt'sben Schiffe in Tsincziau.

M- London. 16. H?ov. (Indirekt.) Die englische Admira­lität teilt mit, daß nach der Übergabe von Tsingtau folgende Kriegsschiffe im dortigen Hafen versenkt vorgefunden worden sind. Der österreichische KreuzerKaiserin Elisa­beth", ferner die kleinen deutschen Kanonenboote Jaguar",Iltis",Luchs".Cormoran" und ..Tiger" sowie das alte kleine TorpedobootTa kn". (Demnach ist entgegen den Meldung« n der feindlichen Preise den Japanern kein einziges Schiff >u die Hände gefallen; sie stnd alle versenkt.)

Boykott deutscher Erzeugnisse in Japan.

. Berlin, 17. Nov. Wie demRsetsch" aus Tokio ge­drahtet wird, begannen der Haushalt des Mikado, die Man­dschureibahn, einige Ministerien und große Privatbetriebe den Boykott deutscher Waren und Fabrikate.

Das deutsche VermessungsschiffKomet" in die australische Flotte ausgenommen.

W T-B Rotterdam, 17 Nov. DerNieuwe Notterd. Courant" meldet: Das deutsche Regierungsfahrzeug

Komet", das bei Neuguinea von eurer e.ustralr,chen Flottenabteilung fortgenommen wurde, ist dieser unter dem NamenU n a" einverleibt worden.

Ein deutsches Segelschiff in Sidncy festychalten.

sich. Sidncy. 16. Nov. Das deutsche SegelschiffErnst von Hamburg ist im hiesigen Hafen eingelaufen. An Bord wußte man noch nichts von dem Krreg. Das Schrfs wurde festgehalten.

Die Teilnahme der Stadt Emden an dem Untergang ihres Patenschiffes.

Die Stadt Emden hat an den Kaiser folgendes Tele­gramm gerichtet: Sr. Majestät dem Deutschen Kaiser und

König von Preußen, Großes Hauptauartier, Tiefbetrubt durch den Untergang des ruhmvollen Schiffes Euer Mafestäf des kleinen KreuzersEmden", und den großen Mann- schastsverlust. der bei diesem Untergang zu beklagen ist, bittet Euer Majestät treu gehorsamste Stadtvertretung von Emden, ihre alleruntertänigste Teilnahme Allerhöchst dem­selben aussprechen zu dürfen. Magistrat: Furbringer

Bürgervorsteherkollegium: Dr. Zorn. Um ihrem Danke der tadesmiitigen Besatzung des Schiffes noch in besonderer Meise Ausdruck zu verleiben, haben die städtischen Kollegien beschlossen, stadtseitig eine Sammlung für die Hinterblie­benen der untergegangencn Mannschaften des Kreuzers Emden" zu veranstalten. Aus städtischen Mitteln wurden zu diesem Zweck 1660 M. bewilligt. Auf das Beileidstele­gramm der Stadt ist folgende Antwort des Kaisers einge- gangen:Großes Hauptauartier. Zivilkabinett, 15. Novem­

ber. Herzlichen Dank für Ihr Beileidstelegramm anläßlich des betrübenden und doch so beldenbaften Endes meines KreuzersEmden". Das brave Schiff hat auch noch im letzten Kampfe gegen den überlegenen Feind Lorbeeren für die deutsche Kriegsflagge erworben. Eine neue stärkere Emden" wird erstehen, an deren Bug das Eiserne Kreuz angebracht werden soll als Erinnerung an den Ruhm der altenEmden". Wilhelm I. R."

Ein Hoch vom Heer an die Marine.

Berlin. 16. Nov. EinFeldgrauer" van der Fernsprech., abteilung schreibt seinem Vater in einem Brief vom 5. d. M. ans Frankreich: Wie wunderbar die Organisation der Tele- graphenverbmdung beim deutschen Heer ist, davon will ich Dir ein Beispiel geben: Gestern kam von Seiner Masestär

der Befehl, unseren braven blauen Jungen aus Anlaß deS glänzenden Seegefechts ein donnerndes Hoch auszubringen. Dieser Befehl ist an alle Truppen im Westen, Osten und in die Heimat ergangen und soll 'innerhalb einer Stunde zur Ausführung gebracht worden sein, so daß dieses Hoch von vielen Millionen Kehlen fast gleichzeitig erklang. Die Be­geisterung war unbeschreiblich. Wir schämten uns nicht der Freudentränen, die wir nicht zurückdrängen konnten.

verbot der cqrlMskben Schrift in Kroatien und Slawonien.

