Mette o.
Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt.
Wiesbadener Tagblatt.
Kus dem vereinsleben.
vordertctzte, Vereirrsverjammlungen.
, * * Wie alljährlich um Mitte November. so halten auch dies- mat die Frauen- und Männer-Ortsg.uppe Wiesbaden-Biebrich de» „B e r e ins für das Deutschtum im Aus- l atlb £> Dienstag, den 17. November, abends 8 Uhr in Pf c .'Auburg" ihre Hauptversamm-unn ab. Nach einem Uderibuck des Bo fitzenden über den Verlauf des Vereins- lahves 1914 wird Herr Professor -spamer über die Hauptver- tammluna IN Leipzig, der er als Bert eter des Landesver- r. ^i? en beigewvhnt hat, Bericht erstatten.
MlEe-ichtc und Vorstandswahlen schließen sich an. Außer
^E^kiliedsrn sind Gäste willkommen.
„ Der Verein pensionierter „Deutscher Reichs- Staatsbeamten usw." hält wegen des K-iegSzu- jtande» seine nächste MonatSveisammlung erst am F- eitag den 8. Januar 1915. abends 7 Uhr, in der „Wartburg".
Provinz Hessen-Nassau.
RegiernnasbezirK Wiesvaven.
Ir. Höchst a. M., 12. Nov Die Stadtverordneten beschlossen heute nach einem ausführlichen Berichte Dr. Berts die Einfübvung einer A r b e i t L l o s e n u n t e r .
udüng wahrend der Dauer des Krieges Dle Ladungen gleichen den in Frankfurt usw. erlassenen Bestirn- umngeir Ebenso ist auch die .Mitwirkung der gewerkschaftlichen O ganriation eingeführt In der Hauptsache wird man ober wie bisher für Schaffung an Arbeitsgelegenheit sorgen.
wieder Mittel für Notstandsarbeiten auf dem stadtlichen Svortplad bewilligt.
Sonntag, 15. November 1914.
Nr. 535.
Vermischtes.
Die Seele des Neutralen.
Ein Schweizer schrieb in einem Brief an Verwandte in Deutschland: Es wird uns oft der Vorivurf gemacht, wir seien nicht neutral. Kürzlich hat auf diesen Vorwurf eines Engländers eine Schweizerin folgende Antwort gegeben: „Wir verhalten uns unbedingt neutral und sind doch nicht teilnahmslos gegen die kämpfenden Mächte. Wir hoffen mit den Deutschen, wir leiden mit den Franzosen, wir revoltieren mit den Russen, wir ringen mit den Österreichern, wir bangen, mit den Serben und — wir schämen uns für die Engländer."
* Kriegshumor. (F r e i w i l l i g e n p r o t e k t > o n.) Ön der „Hartungschen Zeitung" wird folgendes Gespräch zweier Arbeiter vor einer Kaserne mitgeteilt: A.: „Se
babbe wihr enen Oprop erloten, mer soll sech melden. Ech habb mech ald ens gemeld, da habbe se mech neit genome. Ech meld mech noch ens." V.: „Hast de aoch Protexion?"
A.: „Näh, die habb ech neit." V.. „Ja, näh, wenn de keeu- Protexioii häs, denn bliep man te Huus, dann nähme se doch doch neit!" — Lieb Vaterland, magst ruhig sein! — (I m - mer dieselben.) Aus einem Feldbriefe, geschrieben am 21. August 1870, zum Beweise, wie die Regierung in Frankreich 1870 mit denselben Lügen gearbeitet: „Als wir gestern
abend mit einer Schar Bauern auf der Strotze politisierten, kam plötzlich das Haupt der Gemeinde Reichshofen angelaufen und schrie, so ein Krieg wäre noch nicht dagewesen I Die Preußen wollten nach Paris und die französische Flotte wäre schon längst in Berlin gelandet! Das hätte er eben in
einer Zeitung gelesen." — (®efallen.) „Auf einem Schokoladenpaketchen schriebst Du: „Falls gefallen, verteilen." Da sagten die Kameraden: „Also verteile, Schokolade hat uns stets gefallen." — (Soldatenwih und Feldpost.) In einer preußischen Landsturmzeitung wird die Frage behandelt, warum die Feldpostbeamten in blauer Uniform und nicht feldgrau ausgerückt seien. Und die Antwort: „Wenn die fcld grau wären, dann tat man schon gleich gar keinen sehen." — <Der. „Angler mit der Fliege".) Bei Tisch erzählte -ch, daß Ehren-Greh eine Anleitung zum Angeln mit der Fliege geschrieben habe. Darauf meint mein kriegssreiwilliger Sohn trocken: „Laß ihn man, wir angeln mit „Brummern". Das ist viel besser."
