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Grpedttio«: Larrygolle No. 27.

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meins Haven auch das diplomatische Corps und die europäische Colonie in Teheran angewohnt. Die persischen Fanatiker sind jedoch mit diesem Mouu- meule nicht ganz einverstanden, da der Koran das Anfertigeu vou Statuen auf» Strengste verbietet.

* Gin Comite in Verlegenheit. Aus Sofia wird derN.Fr.Pr." geschrieben: Der hiesige Usiion-Clpb, dessen Mitglieder sich aus den Diplo­maten und sonstigen Honoratioren der Residenz rekrutiren, hatte vor Kurzem eine Dilletanten-Lorstellung mit einem Tanzkränzchen arrangirt. Unter den Mitwirkenden befand sich auch der Seeretär des deutschen General- Consulats. Eine Stunde ungefähr vor Beginn der Unterhaltung sprach Prinz Ferdinand den Wunsch aus, bei dieser Tilletanten-Vorstellung zu erscheinen. Man war im Club auf Alles vorbereitet, nur nicht auf das Erscheinen der Fürsten. Der deutsche Consuk b. Aichberger theilte seinem Secretär mit, daß dieser unter derartigen Verhältnissen an der Dilletanten- Vmsstellung nicht thellnehmen dürfe. (Bekanntlich existirt bis zur Stunde kein offizieller Verkehr zwischen dem Prinzen und der deutschen Consulatr- Behörde). Man kann sich die Verlegenheit der Arrangeure leicht vor­stellen, zumal der Seeretär im letzten Momente nicht leicht zu ersetzen war. Die Sache wurde jedoch bald wieder in ein richtiges Geleise gebracht, indem der Seeretär des englischen General-Consulats emzuspringen erklärte. Der Wend verlief ohne sonsttgen Zwischenfall. Die deutschen und frauzössschen Consulats-Funktionäre wie die der bulgarischen Oppositton angehörigen Mitglieder des Clubs sind zur Unterhaltung nicht erschienen.

Ans dem Gertchtssaal.

-o- Strafkammer. Sitzung vom 18. Dec. Vorsitzender: Herr Land­gerichts-Director Grau; Vertreter der König!. Staatsanwaltschaft: Herr Gerichts-Assessor Schroeder. Zur wiederholten Verhandlung steht die Anklage gegen den Kaufmann Karl Hartwig aus Dresden wegen Erpressungs-Versuch und Unterschlagung. Den letzteren Fall anlangeud, bat H. in der Herberge zur Heimath in Leipzig einem dortigen Herbergs-Gehilfen' 6 Mark unterschlagen, welche er für diesen an einen Dritten auf der Post einzahlen sollte. Dieser Unterschlagung ist der Angeklagte geständig. Im ersteren Falle hat er Anfangs October imWiesbadener Tagblatt" gelesen, daß ein Mann mit guter Handschrift gesucht werde. Dieses Gesuch war von einer hiesigen Dame welche Schriftstellerin ist, ausgegangen. H. wandte sich an dieselbe, hat auch dort gearbeitet und selbst die Kost erhalten. Seine Leistungen waren jedoch ungenügend, sodaß H. nach 4 Tagen mit einer Entschädigung von 10 Mk. entlassen wurde. Jetzt wandte er sich zunächst an einen der Dame bekannten Herrn Dr. R. und bat denselben brieflich um Unterstützung, sich dabei auf die Empfehlungen jener Dame berufend. Auf Veranlassung der festeren wurde H. deßhalb wegen Berrelus mit 10 Tagen Hast bestraft. Erbost hierüber, richtete H.von Mannheim aus an die Dame einen Brief, worin er ihr androhte, sie wegen ihrer schriftstellerischen Thätigkeit, namentlich wegen eine? Märchens, über welches er sich stenographische Notizen gemacht, bei gewissen Personen zu compromittiren. Der Brief halte nur den Zweck, von der Dame Geld zu erpressenals Entschädigung für die 10 Tage Gesäuguiß", wie H. sich ausdrückte, selbstverständlich ohne seinen Zweck zu erreichen. Wegen Unterschlagung und versuchter,Erpressung wird H. zu 3 Monaten Gefängniß verurtbeilt. Der 21jährige Scrrbeut Carl U. vou hier ist des Betrugs und der Urkundenfälschung in 10 Fällen auge- klagt. Vom Frühjahr bis Mitte Mai war U. bei dem Agenten H. hier als Bureaugehilfe beschäftigt. Von da ab blieb er plötzlich weg und nun hatte er keine Quelle mehr, um die Diittel für seine Passionen, unter welchen eine Liebschaft in Mainz den Hanptraiig einnahm, zu erhalten. Aber auf eine ebenso räffinirte als gemeingefährliche Weise wußte der Angeklagte sich in dieser Lage zu helfen. An zehn verschiedene Personen, von denen er wußte, daß sie entweder persönliche Freunde seines gewesenen Dienst- cherrn waren oder doch mit ihm in Geschäftsverbindung standen, richtete er Briefe des Inhalts, daß H. in Geldverlegenheit sei und um ein Dar- lehu und Ablieferung au den Ueberbringer des Briefes ersuche. Auf der drillen Seite war eine Quittung über den Betrag beigefügt; die Unter­schrift H.'s war mit beiouderer Tinte täuicheud nachgeahmt. Auf diese Art erhob U. von der Wittwe Johanna W. hier 55 Mk., von Kaufmann Aug. E. 100 Mk., von Hofrath W. 100 Mk., vou Metzger H. 100 Mk. und von Laud- rath von H. 100 Mk. In den übrigen Fällen schlug das Manöver fehl. 11. legt ein umfassendes Geständuiß ab und wird zu 3 Jahren Gefängniß, iowie zu Ehreuverlust auf gleiche Dauer verurtheilt. Der Dienstknecht Anton L. aus Weitbruch bei Hagenau im Elsaß ist geständig, in der Nacht vom 4. zum 5. November zu Hosheim einem Knechte ein Paar hohe Stiefel im Werthe von 15 Mk. entwendet zu haben. Mit Rücksicht auf seine wieder­holten Vorstrafen wegen Eigeuthum-Lergehens erhält der Angeklagte 1 Jahr Gefängniß. Zum Schluß hatte sich der Schreiner Heinrich F. von Höchst a. M. wegen Körperverletzung und Bedrohung zu verantworten. Am 18. April d. Js. Abends gegen 7 Uhr siel er in Gemeinschaft mit ieinem Freunde Tr. aus dem Wege von Höchst nach Nied über den Phil, trieb her. Im Weikergehen auf der Brücke wiederholten sie ihren Angnst und hoben sogar den E. auf die Brücke, um ihn in die hoch angeschwollene Nied zu stürzen. Von diesem wahnsinnigen Vorhaben wurden sie von Vorübergehenden gewaltsam abgehalteu. Wegen dieser äußerst rohen Handlungsweise ist F.'s Comvlice bereits zu 1 Jahr Gefängniß verurtheilt, er al« der Angreifer wird heute zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängniß ver­urtheilt.