Das Amtsblatt für die Königreiche Kroatien und Slavonien veröffentlicht soeben ein kulturgeschichtlich, wie politisch hochbedeutfames Verbot der Kultus- und Unter» richtsabteilnng der kroatisch-slavonischen Regierung, in tvelchem der Unterricht im Lesen und Schreiben der cyril­lischen Schrift für die Gymnasien und Realgymnasien, Mittelschulen. Fachschulen. Lehrerbildungsanstalten und höheren Bürgerschulen in den Königreichen Kroatien und. Slavonien' untersagt wird. In cyrillischer Schrift ge­druckte Aufsätze in den Lehrbüchern der genannten Anstalten dürfen in Zukunft nicht mehr vorgetragen werden. Sobald dre Auflagen der jetzigen Lehrbücher verbraucht sind, sollen solche nur noch in lateinischen Lettern gedruckt werden. Die schriftlichen Aufgaben sind nur in lateinischer Schrift zu schreiben. Den Lehrern wird jeder Unterricht, auch der pri­vate der cyrillischen Schrift untersagt!

Die cyrillische Schrift, dem Apostel der Slawen, dem heiligen Cyrill stammend, diente zur literarischen Einigung der Slawen. Sie ist heute noch mit der ser­bischen. russischen und bulgarischen Sprache ver­bunden. Außerdem sind sämtliche Kirchenbücher der griechisch-orthodoxen Kirche, welche in einer eigenen Sprache, der altslawischen Kirchensprache, geschrieben sind, in cyril­lischer Schrift gedruckt. Der erste Druck in ihr ist ein Kirchen- druck in altslawischer Sprache, der in Cettinje gedruckt wurde. In Kroatien und Slavonien war sie bisher obligato­rischer Lehrgegenstand aller gehobenen Lehranstalten, da ja ein großer Teil der Bevölkerung der orientalischen Kirche angehört. Der Zweck des Aufsehen erregenden Verbotes scheint zu sein, eine schriftliche Verständigung der slawischen Bevölkerung von Kroatien und Slavonien mit der' Serbiens in Zukunft unmöglich zu machen und die Verbreitung der serbischen Presse zu verhindern.

Rumänische Demonstrationen gegen den Krieg.

. Bukarest, 17. Nov. Der ftühere Ministerpräsident Marghiloman errang in den Besprechungen de? VollzngSaus- schufleS der konservativen Partei einen entschiedenen Erfolg

über die kriegerischen Elemente. Die überwiegende Mehrheit sprach ihm chr vollstes Vertrauen aus. Die Arbeiterschaft veranstaltete gestern eine Kundgebung gegen die Kriegshetze.

Französische Srulatttäten.

O Berlin, 14. November.

Die französische Regierung will anscheinend deutsche Kriegsgefangene im Süden von Algier beschäftigen; sie sollen dort Straßen und Eisenbahnen bauen. So verlangt es wenigstens der Senator Verenger in dem BlatteAction", und der Generalgouverneur von Algier erwiderte darauf, wie wir mittetlteu, die Verwendung von Gefangenen im Norden Algeriens sei unmöglich, weil dort schon 66 600 Arbeitslose vorhanden seien, aber die Gefangenen könnten nach dem

