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Wiesbadener Tasblatt«

No. 237

Z-tt- 38

Amerik. P.-A.-G.), Hamburg-Ncw-Kork; «British Prince" (Americ. LtM's

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* Kckjiffs-Nachrichtrn. (Nach derFranks. Ztg.".) Angekom«» in Queenstown der Cnnard-D.Gallra", D.Etrnria" und T D.Britannic" von New-Kork, sowie der D.Catalonia" von BostoiH in Kapstadt D.Hawarden Castle" von London; in Meldonrin am 4. d. M. der P.- u. O.-D.Valetta" (engl. Post vom 31. Ang.); ' Rio de Janeiro der Royal M. D. ,,La Plata" von SonthamMi in Kopenhagen D.Gothia" von New-Kork; in Lissabon » Johnelder" von Südamerika; in Boston D.Cephalonia" von Lims" Pool; in New-Kork der Nordd. Lloyd-D.Aller" von Bremen, d« D.Unibria",Germanic" undCity of Chicago" von Liverpool, W* der Hamburger D Gellere' von Hamburg: der Hamburger D.Wielaiü von New-Kork passirte Scilli, der Hamburger D.Rhaetia" Doves

* Urdrrserischere No st- und Na stagier-Urrkrh r für die Ze>> vom 7. bis 13.Oct. (mitgecheilt von Brasch L Rothenstein, Berlin W, Friedrichstraße 78). Sonntag den 7.:Fulda" (Nordd. Lloyd), Southampton New-Kork;Hammonia" (Hamb.-Amerik. P.-A.-G.), Hamburg-Netv-Kom Jraouaddy" (Messag. marit.), Marseille-Jndien-China-Japan. Monte! den 8.:Hungana" (Hamb.-Amerik. P.-A.-G.), Havre-Westindwn Khedive" (Penins.- n. Oriental S. N. Co.), Brindisi-Bombay. Dienstes den 9.:Hammoma" (Hamb.-Amerik. P.-A.-G.), Havre-New-Kork;Gama (Cunard Line), Liverpool-New-Kork. Mittwoch den 10.:Trave" (Norde Lloyd), Brcmm-Ncw-Kork;Hermann" (Nordd. Lloyd), Brenieii-Ballimor^ Straßburg" (Nordd. Lloyd), Bremen-Bucnos-Ayres;Polaria" (Howst

sich auch schon Alles zusammenrottete und unter Drohungen die Rückgabe der Kinder verlangte, die man nicht an den Mohrenkönig ausliefern wolle. ES kostete den Beamten Mühe, die Leute zu beruhigen.

* Dir Toiletten der Madame Harah Her,,Hardt. Madame Sarah Bernhardt hat für ihre diesjährige Kunitreise eine Rcihe neuer Sieben , componirt". Der PariserFigaro würdigt in ebenso ausführ­licher wie fachmännischer Weise die tiesempfundenen Obcrschöße, die zarten Lolanlsgebilde und die sonstigen herrlichen Strophen an den Kleider- poömeil, welche Madame Bernhardt nun bald in Wien zum Vortrag bringen wird. So hat Madame Bernhardt fürAdrienne Lccouvrenr" ein Costüm der Roxane eutworsen, das in einem flatternden Hemde aus rofeu- farbigem Atlas besteht. Das der Originalität gewiß nicht entbehrende Kleidungsstück" ist über und über mit Goldarabesken und echten Türkisen gestickt. Ueber dem Hemde trägt die Künstlerin einen Mantel aus schwerer orientalischer Seide, der mit verschiedenfarbigen Chenille- und Silberguasten und mit kostbarem Pelzwerk belegt ist. Der Turban, den sie zu diesem Costüme trägt, ist aus durchbrochener Goldstickerei, echten Perleuschnüren. Diamanten und Straußferdern zusammengesetzt. AlsPhädra" wird die Bühnen- und Toilette-Künstlerin ein überaus originell geschnittenes ansikes Gewand aus crömefarbigem, indischem Mousseline tragen, das am Saume mit goldeucn Lorbeerblättern gestickt erscheint. Auch für denHüttenbesitzcr", Fron-Fron" und dieKameliendame" hat Frau Bernhardt in ver­schwenderischer Weise gesorgt. Besonderes Interesse dürfte nach Meinung der sachverständigen Pariser Theater-Chrouiqueure das Ball-Costüm der Kameliendame" erwecken.

