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Verlag Langgaffe 21

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Montag. 16. November 1914,

Kbend-klusgabe.

Hr. 556, * 62. Jahrgang.

28 000 Hüffen gefangen!

Der Tagesbericht vom 16. November.

weitere Fortschritte in Flandern und dem Nrgonnerwold. — Große Siege im Osten. 28 000 Russen gefangen!

W. T.-B. Großes Hauptquartier. 16. Nov., (Amtlich.) Auf dem westlichen Kriegsschauplatz war gestern die Tätigkeit beider Parteien infolge des herr­schenden Sturmes und Schneetreibens nur gering.

In Flandern schritten unsere Angriffe langsam vorwärts.

Im Ar g o » n c r w a l d errangen wir jedoch einige größere Erfolge.

Tie Kämpfe im O st e n dauern fort. Gestern warfen in Ostpreußen kämpfende Truppen den Feind in der Gegend südlich Stallupöue«.

Die in W e ft p r c u st e n operierenden Truppen wehrten bei Svldau den Anmarsch russischer Kräfte erfolgreich ab und warfen am rechten Wcichselrifer den Vormarsch starker russischer Kräfte in einem siegreichen Gefecht bei Lipno auf Plozk zurück. In diesem Kumpfe wurden bis gestern 5000 Gefangene gemacht und 10 Maschinengewehre erbeutet.

In dem seit einigen Tagen in Fortsetzung des Er­folges bei Wloclawck stattgehabten Kampfe siel die Entscheidung. Mehrere uns entgegentretcnde russische Armeekorps wurden bis über K u t n o z u - rückgcworfcn. Sie verloren nach bisherigen Feststellungen 23 000 Mann an Gefangenen, min­destens 70 Maschinengewehre und Geschütze, deren Zahl noch nicht feststeht.

O b e r st e Heeresleitung. Die günstige Beurteilung der. Lage für Deutsck- land bei unseren Feinden.

Keimende Friedcnssehnsucht in Frankreich? Bcrun, 16. Nov. In englischen und französischen Geltungen wird die Kriegslage an der Westfront für dir Deutschen im gegenwärtigen Augenblick als au st er o r d c n tl i ch günstig bezeichnet. Über den Verlust Drxmuldeus wird leicht hinwegzugehen ver­sucht, er fet für die Verbündeten nicht allzuernst. Da­bei wird der Borstost aus Npern-Dixinuiden als die vedeutendste Operation seit dem Beginn des Krieges hnigestcllt. Vielfach kritisieren die französi­schen Blatter die Untätigkeit der englischen Kriegs­flotte und die Langsamkeit der so Heist ersehn- L5,^ussischen Offensive. Einige französische Blatter sprechen hartnäckig von dem künftigen Frie­den und lassen erkennen, das, Frankreichs Sehnsucht »ach dem Ende des Krieges zu erwachen beginnt

hd. Genf. 16. Nov. Lyoner Blätter verzeichnen den an­genehmen Eindruck, den die Bekanntgabe gemacht hat, das- b»e Deutschen absichtlich die beiden Jndustrieorte Dourcoinq und Roubaix verschont hätten- „Progres" berichtet dah dies auf Bitten Amerikas geschehen wäre, weil diese Doppelstädte die besten Wollplätzc wären. Die Mittags­blätter sprechen hartnäckig vom künftigen Frieden und lassen erkennen, datz Frankreichs Sehnsucht nach dem Frieden zu erwachen beginne. Weiter deuten sie an, daß Deutschland zuerst sprechen müsse. Hierzu kam noch die Hiobspost, daß Vpern in deutsche Hände gefallen sei. Extraausgaben meldeten später, datz Ypern wieder zurückerobert worden sei. Doch blieb der böse Eindruck zurück.

Englisch-belgische Differenzen?

Belgisches Friedensverlangcn. hd, Hamburg, 16. Nov. Den „Hamburger Nachrichten" wird aus Brüssel gemeldet: Aus bester Quelle verlautet, datz zwischen Belgien und England sehr ernste Differen­zen bestehen. Es heißt, datz jeder persönliche Verkehr zwischen dem König und der englischen Heeresleitung aufgehört hat. Der König wünscht eine direkte Verständigung mit Deutschland, was England unter allen Umständen zu hinter- U eiben sucht,

Auch in England spricht man von Abkürzung des Krieges.

Berlin, 16. Nov. Die Londoner „Westminster Gazette" erklärt, es sei Englands Pflicht, nicht nur

stegen sich selbst, sondern auch gegen seine Verbündeten die der feindlichen Wut am meisten ausgesetz ieren, den Krieg nach bestem Vermögen a b z u * e n - — Zu dem Tode Lord Roberts bemerkt de: militärische Mitarbeiter des „Berl.. Tageblattes", ei bedeute einen Verlust für die Partei des lang wierigen Krieges.