äußersten Süden der Kolonie verbracht werden, wo wegen des Klimas Arbeitskräfte gänzlich fehlen. Was heißt das anderes, als daß unsere Soldaten, die das Unglück gehabt haben, in ftanzösische Gewalt zu gerate», dem sicheren Tode entgegengcführt werden sollen? Wir können ja keine Vergeltung üben, denn wir haben für den Augenblick keine Gebiete zur Verfügung (unsere Kolonien kommen nicht in Betracht), wo wegen des Klimas Arbeitskräfte völlig fehlen; wir würden aber auch auf gleichartige Mittel aus Anstand und Menschlichkeit ganz bestimmt verzichten, selbst wenn wir in der Lage wären, sie anzuwcnden. Dagegen sollte nunmehr mit verstärktem Nachdruck darauf gedrungen werden, daß die französischen Kriegsgefangenen zu Landes- Meliorationsarbeiten in größerem Umfange als bisher herangezogen werden. Wir sehen nicht ein, warum sie nicht zu beliebig vielen Tausenden in unseren Mooren und Heiden beschäftigt werden sollen. Die Absicht, die Kriegsgefangenen für diese Zwecke zu verwenden, besteht ja, ist von der Regierung auch angekündigt worden und ist in- zlvischen zu einem Teil verwirklicht worden. In stärkerem Grade könnte Und kann sie allerdings erst ausgeführt wer­den, wenn sich gezeigt haben wird, daß unsere einheimi­schen Arbeitslosenkräftc, so weit wie ihr Angebot reicht, untergebracht sind. Dann jedoch müßte die brachliegende Arbeitskraft der Gefangenen rücksichtslos ausgenutzt werden, und di? schmähliche Verwendung deutscher Kriegsgefangenen im Süden von Algier ließe sich so wenigstens einigermaßen ausgleichen. Wir bleiben dabei immer noch in den Grenzen, die uns durch unsere Achtung vor der Kultur gezogen sind. Bei dieser Gelegenbeit möchten wir daran erinnern, daß vor einigen Wachen gemeldet worden war, zehn oder zwölf an­gesehene deutsche Kaufleute, die seit Jahren in marokkanischen Städten ansässig waren, seien unter dem natürlich voll­kommen unbegründeten Verdacht der Spionage verhaftet und aufs schmählichste behandelt worden. Durch die Vermittlung einer neutralen Macht ließ daraufhin unsere Regierung die Herren in Bordeaux wissen, daß, wenn diesen zweifellos u n - schuldigen Männern wirklich der Prozeß gemacht werden sollte, entsprechende Vergeltungsmaßregeln er­griffen werden würden. Man hat seitdem nichts mehr von der Sache gehört, die angekündtgte Brutalität gegen unsere Gefangene gibt aber den Anlaß, zu fragen, wie es damit sieben maa. Da cs nach dem deutschen Protest still von der Sache geworden ist. möcksten wir annehmen, daß unsere Drohung die erwartete Wirkung gehabt hat, und daß dre Anklage gegen diese Deutschen fallen gelassen worden ist. M,rn kann ia nicht verlangen (Wenigstens wäre die Forde­rung zwecklos), daß die französische Regierung eure ent­sprechende ausdrückliche Mitteilung macht., indessen ließe sich durch die Vermittlung des zuerst in Anspruch genommenen nii-^sen Staates vielleicht doch genauer feststellen, wie diese

Episode geendigt hat.

Die Neutral'tat in der panamaftanalzone.

W- T-B. Washington, 16. Nov. (Meldung des Reuter- schen Bureaus.) Das Marinedepartement ist ermächtigt, eine Erklärung des Präsidenten Wilson über dre Beobach­tung der Neutralität in der Panamakanalzone wahrend dev Krieges zu veröffentlichen. Es wird jedem Flugzeug von den Kriegführenden untersagt, innerhalb der Zone aufzu- steigen, niederzugehen oder zu fliegen. Kriegsschiffe der Kriegführenden dürfen die F u n k e n t e l eg r a p h i e nur zu Zwecken benutzen, die sich auf den Kaiial beziehen. Die Erklärung ist im Vertrage zwischen den Vereinigten Staaten und der Republik Panama beigegeben, nach welchem die Gastfreiheit, welche die Republik Panama den Kriegführen­den in ihren Gewässern erweist, nicht auf die Kanalzone ausgedehnt, sondern für eine Periode von drei Monaten auf­gehoben wird. Den Kriegführenden wird untersagt, Trup. pen und Munition ein- oder auszuschiffen. In keinem Augeiidlick dürfen mehr als drei Kriegsschiffe sich in dem Endhafen oder in den benachbarten Gewässern befinden oder den Kanal passieren. Die Erklärung des Präsidenten be­schränkt die Ankerzeit eines jeden Schiffes der Kriegführen­den auf 24 Stunden.

Der Suez-Kanal.

Nach einer über Kopenhagen verbreiteten Angabe des Daily Telegraph" hat die Pforte den Gedanken einer Annektierung des Suez kan als mit Rücksicht darauf, daß diese Annektierung die italienischen Interessen gefährden uttb Italien zur Aufgabe seiner Neutralität nötigen würde, fallen lasten. Die Nachricht ist in dieser Form wenig ver­ständlich. Wer Ägypten hat, der beherrscht auch den Suez­kanal, und wenn es der Pforte gelingen sollte, sich des Nil­landes zu bemächtigen, so brauchte sie den Kanal nicht noch besonders zuannektieren", sie hätte ihn dann ohne weiteres in fester Hand. Gemeint ist vielleicht, daß die Türkei einer internationalen Kontrolle und Verwaltung des Suezkanals nicht entgegen sein, würde. Das wäre klug gedacht und auch unschwer ausführbar. Die Pforte könnte nach Vieser Richtung hin weitgehende Zugeständniffe machen, die natürlich auch in Rom beruhigend wirken würden. Aber darum bliebe es doch dabei, daß der Herr über Ägypten zu­gleich die militärische Herrschaft über den Suezkanal besitzt, und zwar so, daß er sie nicht einmal dann anfgeben könnte, wenn er es wollte. Einstweilen handelt es sich ja bei diesen Fragen nur um Möglichkeiten einer zukünftigen Ent­wicklung. Wir hoffen sehr, daß die Engländer aus Ägypten hinausgetrieben werden, jedoch mutz es erst geschehen, und dann wird sich über den Suezkanal reden lasten.