Die Bayern im Kriege. Auf einem Wagen eines Zuges, in dem bayrische Truppen befördert wurden, war kürzlich zu lesen: „Vorsicht! Bayern!" Man da f annehmen. daß bte Warnung be. echtigt ist und dem „Drauf" des bayrischen Kronprinzen entspricht. In ihrer einiachen Kürze wirkt sie außerdem herzerfrischend Jedenfalls werden die Gegner die es mit. den Bayern zu tun haben, wenn sie nicht „vorsichtig" sind, etwas erleben können.
Letzte Orahlberichte.
Oie neuen Kriegsstredite in England.
W. T--B. London, 14. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird bekamrtgegeben, daß die Regierung einen Kredit von 225 Millionen Pfund Sterling, außer den bereits bewilligten >50 Millionen Pfund Sterling, zur Bestreitung der Kriegskosten fordert. Die 225 Millionen sind bestimmt zur Deckung der Ausgabe für Heer und Flotte bis 31. März 1915, für eine Anleihe der Kolonien, einen Vorschuß von 3 Millionen an Belgien, einen solchen von 800 Pfund an Serbien, ferner zur Deckung der Kosten der Ausgaben englischer Gemeinden für Unterstützungszwecke.
Zur Vernichtung des englischen Torpedobootes „Niger".
W. T.-B. London, 14. Nov. „Daily Chroniole" meldet: Das deutsche Unterseeboot, welches das
Kanonenboot „Niger" torpedierte, schoß einen Torpedo ab, den man auf den „Niger" von weitem zukommen sah, ohne auswoichen zu können, da das Schiff vor Anker lag. Der Schuß war gut gezielt und ging dicht ani Bug des holländischen und spani- scheu Schiffes - vorbei, die in der Nähe des „Niger" lagen.
Falsches Gerächt über einen 42-Zentimeter-Mörser.
W. T.-B. Berlin, 14. Nov. (Amtlich.) Die Nachricht ausländischer Blätter, wonach eines der deutschen 42-Zentimeter-Geschütze explodiert sei und daß die Explosion großen Schaden angerichtet habe, ist, wie amt- l i ch festgestellt wird, erfunden.
W. T--B. Darmstadt, 14. Nov. (Nichtamtlich.) Der Großherzog tritt voraussichtlich morgen im Laufe des Nachmittags hier ein. Er beabsichtigt, am 22. November zu den Truppen zurückzukehren, um bei ihnen seinen Geburtstag, 26. November, zu begehen.
IV. T.-B. Rcichenberg in Böhmen, 14. Nov. Der Präsident der Handelskammer, tzerrenhausmitglied N e u m a n n, ist im 62. Lebenswahre gestorben.
Briefkasten.
ü rS Wi,-dad?n,! Sagbi,itt9 lirantmoriet nur IftrWlKSt »„«ragen im Briefkasten and zwar »du.- Mn ■teorcbmSluBWl Beirr, chuna.n umnen uicbt aemäbrt werden -
c Wir empfehlen Ihnen, selbst auszupassen und sich
Meichzeltig mit dem F.lsdhosaussehei in Ve.vindung zu setzen.
