Wiesbadener Tagblatt
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Kunst, Wissenschaft. Literatur.
W. Königliche Schauspiele. „Mignon", Oper in 3 Men von Ambroise Thomas, erlebte nach langen Jahren der Ruhe am vergangenen Mittwoch wiederum ihre Auferstehung. Frl. Pfeil, welch« die Titelrolle sang, ist anerkannt einer der geschätztesten und werthvollstcn Mitglieder
* Her Audreasmarirt beweist von Jahr zu Jahr deutlicher seche Unverwüstlichkeit. Wie oft und tvuchtig auch die Anschläge gegen ihn geführt worden sind, sic prallten zurück an der fast kindlichen Pietät, welch? für den treuen Gast in den Herzen der Wiesbadener im Allgemeinen Platz gefunden hat. Auch gestern, am ersten Tage seiner lärmenden Herrschaft, seiner Freuden und Leiden, zeigte sich die Anhänglichkeit wieder im vollsten Lichte. Denn das Wetter war „brillant", besser, als es der von Alt und Jung' willkommen geheißene Freund selbst für fehle Awecke hätte wünschen können. In Schaaren strömten die Besucher herbei aus Stadt und Land, aus Nah und Fern, um ja nicht zu kurz zu kommen bei Vertheilung der vielhundertfachen „Genüsse", dem unversicchbaren Füllhorn des wackeren Alten entströmend. Sollen wir sie aufzählen? Wer wäre dazu im Stande?
Andranges wegen gut daran ______
M besorgen. Die Aufnahme ist entweder bei dem zuständigen Bczii Commando oder bei dem Commando der Schiffsjungen-Ablheilung ... Friedrichsort persönlich nachznsnchen. Bei der Meldung ist ein Geburts- zcugniß und eine schriftliche, von der Ortspolizei-Behörde attestirte Einwilligung des Vaters oder Vormundes bcizubringen. Die Einstellung der Jungen erfolgt im Laufe des Monats April.
Begründer und Schöpfer hohenzollem'scher Macht ein Denkmal gesetzt haben, das noch nach Jahrhunderten zum ehrenden Andenken bestehen wird. Auch der Gemahlin des Fürsten wurde in längerer Weise gedacht, wie sic kaum vermählt, schon durch die Abwesenheit ihres Gemahls, der den Kaiser nach Italien begleitete, gezwungen war, die Regierung in ihre jungen Hände zu nehmen, wie sie dieselbe unter so schwierigen Verhältnissen leitete zum Nutzen und Wohle ihres Lande«. Friedrich starb zuerst und verordnete testamentarisch, daß Kadolz- durg nebst anderen Gütern seiner Gemahlin, als Wittwensitz zufallen und daß seine sterbliche Hülle in dem uralten Kloster Heilsbronn beigesetzt werden solle. Heilsbronn ist etwa 4-5 Stunden von dem alten Burggrafensitz entfernt und hier ist eine Begräbnißstättc des Hohen- zolleru-Geschlechtcs in alter Zeit. 28 Glieder der Familie sind hier beigesetzt, von denen man die Namen weiß, darunter der mehrmals genannte Friedrich und seine Gemahlin Elisabeth. Aber es ist nicht unwahrscheinlich, ja als gewiß zu betrachten, daß diese Zahl sich verdoppeln läßt, wenn man die anderen noch aufgemndcnen Uebcrrestc hiuzuzählt und sie als von Hohenzol'-rn herrührend betrachtet. In dem Kloster befindet sich ein Bruniicn, von dem die Sage geht, daß er dem Ort seinen Siameit gab, und hier hcrnm ruhen die Glieder des glorreichen Geschlechtes, neben dem ewig reinen, stets erquickenden Elemente. In den ersten Jahrzehnten des Jahrhunderts mehr und mehr dem Verderben und dem Ruine ausgesetzt, entspann sich ein edler Wettkampf zwischen zwei deutschen Fürsten, Friedrich Wllhelm rmd Ludwig I. von Bayern, die Restauriruiig der Kirche zu bewerkstelligen. Hier blieb der kunstsinnige Bayernkönig Sieger und heute prangt sie in neuer Pracht. Auch betreffs der Kadolzburg hatte Herr Director Spieß dem gewiß allseitig unterstützten Wunsche Ausdruck gegeben, daß auch die alte Wohnstätte der Vorfahren des jetzigen deutschen Kaiserhauses bald auf das Neue erstehen würde. Reicher Beifall lohnte den Redner für seinen ebenso interessanten
=S= Strafen filrUersäumniß des israelitischen Konfirmation«- Unterricht». Ein Erlaß der Königl. Regierung dahier bestimmt, daß die Circular-Verfügung vom 6. December v. Js., betreffend die Festsetzung der wegen Versänmniß des israelitischen Religions-Unterrichts erkannten Strafen, auch auf diejenigen bezüglich Vcrsämnmß des israelitischen ConfirmatiouS- Unterrichts Geltung habe, die Laiidräche also auch dieser Festsetzung künftighin sich unterziehen sollen.