Die englischen Hunnen.

In der englischen Presse erscheinen Tag für Tag Lügen über dieDeutschen Hunnen". Da ist es nun interessant, aus dem Befehlsbuch, das bei einem gefallenen englischen Offizier gefunden wurde, zu ersehen, daß gerade die Eng­länder allen Grund haben, vor ihrer eigenen Tür zu kehren. In dem Tagesbefehl ans 2. Bataillon Royal Scotch Füsiliers

heißt es:Da viele Fälle vorgekommen sind, in denen von

britischen Truppen besetzte Häuser geplündert wor­den sind und viel Schaden angerichtet worden ist, muß daran erinnert werden, daß unsere Truppen augenblicklich in dem Lande unserer Verbündeten operieren."

Von englischen Trnppenführern wird also selbst die Tat­sache bezeugt, daß in vielen Fällen britische Truppen die von ihnen besetzten Häuser geplündert haben. Aber nicht genug! In dem Befehl wird ausdrücklich daran erinnert, daß die eng­lischen Truppen augenblicklich in dem Lande ihrer Verbünde­ten operieren. Damit wird ohne Zweifel angedeutet:Später, wenn wir in Deutschland, dem Lande unseres Feindes sein werden, wird das Plündern erlaubt sein", Und solche Leute wagen es, über uns Deutsche zu Gericht zu sitzen! Auch fol­gende anderen Stellen aus den englischen Tagesbefehlen sind recht kennzeichnend:

Tagesbefehl des Oberleutnants Baird Smith, Komman­deur der Royal Scotch Füsiliers. Terhand, 18. 10. 14. (Auszug aus Armee-Tagesbefehl.) Der Oberkommandierende bemerk! mit Unwillen, daß das Zurückbleiben hinter der Truppe bei den Korps der im Feld stehenden britischen' Kräfte noch, «nhält, und er hat Grund zu der Annahme, daß in ' bestimmten Fällen nicht genügend An­strengungen gemacht werden, um zur Truppe zuruck- zugelängen, Teilweise Z i v i l k l e i d u n g ist streng ver­boten. Der Gebrauch der Soldaten, ihre Regimentsabzeichen zu veräußern, wird strengstens untersagt. Die ein Kommando führenden Offiziere haben di« notwendigen Maß­regeln zu ergreifen, um zu verhindern, daß Ver­wüstungen (damage) angerichtet werden. Wenn eine Wiederholung der bereits berichteten Zustände eintritt, hat der Kommandierende General die strengsten disziplinarischen Maßregeln zu treffen.. Zugegeben werden hier somit fol­gende Eigenschaften: Drückebergerei, Tragen teilweiser ZwÄ- kleidung, Veräußerung von Regimentsabzeichen und Ver­wüstungen. Diese Auslese kriegerischer Tugenden spricht ftir sich selber. w - T -- ß -

Ein Gespräch de» Kaisers mit gefangenen Engländern.

Aus einem Feldpostbrief aus Belgien vom 81. Oktober: Heute war unser Kaiser bei unserem Korps. Es war ge­rade ein Bataillon vom Regiment . . . bei unserem General­kommando anwesend, und Seine Majestät hielt dann erne Ansprache, in der er u. a. sagte:Ich freue mich, das; ich

wenigstens ein Bataillon von dem Korps sehe, welches sich von Anfang der Kampagne an vorzüglich bewährt hat, zuerst beim Grenzschutz und dann da, wo ich es eingesetzt habe. Ich hoffe, daß es auch fernerhin seine Pflicht tun wird." Dann rief der Kaiser ein paar gefangene Engländer zu sich heran, die gerade vorbeigeführt wurden und mit denen er dann ungefähr fünf Minuten gesprochen hat. Freundlich­keiten dürfte der Monarch den Engländern diesmal kaum

«sagt haben!