Frau Sir. Über die zu einer Kriegstvauung erforderlichen Vaprere gibt das Standesamt Auskunft. Es sind dieseloen Paprer'e wie fei der gewöhnlichen T.aiuung. Der- Unterschied besteht,nur dann, ba&, das Aufgebot sortfällt. die Trauung also sofort vollzogen, wird.
Alte Abonnentin Wir enipfehten Ihnen, sich an das Paß- wrr«iu der Konrgl. Potrzerdirektion uird wegen de. Reise an die Auskunstsstelle im Hauptbahnhof zu wenden
r Wegen der Liebesgaben für das LandwehrBrigade- Ersatz-Batalllon emvtehlen wir Ihnen, sich an die Sammel- Itelle des 18. Armeetommandos in Frankfurt a. M zu werrden.
G. H. 50. 1. Ameisen beseitigt mmi aus Wohnzimmern, Speisekammern und Kuchenraum.cn usw. mit soluenden Mitteln: mit zwei Teilen Schwefelblüten und einem Teil Wohlgemut Das Kraut des letzteren wird bei gelinder Warme getrocknet. zu Pulver geneben und dann werden beide Teile recht gut gemischt. Das aurs diese Weise hergestellte Pulver an die von den Ameisen helmgesuchten Stellen und Orte gestreut, vertreibt sie an denselben schnell und dauernd. Ein anderes Mittel.^Ausst-euen zerstoßenen Kampfers, ohne daß in den Kuchenraumen urkd Speisekammern die Lebensmittel hinsichtlich ihres Geruchs odo Geschmackes darunter leiden 2 Wegen der Steuer empfehlen wir Ihnen, sich au das Steuerbureau. Frledrrchstvaßc 82. zu wenden.
= Reklamen. =
Wien, 1 . Juni Der (Herzkranke)
Patient nimmt den coffeittfreit« Kaffee Hag auch als Milchkaffee, hat ab oint snbjekt v keine Beschwerden, noch auch objektiv uachwei bar Reizz.«stä«de und lobt s. in snbjek ives Wohlbefinden, seitdem er wieder früh nnd abends den gewohnten Kasi'ee (natürlich cvffeinfreien Kaffee) ge« «iehen kann. f 133
Aus: „Ärztliche Erfahrungen mit coffeinfreiem Kaffee" von vr. Julius Neubauer, Arzt des K K. Rudolssspitals, Wien. Ärztliche Standeszeitung „Die Heilkunde" Wien.
Sanatorium Hofheim a. Taunus
l /s Bahnstunde von Frankfurt a. M.
Kurhaus für Nervenkranke und Erholungsbedürftige
bleibt geöffnet
TSSp llorh«! ii. H r intpr-Mii>-pn.
Handelsteil.
Wirtschaftliche Umschau.
Die Besserung der wirtschaftlichen Lage. — Los von London.
— Die Kriegsanleihen in Österreich-Ungarn.
Die Gestaltung unserer wirtschaftlichen Position hat in der 'letzten Zeit unverkennbar eine Kräftigung erfahren. Unsere Industrie und unser Handel entfalten sich hinter dem sicheren Schutze unserer tapferer, Heere immer freier, während unsere Feinde immer fühlbarer unter dem Kriege zu leiden haben, wie aus den kürzlich mitgeteilten statistischen Außen- handelsziffem hervorgeht. Der Krieg hat uns erst so recht gezeigt, wie wir Industrie!! in einem von den meisten Deutschen ungeahnten Umfange unabhängig dastehen, ja wieviel mehr das Ausland, namentlich auch England, wirtschaftlich von Deutschland abhängig ist: Man denke nur an Zucker und an Farben. Das Fehlen der deutschen Farben hat die englische Textilindustrie auf das schwerste betroffen. Das Ziel der deutschen Landwirtschaft ist, uns in der Ernährung von dem Auslande stets unabhängig zu' erhalten, d'as Ziel der deutschen Industrie soll sein, uns auch in allen anderen wichtigen Bedarfsartikeln vom Auslände unabhängig zu machen und zu erhalten. Erst, wenn wir vom englischen Markte und seinen Einflüssen unabhängig werden — wozu es ja wohl später kommen wird — wird auch Deutschland mehr ein Stapelplatz der ausländischen Rohprodukte werden und damit zu noch größerer Geltung auf dem Weltmärkte gelangen. England als Zentrum des Welthandels ist aber bisher auch das Zentrum des Geldmarktes gewesen, seine Währung ist gewissermaßen Weltwährung. Verliert England aber seine Stellung als Zentrum des Welthandels, so geht es auch seiner Bedeutung als Geldzentrum verloren. Und .in dieser seiner zentralen Stellung Bresche zu schlagen, darf nichts unversucht gelassen werden. Wir müssen uns unabhängig machen!