Neueste Nachrichten.

* Äerttrr, 18. Dec. Der Kaiser machte gestern Nachmittag dem seitherigen spanischen Botschafter Grafen Beno mar und Gemahlin imHotel Kaiserhof" einen etwa einstündigen Ab­schiedsbesuch.

* Wien, 18. Dec. Reichsrath Graf Leo Thun ist gestern Abend gestorben.

(Graf Thun, geboren 1811, war von 1849 bis 1861 österreichischer CulttlSminister, wobei er sich um die Durchführung der Unterrichtsreform verdient machte und die foHerlidje Academie der Wissenschaften errichtete. An dem Abschlüsse des Concordates war er wesentlich beteiligt. Später Mampfte er den Ausgleich mit Ungarn und das Ehe- und Schulgesetz von

* Rom, 18. Dec. DemOsservatore" zufolge versammelten sich gestern die Präsidenten der Regional-Comitss des römischen Verbandes der sogenannten Wahl-Comitös der italienischen Katho­liken. Dieselben nahmen von dem Rücktritt des Vorstandes Kenntniß und drückten ihr lebhaftes Bedauern ans.

* London, 18. Dec. DasReuter'sche Bureau* meldet aus Teheran: Hier ist nichts bekannt von einer scharfen Note, welche Rußland an Persien gerichtet haben soll; der Schah erhielt im Gegentheil gestern freundliche Antworten des Zaren auf die Briefe, welche er im Herbste durch Hissan Eßaltauah und den Fürsten Dolgoruki an den Zaren sandte. Beide Briefe des Zaren enthalten freundliche Versicherungen und gute Wünsche.

* London, 18. Dec. Im Unterhaus« erklärte im weiteren Verlaufe der gestrigen Debatte Unterstaatssecretär Fergusson: Der General-Consul in Sansibar telegraphirte heute, daß auf Pemba und in Sansibar eine spontane Bewegung zu Gunsten der Unter­drückung der Sklaverei entstanden sei. Es heißt, daß, sobald der Sultan zurückgekehrt ist, entsprechende Maßregeln adoptirt werden. Was die Forderung der Entschädigung für die britischen Unterthanen an der Küste von Sansibar betrifft, so ist die Regierung noch! nicht im Besitze hinreichender Thatsachen, nm eine Erklärung ab­zugeben.

* Schistks-Uachrichten. (Noch betFranks. Ztg.".) Angekommen in Lisfabon D.Britannia" von Südamerika; in Philadelphia D.Switzerland" von Antwerpen; in New-Dork D.Pennland von Anttverpen und D.City of Chicago" von Liverpool; in Batavia D. Priuses Marie" der Nederland.

30 Pfennig die einspaltige Petitseile.

A7imf, OQi lA/iua HoflieferantSr.Maj. d.Kaisers n. Königs Benn. Berlin- - Z.UI114 oCI. tt WC. nnd Antwerpen, empfiehlt als unübertroffen, ihre seit," §d"\resTKnE?e,Äend'ä<xebran nten Java Kaffees^: die in allen b?«seren Geschäften der Lebensmittel »Branche käuflich sind.

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Schauspiele

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Personen:

Tottnerftag, 20. Tecember: Der Siegende Kolliindrr.

Herr Köchq. .Herr Grobecker. Frl. Lipski. Herr Bethge. Herr Brüning.

Frl. Proost.

Mittwoch, 19. Tecember. 222. Vorst. (48. Vorst, im Abonnement.)

Zum erslen Male wiederholl:

Anton Antony.

Lustspiel in 5 Men von Oscar Blumenthal.

Gras Dönning

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