Die Belgier über bas Benehmen der deutschen Soldaten.

Amsterdam, 16. Nov. Der Berichterstatter desHandelS- llad" teilt mit, daß ihm Einwohner von L i er erklärt hätten, > sie sich Über die Haltung der deutschen Soldaten nicht >ii beklagen hätten. Verschiedentlich wurde dem Bericht- wstatter das Verhalten der deutschen Truppen nach dem Fall >an Antwerpen sogar als tadellos bezeichnet.

Deutsche Kameradschaft.

Rach demL.-A." erzählt der Franzose Jean Breton rm Journal de Geneve" zahlreiche rührende Beweise deutscher

Kameradschaft gegenüber französischen Verwundeten auf

Schlachtfeld. Diese bewahrten ihrem dem Namen nach unbe :annt gebliebenen Lebensretter dankbares Andenken.

DaS Eiserne Kreuz.

Vrinr Wilhelm zu Wied (der ehemalige Fürst von Albanien), zurzeit Major bcini Stabe einer Kavallerie-Dun- ton, erhielt das Eiserne Kreuz.

Das Eiserne Kreuz erster Klasse iat erhalten Stabsarzt d. Res. und Regimentsarzt Dr. Alfred Lauer (Bad Rothenfelde am ^eutoburgerwald), Werl er nn 16 September 1914 tm stärksten Granatfeuer in dm Schlacht tätig war, mehrmals 3 Kilometer zuruckgmg, un neue Verbandstoffe und Morphium zu holen, so daß er allen Verwundeten helfen konnte. Schließlich kroch er allein nieder auf eine Höhe zurück, wo noch viele Verwundete m Schützengräben lagen, und brachte ihnen Hilfe. Das Crftrne Kreuz zweiter Klasse hatte er für persönlichen Mut m der Schlacht bei St. Quentin erhalten.

Weitere Eiserne Kreuze für Sozialdemokraten.

Brande! Geck, der Sohn des Sozialdemokraten Geck (Offenburg), bereits anfangs Oktober vom Unteroffizier zum Vizefeldwebel befördert, erhielt in den letzten Tagen noch das Eiserne Kreuz. Geck war nach derStraßburger Post be>. reits in den Augustkämpfen verwundet gewesen, ist aber seit Anfang Oktober wieder im Felde. Er steht beim Infanterie- Regiment Nr. 116 in'Gießen. - Das Eiserne Kreuz erhielt ferner Gefreiter Karl Kr über, Mitglied der Sozialdemo­kratie in Durlach. Gleichzeitig wurde er zum Unteroffizier

befördert. _ .

Vom Lokomotivheizer zum Kompagmeführer.

Der Lokomotivheizer Heinz Krem er zu Frankfurt o M wurde bei der Mobilmachung als Reserveunteroffiziei. in die 3. Kompagnie des 81. Infanterie-Regiments einge- stellt; er hat auf dem westlichen Kriegsschauplätze in dieser Kompagnie elf Gefechte mitgemacht, und, nachdem sämtliche Offiziere der Kompagnie gefallen, das Kommando über­nommen. Wie-dasHeidelberger Tageblatt" berichtet, blieb Kremer trotz zweimaliger Verwundung in der Gcfechtsfront bei seiner Kompagnie und ist überall, wie der Regiments­führer Major Freiherr v. Schleinitz in einem Regimentsbe­fehl bekannt gibt, ein leuchtendes Beispiel von Um­sicht und Tapferkeit für alle Unteroffiziere und Mann­schaften gewesen. Kremer, der zum Vizefeldwebel befördert, mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet worden war, hat nunmehr für seinen seltenen Mut und Tapferkeit daS Eiserne Kreuz erster Klasse erhalten und den

Kus der 76. Verlustliste.

«Abkürzungen: verw. verwundet^leickw-leichtver.

wundet schwerv. schwer verwundet, verm vermißt aek aefangen.i

(Ochamvs Jt n % le f ea n'i7 Wr.Tvämt, MN 6, 8°f ISuain am 29 ,89. 9 ä 10.. «j|*nte am 25., 27 28. 9.,

'(Naschtten? leichtv^ MuSk Statzner (Elt- WNp-, tZ'- Untewft (Biebrich) leichtv; Musk. Tanne- SS YßeinSeKj schwere: MuSk, Priester (Mendorf)

Swtv SBifWmi (B andoberndo f) leichtv,: Musk.

Frietwi'ch' (Pfaffenwiesbach) leichtv.; Res. Destel (Michewach)