Der Krieg hat die technische Überlegenheit Deutschlands auf zahllosen Gebieten gezeigt: Nicht nur unsere 42er Mörser, unsere Unterseeboote und unsere Luftflotte liefern uns dafür den Beweis, sondern auch die Industrie an allen Ecken und Enden Aber während im Auslands die Überlegenheit unserer Industrie uns schon längst den Haß und Neid Englands eingetragen hat, waren wir daheim noch immer von dem alten Vorurteil belangen, daß die Waren ausländischer Herkunft besser seien als Hie deutschen. Jetzt sind uns die Augen geöffnet! Jetzt wissen wir, daß vieles, was vom Ausland kommend angesehen wird, in Wirklichkeit bei uns selbst hergestellt wird, daß es nur unter fremder Flagge segelt Hiervon müssen wir uns frei machen. Der Kampf, der gegen" englische Erzeugnisse geführt wird, hat die seltsame Folge gehabt, daß jetzt bei vielen Waren Farben bekannt wird, daß sie nicht aus England stammen, sondern in Deutschland her gestellt werden. „Los von London!“ darf nur die einzige Losung des deutschen Handels sein. London darf auch nicht mehr wie bisher der finanzielle Mittelpunkt sein. Die in diesen Tagen erhobene Forderung, den deutschen Bankakzept mehr zu seinem Rechte zu verhelfen, kann daher nicht nachdrücklich genug unterstützt werAi. ’ Wie sich nach Beendigung des Krieges die Neuordnung Wer Dinge, die ja ohne Frage eintreten muß, in dieser Hinsicht gestalten wird, läßt sich zurzeit nicht überblicken. Das gewachsene Nationalbewußtsein wird im Verein mit der durch den Krieg befestigten Erkenntnis, daß wir auch auf finanziellem Gebiete durchaus nicht vom Auslande so abhängig sind, wie vordem Vielfach angenommen wurde, ohne Frage im Sinne des „Los von London" wiricen, wenn auch manches durch die jahrelange Gewohnheit fest eingewurzelte Vorurteil, namentlich im
Auslande, noch zu überwinden sein wird. In erster Linie wird es Aufgabe der deutschen Importhäuser und der deutschen Überseebanken sein, auf eine verringerte Inanspruchnahme des Londoner Remboursakzeptes und eine entsprechend vermehrte des deutschen mit allem Nachdruck hinzuwirken. Den in überseeischen Gebieten arbeitenden deutschen Banken wird’ die Neugestaltung der Dinge hoffentlich ermöglichen, der Markwährung in den Bezirken ihrer Tätigkeit weit mehr Eingang zu verschaffen, als es bisher trotz aller anerkennenswerten Bemühungen d'er Fall war. Jedenfalls dlarf diese Gelegenheit, der deutschen Mariewährung gegenüber der englischen Valuta insbesondere im überseeischen Auslande mehr Geltung- zu verschaffen, nicht ungenutzt vorübergehen, und unsere überseeischen Bankniederlassungen werden sich dieser Aufgabe hoffentlich jetzt mehr als je bewußt bleiben.