* Ueber ein blntiaev Drama im hohen Norden berichtet die St. Petersb. Ztg.":Die Polarinsel Nowaia Semha wird administrativ und gerichtlich zum Gouvernement Archangel gezählt. Im Sommer 1882 brachten einige Schiffer, die ans Nowaja Semlja zurückkamen, die Nach­richt, daß ein Samojede auf der fernen Insel sieben seiner Landsleute umgebrachk hätte. Der damalige Gouverneur von Archaugel, General Baranow, sandte nun sofort zur Untersuchung dieser Sache den Beamten Robusch mittelst Dampfer nach Nowaja Seinli«. Allein der späten Jahres­zeit wegen konnte der Dampfer nur einige Stunden bei der Insel bleiben und der Beamte konnte von den Bewohnern des Dorfes Malyje Karma- knly nichts über den Mord erfahren. Sechs Jahre sind nun seitdem vergangen und erst jetzt ist das entsetzliche Berbrecheu Dank einem Reisenden Namens Nossilow, der das letzte Jahr m Nowaja Semlja überwinterte, anS Licht ge­kommen. Nossilow wußte von dem Verbrechen, er erfuhr auf der Insel den Namen des Mörders und es gelang ihm sogar kürzlich, den Verbrecher, einen Samojeden Pirerk, in die Hände der Gerechtigkeit zu überliefern. Die folgenden Einzelheiten dieser Mordgeschichte zeugen dafür, das unser hoher Norden, trotz des offiziell einführten Christeuthums, noch tief heidnisch ist. In den Jahren 1881-82 hatte Pirerk mit seiner ganzen Familie die bitterste Hnngersnoth zn bestehen. Alle Lebensmittel waren verbraucht, die Fischerei aber brachte in den beiden Jahren nichts ein. Als schon der Hungertod vor der Thür stand, wandte sich der Samojede an einen Götzen und schwor, ein Menschenopfer zn bringen, wenn ihm der Götze reiche Beute schicken wollte. Als nun der nächste Fischzug wirklich äußerst günstig ansfiel, hielt Pirerk seinen schrecklichen Schwur und erstach ein kleines Mädchen dem Götzen zum Opfer. Zu ihrem Unglück waren bei der schrecklichen That äcn anwesend, Landsleute des Pirerk. Sie warfen ihm seine Gran­it vor und erinnerten ihn an die furchtbare Verantwortung vor der russischen Obrigkeit. Dieser Umstand brachte den Mörder auf den Gedanken, auch die Zeugen seiner That aus der Welt zn schaffen. Je näher nun die Zeit Herankain, wo der er ste Dampfer ans Archangel ein treffen mußte, desto reifer wurde der entsetzliche Vorsatz, und a!6 der Polarfrühung anbrach, brachte das Scheusal sechs von jenen Zeugen seines ersten Ver­brechens um. Als Nossilow den Mörder auf der Insel gefunden hatte, überredete er ihn, nach Archangel zu kommen und lieferte ihn hier der Obrigkeit aus. Pirerk ist schon geständig und wird demnächst gerichtet werden.

* In ungrmöhnlicho Aufregung wurde am Donnerstag Nachmittag ganz London durch die mittelst Extra-Ausgaben verschiedener Abend­blätter verbreitete Nachricht versetzt, daß der Verüber der scheußlichen Morde in Whitechapel in dem östlichen Stadttheile Shadwell nach be­trächtlicher Gegenwehr verhaftet morden sei, nachdem er einen Wächter, . der bei seiner Gefangennahme behilflich war, durch Messerstiche tödtlich ver­wundet habe. Diese Nachricht erwies sich indeß später als gänzlich >un begrün be t. Am Freitag wurde die Leichenbeschauer-Untersuchung über die am Sonntag Morgen in Mitre Square ermordete Frauensperson Catherine Eddowes, auch Conway oder Kelly genannt, eröffnet. Im Allgemeinen förderte die Untersuchung keine neuen Thatsachen zn Tage, allein das Gutachten des Polizei-Arztes Dr. Gordon Browne über den Leichenbefund bestätigte das Gerücht, daß, wie in dem Falle der jüngst in Hanbnry Street, Whitechapel, ermordeten Annie Chapman, ein inneres Organ von dem Mörder beseitigt worden sei. Die linke Niere wurde ebenfalls heransgeschnitten, und zwar in einer Weise, welche bedeutende anatomische Kenntnisse und Geschicklichkeit auf Seiten des Thäters verräth. Der Arzt bemerkte indeß, daß auch Metzger solche Kenntliisse zu besitzen Wegen. Nach den weiteren Aussagen des Arztes haben die entfernten Organe keinen Werth für medizinische Forschungszwecke, so daß das Motiv des Mörders um so geheimnißvoller erscheint. Jedenfalls scheint es fest- zustehen, daß Annie Chapman und Catherine Eddowes von ein und ver­laden Hand ermordet worden sind.