Die ganze Rüste von Ostende bis Rnocke im

Verteidigungszustand gegen die Engländer.

Amsterdam, 15. Nov. (Nichtamtlich. „Telegraaf meldet ans Slonis voni 14. November gestern abend begannen an der Küste wieder dii Kanonen zu donnern, nachdem lange Zeit Stille ae- herrscht hatte. Gleichzeitig wurde wieder auf der Fron) r- *1 ^Mebung von Lambartzyde und Nicuport gm kämpft. Die See st n r m t e, und ein kalter Wink r i “5. er ^ Ie ^üneit und die Ebene; gleichwohl wurde hartnäckig gekampst. In der Stacht brach ein gc- w a l t i g e s U n w e t t e r los. Zwischen den krachen­den Donnerschlagen donnerten die Geschütze Die deutschen Matrosen machen auf treibende, Minen Jagd und sprengen sie in die Luft, Die Küste von Ostende versetz/' ^ ^ ganz in Verteidigungszustaiit

„wichtige Veränderungen der RräftegruppeM zngsgeben.

^6. Genf, 16. Nov, Nach Berichten französischer Blätter haben dre Kampfe um Nieuport-Dixmuiden-Armentieres un- kwhofste, w phantastische Proportionen, sowohl durch das M a, s e n a u f q e b o t der Deutschen, die ohne Unterlaß ihre verfügbaren Kräfte in die Schlacht werfen, als auch durch die von ihnen entfaltete Energie, der die verbündeten cng- li,chen und französischen Kräfte ihrerseits einen heftigen Widerstand entgegensetzen. Durch die Einnahme von Dix- ^u'den. das die tapferen französischen Füsiliere unter dem dichtesten Granatseuer der deutschen Artillerie hätten räumen müssen, hätten sich die Stellungen verschoben. Durch eine furchtbare Offensive sei' es den Deutschen auch ge­lungen, das Yserufer zu überschreiten, und ihre Fortschritte waren für die französischen Stellungen gefährlich geworden, wenn es den Franzosen nicht gelungen wäre, durch eine ebenso heftige Gegenoffensive ein weiteres Vorrücken der Deutschen aufzuhalten. (?) Immerhin hätten bei Npern bis in die Gegend von Arras wichtige Veränderungen der Kräftegruppierung stattgefunden, und es mutz damit ge­rechnet werden, datz die Deutschen jetzt die günstige Gelegen­heit erwarten, um einen allgemeinen Sturm zu unternehmen. Mehrere Umstände sprechen dafür, daß sie diese Entscheidung so schnell wie möglich herbeizuführen ge­denken und dann von Ypern bcks Arras zu einem großen Schlage ausholen werden.

vom Ringen um Ypern.

lid. Haag, 15. Nov. Der „Times"-Korrespondent meldet über die Kämpfe bei Ypern: Die Laufgräben befinden sich am Waldesrand. Ablösung kommt alle 24 Stunden, aber manchmal wird die Ablösung durch das Feuer der Deutschen unmöglich. Vor den Laufgräben befinden sich Stacheldraht­verhaue und in den Laufgräben sind Höhlen, in denen die Verteidiger Schutz suchen, wenn eine „Schwarze-Marie"- Granate angesaust komm!. Die Höhlen werden für die Leute häufig zu Gräbern, in denen sie, wenn die Granate richtig von oben trifft, lebendig begraben werden. Während des ganzen furchtbaren Angriffes auf Ypern war heller Mond­schein, aber ine Deutschen begannen das Nachtbombardement gewöhnlich durch das Abbrennen blauer Leuchtkugeln, die die Laufgräben gespensterisch erleuchteten. Dann beginnt die Schrapuellmusik.

Hpern im Mittelpunkt der deutschen Offensive.

hä. Kopenhagen, 16. Nov. „Politiken" meldet aus Paris: Die letzten Meldungen von der Nordfront be­sagen, datz Ipern im Mittelpunkt der deutschen Offen­sive gegen die Engländer steht. Der Kampf ist sehr heftig, wird aber durch dichten Nebel erschwert. Die Deutschen haben gleichzeitig einen neuen Angriff bei La Bas säe und am Aser-Kanal unter­nommen. Alle diese Vorstöße fanden gleichzeitig statt. Ipern, Bethune und Arras wurden aufs neue be­schossen. Sehr ernste Kämpfe fanden in den letzten Tagen in der Umgegend.von Bcthirne statt.

Ein Flicgcrkaniyf über Ypern?

Der Pariser Korrespondent eines norwegischen Blattes telegraphiert dem „B. T." zufolge, vier deutsche Tauben-

Aeroplanc seien am letzten Freitag über Ypern erschienen und hätten Bomben niedergeworfen. Zwei französische und zwei englische . Flieger hätten die Tauben entdeckt und verfolgt. Dabei sei cs zu einem heftigen Kampf in der Luft gekommen.