Denn daß Deutschland finanziell stark genug ist, hat das glänzende Zeidhnungsergebnis auf die deutsche Kriegsanleihe bewiesen. Nicht minder günstig dürften auch die österreich-ungarischen Kriegsanleihen, die (wie berichtet) vom 16. November ab zur Zeichnung aufgelegt werden, abschließen, obgleich bisher für den österreichischen An- leihebcdarf hauptsächlich der deutsche Kapitalmarkt in Anspruch genommen' wurde. Auch die Wienei Blätter geben der Überzeugung Ausdruck, daß, wie in Deutschland, so auch in Österreich und Ungarn die Kriegsanleihen einen glänzenden Erfolg erzielen und durch die Beteiligung der Bevölkerung der entschiedene Wille in der gesamten Monarchie zum Ausdruck gebracht wird 1 , unter allen Umständen den aufgezwungenen Krieg bis zur Erlangung eines dauernden, gegen jede Störung gesicherten Friedens auch finanziell durchzuhalten. Ein verheißungsvolles Vorzeichen erblicken die Blätter in der Tatsache, daß der Kaiser als erster große Beträge österreichischer sowie ungarischer Kriegsanleihe gezeichnt -hat Zuim erstenmal sind beide Reichstiälften, Österreich und Ungarn, darauf angewiesen, innere Anleihen im eigenen Lande auf nehmen zu müssen, ohne daß Ungarn hierfür eine Unterstützung in Österreich- fände. Beide Staaten haben denn auch ihre Kriegsanleihen nach verschiedenen Gesichtspunkten konstruiert: Ungarn begibt eine 6proz. feste Anleihe zu
97% Proz. und sichert den Zeichnern die Unkünribaiteit bis zum Jahre 1920 zu, Österreich greift dagegen zu dem Mittel von 5%proz. Schatzscheinen, die nach fünfjähriger Laufzeit zu Pari zurückbezahlt werden und infolgedessen eine kaum niedrigere Verzinsung als die neue ungarische Rente gewähren. Das ungarische System verdient vielleicht den Vorzug, weil es sich nicht unbedingt an einen festen Rück- zahhingsterm,in bindet, der unter Umsländen den ■ Staatsfinanzen recht unbequem werden könnte. Anderseits ist aber Österreich schon durch seine parlamentarischen Verhältnisse gezwungen, zu Schatzscheinen zu greifen. Wie dem auch sei: Das Zeichnungsergebnis darf auf jeden Fall mit der größten Zuversicht erwartet werden.
Zur Lage der Eisen- und Stahlindustrie.
Berlin, 14. Nov. Nach den Ermittelungen dies Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller betrug die Flußstahl- erzeugung im deutschen Zollgebiet, während des Monats September 1914 663 223 Tonnen (gegen 566 822 Topnen im August und 1 627 345 Tonnen im Juli). Die tägliche Erzeugung belief sich auf 25 509 Tonnen (gegen 21801 Tonnen im August und 60 272 Tonnen im Juli). Die Erzeugung verteilte sich auf die einzelnen Sorten wie folgt (wobei in Klammem die Erzeugung für August und Juli angegeben ist): Thomasstahl 264 399 Tonnen (258 »34 und 32.3 589 Tonnen), Bessemerstahl 7390 Tonnen (7771 und 7894 Tonnen), basischer Siemens- Martinis tahi 347 093 Tonnen (258 776 und 624 746 Tonnen),
saurer Siemens-Martinstahl 15 295 Tonnen (14 439 und 21 091 Tonnen), basischer Stahlformguß 12 481 Tonnen (11 900 und 21 192 Tonnen), saurer Stab Ifönnguß 5424 Tonnen (4466 und 9994 Tonnen), Tiegelstahl 7819 Tonnen $124 und 8563 Tonnen), ElektrostahJ 3322 Tonnen (2810 und 10 276 Tonnen). Von den Bezirken sind im September (gegenüber August und Juli) beteiligt: Rheinland-Westfalen mit 601 493 Tonnen (436 795 und 847 875 Tonnen), Schlesien mit 61329 Tonnen (55 636 und 125 097 Tonnen), Siegerland und Hessen- Nassau mit 17 941 Tonnen ,8136 und 33 271 Tonnen), Nord-, Ost- und Mitteldeutschland mit 35 201 Tonnen (24 359 und 61 620 Tonnen), Königreich Sachsen mit 18 457 Tonnen (13610 und 26 960 Tonnen), Süddeutschland mit 6183 Tonnen (7362 und 17 219 Tonnen), Saargebiet und bayerische Rheinpfatz mit 8372 Tonnen (6228 und 180 222 Tonnen), Elsaß-Lothringen mit 6326 Tonnen (2874 und 188 518 Tonnen), Luxemburg mit 7921 Tonnen (11822 und 146 563 Tonnen). Die Gesamterzeugung an Flußstahl betrag in den ersten "4 Jahren 1914 insgesamt 12 223 486 Tonnen, die an Roheisen dagegen 12 016 888 Tonnen.