* Die varanren-Listc für Militär-Anwärter Mo. 49 liegt an unserer Expedition Interessenten unentgeltlich zur Einsicht offen,
Stimmen an» dem Publikum.
* Erlaube mir auf einen Ucbclstand aufmerksam zu machen, der in der Folge große Verluste herbciführen könnte; es betrifft die auf dem Schiersteiner Weg hantirenden Stemklopfer, die ohneSchutzdach, leicht die Vorübergehenden durch massenhaft Herumstiegende Steinsplitter verwunden könnten. In anderen Provinzen sind solche Schutzdächer von einfachem Draht angebracht. X
* Kiedrich, 5. Dcc. Auch die gestrige dritte (letzte) Aiifführung des Festspiels „König Rhein" war sehr besucht und ergab eine Brutto-Einnahme von 325 Mk. Bei de» zwei ersten Vorstellungen wurden 1020 Mk., im Ganzen also 1345 Mk. vereinnahmt, so daß nach Abzug der Unkosten ca. 1000 Alk. der Kleinkinderschule zugewendet werden können. — Seit drei Tagen herrscht bei uns auf dem Rhein ein solcher Siebe!, daß die Schifffahrt so gut wie vollständig nnterbrochen ist. Hierdurch und durch den sorlwährenden Rückgang des Wassers, der die Schifffahrt stark beeinträchtigt, hat sich der Verkehr auf den preußischen und hessischen Eisenbahnlinien wieder derart gehoben, daß derselbe kaum bewältigt werden kann und das Einstellen von Extragüterzügen nothwendig geworden ist.
/X Schierkes», 6. Dec. Bei der gestern ftattaefunbeuen Wahl von drei Gemeinderäthcn erster Classc wurden die Herren Schlosser Wilh. Wehnert und Gastwirth Christian Georg wieder- und Landmann Friedrich Lehr neugcwählt.
* Undesheim, 5. Dcc. Bei der heute Vormittag ftattgefunbene» Wahl eines Mitgliedes zur Wiesbadener Handelskammer wurde Herr Weinhändler H. S. Jung dahier gewählt.
* Schmalbach, 5. Dec. Bei der heutigen Handelskammer- Wahl wurde Herr Ang. Besier bei lebhafter Betheilignng einstimmig zum Mitglied der Handelskammer für die nächsten 3 Jahre wiedergewählt. (Schw. Ztg.)
* Dior. 6. Dec. Herrn Reg.-Assessor Johannes aus Merseburg, bisher im Reims-Versicherungsamt beschäftigt, ist die commissgoische Verwaltung des Landrathsamtes un Untcrlahnkreisc übertragen luorten. (W. Pr.)
* Em», 6. Dec. Dem Bade-Commissar Kammerherrn von Rathenow hier ist die Anlegung des von Seiner Durchlaucht dem Fürste» Heinrich XIV. Reuß jüngerer Linie ihm verliehenen Ehrenkreuzes erster Classc gestattet worden.
— Schnlnachrichte«. Dem Lehrer Fehler zu Cronberg ist die erste Lebrerstelle daselbst übertragen worden. — An die neu errichtete Lehrgehülfenstelle zu Griesheim ist der Schulamts - Candidat Oskar Achard von Friedrichsdorf birigirt worden. — Der Lehrgehülfc Zipp zu Esch ist als Vertreter nach Biebrich-Mosbach und Schulamts-Canbibat Karl Neugebauer von Wiesbaben nach Esch birigirt worden. — Die Lehrerin Mackel zu Möttau ist auf Ansuchen entlassen, und Lehrer Parendicr von Oberroßbach nach Möttan versetzt worden.
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wie fesselnden Vortrag.