3um Falle Oixmuidsns.

Natürlich nicht ohne Schuld der Spione.

hd. Genf, 16. Nov. Meldungen aus Voulogne zufolge fanden furchtbare Kämpfe bei der Einnahme von Dixmuiden statt. Di- Deutschen griffen an der ganzen Front cm und reservierten zugleich den Hauptstoß für Rieuport. Die Ver­bündeten ließen sich täuschen und machten Gegenangriffe, be­setzten sogar provisorisch Lombertzqde. Unterdessen fiel Dix- inuiden, durch Zuaveninfanterie, zwei Batterien und mehrere EskadronS verteidigt. Im Verlauf des Kampfes rückten andere Hilfstruppen an. Doch war die deutsche Angriffswut unvergleichlich groß. Schließlich beschossen die Deutschen die große Desttllerie. Eine Explosion setzte große Vorräte in Brand und bald stand die Stadt in Flammen. — Die franzö­sischen Blätter begründen den Fall von Dixmuiden damit, daß die Stadt von Spionen wimmele.

Kus Belgien.

Englische Kricgsgelder. — Die Wiederherstellung der Festungen.

Br. Brüssel, 16. Nov. iEig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Wie man erfährt, hat England Belgien und Frankreich je 25» Millionen Franken zu Kriegszwecken vorgeschoffen. Mit den 200 vom Brüsseler Parlament beschlossenen Millionen be» laufen sich die belgischen Kriegskosten schon auf 700 Mil­lionen. Der Novembercoupon der belgischen Staatsschuld ist unbezahlt geblieben. England hat die Bezahlung, um welche, die belgische Negierung ersuchte, rundweg abgeschlagen,,

Der Wiederaufbau der Festungswerke von Lüttich, N a m u r und Antwerpen schreiten rasch vorwärts. In den Cockerillwerken Seraing bei Lüttich arbeiten 4000 belgische Arbeiter für deutsche Aufträge.

Ein neuer französischer Rriegskredit.

Br. Christiania, 15. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Ein Telegramm aus Paris meldet: Die französische Regie­rung fordert von dem Parlament 900 Millionen Franken Kriegskredit. Davon sollen 800 Millionen zur Deckung von Kriegsausgaben im November Verwendung finden, sieben Millionen den Arbeitslosen zugute kommen.

Oer französische Tagesbericht von gestern.

hä. Genf, 16. Nov. Der amtliche französische Bericht vom S o n n t a g n ach m i t t a g 3 Uhr 80 Min. lautet: Der Sams­tag, der auf der ganzen Front verhältnismäßig ruhig war, war, so weit gekämpft wurde, besonders durch Artillerie- lämpfe ausgezeichnet. Indessen versuchten die Deutschen von neuem schwere Angriffe nördlich und südlich von Ypern, die aber unter großen Verlusten zurückgeschlagen wurden. Im ganzen haben die in den letzten Tagen von den Deutschen ge­machten Anstrengungen nur zur Einnahme der Ortschaft Dixmuiden geführt, die einem Trümmerhaufen gleicht. Die isolierte Lage dieses Ortes aus dem rechten Kanaluser hat die Verteidigung äußerst erschwert. Auf der ganzen übri­gen Front bis nach Lothringen und den Vogesen fanden nur vereinzelte Kanonaden oder unwichtige Teilaktionen statt.

Oie „Times" zur Möglichkeit der deutschen Invasion.

hd. Haag, IS. Nov. In einem nervösen Leitartikel schreiben die „Times": Tie Stunde kommt bestimmt, wo die deutsche Flotte wahrscheinlich in Verbindung mit' der Armee zu einem verzweifelten Schlag gegen uns ausholt. Wir müssen bereit sein. Unsere R adsah r er tr upp en dürfen England nicht verlassen. Keine andere Truppe kennt so genau jeden Zentimeter der englischen Küste, keine kennt so jeden Weg, jede Telegraphenstation. Die ganze Kriegslage bleibt unklar, bis die deutsche Marine den Schlag ge­liefert hat, auf den sie sich schon so lange vorbereitet. Die Leute, die sich einreden, Deutschland habe nicht Truppen genug, um in England zu landen, sind für­wahr Optimisten. Viele Millionen Deutscher stehen unter den Waffen. Die Gegenwart hat gezeigt, was beide Marinen können. Die Zukunft wird es weiter zeigen. Von der Sicher­heit der englischen Inseln hängt der Erfolg des Krieges ab, und es ist ein Irrtum zu sagen, daß es für ein deutsches Unternehmen an deutschen Soldaten mangeln könnte.

Oer Freiheitskamps der Buren.

W.T.-B. Kapstadt, 15. Nov. (Nichtamtlich.) Ein amt. liches Telegramm aus Pretoria teilt mit, daß Oberst Baden- horst, der von Welvenhoek im nördlichen Oranjefreistaat