Für die Beurteilung der Lage der Eisen- und Stahlindustrie verdient die Flußstahlerzeugunig, besonders im Kriege, daher noch größere Beachtung als die Roheisen- gewinnung. In den Monaten Juli, August und September betrug die Roheisenerzeugung 1561944- Tonnen, 586 661 und 580 087 Tonnen, zusammen also 2 728 692 Tonnen, die Fluß- stahlerzeugung im letzten Vierteljahr dagegen 2 857 390 Tonnen.
Berliner Börse.
$ Berlin, 14. Nov. (Wg. Drahtbericht) Dias täglich gemeldete, langsame, aber siegreiche Vorrücken unserer Truppen in Flandern bestärkt die Hoffnung auf eine baldige Entscheidung. Das weitere Zurücktreiben der Serben und die Erfolge d'er Türken im Kaukasus werden als ein Beweis für die Fortschritte auf den anderen Kriegsschauplätzen mit Genugtuung begrüßt. In wirtschaftlicher Hinsicht interessiert die beträchtliche Hebung des Absatzes des Ober- schlesischen Kohlenreviers, der Absatz bleibt in der letzten Zeit nur noch 23 Proz. hinter dem Vorjahre zurück. Audh sonst mehren sich die Anzeichen eines lebhafter pulsierenden Wirtschaftslebens. So weist auch die Erzeugung von Flußstahleisen (vergi. besondere Nachricht) nach diem jähen Rückgang im August bereits im September eine höhere Ziffer auf. Der Privatverkehr beschränkte sich auf den Kreis der Papiere, die in kleinen Beträgen unter der Hand den Besitzer wechseln und auf die früher genannten Werte. Die Geldsätze waren unverändert.
Industrie und Handel.
W. T.-B. Der fühlbare Mangel an Farbstoffen in England. London, 14. Nov. (Eig. Drahtberioht) Infolge Mangels an Farbstoffen ist die Gründung einer größeren Gesellschaft für die Fabrikation von Farbstoffen geplant. Das Kapital soll teilweise von der Regierung vorgestreckt und auch die Verzinsung durah die Regierung für eine bestimmte Anzahl von Jahren garantiert werden.
Die Morgen-Ausgabe umfaßt 18 Seiten sowie die Berlagsbeilagen „Der Roman" und „Unterhaltende __ Blätter" Nr. 23. __
Hauplschristleiier: A. Hegerhorst.
Verantwortlich für beit politischen Teil: Dr. phil. ®. gt6etle n6e ta; für b«n lUwrtaliunoStcit: ® s. jJiauniborf; für Nachrich-e» nur Wiesbaden und de« Nach^rdezirkeu AB.i.tz. Diefenbach: für „Kerichizaal": tz. Diefenbach: lar „Spor!! U"d Lufkfahrt": I. B.: C.L°»aitkr: für ..Bermichtez" nnd de« „Brieflaften . C. Loraiker, für den HmibkiSieil: W. Etz^ fEe die Anreise» . . . ™ , "fiklamea: ti Dornauf: iLmnich in Wiesbaden.
Druü nnd Vertag der L. Ech el ten.b-er« scheu Hof Zuchdruckerei i« WiegbaLeO,