* Nessentliche Gesundheitspflege. Auf Einladung der Herren Polizei-Präsident v. Rheinbaben, Oberbürgermeister v. Jbell, Regiernngs- und Medizinalrath Wagner, Kreisphysikus vr. Pfeiffer, Hosrath vr. Kühne (Vorsitzender des ärztlichen Vereins), vr. Schmitt (Direktor des Lebensmittel- lintersüchungs-Amtes) und vr. Staffel (Geschäftsführer des „Niederrhein. Vereins für öffentliche Gesundheitspflege" für den Reg.-Bczirk Wiesbaden), hatten sich am Mittwoch Nachmittag 6 Uhr im Damensalon des „Nonnenhofes" etwa 60 Herren zu einer Besprechung über die Bildung eines Localverein« für öffentliche Gesundheitspflege, event als Zweigverein des Niederrheinischen Vereins fiir öffentliche Gesundheitspflege, eingefunben. Nachdem Herr Oberbürgermeister v. Jbcll durch Acclamation zum Vorsitzenden der Versammlung ernannt worden war, entwarf zunächst der Geschäftsführer Herr vr. Staffel ein Bild von dem Wirken des feit 20 Jahren bestehenden und erfolgreich thätigen, etwa 2000 Mitglieder »mfaffeuben Niederrheinischen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege und wies dann darauf hin, daß ein Localverein für öffentliche Gesundheitspflege in Wiesbaden ein ergiebiges Feld für seine Thiitigkeit finden würde, weßhalb die Bitdung eines solchen von der Geschäftsführung angeregt worden sei. Von verschiedene» anderen Thellnehmern an der Versammlung, namentlich auch von Herrn Oberbürgermeister vr. v. Jbcll, wurde iodann des Näheren ausaeführt, daß ein solcher Verein für Wiesbaden durchaus am Platze fei, indem einerseits eine große Zahl wissenschaftlicher Kräfte für die Bestrebungen des Vereins zur Verfügung ständen, andci- scsts gerade in einer Curstadt von der Bedeutung Wiesbadens eine Menge hygienischer Fragen auftauchen, zu deren Lösung die Mitwirkung eines Vereins für öffentliche Gesundheitspflege erwünscht sei. Nachdem sich die Anwesenden mit der Bildung eines solchen Vereins einverstanden erklärt hatten, wurde auf Vorschlag des Vorsitzenden eine Commission, bestehend aus den Herren Geh. Hofrath Fresenius, Hosrath Kühne, Dr.(Staffel, Dr. Hüppe, Direktor Sch mitt, Dr. Wscidenbusch und Stadtvorstchcr Götz^ ernannt, welche sich über die nähere Organisation des Vereins be- rathen und das Ergebniß ihrer Berathung einer demnächst zu berufenden Versammlung der Interessenten vorlegen soll.
8. Den „Derer» fiir volstsnerstäudliche Geluudheilspflege und Ua1urtzeilk»»de" erhielt vorgcfteril Abend im Saale des ^Schützen- Hoses" von seinem Vorsitzenden, Herrn Rentner Securins, die wichtige Mittheilung, daß die beiden in Deutschland bisher nebeneinander bestchenbeil Vereine der volksverständlichc» Gesundheitspflege, der „Deutsche Verein" und der „Central-Verbanb" sich am 18. Nov. d. Js. in Leipzig vereinigt hätten zu dem „Deutschen Bund der Vereitle für Gesundheitspflege und für arzneilose Heilweise". Es waren 18,000 Mitglieder der beiderseitigen Einzelvereiue durch Abgesandte in Leipzig zur Berathung und Abstimmung vertreten. Statt eines Vortrages brachte diesmal Herr Securins aus dem ersten „Gesmldheits-Kaleilder für das Jahr 1889" zwei vorzügliche Aussätze zur Berlefniig: über die Pocken, Masern und Scharlach mit Hinmeis aus deren naturgemäße Heilung von Oberst-Lieutenant Spohr, und über den Werth des Mädchenturnens von Klara Muche. Am Schluß der Versammlung wurde noch ein neuer patenti rtcr Tnrn-Apparat (Bruststärker) vorgezeigt.
* Die „Leiprtger (Quartrtt- und Eonrert-Sänger" haben von ihrem früheren Auftreten her bei unserem Publikum einen so günftigen Eindruck hinterlassen, daß sie im besten Andenken bei ihm stehen. Den Bewei« hiersür erbrachte die erste, am Mittwoch in der „Kaiser-Halle" stattgehabten Soiree, bei welcher der große Saal fast bis znm letzten Platz besetzt erschien. Sämmtliche 9himmern des reichhaltigen Programms murceit recht gut vorgettagen und ernteten lebhaften Beifall; nahezu bei jeder Piece mußten sich die Sänger zu Wiederholungen oder Zugaben verstehen. Bekanntlich siilden nur vier Soireen statt; ein Besuch derselben ist sehr zu empfehlen.
Sian muß selbst einen Versuch wagen und wird finden, daß er gar nicht 1 Akt so unerklärlich ist, der unvergänaliche Reiz des guten, alten Wiesbadener anderst Ändreasmarktcs. Teßhalb: Geher hin und schauet, und wenn er Euch k* ro diesmal nicht befriedigt, dann probirt's über's Jahr noch einmal mit ihm. ! -
Er wird dann sicher halten was er versprochen! , -
* Elter», die ihre Söhne im kommenden Jahre bei der Schiffs- Frl- ~