"Ein schönes Atter. Ein Herr Patterson schreibt derTimes" einen Brief, wonach er eine lebende Kröte gesehen hat, welche am 18. Sep- teniber in einer Lehmschichte ausgegraben wurde beim Bau einer Eismbahn- l1 tu Dieses ehrwürdige Thier ist noch am Leben, doch bewegungslos und

Jfntr; MMt keine Knochen zu haben, es ist ganz weich und schlapp lind snne Beme lasieit sich in allen Richtungen biegen. Die Kröte hat zwei ichone Angen, kann aber nicht sehen. Ihr Maul ist zugekittet.

doch scheint sie durch die Nasenlöcher zu athmen: wie sie in ihrem Lehm­loch Lust einziehen konnte, ist nicht leicht zn ersehen. Da laut den Berech­nungen der Geologen seit der Eisepoche, in welcher dieser Lehm d-oönin wurde, 20,000 bis 80,000 Jahre verflossen sind, so kann die Kröte auf ein respcctableS Alter Anspruch erheben und war wohl Zeitgenoffe der Urgrob- . eitern des MenoS. Aber sie lebt noch. *

Ans dem Gerrchtsflml.

* Das Schöffengericht hatte sich in seiner Sitzung vom Samftii- u. A. mit der Berufung des FnhruiiteriiehmerS I. PH. Sprenger gegen eine polizeiliche Strafverfügung zu beschäftigen. Letztere war erfolgt, weit nach Angabe eines Schutzmannes, Spr. in der Nacht vom 15. 16. August d. I. in dem Taunusbahuhof eine Grube entleert und dazu Gcräthe verwendet haben sollte, welche den Aufordertingen des 8- 29 btt Polizei-Verordnung vom 20. October v. I. nicht entsprachen. Spr. pw teftirte gegen den ihm zugestellten Strafbefehl, auf 10 Mk. lautend, und da die Verhandlung ergab, daß die Anzeige gänzlich nnbegründet war, er­folgte seine Freisprechung.

* Nicht der Taglöhnrr Carl Umthrimer, sondern der Taz- löhiier Johann Nicolaus Nauheimer ist in voriger Woche von da hiesigen Strafkammer wegen Unterschlagung zn 6 Monaten Gefängnis vernrtheilt worden.

Urneste Nachrichten.

* UlLrxsteg, 8. Oct. An der gestrigen Pürschjagd nahmen alle Jagdgäste Theil, dieselbe lieferte kein besonderes Resultat. Um 12 Uhr Mittags fand ein Dejeuner statt, worauf sich die Majestäten in ihre Arüeitsgemächer znrückzogen. Um 7 Uhr Abends wurde eine Tafel von 16 Gedecken abgehalten, wobei die Lcobemr Stadtcapelle conccrtirte. Seit gestern Mittag regnet es unaufhörlich.

* Marrs, 7. Oct. Bei der Vorstellung der Offiziere bet in Lyon garnisonirenden Truppentheile hielt der Commandem des 14. Armee-Corps, General Davoust, Herzog Dog Auerstädt, eine Ansprache an den Präsidenten Carnot, in welcher er hervorhcb, der Name Carnot sei für die Armee gaiij besonders thencr, weil er an die großen Siege über das ver­einte Europa erinnere. Der glühende Patriotismus für bii Vertheidignng des Territoriums, die unerschütterliche Stand- Hastigkeit in bösen Tagen und das absolute Vertrauen in bk Bestimmungen des Landes, das seien die Erinnerungen, bei denen Frankreich sich stets beseelen lassen werde, wenn die No, gierung bei einer Bedrohung des Landes die Armee an bit Grenze schicken würde. Carnot erwiderte, er hege voW Vertrauen zu der gesummten Armee und freue sich, das au» dem Munde des Herzogs von Auerstädt bestätigt zu scha. Bei dem Empfange des Consularcorps, das von be® italienischen Consul vorgestellt wurde, äußerte Carnot, et empfinde eine lebhafte Gcnngthuung, indem er die von be® Consul ausgesprochenen Wünsche vernehme, welche ein Pfand fii die friedlichen Bande darstellen, die Frankreich mit allen durch bit anwesenden Konsuln vertretenen Nationen verknüpfe.

* Retersburg, 8. Oct. Das kaiserliche Paar ist mit dem Gefolge gestern Morgen in Bat um eingetroffen und daselbf festlich empfangen und begrüßt worden. Nach abgehaltener A» dacht in der Kirche wohnten die hohen Herrschaften der Grundstem legung der orthodoxen Kathedrale bei.